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Lancool PC-K63 First Knight







Einleitung:

First Knight heißt also der neueste Midi Tower Filius der Lian Li Tochter Lancool. Man bleibt bei den martialisch klingende Namensgebungen, auch wenn dieses Gehäuse weder Ähnlichkeiten mit einem Schwert noch mit einem Schild besitzt, aber der Phantasie sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Lancool verfolgt schon seit dem erfolgreichen K62 Dragonlord Gehäuse eine unübersehbare Abkehr vom Ursprünglichen, nämlich der ehemaligen Anlehnung an das Mutterunternehmen sprich dezentes Alu-Stahl-Design mit Wiedererkennungswert. Die Kunststoffverkleidungen ernteten bereits beim K62 erste Kritik und werden beim neuen K63 weiter polarisieren, das steht für uns jetzt schon fest.
Aber nehmen wir unser Fazit nicht vorweg, sondern schauen uns in unserem neuesten Review gemeinsam an, was Lancool aus dem Köcher gezogen hat und ob es sich in der Praxis bewähren konnte, dazu wünschen wir viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• Lancool PC-K63 Midi Tower in Retail Verpackung
• Befestigungsmaterial incl. Schrauben und Thumbscrews
• Netzteilhalter
• Kabelbinder
• Piezo Lautsprecher
• Lüfterkabel Adapter
• bebilderte mehrsprachige Anleitung




Technische Daten Gehäuse:

• Gehäusematerial Basisstruktur: Stahl (1.0 SECC)
• Frontverkleidung: Kunststoff (ABS)
• Gehäusedeckel: Stahl (1.0 SECC) und Kunststoff (ABS)
• Seitenteile: Stahl (1.0 SECC) mit einem Window
• Farbe: schwarz (Innenraum schwarz)
• Abmessungen: 215mm x 530mm x 530 mm (B x H x T)
• Formfaktor: ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
• Gewicht: ca. 10,4 Kg netto
• verfügbare Slots für Erweiterungskarten: 8
• Durchführungen für Wakü: 2 (je 18mm Durchmesser)
• Mainboardschlitten: nein
• CPU-Kühler Einbauoptionen: Towerkühler (bis 175mm Bauhöhe)
• max. Grafikkartenbautiefe: 285mm (erweiterbar auf 415mm)
• max. Netzteilbautiefe: bis 290mm Einbautiefe
• Netzteileinbau-Optionen: Gehäuseboden
• Netzteil-Position (Lüfter nach oben/nach unten): variabel
Lüfter- Konfiguration:
2x 140 mm (Front, blaue LEDs)
2x 140 mm (Deckel)
1x 120 mm (Heck, blaue LEDs)
• Staubfilter: Netzteil und Frontlüfter
• I/O Panel: 1x USB 3.0, 1x USB 2.0, 1x eSATA, 1x HD+AC 97 Audio
• Laufwerksschächte:
6x 5,25 Zoll (extern, Tool-free)
4x 2,5 Zoll (intern)
• weitestgehend schraubenloses Design.
• Preis: ca. 99 €
• Garantie: 2 Jahre




Die eingebaute Hardware:





Gehäuse-Verarbeitung und Technik:

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"das soll Lancool sein? das ist doch bestimmt was von NZXT oder Cooler Master oder Antec oder den anderen üblichen Verdächtigen...", so oder ähnlich werden sicherlich erste Reaktionen auf das neue Lancool Design lauten, denn die Verwandschaft zu Lian Li ist kaum noch zu identifizieren. Das ist jammerschade, denn so fallen automatisch eine ganze Reihe von Kunden aus dem Raster, die Lancool genau deswegen kaufen würden oder wollten. Abseits dieser nicht unwesentlichen Charakterisierung bietet die Optik des K63 Gehäuses nicht viel neues, viele Belüftungsöffnungen, viele Lüfter und leider auch viel Kunststoff.
Die stählernen Seitenteile werden über gummi-unterlegte Thumbscrews geöffnet und sind sehr passgenau gefertigt worden. Das üppig dimensionierte Window Seitenteil fügt sich recht unaufdringlich in die Optik ein und wirkt keineswegs kitschig. Wie immer unser Hinweis bezüglich der Abschirmung: Die elektromagnetische Abschirmung (EMV) wird durch so ein Window zwar gestört, aber wer sitzt schon den lieben langen Tag mit seinem Handy am Window, um sein Mainboard zu ärgern, insofern dürfte sich dieser Vorwurf durchaus relativieren, zumal beispielsweise geöffnete Gehäuse in dieser Hinsicht wesentlich mehr Störpotential bieten.
Das I/O Panel sitzt gut positioniert im zentralen Zugriffsbereich des Anwenders und das bedeutet oben/vorne auf dem Gehäusedeckel, so daß es im Normalfall immer gut zu erreichen wäre. Power und Resettaste sind etwas versenkt angebracht, das ist durchdacht und durchaus sinnvoll, denn damit entfallen ungewollte Auslöser. Die Anordnung der externen Ports treibt uns da schon eher die Sorgenfalten auf die Denkerstirn, warum hat Lancool einen USB 3.0 und einen USB 2.0 Port integriert und nicht gleich zwei USB 3.0 Ports? eSATA ist ebenso vorhanden, wie die obligatorischen Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikrofon. Wer sich jetzt fragt, wo stecken die Funktions-LEDs, findet diese im oberen Frontbereich hinter einer milchig schimmernden Abdeckung. Dort sind zwei LEDs versteckt, die sowohl den Funktions Status des Systems, als auch die Festplattenaktivitäten visuell signalisieren.

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Der rückwärtige Bereich bietet ebenfalls schwarz lackierte Flächen, was Lancools Gesamtkonzept stimmig abrundet. Deutlich erkennbar sind die beiden Schlauchdurchführungen für die optionale Wasserkühlung, ein weiteres Feature, das mittlerweile bei kaum einem neuen Gehäuse fehlt. Die Belüftungsschlitze der PCI-Slot Abdeckungen ( 8 Stück) kennen wir ja schon von anderen Lian Li und Lancool Gehäusen. Zwingend nötig ist dies nicht, zumal die Be-und Entlüftung des Gehäuses über die Lüfter und das Netzteil mehr als ausreichende Ventilation bieten sollte. Nachteile erbringen diese Schlitze allerdings auch keine. Schade das man das Lüftergitter des 120mm Hecklüfters wieder nicht entfernen kann, dies hätte Verwirbelungsgeräusche reduziert, außerdem schränkt dies den Wirkungsgrad des Lüfters ein. Dafür wurde zumindest ansatzweise so etwas wie eine Lüfterentkoppelung kreiert, auch wenn sie mit den reinrassigen Entkoppelungsstiften wenig gemein hat, was auch auf die Wirkung zutrifft, da die Lüfter über die Schrauben immer noch direkten Kontakt mit dem Gehäuse besitzen.
Das Gehäuse wurde auf sehr solide Gummi-Füße gestellt, die einereits einen rutschsicheren Stand und andererseits auch eine gewisse Entkoppelung vom Untergrund bewirken. Natürlich existieren attraktivere Lösungen, aber das ist schlußendlich auch eine Frage des anvisierten Produktpreises. Der Netzteilbereich wurde mit einem herausklappbaren Staubfilter versehen. Das ist zwar sehr löblich, aber warum dann bitteschön keinen Herausziehbaren? so muß das Gehäuse umständlich gekippt werden, um den Filter herauszuklappen, umständlicher gehts nun wirklich nicht.

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Die Statik des Gehäuses hinterläßt einen sehr guten Eindruck, die SECC 1.0 Wandstärken sorgen bei diesen Abmessungen (215 x 530 x 530mm BxHxT bei ca. 10,4Kg Gewicht) für ein ausgesprochen solides Fundament ohne Flatter-und/oder Dröhnneigungen. Sparsam ging Lancool bei der Vergabe der externen Laufwerksschächte um, denn außer den drei 5,25 Einbauoptionen sind keine weiteren Schächte vorhanden. Sehr schade ist die Tatsache, das werksseitig kein Disketteneinschub respektive 3,5" Einschub vorhanden ist. Diese Technik mag anachronistisch anmuten, hat aber immer noch ihre Daseinsberechtigung und sei es nur, in einer weitestgehend risikolosen Umgebung (DOS) ein Bios Update zu bewerkstelligen, was mittlerweile wieder viele Mainboard-Hersteller empfehlen. Das ist zwar auf aktuellen Mainboards auch über einen USB-Stick zu realisieren, aber warum sollten wir auf unser schönes Multifunktionsgerät von Scythe verzichten? Außerdem gibts es von Lian Li sehr attraktive und technisch ausgereifte Cardreader, die man ohne Einschub ebenfalls nicht verbauen kann, das gilt auch für viele Lüftersteuerungen, die einen 3,5" Platz benötigen.
Der Gehäusedeckel läßt sich sicher leicht abclipsen, um beispielsweise die Lüfter zu reinigen, auszutauschen oder Wakü-Bauteile zu verstauen. Wer an dieser Stelle weitere Staubfilter sucht, sollte bedenken, das diese Lüfter aus dem Gehäuse herausblasen, insofern wären Filter an dieser Stelle obsolet.

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53cm Gehäusetiefe sprechen eine deutliche Sprache, so können auch ohne größere Tricks platzsuchende Komponenten verbaut werden. Der Festplattenkäfig wurde trotzdem relativ nah an den 140mm Frontlüftern angesiedelt, aber nicht zu nah, um Probleme bei dessen Ausbau zu generieren. Gut erkennbar sind die Arretierungshebel für die optischen Laufwerke und die herausnehmbaren Festplattenkäfige, über die wir während der Komplettierung noch detaillierter berichten werden. Die Beschriftung der einzelnen Kabel ist vorbildlich und sollte niemanden bei der Komplettierung des Rechners vor größere Probleme stellen. Die jeweiligen vorkonfigurierten Kabellängen sollten normalerweise ausreichend dimensoniert sein, so daß man durchaus in der Lage ist, mit Hilfe der neuen Kabelbefestigungskanäle auf der Rückseite die Kabel sehr sauber und gerne auch etwas versteckt zu verlegen, damit sie den Airflow im Gehäuse nicht behindern. Die Kabel der Lüfter könnten gerne noch etwas länger bemessen sein, dies gilt insbesondere dann, wenn jemand eine Lüftersteuerung einsetzen möchte.
Lian Li/Lancool hat die Steckkartenbefestigung renoviert, das neue Stecksystem ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, fixiert die Karten aber sehr sicher. Wer es dennoch lieber verschrauben möchte, wird von Lancool nicht allein gelassen, der Befestigungsblock ist abschraubbar (4 Schrauben im Heck), somit könnten die Steckkarten auch verschraubt werden, wobei sich dafür allerdings keine Schrauben im Lieferumfang finden lassen.
Die große zentrale Öffnung der Mainboard-Aufnahme erleichtert den EIN-und Ausbau des CPU-Kühlers, so daß gegebenenfalls das Mainboard nicht entfernt werden muß. Der hintere zentrale 120mm Lüfter sitzt hinten im Einzugsbereich des Mainboards/Grafikkarte/CPU und dort gehört auch hin. Auf den Netzteileinbau gehen wir im Kapitel Komplettierung noch detalliert ein, denn diesbezüglich sollte man schon einige wichtige Aspekte beachten. Grundsätzlich sind jedenfalls gummierte Aufnahmen vorhanden, die einen sagen bestenfalls rudimentären Entkoppelungseffekt erarbeiten. Alle Lüfter verfügen über einen 3-pin Stromanschluß, der bequem an eine eventuelle Lüftersteuerung angeschlossen wird. Wer die Lüfter gerne ans Netzteil anschließen möchte, geht nahezu leer aus, denn diesbezüglich exisitiert leider nur ein Adapter im Lieferumfang.




Die Komplettierung:

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Die Frontverkleidung läßt sich mit minimalem Kraftaufwand genauso leicht entfernen, wie die Gehäusedeckelverkleidung, rohe Gewalt ist aber hüben wie drüben eindeutig fehl am Platz, die Plastikschnapper können durchaus auch abbrechen. Hinter der Frontverkleidung lauern diesemal keine bösen Überraschungen in der Gestalt von herauszubrechenden Schachtblenden, auf die Lancool klugerweise verzichtet. So läßt sich das Gehäuse immer wieder problemlos in den Auslieferungszustand versetzen.
Die Frontlüfter besitzen herausclipbare Staubfilter, die so sehr schön gereinigt werden können, das nennen wir vorbildlich. Die Laufwerksblenden stammen von Lian Li und glänzen durch ihre Passgenauigkeit und durch den Verzicht von zusätzlichen Staubfiltern, die in der Regel sehr fummelig zu reinigen wären. Ansonsten stellt die Integration eines optischen Laufwerks sicherlich niemanden vor größere Probleme, dazu muß lediglich der Arretierungshebel aufgeklappt und das Laufwerk eingeschoben werden. Uns wäre diese Befestigung aber zu klapperig, insofern nutzen wir beide Optionen und verschrauben das Laufwerk auf der anderen Seite noch zusätzlich. Zu einem schwarzen Gehäuse gehört selbstverständlich auch ein schwarzes Laufwerk, alles andere wäre ein eklatanter Stilbruch.

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Der Festplattenkäfig kann wie bereits erwähnt abgeschraubt werden, die Festplatten lassen sich aber auch ohne die Demontage des Käfigs einbauen. Dazu benötigen wir kein Werkzeug, einfach die vorsehenen Schrauben mit den Gummies versehen (das dürfen auch gerne sechs Schrauben anstatt vier sein), in die Festplatte einschrauben, die Arretierungsschraube des Käfigs lösen und die Festplatte vorsichtig einschieben. Abschließend sollte die Arretierung des Käfigs wieder fixiert werden. Achtet bitte darauf, das ihr die Schrauben mit den Gummies nicht zu fest anzieht, dadurch würden die Gummnies zerdrückt und der Entkoppelungseffekt schnell unwirksam. Lobenswert ist die Tatsache, das die Festplattenaufnahmen auch 2,5" Laufwerke unterstützen, so können auch aktuelle SSD Laufwerke bei der Bestückung berücksichtig werden werden, wenn auch beileibe nicht so komfortabel wie die Festplatten, denn 2,5" Laufwerke müssen verschraubt werden.
Erwartet durch die Entkoppelung aber nicht zu viel Wirkung, tatsächlich reduziert werden durch die Entkoppelung lediglich mögliche Vibrationen, eine Dämmung der Festplatte zur Reduzierung der Zugriffsgeräusche findet so natürlich kaum statt, da sind professionelle Speziallösungen in Form von entkoppelten Dämmboxen deutlich im Vorteil.

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Der Einbau des Netzteils muß, wie bereits erwähnt, ausschließlich im schon entsprechend vorbereiteten unteren Gehäusebereich erfolgen. Die Netzteilbefestigung als solche kann in mehreren Varianten erfolgen, zum einen über den neuen Haltebügel, oder wie gewohnt über die Verschraubung an der Rückseite. Wir bevorzugen in dem Fall eindeutig die konventionelle Schraub-Variante, weil der Bügel nur wenig entkoppelt und auf dem Netzteil sehr schnell unschöne Arretierungsmarken hinterläßt. Das mag auf den ersten Blick keine Rolle spielen, aber wenn das Netzteil erst mal einige Betriebstunden hinter sich gebracht hat, werden sich diese Marken regelrecht eingebrannt haben, was den Wiederverkaufswert nicht unbedingt erhöht.
Nun könnte man einerseits das Netzteil in seiner "normalen" Position mit dem Lüfter nach unten einbauen. Dann kümmert sich das Netzteil im Grund nur um sich selbst und seine Kühlung, was sehr leise vonstatten gehen kann, da es weitestgehend vom Rest der heißen Komponenten abgeschottet arbeitet. Dank der variablen Bohrungen ist es aber auch möglich, das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum zu verbauen, beides besitzt Vor-und Nachteile. Da das Netzteil gen Innenraum nicht hermetisch abisoliert ist, gelangt ohnhin Abwärme aus dem Innenraum ins Netzteil, egal welche Einbaurichtung bevorzugt wird und unten positionierte heiße Soundkarten (bis 50°C) sind sicherlich dankbar für eine aktive Unterstützung. Außerdem saugt der Netzteillüfter dann nicht den ganzen Staub und Dreck unter eurem Gehäuse an, auch wenn ein Filter vorhanden ist. Der Netzteillüfter wird durch die Abwärme des Innenraums allerdings stärker beansprucht, was durchaus in einer erhöhten Geräuschkulisse resultieren kann. Der gerne gehörte Vorteil, das so das Netzteil auch die Grafikkarte unterstützt, weil es Abwärme von der Grafikkarte absaugt, ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn die Grafikkarte über einen Radiallüfter seine Abwärme selbst aus dem Gehäuse bläst, spielt die Einbauposition des Netzteils eh keine Rolle. Besitzt die Grafikkarte allerdings einen oder zwei Axiallüfter, die auf die Platine der Grafikkarte blasen, "gräbt" das Netzteil der Grafikkarte die angesaugte Luft ab, weil das Netzteil diese Luft ebenfalls ansaugt. Für den Einbau im unteren Gehäusebereich sollte ein Netzteil auch über ausreichend Kabellänge verfügen, weil der Weg von unten nach oben zum Mainboard einige cm weiter ist, als umgekehrt, da hilft dann nur ausprobieren.

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Das Platzangebot ist mehr als ausreichend, so daß auch Grafikkarten mit einer Platinenlänge von 290mm anstandslos zu verbauen wären. Genügt dies wider Erwarten nicht, können entweder der untere oder der mittlere Festplattenkäfig entfernt werden, wodurch sich der Platz auf 415mm vergrößert. Der problemlose Einbau gilt gleichermaßen für ausladende Towerkühler wie z.B den IFX-14 von Thermalright. Auch sehr sperrige Towerkühler mit einer Breite über 135mm, kollidieren im Normalfall nicht mit den 120mm Lüfter im Gehäusedeckel, wobei dies natürlich auch noch vom jeweiligen Mainboard-Layout abhängt. Wenn denn endlich alles komplettiert wurde, erfreuen uns die drei LED Lüfter mit einer schnuckelig blauen Beleuchtung, die weder zu grell noch zu aufdringlich rüberkommt, das paßt und hat durchaus Stil, ist und bleibt aber natürlich auch eine Frage des individuellen Geschmacks, insofern hätten wir uns einen Abschaltknopf für die Beleuchtung gewünscht.





Die Referenz-Lüfter:

Wir haben vor dem Test für unsere Referenz-Lüfter für uns selbst eine ganz klare Maxime erstellt, es sollten keine Brüllwürfel oder Volumenmonster verwendet werden, die im Betrieb einen Kopfhörer zwingend voraussetzen. Die Lüfter sollten eine ausgewogene Mischung aus möglichst geringer Lautheit, hoher Laufkultur (Lagerqualität), guter Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) und trotzdem noch annehmbarem Förder-Volumen mitbringen. Alle diese Attribute vereinen die Noiseblocker Multiframe M12 und Noiseblocker Blacksilent Pro PK2 in sich, darum stellen sie zur Zeit für jedes Gehäuse das absolute I-Tüpfelchen dar.





Der Gehäuse-Test:

Mit Core Temp 0.99.8, Real Temp 3.60, dem Hardware Monitor 1.17.1 und AIDA64 v1.60.1346 Beta wurden die Temperaturen mit den Werten verglichen, die wir nach vier Stunden Stunden 3D Mark 2006 und Prime 95 (Orthos) über unser digitales Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C) erhalten haben. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C (klimatisierter Raum).
Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem modifiziertem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Dabei wurden die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Die Werksbestückung der Lüfter beliessen wir im Testdurchlauf so wie geliefert, steuerten aber für den Test die Lüfter über unsere eigens dafür kalibrierte Zalman ZM-MFC1 Plus Steuerung entsprechend herunter:



Temperaturen
Temps-Idle 12Volt
Temps-Last 12Volt
Temps-Idle 7Volt
Temps-Last 7Volt
Gehäuse 29,6°C 33,3°C 32,7°C 35,1°C
Mainboard 30,1°C 34,6°C 32,4°C 35,3°C
CPU 35,7°C 53,6°C 38,4°C 58,1°C
Grafikkarte 51,2°C 62,7°C 53,8°C 67,4°C
Festplatte (Samsung F4 320GB) 22,2°C 30,1°C 25,3°C 32,4°C
Festplatte (VelociRaptor VR200M) 24,6°C 32,1°C 28,7°C 35,3°C


Die verbauten vier Lüfter erwirtschaften einen enormen Airflow, der sich in unseren Messdaten auch sehr deutlich widerspiegelt, damit gehört das K63 Gehäuse zu den am besten gekühlten Gehäuse in unseren bisherigen Tests. Aber dieser Airflow hat seinen Preis und der heißt Geräuschkulisse:
Um relevante Werte zu erhalten, haben wir alle Lüfter über unsere Zalman Steuerung angesteuert, da Lancool leider keine entsprechende Steuerung mitliefert. Die beiden 140mm Frontlüfter und die beiden 140mm Lüfter im Deckel rotieren unter 12 Volt Ansteuerung an unserer Zalman Lüftersteuerung mit 1086 bis 1091 U/min und entwickeln dabei 23,5 dBA Schalldruck (0,4 sone). Silentfreunde werden sich damit ganz sicher nicht zufrieden geben und reduzieren die Spannung z.B. über eine externe Lüftersteuerung auf 7 Volt, wobei die 140mm Lüfter nur noch mit 739 bis 744 U/min rotieren und dabei 14,5 dBA (0,1 sone) erzeugen, das wäre eine deutliche Verbesserung und generiert noch genügend Airflow, ohne diese Tendenz zum brummigen Lauf, zu dem alle verbauten 140mm Lancool Lüfter tendieren, was eine wirksame Entkoppelung erfordert.
Der 120mm Hecklüfter rotiert bei 12 Volt Ansteuerung mit 1481 U/min und erzeugt dabei 27,5 dBA Schalldruck (0,8 sone), von wirklich leise sind wir dort doch schon ein erhebliches Stück entfernt. Eine Reduzierung auf 7 Volt reduziert die Drehzahl auf 18,5 dBA (0,1 sone) bei 979 U/min, damit könnte man durchaus leben. Eine weitere Reduzierung wird schwierig, da der 120mm Lüfter bei 5Volt Ansteuerung nicht mehr anläuft. Die vier 140mm Lüfter hingegen laufen bei knapp 4,96 Volt an, insofern wäre diese Option zumindest diskussionswürdig, der dann allerdings bescheidene Airflow eher nicht. Was die Qualität der Lagerung angeht, so neigen die 140mm Lüfter neben dem Brummen unter 12Volt auch zu minimalem Lagerschleifen, der 120mm Lüfter neigt ebenfalls zum Brummen und sollte darum explizit entkoppelt werden.
Zu diesem Thema Anlaufspannung der Lüfter sind ein paar Umstände zu berücksichtigen, die in der Praxis oft falsch verstanden werden:
es geht nicht darum, wie weit sich ein Lüfter herunterregeln läßt, sondern darum, wann ein Lüfter tatsächlich anläuft ! Die allermeisten Lüfter lassen sich auf 5 Volt herunterregeln, wenn sie denn in Bewegung sind. Ein Neustart mit 5 Volt Ansteuerung ist etwas völlig anderes und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, weil viele Lüfter eben nicht anlaufen...

Solltet ihr daran interessiert sein, die Lüfter auszutauschen, was wir bei der Lancool Werksbestückung durchaus empfehlen würden, möchten wir euch entsprechende Artikel ans Herz legen, die eure Auswahl erleichtern:

140mm Lüfter Roundup 2010

140mm Lüfter Roundup 2009 Part II

140mm Lüfter Roundup 2009

120mm Lüfterroundup 2009

Noiseblocker Multiframe M12 120mm Lüfter

120mm Lüfter Roundup 2008


Kommen wir zur Geräuschentwicklung der Laufwerke:
Die Lautstärke der Festplatten und optischen Laufwerke wären durchaus noch optimierbar, was allerdings nicht ohne finanziellen Aufwand erreicht werden kann. Unsere Samsung Spinpoint F4 320GB Festplatte war aus unserem Testsystem nicht herauszuhören. Das gilt ebenso für die vorhandenen Samsung F1 oder F3 Festplatten mit einem Platter, die sich auf sehr ähnlich niedrigem Geräuschniveau bewegen. Die neuen VelociRaptoren VR200M lärmen ohne Entkoppelung normalerweise mit 32,5 dBA (idle) und 38,5 dBA unter Last, was durch die Festplatten-Entkoppelung und Dämmung des Lancool Gehäuses immerhin um jeweils 3 dBA reduziert wurde. Professionelle Dämmboxen wie z.B. die Smart Drive 2002 Copper Festplattenbox, können da bis zu 7 dBA Reduktion erwirken, sind aber auch deutlich teurer:

Aerocool AVN-1000 HDD Cooler

Smart Drive 2002 Copper Festplattenbox

Wer mit dem Lancool Gehäuse liebäugelt und empfindliche Ohren besitzt, sollte die Lüfter austauschen, oder zumindest in eine Lüftersteuerung investieren. Die Seitenwände klappern dank ausreichender Wandstärke definitiv nicht, die Statik des Gehäuses stellt sich als überaus verwindungssteif dar und die Festplatten werden einigermaßen entkoppelt. Damit wäre es dann aber noch lange nicht getan, denn wir erinnern uns: für ein leises System müssen auch entsprechende Komponenten verbaut sein (Grafikkarten, Festplatten und Kühler-Lüfter, Netzteil etc.), ansonsten wird das Vorhaben wieder konterkariert und unser bisheriger Aufwand verpufft.


Da Lancool leider wieder nichts ab Werk verbaut hat und wir diesbezüglich immer wieder gefragt werden, welche dazu passende Lüftersteuerung zu empfehlen sei, möchten wir euch unseren Favoriten vorstellen:

Zalman ZM-MFC1 Plus


Die Zalman Lüftersteuerung paßt nicht nur vom Material her perfekt, sie reiht sich auch designtechnisch unserer Meinung nach ideal in das komplette Gehäusegefüge ein. Dazu kommt noch ein wichtiger Aspekt, es ist keine PWM Steuerung sondern analog ausgelegt, so daß keine ständigen Stromunterbrechungen stattfinden, die den Lüfter auf lange Sicht betrachtet schädigen können und außerdem Störgeräuche produzieren. Darüber hinaus ist sie sehr preiswert und verfügt über einen Regelbereich von 5,1 bis 11,9Volt..

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen...!




Fazit:

Über die verarbeitungstechnische Qualität des PC-K63 Gehäuses brauchen wir kaum zu diskutieren, die ist fernab jeder Kritik anzusiedeln. Dies gilt gleichermaßen für weite Bereiche der verbauten Technik und für den Airflow im Gehäuse ohnehin. Das Platzangebot ist mehr als angemessen und wer optische Finessen wie beleuchtete Lüfter incl. Window Seitenteil präferiert, kommt zweifellos auf seine Kosten. USB 3.0 hat bei Lancool ebenso Einzug gehalten, wie die Verbaubarkeit von 2,5" Datenträger, also auch SSDs, was wir sehr begrüssen. Wobei wir uns eine weniger provisorisch anmutende Anbindung der USB 3.0 Schnittstelle gewünscht hätten, denn die Zahl der aktuellen Mainboards mit internen USB 3.0 Pfostensteckern steigt merklich an.
Aber erreicht man damit wirklich neue Kunden? dieser Stilmix ohne Wiederkennungswert aus Stahl und Kunststoff wird derzeit fast schon inflationär angeboten, jeder halbwegs namhafte Hersteller hat so ein Gehäuse im Angebot. Dazu kommt das gänzliche Fehlen der früher so gelobten Alu/Stahl-Symbiose, die Lancool anscheinend komplett vom Reissbrett verbannt hat, was sicherlich nicht nur wir bedauern. Leider existieren durchaus noch weitere Stolpersteine, die wir immer wieder bemängeln, wie z.B. eine fehlende Lüftersteuerung, nicht sonderlich hochwertige Lüfter, diese unsinnige Netzteilklammer und externe 3.5" Einbauoptionen fehlen inzwischen komplett.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Test-Resultate in der Gesamtübersicht:

Plus:
• ansprechende aber polarisierende Optik
• sehr gute Verarbeitung
• sehr gute Statik und Verwindungssteifigkeit
• sehr passgenaue und klapperfreie Seitenteile
• rutschfester Stand
• ausreichende Ausstattung
• Festplatten entkoppelt verbaubar (auch 2,5")
• Kompatibilität zu überlangen Netzteilen (bis 290mm)
• Kompatibilität zu überlangen Grafikkarten (eingeschränkt)
• keine Probleme bei der Aufnahme großer Towerkühler (bis 180mm Bauhöhe)
• gute Beschriftung der Verkabelung, sehr gute Kabelkanäle
• Schlauch-Durchführungen für Wasserkühlung vorhanden (2x)
• sehr gute Kühleigenschaften
• sehr gutes I/O Panel (leider ohne Staubklappe)
• auswaschbare Staubfilter (Netzteil und Frontlüfter))
• noch ausreichendes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 99 €)

Minus:
• Kunststoffbereiche wirken billig
• keine Lüftersteuerung
• Lüfter unter 12Volt Ansteuerung zu laut
• fragwürdige Netzteilhalteklammer
• Netzteilstaubfilter schwer zugänglich
• keine externe 3.5" Einbauoption integriert
• USB 3.0 Anbindung nur über die hinteren Mainboard-Ports möglich

Ob sich die Fans von Lian Li und Lancool auf diese Optik einlassen, darf bezweifelt werden. Nicht nur deshalb, weil die frühere Corporate Identity fehlt, sondern weil der typische Lancool Kunde ein bezahlbares Lian Li Gehäuse erwartet. Beim K63 First Knight Gehäuse ist beides nicht mehr gegeben...



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Lancool PC-K63 First Knight Midi Tower erhält den PC-Experience Award in Bronze







Weiterführende Links:


Lancool

Händlernachweis



Wir bedanken uns bei Lian Li/Lancool sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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