Heutzutage existiert kaum noch ein namhafter Gehäuse-Hersteller, der keine Netzteile im Sortiment hat, diesbezüglich macht Cooler Master da keine Ausnahme. Verständlich ist es ohnehin, denn Netzteile gehören zu den wichtigsten Komponenten in einem Rechner und rentabel ist dieses Marktsegment ohnehin. Ganz davon abgesehen stehen diese Kraftpakete deutlicher im Focus der Verbraucher als jemals zuvor. Einerseits liegt dies natürlich am geschickten Marketing der Hersteller, die teilweise sehr gekonnt den Bogen überspannen und wesentlich mehr Leistung suggerieren, als real nötig wäre. Andererseits sind die Grafikkarten-und teilweise auch die CPU-Hersteller scheinbar nicht in der Lage, schnelle und gleichzeitig stromsparende Modelle zu entwickeln, zumindest hat man speziell bei den Grafikchips diesen Eindruck, wenn man die Entwicklung der letzten Jahre betrachtet.
Sei es, wie es ist, unser eigentliches Thema heißt Cooler Master Silent Pro M-Series 600 Watt Netzteil und diesem neuen Stromwandler durften wir 14 Tage auf die Elkos schauen. Der neue Bolide von Cooler Master wird in Zusammenarbeit mit Enhance Electronics gefertigt und das dies eine der führenden Adressen darstellt, wenn es um erstklassige Netzteile geht, konnten wir ja schon attestieren.
Was dieses Netzteil leistet oder auch nicht leistet und inwieweit sich die sehr vielversprechenden Herstellerangaben bezüglich Lautstärke und Effizienz mit der Realität decken, klären wir in unserem ausführlichen Praxistest, viel Vergnügen beim Vermehren der Erkenntnisse...
• Kaltgeräteanschlußkabel
• Kabelstränge
• Garantiekarte
• Schrauben (Thumscrews)
• Handbuch (mehrsprachig) auf CD
• mögliche Peakleistung: 720 Watt
• Gesamtleistung: 600 Watt
• 165 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 480 Watt (40 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 20 A
• +5,0 Volt: 20 A
• +12 Volt: 40 A (Peak: 50 A)
• -12 Volt: 0,5 A
• +5 Volt Standby: 2,5 A
• ATX Versionen: 2.02, 2.2, 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge
• Aktiv PFC (99%)
• Lüfter: 135mm (doppeltes Kugellager)
• Kabelmanagement: vorhanden
• Silicon Vibrationsdämpfer
• OCP (Over Current Protection)
• OTP (Over Temperature Protection)
• OVP (Over Voltage Protection)
• OPP (Over Power Protection)
• UVP (Under Voltage Protection)
• SCP (Short Circuit Protection)
• OLP (Overload Protection)
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×150) mm
• Gewicht: ca. 2,8 Kg (ohne Verpackung)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• aktueller Marktpreis: ca. 99,90 €
• bisherige Varianten: 500, 600 und 700 Watt
• MTBF: 100.000 Stunden bei 25°C
• Zertifikate: 80 Plus
• Garantie: 5 Jahre
| CPU | |
| Mainboard | |
| Arbeitsspeicher | |
| Grafikkarte | |
| Monitor | |
| Soundkarte | |
| Festplatten System | |
| Festplatten Daten | |
| Festplatten Backup | |
| DVD-Brenner | |
| DVD-ROM | |
| Diskettenlaufwerk | |
| Gehäuse | |
| Betriebssystem |
Eine sehr mattschwarze Pulverlackierung mit weißer Beschriftung fällt dem Betrachter als Erstes auf, wenn er das Netzteil auspackt. Das ist zwar nicht innovativ, aber harmoniert farblich sehr gut und die Lackierung als solche erweist sich als äußerst widerstandsfähig gegen Kratzer.
Die Abmessungen des Cooler Master Netzteils liegen mit ihren 150×86×150mm exakt innerhalb der ATX-Norm, so daß es eigentlich keine Probleme beim Verbau geben sollte. Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt. Airflow-störende Belüftungsschlitze in den seitlichen oder hinteren Gehäusebereichen sucht man glücklicherweise vergebens und das ist auch gut so, da durch diese überflüssigen Öffnungen zusätzlich warme Abluft aus dem PC-Gehäuse eindringen kann, was der Eigenkühlung des Netzteils nicht unbedingt zuträglich ist.
Die Verarbeitung der Außenhülle ist insgesamt gesehen ausgezeichnet und das Lüftergitter ragt nicht über das Netzteilgehäuse hinaus, so das es keine Versatzprobleme beim Einbau geben sollte.
Cooler Master hat der neuen Pro-M Serie zwei Netzteilentkopplungsrahmen spendiert, die das PC-Gehäuse von möglichen Störgeräuschen des Netzteils entkoppeln sollen, die insbesondere auf die Kappe der Lüfter gehen. Hat man kein Vertrauen in die eigenen Lüfter, oder stellen die Gummirahmen nur eine Prophilaxe dar? diese Fragen klären wir im eigentlichen Testkapitel.
Der Lüfter stammt von Young Lin Tech und weist folgende Kenndaten (Herstellerangaben) aus:
• Lagerung: doppeltes Kugellager
• Gewicht: 158g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 135x135x25
• Lüfterblätter: 11
• max. Lautheit: 38 dBA
• max. Volumentransport (CFM): 82 (139,4 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 2000 U/min
• Stromaufnahme: 2,4 Watt
• Anschluß: 2-pin
Der Lüfter wurde sinnvollerweise blasend ins Netzteilgehäuse montiert, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt.
Schon sind wir wieder mitten im wichtigsten Bereich des Netzteils angelangt: den verbauten Komponenten und der eingesetzten Technik:
Das Layout von Enhance wurde überarbeitet und Airflow-optimiert, was sich insbesondere in den vielen schmalen Kühlkörperzungen widerspiegelt, an denen der erzeugte Luftstrom kein unüberwindliches Hindernis vorfindet. Die augenscheinlichen Aluminium Kühlkörper haben aber auch noch eine spezielle Basis, die aus Kupfer besteht. Auf diese Weise möchte man den Hotspots an den Mosfets Rechnung tragen und eine schnellere Wärmeableitung gewährleisten.
Ansonsten erkennen wir zunächst nicht viel neues, die Platine des EIN-Ausschalters ist für einen Teil der AC Filterung zuständig, in der Nähe befindet sich auch noch eine Sicherung und die ersten Kondensatoren, bevor der Strom dann an die Gleichrichter weitergeleitet wird. Dazu gesellen sich ein großer Trafo für die Hauptversorgung und ein kleinerer für die notwendige 5V Standby-Leitung, die z.B. unsere USB Geräte versorgt.
Die Elko-Bestückung wurde sehr bedacht ausgesucht, so entdecken wir im Primärbeeich 2 große Nippon Chemi-Con mit jeweils 220 microfarad Kapazität und einer Auslegung bis 105°C. Im Sekundärbereich treffen wir durchweg Teapo Elkos an, die ebenfalls bis 105°C ausgelegt wurde. Eine sehr weise Entscheidung bei der zu erwartenden Thermik des Netzteils. Dabei sollte man ins Kalkül ziehen, das 105°C Elkos eine beinahe doppelt so lange Lebensdauer im Vergleich zu den 85°C Elkos vorweisen können, falls man das Thema damit abtun möchte, das der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 eine zulässige Betriebstemperatur zwischen +10 und +50°C definiert.
Der kleine ungemein wichtige Chip neben dem Lüfteranschluß ist übrigens für die Schutzschaltungen dieses Netzteils zuständig und regelt die OCP, OVP etc. Schutzschaltungen, die leider oftmals bei Noname Produkten einfach fehlen.
Die einzelne 12V Leitung ist auch real eine einzelne Leistungs-Schiene, die nicht in virtuelle Rails oder andere Varianten aufgeteilt wurde. Bei den allermeisten aktuellen Netzteile ist es so, das die 12V Schienen über einen Transformator laufen und dementsprechend nicht pysikalisch vorhanden sind, darum spricht man auch von virtuellen Schienen. d.h. im Klartext, eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen versehen und bilden dann die Rails. Genau dies ist hier nicht der Fall, auch wenn es nicht der Intel Empfehlung entspricht, die ohnehin technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.
Warum man allerdings auf die Schrumpfschläuche bei den Kabelenden auf der Platine verzichtet hat, ist uns ein Rätsel. Da dies aber ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit wäre, sollte dieses Manko noch beseitigt werden.
Die Verarbeitung des Innenraums stellt sich ansonsten als ausgesprochen hochwertig und akkurat dar, es wurde nur hier und dort mit Silicon fixiert, wo es auch notwendig ist. Ein paar zusätzliche Gummiummantelungen der Spulen zur Prävention gegen das Netzteilpfeifen hätten dem Gesamteindruck aber schon ganz gut getan.
Wer sich immer wieder mal über die seitlichen Plastikfolien wundern sollte, diese Folien diesen dem Schutz vor der Außenhülle, damit Kontaktkurzschlüsse wirksam verhindert werden.
Auch das Cooler Master Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift.
Eine stabilisierende Muffe für den Hauptkabelstrang fehlt hier gänzlich, keine sehr kluge Entscheidung, außerdem fehlt so ein Schutz gegen die scharfen Kanten des Gehäuses.
Die Anschlußports fürs Kabelmanagement sind ausreichend beschriftet, so daß nicht jede Kleinigkeit im Handbuch nachgeschlagen werden muß. Darüber hinaus konnten wir keine Probleme beim Anschließen der Kabelstränge feststellen, egal welcher Port ins Netzteil gesteckt wurde. Die Steckverbindungen sind sehr vertrauenseinflößend ausgelegt, verfügen über gut definierte Einrastpunkte, Komplikationen beim Verbinden der Kabelsträngen gab es absolut keine.
Über drei wichtige Aspekte zum Thema Kabelmanagement sollte man sich im klaren sein:
1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.
2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren...
3. darüber hinaus erreichen Netzteile mit Kabelmanagement bezüglich Effizienz nur selten absolute Topwerte, insofern ist auch dieser Ansatz durchaus relevant.
Die sehr gut zu verlegenden schwarzen Flachbandkabel kommen euch bekannt vor? genau, Corsair hat sie in ihrer HX620W Serie auch schon erfolgreich eingesetzt. Sie dürften nur etwas länger sein, die PCI-E Kabel sind z.b. nur 45cm lang. Der Hauptkabelstrang kommt auch nicht über 50cm, das kann in großen Gehäusen und insbesondere, wenn das Netzteil im unteren Gehäusebereich verschraubt wird, sehr eng werden.
Die Flexibilität der einzelnen modularen Kabelstränge ist trotz der akkuraten Ummantelungen als sehr gut zu bewerten, da haben wir schon störrischere Exemplare begutachten dürfen, insbesonder bei den sonst üblichen Rundkabelsträngen. Der 24 Pin Mainboard-Stromanschluß entspricht der aktuellen ATX 2.0/2.2 Norm und kann bei Bedarf um 4 Anschlüsse gekürzt werden, in dem man ihn einfach wegklippst, dadurch entfällt ein Adapter für Mainboards mit 20-poligem Anschluß. SLI-oder Crossfire Systeme können dank der separaten PCI-Express Stromanschlüsse problemlos versorgt werden. Die kommende Generation der DirectX10 Grafikkarten wurde auch berücksichtigt, dafür sind spezielle 8-pin PCI-E Anschlüsse vorhanden.
Im Einzelnen sind folgende Anschlüsse vorhanden:
• 1x Floppy-Anschluss, bis zu 450mm lang
• 5x 4 Pin Stromanschlüsse, 450mm, 600mm und 750mm lang
• 9x S-ATA Connectoren, 450mm, 600mm und 750mm lang
• 2x PCI-Express 8/6-pin Stromanschluß, ca. 450mm lang
• 1x 12Volt P4 EPS/ATX12V 8-pin Anschluß, ca. 500mm lang
• 1x 20/24 Pin Mainboard-Stromanschluß (auftrennbar), ca. 500mm lang
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa nur 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V oder weniger. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind...
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung wurden früher u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung war die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte demnach ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung stammt allerdings noch aus der ATX 1.3 Zeit und hat sich entscheidend geändert, denn mittlerweile beziehen Core2 Duo/Quad und K8/K10 Systeme ihr Lebenselixier vermehrt, um nicht zu sagen hauptsächlich, aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entlastung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an, bei aktuellen Sockel 775 Boards sieht es nicht anders aus. Bei der nicht geringen Stromaufnahme dieser Mutterbretter ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere pro 12V-Schiene liefern können, je mehr desto besser.
Wir wollen dabei aber nicht außer acht lassen, das die meisten Multi-Rail-Netzteile auch nur über virtuelle 12V-Schienen verfügen, d.h. eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen (OCP) versehen und bilden dann die "Rails". Wirkliche eigenständige Leitungen sind das nicht, darum spricht man von virtuellen Rails. Es existieren aber Netzteile, wo über mehrere Transformatoren (z.B. Tagan, Enermax) tatsächlich reale Mehrfachleitungen vorhanden sind, die dann auch entsprechend angesteuert werden können und jeweils OCP ermöglichen.
Die Verteilung bei mehrere Leitungen ist ohnehin ein Problem, denn wenn einzelne 12V-Schienen nicht genügend Ampere liefern, schalten seriöse Hersteller diese Leitungen für extreme Last zusammen und umgehen so eine mögliche Unterversorgung. Die Intel Norm sieht das zwar nicht vor, aber scheinbar hat Intel vergessen, was aktuelle schnelle Systeme aus der 12V-Leitung tatsächlich benötigen. Genau das ist auch der Grund, warum immer mehr Hersteller dazu übergehen, nur noch eine Leitung in ihren Datenblättern anzugeben, obwohl tatsächlich mehrere vorhanden sind, die aber real zusammengeschaltet wurden. Tagan z.B. bietet für einige aktuelle Modelle einen sogenannten Turboschalter an, über den der Anwender die Zusammenschaltung bei Bedarf manuell erledigen kann. Andere Hersteller erledigen dies automatisch, was wir als praktikabler empfinden, zumal so dem Anwender diese Entscheidung abgenommen wird, was in der Konsequenz über Stabilität oder Instabilität in jedem Fall richtig entscheidet.
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95% und mehr. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Unser bevorzugtes Gerät, um den Wirkungsgrad in Zusammenarbeit mit einem Energy Monitor 3000 zu verifizieren, ist der grafische Leistungsmesser Peak Tech 2535. Mit diesem Gerät kann man sowohl Wirkleistung >Scheinleistung als auch Blindleistung und Leistungsfaktor ermitteln.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacherer Geräte angepaßt wird.
• Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
• Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
• Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide .
• Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
• Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad (Effizienz) von rund 60-85%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert! Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann.
Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn, man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile, die mit einem oder 2 sehr langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung eher skeptisch zu beurteilen, auch wenn es diesbezüglich Ausnahmen gibt, siehe Seasonic oder PC Power &Cooling.
Zu Thema Effizienz ist noch abschließend anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen. Ansonsten hoffen wir auf die ersten 90+ Netzteile, die ende 2008 realisiert werden sollen.
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen.
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz.
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz.
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz.
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz.
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen.
• NLO (No Load Operation) - Schutz vor lastlosen Operationen.
Sollten eure ins Auge gefassten Netzteile die allermeisten dieser Schutzmechanismen nicht beinhalten, solltet ihr von einem Kauf Abstand nehmen, denn diese Netzteile reissen bei entsprechenden Problemen nicht selten angeschlossene Hardware gleich mit in den Abgrund...!
Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.
Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden!
Vor dem Einbau des Netzteils und vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, den wir mit dem Power Supply Tester durchführen. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht return to Sender...
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Cooler Master Netzteil mit 260ms der Fall war.
Nachdem wir unseren 12-stündigen Belastungstest abgeschlossen hatten (Prime95 und 3DMark2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (Everest 4.50.1436, SiSoftSandra XII 2008 SP2c und HWMonitor 1.10) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt am Mainboard gemessenen Fluke 179 Multimeter-Werten verglichen, wobei die real gemessenen Werte natürlich eine deutlich größere Relevanz aufweisen, als rudimentäre Software Resultate vorgenannter Tools.
Die Effizienz haben wir mit Hilfe des grafischen Leistungsmessers Peak Tech 2535 und einem Energy Monitor 3000 von Voltcraft ermittelt.
Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Mit dem Digitalen Temperaturmessgerät TL-305 haben wir während sämtlicher Testdurchläufe die Abluft des Netzteils direkt per Sensor gemessen und aufgezeichnet. Somit erhält der mögliche Käufer auch eine gute Übersicht bezüglich der zu erwartenden Kühlleistung respektive Eigenkühlung des Netzteils.
Das Seasonic Power Angel ermöglichte uns, die PFC Werte zu ermitteln und sie mit den Werten des Peak Tech 2535 zu vergleichen.
| Ausgang | Toleranz | Umin. | UNom. | Umax. |
| [%] | Volt | Volt | Ampere | |
| +12 V* | 5 | 11,4 | 12,00 | 12,60 |
| +5V | 5 | 4,75 | 5,00 | 5,25 |
| +3,3V | 5 | 3,14 | 3,30 | 3,47 |
| -5V | 10 | 4,50 | 5,00 | 5,50 |
| -12V | 10 | 10,80 | 12,00 | 13,20 |
| +5Vsb | 5 | 4,75 | 5,00 | 5,25 |
| Leistungskategorie |
+3.3V |
+5V |
+12V |
PFC |
| niedrigster Wert |
3,32V |
4,83V |
12,09V |
97,5% |
| höchster Wert |
3,40V |
4,98V |
12,22V |
99% |
| durchschnittlicher Wert |
3,30V |
5,12V |
12,15V |
98,5% |
Wer sich über die schlanken 165 Watt combined Power für die 3,3 Volt und 5 Volt Schiene Gedanken macht, grübelt an der falschen Stelle, denn aktuelle Systeme belasten das Netzteil überwiegend auf den vorhandenen 12 Volt-Leitungen und dort sind 480 Watt ( 40 A (Peak: 50 A) ) normalerweise für jedes Desktopsystem und darüber hinaus mehr als ausreichend dimensioniert.
Unser aktuelles System mit einem übertakteten Core 2 E8500@4GHZ und einer übertakteten XFX Geforce 8800ultra XXX verlangte unter Last bis zu 460 Watt. Zwei übertaktete Asus Geforce 8800GTX im SLI-Verbund steigerten den Strombedarf auf 570 Watt, so daß wir das Netzteil wirklich bis an seine Grenzen belasten konnten. Das Cooler Master Netzteil tangierte dies wenig, es honorierte unsere Belastungstests mit gnadenloser Stabilität. Auch wenn die +5Volt Werte etwas niedrig erscheinen mögen, so liegen sich dennoch im absolut grünen Bereich.
Die Lautstärke des Lüfters ohne Last war mit 19 dBA bei 525 U/min subjektiv nicht aus unserem System herauszuhören. Ab ca. 50% Last (300 Watt) überschreitet der Lüfter die 23 dBA Schwelle und dreht mit 895 U/min immer noch kaum wahrnehmbar, um dann bei Vollast auf 27,5 dBA bei 1430 U/min zu klettern, das ist für diesen Leistungs-Output immer noch erstaunlich leise. Die Netzteilelektronik trat geräuschtechnisch außer einem minimalen Surren des Lüfters kaum in Erscheinung, weder Pfeiffgeräusche noch anders geartete Störgeräusche waren während unserer Tests zu identifizieren. Der Lüfter agierte ohnehin sehr zurückhaltend, von Lagergeräuschen o.ä. war nichts zu registrieren.
Die Eigenkühlung des Netzteils funktioniert dank 135mm Lüfter und optimiertem Airflow ausgesprochen gut. Im Idle Modus beliefen sich die Temperaturen fast durchweg bei sehr guten 33,5°C, unter Last steigerte sich der Thermo-Haushalt auf knappe 44,5°C, was eindeutig für die gute Kühlung dieses Netzteils spricht.
Bei 20%, 50% und 80% Last konnten wir eine Effizienz von 83,5% ->86,5% bis maximal 87% attestieren (unter 230VAC), damit gehört dieses Cooler Master Netzteil von den nackten Zahlen her zur Effizienz Spitzenklasse am Markt. Darüber hinaus stehen 1,15 Watt Stromverbrauch im Standbymodus (ausgeschalteter Rechner) zu Buche, daean gibt es nichts zu bemängeln.
Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.
Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit den verwendeten Test-Komponenten beziehen...
| Netzteil | Ø Spannungswerte | max. Effizienz | Temp-Idle | Temp-Last | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3,36V | 5,08V | 12,05V | 82,5% | 34,5° | 43° | |
| 3,28V | 4,93V | 11,99V | 85% | 33,5° | 44° | |
| 3,31V | 5,09V | 12,08V | 87% | 33° | 43° | |
| 3,34V | 5,04V | 12,07V | 79,5% | 32° | 45° | |
| 3,36V | 4,90V | 12,16V | 87% | 33,5° | 44,5° | |
| 3,32V | 5,05V | 12,08V | 83,5% | 35° | 44,5° | |
| 3,36V | 5,05V | 12,07V | 86,5% | 39,5° | 50,5° | |
| 3,29V | 4,97V | 12,02V | 84,5% | 34° | 42° | |
| 3,27V | 5,06V | 12,11V | 84,5% | 44° | 53° | |
| 3,25V | 4,96V | 12,13V | 84% | 46° | 55° | |
| 3,27V | 4,91V | 12,18V | 83,5% | 41° | 48° | |
| 3,36V | 5,09V | 12,13V | 79% | 34° | 45° | |
| 3,37V | 5,07V | 12,19V | 85,5% | 31° | 43° | |
| 3,32V | 5,04V | 12,11V | 86,5% | 33° | 43,5° | |
| 3,33V | 5,02V | 12,05V | 85,5% | 34° | 44,5° | |
| 3,26V | 4,94V | 12,32V | 81,5% | 34° | 44° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,11V | 81% | 35,5° | 45° | |
| 3,27V | 5,01V | 12,24V | 82,5% | 35,5° | 45,5° | |
| 3,34V | 5,03V | 12,05V | 84,5% | 32° | 42° | |
| 3,37V | 5,14V | 11,92V | 86,5% | 32,5° | 42,5° | |
| 3,35V | 4,99V | 12,05V | 87% | 33° | 43° | |
| 3,34V | 5,04V | 12,22V | 86,5% | 32° | 41° | |
| 3,39V | 5,16V | 12,20V | 82% | 34° | 44° | |
| 3,29V | 5,09V | 12,30V | 85% | 32° | 42° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,10V | 81% | 32° | 44° | |
| 3,30V | 5,12V | 12,15V | 84,5% | 45° | 57,5° | |
| 3,36V | 4,99V | 12,10V | 82,5% | 33,5° | 43,5° | |
| 3,35V | 5,02V | 12,30V | 82,5% | 38° | 46° | |
| 3,39V | 4,90V | 12,22V | 80% | 31° | 43° | |
| 3,35V | 5.03V | 12,34V | 78% | 31° | 42° | |
| 3,34V | 5.02V | 12,30V | 81% | 30° | 40° | |
| 3,31V | 5.09V | 12,05V | 81% | 32,5° | 41,5° | |
| 3,31V | 5.08V | 12,19V | 76% | 34° | 45° | |
| 3,31V | 4,98V | 12,06V | 79% | 30° | 42° | |
| 3,32V | 5,13V | 12,19V | 81,5% | 36° | 43° | |
| 3,29V | 4,99V | 12,14V | 85,5% | 32,5° | 42,5° | |
| 3,31V | 5,01V | 12,18V | 86% | 30,5° | 41,5° | |
| 3,31V | 4,97V | 12,34V | 84,5% | 34,5° | 45° | |
























