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Scythe Mugen 3 CPU-Kühler






Einleitung:

Zwei Jahre nach dem durchschlagenden Erfolg des Scythe Mugen 2 CPU-Kühlers und der zwischenzeitlichen Revision B des Mugen 2, schicken die Japaner nun den bereits auf der CeBIT 2011 präsentierten Nachfolger ins Rennen: den Mugen 3 Kühler. Diese inzwischen vierte Revision des Preis-Leistungsriesen soll auf das selbe Kunden Klientel abzielen und somit die peisbewußten Käufer ansprechen, die keinesfalls auf eine gute Kühlleistung inklusive Verarbeitungsqualität verzichten wollen.
Augenscheinliche Unterschiede sind kaum zu verbergen, der Mugen 3 verfügt jetzt über sechs anstatt fünf Heatpipes, die allerdings in vier und nicht mehr fünf separaten Lamellentürmchen münden. Das patentierte F.M.S.B. Befestigungssystem wurde weiter optimiert, so daß alle aktuellen Prozessoren laut Hersteller unterstützt werden. Darüber hinaus gestalten sich die Abmessungen des Kühlers deutlich kompakter, was sich auch in einem etwas reduziertem Gewicht widerspiegelt. Kurzum, die Weichen für einen weiteren Verkaufsschlager waren gestellt, schauen wir uns also in diesem Test gemeinsam an, ob die Reduzierung der Kühlfläche mit gleichzeitiger Heatpipeaufstockung die Konkurrenz noch in Schach halten kann. Wir wünschen euch wieder viel Vergnügen bei unserem neuesten Kühler Review...




Lieferumfang:

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• Scythe Mugen 3 CPU-Kühler in Retail-Verpackung
• Befestigungsmaterial für die Sockel: 775, 1366, 1156, 1155, AM2, AM2+, AM3
• 1x120mm PWM Lüfter
• Klammern für Lüfterbefestigung
• Wärmeleitpaste
• Montageanleitung (englisch)





Die technischen Daten des Kühlkörpers:





Das Sockel 1366 Testsystem:

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Verarbeitung und erster Eindruck:

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Die typische Scythe Verpackung enthüllt einen deutlich abmessungsoptimierten Mugen 3 Kühler, der zwar immer noch einen respektablen Tower-Kühler darstellt, seine Reduktion aber auch nicht verbergen kann. Scythe hat dazu gelernt, der Kühler kann ohne größere Klimmzüge aus der Verpackung befreit und erstaunlicherweise auch genauso wieder verpackt werden, das war beileibe nicht immer so.
Das die neue Mugen-Kompaktheit Kühlfläche gekostet hat, ist kaum zu übersehen. In Zahlen bedeutet dies: ca. 4800 cm² (Mugen 3) zu ca. 6200cm² (Mugen 2). Um das Ganze noch in Relation zu setzen: große Twin-Tower Kühler wie der Noctua (NH-D14 6100cm²) und der Thermalright Silver Arrow (6900cm²) verfügen noch über deutlich mehr Substanz. Das die Kühlfläche allein noch kein Garant für eine überproportional gute Kühlleistung impliziert, sehen wir am Prolimatech Genesis, der mit seinen vergleichbar schlanken 4000cm² in den Bestenlisten ganz vorne mitmischt.

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Die Lamellen selbst weisen eine Materialstärke von 0,30mm auf, was normalerweise als Resistenz gegen Verbiegen ausreichen könnte, da Scythe aber nicht alles miteinander verlötet, lassen sie sich doch relativ leicht verbiegen. Die Verarbeitung wurde von Scythe weiter verbessert, wobei wir allerdings eine Vernickelung der Heatpipes präferieren würden. So eine Vernickelung hat übrigens nicht nur optische Aspekte, sie verhindert natürlich in erster Linie die Korrosion der jeweiligen Bauelemente und das sehr nachhaltig und effektiv. Insofern bedauern wir immer ein wenig, das Scythe seine Heatpipes nicht vernickelt, aber der angestrebte Verkaufspreis verhindert letztendlich natürlich so viel Feinschliff.
Ob und warum man die ohnehin nicht gerade spartanischen Bauhöhe des Kühlers noch durch besondere Schraub-Spitzen an den Heatpipes künstlich verlängern muß, bleibt offen. Unabhängig davon kühlt das Auge natürlich auch mit, insofern überwiegt in diesem Fall vermutlich die Optische Attraktivität.
Im Gegensatz zu den früheren fünf Lamellentürme des Mugen 2 existieren jetzt vier Lamellentürme, die durch klar definierte breite Stege miteinander in Verbindung stehen. Drei Lamellen besitzen somit jeweils zwei der Türme als eingehenden und ausgehenden Radiator. Scythe nennt sie M.A.P.S. (Multiple Airflow Pass-Through Structure), über die trotz verringerten Lamellenabstand trotzdem ein adäquater Airflow realisiert werden soll. Wer nun denkt, dies müßten 12 Heatpipes (2x6) sein, irrt. Die 6 Heatpipes sind lediglich in U-Form angeordnet, das nur zur Verdeutlichung, um Mißverständnissen vorzubeugen. Oberhalb der Bodenplatte wurde ein weiterer kleiner Kühlblock angebracht, um die Kühlfläche der 9mm starken Bodenplatte zu vergrößern.

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Wie gewohnt verzichtet man bei Scythe auf eine konvexe Kühlfläche, auch wenn diese bei einigen Intel CPU-DIEs Vorteile erbringen könnte, weil diese gelegentlich konkav gefertigt sind, der Hut würde also besser zum Deckel passen. Trotzdem haben wir noch kein System erlebt, wo eine plane Kühlfläche nennenswerte Nachteile mit sich brachte, ganz im Gegenteil. Insofern waren wir froh, das Scythe nun nicht auch noch auf den Konvex-Zug von Thermalright oder Prolimatech aufspringt.
Die Kühlfläche als solche ist zwar hochglanz poliert worden, die Spuren der Fräsemaschine sind trotzdem zu erkennen, wenn man ganz genau hinschaut. Das Gewicht des Kühlers liegt mit Lüfter bei knapp 840 Gramm, ein Wert der kein Mainboard an seine Belastungsgrenzen führen wird, insbesondere dann nicht, wenn der Kühler wie im Fall des Mugen 3 großflächig verschraubt wird.
Freunde der passiv betriebenen Kühler müssen wir an dieser Stelle nachhaltig bremsen, diesbezüglich ist mit einem Lamellen Abstand von 2mm kein Blumentopf zu gewinnen. Dieser Lamellenabstand bewirkt zwar eine größere Kühlfläche, wirkt sich aber auf einen eventuellen Passivbetrieb des Kühlers kontraproduktiv aus, da so die Abwärme des Lamellennachbars natürlich Auswirkungen erzeugt, darum ist auch der Mugen 3 Kühlkörper für passive Kühlungen weder zu empfehlen noch konzipert worden. Dieser geringe Lamellenabstand erfordert im Prinzip Lüfter mit hohem Fördervolumen, da die Lamellen aber relativ schmal gefertigt wurden, hält sich diese Richtlinie in Grenzen.

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Der Scythe Slipstream Lüfter ist ein alter Bekannter, der bei uns immer dann zum Einsatz kommt, wenn enge Lamellen mehr Luftvolumen erfodern, außerdem zählt er zu den absoluten Allroundern in der Lüfterszene. Erstklassige Lager gepaart mit sehr guter Scalierbarkeit und ausgewogener Abstimmung, da paßt im Grunde alles, sogar der Preis. Problematisch wird das Ganze, wenn eine PWM (Pulsweitenmodulation) Ansteuerung hinzukommt, was nicht selten die vormals guten Attribute eines Lüfters negativ beeinflussen kann, aber dazu mehr in unserem Testsegment.




Der Einbau:

Von einer Mainboard-Kompatibilitätsliste ist bisher bei Scythe noch nichts zu sehen, aber das wird sich erfahrungsgemäß rasch ändern. Auf unseren beiden Sockel 1366 Mainboards paßte der Kühler jedenfalls problemlos (Asus P6T WS Professional, Asus P6X58D Premium). Problematisch kann es werden, wenn sich auf der Rückseite des Mainboards im Bereich der Backplate elektronische Bauteile als Widerstände, Mosfets o.ä. befinden, denn die Scythe Backplate hat diesbezüglich leider keine entsprechende Aussparung, insofern sollte dies unbedingt vorher abgeklärt werden !

Schon sind wir bei den Einbau Details, zu denen wir auch wieder einige generelle Tipps zusammengetragen haben:

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Da immer wieder leicht vermeidbare Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle unseren Spezial-Artikel zu dem Thema Wärmeleitpasten-Workaround zu diesem Thema, der diesbezüglich alle offenen Fragen klärt. Welche Paste ihr verwendet, spielt durchaus auch eine Rolle, darum legen wir euch an dieser Stelle unser entsprechendes Wärmeleitpasten Roundup ans Herz, in dem auch die Wärmeleitpaste von Noctua eine sehr gute Rolle spielte.

Die Kühlfläche des Scythe Kühlers haben wir traditionell gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere wiederholten wir anschließend mit dem Heatspreader der CPU, denn auch dort müssen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste oder Fettfinger rückstandlos entfernt werden. Es empfiehlt sich ohnehin, für den Einbau entsprechende Einweghandschuhe zu verwenden, was gleichzeitig auch den Rest des Kühlers vor hässlichen Fingerabdrücken bewahrt.
Als Paste verwendeten wir grundsätzlich für alle Kühler auch weiterhin die MX-2 von Arctic Cooling, damit es diesbezüglich zu keinen ungewollten Diskrepanzen im Vergleich zu den bisherigen Tests kommt.
Über die Pushpin Kühlerbefestigung von Intel lassen wir uns an dieser Stelle nicht noch einmal aus, der Kühler verfügt über Verschraubungen, insofern stellt sich diese Problematik ohnehin nicht.

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Der Einbau dürfte geübte Schrauber kaum vor größere Probleme stellen, weniger erfahrene Anwender sollten sich dabei helfen lassen, weil man gern mal eine Hand zu wenig hat und so trivial ist der Einbau leider nicht. Nach der Fixierung der Haltebügel am Kühler gehts es auf der Rückseite des Mainboards weiter, wo die Backplate genau ausgerichtet werden muß. Achtet aber bitte darauf, die Backplate nicht zu verkleben, also entfernt die Schutz-Folien nicht, ansonsten bekommt ihr die Backplate später kaum noch unfallfrei wieder vom Mainboard herunter! Wie man deutlich sieht kollidiert die Scythe Backplate in unserem Beispiel mit einem Kühlbauteil des Mainboards, das auch nicht einfach entfernt werden kann, da es der untere Teil eines weitläufigen Heatpipe-Systems auf der Oberseite darstellt. Darum prüft bitte unbedingt vorher, ob eurer Mainboard an dieser Stelle eventuell Bauteile besitzt, die den Einbau des Kühlers verhindern. Scythe hätte dies aber auch leicht umschiffen können, in dem es Backplates fertigt, die schmaler ausfallen und in der Mitte über ein nicht unwesentliches quadratisches Loch verfügen. Andere Hersteller können dies schließlich auch, man denke da nur an Thermalright.
Nach diesem ersten Schock schraubten wir den Kühler an unseren eigentlichen Testprobanden, das Asus P6X58D Premium. Die schwarzen Stifte werden im richtigen Loch auf der Backplate vorfixiert und nach dem Durchstecken auf dem Mainboard durch die schwarzen Gummiringe gesichert. Schlußendlich wird nun der Kühler nach Gusto ausgerichtet und über die Rändelmuttern befestigt. Das sollte mit Gefühl und vor allem gleichmäßig erfolgen.

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Bezüglich der Speicherbänke kann es sehr eng zugehen, da hilft im Zweifel nur ein Wechsel auf die anderen Bänke, insofern hat die Abspeckkur doch nicht den erhofften Erfolg erbracht. Man sollte aber grundsätzlich das Mainboardlayout berücksichtigen, insbesondere dann, wenn die Speicherslots nahe am CPU-Sockel angebracht sind, aber dafür hat man ja auch 2 Einbaurichtungsoptionen zur Verfügung, zumindest wenn man nicht mehr als 2 Speichermodule verwendet. Begünstigt durch das Intel-Layout kann man den Kühler wahlweise in Richtung Netzteil oder in Richtung Gehäuselüfter blasen lassen, wir haben uns für letzteres entschieden. Nicht zuletzt darum, weil so auch die aufsteigende Abwärme von Spannungswandlern & Co gleich mit abtransportiert wird. AMD-Eigner können dies aber inzwischen auch und Scythe hat diesem praktischen Bonus glücklicherweise keinen Riegel vorgeschoben.
Bei der Ausrichtung des Lüfters wäre zu beachten, das er möglichst mittig an den Lamellen sitzt und nicht etwa oben, unten oder seitlich an den Kühlerlamellen vorbeibläst. Ein optionaler zweiter Lüfter würde in unserem System keinen wirklichen Nutzen erwirtschaften, da der absaugende Gehäuselüfter nur ca. 10cm vom Kühler entfernt arbeitet. Den Aufwand können wir uns also getrost schenken. Eine horizontale respektive vertikale Ausrichtungs-Direktive entfällt bei der U-Form der Heatpipes, darum spielt es keine Rolle, wie der Kühler auf dem Mainboard ausgerichtet und verbaut wird.

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Das Verhaken des Lüfters funktioniert auch beim Mugen 3 nach dem altbekannten Prinzip, was zwar nicht sehr ästhetisch aussieht, aber den Lüfter zuverlässig fixiert. Was wir uns allerdings wünschen würden, wäre eine Entkoppelung des Lüfters vom Kühlkörper, sei es nun durch schmale Streifen analog zu Thermalright, oder besser noch durch entsprechende Gummistifte. Im derzeitigen Zustand liefert der Lüfter seine Vibrationen ungefiltert an den Kühlkörper weiter. Damit wäre die Montage auch schon finalisiert und nach dem Anstecken des Lüfterstromkabels auf dem Mainboard CPU-Fan Port kann das System in Betrieb genommen werden.




Die Referenz-Lüfter:

Wir haben vor dem Test für unsere Referenz-Lüfter für uns selbst eine ganz klare Maxime erstellt, es sollten keine Brüllwürfel oder Volumenmonster verwendet werden, die im Betrieb einen Kopfhörer zwingend voraussetzen. Die Lüfter sollten eine ausgewogene Mischung aus möglichst geringer Lautheit, hoher Laufkultur (Lagerqualität), guter Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) beinhalten und trotzdem noch annehmbare Förder-Volumina mitbringen. Alle diese Attribute vereinen die Noiseblocker Lüfter in sich, darum wären sie für jedes Gehäuse das absolute I-Tüpfelchen.
Der Scythe Slipstream verfügt über ähnlich exzellente Eigenschaften, wenngleich die Lagerung des Scythe Slipstream nicht mit der fein austarierten Lagerungsqualität des Multiframe Lüfters konkurrieren kann. Dafür bietet er ein überragendes Luftvolumen, das gerade bei eng stehenden Kühlerlamellen sehr viel bewirken kann, somit war er für den Test wie schon so oft unsere erste Wahl.





Die Tests:

• Mit Core Temp 0.99.8.0, Real Temp 3.60, dem Hardware Monitor 1.17 und Aida64 Ultimate 1.70.1412 wurden die Temperaturen mit den Werten verglichen, die wir nach vier Stunden Stunden 3D Mark 2006 und Prime 95 (Orthos) über unser digitales Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C) erhalten haben.
• Die Zimmertemperatur lag in allen Tests bei 20 °C (klimatisierter Raum). Da wir ausschließlich unser neues Asus P6X58D Premium Mainboard einsetzen, wurden kurzerhand alle bisherigen Sockel 1366-kompatiblen und noch vorhandenen Kühler erneut getestet, wodurch sich minimale Diskrepanzen zu unseren früheren Einzeltests ergeben konnten.
• Zur vorsorglichen Fehlerkorrektur, haben wir die Kühler mehrmals gedreht aufgesetzt und wiederum erneut gemessen, denn der Heatspreader der CPU ist leider auch nicht immer wirklich eben. Dazu kommen unterschiedliche Hotspots der CPU, die in gelegentlich unterschiedlichen Messungen resultieren.
• Alle Kühler wurden und werden grundsätzlich in unsere Redaktionsrechner eingebaut, dadurch haben wir den entsprechenden Vergleich und identische Bedingungen. Die Begründung dafür ist realtiv einfach, weil sich das Volumen verändert, je mehr Widerstände im Rechner zu überwinden sind, hat ein offener Lüfteraufbau auf einem Schreibtisch keinerlei Aussagekraft. Ein Lüfter, der auf dem Tisch steht, kann sein Volumen nahezu ungehindert entfalten, ein Lüfter der im System als CPU-Kühler-Lüfter fungiert eben nicht, denn dort befinden sich Kabel und Komponenten und die machen sich nach dem Einbau eines Lüfters nicht automatisch unsichtbar, sondern beeinflussen erfolgreich den Luftstrom.
• Auf eine Verwendung eventuell implementierter PWM Ansteuerungen haben wir im Test ebenfalls verzichtet, da die Hersteller sich einerseits über dessen Integrations-Details doch weitestgehend ausschweigen und weil die PWM Qualität sehr schwankt, um es mal vorsichtig zu formulieren. Das gilt gleichermaßen auch für die teilweise irritationslastige Implementierung auf den Mainboards, denn es steht und fällt alles mit der PWM Integrität auf dem Mainboard und das diesbezüglich sehr schlechte Beispiele existieren, ist sicherlich hinreichend bekannt. Die PWM Steuerung des Lüfters kann noch so gut implementiert sein, wenn das Mainboard nicht mitspielt, kann schnell Frust aufkommen. Vereinfacht formuliert: über die 4-pin PWM Steuerung erhält der Lüfter sowohl seine 12 Volt Spannung, als auch das notwendigen 5 Volt PWM Signal mit der dazugehörigen 25 khz Basis-Frequenz. Wenn da nun in der Korrespondenz mit dem Mainboard irgendwas falsch interpretiert wird, dreht der Lüfter im Worst Case nie mit der erhofften Drehzahl...
Um die wirkliche Kühlleistung der jeweiligen Kühler herauszukristallieren, haben wir für den Load-Test die Referenz-Lüfter auf 1200 U/min und für den Low Noise Test die Referenzlüfter auf 700 U/min einreguliert, denn bei gleichen Drehzahlen und Volumen entscheidet der Kühler über den Ausgang des Vergleichs. Verglichen haben wir den Scythe Mugen 3 Kühler mit allen bisher getesteten Sockel 1366 Kühlern:














Neue Bestmarken erreicht der Scythe Mugen 3 nicht, aber das hat sicherlich auch niemand erwartet, dazu differiert der Mugen 3 zu wenig im Vergleich zu den Vorgängern. Unsere Empfehlung für den Einsatzbereich dieses Kühlers lautet: 1-Lüfter Modus mit einem volumenstarken Lüfter auf 7 Volt reguliert, denn das genügt immer noch für eine sehr gute Kühlung und reduziert die Geräuschkulisse nicht unerheblich. Für einen reinrassigen Passivbetrieb stehen wie bereits erwähnt die Lamellen des Mugen 3 (2mm Abstand) recht eng zusammen, für diesen Betrieb wurde der Kühler aber auch nicht konzipiert.
Wie steht es um den mitgelieferten Lüfter?
Die Lagerqualität bewegt sich im dunkelgrünen Bereich, wobei mit leichten Serienstreuungen gerechnet werden muß. Wir hatten diesbezüglich Glück, unser Slipstream Lüfter brauchte keine lange Einlaufpahse und lief während des gesamten Testprozederes absolut störgeräuschfrei. Die Skalierung des mitgelieferten PWM-Lüfters reicht von 4,96 bis 13,31 Volt, eigentlich recht ungewöhnlich für einen PWM-Lüfter. Weniger schön empfanden wir die Drehzahleinstellungen: Bei 12Volt und realen 1567 U/min "belastet" der PWM Lüfter das menschliche Ohr mit fast 32 dBA (1,2 sone), das ist eindeutig zu laut. Bei 7 Volt Ansteuerung rotiert der Lüfter noch mit 931 U/min und erzeugt deutlich erträglichere 19,4 dBA (0,1 sone). Eine weitere Reduzierung auf 5 Volt minimiert die Drehzahl auf 326 U/min und den Schalldruck auf 10,9 dBA (0,1 sone). Das Problem ist nur, das die 5 Volt Ansteuerung den Lüfter soweit reduziert, das für einen Kühler mit engen Lamellen zu wenig Luft transport wird. Das ist auch der Grund, warum wir für den Mugen 3 in jedem Fall unseren Slipstream 1200 Lüfter favorisieren würden, da er ganz andere Leistungsspektren abruft und flexibler anzusteuern ist. Der Sliptream 1200 rotiert auch bei 7 Volt noch mit 803 U/min und bei 5 Volt Ansteuerung mit 536 U/min. Gefördert werden dabei 72,4 m³ respektive 49,9 m³, so daß noch genügend Luft durch die Lamellen geblasen wird. Der Scythe PWM-Lüfter liefert im Vergleich dazu auf Grund seiner zu stark reduzierten Drehzahlen (326 U/min bei 5Volt) deutlich weniger Luft-Volumina (nur noch 23,6 m³).

Die Lautheit des Lüfter haben wir ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem modifizierten ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review erarbeiteten Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem entsprechenden Test-System beziehen!




Unsere bisherigen Lüftertests:


140mm Lüfter Roundup 2010

140mm Lüfter Roundup 2009 Part II

140mm Lüfter Roundup 2009

120mm Lüfterroundup 2009

Noiseblocker Multiframe M12 120mm Lüfter

120mm Lüfter Roundup 2008





Fazit:

Überraschungen: Fehlanzeige, auch der Scythe Mugen 3 präsentiert sich als sehr guter und vor allem preiswerter CPU-Kühler. Dazu addiert sich die gewohnt gute Verarbeitung, die Platzersparnis durch die etwas kompakteren Abmessungen und das obligatorisch gut geschnürte Zubehörpaket. Doch all dies leisteten die Vorgänger auch schon weitestgehend, insofern stellt sich die Frage: wer kommt als Zielgruppe in Frage? die Besitzer eines Mugen, Mugen2 oder Mugen 2 Rev.B sicherlich nicht, es sei denn das Bankonto hat einen automatischen Resetschalter. Mit anderen Worten, wer über viel Platz in seinem PC-Gehäuse verfügt, noch keinen Scythe besitzt und einen guten Towerkühler zum fairen Preis sucht, sollte den Mugen 3 durchaus ins Kalkül ziehen. Auf Grund der hohen Leistungsreserven des Kühlers, darf dies gerne auch unter einer 7Volt Ansteuerung geschehen. Somit empfiehlt sich der Scythe für einen geräuscharmen Betrieb, vorausgesetzt die PWM Ansteuerung spielt mit. Darum sind wir nach wie vor der Meinung, das Scythe seine Kühler grundsätzlich in zwei Varianten anbieten sollte, einerseits mit dem PWM-Werkslüfter und anderseits mit dem herkömmlichen Slipstream-1200, der wunderbar über eine Lüftersteuerung zu regeln wäre und deutlich mehr Kühlpotential bei reduzierter Geräuschkulisse bietet.
Das neue Befestigungssystem präsentiert sich zwar lobenswerterweise als individuell sockelübergreifend und ermöglicht auch AMD-Anwendern eine freie Ausrichtung des Kühlers, verliert dabei aber die Praxisrelevanz aus den Augen, denn der unerfahrene Anwender wird doch ziemlich allein gelassen. Zu einem nachvollziehbaren Einbau gehört einerseits eine aussagekräftige Anleitung und vor allem ein Montagesystem, das den Namen auch verdient. Darüber hinaus kann die geschlossene Backplate sich als gehöriger Stolperstein erweisen, darum sollte Scythe sich dieser Thematik ebenfalls noch einmal sehr gründlich widmen.
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in einer kompakten Übersicht:

Plus:
• wertige Haptik
• gute Verarbeitung
• absolut ebene Kühlfläche
• hervorragende Kühlleistungen bei volumenstarken Lüftern
• hohe Leistungsreserven
• für die enorme Größe noch akzeptables Gewicht
• sehr stabile Befestigung dank Verschraubung
• sehr gute Sockel Kompatibilität
• sehr gute Lüfter-Flexibilität
• ausgewogene Lüfter (unter 7 und 5Volt Ansteuerung)
• absolut komplettes Ausstattungspaket

• gutes Preis-Leistungsverhältnis (35 €)

Minus:
• Lüfter unter 12Volt Ansteuerung zu laut
• Kühler blockiert eventuell ersten Speicherslot
• Befestigungssystem incl. Montage verbesserungsbedürftig
• fragile Lamellen
• mäßige Anleitung





Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Scythe Mugen 3 CPU-Kühler erhält den PC-Experience-Award in Silber






Weiterführende Links:

Scythe


Scythe Mugen 3 bei Caseking


Wir bedanken uns bei Scythe Deutschland sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support




euer PC-Experience.de Team



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