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Achtung Windows 7: SSD Optimierungen und FAQs Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

SSD Optimierungen und FAQs


- Update 21.08.2010 -







Einleitung:


Da sich Windows 7 als nahezu idealer Partner für eine Solid State Disc anbietet, liegt es natürlich nahe, diese Partnerschaft ob ihrer Funktionalität zu überprüfen und darüber hinaus die eine oder andere Empfehlung auszusprechen, damit die Partnerschaft zwischen Windows 7 und eurem SSD Schmuckstück auch auf Dauer Bestand hat.
Da stellt sich möglicherweise die Frage: warum wird Windows 7 empfohlen?
die Antwort darauf lautet: weil Windows 7 als einziges Microsoft Betriebssystem in der Lage ist, eine SSD als SSD zu erkennen und korrekt anzusprechen.
Weder Windows XP noch Vista können dies von Haus aus und sind ohne Hilfsmittel auch nicht in der Lage, den so wichtigen Trim Befehl zu unterstützen. Davon abgesehen richtet nur noch Vista ein korrektes Partitions Alignment ein, XP kann nicht einmal das, was aber angesichts seines Alters auch nicht ernsthaft verwundert.
Gesetzt den Fall, wir haben eine neue SSD erworben und möchten auf exakt diesem Datenträger Windows 7 installieren, was ist dabei zu beachten und was konkret können wir optimieren, damit die SSD auch in Zukunft optimale Leistung liefert?
Genau darum geht es in diesem Artikel, zu dem ihr wieder herzlich eingeladen seid...




1. Die Grundvoraussetzungen:


Tut euch selbst einen Gefallen und kauft eine aktuelle SSD mit Trim und Garbage Collection Unterstützung, alles andere ist in unseren Augen herausgeworfenes Geld, denn spätestens nach dem 23.555 wipern der SSD wird euch dieses Prozedere zum Hals heraushängen, weil die fehlende Trim Unterstützung dieses ständige manuelle Leeren der gefüllten Flashzellen erfordert, auch wenn unsere fiktive Zahl natürlich "etwas" übertrieben erscheint.
Etwas konkreter:
Nach einer längeren Nutzung der SSD sinkt bei Modellen ohne Trim Funktion die Performance. Dieses Problem liegt darin begründet, dass sich Flash-Speicher nur dann ohne Wartezyklen beschreiben lässt, wenn die entsprechenden Zellen leer sind. Da das Betriebssystem Dateien jedoch nur aus dem Inhaltsverzeichnis des Dateisystems löscht und der Controller der SSD von diesem Löschvorgang nichts weiß, muss dieser beim erneuten Zugriff auf die Zelle diese erst löschen, bevor er sie beschreiben kann. Sinnvoller wäre es, wenn das Betriebssystem dem Controller mitteilt, welche Daten nicht mehr benötigt werden, sodass dieser in Ruhephasen die nicht benötigten Zellen löschen kann, um sie später ohne Performanceverlust beschreiben zu können und genau das bewirkt der Trim Befehl !

Trim-Implementierung bei Betriebssystemen und Controllern:

1. Intel: ab Firmware 02HA
2. Indilinx: ab Firmware 1819
3. JMicon JMF612/JMF618: generell
4. Marvell 88SS9174-BJP2: ganz sicher ab Firmware 0002
5. Sandforce: generell
6. Samsung: ab Firmware VBM19C1Q
7. Samsung 470: generell

1. Windows 7: generelle Unterstützung
2. Windows XP und Vista: manuelles trimmen notwendig
3. MacOS: manuelles trimmen notwendig
4. Linux: manuelles trimmen notwendig

Sollte die neue SSD bereits bei euch auf dem Tisch liegen, wißt ihr natürlich nicht, welche Firmware integriert ist. Da bietet es sich an, die SSD zunächst einmal ins vorhandene System (SATA) anzuschließen und dies mit einem Tool wie z.B. Crystal Disk Info auszulesen.
Ist die Firmware aktuell, kann die Installation schon fast beginnen. Ist sie nicht aktuell, solltet ihr sie umgehend nach Herstellervorschrift flashen. In diesem Zusammenhang ist wichtig, das nicht jedes Mainboard ein Firmwareupdate im AHCI Modus unterstützt, also klärt das bitte ab, eventuell müßt ihr für das Update im Bios auf den IDE Modus wechseln !

Unsere Intel X25-M G2 Postville verfügt bereits über die neueste Firmware mit dem so wichtigen Trim Feature:



Damit sind die Grundvorausetzungen ideal und wir können mit der Installation beginnen. Das heißt konkret: die SSD an einen Sata Kanal unseres Mainboards anschließen, die Festplatte im Bios als zweites Bootlaufwerk einstellen und unser DVD Laufwerk als erstes, denn wir wollen ja von der Windows 7 DVD booten und installieren. Vergeßt bitte nicht, im Bios den Festplattencontroller auf AHCI zu stellen, damit ihr auch alle Vorzüge dieses Treibers wie z.B. Native Command Queuing (NCQ), Hot-Plugging usw. nutzen könnt. In jedem Fall ist AHCI gegenüber einem proprietären IDE Controller-Treibers die bessere Wahl, auch wenn zuweilen SSD Controller existieren, die im IDE Modus besser performen, das ist aber eher die Ausnahme.
Das Ganze läßt sich natürlich nur dann realisieren, wenn eure Hardware dies unterstützt. Windows 7 bringt jedenfalls alles dafür mit, insofern müssen während der Installation auch keine AHCI Treiber gesondert nachgeladen werden.




2. Die Installation:


Windows 7 erkennt die SSD bereits während der Installation, aber wer sicher gehen möchte, darf sie gerne mit dem windows-eigenen Tool Diskpart einrichten. Dazu empfehlen wir euch unseren Windows 7 Installation Workaround, wo ihr nähere Details erfahrt.
Da aktuelle Partitionierungsprogramme noch so ihre Problemchen mit Windows 7 aufweisen und auch der Disc Director von Acronis erst ab Version 11 eine offizielle Freigabe für Windows 7 erhalten hat, haben wir unsere Intel SSD ebenfalls mit Diskpart eingerichtet:



Wie ihr seht, haben wir auch das Alignment definiert (align=1024 als Offset) (SSD Herstellervorgaben beachten, sofern vorhanden !), auch wenn Windows 7 dies normalerweise automatisch korrekt verrichtet, wollten wir sicher gehn und euch außerdem optisch zeigen, wie es aussehen sollte und funktioniert.
Das Alignment ist ein sehr wichtiger Faktor, es wird dafür gesorgt, dass die angelegte Partition auf die physikalischen Eigenschaften der SSD optimiert ist. Ist das korrekte Alignment nicht definiert, darf mit Performanceinbußen von bis zu 50% gerechnet werden. Windows 7, Vista und Mac OS beherrschen dies zwar nicht optimal, da die jeweilige Offset-Größe von dem verwendeten Controller abhängig ist, bieten allerdings insgesamt eine befriedigende Lösung. Windows XP beherrscht überhaupt kein für SSDs optimiertes Alignment mit einem 1024er Offset, dort beginnt die Systempartition auf Sektor 126, das wäre auf einer SSD mitten in einer Page und somit unbrauchbar. Um das zu ändern müßten wir den Startsektor der Systempartition so verschieben, dass die 4 KByte großen NTFS-Cluster mit den SSD-Pages übereinstimmen.
Etwas konkreter:
Unsere tradionellen ferro-magnetischen Festplatten speichern Daten auf Magnetscheiben mit konzentrischen Spuren. Diese Spuren sind in (physikalische) Sektoren aufgeteilt. Alle Betriebssysteme resktive Treiber denken noch in dieser Sektoren-Logik der Festplatten. SSDs speichern Daten aber völlig anders, werden aber trotzdem mit Hilfe der alten “Sektoren-Logik” angesprochen und das kann nicht korrekt funktionieren. Beim Alignment geht es darum, den Anfang einer Partition auf einer SSD so auszurichten, dass der erste logische Sektor der ersten Partition genau mit einer physikalischen Speicherzelle (Page) auf der SSD übereinstimmt. Sollte das nicht der Fall sein, geschieht folgendes: Windows adressiert einen Sektor, der dann aber über eine Page-Grenze der SSD hinweggeht und das kann und darf es nicht sein. Also muss die SSD statt einem jetzt zwei Blöcke erst löschen und dann wieder beschreiben. Und das kostet natürlich Performance beim Schreiben, nämlich bis zu 50%. Zusätzlich wird die Lebensdauer der SSD unnötig verkürzt, weil jede Speicherzelle ja nur eine begrenzte Anzahl von Schreiboperationen aushält, bevor sie ausfällt (bei MLC-SSDs sind das je Speicherzelle etwa 10.000 Schreiboperationen)

Wer das Alignment nachträglich ändern möchte/muß, steht vor einem erheblichem Aufwand:

Windows 7: SSD-Alignment nachträglich ohne Datenverlust ändern


Nach unserer kleinen Diskpart Operation kann Windows 7 nun komplett installiert werden. Anschließend solltet ihr zunächst Windows 7 komplett aktuell patchen und kontrollieren, ob Windows 7 für die Laufwerke die richtigen AHCI Standardtreiber (MSAHCI) eingerichtet hat:





Das ist augenscheinlich der Fall...
Kommt jetzt bitte nicht auf die Idee, spezielle Intel Matrix Treiber oder andere Trim Verhinderer zu installieren, zur Zeit ist der windows-eigene Treiber (MSAHCI) noch die einzige Software Schnittstelle, die den Trim Befehl korrekt unterstützt. Auch wenn die Intel Raid Treiber den AHCI Modus beinhalten, blockiert der Raid Treiber die Trim Funktion. Intel arbeitet an einer Lösung dieser Misere, solange belaßt aber bitte den Standard Treiber von Windows 7 dort, wo er jetzt arbeitet.
Wer eine SSD an einen Controller wie z.B. den ICH8/ICH9 oder ICH10 von Intel anschließt, in dem bereits ein Raid-Array arbeitet, steht vor dem selben Problem, denn der Controller läßt sich treibertechnisch nicht teilen. Das Ganze gilt auch für Nvidia oder AMD Controller, an denen abermals der Windows 7 Standardtreiber (MSAHCI) aktuell die Trim Unterstützung sicherstellt.

Unsere Kontrolle können wir gleich noch auf den Trim ausweiten, auch wenn unsere Tools dies bereits für uns optisch dargestellt haben, können wir dies in Windows 7 auch direkt überprüfen, dafür müssen wir in der Eingabeaufforderung mit Adminrechten folgende Syntax eingeben:

fsutil behavior query DisableDeleteNotify




Die Meldung DisableDeleteNotify = 0 bedeutet in diesem Fall die Aktierung von Trim, eine DisableDeleteNotify = 1 würde seine Deaktivierung signalisieren.



3. Die Optimierungen:


Da Windows 7 wie bereits erwähnt SSDs in der Regel korrekt anspricht und unterstützt, sind viele Systemeinstellungen, die eine perfekte Unterstützung unserer SSD verhindern könnten, auf unserem System nach der Installation von Windows 7 bereits automatisch deaktiviert. Voraussetzung für diese automatische Optimierung von Windows 7 ist allerdings, das die SSD auch als solche von Windows 7 erkannt und verifiziert wurde. Ist das nicht der Fall, sind die folgenden Systemoperatoren immer noch aktiv. Dazu gehört die automatische Defragmentierung, Ready Boost und auch Superfetch. Wer sicher gehen möchte, kann dies natürlich über Systemsteuerung/Verwaltung/Dienste entsprechend kontrollieren.
Wenn ihr schon in dieser Region tätig seid, kontrolliert bitte auch gleich den Prefetch Dienst, der ebenfalls überflüsssig ist, weil für den schnellen Flash Speicher einer SSD diese künstlichen Vorlademechanismen nichts bewirken. Außerdem ist das ständige Schreiben von Logdateien mehr als überflüssig. Sollte er also aktiv sein, beendet und deaktiviert ihn bitte.
Den Defragmentierer könnt ihr natürlich auch noch sicherheitshalber checken, dazu lest bitte unseren entsprechenden Spezial-Artikel




Kommen wir zu weiteren möglichen Optimierungen:


Aufgabenplanung
Die auf den ersten Blick recht gut gefüllte Aufgabenplanung von Windows 7 dürfte sicherlich dazu verleiten, dort aufzuräumen. Aber davon können wir nur dringend abraten, das Selbstheilungsvermögen von Windows 7 ist u.a. auch von den dort definierten Wartungen abhängig und darum deaktiviertechnisch absolut tabu.




Autostarts richtig einstellen
Wie immer lautet die Empfehlung: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Im Idealfall agieren lediglich eurer Virenscanner und die interne Desktop Firewall von Windows 7 im Hintergrund von Windows 7. Lest dazu bitte unseren entsprechenden Artikel
Dazu gehört auch, den Media Player von Windows zu zügeln: Windows 7: Media Player Aktivitäten eindämmen, sowie das Deaktivieren vom ohnehin unzulänglichen Windows Defender




Auslagerungsdatei (Pagefile)
Dieses Thema kann man sicherlich kontrovers diskutieren, das reicht von der generellen Abschaltung bis hin zu Einrichtung einer Ram Disk und anderer Vorschläge. Fakt ist, das Windows auch bei deaktivierter Pagefile auslagert, Windows läßt sich dieses Ruder generell nicht aus der Hand nehmen, insofern kann es auch aktiviert bleiben, zumal sich daraus absolut keine negativen Einflüsse ergeben. Der Ansicht ist man auch bei Microsoft, die dazu sehr deutlich Stellung bezogen: MS Artikel zum Thema SSD

quote:
Should the pagefile be placed on SSDs?

Yes. Most pagefile operations are small random reads or larger sequential writes, both of which are types of operations that SSDs handle well.

In looking at telemetry data from thousands of traces and focusing on pagefile reads and writes, we find that

Pagefile.sys reads outnumber pagefile.sys writes by about 40 to 1,
Pagefile.sys read sizes are typically quite small, with 67% less than or equal to 4 KB, and 88% less than 16 KB.
Pagefile.sys writes are relatively large, with 62% greater than or equal to 128 KB and 45% being exactly 1 MB in size.
In fact, given typical pagefile reference patterns and the favorable performance characteristics SSDs have on those patterns, there are few files better than the pagefile to place on an SSD.






Boot-Time Defragmentierung
Grundsätzlich wird sie von Windows 7 gar nicht erst aktiviert, kontrolliert sie trotzdem, dazu ruft ihr über Start ->ausführen ->regedit.exe den Registrierdatenbankeditor auf und navigiert zu folgendem Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Dfrg\BootOptimizeFunction

Im rechten Teilfenster sollte der Eintrag auf No stehen. Ist der Schlüssel BootOptimizeFunction überhaupt nicht vorhanden, hat Windows 7 alles richtig gemacht und ihn überhaupt nicht angelegt, was wir natürlich nicht ändern.




Energieoptionen einstellen
Da eine SSD sehr wenig Strom benötigt und die Energieoptionen von Windows 7 ohnehin eher suboptimal eingestellt wurden, empfiehlt es sich, dies zu ändern.
Über Systemsteuerung/Energieoptionen/Energiesparplaneinstellungen den aktuellen Energiesparplan ändern/Erweiterte Energieeinstellungen ändern/Festplatte/Festplatte am besten ausschalten und auf nie stellen.





Garbage Collection
Um Garbage Collection und Trim auseinander zu halten, sollte man sich vor Augen führen, das der Trim Befehl Daten aus Zellen entfernt, die nicht mehr benötigt werden und Garbage Collection Pages bereinigt. Mit anderen Worten Trim leistet die Vorarbeit und Garbage Collection besorgt den Feinschliff, da Flash Zellen zu Pages zusammengefaßt werden.
Garbage Collection ist genau wie die Implementierung von Trim vom Controller samt Firmware einer SSD abhängig. Eine SSD hat weder das eine noch das andere grundsätzlich automatisch an Board, gute aktuelle SSDs schon.
Eine diesbezügliche Ausnahme bildet der Sandforce SF-1200 und SF-1500 Controller aktueller SSDs, der über keinen separaten Cachespeicher verfügt, wie nahezu alle anderen Controller, sondern über einen sehr kleinen Cachebereich im Controller selbst. Dadurch entfällt die Blockfragmentierung und der gleichzeitige Performance Verlust, der ja durch Garbage Collection oder ähnliche Performance Refresh Funktionen aufgefangen werden muß.





Image Programme ruhig stellen
Auch wenn wir in diesem Artikel bereits Image Programme empfohlen haben, existieren ein paar Punkte, die es zu beachten gilt. Von einer permanenten Überwachung des System durch das Image Programme ala Nonstop-Backup o.ä. können wir nur abraten, weil dadurch ständig auf die SSD geschrieben wird. Also nehmt das Image Programm (in unserem Fall True Image 2010 von Acronis) nach dem Fertigstellung eures Images aus dem Autostart von Windows 7, beendet alle Acronis Dienste und stellt sie auf manuell.





Indexdienst (Windows Search) deaktivieren
Wer diesen oftmals übereifrigen Dienst unter Vista oder Windows 7 sucht, wird nicht auf anhieb fündig, denn hier heißt er Windows Search. Microsoft hat ihn zwar für Windows 7 etwas weniger agressiv eingestellt, aber für unsere SSD Optimierungen wäre er trotzdem kontraproduktiv. Man könnte dies leicht umgehen, in dem wir die Windows Suche nicht verwenden, aber das läßt sich kaum vermeiden und durch die Deaktivierung stellen wir sicher, das keine daraus resultierenden Dateioperationen stattfinden. Dies ist wie alle anderen Tipps natürlich keine Anweisung unsererseits, sollten sich aus der Deaktivierung Probleme ergeben, könnt ihr den Deaktivierungsprozess problemlos wieder umkehren.



Dazu gehört zwangsläufig auch die Indizierung der Festplattendateien, darum überprüft bitte auch noch diesen Einstellmechanismus, der zwar durch die Deaktivierung der Windows Suche automatisch abgeschaltet sein sollte, aber eine Kontrolle ist der bessere Ratgeber:







Intel SSD Toolbox
Eines der besten Verwaltungstool für eine SSD stellt die Toolbox von Intel dar, das nicht nur unter Windows 7 hervorragende Dienste leistet, sondern auch unter Windows XP und Vista. Voraussetzung ist natürlich, das wir eine aktuelle SSD von Intel mit ebenso aktueller Firmware besitzen.
Das Tool-Kit wurde entwickelt, um die Performance der SSDs Festplatte besser zu verwalten und zu überwachen. Die Intel SSD Toolbox bietet zudem Management-Tools und zusätzliche Informationen über das Laufwerk. So kann die Festplatte zum Beispiel über Diagnose-Toll analysiert und nach vorgeschlagenen Maßnahmen optimiert werden.












Ruhezustand deaktivieren
Diesbezüglich sehen wir keine Kompromisse, darum lautet unsere Empfehlung: Deaktivieren. Wie dies funktioniert, könnt ihr in unserem Artikel Ruhezustand deaktivieren nachlesen.
Die Vorteile liegen auf der Hand, es wird Platz gespart und das Schreiben des kompletten Rams auf die Platte wird verhindert. Wer darauf nicht verzichten möchte, kann den Ruhezustand natürlich nach eigenem Gusto einstellen.




Schreibcache aktivieren
Nach vielen Tests unter Windows 7, sind für zu der Überzeugung gelangt, das der Schreibcache auf jeden Fall aktiv sein sollte, zumal wir ohne Schreibcache bis zu 30% Performance Einbrüche bei so trivialen Anwendungen wie dem Umgang mit Photoshop oder einer Tabellenkalkulation beobachten konnten.
Ob der Schreibcache aktiv ist, können wir sehr leicht kontrollieren, dazu geben wir über Start ->ausführen ->devmgmt.msc ein und bestätigen die Eingabe mit enter.
Im jetzt geöffneten Gerätemanager klicken wir in der Kategorie Laufwerke unsere SSD mit der rechten Maustaste an und überprüfen die Einstellungen im Karteireiter Richtlinien. Was dort nun präzise eingestellt sein sollte, seht ihr in unserem Screenshot:





sicheres Löschen von Daten
Dieses Thema ist heikel und controllerabhängig, denn so ohne weiteres lassen sich Daten auch mit passenden Tools nicht sicher löschen, was im Wear Leveling begründet liegt. Sinnvoll wäre es je nach Controller, die SSD komplett zu formatieren und hinterher zu trimmen. Das wäre beispielsweise eine Lösung für die SSDs mit Intels Postville und Indilinx Barefoot Controller, denn so werden die Zellen als freie Zellen markiert, demzufolge existieren keine auslesbaren Daten mehr. Andere Controller bedürfen eventuell anderer Methoden, wer seine SSD in den Auslieferungszustand versetzen möchte, dem empfehlen wir je nach SSD das aktualisierte Tool Secure Erase (ehemals HDDErase) 4.0. Ihr solltet aber sicherstellen, das eure SSD dieses Tool verkraftet und beim SSD Hersteller sicherheitshalber nachfragen, der eventuell auch ein eigenes Tool parat hat.





Systemwiederherstellung deaktivieren
Als Befürworter von profesionellen Image Programmen wie z.B. das auf Windows 7 perfekt zugeschnittene Acronis True Image Home 2010, sehen wir keinen Nutzen in einer Systemfunktion, die zwar ständig im Hintergrund agiert und so bis zu 15% an Speicherplatz belegen kann, deren realer Nutzen trotzdem als sehr eingeschränkt anzusehen ist. Wer sein System perfekt eingerichtet hat, legt ein Image an und verstaut es an einem sicheren Ort, wie z.B. auf einer weiteren internen oder eben externen Festplatte und kann diesen perfekten Zustand in kürzester Zeit exakt wiederherstellen.

Zum Deaktivieren der Systemwiederherstellung rufen wir abermals über Start ->ausführen ->devmgmt.msc den Gerätemanager auf und klicken dort die Rubrik "Computerschutz" an, wo wir den Schutz unserer Laufwerke explizit abschalten können, wenn wir den Button "konfigurieren" zu Hilfe nehmen.



Solltet ihr keinen Wert auf Remote Unterstützung legen, findet ihr ebenfalls im Gerätemanager ganz rechts die richtige Kategorie, um durch das Entfernen des zuständigen Hakens die Remote Unterstützung ruhig zu stellen.



Timestamp deaktivieren
Das sich Windows merken kann, wann zuletzt auf diese oder jene Datei zugegriffen wurde, mag ja sehr eindrucksvoll sein, einen realen Nutzwert für den Homeuser vermögen wir daraus nicht abzuleiten und somit deaktivieren wir einen weiteren unnötigen SSD Aktivisten. Das geht recht einfach über unsere Eingabeaufforderung, die wir unbedingt über einen Rechtsklick mit Administratorrechten öffnen. Dort geben wir dann folgende Syntax ein:

FSUTIL behavior set disablelastaccess 1



Hinweis: sollte jemand Windows Live Mesh verwenden, ist der Tipp obsolet, weil Windows Live Mesh eventuell nicht mehr startet.



Tuning Tools
Mittlerweile sehen wir in der Praxis auf jedem dritten System externe Tuning Tools zur "Optimierung" von Windows 7. Wir haben uns darüber schon an anderer Stelle ausgelassen und die Empfehlung gilt auch für die neueste Variante aus diesem Hause. Es kann nicht sein, das ihr einem externen Tool die Kontrolle über euer System überlaßt und somit sinnvolle manuelle Optimierungen ad Absurdum stellt. Seriöse Kollegen sehen das genauso und raten ebenfalls ab, also tut euch selbst einen Gefallen und verzichtet darauf, zumal nicht eine einzige dieser "Optimierungen" bei einer SDD greifen würde !

Wenn ihr eure temporären Daten löschen wollt, reichen dazu die Bordmittel von Windows 7 in Gestalt der Datenträgerbereinigung völlig aus, darum raten wir in diesem Fall auch vom CCleaner ab.




WBEM kontrollieren
WBEM (Web-basierte Management-Tools) wäre auf einem Homeuser System ebenfalls ein klarer Kandidat für eine deaktivierung, dazu sollten wir zunächst prüfen, ob es überhaupt aktiviert wurde, denn Windows 7 hat diesbezüglich dazu gelernt.
Dazu geben wir über Start ->ausführen ->Regedit.exe ein und bestätigen die Eingabe mit ok. In unserem jetzt geöffneten Registrierdatenbank Editor navigieren wir zu folgendem Pfad:

HKEY_LOCAL_MACHINE \SOFTWARE\Microsoft\WBEM\CIMOM



Wenn ihr im linken Teilfenster CIMOM markiert, sollte im rechten Teilfenster der Eintrag Logging mit einer 0 deklariert sein, womit WBEM auf unserem System ohne Funktion ist.



Wear-Leveling
Die maximale Zahl der Schreibzyklen, die komplette NAND-Flash-Speichermedien vertragen, liegt normalerweise deutlich höher, als bei den einzelnen Speicherzellen, dafür sorgen die Controller mit Wear-Leveling-Algorithmen. Sie verteilen Schreibzugriffe so auf sämtliche zur Verfügung stehenden Speicherzellen, dass jede einzelne Zelle möglichst selten an die Reihe kommt. Wear Leveling nimmt also direkt Einfluß auf die Lebensdauer der Speicherzellen. Um die negativen Effekte der ausfallenden Speicherbereiche entgegenzuwirken, werden einige GByte des gesamten Flash-Speichers reserviert. Das ist auch der entscheidende Grund, warum eine SSD ohne Trim-Funktion nie über 80% seiner verfügbaren Kapazität mit Daten gefüllt werden sollte, sonst ist Wear-Leveling nicht mehr aktiv und dies hat negative Auswirkungen insbesondere auf die Performance einer SSD.




Wiper Tools
Wer eine SSD ohne Trim Funktionalität einsetzt oder seine SSD unter Windows XP oder Vista einsetzt, kommt um ein entsprechendes Tool nicht herum, das die Trim Funktion praktisch ersetzt und somit verwaiste Daten löscht und für mehr freie Blöcke sorgt. Schaut dazu bitte beim SSD Hersteller nach dort gelisteten respektive frei gegebenen Tools und nehmt nicht irgend eines. Im Zweifel bitte unbedingt beim dortigen Support nachfragen !
Der Einsatz sollte ebenfalls wohlbedacht sein, jeden Tag wipern wäre der totale Overkill und schadet der Lebensdauer unserer teuren SSD garantiert, einmal im Monat erscheint uns eher angemessen.






Fazit:


Zugegeben, die Thematik wirkt auf den ersten Blick relativ komplex, was sicherlich nicht zuletzt auch durch anfangs unausgegorene Produkte zusätzlich geschührt wurde, die selbst experimentierfreudigen Anwendern viel Hingabe und Einarbeitung abforderten. Mitterweile hat sich die Lage aber deutlich entspannt und qualitativ hochwertige SSDs können im Grunde unter Windows 7 durchaus empfohlen werden, wenn wir mal von den noch zu hohen Preisen und den noch zu kleinen Kapazitäten absehen. Technisch stellen sie in jedem Fall eine deutliche Innovation dar, deren Reiz man sich kaum verschließen kann. Hoffen dürfen wir für die Zukunft auf noch mehr detaillierten Software-Feinschliff der Hersteller, denn vielen fehlt noch das notwendige Rüstzeug für den Anwender, um eine SSD wirklich praktikabel durch den Alltag zu lenken. Die Tatsache, das man sich alles erst mühsam zusammensuchen muß und friggelige Firmware Update Prozedere sind kaum akzeptabel, auch wenn rühmliche Ausnahmen durchaus existieren.
Was unsere Optimierungsvorschläge angeht, so sind diese individuell zu betrachten. Zu den elementaren Grundoptimierungen zählen die Deaktivierung von Windows Defrag, Superfetch und Readyboost, die bei korrekter Erkennung der SSD von Windows 7 automatisch vorgenommen werden. Selbstverständlich sollte Trim funktionieren, das Alignment richtig eingestellt sein und auch der korrekte AHCI-Treiber genutzt werden. Alles andere ist eine Zugabe, deren Umsetzung kein Muß sondern ein kann darstellt. Wer auf die Windows Suche nicht verzichten will, der deaktiviert den Indexdienst (Windows Search) natürlich nicht. Sollten sich Probleme einstellen, sind die weiteren Optimierungsvorschläge jederzeit umkehrbar, so daß jeder Anwender frei entscheiden kann, was für ihn und sein System wichtig wäre, respektive was auf seinem System am besten läuft...

Nachtrag vom 21.03.2010:
seit heute bietet zumindest Intel auch einen Raid Treiber an, der die Trim Funktionalität sicherstellt: Intel Rapid Storage-Technologie 9.6.0.1014 .
Die Performance Unterschiede im Vergleich zum Microsoft MSAHCI-Treiber sind zwar nicht all zu groß, aber wer an seinem Intel ICH-Controller parallel zu einer einzelnen SSD noch einen RAID-Array aus HDDs betreibt, kann dies ab sofort auch zumindest unter Windows 7 tun, ohne das der Treiber die Trim-Funktionalität für die SSD cancelt !
Das bedeutet aber nicht, das ein Raid-Array aus SSDs trimtechnisch unterstützt wird, dieses Trim-Feature fehlt nach wie vor !





weiterführende Links:


Artikel und Workshops für Windows 7


Windows 7 auf neue SSD spiegeln Part I


Windows 7 auf neue SSD spiegeln Part II


Windows 7 auf neue SSD spiegeln Part III


SSD-Alignment nachträglich ohne Datenverlust ändern


SSD Roundup 2010 Part I


SSD Roundup 2010 Part II


SSD FAQs, Firmwares und Links






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