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Achtung Compucase Cougar 700CM Netzteil Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Compucase Cougar 700CM Netzteil

- Update 12.06.2009 -






Einleitung:

"Cougar? nie gehört", so oder ähnlich dürfte es vielen Lesern gehen, wenn sie die Headline dieses Netzteil Tests lesen werden und darum klären wir euch rasch auf, was respektive wer hinter diesem Produkt steckt. 1979 wurde die HEC COMPUCASE Enterprise Co. Ltd. gegründet, die seit dem sehr erfolgreich in den Bereichen PC-Gehäuse, Netzteile und Industriegehäuse weltweit agiert.
Das die Taiwanesen sich über kurz oder lang auch im Retail Segement engagieren würden, lag auf der Hand und so enstand letztendlich die neue Marke Cougar, über die HEC Compucase jetzt Highend Netzteile vertreiben möchte. Damit wir uns richtig verstehen, Cougar ist kein Konzept, das samt Technik dann extern bei einem der anderen namhaften Hersteller produziert wird, HEC Compucase fertigt selbst und das mit modernsten Fertigungsmethoden.
Aber widmen wir uns nun endlich dem Probanden dieses Tests: dem Cougar CM Power 700 Watt Netzteil. Dieser Bolide soll neben Kabelmanagement und auch sonst reichhaltiger Ausstattung vor allem durch leisen Betrieb und hohe Effizienz glänzen können. Ob die Marketing Attitüden mit dem rauhen Testalltag korrespondieren, könnt ihr wie immer in unserem ausführlichen Praxistest nachlesen, dazu wünschen wir viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• Cougar 700CM Netzteil in Retailverpackung
• modulare Kabelstränge
• Kaltgeräteanschlußkabel
• Case Badge
• Schrauben
• Kurzanleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 700 Watt
• 150 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 648 Watt (54 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 20 A
• +12 Volt V1: 30 A
• +12 Volt V2: 30 A
• -12 Volt: 0,3 A
• +5 Volt Standby: 2,5 A
• ATX Versionen: 2.2 und 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktiv PFC (99%)
• Lüfter: 135mm (kugelgelagert)
• Lüfter beleuchtet: nein
• Kabelmanagement: ja
• DC-to-DC Technik: nein
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: nein
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• OVP AC (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160mm)
• Gewicht: ca. 2,3 Kg (ohne Verpackung)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• MTBF: k.a.
• bisherige Varianten: 400, 550, 700, 1000 und 1200 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 119,90 €
• Zertifikate: 80+ Bronze
• Garantie: 3 Jahre

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit eines Lüfters. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Lüftern im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Lüfter beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen ->Einsatzdauer ->Ein-Ausschaltvorgänge usw. Eine solche Behauptung stellt im Übrigen kein Hersteller auf, schließlich kann auch kein Hersteller seine Lüfter jahrelang am Stück getestet haben, zumal 100.000 Stunden über 10 Jahre bedeuten würden.
Die gerne bei Netzteilen beschriebene MTBF Angabe bei 25°C hat mit der Realität auch nicht viel zu tun, da Netzteile sehr selten Raumtemperaturen entwickeln...




Das Testsystem:

CPU
Intel Core 2 E8600/Intel Core 2 Extreme QX6800
Mainboard
Asus P5E64 WS Professional Bios 0802
Arbeitsspeicher
Corsair XMS3 DHX PC3-12800 DDR3 4GB Dualkit
Grafikkarte
Powercolor HD 3870 X2 + Crossfire-X
Monitor
Eizo S2100
Soundkarte
Sound Blaster X-Fi XtremeGamer Fatality
Festplatten System
2x Western Digital VelociRaptor a´300GB (10000 U/min, S-ATA) Raid-0
Festplatten Daten
1x Samsung F1 320GB SATA II
Festplatten Backup
1x Samsung F1 320GB SATA II
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Plextor PX-810 SATA
Diskettenlaufwerk
Scythe Combo
Gehäuse
Lian Li PC-A77, 4x Multiframe S2 Lüfter @5 Volt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP3, Vista Ultimate 64bit SP1, Windows 7 im Multiboot




Verarbeitung und Technik:

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Eine stabile Verpackung entblättert die 700 Watt Variante der HEC Compucae Cougar CM Netzteilserie (CM steht für Kabelmanagement), wobei man sich allerdings auf das Notwendigste beschränkt, nützliche Kabelbinder sucht man leider vergebens. Die "Orangerie" der Farbgebung dürfte polarisieren, auf der anderen Seite bringt sie aber durchaus etwas frischen Wind in das schwarze Einerlei der meisten Mitbewerber.
Die Abmessungen liegen mit ihren 150×86×160mm noch innerhalb der ATX-Norm, insofern sollten sich eigentlich keine Probleme beim Verbau ergeben. Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt. Auffällig ist der recht große Bereich für den Ein-Ausschaltknopf samt grüner I/O Kontrolldiode, die ihre Aktivität deutlich an den Betrachter übermittelt.
Airflow-störende Belüftungsschlitze in den seitlichen oder hinteren Gehäusebereichen sind glücklicherweise rar gesät und das ist auch gut so, da durch diese überflüssigen Öffnungen zusätzlich warme Abluft aus dem PC-Gehäuse eindringen kann, was der Eigenkühlung des Netzteils nicht unbedingt zuträglich ist.

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Alle Anschlußports für das Kabelmanagement wurden zwar technisch sehr sauber aber nicht mit dem Gehäuse abschließend integriert, das hat den Nachteil, das die Ports das Netzteil-Gehäuse noch zusätzlich um ein paar cm verlängern. Beschriftet wurden die Ports vorbildlich, so daß diesbezüglich eigentlich keine Fragen offen bleiben, was wiederum den ständigen Blick ins Handbuch erspart, in dem leider ohnehin kaum was verwertbares drinsteht. Die Muffe für den Hauptkabelstrang hat durchaus ihre Daseinsberechtigung, sie schützt nicht nur vor den Kanten des Gehäuses, sondern stabilisiert ihn auch zusätzlich.
Insgesamt betrachtet waren wir mit der Verarbeitung der Außenhaut sehr zufrieden, sie gestaltet sich tadellos und sehr solide. Die Kratzer auf dem Gehäusedeckel haben natürlich nichts mit der Retail Version für den Kunden zu tun, der erhält selbstverständlich ein makelloses Exemplar.
Das Lüftergitter ragt nicht über das Netzteilgehäuse hinaus, so daß es keine Versatzprobleme beim Einbau geben sollte. Wir erinnern uns: Probleme treten bei überstehenden Lüftergitter ein (z.B. beim Cooler Master Stacker STC-T01), wenn das Lüftergitter auf den seitlichen oder hinteren Auflagen für das Netzteil aufliegt und die Bohrungen für die Verschraubung des Netzteils am Gehäuse dadurch um wenigstens einen Millimeter verlagert werden. Auch wenn Kabelmanagement grundsätzlich eine komfortable Angelegenheit darstellt, rufen wir noch einmal unsere diesbezüglichen Hinweise in Erinnerung:

1. die zusätzlichen Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsabfällen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden eben auch viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil ohnehin verloren...
Trotz alledem erfreut sich Kabelmanagement höchster Beliebheit, auch wenn es in keinem technischen Vorteil aber naturgemäß höheren Preisen resultiert.

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Der 140mm Lüfter stammt zweifelsfrei von Young Lin Tech Co, die u.a. auch für Silverstone und Cooler Master Netzteile bestücken. Als Lüfter-Lieferant für Scythe dürften sie aber noch bekannter sein.

• Kennnummer: DFB132512H
• Lagerung: Kugellager
• Gewicht: 173g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 135x135x25
• Lüfterblätter: 7
• max. Lautheit: 37 dBA
• max. Volumentransport (CFM): 89,02cfm (151,33 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 1800 U/min
• Stromaufnahme: 3 Watt (0,25A)
• Anschluß: 2-pin Montiert wurde der Lüfter sinnvollerweise blasend, was nicht nur die Abwärme aus dem Netzteil befördert, sondern auch durch seinen Sog zum Abtransport der Abwärme aus dem Bereich CPU/Mainboard usw. unterstützend beiträgt, auch wenn dies beileibe nicht seine Primäraufgabe darstellt.

Schon sind wir bei den wichtigsten Elementen eines Netzteils angelangt, den verbauten Komponenten im Inneren, denn das Netzteil entwickelt seine Leistung naturgemäß nicht durch die optischen Attribute seine Hülle. Wir beschränken uns dabei aber auf die wesentlichen Features, da ein zu tiefer Einstieg in die Materie nach unserer Erfahrung die Masse der Leser kaum interessieren dürfte.

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Für ein 700 Watt Netzteil wirkt das Compucase Layout sehr aufgeräumt und überschaubar proportioniert, das läßt auf moderate Temperaturen hoffen, zumal diese Anordnung und auch die schlanken Kühlkörper den Airflow im Netzteil extrem begünstigen. Die Platine besteht aus mit Epoxidharz getränkten Glasfasermatten und somit schon der gehobenen Qualitätsklasse FR4, im Gegensatz zu den deutlich billigeren Pertinax Platinen FR1 bis FR3. FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und bessere Hochfrequenzeigenschaften. Demzufolge steigt mit ihrem Einsatz auch die Signalqualität. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend.
Die Platine des EIN-Ausschalters ist für einen Teil der AC Filterung zuständig, in der Nähe befindet sich auch noch eine Sicherung und die ersten Kondensatoren, bevor der Strom dann an die Gleichrichter weitergeleitet wird. Dazu gesellen sich ein großer Trafo für die Hauptversorgung und ein kleinerer für die notwendige 5V Standby-Leitung, die z.B. unsere USB Geräte mit Strom versorgt.
Der bis 105°C ausgelegte große Kondensator im primären Stromsegment stammt von Nichicon (GG Baureihe) und verfügt über 470 mikroFarad Kapazität bei 400V. Diese Bestückung überrascht auch ein wenig, denn derartige Netzteile werden gerne mit zwei oder gar drei in Reihe geschalteten Elkos bestückt. Die GG Baureihe wäre als guter Mainstream zu kategorisieren, die Baureihe GW wäre von den ripple-and-noise Werten das Nonplusultra, allerdings auch deutlich teurer.
Die Elkos des Sekundärbereiches stammen von Teapo in 105°C Varianten. Spulen, X-und Y Kondensatoren und der Metal Oxide Varistor entstammen dem gängigen gehobenen Sortiment aus Japan. Kurz und gut, die Komponentenauswahl wurde auf Qualität ausgelegt, was sich in unserem Testparcour hoffentlich sehr deutlich wiederspiegeln wird. Beim Thema Elkos mit 85°C und 105°C sollte man noch ins Kalkül ziehen, das 105°C Elkos eine beinahe doppelt so lange Lebensdauer im Vergleich zu den 85°C Elkos vorweisen können, falls man das Thema damit abtun möchte, das der ATX12V Power Supply Design Guide V2.2 eine zulässige Betriebstemperatur zwischen +10 und +50°C definiert.
Die angegebenen zwei 12 Volt Schienen entpuppen sich wie so oft als virtuelle Rails. Bei den allermeisten aktuellen Netzteile ist es so, das die 12V Schienen über einen Transformator laufen und dementsprechend nicht pysikalisch vorhanden sind, darum spricht man auch von virtuellen Schienen. d.h. im Klartext, eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen versehen und bilden dann die entsprechenden Rails.
Die Verarbeitung des Innenraums und die Qualität der verbauten Komponenten und Verlötungen stellt sich also als ausgesprochen hochwertig und akkurat dar, es wurde nur hier und dort mit Silicon fixiert, wo es auch notwendig ist. Schrumpfschläuche an den Lötstellen der Kabelenden sind vorhanden, ein sehr wichtiger Beitrag zur internen Netzteilsicherheit.Wer sich immer wieder mal über die seitlichen Plastikfolien wundern sollte, diese Folien dienen dem Schutz vor der Außenhülle, damit Kontaktkurzschlüsse wirksam verhindert werden. Ein paar zusätzliche Gummiummantelungen der Spulen zur Prävention gegen das gefürchtete Netzteilpfeifen hätten dem Gesamteindruck aber schon ganz gut getan, auch wenn sie vielleicht nicht nötig sind.
Die so wichtigen Schutzschaltungen fehlen natürlich auch nicht, wobei man gerade diesbezüglich sehr differenzieren sollte, denn nicht überall, wo OCP, OVP usw. draufsteht, sind diese Schutzschaltungen auch wirklich aktiv. Es gibt durchaus Hersteller, die gerne mal diese Schaltungen wegrationalisieren, auch wenn es im Prospekt anders beschrieben steht. Die Motive dafür liegen auf der Hand, die Schutzschaltungen haben negative Auswirkungen auf die Effizienz eines Netzteils und da nur mit hohen Effizienzen gut geworben werden kann, wird gerne schon mal getrickst. Der Verbraucher hat diesbezüglich kaum eine Möglichkeit dies zu überprüfen, erst wenn sein Netzteil abraucht und alle angeschlossenen Komponenten mit in den Abgrund reißt, wird deutlich, was nicht funktioniert hat. Keine Sorge, auch das HEC Compucase Cougar Netzteil verfügt über real existierende Schutzschaltungen (Chips von Weltrend Semiconductor verbaut) und zwar in folgenden Varianten:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• OVP AC (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen

Auch das Cougar Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift.

Kommen wir zur Verkabelung des HEC Compucase Cougar Netzteils:

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Die Verkabelung gehört durchaus zu den Highlights dieses Netzteils, auch wenn uns nicht alles daran logisch erscheint, aber der Reihe nach. Zunächst einmal funktioniert das An-und Abclipsen der Kabelstränge an den Ports des Kabelmangements erstklassig und mit einem deutlich Einrastgeräusch, so daß kein Zweifel darüber besteht, ob der Stecker richtig sitzt oder nicht. Die Farbgebung der Ummantelungen wäre sicherlich gewöhnungsbedürftig, auf der anderen Seite paßt sie aber perfekt zur Lackierung des Netzteils.
Die Länge der einzelnen Kabelstränge erstreckt sich von 50 bis 80cm, das sollte eigentlich für jedes Gehäuse mehr als ausreichend dimensioniert sein. Trotzdem könnten z.B. die PCI-E Stränge gerne etwas länger ausgelegt sein. An der Steckerbelegung gibts es ebenfalls nichts auszusetzen, denn auch sechs 4-pin Molex Stecker haben immer noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Etwas knapp könnte eventuell die SATA Bestückung sein, aber eigentlich sollten sechs entsprechende Stecker ausreichen. Warum man nicht alle 4-pin Molex Stecker mit der praktischen Kabelausziehhilfe versehen hat, erschließt sich uns auch beim zweiten Nachdenken nicht...
Für die Liebhaber aktueller Grafikkarten sowie SLI und Crossfire stehen alle Möglichkeiten offen, dafür wurden insgesamt 4 Stecker implementiert: 2x6polig und 2x6/8polig. Schauen wir uns aber noch einmal in kleinen Übersicht die vorhandenen Steckeroptionen an:

• 6x 4 Pin Molex Stromanschlüsse + 1x Floppy-Anschluss
• 6x S-ATA Connectoren
• 4x PCI-Express Stromanschluß
• 1x 12Volt ATX12V 4-pin Anschluß
• 1x 12Volt EPS/ATX12V 8-pin (2x4) Anschluß
• 1x 20/24 Pin Mainboard-Stromanschluß (auftrennbar)

Davon abgesehen gestaltet sich die Ummantelungen der einzelnen Stränge als äußerst wirksam und sehr flexibel, so daß die Kabel exzellent verlegt werden können. Der 24 Pin Mainboard-Stromanschluß entspricht der aktuellen ATX Norm und kann um vier Pins verkürzt werden, so daß auch ältere Mainboards versorgt werden können. Möglicherweise vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.




Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik:

1. Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Es zeigt sich immer wieder in unseren Tests, daß weder die vollmundigen Herstellerangaben auf den Typenschildern, noch die angegebenen Wattzahlen auch nur annähernd etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen eines Netzteils aussagen!
Die Erfahrung hat oft genug gezeigt, daß es auch 450 Watt Netzteile gibt, die schon bei geringster Last einbrechen und nicht im entferntesten die angegebenen Leistungsparameter abrufen können. Im Gegensatz dazu existieren sehr leistungsstarke 300 Watt Netzteile, die auch hochgerüstete Systeme durchaus ausreichend versorgen können. Es ist also offensichtlich, daß die Wattangabe absolut nichts über die Leistungsfähigkeit eines Netzteils aussagt, die aufgeklebten Herstellerangaben leider sehr oft ganz genauso wenig.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen von Markenherstellern, die ihre Netzteile mit hochwertigsten Komponenten bestücken, da nur so wirklich erstklassige Spannungsstabilität und höchte Effizienzen sichergestellt werden können. Da wären z.B. Seasonic oder Enermax oder eben Firmen, die bei namhaften Herstellern fertigen lassen: Tagan (läßt mittlerweile bei Enhance und Impervio bauen), Corsair (läßt von Seasonic und CWT bauen), Silver Power (läßt von Seasonic bauen), um nur einige Beispiele zu nennen. In unseren Netzteil Reviews gehen wir speziell auf dieses Thema grundsätzlich sehr genau ein, so daß ihr immer bestens darüber informiert seid, welche Technik in eurem Wunsch Netzteil tatsächlich steckt.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa nur 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V oder noch weniger. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind...
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung wurden früher u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung war die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte demnach ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung stammt allerdings noch aus der ATX 1.3 Zeit und hat sich entscheidend geändert, denn mittlerweile beziehen Core2 Duo/Quad und K8/K10 Systeme ihr Lebenselixier vermehrt, um nicht zu sagen hauptsächlich, aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entlastung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon K7/K8 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an, bei aktuellen Sockel 775/1366 Boards sieht es nicht anders aus. Bei der nicht geringen Stromaufnahme dieser Mutterbretter ist dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere pro 12V-Schiene liefern können, je mehr desto besser.
Wir wollen dabei aber nicht außer acht lassen, das die meisten Multi-Rail-Netzteile auch nur über virtuelle12V-Schienen verfügen, d.h. eine einzige starke 12V-Versorgung wird geteilt, die Teilstränge werden mit jeweils eigenen Überstromschutzschaltungen (OCP) versehen und bilden dann die "Rails". Wirkliche eigenständige Leitungen sind das nicht, darum spricht man von virtuellen Rails. Es existieren aber auch ebenso Netzteile, wo über mehrere Transformatoren (z.B. Tagan, Enermax) tatsächlich reale Mehrfachleitungen vorhanden sind, die dann auch entsprechend angesteuert werden können und jeweils OCP ermöglichen.
Die Verteilung bei mehrere Leitungen ist ohnehin ein Problem, denn wenn einzelne 12V-Schienen nicht genügend Ampere liefern, schalten seriöse Hersteller diese Leitungen für extreme Last zusammen und umgehen so eine mögliche Unterversorgung. Die Intel Norm sieht das zwar nicht vor, aber scheinbar hat Intel vergessen, was aktuelle schnelle Systeme aus der 12V-Leitung tatsächlich benötigen. Genau das ist auch der Grund, warum immer mehr Hersteller dazu übergehen, nur noch eine Leitung in ihren Datenblättern anzugeben, obwohl tatsächlich mehrere vorhanden sind, die aber real zusammengeschaltet wurden. Tagan z.B. bietet für einige Modelle einen sogenannten Turboschalter an, über den der Anwender die Zusammenschaltung bei Bedarf manuell erledigen kann. Andere Hersteller erledigen dies automatisch, was wir als praktikabler empfinden, zumal so dem Anwender diese Entscheidung abgenommen wird, was in der Konsequenz über Stabilität oder Instabilität in jedem Fall richtig entscheidet.

2. Power Factor Correction (PFC):
"Power Factor Correction" oder kurz PFC ist ein in der EU für PC-Netzteile mittlerweile vorgeschriebener Standard, um die Stromaufnahme von Geräten für das Stromnetz weniger belastend auszulegen. Schaltnetzteile beziehen den Strom in Form kurzer Impulse, was dazu führt, daß die sinusförmige Netzspannung durch die Erzeugung harmonischer Oberwellen verzerrt wird. Insgesamt ist die komplexe Lastcharakteristik eines gewöhnlichen PC-Netzteils für das Stromnetz sehr ungünstig, da eine hohe Phasenverschiebung von Spannung und Strom sowie eine allgemein hohe Verzerrung der Wellenform auftritt. Je größer diese Phasenverschiebung ist, desto niedriger ist der "Power Factor" oder Leistungsfaktor eines Gerätes: Beträgt die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom 90° ist der Leistungsfaktor 0 (0%, cos(90) = 0). Tritt hingegen keine Phasenverschiebung auf, d.h. sind Spannung und Strom perfekt synchron, ist der Leistungsfaktor 1 (100%, cos(0) = 1). Zu unterscheiden ist daher die sich aus der einfachen Rechnung Spannung*Stromstärke ergebende "Scheinleistung" sowie die den Phasenwinkel berücksichtigende "Wirkleistung": Stromstärke*Spannung*Leistungsfaktor. Der Leistungsfaktor beschreibt also zugleich das Verhältnis zwischen der an den Stromanschluß übertragenen "Wirkleistung" und der vom Verbraucher tatsächlich entnommenen "Scheinleistung" (Leistungsfaktor = Wirkleistung / Scheinleistung). Je weiter der Leistungsfaktor vom optimalen Wert 1 (100%) absinkt, desto höher ist die aus dem Stromnetz entnommene sogenannte "Blindleistung".
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95% und mehr. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Unser bevorzugtes Gerät, um den Wirkungsgrad in Zusammenarbeit mit einem Energy Monitor 3000 zu verifizieren, ist der grafische Leistungsmesser Peak Tech 2535. Mit diesem Gerät kann man sowohl Wirkleistung >Scheinleistung als auch Blindleistung und Leistungsfaktor ermitteln.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacheren Geräte angepaßt wird.

3. Worin liegen die Neuerungen der ATX12V v2.0 bzw. 2.2 Norm?
Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

• Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
• Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
• Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide.
• Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
• Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert. (siehe Kapitel 1 Leistungsspezifikationen)
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.
Das alles ist aber graue Theorie, denn aktuelle Netzteile werden nach Gusto der Hersteller und den Bedüfrnissen des Marktes gefertigt. Die ATX oder Intel Norm kann man bestenfalls noch als Anregung verstehen. Und was den Wirkungsgrad respektive Effizienz angeht, so nähern wir uns ende 2008 der magischen 90% Schwelle, da braucht man kein Prophet sein.

4. Belüftung Lautstärke und Effizienz:
Zwar steht heute bereits auf beinahe jeder Netzteil-Verpackung werbewirksam "Silent", gut beraten ist man damit zwangsläufig allerdings noch nicht. Oft entpuppt sich, was beim Start noch erstaunlich leise klang bei entsprechender Belastung als störende Lärmquelle. Ursache dafür sind zumeist nicht nur die hochdrehenden, lastgesteuerten Lüfter, sondern oft auch ein von den überlasteten Spannungswandlern verursachtes Pfeifen oder Brummen, das nicht selten von heftigen Vibrationen begleitet wird.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad (Effizienz) von rund 60-85%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert!
Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann.
Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn, man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile, die mit einem oder 2 sehr langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung eher skeptisch zu beurteilen, auch wenn es diesbezüglich Ausnahmen gibt, siehe Seasonic oder PC Power &Cooling.
Zu Thema Effizienz ist noch abschließend anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen. Ansonsten hoffen wir auf die ersten 90+ Netzteile, die nach der CeBIT 2009 realisiert werden sollen.

5. Schutzschaltungen:
Aktuelle hochwertige Netzteile verfügen über zahlreiche chipgesteuerte Schutzmechanismen, um unsere verbaute teure Hardware vor Beschädigungen durch Kurzschlüsse, Spannungsspitzen und anders geartete Irritationen zu schützen:

• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP AC (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OVP DC (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• SIP (Surge and Inrush Protection) - Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Sollten eure ins Auge gefassten Netzteile die allermeisten dieser Schutzmechanismen nicht beinhalten, solltet ihr von einem Kauf Abstand nehmen, denn diese Netzteile reissen bei entsprechenden Problemen nicht selten angeschlossene Hardware gleich mit in den Abgrund...!

6. Powergood Wert:
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für einen erfolgreichen Start bejahen. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms.

7. Netzteilpflege:
Natürlich hält sich die mögliche Pflege bei einem eingebauten Netzteil in eng gesteckten Grenzen, aber zumindest hin und wieder sollten die Lüfter mit Druckluftspray ausgeblasen werden, damit sich die Situation nicht irgendwann so darstellt, wie auf den folgenden Bildern. Wobei anzumerken wäre, das hier nicht nur Staub, sondern auch Nikotin sein Unwesen getrieben hatte...

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Bitte keinesfalls mit Staubsaugern arbeiten oder mit Schraubenzieher in den Netzteilen herumstochern, es wäre nicht das erste mal, das sich dann im Staubbeutel Elkos und MOVs wiederfinden. Von der Gefahr eines selbst provozierten Kurzschlusses ganz zu schweigen !




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten entsprechend zu erden !




Der Test:

Vor dem Einbau des Netzteils und vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich nur eine erste Funktionskontrolle statt, den wir mit dem Power Supply Tester durchführen. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht return to Sender...
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Cougar Netzteil mit 300ms offenkundig der Fall war.

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Nachdem wir unseren 12-stündigen Belastungstest abgeschlossen hatten (Prime95 und 3DMark2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (Everest 5.02.1756, SiSoftSandra 2009 und HWMonitor 1.14) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt am Mainboard gemessenen Fluke 179 (aktuell kalibriert) Multimeter-Werten verglichen, wobei die real gemessenen Werte natürlich eine deutlich größere Relevanz aufweisen, als rudimentäre Software-Resultate vorgenannter Tools.
Die Effizienz haben wir mit Hilfe des exakt kalibrierten grafischen Leistungsmessers PeakTech 2535 für Messungen von 0,0 Watt bis 4 kW/0,0 bis 600 V und 0,0 bis 15 A (mit externem Zangen-Adapter bis 1000 A) und einem Energy Monitor 3000 von Voltcraft ermittelt.
Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Der Hersteller hat auf unseren Wunsch hin den Messbereich aber auf 5 bis 75 dBA reduziert, so daß wir auch geringere Bereiche berücksichtigen können. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für diesen tollen Service.
Dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Mit dem Digitalen Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C) haben wir während sämtlicher Testdurchläufe die Abluft des Netzteils direkt per Sensor gemessen und aufgezeichnet. Somit erhält der mögliche Käufer auch eine gute Übersicht bezüglich der zu erwartenden Kühlleistung respektive Eigenkühlung des Netzteils.
Das Seasonic Power Angel ermöglichte uns, die PFC Werte zu ermitteln und sie mit den Werten des PeakTech 2535 zu vergleichen.



Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Volt
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des HEC Compucase Cougar 700CM Netzteil:


Leistungskategorie
+3.3V
+5V
+12V
PFC
niedrigster Wert
3,22V
4,98V
12,04V
97%
höchster Wert
3,32V
5,07V
12,11V
98,5%
durchschnittlicher Wert
3,27V
5,03V
12,08V
98%




weitere Testergebnisse
Rubrik: bis 20% Last 20% Last 50% Last 80% Last Vollast
Temperaturen 25°C 32°C 37,5°C 41°C 43,5°C
Lautheit des Lüfter 22,5 dBA (0,3 sone) 24,5 dBA (0,5 sone) 27,5 dBA (0,8 sone) 29,5 dBA (1,0 sone) 32 dBA (1,3 sone)
Wahrnehmung des Lüfters sehr leise leise noch leise minimal heraushörbar heraushörbar
Elektronik Geräusche keine keine keine keine minimal
Effizienz (230VAC) siehe extra Tabelle 81,5% 85,5% 88% 86%


Effizienzwerte unterhalb 20% Auslastung
Rubrik: 5% Last 10% Last 15% Last
Effizienz (230VAC) 75% 76,5% 78%


Wer sich über die vergleichsweise schlanken 150 Watt combined Power für die 3,3 Volt und 5 Volt Schiene Gedanken macht, grübelt einmal mehr an der falschen Stelle, denn aktuelle Systeme belasten das Netzteil überwiegend auf den vorhandenen 12 Volt-Leitungen und dort sind 648 Watt (54 Ampere) normalerweise für jedes Desktopsystem und darüber hinaus bestens und vor allem mehr als ausreichend dimensioniert. Intel neue Nehalem Systeme ziehen aus der 3,3 Volt Schiene zwar vermehrt Strom, aber auch diesbezüglich besteht anhand der gelieferten üppigen 24 Ampere kein Grund zur Sorge. Die Toleranzen der einzelnen Leistungsschienen des Cougar Netzteils liegen bei guten 2 bis 3% auf der +12Volt Schiene, auf den +3,3 und +5Volt Schienen wird mit 3% ein ähnliches Niveau geliefert. Aktuelle Highend Technik (insbesondere DC-to-DC Technik) ermöglicht Toleranzen von 1 bis 3% für die 12V/5V und 3,3 Volt Schienen, Netzteile mit durchschnittlichen oder minderwertigen Komponenten erreichen bestenfalls 5%, wenn überhaupt.

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Unser System mit dem guten alten "Stromsparer" Intel Core 2 Extreme QX6800 rief zusammen mit einem HD3870 X2 Crossfire Pärchen unter Last 635 Watt ab (übertaktet 710 Watt), so das wir sehr gut ausloten konnten, ob das Netzteil auch im Grenzbereich Reserven bietet. Bei weiteren Übertaktungen und 781 Watt Strombedarf sprachen allerdings die Schutzschaltungen an, was völlig korrekt und innerhalb der erhofften Parameter funktioniert. Solche Reserven bietet ein NoName Netzteil nicht mal ansatzweise, ein weiteres Indiz dafür, das dieses Cougar Netzteil absolut konkurrenzfähig seinen Job absolviert.
Wie immer der Hinweis: Bitte nicht nachmachen !
Die Lüfter Geräuschmessungen entnehmt bitte der obigen Tabelle, das Netzteil wird Silent Anhänger sicherlich nicht in Jubelstürme ausbrechen lassen, aber als störend laut empfanden wir es auch nicht, aber das ist ein individuelles und vor allem subjektives Empfinden. Wer so ein Netzteil wirklich leistungstechnisch ausreizen kann, der hat auch entsprechend schnelle CPUs und Grafikkarten im System und die benötigen ebenso leistungsstarke Kühler und Lüfter, die ihre Präsenz natürlich nicht verbergen können und somit das Netzteil übertönen.
Die Netzteilelektronik trat geräuschtechnisch kaum in Erscheinung, weder Pfeiffgeräusche noch anders geartete Störgeräusche waren während unserer Tests zu identifizieren. Lediglich ab 80% Last entwickelte sich ein minimales aber keinesfalls störendes Surren. Der Lüfter agierte ohnehin sehr zurückhaltend, von Lagergeräuschen o.ä. war nichts zu registrieren, da spricht für dessen Qualität.
Die Eigenkühlung des Netzteils funktioniert mehr als zufriedenstellend, wie man an unseren Tabellen ablesen kann. Die detaillierten Effizienzwerte entnehmt bitte der o.g. Tabelle, die maximal erreichten 88% unter 80% Last zementieren den guten Eindruck und sprechen für erstklassige Ausnutzung der verbauten Komponenten. Darüber hinaus stehen 0,95 Watt Stromverbrauch im Standbymodus (S5, ausgeschalteter Rechner) zu Buche, ein ebenso gutes Resultat.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit den verwendeten Test-Komponenten beziehen...



Die wichtigsten Leistungsdaten, Effizienz und Temperaturen aktuell von uns getesteter Netzteile im Vergleich:


zur aktuellen Liste




Die Top-Ten der bisher getesteten Netzteile (aktualisiert) :

Voraussetzungen für die Aufnahme in die Liste:

1. das Netzteil muß aktuell verfügbar sein

2. es muß sich um eine aktuelle Revision handeln

3. wenn eine Netzteilserie mehrere Modellvarianten umfaßt, erscheint in dieser Liste das unserer Meinung nach beste Netzteil aus der Serie

Eine direkte Vergleichbarkeit hat in dieser Liste allerdings keine primäre Relevanz, das ist schon auf Grund der oftmals unterschiedlichen Leistungsklassen und Konzepte ohnehin nur bedingt möglich...


Netzteil Topliste:
Seasonic M12D 850 Watt
Enermax Revolution 85+ 850 Watt
Tagan Superrock TG680-U33II 680 Watt
Enermax Modu82+ 625 Watt
Tagan Piperock II TG680-U33II 680 Watt
Zalman ZM660-XT 660 Watt
Compucase Cougar 700CM 700 Watt
Cooler Master Silent Pro M-Series 600 Watt
Silverstone Element ST60EF 600 Watt
Silverstone Nightjar ST45NF 450 Watt





Fazit:

HEC Compucase hat mit dem Cougar 700CM ein mehr als respektables Netzteil mit konventioneller Technik lanciert. Auch wenn wir der 80+ Zertifizierung inzwischen nicht mehr allzu viel Bedeutung beimessen, das sie eh nur noch zu Marketingzwecken genutzt wird, so darf man die Effizienzwerte des Cougar Netzteil als solche nicht unterschätzen, zumal das Netzteil auch unterhalb der magischen 20% Last noch akzeptable Werte liefert. Die Stabilität unter extremer Übertaktungslast deklarieren wir als erstklassig, ebenso wie die Güte der Verarbeitung und die Auswahl der verbauten Komponenten, auch wenn nach oben noch einiges an Luft vorhanden wäre, man denke nur an die DC-to-DC Technik.
Schluckbeschwerden entstehen, wenn wir die Ausstattung des Netzteils betrachten. Zumal ein halbes Dutzend Kabelbinder und die teilweise fehlenden Kabelausziehhilfen den Grundpreis kaum in schwindelerregende Höhen treiben dürften.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung
• sehr robuste Lackierung
• sehr gute Effizienzwerte (unter 20%, 50% und 80% Last)
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• ausgezeichnete Stabilität und Stützzeit
• hohe Leistungsreserven (bis maximal 781 Watt)
• korrekt ansprechende Schutzschaltungen
• sehr gute active PFC-Werte
• sehr gute Eigenkühlung
• laufruhiger und ausgewogener Lüfter
• gute Integration des Netzteils ins Kühlmanagement des Gehäuses
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• hochwertige Bauteile
• 105°C Nichicon GG Kondensatoren im Primärbereich
• 105°C Teapo Kondensatoren im Sekundärbereich
• lange Garantiezeit (3 Jahre)
• noch ausreichendes Preis-Leistungsverhältnis (119,90 €)

Minus:
• kaum Extras, etwas magere Anleitung
• Kabelports verlängern das Netzteil unnötig
• PCI-E Kabelstränge könnten länger ausgelegt sein

Wenn wir uns bei Geizhals umschauen, dürfte es nicht allzu lange dauern, bis der Preis die 100€ Barriere durchbricht, womit das Netzteil noch interessanter wäre, als es ohnehin schon ist. Wer gundsolide Technik mit mehr als genügend Reserven präferiert, kann bedenkenlos zugreifen, sofern diese Leistung denn tatsächlich benötigt wird...

Update 12.06.2009: wie uns Compucase mitteilte, wird die Verkaufsversion künftig komplett mit 4-pin Molex Kabelausziehhilfen ausgestattet sein !



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Compucase Cougar CM Power 700 Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold







Weiterführende Links:



Cougar-World



Wir bedanken uns bei Compucase Europe sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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