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Achtung FSP Aurum 400Watt Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

FSP Aurum 400Watt Netzteil







Einleitung:

Fortron Source, besser bekannt als FSP zählt seit 1993 zu den 10 größten Netzteilherstellern weltweit und hat sich insbesondere im OEM Geschäft einen klingenden Namen erarbeitet, man denke nur an die aktuellen Netzteile von be quiet. Da die neue Aurum Serie wie der Name schon suggeriert 80+ Gold Effizienzwerte erreicht und FSP auf einen selbst konstruierten IC namens MIATechnologie (Multiple Intelligence Ability) setzt, war unsere Neugierde endgültig geweckt. Dieser Chip vereint verschiedene Kontrollmechanismen wie PWM (Pulse-width Modulation), ZCS PFC (Nullstromschalter), Post SR, Active-Clamp und Zweikreisschutz vor Überstrom, woraus sich für FSP in dieser Preisklasse durchaus ein Alleinstellungsmerkmal ergibt.
Das die Konkurrenz in dieser Preisklasse erfreulicherweise nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ zugenommen hat, waren wir äußerst gespannt, wie sich das FSP Aurum im direkten Vergleich zu den bisher besten Netzteilen in unserer Preis-Leistungs Topliste aus der Affäre ziehen kann, dazu wünschen wir euch wieder viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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• FSP Aurum 400Watt Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• 4 Schrauben
• 4 Klettbänder
• 1 Case Badge
• Kurzanleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: FSP
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 400 Watt
• 120 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 384 Watt (32 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 22 A
• +12 Volt V1: 18 A
• +12 Volt V2: 18 A
• -12 Volt: 0,3 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Standards: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC (bis zu 99%)
• Lüfter: 120mm (FDB Gleitlager)
• Kabelmanagement: nein
• Gruppenregulierung: ja
• DC-to-DC Technik: nein
• LLC-Resonanzwandler: ja
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: nein
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP AC (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• UVP DC (Under Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×140mm)
• Gewicht: 1,81Kg (ohne Verpackung)
• bisherige Varianten: 400, 500, 600, 700 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 65€ (400 Watt)
• Zertifikate: 80+ Gold
• Garantie: 5 Jahre




Verarbeitung und erster Eindruck:

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FSP verpackt seine Netzteile optisch auffallend und inwärts weniger spektakulär, Pappe ist erstaunlicherweise immer noch Pappe und kein goldgepreßtes Latinum. Dafür finden wir kein schwer zu entsorgendes Steropor, aber neben dem Kaltgerätekabel immerhin vier Klettbänder, ein Case Badge, farblich passende schwarze Schrauben und ein rudimentäres Handbuch, in dem eine minimale Einleitung in 25 verschiedene Sprachen übersetzt wurde.
Das Netzteil selbst wurde mit einer grobkörnigen Pulverbeschichtung lackiert, die sehr an Schrumpflack erinnert. FSP nennt dies granitschwarze Beschichtung ala Vulkanlava, die schneller abkühlt. Eine schnellere Abkühlung des Gehäuses konnten wir dem Netzteil im Test aber nicht bescheinigen, was sicherlich auch daran festzumachen ist, das sich unter der Lackierung immer noch ein Stahlgehäuse verbirgt.
Obs nun gefällt oder nicht, der Lack ist geradezu unverschämt kratzfest und entwickelt zusammen mit den güldenen Farbtupfern ein stimmiges Gesamtbild, das Netzteil kann optisch durchaus überzeugen. Die Verarbeitung hinterläßt einen ebenso guten Eindruck, zumal neben der Oberfläche auch die Technik nicht vergessen wurde. Eine schicke und stabilisierende Blende für den Kabelausgang ist ebenso vorhanden wie ein ausnahmsweise eckig geformtes Lüftergitter, das freundlicherweise nicht über das Netzteilgehäuse hinausragt, was für eine Wohltat. Das Netzteil kann also problemlos oben oder unten in einem PC-Gehäuse nach ATX-Norm verbaut werden, ohne das überstehende Lüftergitter dies eventuell verhindern respektive erschweren.

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Den Bereich des Luftaustritts hat FSP überarbeitet, ansatt eines Bienenwabengeflechts kommen hier pfeilförmige Austrittsöffnungen zum Einsatz, die FSP treffenderweise Arrow Flow nennt. Technisch begründet kann diese Maßnahme nicht sein, denn ob die Luft über Waben/Rauten oder über pfeilförmige Öffnungen entweichen kann, dürfte der Luft relativ egal sein. Es sei denn die Austrittsfläche vergrößert sich und das ist definitiv nicht der Fall.
Dieses Netzteil verfügt über keine modularen Kabelstränge, dieselben sind nativ also nicht entfernbar angeordnet. In dieser Preiskategorie kann das auch keiner ernsthaft erwarten, für solche Extras muß der Hersteller zusätzliches Geld in die Hand nehmen und diese Kosten reicht er natürlich an uns weiter. Wir sind darüber wenig betrübt, bleiben uns doch aus diesem Grund überstehende Kabelports erspart, die das Netzteil meistens künstlich verlängern.
Was sagt unser geeichte Waage? 1414 Gramm ohne Kabel, das entspricht in etwa den vergleichbaren Netzteile der Konkurrenz. Eine Rolle spielt das aber eher nicht, dem handelsüblichen PC-Gehäuse ist es relativ egal, ob ein Netzteil nun 1,6 oder 1,8Kg wiegt. Wenn es darüber hinaus auf dem mittlerweile favorisierten Gehäuseboden verschraubt wird, spielt das Gewicht ohnehin keine Rolle mehr.

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Gänzlich unbekannt ist die Firma Protechnic nicht, auch nicht in der Sparte Netzteil, denn FSP selbst hat diese Lüfter schon häufiger verbaut und in einigen be quiet Netzteilserien kamen Lüfter dieses Herstellers ebenfalls zum Einsatz. Neu ist allerdings die Lagerqualität, denn Protechnic setzt bei dieser Serie erstmals auf hochwertige und hoffentlich langlebige FDB-Gleitlager:

• OEM: Protechnic
• Kennnummer: MAG 12012HF-A25
• Lagerung: FDB Gleitlager
• Gewicht: 155g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 7
• Betriebsspannung: 12 Volt
• max. Lautheit: ca. 37dBA
• MTBF: ca. 100.000 Stunden
• max. Volumentransport (CFM): 144,16m³/Std ( 84,8cfm)
• max. Geschwindigkeit: ca. 2400 U/min
• Stromaufnahme: 5,4 Watt (0,45A)
• Anschluß: 2-pin

Der Protechnic Lüfter besitzt eine sowohl temperatur-als auch lastabhängige Steuerung, wie sie mittlerweile in vielen hochwertigen Netzteilen zu finden ist. Das bedeutet für den Anwender in der Praxis, das der Lüfter bis etwa 20% Last bei einem Schalldruck von 18 bis 20dBA arbeitet. Erst ab 40% Last oder einer entsprechenden Temperaturmeldung, erhält der Lüfter ein entsprechendes Signal und der Lüfter dreht schneller und steigert sich dann kontinuierlich und relativ gradlinig bis zum Erreichen der maximalen Leistungsfähigkeit des Netzteils, wo wir dann über 30dBA gemessen haben.
Der Lüfter wurde so integriert, das er ins Netzteil hineinbläst, so daß er, falls er genügend kühle Luft ansaugen kann, die Netzteil Komponenten entsprechend ventiliert. Wird das Netzteil so verbaut, das es lediglich auf die warme Abluft der System-Komonenten zurückgreifen kann, ist dieser Kühleffekt natürlich nicht optimal, was nicht selten eine Drehzahlerhöhung des Lüfters zur Folge hat. Hier hilft nur eine ausreichende Frischluftzufuhr sprich Be-und Entlüftung im System durch geeignete Gehäuselüfter. Sitzt das Netzteil am Gehäuseboden mit einer Lüfterausrichtung gen Fussboden, wird es nur rudimentär mit dieser erhitzten Abluft konfrontiert, insofern relativiert sich dies wieder.
Das FSP Aurum verfügt nicht über eine zusätzliche Nachlaufsteuerung, die wir ohnehin für überflüssig erachten. Hocheffiziente Netzteile verfügen in der Regel über hitzebeständige Bauteile, die auch einen längeren Arbeits-Zeitraum schadlos überstehen. Eine Nachlaufsteuerung würde die Haltbarkeit der Komponenten nicht messbar erhöhen, darum können die Hersteller auch gleich darauf verzichten und somit Strom sparen, was wiederum der Effizienz zu Gute kommt und das Einhalten der EuP-Richtlinien erleichtert.



Die Verkabelung:

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Die Verkabelung spaltet gerne mal die Nation, der eine präferiert Kabelmanagement, der andere schwört auf native Kabel. Wir lassen uns auf diese Diskussion gar nicht erst ein, sondern stellen zwei Fakten in den Raum:

1. zusätzliche Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern erhöhen auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden dementsprechend viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil verloren.

Soweit so gut, das wird keinen davon abhalten auch weiterhin Kabelmanagement zu fordern, denn ist schick, sieht gut aus und suggeriert etwas besonderes gekauft zu haben. Insofern ist diese Diskussion müßig, weil sie entscheidend vom individuellen Geschmack geprägt ist.
Zurück zum eigentlichen Thema und schauen wir uns an, was FSP an Steckern und Verkabelun zur Verfügung stellt:

• 3x4-pin Molex PATA und 1x FDD (insgesamt 105cm lang, nativ)
• 4xSATA (insgesamt 95cm lang, nativ)
• 1x PCI-Express 6+2-pin Stromanschluß (55cm lang, nativ)
• 1x 8pin ATX12V/EPS12V (4x4 auftrennbar, 55cm lang, nativ)
• 1x 24 Pin Mainboard-Stromanschluß (20+4 auftrennbar, 55cm lang, nativ)

Qualitativ kann die Verkabelung durchaus überzeugen, die Ummantelungen sind hochwertig ausgeführt worden, die schwarzen Stecker passen auch farblich, die Kabel-und Pinfarben können trotz der Ummantelungen noch identifiziert werden, das wird sicherlich unsere Elektroniker freuen. Die einzelnen Stränge genügen von der Länge her im Normalfall, sehr große Big Tower oder Mainboards mit ungewöhnlichem Layout können aber auch hier die Grenzen durchaus aufzeigen, aber das trifft auf nahezu jedes Netzteil dieser Preisklasse zu, auch wenn man sich nicht an schlechten Beispielen orientieren sollte.
Die Steckerbelegung ist befriedigend, vier SATA-Anschlüsse, drei 4-pin Molex (ohne die praktische Herausziehhilfe) und ein 6/8-pin für die Grafikkarte sind die Ausbeute und das reicht in der Regel auch aus. Wer zwei Grafikkarten, eine Server-CPU und 12 Festplatten betreiben möchte, kauft sich vernünftigerweise ohnehin ein anderes Netzteil. Da würde der Einschaltstrom der Festplatten schon ausreichen, um das FSP abzuschalten.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen.

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Zunächst einmal waren wir wohltuend überrascht, in einem Netzteil dieser Preiskategorie eine FR4 Platine vorzufinden, das schafft FSP nicht einmal in seiner Auftragsfertigung für die aktuelle be quiet Straight Power E8 Serie. Das dies eine Rolle spielt, wissen unsere aufmerksamen Leser, denn die Güte der Platine sagt viel über deren Kriechstromfestigkeit und Hochfrequenzeigenschaften aus. Falls es jemand nicht wissen sollte, FR steht für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Einstufungen FR1 und FR2 sind kaum erwähnenswert und bleiben der Standard Qualität vorbehalten. Ab FR3 wird es für brauchbare Netzteile interessant, denn so eine Platine besteht aus Epoxidharz + Papier, wobei hier mittlerweile auf Phenolharz verzichtet wurde. Dementsprechend wären diese Platinen im Normalfall auch frei von gesundheitsschädlichen Aldehyden. Ab FR4 darf man getrost von sehr hochwertig und ab FR5 von highend Platinen sprechen.
Die Lötqualität korrespondiert mit dieser Platine ausgezeichnet, denn FSP verzichtete auf dicke unschöne Lötkleckse oder zu heiß nachgezogene Lötbahnen, die nicht nur ästhetischen Ansprüchen widersprechen würden. Der Nachteil solcher huschiwuschi Lötereien ist schnell begründet, die Platinenfestigkeit leidet darunter und als wäre das noch nicht genug, bilden sich unter Umständen erhöhte Verlustleistungen heraus, die dann wieder kompensiert werden müßten.
Die Eingangsfilterung wurde ohne zusätzliche Platine aber mit einer erkläglichen Anzahl an X-Kondensatoren, Y-Kondensatoren, Spulen bestückt, so daß hier keine Rede von wirklichen Einsparmaßnahmen sein kann. Die Trafos sind schlank gehalten und erleichtern durch ihre geschickte Positionierung den Frischluftzugang sprich Airflow, was im übrigen für das gesamte Layout gilt, wo Hotspots schwer auszumachen wären. Für den großen primären Kondensator griff FSP zu bewährtem Material aus Japan, ein Nippon-Chemicon der KMR Baureihe mit 220 mikroFarad, 450 Volt Spannungsfestigkeit und 105°C kommt hier zum Einsatz. Im sekundären Bereich überwiegen Elkos aus dem ebenso bewährtem Hause Capxon (bis 105°C), wobei auch ein paar vereinzelte Nippon-Chemicon Elkos anzutreffen sind.
Als zentrale Steuereinheiten (FSP 6600 und FSP 6601) kommen die selbst entwickelten FSP-ICs MIATechnologie (Multiple Intelligence Ability) zum Einsatz, die sowohl PWM (Pulse-width Modulation), ZCS PFC (Nullstromschalter), Post SR, Active-Clamp als auch die MOV-Eingangsfilterungs-Funktion und den Zweikreisschutz vor Überstrombelastungen (Double-circuited OVP) abdecken. Dazu gesellt sich dann noch ein zweiter Kontrollchip für OVP, UVP, OCP, SCP, OTP und OPP. Der gut informierte Leser sollte an dieser Stelle wissen, das diese so wichtigen Schutzschaltungen auch gerne mal dem technischen Rotstift zum Opfter fallen, um die angestrebten Effizienzangaben zu erreichen, denn Schutzschaltungen kosten Effizienz. Das diese Mechanismen für den Anwender daheim in der Regel natürlich schwer zu überprüfen wären, liegt auf der Hand. Erst wenn das Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten gleich mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. FSP gehört allerdings nicht in diese Kategorie, wie ihr in unserem eigentlichen Testkapitel nachlesen könnt. Was die Netzteilsicherheit angeht, so hat FSP auf alle wichtigen Kriterien geachtet, dazu gehören auch die isolierenden Schrumpfschläuche an den Kabel-Kontaktstellen zur Platine, sowie schützende Folien an gehäusenahen Platinenbereichen.
Das FSP Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordnung und auch den strengen EuP und ERP Richtlinien, die eine Absenkung der Standby-Verluste einfordern ( weniger als 0,3 Watt). Dazu sollte man wissen, das diese Mechanismen überhaupt erst dann greifen, wenn das verbaute Mainboard dies unterstützt. Ohne ein passendes aktuelle Mainboard (ErP ready) verpufft dieses Feature im Energie-Nirvana !




Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, so auch beim FSP Netzteil mit 206,7ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder FAST FA-828 initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät mit vier verschiedenen Sensoren ermittelt und ständig kontrolliert, sowohl in der Netzteilabluft als auch an den Hotspots des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren drei Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1200 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle berücksichtigt.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV



Testresultate des FSP Aurum 400Watt Netzteil
Rubrik: 5% Last 10% Last 20% Last 50% Last 80% Last 100% Last 110% Last
Spannungsstabilität 3,3Volt 3,37V 3,37V 3,35V 3,34V 3,31V 3,29V 3,28V
Spannungsstabilität 5Volt 5,11V 5,11V 5,09V 5,08V 5,02V 5,00V 4,97V
Spannungsstabilität 12Volt 12,23V 12,22V 12,20V 12,16V 12,12V 12,09V 12,08V
Ripple&Noise 3,3Volt 14mV 14mV 20mV 23mV 28mV 30mV 31mV
Ripple&Noise 5Volt 13mV 14mV 18mV 22mV 27mV 31mV 35mV
Ripple&Noise 12Volt 15mV 19mV 27mV 36mV 41mV 46mV 52mV
PFC 0,81 0,84 0,91 0,95 0,96 0,98 0,98
Temperaturen 24,1°C 26,8°C 30,7°C 33,9°C 35,9°C 38,1°C 39,8°C
Temperaturen (eingebaut) 27,2°C 29,6°C 33,1°C 35,9°C 38,3°C 41,1°C 42,6°C
Lautheit (in dBA) 17,1 dBA 17,1 dBA 21,6 dBA 28,6 dBA 33,6 dBA 37,1 dBA 38,3 dBA
Lautheit (in sone) 0,1 sone 0,1 sone 0,2 sone 0,9 sone 1,5 sone 2,2 sone 2,5 sone
Lüfter Wahrnehmung kaum hörbar kaum hörbar kaum hörbar kaum hörbar sehr leise deutlich hörbar deutlich hörbar
Elektronik Geräusche keine keine keine keine keine keine minimales surren
Effizienz (230VAC) 81,9% 84,7% 88,6% 92,4% 91,3% 90,1% 87,9%


Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 48 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 1: OCP schaltet bei mehr als 43 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 2: OCP schaltet bei mehr als 44 Ampere Belastung ab

Die OVP (Überspannungsschutz) funktioniert ebenfalls sehr klar definiert und einwandfrei:

• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,28 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,69 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 15,53 Volt Spannung ab

Die Stützzeit lag auf allen Schienen deutlich über den geforderten 17ms:
12Volt= 24,31ms, 5Volt=26,14ms, 3,3Volt=21,74ms. FSP hat in diesem Bereich also alles richtig gemacht. Dies gilt gleichermaßen für die Beseitigung der Restwelligkeit, die wir als sehr gut erachten. Effizienztechnisch liegt das Aurum Netzteil sehr deutlich innerhalb der selbst ernannten Parameter von 80+.org, (87% bei 20% Last, 90% bei 50% Last, 87% bei 80%Last). Man kann das nun bewerten wir man möchte, es ändert aber nichts daran, das diese Wertetabellen kein Gütesiegel sind und als Qualitätsmaßstab für ein Netzteil bestenfalls rudimentär taugen. Wir haben es oft genug erlebt, das Hersteller alles daran setzen, die erforderlichen Zertifikatswerte zu erreichen und dann andere wichtige Aspekte vernachlässigen wie z.B. die Minimierung der Restwelligkeit und/oder die Vernachlässigung der Störimunität und Spannungstoleranzwerte. Diesbezüglich können wir beim Aurum aber eine deutliche Entwarnung erteilen, dem ist defintiv nicht so. Einige Versuche, das Netzteil über Crossloading zum berühmt-berüchtigten Fiepen oder Zirpen zu bewegen, scheiterten.
Darauf haben wir uns aber nicht allein verlassen, sondern das Netzteil turnusgemäß auch in unsere drei Rechner verbaut, um dort deren Zusammenwirken mit einem Sockel 775,1366 und unserem neuen Sockel 1155 System zu verifizieren. Auch dies ergab keinerlei neative Tendenzen bezüglich Spulenfiepen, Zirpen o.ä. störender Geräuschentwicklungen.
Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations deaktivieren). Darüber hinaus sollten auch die Windows Energiesparmaßnahmen abgestellt werden. Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können. Sollte auch über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung bewirkt werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschreckt werden.
Der FDB gelagerte Protechnic Lüfter kann sich durchaus mit den beliebten Enermax Twister oder be quiet SilentWings Konkurrenten messen, auch wenn wir der Meinung sind, das die beiden letzt genannten etwas weniger rauh laufen, wobei dies in unserem Test kein wirklicher Störfaktor war. Es kann auch durchaus sein, das der Protechnic Lüfter eine noch längere Einlaufzeit benötigt.
Schlußendlich werfen wir noch einen Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich auf 0,29 Watt belief, womit auch dieser Wert auf der Habenseite des Aurum Netzteils zu verbuchen wäre.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :



Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Highend Topliste:
Seasonic X-560
Seasonic X-460 Fanless
Corsair AX850
Seasonic X-750
Enermax Pro87+ 500 Watt
Silver Power SP-SS750M 750 Watt
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Modu87+ 700 Watt
Corsair HX850W 850 Watt
Corsair HX750W 750 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





In der folgenden Liste präsentieren wir euch noch unsere aktuellen Preis-Leistungs-Empfehlungen, die auch technisch nicht allzu weit von der Topliste entfernt anzusiedeln sind:

Preis-Leistungs Empfehlungen:
be quiet! Straight Power E8 400W
FSP Aurum 400Watt
Enermax ErPro 80+ 400Watt
Antec High Current Gamer 400Watt
Enermax Pro82+ II 425 Watt
Cougar SE 400
Scythe Stronger 500 Plug-in
Sharkoon Rush Power M 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS500 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS400 400 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





Fazit:

Das FSP Aurum 400 Watt konnte in unserem Test bemerkenswerte Akzente setzen. So arbeitet es nicht nur äußerst effizient und bis 80% Last auch recht leise, es leistet sich ebenso wenig technische Ausrutscher, wenn es um Spannungstabilität und Störimunität geht. Die Restwelligkeit wird fraglos sehr wirkungsvoll unterbunden und die Schutzschaltungen funktionieren in den erwarteten Parametern. Wenn man bedenkt, das dies alles mehr oder weniger konventionell gruppenreguliert erreicht wird (ohne DC-to-DC VRMs), dann dürfen wir FSP ein Höchstmaß an Knowhow bescheinigen, ohne die das kaum möglich wäre, denn neben den sichtbaren Komponenten spielen natürlich die internen Schaltungen eine tragende Rolle, die nicht mit Multimeter oder eine Chroma zu analysieren sind, denn hier zählt nicht so sehr was hinten rauskommt, sondern der technische Input des ausführenden Ingenieurs und da sind schnöde Messwerte kein adäquates Beurteilungskriterium.
Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gäbe, dann wäre das neben dem sehr informationsarmen Handbuch der erzeugte Schalldruck ab 80% Last, der mit fast 38,3 dBA in der Spitze recht hoch ausfällt. Die direkten Konkurrenten be quiet Straight Power E8 und Enermax ErPro 80+ sind diesbezüglich eindeutig leiser aufgestellt.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung der Außenhaut, wertige Haptik
• robuste und hochwertige Lackierung
• sehr hohe Effizienz in allen Lastbereichen
• gute Spannungstoleranzwerte
• sehr gute Spannungsstabilität und sehr gute Stützzeiten
• sehr gute Ripple and Noise Werte
• recht hohe Leistungsreserven (bis 539 Watt)
• korrekt ansprechende umfangreiche Schutzschaltungen
• gute PFC-Werte
• keine Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• weitestgehend effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• ausreichend lange Kabelstränge
• stellenweise hochwertige Bauteile
• ausgewogener laufruhiger Lüfter
• gute Komponentenauswahl, eigenes Multifunktions-IC
• gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 65 €)
• lange Garantiezeit: 5 Jahre

Minus:
• rudimentäres Handbuch
• Lüfter ab 80% Last zu laut

Kurzum, FSP manövriert sein Aurum auf direktem Weg in unsere Preis-Leistungs Topliste und das mit Recht, der bisherige zweite Platz ist mehr als verdient. FSP hat mit der MIA IC Technologie der Konkurrenz kurzerhand die Rücklichter gezeigt, denn die Konkurrenz läßt in der Regel solche ICs bauen respektive einkaufen und entwickelt nur in den selteneren Fällen entscheidende Netzteil-Komponenten selbst. Wenn das der Startschuss für eine offensiv geführte Retail-Kampagne sein soll, dann dürfen wir jetzt schon auf den nächsten Coup von FSP gespannt sein...





Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das FSP Aurum 400Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









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Wir bedanken uns bei FSP Deutschland sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support


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