Das Netzteil-Marktsegement hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Aufschwung erfahren, was bei den derzeitigen Leistungsansprüchen schneller Systeme auch nicht verwundert. Inzwischen ist es einfach Fakt, das ein Noname Produkt in dieser Hinsicht selten seinen Job zufriedenstellend erfüllt und sei es "nur" durch nicht vorhandene Schutzschaltungen, die bei entsprechenden Problemen die restliche Hardware mit in die Tiefe reißt...
Der Endanwender legt zu Recht gesteigerten Wert auf ein adäquates Netzteil, das neben leisem Betrieb eine möglichst hohe Effizient bietet und dabei schnörkelos die vorhandene Hardware stabil mit Strom versorgt. Diese Leistungen ist man auch bereit entsprechend zu bezahlen und so überrascht es wenig, wenn sich immer mehr Hersteller ihre Portion vom "Netzteilkuchen" abschneiden wollen, denn das Geschäft floriert...
Neben OCZ und Corsair stellt nun ein weiterer Edelspeicherhersteller eine Netzteilsparte ins eigene Portfolio: Mushkin. Die Ingenieure aus Denver produzieren seit 13 Jahren exquisiten Arbeitsspeicher, warum sollen sie keine Netzteile herstellen? Ganz so einfach ist es nicht, denn weder OCZ noch Corsair und auch Mushkin stellen Netzteile her, sondern lassen herstellen. Die Netzteile von Corsair stammen von Seasonic und die Netzteile für Mushkin werden vom Netzteilriesen Topower in China gefertigt, der ja bekanntlich auch für Tagan, be quiet!, TSP nach sehr strengen Fertigungskriterien und in ausgesprochen hochwertiger Qualität produziert. Das Endprodukt für die jeweilige Firma wird dann nur noch passend gelabelt, wobei natürlich Sonderwünsche berücksichtigt werden. Aber wir wollen hier nicht über Fertigungsgeheimnisse plaudern, sondern widmen uns jetzt unserem Testprobanden: dem Mushkin XP-650 Netzteil.
Wie sich das Mushkin Netzteil im rauhen Testalltag bewährt hat, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Review, viel Vergnügen beim Lesen...
- US-Kaltgeräteanschlußkabel.
- Befestigungsschrauben.
- Kabelbinder.
- Kabelstränge.
- Handbuch (englisch).
- 650 Watt Gesamtleistung.
- 170 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- 528 (44A) Watt kombinierte Ausgangsleistung (+12 VoltV1 bis 12 VoltV4).
- universeller Weitbereichseingang: 115-230 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 30 A
- +5,0 Volt: 24 A
- +12 Volt erste Leitung: 20 A.
- +12 Volt zweite Leitung: 20 A.
- +12 Volt dritte Leitung: 20 A.
- +12 Volt vierte Leitung: 20 A.
- +5 Volt Standby: 3 A
- 12V: 0,5 A.
- ATX Version: 2.0, 2.1, 2.2.
- EMV-geschirmte Kabelstränge.
- Aktiv PFC (99%).
- 2x80mm Lüfter (Keramik Gleitlager und thermogeregelt) in Pushpull Anordnung.
- eloxierte Kühlkörper.
- OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen.
- OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz.
- OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz.
- OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz.
- UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz.
- SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen.
- Abmessungen (B×H×T): (150×88×170) mm.
- Gewicht: ca. 3 Kg.
- Fertigung nach RoSH Verordnung.
- MTBF: ca. 100.000 Stunden bei 25°C.
- aktueller Marktpreis: ca. 104 €.
- Garantie: 3 Jahre.
| CPU | |
| Mainboard | |
| Arbeitsspeicher | |
| Grafikkarte | |
| Soundkarte | |
| CPU-Kühler | |
| CPU-Lüfter | |
| Festplatten System | |
| Festplatten Backup | |
| DVD-Brenner | |
| DVD-ROM | |
| Gehäuse | |
| Betriebssystem | |
| Zubehör |
Die auffällige Retailverpackung des Mushkin präsentiert die gewohnt schwarze Optik, allerdings mit einer polierten Außenhaut und seitlich eingeprägtem Logo, wodurch sich das Netzteil zumindest tendenziell etwas von der Kokurrenz distanzieren kann.
Die Verarbeitung bewegt sich auf hohem Niveau, aber das darf man bei einem Netzteil dieser Preiskategorie auch erwarten.
Die Kabelmuffe für den Hauptkabelstrang ist für unseren Geschmack etwas spartanisch ausgefallen, da existiert noch Optimierungspotential, zumal sie ja nicht nur den Kabelstrang sicher nach außen führt, sondern auch etwas stabilisierend wirken sollte.
Die nicht ATX-konforme Bautiefe kann bei bestimmten Gehäusen Probleme bereiten, muß aber nicht.
Dort wo sich der Rail Fusion Aufkleber befindet, war wohl mal ein Schalter vorgesehen, aber vom Beispiel füherer Tagan Netzteile gewarnt, hat man auf diesen verzichtet, da er die Anwender doch eher verunsichert hatte. Die Leuchtdiode signalisiert nun durch einen Farbwechsel die Aktivität von Rail Fusion, wie Muskin es nennt. Es handelt sich hier um nichts anderes als die Koppelung der vorhandenen 12 Leitungen, so daß auch SLI und Crossfire Systeme versorgt werden können, denn 20 Ampere auf einer Leitung kann bei leistungshungrigen Grafikkarten im Extremfall eng werden. Durch den automatischen Zusammenschluß zweier Leitungen ab 20 Ampere Anforderung, umgeht man dies und stellt eine ausreichende Stromversorgung ohne Überlastungsprobleme sicher.
Auch Mushkin hat sinnvollerweise auf seitliche Lufteinlässe verzichtet, wodurch der Airflow im Netzteilgehäuse nicht gestört wird.
Die Verarbeitung der Platinen und die Anordnung der internen Bauelemente wirken aufgeräumt und akkurat. Auf Dual Transformatoren Technology (DTT), also zwei Haupttransformatoren wie beim Tagan, hat man hier wohl aus patentrechtlichen Gründen verzichtet, ein separater kleiner für den Standby-Betrieb ist natürlich vorhanden. Die Eloxierung der zahlreichen Kühlkörper ist nicht nur ansehnlich sondern auch sinnvoll, zumal sie Korrosion vorbeugt.
Wie Tagan besitzt auch das Mushkin Netzteil eine Dual-Lüfter-Anordnung in Push-Pull Technik. Bei den allermeisten Netzteilen sitzt ja in der Regel der Lüfter im Deckel. Nicht so im Mushkin, denn hier sitzt er leicht versetzt direkt hinter dem ausblasenden Lüfter. Dadurch sollen die beiden keramikgelagerten und thermogeregelten Lüfter für eine ideale Be- und Entlüftung des Netzteils sorgen.
Auffällig ist im Inneren ein seitlich integriertes Potentiometer, über das die 3,3 >+5 und 12V Leitungen feinjustiert werden können. Dies sollte aber nur dann ins Kalkül gezogen werden, wenn entsprechende Messgeräte zur Verifizierung der vorgenommenen Einstellungen vorhanden ist. Im Übrigen verfällt natürlich die Garantie bei Öffnung des Netzteils, das soll der Vollständigkeithalber nicht unerwähnt bleiben...
Das Mushkin Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift...
Im Betrieb zeigt sich das Mushkin rein optisch von seiner überraschenden Seite, denn anstatt der sonst inflationär verbreiteten blauen Dioden, wurden hier grüne eingesetzt, eine wohltuende Variante der Netzteilbeleuchtung, aber natürlich wie immer eine Geschmacksfrage und somit rein subjektiv zu betrachten...
Das Kaltgerätekabel wurde in unserer Testversion noch in der amerikanischen Version ausgeliefert, in Europa wird das Netzteil selbstverständlich mit einer entsprechenden EU-Variante ausgestattet.
Ein Kabelmanagement ist zwar recht praktisch, aber machen wir uns nichts vor, die dafür benötigten zusätzlichen Platinen und Anschlüsse kosten nicht nur mehr Geld, sie erhöhen auch das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen, das wollen wir nicht verschweigen.
Dafür lassen sich die Kabelstränge sehr leicht mit den Anschlußports des Netzteils verbinden und wieder abstöpseln, wobei eine Beschriftung sicherlich nicht unpraktisch gewesen wäre.
Verkabelungstechnisch ist alles vorhanden, was notwendig ist, um ein aktuelles System zu bestücken, sei es nun 1 bzw. 2 PCIe Grafikkarten (SLI) ->S-ATA Festplatten (8 Stück) oder was auch immer. Das Problem ist nur, das die Kabelstränge mit maximal 55cm relativ kurz bemessen sind, was in großen Gehäuse durchaus zu Problemen führen kann. Dazu kommt die bei Kabelsträngen aus dem Kabelmanagement sehr oft anzutreffende Starrheit und Unflexibilität der Kabel, was eine schnelle und unproblematische Verlegung nicht gerade erleichtert, wenns mal etwas um die Ecke geht.
Im Einzelnen sind folgende Anschlußmöglichkeiten vorhanden:
- 1x ATX 20-pin + ATX 4-pin 550mm
- 1x P4/12V 4-pin 550mm
- 1x P4/12V 4-pin 550mm
- HDD 4-pin (2x2)+(1x2) (450+200mm)
- FDD 4-pin 2x1 (450x200mm)
- SATA 15-pin 4x2 (450x200mm)
- VGA Blue 6-pin 1x2 450mm
Der 24 Pin Mainboard-Stromanschluß entspricht der aktuellen ATX 2.0/2.2 Norm und kann bei Bedarf um 4 Anschlüsse gekürzt werden, in dem man ihn einfach wegklippst, dadurch entfällt ein Adpater für Mainboards mit 20-poligem Anschluß. Ein SLI-oder Crossfire System kann dank der beiden separaten PCI-Express Stromkabel problemlos versorgt werden.
Leider wurden keine 8-pin PCI-E Leitungen implementiert, so das die jetzt kommenden überarbeiteten Directx10 Grafikkarten nur über Adapter zu versorgen sind.
Möglicherweise vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.
Eine weiteres Feature dieses Netzteiles ist das zusätzliches Erdungskabel (GND), welches laut Hersteller an den Stand-Offs unter dem Mainboard befestigt werden soll. Dadurch möchte man die Gleichstrommasseschleife stabilisieren und die Abschirmungsfunktion des Gehäuses noch weiter verbessern. Alle wichtigen Kabelstränge sind ummantelt, mit Ferritkernen versehen und akribisch isoliert worden, das Kaltgerätekabel macht diesbezüglich keinen Unterschied.
Im Gegensatz zu Tagan verzichtete man beim Mushkin aber auf die "großkopferten" Stecker, die den Anschluß auf einigen Geräten erfolgreich verhindern können.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind...
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor wenn auch mit Abstrichen, denn mittlerweile beziehen aktuelle Komponenten ihr Lebenselixier vermehrt aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entlastung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an, bei aktuellen Sockel 775 Boards sieht es nicht anders aus. Bei der nicht geringen Stromaufnahme dieser Mutterbretter ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene (mittlerweile bedingt durch ATX 2.0: mindestens 2 Schienen) ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere pro 12V-Schiene liefern können, je mehr desto besser...
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95%. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Unser bevorzugtes Gerät, um den Wirkungsgrad in Zusammenarbeit mit einem Energy Monitor 3000 zu verifizieren, ist der grafische Leistungsmesser Peak Tech 2535. Mit diesem Gerät kann man sowohl Wirkleistung >Scheinleitung als auch Blindleistung und Leistungsfaktor ermitteln.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacherer Geräte angepaßt wird.
- Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
- Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
- Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide .
Zu Thema Effizienz ist anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen...
- Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
- Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad von rund 60-80%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert! Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann. Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile die mit einem oder 2 langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung sehr skeptisch zu beurteilen.
- OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen.
- OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz.
- OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz.
- OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz.
- UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz.
- SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen.
- NLO (No Load Operation) - Schutz vor lastlosen Operationen.
Sollten eure ins Auge gefassten Netzteile, dieses Schutzmechanismen nicht beinhalten, solltet ihr von einem Kauf Abstand nehmen, denn diese Netzteile reissen bei entsprechenden Problemen nicht selten angeschlossene Hardware mit in den Abgrund...!
Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.
Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !
Vor dem Einbau des Netzteils und vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, den wir mit dem Power Supply Tester durchführen. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, brechen wir den Test grundssätzlich ab und das Netzteil geht return to Sender...
Nachdem wir unseren 12-stündigen Belastungstest abgeschlossen hatten (Prime95 und 3DMark2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt gemessenen Multimeter-Werten verglichen, wobei die real gemessenen Werte natürlich eine größere Relevanz aufweisen, als ungenaue Software Resultate.
Die Effizienz haben wir mit Hilfe des grafischen Leistungsmessers Peak Tech 2535 und einem Energy Monitor 3000 von Voltcraft ermittelt.
Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem geliehenen ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Mit dem Digitalen Temperaturmessgerät TL-305 haben wir während sämtlicher Testdurchläufe die Abluft des Netzteils direkt per Sensor gemessen und aufgezeichnet. Somit erhält der mögliche Käufer auch eine gute Übersicht bezüglich der zu erwartenden Kühlleistung respektive Eigenkühlung des Netzteils.
| Ausgang | Toleranz | Umin. | UNom. | Umax. |
| [%] | Volt | Volt | Ampere | |
| +12 V* | 5 | 11,4 | 12,00 | 12,60 |
| +5V | 5 | 4,75 | 5,00 | 5,25 |
| +3,3V | 5 | 3,14 | 3,30 | 3,47 |
| -5V | 10 | 4,50 | 5,00 | 5,50 |
| -12V | 10 | 10,80 | 12,00 | 13,20 |
| +5Vsb | 5 | 4,75 | 5,00 | 5,25 |
| Richtspannung |
+3.3V |
+5V |
+12V |
|
| niedrigster Wert |
3,29V |
4,97V |
12,07V |
|
| höchster Wert |
3,36V |
5,04V |
12,14V |
|
| durchschnittlicher Wert |
3,32V |
5,01V |
12,11V |
|
Auf den ersten Blick mag die combined Power von 170 Watt für die 3,3 Volt und 5 Volt Schiene etwas knapp bemessen erscheinen, aber die Skeptiker können wir nachhaltig trösten, aktuelle Systeme belasten das Netzteil überwiegend auf den vorhandenen 12 Volt-Leitungen und dort sind 528 Watt verteilt auf insgesamt vier 12-Leitungen nun wahrlich mehr als genug.
Leistung und Stabilität sind fern jeder Kritik, unser Rechner produzierte keine Leistungseinbrüche oder besorgniserregenden Schwankungen, egal ob Idle >Vollast, die Laststabilität stimmt in jedem Bereich perfekt.
Unser aktuelles Intel Core 2 Duo System konnte trotz der Geforce 8800GTX auch unter Last nicht mehr als 345 Watt abrufen (übertaktet maximal 440 Watt). Eine spaßeshalber kurzfristig eingebaute zweite BFG 8800GTX verschob die Meßlatte allerdings dann auf 590 Watt unter Last, so daß die Leistungsreserven schon deutlich zusammenschrumpften und unser Mushkin nahe an seine Leistungsgrenzen führte. Ein G80-SLI Komplettsystem benötigt also zum "Atmen" deutlich mehr als die bisher schon beinahe obligatorischen 600 Watt, insbesondere dann, wenn wie in unserem Fall auch noch übertaktet wird...
Die Lautstärke des Lüfters ohne Last war subjektiv als nicht störend zu deklarieren, im Idle Modus konnten wir den Lüfter aus dem System heraus kaum identifizieren, es ergaben sich gute 1810 U/min. bei 25 dBA. Unter Last und deutlicher Drehzahlsteigerung des Lüfters stellt sich die Situation etwas anders dar, hier steigert sich die Lüfter auf deutlicher vernehmbare 2490 U/min bei 30 dBA, das ist nicht wirklich leise, aber noch akzeptabel...
Die Netzteilelektronik trat geräuschtechnisch kaum in Erscheinung, weder Pfeiffgeräusche noch anders geartete Störgeräusche waren zu identifizieren.br> Die Eigenkühlung des Netzteils funktioniert gut, auch unter Last konnten wir keine Netzteilinnenraum-Temperaturen über 45°C messen, im Idle Modus 35,5°C bei 20°C Zimmertemperatur. Die warme Abluft erreicht unter Last Temperaturen bis zu 43°C, das zur Information für all diejenigen, die sich über den warmen Luftstrom aus dem Netzteilgehäuse wundern. Die Werte sind absolut ok, unter 20% Last liegen diese Werte bei 33°C.
Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.
Bei 80% Last konnten wir eine Effizienz von knapp 81% attestieren, das liegt in etwa auf dem Level aktueller Tagan Netzteile. Bei 20% Last wurden immerhin noch 76% Effizienz erreicht, ein ebenfalls gutes wenn auch kein überragendes Resultat.
Dagegen stehen 1,3 Watt Stromverbrauch im Standbymodus (ausgeschalteter Rechner), das geht noch in Ordnung...
Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit den verwendeten Test-Systemen beziehen...
| Netzteil | Ø Spannungswerte | max. Effizienz | Temp-Idle | Temp-Last | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 3,35V | 5,02V | 12,19V | 74% | 30° | 38° | |
| 3,30V | 4,98V | 12,07V | 78% | 35° | 42° | |
| 3,32V | 5,05V | 12,03V | 78% | 31° | 44° | |
| 3,36V | 5,01V | 12,15V | 83% | 33° | 46° | |
| 3,34V | 5,04V | 12,07V | 79,5% | 32° | 45° | |
| 3,35V | 5,08V | 12,09V | 79% | 35° | 46° | |
| 3,36V | 5,09V | 12,13V | 79% | 34° | 45° | |
| 3,37V | 5,07V | 12,19V | 86,5% | 31° | 43° | |
| 3,28V | 4,99V | 11,96V | 78% | 51° | 58° | |
| 3,32V | 5.01V | 12,11V | 81% | 35,5° | 45° | |
| 3,33V | 4,81V | 11,97V | 77% | 34° | 44° | |
| 3,34V | 5,03V | 12,05V | 84,5% | 32° | 42° | |
| 3,35V | 5,04V | 12,14V | 82% | 32° | 42° | |
| 3,34V | 5,06V | 12,14V | 82% | 32° | 43° | |
| 3,29V | 5,07V | 12,05V | 81% | 32° | 43° | |
| 3,30V | 5,03V | 12,06V | 80% | 31° | 41° | |
| 3,29V | 5,09V | 12,30V | 85% | 32° | 42° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,10V | 81% | 32° | 44° | |
| 3,36V | 4,99V | 12,10V | 82,5% | 33,5° | 43,5° | |
| 3,39V | 4,90V | 12,22V | 80% | 31° | 43° | |
| 3,35V | 5.03V | 12,34V | 78% | 31° | 42° | |
| 3,34V | 5.02V | 12,30V | 81% | 30° | 40° | |
| 3,31V | 5.09V | 12,05V | 81% | 32,5° | 41,5° | |
| 3,31V | 5.08V | 12,19V | 76% | 34° | 45° | |
| 3,31V | 4,98V | 12,06V | 79% | 30° | 42° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,02V | 75% | 36° | 46° | |
| 3,31V | 5,03V | 12,15V | 82% | 33,5° | 43,5° | |
| 3,32V | 5,01V | 12,10V | 75% | 34° | 46° | |
| 3,34V | 5,12V | 12,13V | 70% | 35° | 45° | |
| 3,29V | 5,12V | 12,22V | 79% | 34° | 44° | |
| 3,37V | 5,13V | 12,15V | 79% | 34° | 44° | |


















