EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming unboxed




EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming unboxed





Einleitung:

Direkt vor Weihnachten 2019 stellen wir euch unsere neueste Errungenschaft vor, eine EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming, die sich in Verbindung mit einem von Grund auf renovierten Redaktions-System bewähren soll. Da wir bisher noch keine Nvidia Turing Grafikkarte im Test begutachten konnten und die Preise in den letzten Monaten ein halbwegs akzeptables Niveau erreicht haben, fiel die Wahl relativ leicht, auch wenn die EVGA Grafikkarten immer etwas teurer als die anderen Boardpartner von Nvidia lanciert werden. Wie schon in den anderen unboxing Artikeln erwähnt, verbleiben die in einem Shop unserer Wahl gekauften Komponenten in der Regel in einem unserer Redaktionsrechner. Es handelt sich dementsprechend also weder um selektierte golden Samples oder gesponserte Hardware der Hersteller, sondern um exakt das, was ihr auch bei eurem Händler im Regal oder Verkaufstresen seht respektive kauft.
Das Artikel-Schema bleibt dabei identisch, das heißt für unsere Leser: Wir zeigen das Produkt, weisen auf prägnante Details und Auffälligkeiten hin, besprechen die Technik, benennen wichtige Aspekte für die Praxis und berichten über erste Eindrücke und Erfahrungen am eingebauten Objekt, dazu wünschen wir spannende Unterhaltung...







Die technischen Daten der EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming:

die technischen Daten







Der erste Eindruck und einige Bilder der Hardware:


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Das fertig komplettierte Redaktions-System:


Wir hatten es ja schon eingangs angedeutet, unser Redaktionsrechner freut sich nicht nur über eine neue Grafikkarte, sondern CPU ->Mainboard und der Arbeitsspeicher wurden bei der Gelegenheit ebenfalls aktualisiert. Somit bekommt die Turing Grafikkarte eine solide Basis, ohne Flaschenhals und/oder andere limitierende Faktoren.

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Sockel Z390 Sockel 1151v2 Rechner Sockel 1151v2 Rechner Sockel 1151v2 Rechner


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das Redaktions Testsystem





Die Integration der Grafikkarte in Windows 7 und Windows 10:

• Bevor wir den Vorgänger der EVGA Grafikkarte, eine MSI GTX 1080 aus dem Rechner entfernt haben, wurde der alte Nvidia Treiber aus dem System verbannt, dazu bevorzugen wir die Vorgehensweise aus unserem entsprechenden Artikel:

Nvidia: Treiber optimieren, Problemen vorbeugen


• Wenn das System bereinigt ist, wird das System heruntergefahren und die vorherige Grafikkarte entfernt.

• Die neue Karte wird nun verschraubt und über zwei entsprechende Stromanschlüsse (1x6-pin PCIe und 1x8-pin PCIe) mit dem Netzteil direkt verbunden, schon wäre die EVGA Grafikkarte startklar.

• Achtet nach Möglichkeit darauf, dass sich die Grafikkarte die Stromstecker nicht mit anderen Geräten teilen muß, also verzichtet bitte auf entsprechende Adapter! In der Regel benötigt die Grafikkarte dezidierte Stecker, die in Verbindung mit seriösen Netzteilen ohnehin entsprechend gekennzeichnet sind (PCIe).

• Das System wird jetzt neu gestartet und die gewünschten Treiber installiert, in unserem Fall der Nvidia Grafiktreiber GRD 441.41 DCH WHQL. Wir verzichten während unserer benutzerdefinierten Treiberinstallation grundsätzlich auf Geforce Experience, dieser Nvidia Treiberbereich ist immer noch sehr fehlerträchtig und versacht auf Windows Systemen immer wieder für kaum zu verifizierende Irritationen.

• Vor dem Einsatz irgendwelcher Bereinigungstools a la DDU etc. können wir unter Windows 7, Windows 8/8.1 und insbesondere Windows 10 nur dringend abraten, diese Tools sind oftmals übereifrig und somit kontraproduktiv. Die Deinstallationsroutinen der AMD respektive Nvidia Treiber sind inzwischen relativ ausgereift, so dass wir auf Experimente verzichtet haben.

• Damit wäre die Montage der GrafikKarte und auch die Treiberinstallation zunächst erfolgreich abgeschlossen und wir installierten die noch fehlenden Treiber für den Eizo FlexScan EV2785 Monitor. Abschließend stellten wir die native Auflösung für den Desktop auf 3.840 x 2.160 und die Bildschirmaktualisierungsrate auf die von Eizo empfohlenen 60 Hertz.

Als ersten Eindruck erhielten wir wie gewohnt sehr schöne und kontrastreiche 2D-Farben und ein gestochen scharfes Bild. Scheinbar können die Eizo Monitore mit S-PVA Panel die gelieferten Signale optimal umsetzen.

Wir haben natürlich auch einige Screenshots nach der Treiberinstallation im System zur Verfügung:


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Noch eine kleine nicht unwesentliche Anmerkung am Rande: ...wer sich eine so teure Grafikkarte kauft, sollte darauf achten, das sein Monitor ebenfalls diesen gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Denn Frust ist vorprogrammiert, wenn die teure High-End Grafikkarte mit einem Billig-Monitor kommunizieren muß, der gar nicht in der Lage ist,die erhoffte Pixelpracht zu reproduzieren...!






Nvidia Turing und EVGA RTX 2070 Super, die Technik:


Zunächst also einige Basics, bei "Turing" handelt es sich um die Grafikkarten-Generation des Jahres 2018/2019 von Nvidia und somit um den Nachfolger der erfolgreichen Pascal GPUs. Die unter dem Codenamen „Turing“ (nach dem britischen Mathematiker Alan Turing) lancierte Serie legte erstmals den Schwerpunkt auf Raytracing. Um diesen Aspekt zu unterstreichen, änderte Nvidia das bisher in Verkaufsnamen meist verwendete Präfix GTX in RTX um. Eine weitere Neuerung besteht in der Verwendung von GDDR6-Speicher. Verkaufsstart war der 20. September 2018.
Die Grafikprozessoren, welche auf der Turing-Architektur basieren, setzen sich aus sogenannten Graphics-Processing-Cluster (GPC) zusammen, welche teilweise auch als Raster-Engines bezeichnet werden. Jeder Graphics-Processing-Cluster enthält je 4 oder 6 Texture-Processing-Cluster (TPC), die teilweise nicht komplett aktiviert sind. Ein Texture-Processing-Cluster besteht dabei aus zwei Shader-Clustern, welche von Nvidia als Streaming-Multiprozessoren (SM) bezeichnet werden. Diese Streaming-Multiprozessoren, der Funktionsblock, der die wichtigsten Einheiten umfasst, weisen gegenüber der Pascal-Architektur erhebliche Veränderungen auf und sind teilweise neu geordnet worden. Dabei sind jedem Streaming-Multiprozessor zugeordnet: 64 FP32-Einheiten für 32-bit-Gleitkomma-Zahlen und 2 FP64-Einheiten für 64-bit-Gleitkomma-Zahlen, 64 INT32-Einheiten für 32-bit-Ganzzahlen, die parallel zu den Gleitkommaeinheiten arbeiten können, 4 Textureinheiten, bestehend aus je einer Texture Mapping Unit und einer Texture Address Unit, 16 Load/Store-Einheiten, 16 Special-Function-Units, 8 Tensoreinheiten und 1 Raytracing-Einheit. Bei Pascal bestand dazu im Vergleich ein Streaming-Multiprozessor noch aus 128 FP32-Einheit, die entweder für 32-bit-Gleitkomma-Zahlen (Floating Piont) oder 32-bit-Ganzzahlen (Integer) ausgeben können. Bei Turing wurde dieses System aufgegeben und stattdessen die FP32-Einheit auf 64 reduziert, sowie neu 64 INT32-Einheiten hinzugefügt. Dadurch können beide Operationen parallel ausgeführt werden.[1] Alternativ können die FP32-Einheiten auch 16-bit-Gleitkomma-Zahlen (halbe Genauigkeit) im Verhältnis 2:1 berechnen.
Neben der hohen 3D-Performance und Effizienz bietet die GeForce RTX Grafikkarten eine verbesserte Video-Engine sowie die neuesten Display-Schnittstellen zur Wiedergabe von echten HDR-Filmen und Spielen. Außerdem unterstützt diese Grafikkarten DirectX 12.1, OpenGL 4.6, CUDA, OpenCL und das bereits erwähnte Raytracing. Nvidias Boardpartner wie auch EVGA haben optimierte Varianten mit eigenen Kühlsystemen und weiteren Modifikationen im Portfolio, die sich nach der Positionierung von AMDs RX 5700 Grafikbeschleunigern im Preis ein wenig reduziert haben, aber immer noch deutlich über dem Mainstream oriientieren.

Spätestens seit der Computex 2019 ist sicher: Nvidia wird mindestens drei sogenannte Geforce RTX Super veröffentlichen. Das bestätigt unter anderem Igors Lab und Videocardz nennt mit Mitte Juli auch gleich den passenden Termin. Die neuen Grafikkarten werden Geforce RTX 2080 Super, der Geforce RTX 2070 Super und der Geforce RTX 2060 Super heißen - später soll wohl noch eine Geforce RTX 2080 Ti Super folgen.
Nvidia verwendet für die Geforce RTX Super die gleichen Chips wie bisher, aber in unterschiedlichen Konfigurationen: Die Geforce RTX 2080 Super nutzt die TU104-GPU, allerdings im Vollausbau mit 3.072 statt wie bisher mit 2.944 Shader-Einheiten, zudem steigt die Speichergeschwindigkeit von 14 GBit/s auf 16 GBit/s. Die Geforce RTX 2070 setzte bisher auf den TU106, nun aber wird der TU104 verwendet: Die Anzahl der ALUs erhöht sich somit von 2.304 auf 2.560; der GDDR6 wird nicht schneller und kann je nach Charge aus Micron, Samsung oder Hynix Speicher bestehen. Die Geforce RTX Super darf man als Reaktion auf AMDs Radeon RX 5700 (XT) einordnen, die am 7. Juli 2019 lanciert wurden und die Geforce RTX 2070/2060 vor allem auch preislich angegriffen haben.

Das Herzstück der GeForce RTX 2070 Super ist der aus 13,6 Milliarden Transistoren bestehende Turing Grafikchip TU104-410-A1. In Spielen wird der Turbo-Takt die Grafikkarte auf bis zu 11707 MHz beschleunigen. Für Textur- und Rasteroperationen hat die GPU 160 Textureinheiten und 64 Rasterendstufen zur freien Verfügung. Der schnelle GDDR6X-Speicher bietet bisher Platz für 8 GByte Daten mit einer maximalen Taktung von effektiv 14000 MHz, das wäre auch für aktuelle Spiele in 4K mehr als genug. Die Speicherbandbreite beträgt 448 GByte/s; verbesserte verlustfreie Texturkompressionsverfahren (4:1/8:1 Delta Color Compression) sollen die Bandbreitenanforderungen niedrig halten. Mit der RTX 2070 Super laufen die meisten Spiele in 4K mit voller Detailstufe ruckelfrei, in der Regel mit bis zu 60 fps.


Das soll zunächst als Einstieg genügen und jetzt sehen wir uns an, wie sich EVGA dem Thema angenommen hat:

Die in einem Onlineshop unserer Wahl gekaufte EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming offenbart nach dem Auspacken direkt die ersten Enttäuschungen: keine Spielevollversion, keine Adapter und auch kein erwähnenswertes Handbuch, das ist angesichts des Preises nicht gerade eine Offenbarung.
Der optische Ersteindruck der bei TSMC gefertigten Grafikkarte ist nicht nur wegen der Abmessungen Respekt einflößend, dabei ist der Kühler gar nicht einmal so gewaltig wie vermutet, diesbezüglich existieren durchaus monströsere Kühlergebilde, die bis zu 4 Slots belegen können. Die Höhe des Kühlers respektive der Karte fällt diesmal mit 112mm fast schon moderat aus, insofern sollte es auch keinerlei Kollisionsprobleme mit dem PC Gehäuse oder anderer Bauteile geben. Die Platine ist mit ihren 270mm (inklusive Kühler) minimal kürzer ausgelegt als bei anderen EVGA Versionen. Dabei wäre zu berücksichtigen, dass die Grafikkarte je nach Mainboard Layout den internen SATA-Ports sehr nahe kommen kann.
Der iCX2 2x90mm Lüfter/Kühler hinterläßt den Betrachter mit einem guten Gefühl, hier scheint nichts wesentliches unterdimensioniert konzipiert zu sein. Das Ganze wurde als 0dB-Zero-Fan-Modus ausgelegt, d.h. solange die Grafikkarte nicht wärmer als 46"C wird, verbleiben die beiden Lüfter im Ruhezustand und rotieren nicht. Erst darüber hinaus setzen sich die Lüfter langsam in Bewegung, wobei dies gemächlich erfolgt und nicht gleich in einem Fönmodus anläuft. Dadurch bleibt die Karte sehr lange sehr leise, ohne dass eine adäquate Kühlung aller relevanten Grafikkarten-Bereiche vernachlässigt wird. In unseren ersten Tagen mit der EVGA Karte konnten wir keinen Lastzustand simulieren, in dem die Karte aus dem System heraus zu identifizieren gewesen wäre.
Überdies trägt EVGA in ihrem minimal überarbeiteten Referenz-Platinen-Layout entscheidend zur Erhöhung der Signalqualität bei, ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um Stabilität geht, zu der die 12-lagige Platine als solche ebenfalls ihren Teil beiträgt. Üblicherweise kommen an dieser Stelle 6-oder maximal 8-lagige Platinen zum Einsatz. Die Platinen Qualität von Nvidia korrespondiert duchaus mit dem restlichen Equipment, insofern überrascht es nicht, das wir ausschließlich FR5 Qualität vorfinden. Dass dies eine Rolle spielt, wissen unsere aufmerksamen Leser selbstverständlich, denn die Güte der Platine sagt viel über deren Kriechstromfestigkeit und Hochfrequenzeigenschaften aus. Falls es jemand nicht wissen sollte, FR steht für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Einstufungen FR1 und FR2 sind kaum erwähnenswert und bleiben der Standard Qualität vorbehalten. Ab FR3 wird es für brauchbare Geräte interessant, denn so eine Platine besteht aus Epoxidharz + Papier, wobei hier mittlerweile auf Phenolharz verzichtet wurde. Dementsprechend wären diese Platinen im Normalfall auch frei von gesundheitsschädlichen Aldehyden. Ab FR4 darf man getrost von sehr hochwertig und ab FR5 von highend Platinen sprechen.
Darüber hinaus wurde sehr viel Wert auf eine möglichst perfekte Spannungsversorgung gelegt, denn die Grafikkarte soll ja auch noch weitere Übertaktungen ermöglichen. Dafür zog EVGA ebenfalls einige Register, die Spannungsversorgung der GPU wurde 8-phasig ausgelegt, der Speicher erhielt 2 Phasen: macht summa summarum eine 10-Phasen-PWM-Architektur. Die Spulen auf der Platinenvorderseite sind mit Epoxidharz vergossen worden, so dass die Spulen dieses Layouts normalerweise weder pfeifen, fiepen oder anders geartete Geräusche von sich geben. Wer das einmal selbst testen möchte, benötigt dazu keine externen Tools oder Tricks, unter Windows 7 einfach den Windows-Leistungsindex aufrufen und komplett durchlaufen lassen. Diejenige Karte die hier nicht fiept, wird dies in der Regel auch in keinem anderen Aggregatszusatnd tun. Unsere EVGA durchlief diesen Test nicht geräuschlos, aber auch nicht so, dass es nervte, da haben wir schon ganz andere Probanten erlebt.
Das Gewicht von 910 Gramm stellt den PCI-Slots zwar vor keine größeren Belastungs-Probleme, die Befestigung dieses Schwergewichtes sollte aber sichergestellt sein, darum ist eine Verschraubung über beide Einbauslotblechnasen unbedingt anzuraten. Nicht genutzte Ports mit einer passenden Abdeckung zu schließen und somit vor Staub zu schützen, sollte von anderen Herstellern übernommen werden, diese Idee ergibt wirklich Sinn. Die zwei Stromanschlüsse (1x 8-polig, 1x 6-polig) liegen gut zugänglich oben auf der Grafikkarte, somit verlängern sie die Karte nicht noch zusätzlich und erleichtern auf diese Weise den Anschluß. Die beiden Stromversorgungs-Port sind zur Stromversorgung über das Netzteil leider notwendig, die Grafikkarte verbraucht unter Volllast an die 288 Watt und die sind nicht aus den PCI-E Slots abgreifbar, dort ist bei 75 Watt die obere Grenze schon erreicht. Der Vollständigkeit halber, im Idle Modus ohne nennenswerte Grafiklast nimmt die RTX 2070 Super dank 12-nm-Fertigung und Turing Konzeptionierung nur etwa 11 Watt aus der Steckdose respektive Netzteil. Wer ein aktuelles Netzteil mit den passenden Steckverbindungen besitzt (bitte keinesfalls mit Adaptern arbeiten), sollte die beiden Stromanschlüsse natürlich auch entsprechend verstöpseln, ansonsten hagelt es Piep-Kanonaden vom Mainboard. Ein aktuelles hochwertiges Netzteil mit entsprechenden Anschlüssen und moderner adäquater Technik ist Pflicht für diese Grafikkarte.
Anschlußtechnisch hat sich auch einiges geändert. Die EVGA verfügt über 5 korrosionsgeschützte Anschlußports (1x HDMI 2.0b, 3x DisplayPort 1.4a, 1x USB-C mit DisplayPort 1.4a) mit einer maximalen digitalen Auflösung von 7680 x 4320 Pixel. Dass auch diese Nvidia Generation über keinen reinrassigen VGA-Port mehr verfügt, überrascht vermutlich niemanden. Dies ist aus technischer Hinsicht kausal nachvollziehbar, zumal ein VGA Port weder die Auflösung, noch die Darstellungs-Qualität aktueller Grafikkarten an hochwertige Monitore liefern kann. DisplayPort ist daneben angetreten, die ausgereizten Schnittstellen VGA und DVI abzulösen. Wobei das größte Manko dieser Schnittstelle zur Zeit sicherlich die wenig verfügbaren TFTs mit eben diesem Port darstellt, aber das wird sich definitiv ändern. Während analoges VGA höchstens noch für den Anschluss von Notebooks an Beamer oder von PCs an billigen Monitoren eine Rolle spielt, ist DVI auf 1600 x 1200 bzw. 1920 x 1200 Bildpunkte begrenzt, heißt es in der Beschreibung für den Display Port. Über den HDMI Port können Dolby-Digital-, Dolby-Digital-Plus, Dolby-TrueHD-, DTS- sowie DTS-HD-Tonspuren von einer DVD, Blu-ray oder HD-DVD entsprechend ausgegeben werden. Alle Ports können gleichzeitig genutzt werden, eine wichtige Information für die entsprechenden Anwender. Mehrere Monitore (maximal 4 Stück) können natürlich auch genutzt werden, diesbezüglich ist das Stichwort Nvidia Surround maßgebend.







Erste Praxis-Erfahrungen und Fazit:


EVGA setzt seine Individual-Tradition konsequent fort, auch die EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming gehört fraglos ins High-End Segment, ohne wenn und aber. Die Begründungen dafür liegen nicht so offenkundig auf der Hand, wie vielleicht viele vermuten. Eine derartig teure und schnelle Grafikkarte setzt auch Emotionen frei, insofern ist es zuweilen schon verständlich, wenn deren Besitzer sich keinerlei Kritik gefallen lassen, auch wenn sie möglicherweise berechtigt wäre. Dies kann allerdings für uns nicht gelten, wir wollen keinen Besitzerstolz vermitteln, sondern technische Fakten.
Fakt ist, dass EVGA einige technische Register gezogen hat, um aus einem ab Werk schon sehr guten Produkt ein noch besseres zu kreieren und um sich von den Karten der anderen Nvidia Partner abzugrenzen. Dies beginnt traditionell bei der Komponenten-Bestückung: eine Nvidia Referenz Platine, hochwertige Mosfets, 8 Phasen (GPU), 2 Phasen (Speicher) Spannungsversorgung mit UPI uP9512P als Controller fpr den VRAM, das überarbeitete iCX2 Kühlkonzept, sechs U-Heatpipes, usw. usw. Der VRAM selbst stammt in unserem Fall von Micron und hört auf die Bezeichnung D9WCW. Kurz und gut, EVGA hat für das Produkt nicht gerade die unteren Schatullen geöffnet. Das Resultat dieses Materialeinsatzes ist nicht nur optisch darstellbar, sondern auch im alltäglichen Praxisbetrieb. Diese Grafikkarte glänzt durch eine unglaubliche Stabilität in allen Aggregatszuständen, was einerseits durch den Einsatz der schon erwähnten Komponenten erklärbar ist und andererseits durch die Verwendung respektive Weiterentwicklung der iCX2 Kühlung, die auf jede thermische Eventualität die richtige Antwort parat hat.
Sicherlich hört sich unser Text bisher ein wenig nach Marketing-Katalog Seite 1 an, aber etwas differenzierter sollte man die Komponenten-Beschreibung schon verstehen. Wenn wir uns vor Augen führen, dass diese Komponenten u.a. eben auch einen sehr hohen Anteil daran ausmachen, ob eine Grafikkarte in bestimmten Lastzuständen Fiep-/Pfeif- und/oder anders geartete Störgeräusche (Coil Whine) erzeugt oder nicht. Und diesbezüglich können wir Entwarnung geben, unsere EVGA verrichtet ihren Job nahezu geräuschlos, was man ja leider nicht von allen Karten und auch nicht von den vergleichbaren Konkurrenzmodellen auf dem Markt behaupten kann. Selbstverständlich profitiert die Turing Grafikkarte auch von den restlichen Komponenten unseres Redaktionsrechners, das hochwertige ASUS Mainboard und das Seasonic Netzteil minimieren schon von Haus aus diese Problematik und steigern durch ihre hochwertigen Bauteile die Unempfindlichkeite gegen elektronische Störgeräusche. Geiz ist also durchaus nicht geil, sondern meistens absolut fehl am Platz, vor allem wenn der Anwender zu den geräuschtechnisch empfindlichen Nutzern gehört.

Die Kühlung der Turing Grafikkarte wurde offenkundig von EVGA aufwendig getestet, davon konnten wir uns nach einigen Probeläufen überzeugen. Die Karte wurde semi-passiv konzipiert, dadurch arbeitet sie im Idle-Modus absolut lautlos. Konkret bedeutet dies, dass die Karte im 2D Modus und unterhalb von 46°C die Lüfter nicht rotieren lässt. Erst ab 56°C aufwärts werden die Lüfter langsam dazu geschaltet, das beginnt bei knapp 610 U/Min und ist definitiv nicht aus dem System vernehmbar. Über 56°C und unter Spielelast steigert sich das Drehzahlvolumen auf bis 1830 U/min, was in unserem System allerdings ebenfalls nicht von der Arbeit der anderen Systemlüfter zu differenzieren war, das mag individuell anders ausfallen. Insgesamt funktioniert dieses Kühlkonzept ausgesprochen gut, die Karte ist sehr lange sehr leise und die jeweiligen Komponenten der Karte werden in jedem Aggregatszustand zuverlässig gekühlt, darauf kommt es an und darauf möchte sich der Anwender daheim auch verlassen können.

Der Strombedarf der EVGA GeForce RTX 2070 SUPER Black Gaming hält sich mit 11 Watt (gemessen idle ohne Last) und 288 Watt (gemessene Spielelast) zwar noch in überschaubaren Grenzen, macht aber auch deutlich, dass selbst die von vielen wegen seiner Energie-Effizienz oftmals gelobten Turing Architektur an seine Grenzen stößt. "Ja aber AMD kann es doch auch nicht besser" hören wir die Nvidia Fans lamentieren. Das können wir aber nicht als Argument gelten lassen, auch wenn es stimmen mag. Das gerade in diesem Bereich immer noch Optimierungs-Optionen existieren, zeigt der Effizienz-Sprung von Nvidias Maxwell und Keppler Plattform zur aktuellen Pascal Plattform sehr deutlich.

Das Thema Nachladeruckler wird gerne angeführt, um den Kauf einer Grafikkarte mit mehr VRAM zu rechtfertigen. Wobei die Spiele Engine und auch die Qualitätseinstellungen im Treiber diesbezüglich natürlich auch eine enorm gewichtige Rolle spielen, wie man ja beispielsweise anhand von Crysis 3, Metro Last Light, Anno 1800, GTA5 oder Battlefield 5 deutlich nachvollziehen konnte. Wer nun aber alles am VRAM festmacht, wird der Sache auch nicht gerecht, da die Qualität der Texturen und Textur-Swaps ein entscheidendes Wörtchen mitreden, zu beobachten über eben diese Nachladeruckler oder starke Einbrüche beim schnellen Wechsel der Games-Level. Da kann mehr VRAM natürlich etwas Linderung erreichen, wenn auch nicht gänzlich das grundsätzliche Problem beseitigen, denn da sind die Spieledesigner ebenso, um nicht zu sagen, ganz entscheidend gefordert. Trotzdem werden wir im Laufe der nächsten zwei Jahre vermutlich 8GB VRAM als neue Standard-Bestückung vorfinden. 12 GB VRAM und mehr dürften den High-End Plattformen zuzuordnen sein, also den im nächsten Jahr zu erwartendem AMDs High-End NAVI und Nvidias RTX 2080 TI sowie deren Weiterentwicklungen, aber das soll jetzt nicht unser Thema sein.

Ein Highlight stellt die Kategorie Garantie und Support dar, EVGA kann da auf Alleinstellungsmerkmale hinweisen und das mit Recht. Als einziger Hersteller bieten sie 3 Jahre Garantie mit der Option, diesen Zeitraum über eine Registrierung der Grafikkarte zu verlängern. Entweder auf 5 oder sogar 10 Jahre. Das kostet je nach Neupreis der Karte zwischen 8 und 50 Euro. Zusätzlich bietet der Hersteller einen Vorabaustausch für defekte Grafikkarten und ein Programm, bei dem Nutzer innerhalb von 90 Tagen ihre Grafikkarte gegen ein stärkeres Modell durch Zahlung der Preisdifferenz tauschen können, an. Wir haben das getestet und unsere Karte registriert, die Rechnung des Händlers hochgeladen und für knappe 49 € die Garantie auf 10 Jahre verlängert. Das Ganze kann man jederzeit in seinem EVGA Account einsehen, ausdrucken usw., so dass eine lückenlose Dokumentation existiert, die natürlich auch den Aufwand bei Problemen reduziert, denn eine RMA ist so problemlos auszulösen. Viel besser kann man einen Kunden kaum umsorgen... Eine kleine Einschränkung betrifft einen möglichen Zweitbesitzer, ab dem 25.5.18 gilt: nur mit Abtrittserklärung und Rechnung kommt man als Zweitbesitzer in den Genuß der beschriebenen Garantievorzüge. Bei allen Karten die vor dem 25.5.18 erworben wurden, gilt noch die alte Regelung und die besagt, dass keine Abtretung nötig ist.

Wer es sich leisten möchte und das nötige Kleingeld dafür parat hat, sollte EVGA auf seinem Wunschzettel notieren, es spricht absolut nichts dagegen und EVGA hat unserer Ansicht sehr deutlich unterstrichen, dass sie nicht nur extraordinäre Grafikkarten bauen können, sondern dass sie das Thema Garantie und Gewährleistung in Verbindung mit einem funktionieren Support im Focus behalten. Ob dies so bleibt, werden wir kontinuierlich prüfen und halten euch diesbezüglich auf dem Laufendem...

Schlussendlich stellt sich natürlich die Frage nach der angestrebten Käufer-Zielgruppe für so eine schnelle Grafikkarte, auch wenn der hohe Preis fraglos schon eine grundsätzliche Vorselektierung erzeugt. Die Frage ist relativ leicht zu beantworten: wer sich diese Grafikkarte leisten kann, über einen großen Monitor (24" Minimum) verfügt und an einer prinzipiellen Übertaktung interessiert ist, sowie die dafür technischen Ambitionen inklusive Erfahrung besitzt, kommt als Klientel in die Verlosung. Klingt trivial und ist es auch, weil so eine Grafikkarte an einen 19-Zoll Monitor anzuschließen in etwa so sinnvoll wie der Einsatz von 32GB Arbeitsspeicher auf einem Office Rechner ist. Und wer nicht übertaktet und auch sonst keine Begeisterung für ultimativ ausgeklügelte Hardware empfindet, sollte sich einen anderen und vor allem preiswerteren Grafikbeschleuniger suchen, zumal die Preise wegen der zahlreichen Neu- und Weiterentwicklungen noch weiter in Bewegung geraten werden..

Keine Kritik ?
Oh doch und ob, das nicht vorhandene Handbuch respektive der minimalistische Installations Guide sind ein schlechter Witz und der Witz wird nicht besser oder bezüglich der Pointe schlüssiger, wenn man ihn online ständig wiederholt, denn auf ihrer Homepage stellt EVGA auch nichts umfangreicheres zur Verfügung. Für den intuitiv erfahrenen Profi mag das kein relevantes Thema sein, aber es soll Kunden geben, die sich vor dem Kauf gerne informieren, was sie diesbezüglich erwartet und diese berechtigten Informationswünsche stillt EVGA definitv nicht.
EVGA kann nicht ernsthaft davon ausgehen, dass ihre Kunden Informatik studiert oder ein Grafikkarten-Installations-Praktikum absolviert haben, darum muss das Handbuch schlicht und ergreifend umfangreicher gestaltet sein. Solche Kleinigkeiten mögen einige als lapidar oder belanglos abtun, wir sehen das etwas anders, denn gerade bei solchen Kleinigkeiten zeigt sich ein funktionierendes Qualitäts-Management oder eben auch nicht...
Dass EVGA seinem Produkt keinerlei Extras in Form von Adaptern und/oder Spielen/Software spendiert, ist angesichts des Produktpreises gelinde gesagt, enttäuschend. Zumal auch sonst in der üppigen Schutzverpackung nichts zu finden wäre, es sei denn man bezeichnet die kleine farbige Werbebroschüre, die uns EVGA als Installations Guide offeriert, als nennenswerte Beigabe...wohl eher nicht...






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