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Achtung Corsair HX650W Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Corsair HX650W Netzteil







Einleitung:

Nach dem Erfolg der jüngst lancierten HX750W und HX850W Netzteile, war es nur eine Frage der Zeit, wann Corsair auch das mittlere Segment seiner HX Netzteilserie einer Überarbeitung unterzieht, damit der technologische Abstand sich wieder etwas normalisiert. Da Seasonic seine S12 und M12 Netzteilserien ja kürzlich überarbeitet hatte (jetzt 80+ Bronze zertifiziert), lag es eigentlich auf der Hand, auf diese enorm stabilen und bestens bewährten Layouts zurückzugreifen. Zur Information, Corsair läßt die Netzteile der HX Serie bis zu einer Leistung von 650 Watt seit Anbeginn von Seasonic bestücken und darüber hinaus von CWT. Das hat nun nichts damit zu tun, das Corsair oberhalb von 650 Watt keine adäquaten Layouts liefern könnte, diesbezüglich spielen Preisgefüge und Produktionskapazitäten die entscheidende Rolle.
Das Ganze drappiert Corsair mit seinen hervorragenden Verkabelungen, einer 7-jährigen Garantie und einem Ausstattungspaket, in dem nichts fehlt. Aber ist das Erfolgsrezept wirklich so einfach? wir haben es ausprobiert, darum könnt ihr unsere Erfahrungen wie gewohnt in einem ausführlichen Praxistest nachlesen, wozu wir viel Vergnügen wünschen...




Lieferumfang:

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• Corsair HX650W in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• Kabelstränge (Kabelmanagement) mit Kabeltasche
• Kabelbinder
• Schrauben
• Case Badge
• Handbuch (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: Seasonic
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 650 Watt
• 170 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 624 Watt (52 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 30 A
• +12 Volt: 52 A
• -12 Volt: 0,8 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Versionen: 2.01, 2.2
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktiv PFC (99%)
• Lüfter: 120mm (doppeltes Kugellager)
• Kabelmanagement: ja
• DC-to-DC Technik: nein
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: nein
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×150) mm
• Gewicht: ca. 2,3 Kg (ohne Verpackung)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• MTBF: ca. 100.000 Stunden
• aktueller Marktpreis: ca. 96,- €
• bisherige Varianten: 450, 520, 650, 750, 850, 1000 Watt
• Zertifikate: 80 Plus Bronze
• Garantie: 7 Jahre

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit eines Lüfters. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Lüftern im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Lüfter beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen ->Einsatzdauer ->Ein-Ausschaltvorgänge usw. Eine solche Behauptung stellt im Übrigen kein Hersteller auf, schließlich kann auch kein Hersteller seine Lüfter jahrelang am Stück getestet haben, zumal 100.000 Stunden über 10 Jahre bedeuten würden.
Die gerne bei Netzteilen beschriebene MTBF Angabe bei 25°C hat mit der Realität auch nicht viel zu tun, da Netzteile sehr selten Raumtemperaturen entwickeln...




Das Testsystem:

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CPU
Intel Core 2 E8600/Intel Core 2 Extreme QX6800
Mainboard
Asus P5E64 WS Professional Bios 0802
Arbeitsspeicher
Corsair XMS3 DHX PC3-12800 DDR3 4GB Dualkit
Grafikkarte
Powercolor HD 3870 X2 Crossfire-X
Monitor
Eizo S2100
Soundkarte
Creative Sound Blaster X-Fi Titanium PCIe
Festplatten System
2x Western Digital VelociRaptor a´300GB (10000 U/min, S-ATA) Raid-0
Festplatten Daten
1x Samsung F1 320GB SATA II
Festplatten Backup
1x Samsung F3 500GB SATA II
Blu-Ray Laufwerk
LG BH08LS SATA
Diskettenlaufwerk
Scythe Combo
Gehäuse
Lian Li PC-B70@5Volt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP3, Vista Ultimate 64bit SP2, Windows 7 im Multiboot




Verarbeitung und Technik:

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Tätää, nein auch dieses Corsair bringt keine Weltpremiere in Bezug auf ausgefallene Designs und Colani stand dafür auch nicht Pate. Das Netzteilgehäuse wurde nachhaltig dunkelgrau gepulvert und zwar so, daß der Lack auch noch vorhanden ist, wenn man das Netzteil gelegentlich mal in andere Gehäuse einbaut. Wer des öfteren mit Netzteilen arbeiten muß, der weiß, das dies durchaus kein Selbstläufer ist. Das neue Corporate Identity der Professional Netzteilserie wurde strikt eingehalten, die Aufkleber wurden dementsprechend ebenfalls blau ausgelegt.
Was die Abmessungen angeht, so bewegen wir uns mit 150×86×150 mm im ATX-konformen Bereich, was freundlicherweise durch ein nicht überstehendes Lüftergitter zusätzlich unterstützt wurde, somit ergeben sie beim Einbau keine Versatzprobleme. Der Grund dafür ist so simpel wie logisch: wenn das Lüftergitter auf den seitlichen oder hinteren Auflagen für das Netzteil aufliegt (z.B. beim Cooler Master Stacker STC-T01) und so die Bohrungen für die Verschraubung des Netzteils am Gehäuse dadurch um wenigstens einen Millimeter verlagert werden, wirds schwierig mit der Verschraubung.
Die obligatorischen gitterförmigen Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt, zumal die Abwärme ja schnellstens aus dem Netzteil herausbefördert werden soll.
Die seitlichen Gehäusebereich deklarieren wir als ebenso "clean", wie die mit den Kabelports fürs Kabelmanagement versehene Heckpartie. Das heißt im Klartext: es wurden keine sinnlosen Belüftungsöffnungen integriert, durch die im Schlechtestesten aller Fälle warme Abluft aus dem Rechnerinneren zusätzlich ins Netzteil gelangen könnte.

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Die jeweiligen Kabelports wurden sehr sauber ins Gehäuse integriert und zwar so, das sie mit dem Gehäuse nahezu abschließen, so daß sie das Netzteilgehäuse nicht noch zusätzlich verlängern, wie wir es leider bei vielen Netzteilen mit Kabelmanagement beobachten können. Eine Unart wurde allerdings von Seasonic übernommen: die fehlende Beschriftung der Kabelports, insofern hilft dann nur ein prüfender Blick ins umfangreiche Handbuch. Da die Ports aber vor Falschverpolung gesichert sind, kann so viel nicht schief gehen.
Was nicht fehlt, ist eine sehr schön ausgeprägte Kabelmuffe für den Hauptkabelstrang, dadurch wird eben dieser erfolgreich nicht nur vor den scharfen Kanten des Netzteilgehäuses geschützt, er stabilisiert parallel dazu auch gleich noch den Hauptstrang.
Zum Thema Kabelmanagement als solches, gleich noch paar Anmerkungen:

1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen...

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren...
Trotz alledem erfreut sich Kabelmanagement höchster Beliebheit, auch wenn es in keinem technischen Vorteil aber grundsätzlich höheren Preisen resultiert.

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Der Lüfter stammt völlig überraschend aus dem oft bewährten Portfolio von Adda und weist folgende Kenndaten aus:

• Kennnummer: AD1212HB-A71GL
• Lagerung: doppeltes Kugellager
• Gewicht: 152g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 7
• max. Lautheit: 39 dBA (2,7 sone)
• max. Volumentransport (CFM): 85,2cfm (144,84 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 2200 U/min
• Stromaufnahme: 4,44 Watt
• Anschluß: 2-pin

Montiert wurde der mit kleinen Gummipolstern versehene Lüfter sinnvollerweise blasend, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem PC-Gehäuse beiträgt. Der Lüfter wird in diesem Seasonic Layout last-und temperaturabhängig per Seasonic S2FC Lüftersteuerung geregelt.




Die verbauten Komponenten:

Schon sind wir bei den wichtigsten Elementen eines Netzteils angelangt: den verbauten Komponenten im Inneren, denn das Netzteil entwickelt seine Leistung naturgemäß nicht durch die optischen Attribute seine Hülle. Wir beschränken uns dabei aber auf die wesentlichen Features, da ein zu tiefer Einstieg in die Materie nach unserem bisherigen Feedback die Masse der Leser doch eher langweilt.

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Ein Blick unter die "Motorhaube" offanbart einen vertrauten Anblick, denn auf den ersten unkritischen Blick hat sich am bekannten S12/M12 Layout wenig verändert. Wie hat Corsair/Seasonic dann aber die Optimierung der Effizienz erreicht?
Die Antwort liegt in den Zutaten begründet, die Mischung wurde verfeinert und man verzichtete auf den Griff ins untere Regal insbesondere, wenn es um die substanziellen Kleinigkeiten ging.
Den primären Elko von Nippon-Chemicon treffen wir in der Anordnung und Spezifizierung (bis 105°C, KMQ Qualität, 470 mikroFarad, 400Volt) auch beim Silver Power Gorilla 650 Watt an. Das gilt auch für die Zahl und Spezifierung der sekundären Glättungskondensatoren von Nippen Chemicon. Die Qualität der X-und Y-Kondensatoren sowie des Metal-Oxide Varistor (MOV) wurde geringfügig erhöht, ebenso wie die Platine als solche. Es handelt sich zwar immer noch um eine Qualitätsklasse FR4 Platine, aber scheinbar von einem etwas hochwertigeren Zulieferer. Löttechnisch wurde ebenso noch eine Schippe draufgelegt, somit addieren sich die Renovierungen. Ansonsten blieb aber viel beim alten, das relativ offen angelegte Kühlkörperprinzip, mit dem zentralen Elko als optische Basis in der Mitte, läßt einen guten Airflow zu und im sekundären Bereich staut es sich etwas.
Noch ein paar ergänzende technische Gepflogenheiten:
FR4 und FR5 Platinen bestehen grundsätzlich aus Epoxidharz getränkten Glasfasermatten und besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und optimierte Hochfrequenzeigenschaften. Die Qualitätsklassen FR1 bis FR3 können dank Pertinax Bestandteilen diesbezüglich nicht mithalten. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend.
Bei der gern erwähnten maximalen Temperaturbelastungsgrenze der Elkos sollte man berücksichtigen, das 105°C Elkos eine beinahe doppelt so lange Lebensdauer im Vergleich zu den 85°C Elkos vorweisen können, falls man das Thema damit abtun möchte, das der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 eine zulässige Betriebstemperatur zwischen +10 und +50°C definiert.
Die üblicherweise etwas grob bearbeiteten Kühlkörper unterteilen sich auchin zwei Kühlbereiche. Der eine Kühlkörperstrang kümmert sich primärseitig um die Schalttransistoren, die über Kupferkühlbleche und Wärmeleitpaste direkt mit diesen Kühlkörper verbunden wurden. Der andere Kühlkörperstrang ist für die direkte Wärmeableitung der Gleichrichterdioden zuständig.
Für das HX650W verzichtete man seitens Corsair auf die übliche Unterteilung in virtuelle Rails und konzentrierte sich auf eine einuige starke +12Volt Schiene. Bei den allermeisten aktuellen Netzteile ist es so, das die 12V Schienen über einen Transformator laufen und dementsprechend nicht pysikalisch vorhanden sind, darum spricht man auch von virtuellen Schienen. d.h. im Klartext, eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen versehen und bilden dann die entsprechenden Rails.
Auffällig wären dann eben noch die Platine des EIN-Ausschalters, die für einen Teil der AC Filterung verantwortlich zeichnet, in der Nähe befindet sich auch noch eine Sicherung und die ersten Kondensatoren, bevor der Strom dann an die Gleichrichter weitergeleitet wird. Dazu gesellen sich ein großer Trafo für die Hauptversorgung und ein kleinerer für die notwendige 5V Standby-Leitung, die z.B. unsere USB Geräte mit Strom versorgt. Last bur not least dürfen natürlich die Schrumpfschläuche auf den wichtigen Anschlußverlötungen nicht fehlen, ein sehr wichtiger Beitrag zur internen Netzteilsicherheit. Wer sich immer wieder mal über die seitlichen Plastikfolien wundern sollte, diese Folien dienen dem Schutz vor der Außenhülle, damit Kontaktkurzschlüsse wirksam verhindert werden.
Die so wichtigen Schutzschaltungen fehlen natürlich auch nicht, wobei man gerade diesbezüglich sehr differenzieren sollte, denn nicht überall, wo OCP, OVP usw. draufsteht, sind diese Schutzschaltungen auch wirklich aktiv. Es gibt durchaus Hersteller, die gerne mal diese Schaltungen wegrationalisieren, auch wenn es im Prospekt anders beschrieben steht. Die Motive dafür liegen auf der Hand, die Schutzschaltungen haben negative Auswirkungen auf die Effizienz eines Netzteils und da nur mit hohen Effizienzen gut geworben werden kann, wird gerne schon mal getrickst. Der Verbraucher hat diesbezüglich kaum eine Möglichkeit dies zu überprüfen, erst wenn sein Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten gleich mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. Diesbezüglich besteht bei Corsair/Seasonic kein Grund zur Sorge, chipkontrollierte Schutzschaltungen sind vorhanden und zwar in folgenden Varianten:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen

Das Corsair Netzteil entspricht natürlich bereits der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift.



Die Verkabelung des Corsair Netzteils:

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Die Verkabelung gehört sicherlich auch zu den Highlights dieses Netzteils. Die sehr pfiffigen und gut verlegbaren Flachbandverkabelungsstränge weisen eine ausreichende Länge auf, so daß sich diesbezüglich keine größeren probleme einstellen sollten. Die Flexibilität der einzelnen modularen Kabelstränge ist trotz der akkuraten Ummantelungen als sehr gut zu bewerten, da haben wir schon störrischere Exemplare begutachten dürfen, insbesonder bei den sonst üblichen Rundkabelsträngen. Alle Kabelstränge sind akkurat isoliert und ummantelt worden, das sieht nicht nur gut aus, sondern sorgt für Ordnung und minimiert Interferenzen.
Das Kabelmanagement funktioniert auch in der Praxis ausgezeichnet, die Kabelstecker rasten über einen klar definierten Druckpunkt ein und wir mußten nach dem Abklipsen hinterher kein nagelstudio konsultieren. Über einen Mangel an Anschlüssen kann sich ebenfalls niemand beklagen, natürlich fehlen auch die notwendigen 6-pin und 8-pin PCI-E Anschlüsse in ausreichender Anzahl (vier) nicht, um aktuelle SLI und Crossfire System entsprechend zu bestücken. An der PATA-Steckerbelegung gibts es nichts auszusetzen, denn auch 4-pin Molex Stecker haben immer noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Nicht benötigte Kabelstränge können derweil sehr komfortabel in der mitgelieferten Kabeltasche verstaut werden. Schauen wir uns aber noch einmal in einer kleinen Übersicht die vorhandenen Steckeroptionen an:

• 8x 4 Pin Molex Stromanschlüsse (85cm lang)
• 9x S-ATA Connectoren (70cm lang)
• 2x Floppy Anschluss (im 4-pin Molex Strang integriert)
• 4x PCI-Express 6/8-pin Stromanschluß (60cm lang)
• 1x 4+4 pin ATX12V/EPS12V (auftrennbar, 70cm lang)
• 1x 24 Pin Mainboard-Stromanschluß (auftrennbar, 60cm lang)

Möglicherweise vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.



Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik:

1. Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Es zeigt sich immer wieder in unseren Tests, daß weder die vollmundigen Herstellerangaben auf den Typenschildern, noch die angegebenen Wattzahlen auch nur annähernd etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen eines Netzteils aussagen!
Die Erfahrung hat oft genug gezeigt, daß es auch 450 Watt Netzteile gibt, die schon bei geringster Last einbrechen und nicht im entferntesten die angegebenen Leistungsparameter abrufen können. Im Gegensatz dazu existieren sehr leistungsstarke 300 Watt Netzteile, die auch hochgerüstete Systeme durchaus ausreichend versorgen können. Es ist also offensichtlich, daß die Wattangabe absolut nichts über die Leistungsfähigkeit eines Netzteils aussagt, die aufgeklebten Herstellerangaben leider sehr oft ganz genauso wenig.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen von Markenherstellern, die ihre Netzteile mit hochwertigsten Komponenten bestücken, da nur so wirklich erstklassige Spannungsstabilität und höchte Effizienzen sichergestellt werden können. Da wären z.B. Seasonic oder Enermax oder eben Firmen, die bei namhaften Herstellern fertigen lassen: Tagan (läßt mittlerweile bei Enhance und Impervio bauen), Corsair (läßt von Seasonic und CWT bauen), Silver Power (läßt von Seasonic bauen), um nur einige Beispiele zu nennen. In unseren Netzteil Reviews gehen wir speziell auf dieses Thema grundsätzlich sehr genau ein, so daß ihr immer bestens darüber informiert seid, welche Technik in eurem Wunsch Netzteil tatsächlich steckt.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa nur 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V oder noch weniger. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind...
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung wurden früher u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung war die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte demnach ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung stammt allerdings noch aus der ATX 1.3 Zeit und hat sich entscheidend geändert, denn mittlerweile beziehen Core2 Duo/Quad und K8/K10 Systeme ihr Lebenselixier vermehrt, um nicht zu sagen hauptsächlich, aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entlastung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon K7/K8 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an, bei aktuellen Sockel 775/1366 Boards sieht es nicht anders aus. Bei der nicht geringen Stromaufnahme dieser Mutterbretter ist dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere pro 12V-Schiene liefern können, je mehr desto besser.
Wir wollen dabei aber nicht außer acht lassen, das die meisten Multi-Rail-Netzteile auch nur über virtuelle12V-Schienen verfügen, d.h. eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen (OCP) versehen und bilden dann die "Rails". Wirkliche eigenständige Leitungen sind das nicht, darum spricht man von virtuellen Rails. Es existieren aber auch ebenso Netzteile, wo über mehrere Transformatoren (z.B. Tagan, Enermax) tatsächlich reale Mehrfachleitungen vorhanden sind, die dann auch entsprechend angesteuert werden können und jeweils OCP ermöglichen.
Die Verteilung bei mehrere Leitungen ist ohnehin ein Problem, denn wenn einzelne 12V-Schienen nicht genügend Ampere liefern, schalten seriöse Hersteller diese Leitungen für extreme Last zusammen und umgehen so eine mögliche Unterversorgung. Die Intel Norm sieht das zwar nicht vor, aber scheinbar hat Intel vergessen, was aktuelle schnelle Systeme aus der 12V-Leitung tatsächlich benötigen. Genau das ist auch der Grund, warum immer mehr Hersteller dazu übergehen, nur noch eine Leitung in ihren Datenblättern anzugeben, obwohl tatsächlich mehrere vorhanden sind, die aber real zusammengeschaltet wurden. Tagan z.B. bietet für einige Modelle einen sogenannten Turboschalter an, über den der Anwender die Zusammenschaltung bei Bedarf manuell erledigen kann. Andere Hersteller erledigen dies automatisch, was wir als praktikabler empfinden, zumal so dem Anwender diese Entscheidung abgenommen wird, was in der Konsequenz über Stabilität oder Instabilität in jedem Fall richtig entscheidet.

2. Power Factor Correction (PFC):
"Power Factor Correction" oder kurz PFC ist ein in der EU für PC-Netzteile mittlerweile vorgeschriebener Standard, um die Stromaufnahme von Geräten für das Stromnetz weniger belastend auszulegen. Schaltnetzteile beziehen den Strom in Form kurzer Impulse, was dazu führt, daß die sinusförmige Netzspannung durch die Erzeugung harmonischer Oberwellen verzerrt wird. Insgesamt ist die komplexe Lastcharakteristik eines gewöhnlichen PC-Netzteils für das Stromnetz sehr ungünstig, da eine hohe Phasenverschiebung von Spannung und Strom sowie eine allgemein hohe Verzerrung der Wellenform auftritt. Je größer diese Phasenverschiebung ist, desto niedriger ist der "Power Factor" oder Leistungsfaktor eines Gerätes: Beträgt die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom 90° ist der Leistungsfaktor 0 (0%, cos(90) = 0). Tritt hingegen keine Phasenverschiebung auf, d.h. sind Spannung und Strom perfekt synchron, ist der Leistungsfaktor 1 (100%, cos(0) = 1). Zu unterscheiden ist daher die sich aus der einfachen Rechnung Spannung*Stromstärke ergebende "Scheinleistung" sowie die den Phasenwinkel berücksichtigende "Wirkleistung": Stromstärke*Spannung*Leistungsfaktor. Der Leistungsfaktor beschreibt also zugleich das Verhältnis zwischen der an den Stromanschluß übertragenen "Wirkleistung" und der vom Verbraucher tatsächlich entnommenen "Scheinleistung" (Leistungsfaktor = Wirkleistung / Scheinleistung). Je weiter der Leistungsfaktor vom optimalen Wert 1 (100%) absinkt, desto höher ist die aus dem Stromnetz entnommene sogenannte "Blindleistung".
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95% und mehr. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Unser bevorzugtes Gerät, um den Wirkungsgrad in Zusammenarbeit mit einem Energy Monitor 3000 zu verifizieren, ist der grafische Leistungsmesser Peak Tech 2535. Mit diesem Gerät kann man sowohl Wirkleistung >Scheinleistung als auch Blindleistung und Leistungsfaktor ermitteln.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacheren Geräte angepaßt wird.

3. Worin liegen die Neuerungen der ATX12V v2.0 bzw. 2.2 Norm?
Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

• Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
• Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
• Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide.
• Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
• Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert. (siehe Kapitel 1 Leistungsspezifikationen)
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.
Das alles ist aber graue Theorie, denn aktuelle Netzteile werden nach Gusto der Hersteller und den Bedüfrnissen des Marktes gefertigt. Die ATX oder Intel Norm kann man bestenfalls noch als Anregung verstehen. Und was den Wirkungsgrad respektive Effizienz angeht, so nähern wir uns ende 2008 der magischen 90% Schwelle, da braucht man kein Prophet sein.

4. Belüftung Lautstärke und Effizienz:
Zwar steht heute bereits auf beinahe jeder Netzteil-Verpackung werbewirksam "Silent", gut beraten ist man damit zwangsläufig allerdings noch nicht. Oft entpuppt sich, was beim Start noch erstaunlich leise klang bei entsprechender Belastung als störende Lärmquelle. Ursache dafür sind zumeist nicht nur die hochdrehenden, lastgesteuerten Lüfter, sondern oft auch ein von den überlasteten Spannungswandlern verursachtes Pfeifen oder Brummen, das nicht selten von heftigen Vibrationen begleitet wird.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad (Effizienz) von rund 60-85%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert!
Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann.
Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn, man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile, die mit einem oder 2 sehr langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung eher skeptisch zu beurteilen, auch wenn es diesbezüglich Ausnahmen gibt, siehe Seasonic oder PC Power &Cooling.
Zu Thema Effizienz ist noch abschließend anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen. Ansonsten hoffen wir auf die ersten 90+ Netzteile, die nach der CeBIT 2009 realisiert werden sollen.

5. Schutzschaltungen:
Aktuelle hochwertige Netzteile verfügen über zahlreiche chipgesteuerte Schutzmechanismen, um unsere verbaute teure Hardware vor Beschädigungen durch Kurzschlüsse, Spannungsspitzen und anders geartete Irritationen zu schützen:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP AC (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OVP DC (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• SIP (Surge and Inrush Protection) - Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Sollten eure ins Auge gefassten Netzteile die allermeisten dieser Schutzmechanismen nicht beinhalten, solltet ihr von einem Kauf Abstand nehmen, denn diese Netzteile reissen bei entsprechenden Problemen nicht selten angeschlossene Hardware gleich mit in den Abgrund...!

6. Powergood Wert:
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für einen erfolgreichen Start bejahen. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms.

7. Netzteilpflege:
Natürlich hält sich die mögliche Pflege bei einem eingebauten Netzteil in eng gesteckten Grenzen, aber zumindest hin und wieder sollten die Lüfter mit Druckluftspray ausgeblasen werden, damit sich die Situation nicht irgendwann so darstellt, wie auf den folgenden Bildern. Wobei anzumerken wäre, das hier nicht nur Staub, sondern auch Nikotin sein Unwesen getrieben hatte...

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Bitte keinesfalls mit Staubsaugern arbeiten oder mit Schraubenzieher in den Netzteilen herumstochern, es wäre nicht das erste mal, das sich dann im Staubbeutel Elkos und MOVs wiederfinden. Von der Gefahr eines selbst provozierten Kurzschlusses ganz zu schweigen !




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten entsprechend zu erden !




Der Test:

Vor dem Einbau des Netzteils und vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich nur eine erste Funktionskontrolle statt, den wir mit dem Power Supply Tester durchführen. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht return to Sender...
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Corsair Netzteil mit 350ms offenkundig der Fall war.

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Nachdem wir unseren 12-stündigen Belastungstest abgeschlossen hatten (Prime95 und 3DMark2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (Everest 5.02.1856, SiSoftSandra 2009 und HWMonitor 1.14) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt am Mainboard gemessenen Fluke 179 (aktuell kalibriert) Multimeter-Werten verglichen, wobei die real gemessenen Werte natürlich eine deutlich größere Relevanz aufweisen, als rudimentäre Software-Resultate vorgenannter Tools.
Die Effizienz haben wir mit Hilfe des exakt kalibrierten grafischen Leistungsmessers PeakTech 2535 für Messungen von 0,0 Watt bis 4 kW/0,0 bis 600 V und 0,0 bis 15 A (mit externem Zangen-Adapter bis 1000 A) und einem Energy Monitor 3000 von Voltcraft ermittelt, wobei die Werte des Energy Monitors nicht überbewertet werden sollten, dazu liefern diese recht simplen Verbrauchsmesser einfach viel zu ungenaue Werte.
Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Mit dem Digitalen Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C) haben wir während sämtlicher Testdurchläufe die Abluft des Netzteils direkt per Sensor gemessen und aufgezeichnet. Somit erhält der mögliche Käufer auch eine gute Übersicht bezüglich der zu erwartenden Kühlleistung respektive Eigenkühlung des Netzteils.
Das Seasonic Power Angel ermöglichte uns, die PFC Werte zu ermitteln und sie mit den Werten des PeakTech 2535 zu vergleichen.



Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Volt
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des Corsair HX650W 650 Watt Netzteil:


Leistungskategorie
+3.3V
+5V
+12V
PFC
niedrigster Wert
3,27V
4,89V
11,93V
97,5%
höchster Wert
3,36V
4,98V
12,07V
98,5%
durchschnittlicher Wert
3,31V
4,93V
11,99V
98%




weitere Testergebnisse
Rubrik: bis 20% Last 20% Last 50% Last 80% Last Vollast
Temperaturen 23°C 31,5°C 35,5°C 39,5°C 43°C
Lautheit des Lüfter 18 dBA (0,1 sone) 19,5 dBA (0,1 sone) 21,5 dBA (0,2 sone) 26 dBA (0,7 sone) 30,5 dBA (1,1 sone)
Wahrnehmung des Lüfters kaum hörbar kaum hörbar leise noch leise heraushörbar
Elektronik Geräusche keine keine keine minimal minimal
Effizienz (230VAC) siehe extra Tabelle 82,5% 84,5% 87% 84%


Effizienzwerte unterhalb 20% Auslastung
Rubrik: 5% Last 10% Last 15% Last
Effizienz (230VAC) 75,5% 77,5% 79%


Es existieren Fragen, die sich erstaunlich oft wiederholen, so z.B die Frage nach der kombinierten Wattangaben (combined Power) für die 3,3 und 5 Volt Schienen, zumal sie im Vergleich relativ schlank dimensioniert werden. Die Begründung dafür ist in den Anforderungen aktueller Systeme zu suchen, denn die belasten ein Netzteil vorrangig über die vorhandenen 12 Volt Leitungen, In unserem Fall liefert das Corsair im Idealfall dort 624 Watt (52 Ampere) und das genügt nun wirklich für jedes konventionelle System. Intel neue Nehalem/Lynnfield Systeme ziehen aus der 3,3 Volt Schiene zwar vermehrt Strom, aber auch diesbezüglich besteht anhand der gelieferten üppigen 24 Ampere kein Grund zur Sorge. Im Übrigen darf man speziell diesen Strombedarf als überschaubar deklarieren.
Die Toleranzen der einzelnen Leistungsschienen des Corsair/Seasonic Layouts liegen bei guten 3% auf der +12Volt Schiene, auf der +3,3 Schiene respektive 5 Volt Schiene wird mit 3% ein ähnliches Niveau geliefert. Aktuelle Highend Technik (insbesondere DC-to-DC Technik) ermöglicht Toleranzen von 1 bis 3% für die 12V/5V und 3,3 Volt Schienen, Netzteile mit durchschnittlichen oder minderwertigen Komponenten erreichen bestenfalls 5%, wenn überhaupt.

Unser System mit dem guten alten "Stromsparer" Intel Core 2 Extreme QX6800 rief zusammen mit einem HD3870 X2 Crossfire Pärchen unter Last 635 Watt ab (übertaktet maximal 710 Watt), so das wir sehr gut ausloten konnten, ob das Netzteil auch im Grenzbereich Reserven bietet. Bei weiteren Übertaktungen und 744 Watt Strombedarf sprachen allerdings die Schutzschaltungen an, was völlig korrekt und innerhalb der gewünschten Parameter funktioniert. Solche Reserven bietet ein NoName Netzteil nicht mal ansatzweise, ein weiteres Indiz dafür, das dieses vergleichweise "alte" Seasonic Layout durchaus noch seinen Zweck erfüllt und somit durchaus auch als Basis für ein SLI oder Crossfire System dienen kann.
Wie immer der Hinweis: Bitte nicht nachmachen !
Die Lüfter Geräuschmessungen entnehmt bitte der obigen Tabelle, das Netzteil wäre zwar unter Vollast kein absoluter Leisetreter, aber in den üblichen Leistungsbereichen absolut unauffällig, so daß es für empfindliche Ohren eine Überlegung wert wäre.
Die Netzteilelektronik trat geräuschtechnisch außer dem typischen aber nicht störenden "Adda-Schnurren" des Lüfters kaum in Erscheinung, weder Pfeiffgeräusche noch anders geartete Störgeräusche waren während unserer Tests zu identifizieren. Der Lüfter agierte ohnehin sehr zurückhaltend, von Lagergeräuschen o.ä. war nichts zu registrieren.
Die detaillierten Effizienzwerte entnehmt bitte der o.g. Tabelle, die maximal erreichten 87% unter 80% Last manifestieren den Grenzbereich dieses Seasonic Layouts, mehr ist über die verbauten Komponenten kaum zu erreichen. Darüber hinaus stehen 0,88 Watt Stromverbrauch im Standbymodus (S5, ausgeschalteter Rechner) zu Buche, ein ebenso gutes Resultat.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit den verwendeten Test-Komponenten beziehen...



Die wichtigsten Leistungsdaten, Effizienz und Temperaturen aktuell von uns getesteter Netzteile im Vergleich:


zur aktuellen Liste




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :

Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Topliste:
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Revolution 85+ 850 Watt
Corsair HX850W 850 Watt
Tagan Superrock TG680-U33II 680 Watt
Enermax Modu82+ 625 Watt
Tagan Piperock II TG680-U33II 680 Watt
Zalman ZM660-XT 660 Watt
HEC Compucase Cougar 700CM 700 Watt
Cooler Master Silent Pro M-Series 600 Watt
Silverstone Element ST60EF 600 Watt




In der folgenden Liste präsentieren wir euch auch unsere aktuellen Preis-Leistungs-Empfehlungen, die auch technisch nicht so weit von der Topliste entfernt anzusiedeln sind:

Preis-Leistungs Empfehlungen:
Xigmatek Go Green 500 Watt
Arctic Cooling Fusion 550R 550 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS500 500 Watt
Silver Power Gorilla SP-SS400 400 Watt
Corsair CX400W 400 Watt





Fazit:

Corsair hat gut daran getan, die etwas älteren Seasonic Layouts der HX Netzteilserie überarbeiten zu lassen (HX450W bereits vollzogen), das Stabilitätsverhalten wurde gesteigert und die Effizienz weiter optimiert. Eine Steigerung der Effizienz von 83,5 auf knappe 87% stellt zwar keinen technologischen Quantensprung dar, aber wenn man bedenkt, welchen Aufwand die Hersteller um jedes Prozentpünktchen mehr Effizienz betreiben, ist das Resultat mehr als zufriedenstellend. Eines wollen wir aber auch ganz deutlich betonen, nur wegen der jetzt vergebenen 80+ Bronze Zertifizierung muß niemand sein älteres HX620W im Sondermüll entsorgen, es sei denn Zertifizierungssymbole aus den USA gehören neuerdings zum Statussymbol von Otto Normalanwender.
Wirkliche Kritikpunkte ließen sich objektiv kaum finden, von der wieder fehlenden Beschriftung der Kabelporst einmal abgesehen, was aber zu verschmerzen wäre, zumal ja ein sehr ausführliches mehrsprachiges Handbuch existiert.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:

• hervorragende Verarbeitung
• sehr robuste Lackierung
• sehr gute Effizienz in allen Lastbereichen
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• hohe Stabilität, bewährte Technik (Seasonic)
• hohe Leistungsreserven (bis maximal 744 Watt)
• korrekt ansprechende Schutzschaltungen
• gute active PFC-Werte
• sehr gute Eigenkühlung
• sehr ausgewogener Lüfter
• keine Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• gute Integration des Netzteils ins Kühlmanagement des Gehäuses
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• steckersicheres Kabelmanagement
• mehr als ausreichend lange Kabelstränge
• SLI/Crossfire tauglich
• umfangreiche Ausstattung
• sehr hochwertige Bauteile
• sehr lange Garantiezeit (7 Jahre)
• befriedigendes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 96,-€)

Minus:
• keine Beschriftung der Kabelports

Ob Corsair das ebenfalls etwas betagte HX520W Netzteil entsprechend überarbeiten wird, können wir zum derzeitigen Zeitpunkt weder bestätigen noch dementieren. Ansonsten kann es nur heißen: "Alles richtig gemacht"...und wenn der Preis demnächst die magische 100 € Schwelle noch etwas deutlicher unterschreitet, ließe sich eigentlich kein Grund mehr finden, das Corsair HX650W Netzteil von der Einkaufsliste zu streichen...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Corsair HX650W 650 Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold







Weiterführende Links:



Corsair

Corsair HX650W bei Caseking



Wir bedanken uns bei Corsair Deutschland sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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