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Achtung Seasonic X-750 Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Seasonic X-750 Netzteil







Einleitung:

Das Duell der Giganten geht in die zweite Runde, nach unserem Enermax Pro87+ 500 Watt Review, steht das X-750 Flaggschiff von Seasonic aus der laufenden Produktion auf dem Redaktionstisch, um die Verhältnisse nach Möglichkeit wieder zurechtzurücken. Dieses Netzteil geisterte schon einige Zeit durch die Medien und IT-Messen, wurde letztendlich im Oktober 2009 zur Marktreife fertig entwickelt und kann jetzt seit ein paar Monaten gekauft werden. Die Features lesen sich wie das Who-is-Who im Netzteil Segement: DC-to-Dc Technik, LLC Resonanzwandler und jede Menge Polymer-Aluminium-Kondensatoren, um nur einige wesentliche Aspekte zu erwähnen. Darüber hinaus arbeitet das Netzteil bis zu einer Last von 20% passiv, eine weitere Neuerung, die allerdings auch etwas überrascht, zumal Seasonic diesbezüglich eigentlich eher konservativ eingestellt war.
Höchste Zeit also, diesem Boliden sehr genau auf die Elkos zu schauen, zumal Enermax die Messlatte ja bekanntlich wieder ein Stückweit nach oben geschraubt hatte. Wir wünschen euch gute Unterhaltung bei diesem sicherlich sehr spannenden Konkurrenzkampf...




Lieferumfang:

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• Seasonic X-750 Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• modulare Kabelstränge mit Tasche
• Schrauben, Case Badge
• Handbuch (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: Seasonic
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 750 Watt
• 125 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 744 Watt (62 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 25 A
• +5,0 Volt: 25 A
• +12 Volt: 62 A
• -12 Volt: 1 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Versionen: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC: ja
• Lüfter: 120mm mit S²FC Controller
• Kabelmanagement: ja (vollmodular)
• DC-to-DC Technik: ja
• LLC-Resonanzwandler: ja
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: kompletter sekundärer Filterbereich incl. VRM Platine
Schutzmechanismen:
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160) mm
• Gewicht: 1,74 Kg (ohne Verpackung)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• MTBF: keine Angaben
• aktueller Marktpreis: ca. 155 €
• bisherige Varianten: 650 und 750 Watt
• Zertifikate: 80 Plus Gold
• Garantie: 5 Jahre

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit eines Lüfters. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Lüftern im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Lüfter beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen ->Einsatzdauer ->Ein-Ausschaltvorgänge usw. Eine solche Behauptung stellt im Übrigen kein Hersteller auf, schließlich kann auch kein Hersteller seine Lüfter jahrelang am Stück getestet haben, zumal 100.000 Stunden über 10 Jahre bedeuten würden.
Die gerne bei Netzteilen beschriebene MTBF Angabe bei 25°C hat mit der Realität auch nicht viel zu tun, da Netzteile sehr selten Raumtemperaturen entwickeln...




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Die edel anmutende Verpackung entpuppt ein ebenso wertig designtes Netzteil, das mit goldenen Applikationen sehr deutlich seine aktuelle Zertifizierung signalisiert. Die Kabelstränge wurden in zwei dazu passenden schwarz-goldenen Taschen verpackt und dann sind neben dem Case Badge, den Schrauben und dem Kaltgerätekabel schon alle wesentlichen Dreingaben aufgezählt. Ein mehrsprachiges Handbuch fehlt natürlich auch nicht, wohl abermals die so nützlichen Kabelbinder, was angesichts des Preises schon sehr enttäuscht.
Mit einer Bautiefe von 160mm bewegen wir und noch innerhalb der ATX Vorgaben, so daß es zu keinerlei Einbauproblemen in aktuellen PC-Gehäusen kommen sollte. Das gestanzte Lüftergitter ist gänzlich neu, sehr engmaschig und schließt leider nicht plan mit der Gehäuseoberfläche ab. Diese knapp 1,9mm Überstand müssen nicht, aber können Einbauprobleme verursachen. Der Grund dafür ist auch sehr einleuchtend: wer das Netzteil in einem aktuellen Lian Li/Lancool Gehäuse verbauen möchte, wird mit den neuen Netzteilklammern konfrontiert, die das Gitter samt Emblem durchaus zerdrücken können, wenn man das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbauen möchte. Ansonsten hinterläßt die Außenhülle samt aufwendiger Pulverlackierung einen sehr hochwertigen Eindruck, der durchaus mit den hohen Ansprüchen und dem anvisierten Preissegment korrespondiert.

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Die obligatorischen gitterförmigen Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt, zumal die Abwärme ja schnellstens aus dem Netzteil herausbefördert werden soll. Auf kontraproduktive hintere oder seitliche Belüftungsöffnungen hat Seasonic gänzlich verzichtet und das macht Sinn, denn durch die kann im schlechtesten Fall zusätzlich noch warme Abluft aus dem Rechnerinneren eindringen.
Die Anschlußports für das Kabelmanagement ragen 2mm über das Netzteil-Heck hinaus, dadurch wird das Netzteil unnötigerweise um eben diese 2mm verlängert, was in der Praxis aber kaum eine Rolle und auf der anderen Seite zusätzlichen Platz im Innenraum schafft. Unsere geeichte Waage liefert einen relativ leichten Corpus, knappe 1,8Kg sollten auch strukturell labile Netzteilaufnahmen bewältigen können.

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Der 120mm Lüfter entstammt dem Sortiment von Sanyo Denki, die man ausgenommen von Seasonic leider relativ selten in aktuellen Netzteil Layouts antrifft und weißt folgende Hersteller-Kenndaten auf:

• OEM: Sanyo Denki
• Kennnummer: San Ace 9S1212P4M61
• Lagerung: doppeltes Kugellager
• Gewicht: 140g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 7
• Betriebsspannung: 10,8 bis 13,2 Volt
• max. Lautheit: ca. 28dBA
• MTBF: ca. 40.000 Stunden bei 60°C
• max. Volumentransport (CFM): 58,59 (99,6 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 1850U/min (+ /- 220U/min)
• maximale Stromaufnahme: 1,8 Watt
• Anschluß: 4-pin PWM

Montiert wurde der Lüfter sinnvollerweise blasend, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt, auch wenn dies beileibe nicht seine Primäraufgabe darstellt. Der Lüfter wird über die bewährte Smart & Silent Fan Control (S2FC) temperaturabhängig angesteuert, aber gänzlich anders, als bisher von Seasonic gewohnt. Bis 20% Last läuft der Lüfter gar nicht, d.h. das Netzteil arbeit passiv gekühlt. Erst ab 20% Last schaltet der Lüfter in den sogenannten "Silent Mode", in dem er bis zum Erreichen der 50% Lastmarke bleibt, erst dann wird der Lüfter in den "Cooling-Modus" versetzt, wo mehr Wert auf Sicherheit als auf Geräuscharmut gelegt wird. Was dies in effktiven Zahlen bedeutet, reflektieren wir in unserem Testkapitel...





Die Verkabelung:

Was die Verkabelung angeht, so hat sicherlich jeder Anwender seine Vorlieben, der eine mag es gern aufwendig gesleeved sprich sorgfältig ummantelt, der andere bevorzugt Kabelmanagement, um im PC-Gehäuse weitestgehend Ordnung zu halten. All dies wird von Seasonic abgedeckt, allerdings mit ein paar Differenzierungen im Vergleich zu den Mitbewerbern. Einen nativen Hauptkabelstrang suchen wir nämlich vergebens, denn das Seasonic X-750 wurde vollmodular ausgelegt, d.h. auch der Hauptkabelstrang muß für die Inbetriebnahme erst einmal angeschlossen werden. Rein technisch macht dies wenig bis gar keinen Sinn, denn ohne Hauptkabelstrang sprich 24 Pin Mainboard-Stromanschluß laufen Netzteile relativ selten an. Auf der anderen Seite ließe sich ein defekter Hauptkabelstrang genauso problemlos austauschen, wie alle anderen modularen Stränge.

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Die gut beschrifteten Kabelports harminieren sehr gut mit den Steckern, was ja durchaus keine Selbstverständlichkeit darstellt. Wir hatten schon genug Testprobanden, wo Stecker und Port keine enge Beziehung miteinander eingehen wollten. Nicht so beim Seasonic, über einen klar definierten Einrastpunkt wird die Verbindung hergestellt und auch ohne Gewalt auch wieder gelöst. Grundsätzlich darf man die Güte der Seasonic Verkabelung als sehr hochwertig bezeichnen, die Ummantelungen wurden äußerst akkurat angefertigt und die Flexibilität der modularen Stränge ist ausreichend, um sie im PC-Gehäuse nach Wunsch zu verlegen. Bezüglich der Flexibilität kann die Verkabelung von Seasonic allerdings nicht mit den modularen Flachbandkabeln von Corsair, Zalman oder Silver Power mithalten.
Ob Kabelmanagement nun sinnvoll ist oder nicht, kann man natürlich kontrovers diskutieren, das ändert aber nichts an zwei Fakten:

1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren.
Trotz alledem erfreut sich Kabelmanagement höchster Beliebheit, auch wenn es in keinem technischen Vorteil aber grundsätzlich höheren Preisen resultiert.

Die Verkabelungsoptionen und Kabellängen des Seasonic X-750 gestalten sich wie folgt:

• 8x 4-Pin Molex (PATA) Stromanschlüsse (35cm bis 92cm lang, modular)
• 8x S-ATA Connectoren (35cm bis 92cm lang, modular)
• 2x Floppy Y-Adapter (16cm lang, modular)
• 4x PCI-Express 6/8-pin Stromanschluß (58cm lang, modular)
• 2x 4+4 pin ATX12V/EPS12V (in 4+4 auftrennbar, 58cm lang, modular)
• 1x 4 pin ATX12V/EPS12V (58cm lang, modular)
• 1x 24 Pin Mainboard-Stromanschluß (20+4 auftrennbar, 58cm lang, modular)

Die einzelnen Kabellängen sollten im Normalfall auch für große PC-Tower ausreichen, auch wenn das Netzteil immer häufiger am Gehäuseboden befestigt werden muß. Über einen Mangel an Anschlüssen kann sich ansonsten niemand beklagen. Die SATA-Stränge sollten sich auch in größeren Towern noch ausreichend versteckt verlegen lassen. An der PATA-Steckerbelegung gibts es ebenfalls nichts auszusetzen, denn auch die acht 4-pin Molex Stecker inklusiver ihrer praktischen Herausziehhilfe haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Eventuell vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



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In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen.
Eines fällt sicherlich jedem sofort auf, der Innenraum wirkt unglaublich akkurat aufgeräumt und verfügt im Grunde über keine Kabel. Selbst die Platine und Steuerungselemente für den DC-to-DC Bereich hat Seasonic aus dem Innenraum verbannt und hinter der Platine fürs Kabelmanagement versteckt. Kühlkörper sind ebenso Mangelware, lediglich die Leistungstransistoren von und die Mosfets erhielten einen überschaubar dimensionierten Wärmeableiter aus Aluminium. Der GBJ1506 Brückengleichrichter erhielt auch noch einen kleinen Kühlkörper, aber das war es dann bereits in dieser Hinsicht. Auch an dieser Fräsarbeit von Seasonic wird keinen Schönheitspreis gewinnen können, aber darauf kommt es schlußendlich auch nicht an.
Sämtliche Platinen bestehen aus mit Epoxidharz getränkten Glasfasermatten und somit schon der gehobenen Qualitätsklasse FR5, im Gegensatz zu den deutlich billigeren Pertinax Platinen FR1 bis FR3. FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und bessere Hochfrequenzeigenschaften. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Lötqualität bewegt sich auf sehr hohem Niveau, daran gibt es absolut nichts zu bemängeln.
Kommen wir zur Eingangsfilterung, die sich aus einem selten anzutreffenden Netzfilter von Yunpen sowie dem üblichen X-Kondensator, aus zwei Y-Kondensator (blau), zwei Drosseln, einer Schmelzsicherung und einem MOV (Metalloxid Varistor) besteht. Damit ist es aber noch nicht getan, die Eingangsfilterung setzt sich auf der Hauptplatine fort und besteht aus einem zusätzlichen X-Kondensatoren und zwei weiteren X-Kondensatoren, die direkt hinter den beiden primären Kondensatoren sitzen. Das Ganze gestaltet sich deutlich aufwendiger, als in Billig Netzteilen, wo dieser Bereich überaus sparsamer ausgelegt ist, bevor der Strom dann an die Gleichrichter weitergeleitet wird. Dazu gesellen sich ein großer Trafo für die Hauptversorgung und ein kleinerer für die notwendige 5V Standby-Leitung, die z.B. unsere USB Geräte mit Strom versorgt.
Seasonic setzt bei den beiden großen Elkos des primären Stromkreises auf KMR Exemplare von Nippon-Chemicon, die jeweils über 390mikroFarad Kapazität bei 400Volt verfügen und bis 105°C ausgelegt sind. Die Elkos des Sekundärbereiches stammen ebenfalls von Nippon-Chemicon und sind nahezu unisono als Polymer-Aluminium-Kondensatoren vorhanden, was übrigens auch für die Elkos der Kabelmanagement-Platine incl. VRM gilt. Das ist eine kluge Entscheidung, zumal eine optische Leckagen Erkennung äußerst schwer fällt, von der schwierigen Kühlung dieses Bereiches ganz zu schweigen. Spulen, X-und Y Kondensatoren und Metal Oxide Varistoren entstammen ansonsten dem gängigen gehobenen Sortiment aus Japan. Kurz und gut, die Komponentenauswahl wurde sehr konsequent auf allerhöchste Qualität ausgelegt. Last but not least dürfen natürlich die Schrumpfschläuche auf den wichtigen Anschlußverlötungen nicht fehlen, ein sehr wichtiger Beitrag zur internen Netzteilsicherheit.
Die so wichtigen Schutzschaltungen fehlen natürlich auch nicht, wobei man gerade diesbezüglich sehr differenzieren sollte, denn nicht überall, wo OCP, OVP usw. draufsteht, sind diese Schutzschaltungen auch wirklich aktiv. Es gibt durchaus Hersteller, die gerne mal diese Schaltungen wegrationalisieren, auch wenn es im Prospekt anders beschrieben steht. Die Motive dafür liegen auf der Hand, die Schutzschaltungen haben negative Auswirkungen auf die Effizienz eines Netzteils und da nur mit hohen Effizienzen gut geworben werden kann, wird gerne schon mal getrickst. Der Verbraucher hat diesbezüglich kaum eine Möglichkeit dies zu überprüfen, erst wenn sein Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten gleich mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. Diesbezüglich besteht beim Seasonic Layout aber kein Grund zur Sorge, chipkontrollierte (Silicon Touch PS223) Schutzschaltungen sind vorhanden und zwar in folgenden Varianten:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen

Auch das Seasonic X-750 Netzteil entspricht selbstverständlich der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht. Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen. Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden. Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen. Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten oder auch deutlich länger dauern. Aber wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?
Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt. Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen oder zucken und sofort wieder stillstehen. Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten entsprechend zu erden !





Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Seasonic Netzteil mit 257,1ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder die Statron 3229.0 Bausteine initiiert werden
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät aufgezeichnet und ständig kontrolliert
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel sowohl in der Netzteilabluft und an den Hotspots des Netzteils.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche wurden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Spezialplatine von Enhance gesteckt sind
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren beiden Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Die 80+ Gold Zertifizierung (Gold: 87, 90 und 87 Prozent bei 20, 50 und 100 Prozent Auslastung) ist bei diesem Netzteil eigentlich schon fast schmückendes Beiwerk und alles andere als eine Effizienz deutlich über 90% wäre nach der Entwicklungszeit und dem Komponentenaufwand auch die schiere Enttäuschung. Dieses Netzteil setzt aber noch viel relevantere Bestmarken und das sind vor allem überragende Ripple&Noise Werte auf allen Leistungsschienen, die wir in dieser Güte noch nicht gemessen haben. Wenn man wirklich von Spannungsqualität und minimaler Restwelligkeit sprechen darf, dann bei diesem Netzteil. Das gänzliche Fehlen von störenden Spikes oder Bursts unterstreicht dieses hervorragende Resultat.
Die Spannungsstabilität bewegt sich auf ähnlich hohem Niveau und leistet sich auch bei 110% Last keinerlei Ausfallerscheinungen. Das die Toleranzwerte erfreulich niedrig angesiedelt sind, wollen wir natürlich auch nicht unter den Tisch fallen lassen. Aktuelle Highend Technik (insbesondere DC-to-DC Technik incl. LLC Resoanzwandler) ermöglicht augenscheinlich mühelos Toleranzen von 1 bis 3% für die 12V/5V und 3,3 Volt Schienen, Netzteile mit durchschnittlichen oder minderwertigen Komponenten erreichen bestenfalls 5%, in der Regel nicht einmal das. Intel neue Nehalem/Lynnfield Systeme ziehen aus der 3,3 Volt Schiene zwar vermehrt Strom, aber auch diesbezüglich besteht anhand der gelieferten 25 Ampere kein Grund zur Sorge. Im Übrigen darf man speziell diesen Strombedarf als überschaubar deklarieren. Was die PFC Werte angeht, so bewegen wir uns beim Seasonic ebenfalls auf einem grünen Zweig, was auch für die gemessenen Temperaturen gilt, die wir zur Sicherheit auch auf den Kühlkörpern per Sensor kontrollierten. Der Sanyo Denki Lüfter gehört ganz klar zu besseren Exemplaren auf dem Markt, insofern sind im störende Lagergeräusche weitestgehend fremd. Erst ab 20% Last setzt er sich in Bewegung und hält dann die Elektronik mühelos auf auf einem Niveau zwischen 35° und 41°C. Das dies nicht geräuschlos geschieht, wird sich jeder denken können, aber Seasonic war der Sicherheitsaspekt und die Langlebigkeit der teuren Komponenten wichtiger als ein Silent Award. Wir konnten bis zu 34dBA messen, was sich zwar gewaltig anhört, aber in diesem Lastbereich existiert genug Hardware Konkurrenz im Rechner, die das Netzteil problemlos übertönen, man denke dabei nur an die Lüfter der Grafikkarte.
Auffällige elektronische Störgeräusche, die über das typische leise Knistern unter Vollast hinausgehen, konnten wir an der Teststation nicht vermelden, in unserem aktuellen Sockel 1366 System ebenfalls nicht. Es mag aber durchaus Sockel 1156 Systeme geben, die auf DC-to-DC Netzteile geräuschtechnisch reagieren, da hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios. Abschließend sei noch der Standby Verbrauch erwähnt (S5, ausgeschalteter Rechner), der sich bei 0,51 Watt einpendelte, ein ebenfalls vorzüglicher Wert.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :



Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Highend Topliste:
Seasonic X-750 750 Watt
Enermax Pro87+ 500 Watt
Silver Power SP-SS750M 750 Watt
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Revolution 85+ 850 Watt
Corsair HX850W 850 Watt
Compucase Cougar S700 700 Watt
Tagan Superrock TG680-U33II 680 Watt
Tagan Piperock II TG680-U33II 680 Watt
Zalman ZM660-XT 660 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





In der folgenden Liste präsentieren wir euch noch unsere aktuellen Preis-Leistungs-Empfehlungen, die auch technisch nicht so weit von der Topliste entfernt anzusiedeln sind:

Preis-Leistungs Empfehlungen:
Sharkoon Rush Power M 500 Watt
Arctic Cooling Fusion 550R 550 Watt
Xigmatek Go Green 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS500 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS400 400 Watt
Tabellenübersicht aller getesteten Netzteile von 2005 bis...





Fazit:

Immer wenn Seasonic eine scheinbar schöpferische Pause einlegt und somit die Konkurrenz in Sicherheit wiegt, drehen die Ingenieure an den letzten Stellschrauben für das nächste Highlight und das ist ihnen auch diesmal wieder zweifelsfrei gelungen. Das X-750 Netzteil bietet alles auf, was aktuell an innovativer Netzteiltechnik zu verbauen wäre und zieht scheinbar mühelos wieder an der Konkurrenz vorbei. Selbstverständlich kann sich auch das neue Enermax Modu/Pro 87+ Portfolio sehen lassen, das steht außer Frage. Aber was Seasonic hier an Feinschliff aufgeboten hat, erreicht aktuell bisher kein anderer Hersteller. Allein schon der nahezu kabelfreie und perfekt strukturierte Innenraum, mit der Polymer-Aluminium-Kondensatoren-Batterie für die so wichtige Sekundärfilterung, ist eine optische Delikatesse. Das Optik auch technisch funktioniert, beweisen die extraordinären Ripple&Noise Werte, mit denen Seasonic neue Maßstäbe setzt.
Die Effizienz erreicht in der Spitze 93,1%, thermische Probleme sind dank des sehr guten Lüfters kaum zu erwarten und der Schalldruck hält sich auch nach der semi-passiven Phase ab 20% Last in Grenzen, so daß selbst empfindliche Ohren nicht befürchten müssen, über die Massen strapaziert zu werden. Ob eine vollmodulare Verkabelung sinnvoll ist oder nicht, kann man sicherlich kontrovers diskutieren, unabhängig davon erfüllt allein die qualitative und quantitative Güte ihren Zweck in souveräner Manier. Das Einzige, was uns wirklich etwas verstimmt hat, sind die fehlenden Kabelbinder, ein schwer nachzuvollziehender und vor allem vermeidbarer Fauxpax.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung, wertige Haptik
• sehr robuste Lackierung
• herausragende Effizienz in allen Lastbereichen
• sehr niedrige Spannungstoleranzwerte
• exzellente Spannungsstabilität
• herausragende Ripple and Noise Werte
• sehr hohe Leistungsreserven (bis maximal 911 Watt)
• korrekt ansprechende Schutzschaltungen
• sehr gute active PFC-Werte
• sehr gute Eigenkühlung
• hervorragende Filterungsmechanismen
• sehr ausgewogener Lüfter mit störgeräuschfreiem Lager
• kaum Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• gute Integration des Netzteils ins Kühlmanagement des Gehäuses
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• ausreichend lange Kabelstränge, üppige Anschlußoptionen
• SLI/Crossfire tauglich
• äußerst hochwertige Bauteile
• angemessenes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 155 €)
• lange Garantiezeit: 5 Jahre

Minus:
• keine Kabelbinder im Lieferumfang
• Lüftergitter und Emblem ragen über das Netzteilgehäuse hinaus

Wer das Geld investieren möchte und kann, erhält das aktuell hochwertigste Schaltnetzteil für das PC-Segment weltweit, das steht für uns zweifelsfrei fest. Die Konkurrenz muß sich daran messen lassen und bisher sehen wir keinen, der ohne passende Leiter diesen Ast erklimmen könnte. Aber das Jahr ist noch jung und wir erwarten in den nächsten Monaten noch ein paar weitere Anwärter mit Gold Zertifikaten im Rucksäckchen. Ob das, was sie dann auspacken, Seasonic das Wasser reichen kann, wird sich zeigen, wir sind gespannt und werden die Offerten eingehend überprüfen...



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Seasonic X-750 Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold







Weiterführende Links:



Seasonic

Händlernachweis

Wir bedanken uns bei Seasonic sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support



euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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