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Achtung be quiet! Straight Power E8 400W Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

be quiet! Straight Power E8 400W Netzteil







Einleitung:

Auf Grund der ausgesprochen starken Nachfrage, haben wir uns kurzfristig entschlossen, weitere preiswerte Netzteile der Markenhersteller im Leistungssegment um 400 Watt zu testen. En Detail werden das zunächst die Netzteile be quiet! Straight Power E8 400W und das Antec High Current Gamer HCG-400 sein, wobei wir weitere Neuzugänge eventuell auch noch berücksichtigen werden.
Kommen wir nun zu unserem ersten Probanden: dem be quiet! Straight Power E8 400W. Listan hat seine Hausmarke einer gründlichen Überarbeitung bei FSP unterzogen und will auch dieses Jahr wieder einen Angriff auf den Thron des Marktführers starten. Dazu gehörten natürlich nicht nur Stückzahlen, sondern in erster Linie auch eine entsprechend hohe Qualität, die sich hoffentlich nicht nur auf ein 80+ Emblem beschränkt, ansonsten dürfte es schwer werden, gegen die immer stärker agierende Konkurrenz zu bestehen.
Ob Listan/FSP diesmal ein Paket geschnürt haben, das allen Anforderungen gerecht wird, haben wir eingehend getestet. Dazu orderten wir wiederum anonym ein passendes Gerät und schickten es durch unseren Testparcour. Was sich dabei an Fakten herauskristallisierte, könnt ihr wie immer in unserem ausführlichen Review nachlesen, dazu wünschen wir viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• be quiet! Straight Power E8 400W Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• vier Kabelbinder
• Schrauben
• Kurzanleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: FSP
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 400 Watt
• 120 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 360 Watt (30 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 17 A
• +12 Volt V1: 18 A
• +12 Volt V2: 18 A
• +12 Volt V3: 18 A
• -12 Volt: 0,5 A
• +5 Volt Standby: 2,5 A
• ATX Standards: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC (bis zu 99%)
• Lüfter: be quiet! SilentWings 120mm (FDB Gleitlager)
• Kabelmanagement: nein
• Gruppenregulierung: nein
• DC-to-DC Technik: ja
• LLC-Resonanzwandler: nein
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: ja (stellenweise)
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160mm)
• Gewicht: 1,704 Kg (ohne Verpackung)
• bisherige Varianten: 400, 450, 500, 550, 600, 700 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 55€ (400 Watt)
• Zertifikate: 80+ Silber
• Garantie: 3 Jahre




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Auch be quiet respektive Listan legen Wert auf eine stabile Verpackung und davon profitiert der Kunde, denn eine Transportbeschädigung scheint bei sorgsamem Umgang nahezu ausgeschlossen zu sein. Das Zubehör versteckt sich in den beiden Seitenfächern, viel mehr als das Kaltgerätekabel, die vier Kabelbinder nebst Schrauben und einem Handbuch darf man allerdings für den Preis kaum erwarten.
Die Abmessungen 150×86×160mm sind für diese Leistungskategorie ziemlich üppig bemessen, aber immer noch innerhalb der ATX-Norm. Dabei sollte man berücksichtigen, das hier keine vorstehenden Anschlußports fürs Kabelmanagement ins PC-Gehäuse hineinragen, so daß der Platz auch tatsächlich real vorhanden ist. Die Außenhaut besteht wie bei allen aktuellen netzteilserien von be quiet aus Kunststoff, was man dank der aufwendigen Lackierung kaum bemerkt. Anzumerken wäre, das die eigentliche Statik vom Innengerüst aus Stahl erzeugt wird, das sich unter der Kunststoffaußenverkleidung befindet. Die Lackierung als solche hinterläßt einen hochwertigen und recht kratzfesten Eindruck. Der Kabelstrang ist durch eine schmale Muffe vor der Kante des Netzteil-Gehäuses ausreichend geschützt und das ist gut so.
Auf störende Airflow Elemente wie seitliche oder hintere Belüftungsöffnungen im Netzteil Gehäuse wurde leider nicht verzichtet, im Heck sind derartige Öffnungen zu finden. Egal an welcher Stelle im PC-Gehäuse das Netzteil eingebaut wird, durch diese Öffnungen gelangt Abwärme aus dem Rechner ins Netzteil und auf die kann der sehr langsam drehende Netzteillüfter sicherlich dankend verzichten.

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Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt und wodurch auch das be quiet Netzteil maßgeblich profitiert. Das aktuelle Lüftergitter ragt nur marginal über das Netzteilgehäuse hinaus, so daß es keine Versatzprobleme beim Einbau geben sollte. Wir erinnern uns: Probleme treten bei überstehenden Lüftergitter auf (z.B. beim Cooler Master Stacker STC-T01), wenn das Lüftergitter auf den seitlichen oder hinteren Auflagen für das Netzteil aufliegt und die Bohrungen für die Verschraubung des Netzteils am Gehäuse dadurch um wenigstens einen Millimeter verlagert werden. Wer das Netzteil in einem aktuellen Lian Li/Lancool Gehäuse verbauen möchte, wird sehr oft mit den neuen Netzteilklammern konfrontiert, die auf Grund ihrer strammen Umklammerung das Gitter samt Emblem durchaus zerdrücken könnten, so man das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbauen möchte. Aber diese Probleme sollten wie erwähnt beim be quiet gar nicht erst auftauchen. Das Gewicht liegt mit knapp 1.700 Gramm in etwa auch dem Niveau typischer Vertreter dieser Leistungsklasse, wobei das Gewicht nur sehr rudimentäre Auskunft über die Qualität des Inhalts erteilt.

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Der Lüfter von be quiet ist beleibe kein neues "Gesicht", der SilentWings USC Lüfter ist schon seit einiger Zeit auf dem Markt erhältlich und konnte sich in unserem 120mm Lüfter Roundup 2009 sehr gut in Szene setzen. Die Herstellerdaten lauten wie folgt:

• OEM: be quiet! SilentWings USC
• Kennnummer: BQTT12025-LF
• Lagerung: HDB (fluid dynamic Bearing)
• Gewicht: 138g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 7
• Betriebsspannung: 3,5 bis 14 Volt
• max. Lautheit: ca. 20dBA
• MTBF: ca. 300.000 Stunden
• max. Volumentransport (CFM): 84,6 m³/Std (50 cfm)
• max. Geschwindigkeit: ca. 1500 U/min
• Stromaufnahme: 1,08 Watt (0,09A)
• Anschluß: 2-pin

Die lastabhängige Steuerung des Lüfters erfuhr eine gründliche Überarbeitung, d.h. die maximale Drehzahl wurde reduziert und die jeweiligen Kennlinien angepaßt, so daß der Lüfter bis ca. 50% Last mit einer fest eingestellten Drehzahl läuft (321 U/Min). Erst dann wird die Drehzahl kontinuierlich erhöht, bis er dann bei 100% Last sein Maximum erreicht (992 U/min).
Montiert wurde der Lüfter sinnvollerweise blasend, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt, auch wenn dies beileibe nicht seine Primäraufgabe darstellt. Auf eine Nachlaufsteuerung, die wir ohnehin für überflüssig erachten, wurde verzichtet. Hocheffiziente Netzteile benötigen dies im Normalfall nicht und wenn unser System keine Gehäuseläufter besitzen würde, wäre der erste Schritt zu einer optimalen Be-und Entlüftung entsprechende Gehäuselüfter zu kaufen, damit das Netzteil eben nicht mit der kompletten Abluft des Systems konfrontiert wird. Bei den allermeisten aktuellen PC-Gehäusen sitzt das Netzteil ohnehin auf dem Gehäuseboden und kümmert sich nahezu ausschließlich um sich selbst, insofern entfällt eine Legitimation für eine Nachlaufsteuerung, die nur unnötig Strom verbraucht. Der Lüfter wurde mit einem dünnen Entkoppelungsstreifen versehen, der verhindern soll, das sich Lüftervibrationen auf das Netzteil übertragen. Effektiver wären allerdings Entkoppelungsstifte gewesen, denn durch die Verschraubung auf den vier Sockeln im Gehäusedeckel ist der Vollkontakt zum Netzteil-Gehäuse ja immer noch gegeben.




Die Verkabelung:

Was die Verkabelung angeht, so hat sicherlich jeder Anwender seine Vorlieben, der eine mag es gern aufwendig gesleeved sprich sorgfältig ummantelt, der andere bevorzugt Kabelmanagement, um im PC-Gehäuse weitestgehend Ordnung zu halten. Oder eben auch beides, wobei auf die Qualität der Ummantelungen in der Regel viel Wert gelegt wird.

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Das be quiet" Netzteil verfügt ausschließlich über native Kabelstränge, ein Kabelmanagement ist also nicht vorhanden. Das mag den einen oder anderen stören, ist aber einerseits eine Kostenfrage und andererseits wird bei der übersichtlichen Anzahl von vorhandenen Steckern vermutlich jeder davon seinen Steckplatz finden. Ob Kabelmanagement nun prinzipiell sinnvoll ist oder nicht, kann man natürlich kontrovers diskutieren, das ändert aber nichts an zwei Fakten:

1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren. Trotz alledem erfreut sich Kabelmanagement höchster Beliebheit, auch wenn es keinen technischen Vorteil, dafür aber höhere Preise erarbeitet.

Die Verkabelung an sich hinterläßt einen hochwertigen Eindruck und die einzelnen Kabellängen sollten für die allermeisten PC-Gehäuse ausreichend bemessen sein, wobei 55cm in einem Big-Tower eventuell etwas knapp werden könnten. be quiet! stellt für Grafikkarten einen 6+2 poligen PCI-E Stecker bereit, aktuelle Grafikkarten benötigen in der Regel 2x6-polige PCI-Express Steckverbindungen. Aus diesem Grund ist man gezwungen zu Adaptern zu greifen, die durchaus für System-Irritationen sorgen können, aber nicht zwangsläufig müssen.
Vier SATA-Stecker sind für unseren Geschmack etwas wenig, sollten aber für die allermeisten Midrange-Konfigurationen genügen. An der PATA-Steckerbelegung gibt es nichts auszusetzen, denn auch die vier 4-pin Molex Stecker, leider ohne die praktische Herausziehhilfe, haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Floppy-Anschlüsse fehlen nicht, in beide Hauptstränge wurden entsprechende Stecker eingebunden. Diesbezüglich hätte auch einer genügt, statt dessen wäre ein weitere SATA-Anschluß sinvoller gewesen. Sehr gut gefiel uns die Ummantelungen der Kabelstränge, die trotz angemessener Dichte die Stränge nicht über Gebühr versteifen.

Die Verkabelungsoptionen und Kabellängen des be quiet! Straight Power E8 400W Netzteil gestalten sich wie folgt:

• 2xSATA, 2x4-pin Molex PATA, 1xFDD Stromanschlüsse (55+15+15+15+15cm lang, nativ)
• 2xSATA, 2x4-pin Molex, 1xFDD Stromanschlüsse (55+15+15+15+15cm lang, nativ)
• 1x PCI-Express 6+2-pin Stromanschluß (55 lang, nativ)
• 1x 4pin ATX12V/EPS12V (55cm lang, nativ)
• 1x 8pin ATX12V/EPS12V (55cm lang, nativ)
• 1x 24 Pin Mainboard-Stromanschluß (20+4 auftrennbar, 55cm lang, nativ)

Eventuell vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



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In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen.

Die FR3-Platine besteht aus analog zum Cougar SE400 Netzteil aus Epoxidharz + Papier, also ist frei von Phenolharz und dementsprechend auch frei von gesundheitsschädlichen Aldehyden. Unangenehm riechen kann diese verbesserte Mixtur aber trotzdem. Dazu noch ein paar Infos: FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und bessere Hochfrequenzeigenschaften. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Lötqualität können wir als befriedigend bis gut attestieren, in dieser Preisklasse beileibe kein Selbstläufer.
Kommen wir zur Eingangsfilterung, sie besteht aus zwei Y-Kondensatoren und einem Ferritkern. Das Ganze findet nicht auf einer sonst üblichen Zusatzplatine statt, sondern wurde recht simpel am Netzanschluß angeheftet. Auf der Platine selbst (EMV-Filterung) finden wir zwei Gleichtaktdrosseln und zwei weitere X-sowie zwei Y-Kondensatoren. Ein MOV (Metalloxid Varistor) nebst Ferritkern ist ebenfalls vorhanden, die für einen Teil der AC Filterung zuständig sind. Dazu gesellen sich ein großer Trafo und ein kleinerer für die notwendige 5V Standby-Leitung, damit auch unsere USB Geräte versorgt werden.
Beim großen primären Elko setzt be quiet auf ein KMQ Exemplar von Capxon (bis 85°C) mit einer Kapazität von 330 mikroFarad und einer Spannungsfestigkeit von 420Volt. Die Elkos des sekundären Bereiches sind bunt gemischt, mal von Capxon, mal von Tepo oder auch OST, also kein Griff ins oberste Regal, aber für das Preisgefüge des Netzteils durchaus angemessen. Die Mosfets, Schottky-Dioden und der Controller für das aktive PFC entstammen dem Mainstream Regal, nichts besonderes aber auch nicht unüblich. Das be quiet für dieses Netzteil bereits auf DC-to-Dc Technik setzt ist allerdings eine gern gesehene Überraschung, auch wenn die entsprechende 3,3 und 5Volt Regelung nur auf einer Platine bewerkstelligt wird, auf der sich einige Feststoff-Kondensatoren von Capxon befinden
Isolierende Schrumpfschläuche fehlen zur Gänze im Netzteil, ein Manko das be quiet in der laufenden Serie hoffentlich noch nachbessert, auch wenn die Verlötungen der Kabel auf der Platine einen vertrauenserweckenden Eindruck hinterlassen. Anti-Vibrations-Silicon wurde recht sparsam eingesetzt, durch die neue Farbgebung dieser Stabilisierungsmasse fällt sie zumindest optisch auch kaum auf, was letztendlich aber auch keine Rolle spielt, denn das Netzteil dürfte relativ selten ohne Gehäuse sprich offen in einem System eingesetzt werden.
Die gerne zitierten Schutzschaltungen fehlen keinesfalls, wobei man gerade diesbezüglich sehr deutlich differenzieren sollte, denn nicht überall, wo OCP, OVP usw. draufsteht, sind diese Schutzschaltungen auch wirklich aktiv respektive überhaupt vorhanden. Es gibt durchaus Hersteller, die gerne mal diese Schaltungen wegrationalisieren, auch wenn es im Prospekt anders beschrieben steht. Die Motive dafür liegen auf der Hand, die Schutzschaltungen haben negative Auswirkungen auf die Effizienz eines Netzteils und da nur mit hohen Effizienzen gut geworben werden kann, wird gerne schon mal getrickst. Der Verbraucher hat diesbezüglich kaum eine Möglichkeit dies zu überprüfen, erst wenn sein Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten gleich mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. Diesbezüglich besteht beim FSP-Layout aber kein Grund zur Sorge, chipkontrollierte (Silicon Touch PS232S) Schutzschaltungen sind vorhanden und zwar in folgenden Varianten:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen

Auch das be quiet Netzteil entspricht selbstverständlich der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift. Die neue EuP Richtlinie zur Minimierung der Standby-Verluste (weniger als 0,3 Watt) wurde für das Netzteil ebenfalls umgesetzt.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht. Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen. Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden. Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen. Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten oder auch deutlich länger dauern. Aber wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken, nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt. Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen oder zucken und sofort wieder stillstehen. Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten entsprechend zu erden !





Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim be quiet Netzteil mit 239,1ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder die Statron 3229.0 Bausteine initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät aufgezeichnet und ständig kontrolliert, sowohl in der Netzteilabluft als auch an den Hotspots des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren beiden Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1100 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle berücksichtigt.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 31 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 38 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene V1: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene V2: OCP schaltet bei mehr als 35 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene V3: OCP schaltet bei mehr als 34 Ampere Belastung ab

Die OVP (Überspannungsschutz) funktioniert ebenfalls sehr klar definiert und einwandfrei:

• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,25 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,15 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,15 Volt Spannung ab

Die Stützzeit lag auf allen Schienen deutlich über den geforderten 17ms: 12Volt= 38,49ms, 5Volt=32,93ms, 3,3Volt=34,71ms, das sind wirklich ausgezeichnete Werte und mehr war bei der Komponenten-Bestückung nicht unbedingt zu erwarten.
Effizienztechnisch liegt be quiet ganz klar auf Silber-Kurs (85% bei 20% Last, 88% bei 50% Last, 85% bei 80&Last) insbesondere im europäischen 230VAC-Netz und das allein hat für uns hier Relevanz. Warum be quiet selbst das Netzteil als 80+ Bronze einstuft, dürfte wohl mit einer befürchteten Serienstreuung zu tun haben. Die Qualität der Restwelligkeitsunterdrückung sprich Ripple&Noise bewegt sich beim be quiet auf einem sehr guten Niveau. Die Referenzwerte des Enermax Pro82+ II 425 Watt werden zwar nicht erreicht, aber das Cougar SE400 wird recht deutlich distanziert. Die PFC-Werte gehen in Ordnung, könnten aber gerade im niedrig-last Bereich (5 bis 20% Last) etwas höher ausfallen. Nun wissen wir ja mittlerweile, das Intels Nehalem/Lynnfield Systeme aus der 3,3 Volt Schiene wieder vermehrt Strom abzwacken. Das stellt dieses Netzteil aber angesichts der zur Verfügung gestellten 24 Ampere vor keine größeren Probleme.
Wir haben es uns auch beim be quiet! nicht nehmen lassen, das Netzteil noch 14 Tage auf etwaige Störgeräusche in unseren Rechnern zu testen, denn es wird ja im Zusammenhang mit dem einen oder anderen Sockel 1156 oder 1366 Mainboard durchaus mal von Spulenfiepen o.ä. Geräuschen berichtet. Davon kann in unserem Fall allerdings keine Rede sein. Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep). Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können. Sollte auch über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung bewirkt werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschreckt werden.
Der hauseigene be quiet SilentWings USC Lüfter mit dem HDB Lager hat uns einmal mehr restlos überzeugen können, Schleif-oder andersgeartete Störgeräusche konnten wir nicht nachweisen geschweige denn hören. Zu guter Letzt noch ein Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich bei 0,51 Watt einpendelt, ein angesichts der aufgewendeten Technik guter Wert, was auch bereits der EU-Richtlinie ErP Lot 6 entsprechen würde, die im Standby einen Verbrauch von unter 1Watt einfordert.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :



Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Highend Topliste:
Seasonic X-560
Seasonic X-460 Fanless
Corsair AX850
Seasonic X-750
Enermax Pro87+ 500 Watt
Silver Power SP-SS750M 750 Watt
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Modu87+ 700 Watt
Corsair HX850W 850 Watt
Corsair HX750W 750 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





In der folgenden Liste präsentieren wir euch noch unsere aktuellen Preis-Leistungs-Empfehlungen, die auch technisch nicht allzu weit von der Topliste entfernt anzusiedeln sind:

Preis-Leistungs Empfehlungen:
be quiet! Straight Power E8 400W
Enermax Pro82+ II 425 Watt
Cougar SE 400
Scythe Stronger 500 Plug-in
Sharkoon Rush Power M 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS500 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS400 400 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





Fazit:

be quiet! hat vieles von dem verbessert, was wir zuletzt bemängelt hatten, insbesondere die Restwelligkeit wurde deutlich reduziert. Die Effizienz liegt auf 80+ Silber Niveau, sofern man dieses Siegel als Qualitätssymbol ansehen möchte, was es aber definitiv nicht leistet. Optisch und verarbeitungstechnisch hat das Straight Power P8 einiges zu bieten und unterscheidet sich wohltuend von der Konkurrenz. Die Lötqualität kann aber erwartungsgemäß nicht mit der Güte eines aktuellen Seasonic Netzteils mithalten, wobei dieser Vergleich auf Grund der unterschiedlichen Preisklassen auch fast schon obsolet wäre. Die Laststabilität skizzieren wir als ausgezeichnet, eine über Adapter angeschlossene GTX 460 konnte problemlos betrieben werden. Das Paradepferd im neuen be quiet Straight Power E8 Aufgalopp stellt aber der Lüfter und seine entsprechende Ansteuerung dar. Insbesondere unser 400 Watt Testobjekt agiert erstaunlich leise und das in nahezu allen Aggregatszuständen, viel mehr dürfte diesbezüglich kaum zu erreichen sein.
Die Komponentenbestückung des Netzteils geht zwar weitestgehend in Ordnung und überrascht auch durch die DC-to-DC Implementierung. Hochwertigere Bauteile dürften pekuniär schwerlich zu realisieren sein, wie sich das allerdings langfristig darstellen wird, kann niemand voraussagen. Insofern setzen wir insbesondere beim Elko-Sammelsurium mal ein mittelstarkes Fragezeichen. Effizienz und PFC könnten bis 20% Last gerne noch etwas höher ausfallen und die Steckerkonfiguration dürfte auch nicht jedem Anwender zusagen, eine striktere PATA-SATA Trennung wäre sicherlich anwendungsfreundlicher anzusehen. Das die Kabelverlötungen auf der Hauptplatine keine Schrumpfschlauch-Isolierungen besitzen, wird in der laufenden Serie hoffentlich noch abgestellt, denn das ist ein wichtiger Aspekt zur Netzteilsicherheit.
Ansonsten haben wir wenig zu kritisieren und wir sind sicher, das die neue E8 Straight Power Serie ihren Weg sehr zielstrebig in viele heimische Rechner finden wird. Den Weg an die Spitze unserer Preis-Leistungs Empfehlungen hat das 400 Watt Pendent bereits gefunden. Wir dürfen gespannt sein, wie lange es sich dort halten kann, denn einige namhafte Konkurrenten stehen ja noch in den Teststartlöchern bereit...
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung der Außenhaut, wertige Haptik
• robuste hochwertige Lackierung
• sehr hohe Effizienz (ab 20% Last)
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• gute Spannungsstabilität und sehr gute Stützzeiten
• befriedigende bis gute Ripple and Noise Werte
• recht hohe Leistungsreserven (bis 486 Watt)
• korrekt ansprechende umfangreiche Schutzschaltungen
• befriedigende active PFC-Werte (eingeschränkt)
• kaum Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• ausreichend lange Kabelstränge
• stellenweise hochwertige Bauteile
• sehr laufruhiger ausgezeichneter Lüfter
• befriedigende bis gute Lötqualität
• recht gute Ausstattung
• gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 55 €)
• lange Garantiezeit: 3 Jahre (Vor-Ort-Austausch-Service innerhalb des ersten Jahres)

Minus:
• Komponenten Mix (speziell Elkos) nicht ideal
• Effizienz und PFC bis 20% Last könnten etwas höher ausfallen
• Steckerkonfiguration nicht optimal
• keine Schrumpfschlauch-Isolierungen an den verlötenden Kabeln





Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das be Quiet! Straight Power E8 400W Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold








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