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Achtung Enermax ErPro 80+ 400Watt Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Enermax ErPro 80+ 400Watt Netzteil







Einleitung:

In unserer aktuellen 400 Watt Testreihe darf natürlich der Nachfolger der Enermax Eco80+ Serie nicht fehlen. Das neue ErPro 80+ Netzteil ist insbesondere effizienztechnisch überarbeitet worden und soll das qualitativ etwas unterbesetzte Marktsegement der Einsteigernetzteile bedienen. Allerdings sollte man die Schublade "Einsteiger" dabei nicht überstrapazieren, denn technisch wird auch hier schon einiges geboten, zumindest von den arrivierten Herstellern.
Ein 120mm Lüfter aus der vorzüglichen Enermax Twister-Serie verspricht einen laufruhigen Betrieb in allen Aggregatszuständen. Umfangreiche Schutzschaltungen sind genauso implementiert worden wie eine Verbesserung der 5-Volt-Standby-Schiene (+5Vsb), um der ErP Lot 6 EU-Ökodesignrichtlinie gerecht zu werden. Kann das neue ErPro 80+ unsere Preis-Leistungs Rangliste noch einmal zurechtrücken und sich auch technisch im harten Praxisalltag durchsetzen? Diese und weitere Fragen klären wir in unserem ausführlichen Review, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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• Enermax ErPro 80+ 400Watt Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• 4 Schrauben
• 2 Klettbänder
• Kurzanleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: Enermax
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 400 Watt
• 120 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 384 Watt (32 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 20 A
• +5,0 Volt: 20 A
• +12 Volt V1: 22 A
• +12 Volt V2: 22 A
• -12 Volt: 0,6 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Standards: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC (bis zu 99%)
• Lüfter: 120mm (Twister Gleitlager)
• Kabelmanagement: nein
• Gruppenregulierung: ja
• DC-to-DC Technik: nein
• LLC-Resonanzwandler: nein
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: nein
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP AC (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• UVP DC (Under Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• SIP (Surge and Inrush Protection) - Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×140mm)
• Gewicht: 1,67Kg (ohne Verpackung)
• bisherige Varianten: 350, 400, 500 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 61€ (400 Watt)
• Zertifikate: 80+
• Garantie: 3 Jahre




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Das kleine Paket enthüllt auch ein "kleines" Netzteil, mit seinen 150×86×140mm bewegt sich deutlich innerhalb der ATX-Norm und sollte auch kleine Tower platztechnisch nicht überfordern. Als Zubehör finden wir neben dem Kaltgerätekabel und vier Schrauben immerhin zwei ausreichend lange Klettbänder und etwas Infomaterial, das aber keineswegs ein ordentliches Handbuch ersetzen kann.
Dank der nativen Kabel (fest integriert) existieren natürlich keine Anschlußports für ein Kabelmanagement, die nicht selten das Netzteil-Gehäuse noch zusätzlich um einige mm verlängern. Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt, so soll es zumindest im Idealfall sein. Der erste Qualitätseindruck der Netzteil-Außenhaut ist sehr positiv, die Lackierung wurde gleichmäßig und deckend aufgetragen, die Kratzfestigkeit liegt auf einem recht hohen Niveau.

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Eine schützende Kabelmuffe für den Kabelstrang wurde nicht vergessen und das ist gut so, denn die Kanten des Netzteilgehäuses könnten sonst im schlechtesten aller Fälle auf die Kabelisolierungen schädigend einwirken. Das Lüftergitter ragt 0,2mm über das Netzteilgehäuse hinaus, das ist nicht viel, kann aber trotzdem zu Problemen führen. Wir erinnern uns: Probleme treten bei überstehenden Lüftergitter auf (z.B. beim Cooler Master Stacker STC-T01), wenn das Lüftergitter auf den seitlichen oder hinteren Auflagen für das Netzteil aufliegt und die Bohrungen für die Verschraubung des Netzteils am Gehäuse dadurch um wenigstens einen Millimeter verlagert werden. Wer das Netzteil in einem aktuellen Lian Li/Lancool Gehäuse verbauen möchte, wird sehr oft mit den neuen Netzteilklammern konfrontiert, die auf Grund ihrer strammen Umklammerung das Gitter samt Emblem durchaus zerdrücken könnten, so man das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbauen möchte. Umgehen kann man das Problem im Falle des Enermax Netzteils versuchsweise dadurch, in dem man das Lüftergitter abschraubt ->dreht und wieder befestigt, so ragt das Gitter zwar minimal ins Netzteilinnere aber blockiert den Lüfter nicht. Vorsicht: das ist keine allgemein gültige Maßnahme, wir haben schon genug Netzteile erlebt, wo diese Maßnahme nicht griff, weil der Lüfter blockiert wurde !
Gewichtstechnisch liefert unsere geeichte Waage nichts außergewöhnliches zu Tage, mit seinen 1672 Gramm Gewicht liegt das Enermax Netzteil in etwa auf dem Niveau vergleichbarer Netzteile dieser Leistungsklasse. Wobei wir die Kabel dazu rechnen dürfen, denn die können wir auf Grund der nativen Anbindung natürlich nicht abklipsen. Das Gewicht mag auf den ersten Blick keine Rolle spielen, aber es existieren noch genug PC Tower, die im oberen Bereich nur sehr wacklige Aufnahmen bieten. Werden sie im Gehäuseboden verschraubt, spielt das Gewicht mit Ausnahme von Lan-Parties ohnehin eine untergeordnete Rolle.

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Enermax setzt beim ErPro 80+ prinzipiell auf Lüfter mit dem hauseigenem Twister Lager und diesen Schritt können wir nur begrüßen, zumal sich diese Lüfter nicht nur in unseren bisherigen Lüfter Roundups glänzend in Szene setzen konnten, sondern weil sie dank dieser erstklassig austarierten Lagerungstechnik für Netzteile geradezu prädestiniert sind.

• OEM: Power Cooler
• Kennnummer: ED122512H
• Lagerung: Gleitlager
• Gewicht: 114g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 9
• Betriebsspannung: 12 Volt
• max. Lautheit: ca. 18dBA
• MTBF: ca. 100.000 Stunden
• max. Volumentransport (CFM): 142,6m³/Std ( 83,9cfm)
• max. Geschwindigkeit: ca. 450 bis 1800 U/min
• Stromaufnahme: 3,6 Watt (0,3A)
• Anschluß: 4-pin

Montiert wurde der Lüfter sinnvollerweise blasend, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt, auch wenn dies beileibe nicht seine Primäraufgabe darstellt. Die Enermax SpeedGuard II Lüftersteuerung regelt den Lüfter sowohl Last-als auch Temperaturabhängig in einem Bereich von 450 bis 1800 U/Min. Das bedeutet in der Praxis, das der Lüfter bis etwa 50% Last mit 450 U/Min rotiert und sich dann kontinuierlich bis zur maximalen Last steigert, wo er dann mit 1800 U/min rotiert. Auf eine Nachlaufsteuerung, die wir ohnehin für überflüssig erachten, wurde verzichtet. Hocheffiziente Netzteile benötigen dies im Normalfall nicht und wenn unser System keine Gehäuseläufter besitzen würde, wäre der erste Schritt zu einer optimalen Be-und Entlüftung entsprechende Gehäuselüfter zu kaufen, damit das Netzteil eben nicht mit der kompletten Abluft des Systems konfrontiert wird. Bei den allermeisten aktuellen PC-Gehäusen sitzt das Netzteil ohnehin auf dem Gehäuseboden und kümmert sich nahezu ausschließlich um sich selbst, insofern entfällt eine Legitimation für eine Nachlaufsteuerung, die nur unnötig Strom verbraucht.



Die Verkabelung:

Was die Verkabelung angeht, so hat sicherlich jeder Anwender seine Vorlieben, der eine mag es gern aufwendig gesleeved sprich sorgfältig ummantelt, der andere bevorzugt Kabelmanagement, um im PC-Gehäuse weitestgehend Ordnung zu halten. Oder eben auch beides, wobei auf die Qualität der Ummantelungen in der Regel viel Wert gelegt wird.

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Enermax kann in diesem Preissegement genauso wenig wie die Mitbewerber ein Kabelmanagement realisieren. Ob Kabelmanagement nun prinzipiell sinnvoll ist oder nicht, kann man natürlich kontrovers diskutieren, das ändert aber nichts an zwei Fakten:

1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren. Trotz alledem erfreut sich Kabelmanagement höchster Beliebheit, auch wenn es keinen technischen Vorteil, dafür aber höhere Preise erarbeitet.

Die Verkabelung nebst Ummantelungen kategorisieren wir als angemessen hochwertig und die einzelnen Kabellängen sollten für die allermeisten PC-Gehäuse ausreichend bemessen sein, wobei die Enermax Stränge in einem Big-Tower eventuell etwas knapp werden könnten. Für unsere Grafikkarten integriert Enermax immerhin zwei PCI-E Stränge nebst Anschlüsse, das wiederum ist vorbildlich einzustufen. Daran kann und muß sich auch die Konkurrenz messen lassen, die diesbezüglich deutlich weniger zu bieten hat.
Insgesamt vier SATA-Stecker erachten wir als angemessen, dies gilt auch für die PATA-Steckerbelegung, denn auch die vier 4-pin Molex Stecker, leider ohne die praktische Herausziehhilfe, haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Floppy-Anschlüsse fehlen nicht, in einen der ATA-Stränge wurde ein entsprechender Stecker eingebunden.
Die Verkabelungsoptionen und Kabellängen des Enermax ErPro 80+ 400Watt Netzteil gestalten sich wie folgt:

• 4x4-pin Molex-PATA (45cm+10cm+10cm+10cm lang, nativ)
• 4xSATA (45cm+10cm lang, nativ)
• 1x FDD (65cm, nativ)
• 2x PCI-Express 6+2-pin Stromanschluß (45cm lang, nativ)
• 1x 8pin ATX12V/EPS12V (4x4 auftrennbar, 60cm lang, nativ)
• 1x 24 Pin Mainboard-Stromanschluß (20+4 auftrennbar, 45cm lang, nativ)

Eventuell vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



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In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen.

Die FR3-Platine des überarbeiteten Enermax Layouts besteht aus analog zum Antec, Cougar SE400 und be quiet Straight Power E8 Netzteil aus Epoxidharz + Papier, also ist frei von Phenolharz und dementsprechend auch frei von gesundheitsschädlichen Aldehyden. Unangenehm riechen kann diese verbesserte Mixtur anfangs trotzdem, was in unserem Test aber nicht der Fall war. Dazu noch ein paar Infos: FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und bessere Hochfrequenzeigenschaften. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Lötqualität können wir als befriedigend bis gut attestieren, in dieser Preisklasse beileibe kein Selbstläufer.
Kommen wir zur Eingangsfilterung, die Platine des EIN-Ausschalters ist in Verbindung mit einem X-Kondensator und zweier Y-Kondensatoren (blau), einem Ferritkern und einem MOV (Metalloxid Varistor) für einen Teil der AC Filterung zuständig. Dazu gesellen sich ein großer Trafo von Rong Chyuan und ein kleinerer (ebenfalls von Rong Chyuan) für die notwendige 5V Standby-Leitung, damit auch unsere USB Geräte versorgt werden.
Beim großen primären Elko setzt Enermax auf ein recht gutes Exemplar von Panasonic mit einer Kapazität von recht mageren 220 mikroFarad und einer Spannungsfestigkeit von 400Volt bei 85°C. Die Elkos des sekundären Bereiches stammen teilweise von Nippon-Chemicon, von Panasonic und sind als Mainstream-Auswahl zu kategorisieren. Die Mosfets, Schottky-Dioden und der Controller für das aktive PFC (CM 6802 von Champion-Micro) entstammen ebenfalls dem üblichen Mainstream Regal, nichts besonderes aber durchaus nicht minderwertig. Last but not least dürfen natürlich die Schrumpfschläuche auf den wichtigen Anschlußverlötungen nicht fehlen, ein sehr wichtiger Beitrag zur internen Netzteilsicherheit.
Die gerne zitierten Schutzschaltungen fehlen auch beim Enermax nicht, wobei man gerade diesbezüglich sehr deutlich differenzieren sollte, denn nicht überall, wo OCP, OVP usw. draufsteht, sind diese Schutzschaltungen auch wirklich aktiv respektive überhaupt vorhanden. Es gibt durchaus Hersteller, die gerne mal diese Schaltungen wegrationalisieren, auch wenn es im Prospekt anders beschrieben steht. Die Motive dafür liegen auf der Hand, die Schutzschaltungen haben negative Auswirkungen auf die Effizienz eines Netzteils und da nur mit hohen Effizienzen gut geworben werden kann, wird gerne schon mal getrickst. Der Verbraucher hat diesbezüglich kaum eine Möglichkeit dies zu überprüfen, erst wenn sein Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten gleich mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. Diesbezüglich besteht beim Enermax Layout aber kein Grund zur Sorge, chipkontrollierte (Silicon Touch PS223) Schutzschaltungen sind vorhanden und zwar in folgenden Varianten:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP AC (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• UVP DC (Under Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• SIP (Surge and Inrush Protection) - Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Auch das Enermax Netzteil entspricht selbstverständlich der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift. Die neue EuP Richtlinie zur Minimierung der Standby-Verluste (weniger als 0,3 Watt) wurde für das Netzteil ebenfalls umgesetzt.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht. Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen. Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden. Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen. Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten oder auch deutlich länger dauern. Aber wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken, nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt. Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen oder zucken und sofort wieder stillstehen. Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten entsprechend zu erden !





Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Enermax Netzteil mit 216,8ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder die Statron 3229.0 Bausteine initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät aufgezeichnet und ständig kontrolliert, sowohl in der Netzteilabluft als auch an den Hotspots des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren beiden Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1100 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle berücksichtigt.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 31 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 28 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 41 Ampere Belastung ab

Die OVP (Überspannungsschutz) funktioniert ebenfalls sehr klar definiert und einwandfrei:

• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,11 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,43 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,29 Volt Spannung ab

Die Stützzeit lag auf allen Schienen sehr knapp über den geforderten 17ms: 12Volt= 17,66ms, 5Volt=18,24ms, 3,3Volt=18,71ms, was sicherlich auch in dem etwas schwach dimensionierten primären Elko begründet ist.
Das Enermax ErPro 80+ liegt klar innerhalb der 80+ Bronze Kriterien ((82% bei 20% Last, 85% bei 50% Last, 82% bei 80%Last), zumindest wenn das europäische Stromnetz als Maßstab gilt und hier werden anstatt 115VAC eben 230VAC genutzt, was die Werte geringfügig höher ausfallen läßt. Die Qualität der Restwelligkeitsunterdrückung sprich Ripple&Noise ist im Vergleich zum exzellenten Enermax Pro425+ II etwas schlechter einzustufen, aber immer noch im grünen Bereich angesiedelt.
Nun wissen wir ja mittlerweile, das Intels Nehalem/Lynnfield Systeme aus der 3,3 Volt Schiene wieder vermehrt Strom abzwacken. Das stellt dieses Netzteil aber angesichts der zur Verfügung gestellten 20 Ampere vor keine größeren Probleme, auch wenn die 3,3 Volt-Schiene gruppenreguliert angesteuert wird. Ein kleiner Crossload-Test brachte lediglich die Erkenntnis, das sich das Enermax auch davon nicht aus der Ruhe bringen läßt, die Stabilität war auch hier vorbildlich zu bewerten.
Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, das Enermax Netzteil wie gewohnt 14 Tage auf etwaige Störgeräusche in unseren Rechnern zu testen, denn es wird ja im Zusammenhang mit dem einen oder anderen Sockel 1155, 1156 oder 1366 Mainboard durchaus mal von Spulenfiepen o.ä. Geräuschen berichtet. Davon kann in unserem Fall allerdings keine Rede sein. Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations deaktivieren). Darüber hinaus sollten auch die Windows Energiesparmaßnahmen abgestellt werden. Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können. Sollte auch über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung bewirkt werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschreckt werden.
Der Enermax Twister Lüfter gehört fraglos zu den besten seiner Zunft und ist insbesondere was die Lagerqualität angeht, kaum zu überbieten. Dies hat sich in unserem Test wieder eindrucksvoll erwiesen, keinerlei störende Schleif-oder Störgeräusche waren zu vermelden. Zum Abschluß unseres Tests noch ein Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich bei 0,31 Watt einpendelt, ein angesichts der aufgewendeten Technik sehr guter Wert, was auch bereits der EU-Richtlinie ErP Lot 6 entsprechen würde, die im Standby einen Verbrauch von unter 1Watt einfordert.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :



Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Highend Topliste:
Seasonic X-560
Seasonic X-460 Fanless
Corsair AX850
Seasonic X-750
Enermax Pro87+ 500 Watt
Silver Power SP-SS750M 750 Watt
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Modu87+ 700 Watt
Corsair HX850W 850 Watt
Corsair HX750W 750 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





In der folgenden Liste präsentieren wir euch noch unsere aktuellen Preis-Leistungs-Empfehlungen, die auch technisch nicht allzu weit von der Topliste entfernt anzusiedeln sind:

Preis-Leistungs Empfehlungen:
be quiet! Straight Power E8 400W
Enermax ErPro 80+ 400Watt
Antec High Current Gamer 400Watt
Enermax Pro82+ II 425 Watt
Cougar SE 400
Scythe Stronger 500 Plug-in
Sharkoon Rush Power M 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS500 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS400 400 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





Fazit:

Das neue Enermax ErPro 80+ 400Watt Netzteil darf als würdiger Nachfolger der Eco80+ Serie definiert werden, 14 Tage Test haben diese Erkenntnis deutlich signalisiert. Die Effizienz wurde nochmals verbessert, insofern wäre das 80+ Bronze Emblem zumindest in der EU berechtigt. Viel wichtiger als dieses fragwürdige Emblem sind aber die technischen Resultate: Stabilität, Stützzeit und funktionierende Schutzschaltungen stehen nicht zur Diskussion, daran gäbe es kaum etwas zu bemängeln. Dies trifft auch auf die Qualität der so wichtigen Restwelligkeitsunterdrückung zu, die wir als gut einstufen, auch wenn diesbezüglich das Enermax Pro82+ II immer noch die Referenzposition inne hat. Als exxzellent beurteilen wir den Lüfter mit dem Twister Lager, der einem be quiet SilentWing in nichts nachsteht und dem ErPro Netzteil das Sahnehäubchen aufsetzt. Dadurch agierte dieses Netzteil in unserem Test nicht nur sehr leise, sondern auch sehr ausgewogen, lagerungs-motivierte Störgeräusche sind ihm völlig fremd.
Einige Kritikpunkte ziehen sich bei Enermax leider wie ein roter Faden fast durch alle Serien, insofern waren wir eigentlich kaum überrascht, dass das Lüftergitter auch beim ErPro 80+ übersteht. Enttäuscht waren wir von der sehr mäßigen Lötqualität, das kann Enermax deutlich besser, wenn auch vielleicht nicht in dieser Preisklasse. Die Kabelummantelungen könnten durchaus etwas weiter reichen und Steckerausziehhilfen wären ein Segen.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung der Außenhaut, wertige Haptik
• robuste sehr gute Lackierung
• sehr hohe Effizienz (ab 20% Last)
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• sehr gute Spannungsstabilität und befriedigende Stützzeiten
• gute Ripple and Noise Werte
• recht hohe Leistungsreserven (bis 527 Watt)
• korrekt ansprechende umfangreiche Schutzschaltungen
• kaum Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• weitestgehend effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• noch ausreichend lange Kabelstränge
• stellenweise hochwertige Bauteile
• erstklassiger laufruhiger Lüfter
• befriedigende Komponentenauswahl
• noch ausreichendes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 60 €)
• lange Garantiezeit: 3 Jahre

Minus:
• Effizienz und PFC bis 20% Last könnten noch etwas höher ausfallen
• Kabellängen, Stecker und Isolierung optimierfähig
• Lüftergitter steht 0,2mm über
• Lötqualität verbesserungsbedürftig

Summa Summarum beschert uns Enermax ein sehr gutes Netzteil in der Klasse der bezahlbaren Stromversorger und wenn der Preis noch 10 € weiter nach unten rutschen würde, dürfte sich Enermax nicht wundern, wenn kein Kunde mehr nach einem Enermax Pro82+ II fragt...
Das Enermax ErPro 80+ war noch lange nicht das letzte Netzteil, das wir in dieser Leistungskategorie testen, es geht demnächst weiter mit einigen kleineren und größeren Überraschungen, also: stay tuned...





Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Enermax ErPro 80+ 400Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









Weiterführende Links:



Enermax

Händlernachweis



Wir bedanken uns bei Enermax Deutschland sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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