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Achtung Sharkoon Rush Power M 500 Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Sharkoon Rush Power M 500 Netzteil







Einleitung:

Wir stehen vor einem spannenden Netzteil Frühjahr, nach dem Seasonic den Reigen der 80+ Gold zertifizierten Netzteile eröffnet hatte, ziehen weitere Hersteller nach, so daß mit einem spannenden Führungskampf gerechnet werden kann und darf. Aber da viele Anwender nicht nur auf die marketingbehafteten Verkaufshelfer von 80+ schielen, sondern auch ihr Portemonnaie im Auge behalten wollen oder müssen, versteht es sich, das wir auch bezahlbare Geräte testen. So ein Netzteil offeriert Sharkoon mit dem neuen Rush Power M, das neben drei Varianten eine Effizienz um die 85% bieten soll und darüber hinaus zusätzlich noch Kabelmanagement und ein mehr als interessantes Preis-Leistungsverhältnis bereit hält. Die Technik stammt von Enhance Electronics, deren Qualitäten wir schon in einigen Netzteilserie attestieren konnten, so daß wir durchaus von einer vielversprechenden Basis ausgehen können.
Wir werden in diesem Test eine lange Tradition brechen und unsere Testsamples erstmal auch mit elektronischen Lasten torpedieren, so daß wir künftig ohne Klimmzüge alle relevanten Testbereiche abdecken können, doch dazu mehr in unserem eigentlichen Testkapitel. Jetzt wünschen wir viel Vergnügen beim Studieren unserer Resultate und Eindrücke...




Lieferumfang:

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• Sharkoon Rush Power M 500 Netzteil in Retailverpackung
• 4 Kabelbinder
• Kaltgeräteanschlußkabel
• modulare Kabelstränge mit Tasche
• Schrauben
• Handbuch (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: Enhance Electronics
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 500 Watt
• 130 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 360 Watt (30 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 20 A
• +12 Volt V1: 20 A
• +12 Volt V2: 20 A
• -12 Volt: 0,3 A
• +5 Volt Standby: 2,5 A
• ATX Versionen: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC: ja
• Lüfter: 135mm
• Kabelmanagement: ja
• DC-to-DC Technik: nein
• LLC-Resonanzwandler: nein
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: nein
Schutzmechanismen:
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160) mm
• Gewicht: 1,65 Kg (ohne Verpackung)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• MTBF: k.a.
• aktueller Marktpreis: ca. 53 €
• bisherige Varianten: 400, 500 und 600 Watt
• Zertifikate: 80 Plus Bronze (Zertifizierung läuft)
• Garantie: 2 Jahre

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit eines Lüfters. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Lüftern im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Lüfter beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen ->Einsatzdauer ->Ein-Ausschaltvorgänge usw. Eine solche Behauptung stellt im Übrigen kein Hersteller auf, schließlich kann auch kein Hersteller seine Lüfter jahrelang am Stück getestet haben, zumal 100.000 Stunden über 10 Jahre bedeuten würden.
Die gerne bei Netzteilen beschriebene MTBF Angabe bei 25°C hat mit der Realität auch nicht viel zu tun, da Netzteile sehr selten Raumtemperaturen entwickeln...




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Für den Preis stellt sich die Ausstattung schon sehr komplett dar, neben den modularen Kabelsträngen sind Kabelbinder ebenso vorhanden, wie ein recht ausführliches mehrsprachiges Handbuch und optisch passend schwarze Schrauben. Die Pulverbeschichtung korrespondiert mit diesem guten Eindruck, sie ist zwar nicht übermäßig üppig aber haltbar aufgetragen worden und darauf kommt es letztendlich an.
Die Bautiefe von 160mm sollte auch kleinere Gehäuse vor nicht allzu große Probleme stellen, wir bewegen uns auch noch durchaus innerhalb der ATX Vorgaben. Negativ bewerten wir allerdings die vorstehenden Kabelports für das Kabelmanagement, da zumindest drei von ihnen das Netzteil zusätzlich um 4mm verlängern. Auf eine Kabelmuffe für den Hauptkabelstrang hat Sharkoon leider verzichtet, was ebenfalls nicht begrüßen können, da zwar keine scharfen Kanten am Gehäuseausgang vorhanden sind, eine stabilisierende Wirkung existiert so aber auch nicht.
Die obligatorischen gitterförmigen Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt, zumal die Abwärme ja schnellstens aus dem Netzteil herausbefördert werden soll. Auf kontraproduktive hintere oder seitliche Belüftungsöffnungen hat Sharkoon zumindest seitlich verzichtet und das macht Sinn, denn durch die kann im schlechtesten Fall zusätzlich noch warme Abluft aus dem Rechnerinneren eindringen.

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Die Verarbeitung der Außenhaut bewerten wir als hochwertig, leider wurde das Lüftergitte nicht komplett bündig verbaut, es steht 1,5mm über. Das muß nicht, aber kann zu Problemen beim Einbau führen, insbesondere dann, wenn die Netzteilaufnahmen eng gesteckte Maße aufweisen. Der Grund dafür ist auch sehr einleuchtend: wenn das Lüftergitter auf den seitlichen oder hinteren Auflagen für das Netzteil aufliegt (z.B. beim Cooler Master Stacker STC-T01) und so die Bohrungen für die Verschraubung des Netzteils am Gehäuse dadurch um wenigstens einen Millimeter verlagert werden, wirds schwierig mit der Verschraubung. Oder wer das Netzteil in einem aktuellen Lian Li/Lancool Gehäuse verbauen möchte, wird mit den neuen Netzteilklammern konfrontiert, die das Gitter durchaus zerdrücken können, wenn man das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbauen möchte.
Gewichtstechnisch liefert unsere geeichte Waage nichts außergewöhnliches zu Tage, mit knapp 1651 Gramm liegt das Rush Power Netzteil in etwa auf dem Niveau vergleichbarer Netzteile dieser Leistungsklasse. Das Gewicht mag auf den ersten Blick keine Rolle spielen, aber es existieren noch genug PC Tower, da verbiegen sich die Netzteilhalterungen schon beim Auspacken des Netzteils.

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Der Lüfter stammt einmal mehr von Young Lin Tech Co, die u.a. auch für Silverstone und Cooler Master Netzteile bestücken. Als Lüfter-Lieferant für Scythe dürften sie wahrscheinlich noch bekannter sein. Kurz und gut, die zu erwartende Qualität sollte im gehobenen Bereich anzusiedeln sein. Die Kenndaten des Lüfters lauten wie folgt:

• Kennnummer: DFS132512M
• Lagerung: Gleitlager
• Gewicht: 169g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 135x135x25
• Lüfterblätter: 11
• max. Lautheit: 33 dBA (1,4 sone)
• max. Volumentransport (CFM): 74,30cfm (126,31 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 1500 U/min
• Stromaufnahme: 2,4 Watt (0,25A)
• Anschluß: 2-pin

Montiert wurde der Lüfter sinnvollerweise blasend, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt, auch wenn dies beileibe nicht seine Primäraufgabe darstellt. Der Lüfter wird über die Elektronik des Netzteils lastabhängig angesteuert.




Die Verkabelung:

Das Rush Power Netzteil verfügt über Kabelmanagement, deren Ports zwar sehr sauber ins Gehäuse integriert wurden, aber teilweise wie erwähnt 4mm abstehen und somit das Gehäuse noch zusätzlich verlängern, das kann man eleganter lösen. Ansonsten sind die Einrastpunkte der Stecker klar definiert und man erhält eine deutliche akustische Rückmeldung, ob der Stecker im Port angekommen ist.
Ob Kabelmanagement nun sinnvoll ist oder nicht, kann man kontrovers diskutieren, dazu stellen wir mal zwei Punkte zur Diskussion:

1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren.
Trotz alledem erfreut sich Kabelmanagement höchster Beliebheit, auch wenn es in keinem technischen Vorteil aber grundsätzlich höheren Preisen resultiert.

Die Verkabelungsoptionen und Kabellängen gestalten sich wie folgt:

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• 5x 4-Pin Molex Stromanschlüsse (55cm + 15cm + 15cm lang, modular)
• 6x S-ATA Connectoren (55cm + 2x60cm + 75cm + 90cm lang)
• 1x Floppy Anschluss (90cm lang)
• 2x PCI-Express 6/8-pin Stromanschluß (55cm und 70cm lang, modular)
• 2x PCI-Express 6-pin Stromanschluß (55cm und 70cm lang, modular)
• 1x 4+4 pin ATX12V/EPS12V (in 4+4 auftrennbar, 55cm lang, nativ)
• 1x 24 Pin Mainboard-Stromanschluß (20+4 auftrennbar, 55cm lang, nativ)

Die Kabellängen sind reichlich bemessen worden, könnten aber für den 24-pin Hauptkabelstrang und die beiden PCI-Express Stränge gerne noch etwas länger ausfallen, denn in großen Towern können 55cm lange Kabel sehr knapp bemessen sein, insbesondere dann, wenn das Netzteil im Gehäuseboden verschraubt werden soll/muß. Sharkoon hat zwar insgesamt vier PCI-E Stecker für das Rush Power im Angebot, die 6/8-pin Anschlüsse hängen aber am gleichen Strang wie die 6-pin Anschlüsse, das kann sich unter Umständen bei der Verkabelung etwas fummelig gestalten. Auf einen 8-pin ATX12V/EPS12V Anschluß für Dual-CPUs (nicht Dualcores !) hat Sharkoon verzichtet, das ist zwar schade, aber zu verkraften.
Über einen Mangel an Anschlüssen oder zu kurzen Kabeln kann sich ansonsten niemand beklagen. Die SATA Stränge sollten sich auch in größeren Towern noch ausreichend verlegen lasen. An der PATA-Steckerbelegung gibts es ebenfalls nichts auszusetzen, denn auch die fünf 4-pin Molex Stecker inklusiver ihrer praktischen Herausziehhilfe haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren.
Die Kabelstränge sind trotz der sorgfältigen Ummantelungen als relativ flexibel zu beschreiben, mit den wunderbaren Flachbandsträngen eines Corsair HX oder Zalman XT können sie allerdings nicht konkurrieren. Trotzdem bewegt sich die Qualität von Steckern und Abschirmungen auf hohem Niveau, einen störrischen Stecker konnten wir in unserem Test nicht herausfiltern. Eventuell vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



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Der Platzbedarf der einzelnen Komponenten gestaltet sich in dem geräumigen Gehäuse sehr übersichtlich und der Wiedererkennungswert typischer Enhance Layouts ist kaum zu leugnen. Die Lötqualität geht weitestgehend in Ordnung und korrespondiert durchaus mit dieser Preisklasse. Die langen Kühlfinnen sehen zwar nicht sonderlich professionell gefertigt aus, unterstützen aber den Airflow und erfüllen somit ihren Zweck und einen Schönheitspreis gilt es an dieser Stelle eh nicht zu gewinnen.
Die Hauptplatine besteht aus der Güteklasse FR3 Material, d.h. es handelt sich demzufolge nicht um Epoxidharz getränkte Glasfasermatten, die eine bessere Kriechstromfestigkeit und optimierte Hochfrequenzeigenschaften besitzen. Die Qualitätsklassen FR1 bis FR3 können dank Pertinax Bestandteilen diesbezüglich also nicht mithalten. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend.
Für die Eingangsfilterung ohne separate Platine, sind neben einem Ferrit Kern entsprechende X (1x) und Y Kondensatoren (2x) geschaltet, die dabei von einem Metal-Oxide Varistor (MOV) und der obligatorischen Schmelzsicherung unterstützt werden. Das Ganze gestaltet sich wesentlich aufwendiger, als in Billig Netzteilen, wo dieser Bereich deutlich sparsamer ausgelegt ist, bevor der Strom dann an die Gleichrichter weitergeleitet wird. Dazu gesellen sich ein großer Trafo für die Hauptversorgung und ein kleinerer für die notwendige 5V Standby-Leitung, die z.B. unsere USB Geräte mit Strom versorgt. Enhance setzt auf einen Elko mit 330 mikroFarad und 420V für den Primärbereich. Er stammt aus dem Hause Nippon-Chemicon, wurde bis 105°C spezifiziert, stammt aus der KMR Qualitätsklasse und signalisiert somit gehobene Qualität. Die Elkos des Sekundärbereiches stammen ebenfalls von Nippon-Chemicon und sind in 105°C Varianten der Güteklasse KZE vorhanden, das wäre durchaus noch ein Regal höher anzusiedeln, als der KMR Elko der Primärkreises. Spulen, X-und Y Kondensatoren und Metal Oxide Varistoren entstammen dem gängigen gehobenen Sortiment aus Japan. Kurz und gut, die Komponentenauswahl wurde sehr konsequent auf Qualität ausgelegt.
Man erkennt aber auch, wo der Rotsift angesetzt wurde, denn die Spulen verfügen nicht über elegante Gummihauben zur Ruhigstellung, sondern werden mit Silicon befeuert, was zwar einen ähnlichen Effekt erarbeitet, aber nicht sonderlich professionell ausschaut. Last bur not least dürfen natürlich die Schrumpfschläuche auf den wichtigen Anschlußverlötungen nicht fehlen, ein sehr wichtiger Beitrag zur internen Netzteilsicherheit. Wer sich immer wieder mal über die seitlichen Plastikfolien wundern sollte, diese Folien dienen dem Schutz vor der Außenhülle, damit Kontaktkurzschlüsse wirksam verhindert werden.
Die so wichtigen Schutzschaltungen fehlen natürlich auch nicht, wobei man gerade diesbezüglich sehr differenzieren sollte, denn nicht überall, wo OCP, OVP usw. draufsteht, sind diese Schutzschaltungen auch wirklich aktiv. Es gibt durchaus Hersteller, die gerne mal diese Schaltungen wegrationalisieren, auch wenn es im Prospekt anders beschrieben steht. Die Motive dafür liegen auf der Hand, die Schutzschaltungen haben negative Auswirkungen auf die Effizienz eines Netzteils und da nur mit hohen Effizienzen gut geworben werden kann, wird gerne schon mal getrickst. Der Verbraucher hat diesbezüglich kaum eine Möglichkeit dies zu überprüfen, erst wenn sein Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten gleich mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. Diesbezüglich besteht bei Sharkoon/Enhance aber kein Grund zur Sorge, chipkontrollierte Schutzschaltungen sind vorhanden und zwar in folgenden Varianten:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen

Auch das Sharkoon Rush Power M Netzteil entspricht selbstverständlich der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht. Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen. Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden. Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen. Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten oder auch deutlich länger dauern. Aber wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt. Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen oder zucken und sofort wieder stillstehen. Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten entsprechend zu erden !





Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Sharkoon Netzteil mit 252,7ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen.
Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt (Raumtemperatur in allen Tests konstant bei 20°C):

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder die Statron 3229.0 Bausteine initiiert werden
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät aufgezeichnet und ständig kontrolliert
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche wurden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Spezialplatine von Enhance gesteckt sind
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in zwei unserer Redaktionsrechner verbaut und in Betrieb genommen

Kommen wir zu den Resultaten für das Sharkoon Rush Power M Netzteil:

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Sharkoon kann unter dem Strich mehr als zufrieden sein, aber der Reihe nach:
Auch wenn die 3,3 und 5Volt Schiene ab 100% Last etwas stärker einbrechen, bewegen sich die Werte immer noch im zulässigen Bereich. Intel neue Nehalem/Lynnfield Systeme ziehen aus der 3,3 Volt Schiene zwar vermehrt Strom, aber auch diesbezüglich besteht anhand der gelieferten 24 Ampere kein Grund zur Sorge. Im Übrigen darf man speziell diesen Strombedarf als überschaubar deklarieren. Aktuelle Highend Technik (insbesondere DC-to-DC Technik) ermöglicht Toleranzen von 1 bis 3% für die 12V/5V und 3,3 Volt Schienen, Netzteile mit durchschnittlichen oder minderwertigen Komponenten erreichen bestenfalls 5%, in der Regel nicht einmal das.
Die 12Volt Schiene konnte kaum ernsthaft in Schwierigkeiten gebracht werden, egal was wir an Last aufgeboten haben, das zwingt uns Respekt ab und spricht für die Arbeit von Enhance. Was uns allerdings weniger gut gefiel, waren die Ripple&Noise Werte für die Schienen 3,3 und 5 Volt, die normalerweise 50mV nicht überschreiten sollten. Nun sind maximal 52 respektive 58mV kein Grund zur Panik, zumal keine nennswerten Bursts oder Spikes zu verbuchen waren, aber etwas mehr Feinschliff dürfte bei der Restwelligkeit und dem Rauschen schon noch möglich sein. Wir sind geneigt dies dem primären Elko von Nippon Chemicon zuzuschreiben, der etwas mehr Kapazität vertragen könnte, also statt 330 mikroFarad eben 390 oder gar 420 mikroFarad. Ein Wechsel auf die neue KMT Serie von Nippon-Chemicon wäre natürlich auch eine Option, zumal diese Elko-Serie speziell für ripple&noise noch weiter optimiert wurde.
Die PFC Werte reissen keine Bäume aus, aber gehen in Ordnung. Dies darf auch vom Lüfter behauptet werden, der alle Testabschlitte ohne auffällige Störgeräusche absolvierte. Da das Netzteil auch bei 100% Last unter 27 dBA bleibt, können wir es durchaus auch lärmempfindlichen Anwendern empfehlen, zumal der übliche Anwendungsbereich bei 20 bis 50% die 20 dBA Schwelle nicht übersteigt.
Die Temperaturen (gemessene Abluft) lagen während alles Testphasen im dunkelgrünen Bereich, was nicht nur für den guten Airflow im Netzteil spricht, sondern auch für das hohe Fördervolumen des Lüfters.
Das leise Surren der Netzteilelktronik bei extremen Lasten werden die allermeisten Anwender kaum zu hören bekommen und fällt in die Kategorie "erwähnswert aber nicht bedenklich". Abschließend sei noch der Standby Verbrauch erwähnt (S5, ausgeschalteter Rechner), der sich bei 0,93 Watt einpendelte, kein überragender aber ein guter Wert.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :



Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Highend Topliste:
Enermax Pro87+ 500 Watt
Silver Power SP-SS750M 750 Watt
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Revolution 85+ 850 Watt
Corsair HX850W 850 Watt
Compucase Cougar S700 700 Watt
Tagan Superrock TG680-U33II 680 Watt
Enermax Modu82+ 625 Watt
Tagan Piperock II TG680-U33II 680 Watt
Zalman ZM660-XT 660 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





In der folgenden Liste präsentieren wir euch noch unsere aktuellen Preis-Leistungs-Empfehlungen, die auch technisch nicht so weit von der Topliste entfernt anzusiedeln sind:

Preis-Leistungs Empfehlungen:
Sharkoon Rush Power M 500 Watt
Arctic Cooling Fusion 550R 550 Watt
Xigmatek Go Green 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS500 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS400 400 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





Fazit:

Sharkoon kann mit dem Rush Power M in fast allen wichtigen Kriterien Pluspunkte sammeln, das gilt insbesondere für das nahezu unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis, die technischen Eigenschaften und auch die Ausstattung trägt einiges dazu bei. Ein 500 Watt Netzteil mit Kabelmanagement, dazu ein durchdachtes Enhance Layout mit hochwertigen Komponenten sind fast schon ein Alleinstellungsmerkmal, wenn es das Arctic Cooling Fusion 550R nicht gäbe.
Die Lautheit des Netzteils wird dank eines recht guten Lüfters und einer funktionierenden Lüftersteuerung angemessen im Zaum gehalten, so daß dieses Netzteil auch in leisen Systemen eingesetzt werden kann. Effizienztechnisch liegt das Rush Power M mit knapp 86% in der Spitze auf 80+ Bronze Kurs, so daß die Zertifizierung nur eine Frage der Zeit sein sollte, auch wenn wir nicht allzu viel auf diese Marketing Zertifizierungen geben. Verkabelung und Anschlüsse wurden sorgsam verarbeitet, außerdem mangelt es nicht an wichtigen Anschlüssen für diese Leistungskategorie, auch wenn sie durchaus etwas länger ausfallen dürften. Weitere Pluspunkte könnte Sharkoon sammeln, wenn man den Hauptkabelstrang durch eine adäquate Muffe stabilisiert. Es existieren auch durchaus noch weitere Aspekte, die verbessert werden könnten, wie beispielsweise die durchschnittlichen Restwelligkeiten der 3,3 und 5Volt Schienen, die nach hochwertigeren Elkos und Drosseln verlangen. Diese beiden Schienen spielen zwar nur eine untergeordnete Rolle, aber es ist eben nicht zu übersehen, wo der Rotstift angesetzt wurde.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung (außen)
• sehr robuste Lackierung
• gute bis sehr gute Effizienz in allen Lastbereichen
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• gute bis befriedigende Ripple and Noise Werte
• sehr hohe Spannungsstabilität
• hohe Leistungsreserven (bis maximal 627 Watt)
• korrekt ansprechende Schutzschaltungen
• befriedigende active PFC-Werte
• sehr gute Eigenkühlung
• recht ausgewogener Lüfter mit störgeräuschfreiem Lager
• kaum Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• gute Integration des Netzteils ins Kühlmanagement des Gehäuses
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• ausreichend lange Kabelstränge
• SLI/Crossfire tauglich
• gute Ausstattung
• hochwertige Bauteile
• sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 53 €)

Minus:
• PFC Werte unter Vollast nur durchschnittlich
• keine stabilisierende Kabelmuffe für den Hauptkabelstrang
• Die Verkabelung wäre noch optimierbar

Mit seinem aktuellen Marktpreis von knapp 53 € stürmt das Sharkoon Rush Power M in der 500 Watt Variante auf Platz 1 unserer Preis-Leistungs Charts und das mit Recht. An dieser Stelle wollen wir nicht verschweigen, das auch noch eine 400 Watt Version existiert, die ähnlich interessant zu beurteilen wäre, zumal sie ebenfalls über ein sehr ähnliches Enhance Layout verfügt und noch mal gute 10 € weniger kostet.
Noch eine Anmerkung in eigener Sache: dieser Sharkoon Test war erst der Anfang, wir werden in den nächsten Wochen und Monaten noch einige Netzteile unerkannt bei x-beliebigen Händlern einkaufen, um den inzwischen wieder hochschwappenden "Golden Samples" aus dem Weg zu gehen, die naturgemäß sehr wenig mit dem tatsächlichen Produkt im Händlerregal zu tun haben...



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Sharkoon Rush Power M 500 Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold







Weiterführende Links:



Sharkoon

Händlernachweis




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