AMD Ryzen: Probleme und Lösungen



AMD Ryzen Logo




Einleitung:

AMD Ryzen, Windows und Gaming, eine unheilvolle Allianz ? Das klingt möglicherweise wenig subtil, so ganz unberechtigt stellt sich diese Frage trotzdem nicht, aber der Reihe nach. Zunächst einmal wollen wir AMD zur Rückkehr in das High-End Segment der Prozessoren gratulieren, es hat etwas gedauert, aber jetzt sind die Jungs aus Sunnyvalem wieder da, wo sie eigentlich auch hingehören: auf Augenhöhe mit dem Erzrivalen Intel. Die derzeit schnellste Ryzen-7 1800X CPU liefert für ca. 550 Euro die Multi-Thread-Leistung, für die Intel bisher über 1000 Euro verlangte. Wer sich jetzt verwundert die Äuglein reibt und dann nach langer Zeit in den Spiegel schaut, wird möglicherweise mit Entsetzen feststellen, das sich da etwas fremdes mit einer Intel Brille zeigt. Gruseliger Gedanke oder? Absolut und leider nicht ganz so weit von der Realität entfernt, wie viele annehmen, denn Intel hat uns in den letzten Jahren sehr manipulativ am Nasenring durch die Arena ihrer Preispolitik geführt, aber damit ist jetzt Schluss...

Der ganze Spaß hat allerdings noch einige Unwägbarkeiten, die es zu umschiffen gilt, auch wenn uns AMD inzwischen fast jeden Tag etwas anderes übermittelt Als da wäre die nicht besonders üppige Spiele-Performance und das eine oder andere technische Problem. Damit meinen wir in erster Linie Windows 10, denn Windows 7 hatte AMD leider im Vorfeld eine Treiber-Unterstützung zunächst zugesichert, dann wieder gestrichen. Schade, aber eventuell ist dies ja noch nicht das letzte Wort.

Worum geht es in diesem Artikel ? Klare Antwort: wir wollen dabei helfen, die bislang bekannten Probleme und Fragen wertfrei zu diskutieren, auch ohne die noch kommenden Treiber, Patches und BIOS respektive Windows Updates zu kennen. Eine adäquate Basis für den Ryzen Betrieb wäre ein weiterer zusätzlicher Schritt, sozusagen als Fundament und Ratgeber für alles Weitere. Darüber hinaus lösen wir die Installations-Probleme in Verbindung mit Windows 7 und USB, dazu wünschen wir spannende Unterhaltung...





Die Windows 7 Problematiken


Problemzone 1: die USB Installations-Falle:

Im Netz wird von einigen Medien berichtet, dass Windows 7 und AMD Ryzen ein Problem mit USB besäßen. Das ist prinzipiell richtig, aber nicht neu und auch kein Alleinstellungs-Problem von AMD Ryzen. Windows 7 hat wegen der fehlenden nativen Unterstützung (Legacy USB) noch nie Treiber während der Installation des Betriebssystems für USB 3.0 bereitgestellt. Insofern wird es natürlich schwierig, während der Installation von Windows 7 auf entsprechend angeschlossene Eingabegeräte oder Installationsmedien ohne integrierte USB Treiber zurückzugreifen. Und wie gesagt, das Thema ist definitiv kein AMD Ryzen Problem, auf aktuellen Intel Z170 oder Z270 Plattformen sieht es exakt genauso aus. Das Problem ist nur das spätestens seit Intel Skylake die Mainboard Hersteller sogar den Noteinstieg gestrichen haben und der hieße zumindest USB 2.0, aber auch diese Option ist inzwischen gecancelt worden, so dass Windows 7 weder für die aktuellen Intel Systeme noch für die AM4 Plattformen usb-technisch zu nutzen wäre.

Aber USB 3.0 ist doch rein technisch betrachtet schon fast als anachronistisch anzusehen im Vergleich zu USB 3.1 und Thunderbolt 3 oder nicht ?

Allein technisch betrachtet mag das zutreffen, aber darum geht es nicht, es existieren leider immer noch nennenswerte und stellenweise sogar sehr ärgerliche Stolpersteine, denen wir uns in diesem Artikel widmen möchten, zumal uns gerade seit der Veröffentlichung von Windows 10 wieder vermehrt Emails erreichen, die auf neue/alte Probleme verweisen...


Ein Beispiel aus der Praxis:
Ein Anwender kauft sich ein aktuelles Intel Z 170 oder Intel Z270 oder AMD AM4 Mainboard, eine schnelle SSD als System-Datenträger, 16 GB Arbeitsspeicher, eine schnelle dezidierte Grafikkarte und versorgt dieses System mit einem hochwertigen 500 Watt Netzteil. Das Ganze erhält Windows 8.1 als Betriebssystem, was kurz danach auf Windows 10 aktualisiert wird und eigentlich könnte sich der Anwender doch jetzt völlig entspannt zurücklehnen und die Performance von so einem schnellen aktuellen System genießen oder ?
Leider nicht, denn er wird schnell feststellen, das angeschlossene USB 3.0 Geräte, so sie denn überhaupt erkannt werden, relativ langsam agieren, d.h. die USB 3.0 Festplatte, die man eigentlich als schnelles Backup Medium nutzen wollte, "dümpelt" mit sequentiellen Transfers um die 180 bis 200 MB/sec herum, obwohl sie eigentlich annähernd doppelt so schnell agieren könnte oder sollte...

Wo ist das Problem ?
Dazu muss man etwas differenzieren, weil dies sowohl hardware-also auch software-bedingt anzusehen ist. Einerseits bringt Windows 7 zu wenig Substanz mit, um ohne Treiberergänzung eine solide USB 3.0 Basis zu ermöglichen. Andererseits macht es genau dieser Umstand stellenweise sehr schwierig, Windows 7 auf aktuellen Systemen überhaupt noch zu installieren.


Das stimmt nicht ?
dazu ein typisches Beispiel aus unserem Forum: Intel Z170, kein USB Support bei der Installation ? Wie man unschwer erkennen kann, war es ohne Tricks kaum möglich auf einem Intel Z170 Mainboard Windows 7 überhaupt zu installieren, weil das Windows 7 Setup keinen Zugriff auf die angeschlossenen USB Geräte erhielt. Es mußte auf PS/2 ausgewichen werden.


Woran liegt das ?
Windows 7 bringt nicht mehr die Voraussetzungen mit, die aktuelle Intel Systeme erfordern, dazu gehört in erster Linie der Wechsel vom EHCI Modus zum neuen xHCI Modus, der entsprechende USB Treiber voraussetzt und die besitzt Windows 7 nicht.
EHCI (enhanced host controller interface) ->Das Enhanced Host Controller Interface (EHCI) ist eine Treiber-Software für USB 2.0.
xHCI (Extensible host controller interface) ->Das Enhanced Host Controller Interface (EHCI) ist eine Treiber-Software für USB 3.0.

Wie gesagt, entweder umgeht man das Problem für die Installation per PS/2 Notbehelf und/oder man führt einer Windows 7 Installation die passenden Treiber zu. Das kann über die Mainboard CD des Herstellers erfolgen, oder man erstellt vor der Installation einen USB Installations Stick oder eine Installations-CD/DVD, der diese Treiber schon enthält. Einige Mainboard Hersteller haben die Problematik inzwischen verstanden und bieten diese Treiber respektive unterstützenden Tools zumindest dezidiert an:

Asrock USB Installation Tool für Windows 7


Gigabyte USB Installation Tool für Windows 7


MSI USB Installation Tool für Windows 7


Windows 7 USB 3.0-Creator-Utility


Über diese Tools lassen sich dann passende USB Sticks und/oder Installations-DVDs erstellen (nicht nur für AMD Systeme, auch für Intel), um Windows 7 erfolgreich zu installieren und das auch ohne USB Unterstützung. Eine weitere Option wäre diese jeweiligen USB Modi im BIOS zu differenzieren, auf guten Mainboards mit aktuellem BIOS ist das oftmals möglich, so dass man beispielsweise EHCI aktiviert und xHCI deaktiviert. Oder man bewerkstelligt das Ganze über das windows-eigene Werkzeug pnputil, auch damit lassen sich Treiber in die Installation einbinden bzw. nachreichen. Weitere Installations-Optionen wäre die Nutzung von WSUS Offline, oder auch das Erstellen einer individuellen Boot.wim, oder per Unattended Installation. Wir haben dazu einige relevante Links zusammengestellt:

Windows7: Installation per USB-Stick


Windows 7: Installation per USB-Stick Part II


Windows 7: LIVE DVD erstellen - Workaround


Rufus - das USB-Tool und der Workaround -


Pnputil zur Treiber Integration nutzen


WSUS Offline Treiber Integration


Windows Automated Installation Kit (Windows AIK) für Windows 7


UEFI-Windows-Setup vom USB-Stick


Treiber in WIM Image einbinden



Nachdem dieser wichtige Aspekt für die Installation abgearbeitet ist, steht einer problemfreien Installation von Windows 7 kaum noch etwas im Weg. Verzichtet dabei bitte unbedingt auf eine Migration früherer Systeme, dies gilt insbesondere dann, wenn ihr vorher auf Intel gesetzt habt. Sicherlich wäre das technisch möglich, aber die Gefahr das hinterher dann eben doch noch Altlasten das System nachhaltig stören, ist extrem hoch und wer hat schon Zeit geschweige denn Lust auf eine wochenlange und wenig zielführende Fehlersuche. Mit anderen Worten: der System-Datenträger wird frisch formatiert und Windows 7 SP1 komplett neu aufgesetzt. Damit das nicht unnötig ausartet solltet ihr einen aktualisierten Datenträger verwenden:

Windows 7: Convenience Rollup (SP2) nutzen


Nach diesem Schritt, dem Aufspielen der noch fehlenden Updates und der Installation aller notwendigen Systemtreiber (Chipsatz, Grafik, Netzwerk, Sound usw.) können wir uns ein paar Gedanken zur System-Optimierung machen, auch dazu hätten wir einiges an passenden Artikeln zu bieten:

Windows 7: Tipps, Tricks, Artikel, Tutorials und Workshops


Schaut einfach mal in Ruhe durch diese Liste, dort warten an die 250 Artikel für Windows 7 auf euch. Wir stellen jetzt ganz bewusst keine speziellen Passagen heraus, schließlich wollen wir im Windows 1o Kapitel noch einiges beleuchten und Überschneidungen vermeiden.



Problemzone 2: der Task Scheduler, Interrupts, Core Parking und Micro-Codes:

Der veraltete Windows 7 Task Scheduler ist der nächste Problem-Bär, den es zu erwähnen gilt. Dabei geht es darum, dass Windows 7 die Prozessoren nicht korrekt erkennt und dementsprechend die Ressourcen nicht ideal zuweisen kann. Das bedeutet in der Praxis, dass Windows 7 die Multithreaded-Performance drosselt, egal ob nun Intels neuer Kaby Lake oder AMD Ryzen Prozessoren verbaut wurden. Windows 7 besitzt einen völlig veralteten Task Scheduler, der durch seine aufgeblähte Overhead Verwaltung viel dazu beiträgt, dass moderne Prozessoren nicht optimal angesprochen werden. Windows 8.1 ist da schon einen Schritt weiter und Windows 10 ohnehin, benötigt aber zumindest noch ergänzende Patches zum Thema AMD Ryzen respektive BIOS Updates usw.
Nun könnte man einwenden, dass Windows 7 den gleichen Kernel nutzt wie Windows Server 2008 und da laufen ja immerhin Multi-Socket-Systeme mit jeweils 24 Kernen. In der Theorie stimmt das, aber nicht in der Praxis, denn die Server Variante verfügt über einen modifizierten Task Scheduler und der ist weder mit dem von Windows 7 vergleichbar, noch könnte man ihn einfach austauschen.
Man kann es nun drehen und wenden wie man möchte, dieses Problem kann nur und ausschließlich durch Microsoft gelöst werden, das wäre allerdings aufwendig und es steht zu befürchten, dass sich Microsoft diesen nicht unerheblichen Aufwand ersparen wird. Fazit für diesen Bereich: Der Scheduler von Windows 10 wird vermutlich besser mit einer größeren Anzahl an physischen und logischen Kernen zurecht kommen als Windows 7.

Kommen wir noch zum Thema Windows 7 Interrupts, einem seit Jahren immer wieder hochköchelnden Ärgernis. Dazu sollte zumindest bekannt sein, was Interrupts überhaupt bedeuten: Ein Interrupt ist grundsätzlich ein Signal, das den Prozessor in seiner aktuellen Arbeit unterbricht (englisch: to interrupt), oder besser gesagt stört. Dies führt dazu, dass das Betriebssystem jetzt entscheidet, wie auf diese Unterbrechung reagiert werden soll. Das kann dazu führen, dass bestimmte Maßnahmen sofort ergriffen oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. So oder so spielt dies alles eine große Rolle, denn das Zusammenspiel und die Kommunikation zwischen dem Prozessor und dem ausführenden Betriebssystem müssen diesbezüglich reibungslos und möglichst schnell aufeinander abgestimmt harmonieren. Ist dies nicht Fall, werden die Interrupt-Phasen länger und das System stoppt, ruckelt oder freirt möglicherweise auch ein. Mit anderen Worten, alles eine Frage des Miteinanders, also fast wie im richtigen Leben.
Das Ganze steht und fällt in erster Linie durch die korrekte Erkennung der vorhandenen Hardware, wird also ein neuer Prozessor wie der AMD Ryzen oder Intels Kaby Lake mangels Informations-Defiziten nicht gut genug zugeordnet, wird es schwierig für Windows 7 (und natürlich auch Windows 10) angemessen und schnell auf Interrupts zu reagieren. Schon haben wir exakt das Dilemma um das es geht. Würden Intel und AMD also ihre neuen Prozessoren mit Windows 7 bekannt machen und aktuelle BIOS Versionen respektive Chipsatztreiber liefern, dass den entsprechenden Microcode enthält, könnte Windows 7 einen sehr viel besser auf diese Prozessoren abgestimmten Job ausführen. Sollten auf dem Windows 7 SP1 System zudem noch die AMD Bulldozer Patches KB2645594 für den Scheduler und KB2646060 aus 2012 für das Core Parking installiert sein, potenzieren sich die Erkennungs-Defizite zusätzlich.

Ihr ahnt sicherlich schon was gleich kommt oder ? ganz genau, wer jetzt Windows 7 mit externer 3rd-party Software zukleistert, verschärft die Problematik zusätzlich. Dazu gehören insbesondere Hersteller-Tools wie die Asus AISuite, externe Virenscanner, Sicherheits Suiten, Tuning Tools, aufwendige Brenn Programme, kurzum alles was sich ins System drängelt und stringent seinen Platz beansprucht. Wer sich mal im Process Explorer von Sysinternals oder auch im Ressourcen Manager von Windows 7 in Echtzeit angeschaut hat, was auf dem System passiert, wenn externe Softwares das Geschehen auf dem Betriebssystem dominieren, der versteht sicherlich um was es dabei geht. Mehr Arbeitsspeicher, eine schnellere SSD können dies nicht abfedern, weil sie auf die Interrupts keinen Einfluss haben.

Wir müssen das Thema Microcodes und das CPU Core Parking noch etwas näher beleuchten, weil hier hat AMD beim Ryzen Launch leider komplett geschlafen. Hätte man sich rechtzeitig mit Microsoft zusammengesetzt und die ersten BIOS Versionen richtig bestückt, dann wäre uns möglicherweise einiges erspart geblieben. Über die Microcodes erfolgt u.a. auch die Identifizierung der Prozessoren. Wird dies nicht hinreichend implementiert, interpretiert das Desktop Betriebssystem nur die zur Verfügung stehenden veralteten Daten und nicht den neuen Prozessor. Vereinfacht formuliert: AMD Ryzen steht vor der Tür und klingelt, das Betriebssystem macht aber nicht auf, weil es die Klingel nicht hören kann.
Daraus folgen zwangsläufig Erkennungs-Defizite und so überrascht es kaum, das sowohl Windows 7 als auch Windows 10 die neue Ryzen CPU nur als AMD Bulldozer CPU identifizieren, also den Vorgänger. Das kann weitreichende Konsequenzen zur Folge haben, der bereits erwähnte Task Scheduler erkennt natürlich auch nichts anderes und selektiert darum mutmaßliche Bulldozer Attribute wie beispielsweise einen 8 MiByte L3-Cache, obwohl real 16 MiByte L3-Cache vorhanden wären. Der nächste Punkt wäre die SMT (simultanes Multithreading) Zuordnung, Windows reagiert auch hier nicht ideal und interpretiert durch die Bulldozer Erkennung keinen SMT Modus. Das Ziel von SMT ist es, die bereits aufgrund der Pipeline-Architektur redundant vorhandenen Ressourcen eines Prozessors noch besser auszulasten, was aber im Falle von Ryzen nicht anläuft, eben weil er nicht korrekt erkannt wird. Ein weiterer Punkt wäre die Zuweisung von CCX, einem Indikator für die Zuweisung von Prozessor Ressourcen. Dabei geht es vorrangig um die Kommunikation zwischen den CPU-Complexes (CCX) in den Ryzen-CPUs und wiederum Windows in allen Schattierungen, was natürlich auch Auswirkungen auf die optimale Spiele Performance hat. Da CCX nicht erkannt wird, weist Windows entsprechende Threads hin-und-her, anstatt sie der CCC Verwaltung zu überlassen, das führt in der Summe zu wenig effizienten Abläufen und limitiert die zur Verfügung stehenden Ressourcen zusätzlich.
Das Core Parking, also das Abschaltung nicht benötigter Prozessorkerne ist eine weitere Hürde die zu minimalen Systemverzögerungen führen kann, per Core-Parking “geparkte” Kerne benötigen einige Taktzyklen zum Aufwachen, was etwas Performance kostet. AMD empfiehlt zur Zeit darum die Energieoptionen von Windows auf Höchstleistung zu stellen, was dieses Parking verhindert. Die Kehrseite dieser Medaille liegt auf der Hand, mit einem Mehrverbrauch an Strom sollte gerechnet werden. Verallgemeinern darf man das Thema aber nicht, Windows 7 behandelt das Core Parking anders als Windows 10 und legt die Prozessor-Kerne nach einem anderen Algorithmus schlafen. Der Vorschlag von AMD kann aber bestenfalls als vorläufige Notlösung betrachtet werden, die Jungs aus Sunnyvale können nicht ernsthaft davon ausgehen, dass die Kunden freiwillig auf ihre Stromspar-Modi verzichten, bei Intel funktioniert dies ja schließlich auch...





Das Fundament für Windows 8.1 und 10:

Die gute Nachricht gleich vorweg, das USB 3.0 Problem existiert weder unter Windows 8.1 noch unter Windows 10, es wäre also wegen der nativen USB 3.0 Unterstützung kein Problem ein entsprechendes Installations-Medium zu erstellen, egal ob Stick oder optischer Datenträger. Alle anderen Probleme bezüglich er Interrupts, Microcode usw., die wir schon im Windows 7 Kapitel angesprochen hatten, treffen auch für Windows 8.1 und 10 zu. Insofern sollten es BIOS Updates, neue Treiber, Games Patches, Anwendungs-Updates und Windows Patches richten können.
Ob Microsoft mit dem bald erscheinenden Creators Update (Redstone 2, 1703) für Windows 10 diesbezüglich tatkräftig mithelfen kann, wäre durchaus im Bereich des Möglichen, aber wer kann das schon voraussagen ohne Hypothesen zu verbreiten?

Auch wenn sich der Task Scheduler von Windows 8.1/Windows 10 von dem Scheduler in Windows 7 unterscheiden, die grundsätzliche Problematiken liegen zumindest nah beieinander. Dies gilt auch für das Core Parking, die Thread Verwaltung und natürlich auch der Umgang mit den vorhandenen Microcodes der Prozessoren. Der Bereich Interrupts ist besonders gefährdet und sehr empfänglich für Störungen durch fremdbestimmte externe Software, die diese gerne ihre eigenen Regeln für die Kommunikation mit den Systemdateien aufstellen und das kann es nicht sein. Externe Tools wie die AISuite von Asus tragen sich ungefragt in die Windows Dienste ein, einige sogar mehrfach, tauchen im Autostart auf und man fragt sich: "wer kontrolliert eigentlich mein Betriebssystem ? ich oder diese Tools ?"
Wer sich also jetzt für ein schnelles Ryzen System interessiert, sollte also schon etwas Geduld und Zeit investieren und auf die bereits erwähnten kommenden Updates warten, sofern das Thema Gaming unter Windows 8.1 und 10 als erste Prämisse eine Rolle spielt. Wer nicht so lange warten möchte, für den haben wir einige Tipps zusammengestellt, die das Ganze zusätzlich unterstützen, denn nichts wäre kontraproduktiver, als eine eilig zusammenschusterte Basis für AMD Ryzen Systeme.

Empfehlung 1:
Wartet noch bis zum Creators Update (Redstone 2, 1703), erstellt dann ein aktuelles Installations Medium und installiert Windows 10 über die Option der Clean Installation neu. Für Windows 8.1 gilt dies gleichermaßen, auch dort solltet ihr ein halbwegs aktuelles Media Creation Tool nutzen. Wie das grundsätzlich funktioniert könnt ihr in den folgenden Links nachlesen:

Windows 8.1: Clean Installation, Neuinstallation


Windows 10: Clean Installation, Neuinstallation, Tutorial

Von einer Migration eines älteren Systems, insbesondere von einer vorherigen Intel Plattform können wir nur dringend abraten, der Altlasten "Container" dürfte üppig gefüllt sein.


Empfehlung 2:
Für das frisch installierte System, dem Installieren der zur Verfügung stehen den Updates und er Installation notwendiger Hersteller Treiber sollte ihr möglichst sorgfältig arbeiten und verzichtet bitte auf Treiber, die über Windows Update angeboten werden, deren mögliche Probleme haben wir schon mehrfach angesprochen

Windows 10: Treiber-Updates durch Microsoft verhindern

Windows 10: Treiber-Updates durch Microsoft verhindern Teil 2



Empfehlung 3:
Für die weitere Abfolge eurer Installation respektive der individuellen Konfiguration hätten wir noch einige Spezial-Artikel parat:

Windows 10: SSD-Praxis, die wichtigsten Fragen


Windows 10: AHCI-Nutzung und Umstellung ohne Fallstricke


Windows 10: Autostart/Systemstart aufräumen/analysieren


Windows 10: NVME Vorschau, FAQs und Fakten


Windows 10: Runtime Broker ruhig stellen, CPU Last reduzieren


SD-Card-Reader und Webcams verursachen Systemstörungen


Windows 10: Spiele Aussetzer (Lags) vermeiden


SSD: Browser und Spotify Aktivitäten reduzieren


Windows 10: USB Probleme erkennen und reduzieren


Windows 10: Windows Mediaplayer, Aktivitäten einschränken


Nvidia: Treiber optimieren, Problemen vorbeugen


Windows 8.1: Tipps, Tricks, Artikel, Tutorials und Workshops


Windows 10: Tipps, Tricks, Artikel, Tutorials, Ratgeber und Workshops






Wichtige AMD Ryzen Updates, neue Schwachstellen, weitere Probleme:

Das wir mit unserer Microcode Prognose nicht so ganz falsch lagen, bestätigt die neueste Meldung von Heise:

Bug in AMD Ryzen: Kompletter Systemabsturz bei manchen FMA3-Anwendungen

AMD bestätigt den FMA3-Bug, BIOS Updates in Arbeit

Windows 7 und 8.1: Keine Windows Updates mit neuen Prozessoren


In diesem Kapitel halten wir euch bezüglich kommender und/oder bereits erhältlicher wichtiger Updates und neuer Probleme künftig tagesaktuell auf dem Laufendem. Allein schon deshalb lohnt es sich, immer wieder einmal einen Blick auf den Artikel zu riskieren.

Edit vom 30. März 2017: Microsoft hat am 22. März 2017 Updates für Windows 8.1 und Windows 7 verteilt, die auf aktuellen AMD Ryzen und Intel Kaby Lake Plattformen dazu führen können, dass die Windows Update Suche ins Leere läuft und/oder mit einer Fehlermeldung respektive Fehlercode 0x80240037 endet. Darüber hinaus ist wegen dieser Blockierung natürlcih ein Windows Update möglich. Darum raten wir dazu das Update KB4012218 (Windows 7) und KB4012219 (Windows 8.1) zu deinstallieren. Nach einem Systemneustart funktioniert Windows Update dann auch auf diesen Systemen wieder wie gewohnt.

Edit vom 6. April 2017: AMD hat ebenfalls nachgelegt und einen Energiespar-Patch veröffentlicht, der einer kommenden Änderung über den Chipsatz-Treiber bereits vorgreift und jetzt schon ein wichtiges Feature unter Windows 10 integriert: dem Balanced-Power-Profil. Darüber wird quasi exakt das implementiert, was vorher nur über die Einstellung Höchstleistung in den Energiespar-Optionen einstellbar war. Mehr Infos zu diesem Thema hat AMD in seinem Blog veröffentlicht.
Seit dem 20. April ist der Patch im aktuellen AMD Chipsatztreiber bereits integriert worden, so dass eine separate Installation des Patches entfällt.

Edit 26. Mai 2017: Auf seinem Blog hat AMD inzwischen angekündigt, die neuesten Microcode-Update AGESA in der Version 1.0.0.6 für alle Board-Partner freigeschaltet zu haben, so dass die Partner entsprechende BIOS Updates anfertigen können. Diese Updates sollten im Laufe des Monats Juni dann auch dem Kunden zur Verfügung stehen.









Unser Fazit und einige Anmerkungen:

In den letzten Tagen gab es eine ganze Flut von News zu den angesprochenen Problemzonen, was an einem Tag als neuer Fakt dargestellt wurde, wurde am nächsten Tag wieder dementiert. Unter einer vertrauensbildenden Maßnahme verstehen wir etwas anderes, zumal viele dieser Meldungen aus unbestätigten und nicht offiziellen Quellen stammen. Aber selbst AMD widerspricht sich und verunsichert damit die Anwender noch zusätzlich, was natürlich weiteren Spekulationen Vorschub leistet. AMD wäre sicherlich gut beraten gewesen, diese ganzen Aspekte im Vorfeld zu berücksichtigen, was natürlich die Wartezeit auf den Ryzen Prozessor um Wochen wenn nicht um Monate verzögert hätte. Damit stellt sich aber auch die Frage: was wäre das kleinere Übel gewesen ? Kommunikation scheint ohnehin eines der Hauptprobleme beim Ryzen Launch zu sein, inzwischen beschuldigen die Mainboard Hersteller AMD hätte es unprofessionell gestaltet und AMD wirft den Mainboard Herstellern vor, sie hätten zu geringe Kapazitäten zur Verfügung gestellt. Inwieweit diese müßige Diskussion dem Kunden helfen soll, sei mal dahingestellt...

Was die Technik an sich angeht einigen wir uns doch auf folgendes: Ob es nun am Windows Scheduler, oder an der SMT Umsetzung, am CCX Verhalten, oder Core Parking oder was auch immer mangelt, ist letztendlich belanglos. Eines ist sicher, bis die AMD Ryzen Plattformen so richtig rund laufen, werden noch einige Monate vergehen und viele Updates auflaufen, egal ob nun per BIOS-Update, Patches oder anderweitiger Nachrüstungen, oder eben auch alles in der Summe. Erst dann haben wir Gewissheit und gesicherte Erkenntnisse...
Und eines ist ebenso sicher: das Thema AMD Ryzen wird sich definitiv lohnen, nicht nur für eingefleischte AMD Fans, auch für alle anderen, die nicht mehr nach der Intel-Preispfeife tanzen und endlich adäquate Alternativen kaufen wollen. Die Geduld und die Bereitschaft daran aktiv mitzuwirken, sollte man dann aber schon investieren und so möchten wir diesen Artikel auch verstanden wissen, dies ist keine "AMD Ryzen Optimierungs-oder Problemlösungs-Bibel", so etwas maßen wir uns nicht an, sondern eine kleine Unterstützung um die aktuellen Problematiken zu verstehen, unoptimierte Bereiche zu benennen und den einen oder anderen Tipp umzusetzen, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Alles andere wie Windows Patches, Spiele Updates, Treiber und angepasste BIOS Versionen werden ohnehin nach und nach veröffentlicht, insofern ist das ganze diesbezügliche Gezeter im Netz weitestgehend überflüssig und eher kontraproduktiv zu bewerten. Es ergibt keinen Sinn, sich darüber zu streiten, damit spielt man nur der Konkurrenz fehlende Argumente zu und die reiben sich dankbar die Hände. Was AMD jetzt benötigt und schon viel früher realisiert hätte können, ist ein Round-Table mit Microsoft, den Treiber- Programmierern, den Anwendungs-und Spiele-Entwicklern, denn was nützen die ganzen Verbesserungen, wenn das Lieblings Game diese Optimierungen nicht verwertet, sprich umsetzen kann?
Das leidige Thema Umsetzung kennen wir doch alle aus dem Grafikkarten-Segment, wo sich seit Jahren vieles in die richtige Richtung entwickelt, aber beim Gamer daheim nicht ankommt. Dazu nur ein kleines Beispiel: Das Thema Nachlade-Ruckler wird gerne angeführt, um den Kauf einer Grafikkarte mit mehr VRAM zu rechtfertigen. Wobei die Spiele Engine und auch die Qualitätseinstellungen im Treiber diesbezüglich natürlich auch eine enorm gewichtige Rolle spielen, wie man ja beispielsweise anhand von Crysis 3, Metro Last Light oder Battlefield 5 deutlich nachvollziehen konnte. Wer nun aber alles am VRAM festmacht, wird der Sache auch nicht gerecht, da die Qualität der Texturen und Textur-Swaps ein entscheidendes Wörtchen mitreden, zu beobachten über eben diese Nachladeruckler oder starke Einbrüche beim schnellen Wechsel der Games-Level. Da kann mehr VRAM schon etwas Linderung erreichen, wenn auch nicht gänzlich das grundsätzliche Problem beseitigen, denn da sind die Spieledesigner ebenso, um nicht zu sagen, ganz entscheidend gefordert. Also AMD, an die Tablets und Smartphones und regelt das mit den zuständigen Partnern, eure Fans werden es euch danken, da sind wir ganz sicher.

Unabhängig davon wäre AMD gut beraten, auch seine derzeitige Positionierung bezüglich Windows 7 noch einmal zu überdenken. Die Windows 7 Community ist nach wie vor riesig und es kann auch aus kaufmännischen Aspekten heraus betrachtet nicht besonders klug sein, auf diese potentiellen Käufer freiwillig zu verzichten. Und als Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu Intel hätte man dazu noch ein weiteres gewichtiges Argument parat, um dem ewigen Widersacher Paroli zu bieten, ...think it over AMD...




Relevanz: Windows 7, Windows 8.1, Windows 10, alle Editionen





weiterführende Links:


Ratgeber, Artikel, Tipps, Tricks und Tutorials


Artikel, Tipps, Tricks und Workshops für Windows 7


Artikel, Tipps, Tricks und Workshops für Windows 8.1


Artikel, Tipps, Tricks und Workshops für Windows 10



eure PC-Experience Redaktion