Das Netzteil-Marktsegement hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung erfahren, es wird seitens der Hersteller aber auch gerne mehr Bedarf suggeriert, als in der Realität notwendig ist. Unabhängig von diesen Marketing Strategien erfüllen Noname Produkte in der Regel selten ihren Job und wer billig kauft, kauft meistens zweimal.
Der Endanwender legt zu Recht gesteigerten Wert auf ein adäquates Netzteil, das neben leisem Betrieb eine möglichst hohe Energie-Effizienz bietet und dabei schnörkelos die vorhandene Hardware stabil mit Strom versorgt. Diese Leistungen ist man auch bereit, pekuniär zu honorieren und so überrascht es wenig, wenn sich immer mehr Hersteller ihre Portion vom "Netzteilkuchen" abschneiden wollen, zumal das Geschäft ernsthaft floriert.
Mushkin produziert in Denver/Colorado nun mehr seit 14 Jahren exquisiten Arbeitsspeicher und bietet seit 2007 auch hochwertige Netzteile an, die beim sehr erfahrenen Netzteilriesen Topower gefertigt werden. Diese Firma ist ja spätestens seit den Netzteilserien von Tagan und be quiet auch bei uns kein Unbekannter mehr und hat sich mit hohen Qualitätsstandards inzwischen auch sehr gut am Retail-Markt behaupten können.
Schon sind wir mitten im Thema: dem Test des Mushkin HP-580AP Netzteils. Wie sich dieser Bolide im rauhen Testalltag bewährt hat, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Review, viel Vergnügen beim Lesen...
• Kaltgeräteanschlußkabel
• Kabelstränge
• farbige Krebbänder
• Handbuch (mehrsprachig)
• 580 Watt Gesamtleistung.
• 160 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
• 456 Watt (38 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt).
• universeller Weitbereichseingang: 115-230 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 24 A
• +12 Volt V1: 20 A
• +12 Volt V2: 20 A
• +12 Volt V3: 20 A
• +12 Volt V4: 20 A
• -12 Volt: 0,8 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Version: 2.02, 2.2
• EMV-geschirmte Kabelstränge
• Aktiv PFC (99%)
• 1x 120mm Lüfter, kugelgelagert, grüne LEDs
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×85×175) mm
• Gewicht: ca. 2,1 Kg (ohne Verpackung)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• aktueller Marktpreis: ca. 90,- €
• bisherige Varianten: 550 und 580 Watt
• Garantie: 3 Jahre
| CPU | |
| Mainboard | |
| Arbeitsspeicher | |
| Grafikkarte | |
| Monitor | |
| Soundkarte | |
| Festplatten System | |
| Festplatten Daten | |
| Festplatten Backup | |
| DVD-Brenner | |
| DVD-ROM | |
| Diskettenlaufwerk | |
| Gehäuse | |
| Betriebssystem | |
| Zubehör |
Die auffällige Retailverpackung des Mushkin Netzteils präsentiert die gewohnt schwarze Optik, allerdings mit einer polierten Außenhaut und seitlich eingeprägtem Logo, wodurch sich das Netzteil zumindest tendenziell etwas von der Kokurrenz distanzieren kann.
Die Verarbeitung bewegt sich auf hohem Niveau, aber das darf man bei einem Netzteil dieser Preiskategorie aber auch erwarten. Die Einbautiefe ruft mit ihren 175mm allerdings einiges Stirnrunzeln hervor, aber dazu später mehr, wenn wir uns die Innereien anschauen.
Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt, so soll es sein.
Die Leuchtdiode an der Front (Rail Fusion) signalisiert das Zusammenschalten der 12V-Leitungen bei entsprechend anfallender Last auf diesen Schienen.
In der Seite sind Belüftungsöffnungen vorhanden, was thermisch gesehen kontraproduktiv sein kann, denn so gelangt warme Abluft aus dem Rechner ins Netzteil und natürlich auch umgekehrt aus dem Netzteil zu den Komponenten.
Das Lüftergitte samt Emblem ragt leider deutlich über das Netzteil hinaus, das kann in engen Netzteilaufnhamen für Versatzprobleme sorgen. Der Grund dafür ist auch sehr einleuchtend: wenn das Lüftergitter auf den seitlichen oder hinteren Auflagen für das Netzteil aufliegt (z.B. beim Cooler Master STC-T01) und so die Bohrungen für die Verschraubung des Netzteils am Gehäuse dadurch um wenigstens einen Millimeter verlagert werden, wirds schwierig mit der Verschraubung
Die Kabelmuffe ist recht gut ausgelegt, so wird der Hauptkabelstrang ausreichend fixiert.
Die Anschlußbuchsen für das Kabelmanagement sind sauber integriert worden, aber bei allem Komfort wollen wir zwei Aspekte nicht unter den Tisch fallen lassen:
1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen...
2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren...
Das man über die seitlichen Belüftungsschlitze Zugang zu stromführenden Spulen erhält, ist ein Fauxpax, der dringend korrigiert werden sollte. Nun wird hoffentlich niemand mit einem Schraubendreher da drin herumstochern, aber sowas gehört einfach isoliergeschützt oder von vorneherein unzugänglich gemacht.
Kommen wir zur ersten Station unseres Blicks unter die "Motorhaube" des Netzteils:
der Lüfter stammt von Globe Fan und weißt folgende Kenndaten auf:
• Modell: RL4G S1202512M
• Lagerung: Kugellager
• Gewicht: 134g
• Beleuchtung: ja (LED grün)
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 7
• Scalierbarkeit: 6 bis 13,8 Volt
• max. Volumentransport (CFM): 80,9 (137,53 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 2400 U/min
• max. Geräusch: 39 dBA
• Stromaufnahme: 4,56 Watt
• Anschluß: 3-pin
Der Lüfter wurde sinnvollerweise blasend ins Netzteilgehäuse montiert, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt.
Im Betrieb zeigt sich das Mushkin rein optisch von seiner überraschenden Seite, denn anstatt der sonst inflationär verbreiteten blauen Dioden, wurden hier grüne eingesetzt, eine wohltuende Variante der Netzteilbeleuchtung, aber natürlich wie immer eine Geschmacksfrage und somit rein subjektiv zu betrachten...
Das Layout von Topower ist keine unbekannte Größe, sondern war ende 2006/anfang 2007 State of the Art in dieser Leistungskategorie. Da die Platine samt Komponenten mühelos in ein Standard Netzteil-Gehäuse gepaßt hätte, ist es allerdings unverständlich, warum man hier so viel Platz verschwendet.
Die Platine des EIN-Ausschalters ist für einen Teil der AC Filterung zuständig, in der Nähe befindet sich auch noch eine Sicherung und die ersten Kondensatoren, bevor der Strom dann an die Gleichrichter weitergeleitet wird. Der kleine ungemein wichtige Chip neben dem primären Elko (roter Pfeil) ist übrigens für die Schutzschaltungen dieses Netzteils zuständig und regelt OCP, OVP und Konsorten.
Bei den allermeisten aktuellen Netzteile ist es so, das die 12V Schienen über einen Transformator laufen und dementsprechend nicht pysikalisch vorhanden sind, darum spricht man auch von virtuellen Schienen. d.h. im Klartext, eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen versehen und bilden dann die Rails.
Der große primäre 400V 470 Microfarad Elko von Toshin Kogyo wurde bis 85°C ausgelegt, alle anderen Elkos stammen durch die Bank von CapXon und sind ebenfalls bis 85°C dimensioniert. Dabei sollte man ins Kalkül ziehen, das 105°C Elkos eine beinahe doppelt so lange Lebensdauer im Vergleich zu den 85°C Elkos vorweisen können, falls man das Thema damit abtun möchte, das der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 eine zulässige Betriebstemperatur zwischen +10 und +50°C definiert.
Die Verarbeitung des Innenraums stellt sich ansonsten als sehr solide dar, es wurde nur hier und dort mit Silicon fixiert, wo es auch notwendig ist. Ein paar zusätzliche Gummiummantelungen der Spulen zur Prävention gegen das Netzteilpfeifen hätten dem Gesamteindruck aber schon ganz gut getan, auch wenn die Isoliermasse sehr wirksam zu sein scheint.
Im Sekundärbereich hält sich das Gedränge in Grenzen, so daß Spulen und Kondensatoren ausreichend vom vorhandenen Airflow profitieren können. Schrumpfschläuche am Kabelende sind vorhanden, ein sehr wichtiger Beitrag zur Netzteilsicherheit. Wer sich immer wieder mal über die seitlichen Plastikfolien wundern sollte, diese Folien diesen dem Schutz vor der Außenhülle, damit Kontaktkurzschlüsse wirksam verhindert werden.
Auch das Mushkin Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift.
Die Flexibilität der einzelnen modularen Kabelstränge (50cm bis 110cm) ist trotz der akkuraten Ummantelungen als sehr gut zu bewerten, da haben wir schon störrischere Exemplare begutachten dürfen. Der 24 Pin Mainboard-Stromanschluß entspricht der aktuellen ATX 2.0/2.2 Norm und kann bei Bedarf um 4 Anschlüsse gekürzt werden, in dem man ihn einfach wegklippst, dadurch entfällt ein Adapter für Mainboards mit 20-poligem Anschluß.
Die kommende Generation der DirectX10 Grafikkarten wurde ebenfalls berücksichtigt, 8-polige PCI-Express Stecker sind genauso vorhanden wie ihre 6-poligen Pendents.
Im Einzelnen sind folgende Anschlußmöglichkeiten vorhanden:
• 2x Floppy-Anschluss
• 6x 4 Pin Stromstecker
• 8x S-ATA Connectoren
• 2x PCI-Express 6-pin/8-pin
• 2x 12Volt P4 Stecker
• 1x 20/24 Pin Mainboard-Stromanschluß (auftrennbar)
Sämtliche Steckverbindungen wurden mit vergoldeten Anschlüssen für größtmögliche Leitfähigkeit versehen, außerdem ein sehr wirkungsvoller Schutz vor Korrosion.
Eine weiteres Feature dieses Netzteiles ist das zusätzliches Erdungskabel (GND), welches laut Hersteller an den Stand-Offs unter dem Mainboard befestigt werden soll. Dadurch möchte man die Gleichstrommasseschleife stabilisieren und die Abschirmungsfunktion des Gehäuses noch weiter verbessern.
Alle Kabelstränge sind akkurat isoliert und ummantelt worden, das sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt für Ordnung und minimiert Interferenzen. Die PCi-Express Kabel besitzen darüber hinaus auch noch Ferritkerne und Entstörkondensatoren, um auch hier die Interferenzen im Zaum zu halten.
Möglicherweise vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa nur 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V oder weniger. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind...
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung wurden früher u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung war die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte demnach ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung stammt allerdings noch aus der ATX 1.3 Zeit und hat sich entscheidend geändert, denn mittlerweile beziehen Core2 Duo/Quad und K8/K10 Systeme ihr Lebenselixier vermehrt, um nicht zu sagen hauptsächlich, aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entlastung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an, bei aktuellen Sockel 775 Boards sieht es nicht anders aus. Bei der nicht geringen Stromaufnahme dieser Mutterbretter ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere pro 12V-Schiene liefern können, je mehr desto besser.
Wir wollen dabei aber nicht außer acht lassen, das die meisten Multi-Rail-Netzteile auch nur über virtuelle 12V-Schienen verfügen, d.h. eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen (OCP) versehen und bilden dann die "Rails". Wirkliche eigenständige Leitungen sind das nicht, darum spricht man von virtuellen Rails. Es existieren aber Netzteile, wo über mehrere Transformatoren (z.B. Tagan, Enermax) tatsächlich reale Mehrfachleitungen vorhanden sind, die dann auch entsprechend angesteuert werden können und jeweils OCP ermöglichen.
Die Verteilung bei mehrere Leitungen ist ohnehin ein Problem, denn wenn einzelne 12V-Schienen nicht genügend Ampere liefern, schalten seriöse Hersteller diese Leitungen für extreme Last zusammen und umgehen so eine mögliche Unterversorgung. Die Intel Norm sieht das zwar nicht vor, aber scheinbar hat Intel vergessen, was aktuelle schnelle Systeme aus der 12V-Leitung tatsächlich benötigen. Genau das ist auch der Grund, warum immer mehr Hersteller dazu übergehen, nur noch eine Leitung in ihren Datenblättern anzugeben, obwohl tatsächlich mehrere vorhanden sind, die aber real zusammengeschaltet wurden. Tagan z.B. bietet für einige aktuelle Modelle einen sogenannten Turboschalter an, über den der Anwender die Zusammenschaltung bei Bedarf manuell erledigen kann. Andere Hersteller erledigen dies automatisch, was wir als praktikabler empfinden, zumal so dem Anwender diese Entscheidung abgenommen wird, was in der Konsequenz über Stabilität oder Instabilität in jedem Fall richtig entscheidet.
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95% und mehr. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Unser bevorzugtes Gerät, um den Wirkungsgrad in Zusammenarbeit mit einem Energy Monitor 3000 zu verifizieren, ist der grafische Leistungsmesser Peak Tech 2535. Mit diesem Gerät kann man sowohl Wirkleistung >Scheinleistung als auch Blindleistung und Leistungsfaktor ermitteln.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacherer Geräte angepaßt wird.
• Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
• Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
• Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide .
• Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
• Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad (Effizienz) von rund 60-85%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert! Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann.
Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn, man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile, die mit einem oder 2 sehr langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung eher skeptisch zu beurteilen, auch wenn es diesbezüglich Ausnahmen gibt, siehe Seasonic oder PC Power &Cooling.
Zu Thema Effizienz ist noch abschließend anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen. Ansonsten hoffen wir auf die ersten 90+ Netzteile, die ende 2008 realisiert werden sollen.
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen.
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz.
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz.
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz.
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz.
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen.
• NLO (No Load Operation) - Schutz vor lastlosen Operationen.
Sollten eure ins Auge gefassten Netzteile die allermeisten dieser Schutzmechanismen nicht beinhalten, solltet ihr von einem Kauf Abstand nehmen, denn diese Netzteile reissen bei entsprechenden Problemen nicht selten angeschlossene Hardware gleich mit in den Abgrund...!
Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.
Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !
Vor dem Einbau des Netzteils und vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, den wir mit dem Power Supply Tester durchführen. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht return to Sender...
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim X-Spice Netzteil mit 290ms der Fall war. Allerdings fallen auch hier schon die sehr hohen 12V Werte auf.
Nachdem wir unseren 12-stündigen Belastungstest abgeschlossen hatten (Prime95 und 3DMark2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (Everest 4.50.1344, SiSoftSandra XII SP1 und HWMonitor 1.08) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt am Mainboard gemessenen Fluke 179 Multimeter-Werten verglichen, wobei die real gemessenen Werte natürlich eine deutlich größere Relevanz aufweisen, als rudimentäre Software Resultate vorgenannter Tools.
Die Effizienz haben wir mit Hilfe des grafischen Leistungsmessers Peak Tech 2535 und einem Energy Monitor 3000 von Voltcraft ermittelt.
Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Mit dem Digitalen Temperaturmessgerät TL-305 haben wir während sämtlicher Testdurchläufe die Abluft des Netzteils direkt per Sensor gemessen und aufgezeichnet. Somit erhält der mögliche Käufer auch eine gute Übersicht bezüglich der zu erwartenden Kühlleistung respektive Eigenkühlung des Netzteils.
Das Seasonic Power Angel ermöglichte uns, die PFC Werte zu ermitteln und sie mit den Werten des Peak Tech 2535 zu vergleichen.
| Ausgang | Toleranz | Umin. | UNom. | Umax. |
| [%] | Volt | Volt | Ampere | |
| +12 V* | 5 | 11,4 | 12,00 | 12,60 |
| +5V | 5 | 4,75 | 5,00 | 5,25 |
| +3,3V | 5 | 3,14 | 3,30 | 3,47 |
| -5V | 10 | 4,50 | 5,00 | 5,50 |
| -12V | 10 | 10,80 | 12,00 | 13,20 |
| +5Vsb | 5 | 4,75 | 5,00 | 5,25 |
| Leistungskategorie |
+3.3V |
+5V |
+12V |
PFC |
| niedrigster Wert |
3,24V |
4,93V |
12,28V |
97,5% |
| höchster Wert |
3,28V |
4,95V |
12,35V |
98,5% |
| durchschnittlicher Wert |
3,26V |
4,94V |
12,32V |
98% |
Auf den ersten Blick mögen die 160 Watt combined Power für die 3,3 Volt und 5 Volt Schiene einmal mehr etwas knapp bemessen erscheinen, aber die Skeptiker können wir nachhaltig trösten, aktuelle Systeme belasten das Netzteil überwiegend auf den vorhandenen 12 Volt-Leitungen und dort sind 456 Watt (38 Ampere) normalerweise für jedes Desktopsystem und darüber hinaus mehr als ausreichend dimensioniert.
Unser aktuelles System mit einem übertakteten Core 2 E8500@4GHZ und einer übertakteten XFX Geforce 8800ultra verlangte unter Last bis zu 460 Watt. Zwei Asus Geforce 8800GTX im SLI-Verbund steigerten den Strombedarf auf 560 Watt, so daß wir das Netzteil wirklich bis an seine Grenzen belasten konnten.
Die Lautstärke des Lüfters ohne Last war mit 23,5 dBA bei 930 U/min subjektiv kaum aus unserem System herauszuhören. Ab ca. 50% Last überschreitet der Lüfter die 25 dBA Schwelle, um dann bei ca. 80% Last auf 36,5 dBA bei 1710 U/min zu klettern, das ist ganaz sicher nicht mehr leise. Die Netzteilelektronik trat geräuschtechnisch außer einem minimalen Lagerschleifen des Lüfters kaum in Erscheinung, weder Pfeiffgeräusche noch anders geartete Störgeräusche waren während unserer Tests zu identifizieren.
Die Eigenkühlung des Netzteils funktioniert dank 120mm Lüfter und optimiertem Airflow ausgesprochen gut. Im Idle Modus beliefen sich die Temperaturen fast durchweg bei sehr guten 34°C, unter Last steigerte sich der Thermo-Haushalt auf knappe 44°C, was eindeutig für die gute Kühlung dieses Netzteils spricht.
Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.
Bei 20%, 50% und 80% Last konnten wir eine Effizienz von 78% ->79,5% bis maximal 81,5% attestieren (unter 230VAC), das sind zwar keine wirklich schlechten Werte, aber in einer Zeit, wo die Netzteiltechnik 90% Effizienz anstrebt, nicht mehr zeitgemäß und spricht deutlich gegen das technisch überholte Topower Layout.
Darüber hinaus stehen 2,2 Watt Stromverbrauch im Standbymodus (ausgeschalteter Rechner) zu Buche, das geht noch in Ordnung.
Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit den verwendeten Test-Komponenten beziehen...
| Netzteil | Ø Spannungswerte | max. Effizienz | Temp-Idle | Temp-Last | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3,35V | 5,02V | 12,19V | 74% | 30° | 38° | |
| 3,36V | 5,08V | 12,05V | 82,5% | 34,5° | 43° | |
| 3,28V | 4,93V | 11,99V | 85% | 33,5° | 44° | |
| 3,30V | 4,98V | 12,07V | 78% | 35° | 42° | |
| 3,32V | 5,05V | 12,03V | 78% | 31° | 44° | |
| 3,36V | 5,01V | 12,15V | 83% | 33° | 46° | |
| 3,34V | 5,01V | 12,12V | 84% | 37,5° | 47° | |
| 3,31V | 5,09V | 12,08V | 87% | 33° | 43° | |
| 3,34V | 5,04V | 12,07V | 79,5% | 32° | 45° | |
| 3,32V | 5,05V | 12,08V | 83,5% | 35° | 44,5° | |
| 3,29V | 4,97V | 12,02V | 84,5% | 34° | 42° | |
| 3,27V | 5,06V | 12,11V | 84,5% | 44° | 53° | |
| 3,25V | 4,96V | 12,13V | 84% | 46° | 55° | |
| 3,27V | 4,91V | 12,18V | 83,5% | 41° | 48° | |
| 3,35V | 5,08V | 12,09V | 79% | 35° | 46° | |
| 3,36V | 5,09V | 12,13V | 79% | 34° | 45° | |
| 3,37V | 5,07V | 12,19V | 86,5% | 31° | 43° | |
| 3,28V | 4,99V | 11,96V | 78% | 51° | 58° | |
| 3,26V | 4,94V | 12,32V | 81,5% | 34° | 44° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,11V | 81% | 35,5° | 45° | |
| 3,27V | 5,01V | 12,24V | 82,5% | 35,5° | 45,5° | |
| 3,33V | 4,81V | 11,97V | 77% | 34° | 44° | |
| 3,34V | 5,03V | 12,05V | 84,5% | 32° | 42° | |
| 3,35V | 5,04V | 12,14V | 82% | 32° | 42° | |
| 3,37V | 5,14V | 11,92V | 86,5% | 32,5° | 42,5° | |
| 3,34V | 5,06V | 12,14V | 82% | 32° | 43° | |
| 3,29V | 5,07V | 12,05V | 81% | 32° | 43° | |
| 3,30V | 5,03V | 12,06V | 80% | 31° | 41° | |
| 3,35V | 4,99V | 12,05V | 87% | 33° | 43° | |
| 3,34V | 5,04V | 12,22V | 86,5% | 32° | 41° | |
| 3,39V | 5,16V | 12,20V | 82% | 34° | 44° | |
| 3,29V | 5,09V | 12,30V | 85% | 32° | 42° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,10V | 81% | 32° | 44° | |
| 3,36V | 4,99V | 12,10V | 82,5% | 33,5° | 43,5° | |
| 3,35V | 5,02V | 12,30V | 82,5% | 38° | 46° | |
| 3,39V | 4,90V | 12,22V | 80% | 31° | 43° | |
| 3,35V | 5.03V | 12,34V | 78% | 31° | 42° | |
| 3,34V | 5.02V | 12,30V | 81% | 30° | 40° | |
| 3,31V | 5.09V | 12,05V | 81% | 32,5° | 41,5° | |
| 3,31V | 5.08V | 12,19V | 76% | 34° | 45° | |
| 3,31V | 4,98V | 12,06V | 79% | 30° | 42° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,02V | 75% | 36° | 46° | |
| 3,31V | 5,03V | 12,15V | 82% | 33,5° | 43,5° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,10V | 75% | 34° | 46° | |
| 3,34V | 5,12V | 12,13V | 70% | 35° | 45° | |
| 3,32V | 5,13V | 12,19V | 81,5% | 36° | 43° | |
| 3,29V | 5,12V | 12,22V | 79% | 34° | 44° | |
| 3,37V | 5,13V | 12,15V | 79% | 34° | 44° | |
| 3,29V | 4,99V | 12,14V | 85,5% | 32,5° | 42,5° | |
| 3,31V | 5,01V | 12,18V | 86% | 30,5° | 41,5° | |
| 3,31V | 4,97V | 12,34V | 84,5% | 34,5° | 45° | |





















