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Achtung Prolimatech Samuel 17 CPU-Kühler Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Prolimatech Samuel 17 CPU-Kühler






Einleitung:

Auch diesmal reflektiert Prolimatech eine biblische Geschichte als Namensfindung für eine neuen Kühler. Als Rahmenhandlung dient das Buch Samuel 1.17 aus dem alten Testament und der Kampf zwischen David und Goliath, dessen Resultat wir ja alle kennen. Prolimatech vermittelt also durchaus Selbstbewußtsein, wenn man suggeriert, das größere Kühler von diesem sehr kompakten neuen Kühler "besiegt" werden können.
Nach den großen Erfolgen ihres bisherigen Kühler-Portfolios, stehen die Chancen für einen weiteren Bestseller nicht schlecht. Der Samuel 17 setzt da an, wo das Marksegment dünn besetzt ist: bei kleinen kompakten Gehäusen, die keinem riesigen Towerkühler den notwendigen Platz bieten. Nichtsdestotrotz kann sich jeder auch in einem HTPC-Gehäuse oder Mini-ATX Gehäuse ein leistungsstarkes System zusammenstellen, das demzufolge auch einen entsprechenden CPU-Kühler benötigt. Dazu gesellt sich noch ein weiterer Aspekt, diese Top-Flow Kühlerspezies erfreuen sich großer Beliebheit und das kommt nicht von ungefähr, kühlen sie doch gerade den sensiblen Bereich um den Prozessorsockel herum mit seinen Spannungswandlern und Mosfets sehr intensiv, da der Lüfter auf Grund seiner Top-Flow Ausrichtung (von oben herab auf den zu kühlenden Bereich) genau dorthin fokussiert wurde. Unsere beiden bisherigen Platzhirsche Thermalright AXP-140 und Scythe Zipang 2 erreichen eine Bauhöhe von 70mm respektive 106mm und fallen somit schon beinahe aus dem HTPC Raster. Der Samuel 17 erreicht ohne Lüfter gerade mal 45mm, es besteht also durchaus die Hoffnung, das Prolimatech mit diesem neuen Kompaktkünstler genau die Lücke schließt, die wir alle von ihm erwarten. Ob dem so ist, haben wir ausführlich getestet, wir wünschen viel Spaß beim Studieren unseren neuesten Reviews...




Lieferumfang:

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• Prolimatech Samuel 17 CPU-Kühler in Retail-Verpackung
• 8x Brackets für unterschiedliche Sockel
• Befestigungsschrauben
• Hochleistungs-Wärmeleitpaste PK-1
• 8x Lüfterschrauben
• Bedienungsanleitung





Die technischen Daten: Prolimatech Samuel 17 Kühlkörper

• Gewicht: 361g (ohne Lüfter)
• Konstruktionsprinzip: Top-Flow Kühler
• Abmessungen: 45mm x 92mm x 82mm (Höhe x Breite x Tiefe, ohne Lüfter)
• Material: Aluminium-Kupfer Hybrid
• Heatpipes: 6 Stück a´6mm Durchmesser, Kupfer (vernickelt)
• Material-Lamellen: Aluminium (0,5mm stark)
• Anzahl Lamellen: 36 und 32 Lamellen in zwei Ebenen (Aluminium, vernickelt)
• Lamellen-Abstand: 2mm
• Bodenplatte: 14mm stark, Kupfer (vernickelt, konvex)
• Kühlfläche gesamt: ca. 800cm²
• Lüfteroptionen: 1x 120x120x25mm, 1x 120x120x12mm
• Preis für den Kühler ohne Lüfter: ca. 39,90 €
• zugelassen laut Hersteller für folgende CPU's:
Intel Sockel 775, 1156, 1366
AMD Sockel AM2, AM2+, AM3
• Garantie: 2 Jahre




Das Sockel 1366 Testsystem:

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Verarbeitung und erster Eindruck:

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Wenn wir uns den Größenvergleich anschauen, kommen einem schon ernsthafte Zweifel, ob dieser Winzling wirklich in der Lage ist, auch schnelle CPUs zu kühlen. Allerdings sollte man dabei nicht außer Acht lassen, das es sich bei den beiden anderen Kühlern um die Creme de la Creme der Towerkühler handelt und nicht um Mainstream Chassis. Das ändert nichts daran, das die Kühlfläche relativ klein ist, kanpp 800cm² stehen zu Buche, ein Thermalright AXP-140 bringt es auf über 3.000cm² und ein Scythe Zipang 2 gar auf 3.600cm², wobei beide Kühler ebenfalls über 6 Heatpipes a 6mm verfügen. Demzufolge wird wohl eher der Scythe Big Shurikan zum direkten Gegenkandidaten avancieren.
Die Verarbeitung korrespondiert mit dem guten Ruf, den sich Prolimatech erarbeitet hat und der sich auch vor Thermalright nicht verstecken muß. Die in zwei Ebenen angeordneten Lamellen Pakete (36 und 32 Lamellen) wurden aus Aluminium gefertigt und anschließend vernickelt. Dank einer Materialstärke von 0,5mm ist ein Verbiegen kaum zu erwarten, es sei denn Grobmothorik ist die Parole des Tages.

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Gehen wir etwas mehr ins Detail: Die Kühllamellen wurden in einem Abstand von 2mm zueinander angeordnet. Dieser Lamellenabstandes bewirkt zwar eine größere Kühlfläche, wirkt sich aber auf einen eventuellen Passivbetrieb des Kühlers kontraproduktiv aus, da so die Abwärme des Lamellennachbars natürlich Auswirkungen erzeugt, darum ist der Samuel 17 für passive Kühlungen nicht zu empfehlen und auch nicht konzipert. Wenn der Abstand größer wäre, z.B. 2,5mm oder mehr, könnte der Lüfter auch bei 5 Volt Ansteuerung und wenig Druck relativ ungehindert durch die Lamellen ventilieren. Warum das so entscheidend ist, liegt auf der Hand, je kleiner der Lamellenabstand ->desto größer muß der Druck sein, mit dem die Kühlluft hindurchgeleitet wird. Einem Kühler mit schnell drehenden, volumenstarken und lauten Lüftern zu guten Kühlleistungen zu verhelfen, bedarf keiner ausgetüftelten Ingenieurskunst. Das Ganze leise zu bewerkstelligen und trotzdem eine adäquate Kühlung zu erreichen, kann nur die Devise sein und dafür sind dann auch schon einige Klimmzüge notwendig.
361 Gramm Gewicht ohne Lüfter sind bezüglich der Sockelbelastung überhaupt kein Problem, zumal der Kühler ja großflächig verschraubt wird und an keiner fragilen Sockelnase hängt. Platzprobleme dürfte die sehr kompakte Bauform des Samuel 17 kaum erzeugen, 45mm x 92mm x 82mm (Höhe x Breite x Tiefe, ohne Lüfter) sollten in den allermeisten Desktop/HTPC/Mini-ATX Gehäusen passen. Die geringe Bauhöhe besitzt aber auch einen entscheidenden Nachteil: viel "Beinfreiheit" ist nicht vorhanden, das kann bei Mainboards mit ausladenden sockelnahen Kühlkörpern Einbauprobleme verursachen, wie wir noch sehen werden.

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Aus der 14mm starken vernickelten Kupferbodenplatte erwachsen jeweils 6 Stück a' 6mm Heatpipes Richtung Lamellenverbund. Die Kühlbodenfläche wurde zwar perfekt riefenfrei poliert, leider ist diese aber nicht absolut eben, sondern minimal konvex, was wir auch schon von eigentlich allen aktuellen Thermalright Kühlern kennen. Die Intention dafür ist klar, man möchte so die nicht selten konkaven CPU-DIEs ausgleichen. Soweit so schlecht, denn wenn die CPU-DIE absolut plan wäre (was sie nur selten ist), wird durch den konvex-bedingten nicht 100%igen Kontakt mit dem Kühler ein Hauch Kühlpotential verschenkt, weil die Auflagefläche einfach etwas kleiner ist. In der Praxis erzeugt dies aber in der Regel kaum Probleme geschweige denn wirkliche Nachteile. Oberhalb der Bodenplatte wurde ein weiterer schmaler Kühlblock angebracht, um einerseits die Kühlfläche der Bodenplatte flächentechnisch zu vergrößern und andererseits die Aufnahme der Wechselhalterungen für die unterschiedlichen Sockelklammern zu ermöglichen. Kurzum, der Kühlblock schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe.
Die Vernickelung hat übrigens nicht nur optische Aspekte, sie verhindert natürlich in erster Linie die Korrosion der jeweiligen Bauelemente und das sehr nachhaltig und effektiv. Auf einen passenden 120mm Lüfter hat Prolimatech verzichtet, insofern bleibt dem geneigten Betrachter die Qual der Wahl und uns der Hinweis auf unsere Referenzlüfter, die wir grundsätzlich ohne PWM Steuerung einsetzen. Das Thema PWM beäugen wir immer mit einer gehörigen Portion Skepsis, denn es steht und fällt alles mit der PWM Integrität auf dem Mainboard und das diesbezüglich sehr schlechte Beispiele existieren, ist sicherlich hinreichend bekannt. Die PWM Steuerung des Lüfters kann noch so gut implementiert sein, wenn das Mainboard nicht mitspielt, kann schnell Frust aufkommen. Vereinfacht formuliert: über die 4-pin PWM Steuerung erhält der Lüfter sowohl seine 12 Volt Spannung, als auch das notwendigen 5 Volt PWM Signal mit der dazugehörigen 25 khz Basis-Frequenz. Wenn nun in der Korrespondenz mit dem Mainboard irgendwas falsch interpretiert wird, dreht der Lüfter im Worst Case nie mit der erhofften Drehzahl, insofern waren wir nicht sonderlich traurig, das Noctua darauf verzichtete.




Der Einbau:

Eine vorläufige Kompatibilitätsliste befindet sich auf der Homepage von Prolimatech bisher nicht, wo wir übrigens auch eine vorzügliche Videoanleitung für den Einbau entdeckten. Auf unserem Mainboard paßte der Kühler einigermaßen problemlos (Asus P6T WS Professional).
Schon sind wir bei den Einbau Details, zu dem wir auch wieder einige generelle Tipps zusammengetragen haben:

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Da immer wieder leicht vermeidbare Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle unseren neuen Artikel zu dem Thema Wärmeleitpasten-Workaround zu diesem Thema, der diesbezüglich alle offenen Fragen klärt. Welche Paste ihr verwendet, spielt durchaus auch eine Rolle, darum legen wir euch an dieser Stelle unser Wärmeleitpasten Roundup 2009 ans Herz, damit ihr euren entsprechenden Favoriten findet. Die beim Samuel 17 mitgelieferte Prolimatech PK-1 Nano Wärmeleitpaste wurde dort ebenfalls getestet.
Die Kühlfläche des Samuel 17 Kühlkörpers haben wir demzufolge gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere wiederholten wir anschließend mit dem Heatspreader der CPU, denn auch dort müssen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste oder Fettfinger rückstandlos entfernt werden. Es empfiehlt sich ohnehin, für den Einbau entsprechende Einweghandschuhe zu verwenden, was auch gleichzeitig den Rest des Kühlers vor hässlichen Fingerabdrücken bewahrt.
Als Paste verwendeten wir grundsätzlich für alle Kühler auch weiterhin die MX-2 von Arctic Cooling, damit es diesbezüglich zu keinen ungewollten Diskrepanzen kommt.
Über die Pushpin Kühlerbefestigung von Intel ist schon viel geschrieben worden, wir empfinden sie auch als mittelschwere Frechheit, zumal allein das Einrastgeräusch keinen Aufschluß darüber gibt, ob der einzelne Pin nun wirklich richtig eingerastet ist oder nicht. Von der Verschleißträchtigkeit dieser Kühlerbefestigung wollen wir dabei noch gar nicht reden. Den Kühler bei nicht ausgebautem Mainboard einzubauen halten wir für risikoreich, zumal nur auf der Rückseite zu erkennen ist, ob die Spreizstifte wirklich weit genug eingesteckt wurden:

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Dieses Pushpin Fiasko hat uns Prolimatech freundlicherweise auch diesmal erspart, da der Kühler grundsätzlich verschraubt wird. Das geht schnell vonstatten, denn dazu suchen wir uns aus dem Angebot an Haltern die beiden richtigen für unseren Sockel aus und verschrauben sie am Kühlerboden. Anschließend bestücken wir die vier Spring-loaded Screws mit den dünnen Kunststoff-Unterlegscheiben und stecken sie durch die Öffnungen des Mainboards durch, um sie dann mit den entsprechenden Bohrungen im Kühler gleichmäßig und am besten über kreuz zu verschrauben.

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Wem das zu schnell ging, der kann sich das Prozedere gern noch einmal im Video von Prolimatech anschauen:

Einbau-Video



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wichtiger Hinweis:
Sollte der Kühler in einem HTPC oder Desktop Gehäuse zum Einsatz kommen, braucht ihr nicht weiterlesen. Aber sollte der Kühler in einem normalen PC verbaut werden, wo das Mainboard naturgemäß hängt, dann ist die Einbauposition des Samuel 17 ganz wichtig. Die Abschlußspitzen der Heatpipes dürfen hier in keinem Fall in Richtung Fussboden zeigen, weil die Heatpipes sonst gegen die Schwerkraft arbeiten, was deutliche Lieistungseinbußen zur Folge hätte (letztes Bild, rote Pfeile). Also den Kühler bitte immer horizontal und niemals vertikal einbauen, zumindest nicht so vertikal, das die Abschlußkappen der Heatpipes nach unten in Richtung Fussboden zeigen. In einem HTPC oder andersartigen Desktopgehäuse spielt das keine Rolle, weil der Kühler samt Mainboard nicht hängt, sondern liegt.

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Auch wenn der Kühler eigentlich nicht besonders üppig dimensioniert wurde, so kann es trotzdem durchaus sein, das er mit ausladenden sockelnahen Mainboard-Kühlkörpern kollidiert. Auf der anderen Seite sind Mini-ATX Boards diesbezüglich normalerweise nicht so üppig bestückt. Ideal wäre es, wenn wir die ausladenden Lamellentürme über den Frequenzgeneratoren (PLL) und Transistoren (MOSFET's) plazieren, was die speziellen Konstruktionsaspekte dieses Kühlers zur Geltung bringt, denn schließlich wollen wir exakt diesen sensiblen Bereich tatkräftig mitkühlen. Ansonsten regsitrierten wir keine weiteren Stolpersteine, die Speicherbänke werden in der Regel nicht vom Kühler tangiert, aber auch das kann von Boardlayout zu Boardlayout variieren, da hilft dann wirklich nur ausprobieren.

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Als Lüfter kann aus dem riesigen 120mm Arsenal im Grunde alles zum Einsatz kommen, was das Herz begehrt. Wenn der Platz im Gehäuse knapp ist, kann man sich natürlich mit den besonders flachen 120x120x12mm Lüftern behelfen. Empfehlen können wir dies allerdings nicht, da diese Lüfter naturgemäß nicht sonderlich Fördervolumen entwickeln. Den Liebhabern der Noiseblocker Multiframe-Lüfter sei gesagt, das diese Lüfter nicht nur passen, sondern dank der dünnen Schrauben auch solide befestigt werden können. Dank der genialen integrierten Entkoppelungsecken von Noiseblocker, sind diese Lüfter natürlich ideal für einen nebengeräuscharmen Betrieb ausgelegt. Wer mag, kann unter konventionellen 120mm Lüftern noch dünne Gummiringe zur Entkoppelung beilegen, die Schrauben sind auch dafür lang genug bemessen. Damit wäre die Montage auch schon finalisiert und nach dem Anstecken der Lüfterstromkabel auf dem Mainboard oder an eurer Lüftersteuerung kann das System in Betrieb genommen werden.




Die Referenz-Lüfter:

Wir haben vor dem Test für unsere Referenz-Lüfter für uns selbst eine ganz klare Maxime erstellt, es sollten keine Brüllwürfel oder Volumenmonster verwendet werden, die im Betrieb einen Kopfhörer zwingend voraussetzen. Die Lüfter sollten eine ausgewogene Mischung aus möglichst geringer Lautheit, hoher Laufkultur (Lagerqualität), guter Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) beinhalten und trotzdem noch annehmbare Förder-Volumina mitbringen. Alle diese Attribute vereinen die Noiseblocker Multiframe Lüfter in sich, darum wären sie für jedes Gehäuse das absolute I-Tüpfelchen.
Der Scythe Slipstream verfügt über ähnlich exzellente Eigenschaften, wenngleich die Lagerung des Scythe Slipstream nicht mit der fein austarierten Lagerung des Multiframe Lüfters konkurrieren kann. Darüber hinaus fehlt natürlich die geniale Entkoppelung von Noiseblocker. Dafür bietet er ein überragendes Luftvolumen, das gerade bei eng stehenden Kühlerlamellen sehr viel bewirken kann, somit war er für den Prolimatech Test wie schon so oft unsere erste Wahl.





Die Tests:

Mit Core Temp 0.99.6.1, Real Temp 3.40, dem Hardware Monitor 1.16 und Everest Ultimate Edition 5.50.2169 wurden die Temperaturen mit den Werten verglichen, die wir nach vier Stunden Stunden 3D Mark 2006 und Prime 95 (Orthos) über unser digitales Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C) erhalten haben. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C (klimatisierter Raum). Da wir ausschließlich unser neues Asus P6T WS Professional Mainboard einsetzen, wurden kurzerhand alle bisherigen Sockel 1366-kompatiblen Kühler noch einmal getestet, wodurch sich Diskrepanzen zu unseren früheren Einzeltests ergeben konnten.
Zur vorsorglichen Fehlerkorrektur, haben wir den Kühler mehrmals gedreht aufgesetzt und wiederum erneut gemessen, denn der Heatspreader der CPU ist leider auch nicht immer wirklich eben. Dazu kommen unterschiedliche Hotspots der CPU, die in gelegentlich unterschiedlichen Messungen resultieren.
Für den einen oder anderen ist das Thema eventuell zu profan, aber wir erwähnen es trotzdem: beachtet bitte die Richtungspfeile auf den Lüftern. Sie bestimmen nämlich die Richtung des erzeugten Luftstroms und der soll ja schließlich dorthin blasen, wo er benötigt wird. Da diese Pfeile sehr klein sind, werden sie gerne übersehen:

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Um die wirkliche Kühlleistung der jeweiligen Kühler herauszukristallieren, haben wir für den Load-Test den Referenz-Lüfter auf 1200 U/min und für den Low Noise Test den Noiseblocker Refrenzlüfter auf 700 U/min einreguliert, denn bei gleichen Drehzahlen und Volumen entscheidet der Kühler über den Ausgang des Vergleichs. Verglichen haben wir den Prolimatech Kühler mit allen bisher getesteten Sockel 1366 Kühlern:








Nun könnte man angesichts unser Resultats-Tabellen vor Schreck erstarren oder resignieren, aber dazu besteht absolut kein Anlaß. Einerseits befinden sich in den Tabellen die absolut besten Luftkühler überhaupt und andereseits existieren eine ganze Reihe von flachen und kleinen Deskop-PC Kühlern, die wir gar nicht getestet haben. Davon abgesehen ist unsere Intel Core i7-960 CPU auch nicht unbedingt ein thermisches Leichtgewicht. Wenn man all das berücksichtigt, steht der Samuel 17 gar nicht so schlecht dar, zumal er darüber hinaus die kategorisch vergleichbaren Scythe Shurikan Varianten relativ mühelos in Schach hielt.
Über einen Passivbetrieb brauchen wir uns kaum unterhalten, dafür stehen nicht nur die Lamellen zu eng beiander, dafür fehlt es vor allem an Kühlfläche. Darüber hinaus erhöht sich durch den engen Lamellenabstand natürlich der Strömungswiderstand. Um das zu kompensieren, bedarf es eben eines Lüfters mit entsprechendem Druck sprich Fördervolumen.
Die Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) des Lüfters stellt ein weiteres wichtiges Test Kriterium dar. Eines sei aber deutlich vermerkt, es geht nicht darum, wie weit sich ein Lüfter herunterregeln läßt, sondern darum, wann ein Lüfter tatsächlich anläuft ! Die allermeisten Lüfter lassen sich auf 5 Volt herunterregeln, wenn sie denn in Bewegung sind. Ein Neustart mit 5 Volt Ansteuerung ist etwas völlig anderes und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Die Lautheit des Lüfter haben wir ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem modifizierten ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich. Eventuelle PWM Funktionen klammern wir für unsere Tests grundsätzlich aus, da die Hersteller sich einerseits über dessen Integrations-Details doch weitestgehend ausschweigen und weil die PWM Qualität einfach noch keine konstant hohes Niveau erreicht, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Der Scythe Slipstream 1200 Lüfter fristet nicht ohne Grund schon einige Zeit sein Dasein in unserer Referenzliste, da er immer dann zum Einsatz kommt, wenn enge Lamellen entsprechenden Druck benötigen. Der Scythe Slipstream konnte sich in allen Belangen gekonnt in Szene setzen. Bei 12Volt (7 Volt) und realen 1216 U/min (803 U/min) "belastet" der Lüfter das menschliche Ohr mit 25,5 dBA (18,5 dBA). Bei 5 Volt Ansteuerung rotiert der Lüfter noch mit 536 U/min und erzeugt 14 dBA. Dazu gesellen sich nahezu nebengeräuschfreie Lager und eine Scalierung von 4,6 bis 13,8 Volt.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review erarbeiteten Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem entsprechenden Test-System beziehen!




Der Lüfter ->Technische Aspekte:

Was prädestiniert einen Lüfter, um ihn als wirklich leise zu bezeichnen? zumal ja der subjektive Höreindruck auch eine nicht geringe Rolle spielt und jeder Lüfter eine eigene Geräuschcharakteristik besitzt...

• Grundsätzlich sollte man sich nicht auf vollmundige Produktbeschreibungen der Hersteller verlassen, denn im Prospekt ist jeder Lüfter leise und eine Messung im schalltoten oder schallarmen Raum hat mit der Realität in einem Rechner wenig bis nichts zu tun. Außerdem trägt ein Lüfter durch sein Rotor- und Motorgeräusch selbst nicht wenig zu der Geräuschcharakteristik eines Rechners bei, das sollte man dabei berücksichtigen. Ein Rechner mit einem oder zwei Gehäuse-Lüftern klingt ganz anders anders, als ein Lüfter mit 5 oder 7 Lüftern, wobei man dann natürlich auch noch die Lautheit als solche dazuaddieren darf.

• Die Lagerungstechnik der Axiallüfter spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle, denn es ist hörbar, ob ein Lüfter Kugel-oder gleitgelagert ist. Die bei Gehäuselüftern gerne eingesetzten Sintec Gleitlager (Papst) oder Bronze Gleitlager (z.B. Yate Loon) weisen einige sigifikante Unterschiede zu ihren Kugellagerpendents auf:

Sintec Gleitlager werden aus Metallpulver gefertigt, das unter Druck in die gewünschte Form gepresst und bei hohen Temperaturen gesintert wird (daher der Name). Gegenüber massiven Gleitlagern bietet dieser Werkstoff einen Vorteil: Er ist porös. Das Porensystem nimmt etwa 15 bis 30 % des Lagerkörpers ein, wird mit Schmierstoff gefüllt und verbessert als zusätzliches Ölreservoir die Lagereigenschaften. Ein weiteres Argument für Gleitllager ist der Preis, denn die Fertigung dieser Lager kostet nur etwa die Hälfte der Kugellagerfertigung. Kugellager haben den Vorteil der längeren Lebensdauer bei nicht sofortigem verschleißbedingten Ausfall, denn ein Gleitlager stellt seinen Betrieb bei finalem Verschleiß einfach ad hoc ein, ein Kugellager läuft weiter, wenn auch mit lauten Klappergeräuschen begleitet.
Grundsätzlich laufen Kugellager etwas lauter als Gleitllager, man hört immer ein leichtes Lagerschleifen. Wenn man also 2 Lüftermodelle eines Herstellers vergleicht, wobei der eine gleit-und der andere kugelgelagert ist, wird der Gleitgelagerte in der Regel leiser sein. Selbstverständlich gibt es auch laute Gleitlagerlüfter, das hängt wie immer von der Fertigungsgüte ab und die ist bei Billigprodukten naturgemäß nicht allzu hoch.

• Es hat diesbezüglich in den letzten 2 Jahren eine Reihe von Verbesserungen gegeben, über welche die Gleitlagertechnik zum Teil deutlich optimiert werden konnte. So existieren seit geraumer Zeit die von Sony patentierte Fluid Dynamic Bearing und die NB Nano-SLI Gleitlager von Noiseblocker. Beide Techniken bilden aktuell die Speerspitze in punkto Innovation und Laufruhe.

Bleibt die Frage, warum setzen dann nicht alle Hersteller auf die Gleitlagerschiene? Diese Frage stellten sich scheinbar auch die Hersteller und so verwundert es wenig, das immer mehr Hersteller auf diese Lagertechnik umschwenken, eine kluge Wahl...

• Die Anordnung der Rotoren hat auch Relevanz, denn die Strömungsgeschwindigkeiten und demzufolge Strömungsgeräusche werden auch durch die Form und Stellung der Rotorblätter beinflußt. Diesbezüglich spielen auch die Lüftergitter in den PC-Gehäusen eine nicht unwesentliche Rolle, denn es macht naturgemäß einen Unterschied, ob ein Lüfter sich frei entfalten kann, oder ob er durch winzige Perforationen im Gehäuse atmen muß.

• Die Drehzahlen sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium, zumal man mit dem Absenken der Lüfter-Drehzahlen automatisch auch das Grundgeräusch eines Lüfters absenken kann, sofern die Skalierbarkeit des Lüfters dies zuläßt.

• Die Ansteuerung der Lüfter sollte frei einstellbar sein, d.h. der Lüfter sollte nicht nur mit 12 Volt sondern auch mit 5 Volt störungs-und klapperfrei laufen, zumal wir erst dann durch die Absenkung der Drehzahl wirklich einen geräuscharmen Modus erreichen. Viele Lüfter "glänzen" bei 5 oder 7 Volt leider durch deutliche Motorengeräusche, oder laufen überhaupt nicht mehr an. Zu diesem Thema sind ein paar Umstände zu berücksichtigen, die in der Praxis oft falsch verstanden werden:
es geht nicht darum, wie weit sich ein Lüfter herunterregeln läßt, sondern darum, wann ein Lüfter tatsächlich anläuft !
Die allermeisten Lüfter lassen sich auf 5 Volt herunterregeln, wenn sie denn in Bewegung sind. Ein Neustart mit 5 Volt Ansteuerung ist etwas völlig anderes und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, weil viele Lüfter eben nicht anlaufen...

• Interessant ist auch der Durchmesser der Lüfternaben, da sie Rückschlüsse auf die zu erwartende Luftfördermenge zulassen. Der Grund dafür sollte einleuchten, je kleiner die Nabe, desto größer ist die Strömungsfläche. Rückschlüsse auf die Qualität oder Laufruhe der Lager lassen die Nabendurchmesser allerdings keine zu. Es existieren große Naben mit laufruhigen Lagern ebenso, wie kleine Naben mit klappernden oder schleifenden Lagern.

• Ein immer wieder nachzulesendes Klischee wollen wir nicht unkommentiert stehen lassen, es existieren keine unhörbaren Lüfter und sei im Idealfall nur das Geräusch der Luftverwirbelungen, aber unhörbar ist ein Lüfter definitiv nie ! wenn er nicht zu hören ist, läuft er nicht...
Des weiteren sollte man berücksichtigen, das viele Lüfter auf ihre Nenndrehzahl hin optimiert wurden, d.h. wenn ein Lüfter auf 12Volt justiert wurde, kann es durchaus sein, das er bei 7 oder 5 Volt Ansteuerung unerwünschte Nebengeräusche fabriziert. Das nur für all diejenigen, die glauben, das ein guter Lüfter in allen Ansteuerungsvarianten Nebengeräuschfrei sein muß. Natürlich wäre dies wünschenswert, aber Wunsch und Wirklichkeit klaffen nun mal in der Technik nicht selten weit auseinander...

Unsere bisherigen Lüftertests:

140mm Lüfter Roundup 2009 Part II

140mm Lüfter Roundup 2009

120mm Lüfterroundup 2009

Noiseblocker Multiframe M12 120mm Lüfter

120mm Lüfter Roundup 2008






Pflegetipps:

Auch ein Kühler/Lüfter braucht mal Pflege und das nicht nur 1x im Jahr, sondern regelmäßig.
Gehäuse-und CPU-Lüfter sind potentielle Druckluftspray-Kunden. Seit aber bitte vorsichtig und bringt den Lüfter mit dem Spray nicht auf abnormale Drehzahlen, euer Lüfterlager wird es euch danken. Als grobe Vorarbeit solltet ihr einen weichen und nicht haarenden Pinsel einsetzen, vorzugsweise einen mit hochwertigen Chinaborsten.
Sollten eure Gehäuselüfter bereits rauh laufen, empfiehlt sich der Ausbau und die Kontrolle der Lager. Dazu müßt ihr den Aufkleber auf der Lagerseite vorsichtig entfernen und den Lagerbereich mit Druckluftspray reinigen. Danach kommt ein Tropfen des sehr gut bewährten WD-40 zum Einsatz, den wir vorsichtig auf die Lagerachse geben. Dreht dann den Rotor ein paarmal durch, damit sich das Schmiermittel gut verteilt. Wenn diese Prozedur erfolglos bleibt, weil die Lagerung doch zu sehr verschlissen ist, bleibt nur noch der Austausch. Die Kühllamellen des Prolimatech Kühlers kann man natürlich ebenso problemlos mit Druckluftspray und Pinseln reinigen.




Fazit:

Der neue Samuel 17 Kühler von Prolimatech kann zwar trotz einiger Finessen keinen Goliath besiegen, aber er verschafft sich Respekt und das relativ eindrucksvoll. Die ausgezeichnete Verarbeitung und das gut abgestimmte Ausstattungspaket sprechen für sich, daran gäbe es kaum etwas zu kritisieren. Das trotz der überschaubaren Abmessungen ein 120mm Lüfter verbaut werden kann, spricht für die Macher dieses Kühlers, denn ein volumenstarker Lüfter kann viel von dem ausgleichen, was an Kühlfläche nicht vorhanden ist.
Machen wir uns nichts vor, das ein Kühler mit seinen knapp 800cm² Kühlfläche trotz sechs Heatpipes keinen guten Towerkühler ernsthaft in Bedrängnis bringen kann, hat hoffentlich niemand erwartet. Die bisher besten von uns getesteten Luftkühler bringen bis zu 6000cm² an Kühlfläche aufs Tablet, das nur um die Kühlflächenunterschiede mal etwas deutlicher zu skizzieren. Aber darum geht es letztendlich auch nicht, der Samuel 17 wurde für kleine Gehäuse konzipiert und das sind in der Regel HTPC/Desktop und Mini-ATX Gehäuse, in denen normalerweise kein Core i7 Prozessor mit einer Wärmeverlustleistung von 130 Watt seinen Dienst tut, der womöglich auch noch übertaktet wird.
Wer also eine "kleine" sparsame CPU in einem platztechnisch überschaubaren Gehäuse verbauen möchte, der findet in dem Samuel 17 einen mehr als adäquaten Partner, soviel ist sicher. Die AMD Kunden hat Prolimatech diesmal ebenso wenig ausgeschlossen, wie die Sockel 478 Liebhaber, ein weiterer äußerst positiver Aspekt...
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in der Übersicht:

Plus:
• wertige Haptik
• ausgezeichnete Verarbeitung
• äußerst stabile Lamellen (0,5mm)
• gute Kühlleistungen bei volumenstarken Lüftern
• gute Leistungsreserven, sofern nicht übertaktet wird
• minimales Gewicht
• sehr stabile Befestigung dank Verschraubung
• minimaler Platzbedarf
• ausgezeichnete CPU-Flexibilität
• sehr gutes Ausstattungspaket
• befriedigendes Preis-Leistungs Verhältnis (ca. 39,90)

Minus:
• Kompatibilitätsprobleme mit sockelnahen Mainboardkühlkörpern




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Prolimatech Samuel 17 CPU-Kühler erhält den PC-Experience-Award in Gold






Weiterführende Links:

Prolimatech


Prolimatech Samuel 17 bei Caseking


Wir bedanken uns bei Caseking sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support




euer PC-Experience.de Team



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