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Achtung Enermax Platimax 750Watt Netzteil im Test Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Enermax Platimax 750Watt Netzteil







Einleitung:

Nun ist es also soweit, Enermax lanciert seine erste 80+ Platin Netzteilserie, die auf die extraordinäre Namensgebung Platimax hört und mit einer Effizienz bis zu 94% punkten soll. Ja auch wir mußten kurz innehalten und der ausgeklügelten Kreativität ihren Tribut zollen, bei dem Namen ist es wirklich nicht einfach, spontan eine Assoziation zu Enermax herzustellen. Anyway, dass Enermax rein technisch betrachtet aktuell zu einigem in der Lage ist, haben sie kürzlich in unserem MaxRevo Test mehr als deutlich unter Beweis stellen können. Also werden sie sicherlich dessen Topologie für die Platimax Bauserie verwendet haben oder? mitnichten, erst ab einer Leistung von 1000 Watt kommt eine optimierte MaxRevo Topologie zum Einsatz. Alle anderen Leistungssstufen darunter sind überarbeitete Enermax Pro 87+ respektive Modu 87+ Netzteile, was ja grundsätzlich als Basis ebenfalls passen sollte, zumal auch diese Netzteile immer noch en Vogue wären. Das bedeutet für die technikbegeisterten Anwender im Klartext, LLC Resonanzwandler sind diesmal wieder ebenso implementiert, wie DC-to-DC Technik und einige spezielle Features aus den Enermax Schatullen, auf die wir noch näher eingehen werden.
Als Testobjekt haben wir uns für das 750 Watt Exemplar entschieden und das gleich aus mehreren Gründen, einerseits sind die leistungsmäßig kleineren Geräte mit 500 und 600 Watt erst ab November lieferbar und andererseits wollten wir in unserem Test die Fraktion der Übertakter nicht unter den Tisch fallen lassen. Was dieses Netzteil in der Praxis leistet, haben wir wieder sowohl mit elektronisch erzeugten Lasten, als auch in unseren entsprechend ausgestatteten Redaktionsrechnern eingehend überprüft. Beim Studieren unseres neuesten Netzteil Reviews wünschen wir euch jetzt schon viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• Enermax Platimax EPM750AWT 750Watt Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel, Kabelsicherungsbügel
• modulare Kabelstränge
• eine Kabeltasche
• 4 Schrauben
• 2 Klettbänder
• 1 Case Badge
• Kurzanleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: Enermax
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 750 Watt
• 120 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 744 Watt (62 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 24 A
• +12 Volt V1: 25 A
• +12 Volt V2: 25 A
• +12 Volt V3: 25 A
• +12 Volt V4: 25 A
• -12 Volt: 0,5 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Standards: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC (bis zu 99%)
• Lüfter: 139mm (Enermax Twister) mit Heatguard Nachlaufsteuerung
• Kabelmanagement: ja
• Gruppenregulierung: nein
• DC-to-DC Technik: ja
• LLC-Resonanzwandler: ja
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: ja (teilweise)
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP AC (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• UVP DC (Under Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• SIP (Surge and Inrush Protection) - Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×175mm)
• Gewicht: 2,07Kg (ohne Verpackung)
• bisherige Varianten: 500, 600, 750, 850, 1000, 1200, 1500 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 175 € (750 Watt), Stand Redaktionsschluß
• Zertifikate: 80+ Platin
• Garantie: 5 Jahre




Verarbeitung und erster Eindruck:

Lieferumfang:

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Die grobkörnige Beschichtung der Außenhülle scheint sich zur Standard Lackierung der highendigen Netzteile von Enermax zu etablieren. Die Revolution Serie machte seinerzeit den Anfang, dann folgte die aktuelle MaxRevo Produktlonie und nun schließlich das neue Platimax Netzteil. "Stimmt nicht" hören wir schon wieder die Zwischenrufer, "die Modu 98+ und Pro 87+ gibts auch mit diesem Lack". Gut aufgepaßt, Lolli abholen und weiterlesen...
Enermax möchte mit diesem Lack nicht nur optische Akzente setzen, sondern auch unschönen Kratzern vorbeugen, was über diese Lackstruktur zweifellos möglich ist, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Ansonsten präsentiert sich die äußere Hülle relativ unspektakulär, die farbliche Assoziation zu Platin läßt diesbezüglich auch nur wenig Spielraum. Hoffentlich heißt die nächste Stufe bei 80.org nicht Diamant, dann wirds besonders heikel...
An dieser Stelle bleibt keinerlei Raum für Kritik, dazu bewegt sich die Verarbeitungsgüte auf einem zu hohem Niveau. An Grundsätzlichem hat sich wenig geändert, dazu gehört der bienenwarbige airflow-unterstützende Auslaß für die warme Abluft, der Port für das Kaltgerätekabel sowie dem Ein-Ausschalter und natürlich auch auch die generelle Struktuierung des Netzteils mit den hinteren Kabelports, dem seitlichen Produkt Placement und dem Lüfter auf dem Gehäusedeckel. Und schon haben wir den ersten Kritikpunkt, Enermax hat es tatsächlich wieder geschafft, auch bei der Platimax Netzteilserie ein überstehendes Gitter zu verbaun. Der Überstand wird zwar jedesmal kleiner und beträgt nur noch 1,2mm, aber nachvollziehbarer wird es dadurch nicht. Was die Einbautiefe angeht, so liegen wir beim Platimax bei 175mm, das nicht gerade kompakt aber auch nicht außerhalb der ATX Empfehlungen, insofern sollte das Netzteil in nahezu jedes handelsübliche und halbwegs aktuelle PC-Gehäuse Unterschlupf finden.

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Nun könnte man anmerken, das 1,2mm nicht viel sind und das ist sicherlich richtig. Das Problem ist nur, das PC-Gehäuse exsitieren wo das durch eine Rolle spielen kann, wie z.B. beim älteren Cooler Master Stacker STC-T01, von dem nicht unwesentliche Stückzahlen verkauft wurden. Aber bleiben wir im Hier und Jetzt, aktuelle Lancool und Lian Li Gehäuse besitzen die berühmt berüchtigte Netzteilklammer, die auf Grund ihrer strammen Umklammerung das Gitter samt Emblem durchaus zerdrücken könnten, sofern man das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbauen möchte oder sogar muß, weil im Unterboden keine Belüftungsöffnung existiert. Umgehen könnte man das Problem versuchsweise dadurch, in dem man das Lüftergitter abschraubt ->dreht und wieder befestigt, so ragt das Gitter beim Platimax aber zu weit gen Lüfter und kann ihn blockieren: also Finger weg von dieser unprofessionellen Basteloption !
Das Gewicht des Platimax liegt bei etwas über 2Kg, völlig normal im Vergleich zur Konkurrenz oder den eigenen Modellvarianten und nichts gravierendes, worüber wir noch lange diskutieren müßten, 90% der aktuellen PC-Gehäuse setzen ohnehin eine Befestigung im Bodenbereich voraus und dort bedürfte es schon Godzilles Enkel, um eine Delle durchzudrücken. Als vorbildlich müssen wir die Heckpartie des Netzteils deklarieren, nicht nur weil keine überflüssigen Belüftungsschlitze o.ä. vorhanden sind, sondern vor allem wegen der übersichtlichen und kausal nachvollziehbaren Beschriftung der einzelnen Kabelports. Das kennen wir z.B. von Seasonic, Enermax war in dieser Hinsicht bisher immer etwas sparsam, aber das hat sich ja jetzt geändert und wird hoffentlich auch in andere Serie einfließen.

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Der Lüfter stammt einmal mehr aus dem eigenen Twister-Portfolio von Enermax und weist folgende Kenndaten aus:

• OEM: Power Cooler
• Kennnummer: EA142512W-OAB
• Lagerung: Twister Gleitlager
• Scalierbarkeit: 3,5 bis 13,8 Volt
• Gewicht: 112 Gramm
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 139x139x25
• Lüfterblätter: 7
• max. Lautheit: 6 bis 24 dBA
• max. Volumentransport (CFM): 11,6 bis 46,67cfm ( 19,72 bis 79,34 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 250 bis 1.000 U/min
• Stromaufnahme: 1,8 Watt (0,15A)
• Anschluß: 3-pin

Wir weisen auch an dieser Stelle drauf hin, dass Power Cooler keine Fremdfirma darstellt, sondern zur Enermax Technology Corporation gehört. Aus patenrechtlichen Gründen darf Enermax an dieser Stelle keinen 140mm Lüfter integrieren, daraus resultiert die etwas eigenartige Dimensionierung von 139x139x25mm. Dieser sowohl temperatur als auch lastabhängige Lüfter (EA142512W-OAB) kam schon im Enermax Pro 87+ und Modu 87+ zum Einsatz, nur in einer anderen Farbgebung und über eine minimal modifizierte Ansteuerung.
Die Qualität dieser Lüfter, insbesondere der Twister Lagerung konnten wir schon in zahlreichen Lüfter-Roundups attestieren, zuletzt in unserem 140mm Lüfter-Roundup 2010. Das Prinzip des Lüftereinbaus hat Enermax natürlich beibehalten, d.h. der Lüfter wurde so ins Netzteil integriert, das er ins Netzteil hineinbläst, so daß der Lüfter, falls er genügend kühle Luft ansaugen kann, die Netzteil Komponenten entsprechend ventiliert. Wird das Netzteil so verbaut, das es lediglich auf die warme Abluft der System-Komonenten zurückgreifen kann, sprich mit dem Lüfter gen Innenraum, ist dieser Kühleffekt keinesfalls optimal, was nicht selten eine Drehzahlerhöhung des Lüfters zur Folge hat. Hier hilft nur eine ausreichende Frischluftzufuhr sprich Be-und Entlüftung im System durch geeignete Gehäuselüfter im PC-Gehäuse. Sitzt das Netzteil am Gehäuseboden mit einer Lüfterausrichtung in Richtung Fussboden, wird es nur rudimentär mit dieser erhitzten Abluft konfrontiert, insofern relativiert sich dieser Aspekt wieder.
Die Enermax SpeedGuard II Lüftersteuerung regelt den Lüfter wie bereits erwähnt sowohl Last-als auch Temperaturabhängig. Das bedeutet in der Praxis, das der Lüfter des Platinum Netzteil zwischen 300 U/min (ohne Last) und 1000 U/min bei Vollast rotiert. Über die HeatGuard Nachlaufsteuerung wird auch nach dem Ausschalten des Rechners der Netzteillüfter noch etwa 30 bis 60 Sekunden mit Spannung versorgt, so daß Restabwärme weiter abtransportiert wird. Ein unserer Meinung nach überflüssiges Feature, das überhaupt nur dann greift, wenn das Netzteil Zugang zur Abwärme aus dem Innenraum hat. Sitzt es am Gehäuseboden mit Lüfter gen Fussboden kann es so gut wie keine Abwärme aus dem PC Innenraum nach außen abführen.




Die Verkabelung:

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Die Verkabelung der neuen Platimax Serie ist nicht durchgängig identisch, das bedeutet im Klartext bis zur Leistungsstufe von einschließlich 1000 Watt bietet Enermax ein teilmodulares Kabelmanagement an, erst die beiden Topmodelle mit 1200 und 1500 Watt verfügen über ein komplett modulares Kabelmanagement. Diese Entscheidung leuchtet möglicherweise auf den ersten Blick nicht so recht ein, wenn man aber weiß, dass die beiden Topmodelle optimierte MaxRevo Netzteile darstellen und die anderen Platimax Netzteile ihre Herkunft in der Modu 87+ Serie ableiten, wird die ganze Geschichte schon etwas plausibler, denn hinter dem vollmodularem Kabelmanagement steckt auch ein ganz anderer innerer Platinenaufbau samt Copper Bridge Array, der den ohnehin schon heftigen Gesamtpreis der Platimax Netzteile auch im "kleineren" Wattbereich weiter nach oben geschraubt hätte.

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Davon abgesehen ist Kabelmanagement im Netzteilbereich ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, wobei sich uns sehr oft die Logik dabei entzieht, denn nicht jeder potentielle Käufer ist parallel dazu auch gleichzeitig Modder. Selbstverständlich spielt hier auch die Qualität eine große Rolle, dem einen sind die Kabelstränge nicht aufwendig genug gesleeved (ummantelt), dem anderen sind sie zu steif, deswegen bevorzugt man lieber lange ungesleevte Kabel anstelle der eng gesleevten Kabelstänge eines Kabelmanagements. Wie die Hersteller es auch anlegen, irgend etwas findet sich immer als Kritikpunkt. Wir lassen diese müßige Diskussion mal beiseite stellen zwei Fakten in den Raum:

1. zusätzliche Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern erhöhen auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsreduzierungen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden dementsprechend viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil verloren.

Das wird keinen davon abhalten, auch weiterhin Kabelmanagement zu fordern, denn es ist trendy, sieht gut aus und suggeriert etwas wertiges gekauft zu haben. Insofern ist diese Diskussion auch mehr oder weniger müßig, weil sie entscheidend vom individuellen Geschmack geprägt ist.

Abseits dieser Diskussion ist aber viel interessanter, was Enermax beim Platimax mit 750 Watt an Steckern und Verkabelung zur Verfügung stellt:

• 8x 4-pin Molex Stromanschlüsse (45 bis 90cm lang, modular)
• 1x Floppy-Anschluss-Adapter (am 4-pin Molex-Strang, 105cm lang, modular)
• 12x S-ATA Connectoren (45 bis 90cm lang, modular)
• 4x PCI-Express 8-pin Stromanschluß (50cm lang, modular)
• 1x 4+4-pin ATX12V/EPS12V (60cm lang, nativ)
• 1x 8-pin ATX12V/EPS12V (60cm lang, nativ)
• 1x 24-pin Mainboard-Stromanschluß (55cm lang, nativ)

Der Kaltgerätekabel-Steckerschutzbügel wird von Enermax immer wieder als Feature propagiert, stellt aber keine wirkliche Innovation dar, zumal diese Sicherungsbügel im industriellen Umfeld, im Serverbereich und auch in der Medizin schon sehr lange existieren. Das heißt natürlich nicht, das wir solche Bügel im Desktopbereich ablehnen, zumal sie recht gut gegen unabsichtliches herausziehen schützen. Die einzelnen Verkabelungsstränge verfügen prinzipiell über eine ausreichende Länge, auch wenn es in extremen Gehäusen trotzdem recht eng werden könnte. Dies gilt insbesondere für das mit 55cm recht kurze 24-pin Mainboard-Stromanschlußkabel und die PCI-Express 8-pin Stromanschlußkabel mit ihren 50cm langen Strängen.
Die Ummantelungen der modularen und nativen Kabelstränge empfinden wir als sehr hochwertig und überaus gut verarbeitet. Eine gewisse Steifigkeit der Kabel ist zwar gegeben, aber nicht so ausprägt, dass sie sich schlecht verlegen lassen, dies können wir nicht attestieren. Die Anschlußports sind im Gegensatz zum MaxRevo nicht so eng angeordnet, so daß ein an-und abclipsen ohne den Verlust der Fingernägel möglich ist. Leider ragen die Anschlußports des Kabelmanagements auch beim Platimax Netzteil 7,5 bis 7,7mm über das Netzteilgehäuse hinaus, so daß sich die Bautiefe und dementsprechend der Platzbedarf unnötig vergrößert.
Über einen Mangel an Anschlüssen kann sich absolut niemand beklagen, natürlich fehlen auch die notwendigen 6-pin/8-pin PCI-E Anschlüsse in ausreichender Anzahl nicht, um aktuelle SLI und Crossfire Systeme entsprechend zu bestücken. An der PATA-Steckerbelegung gibts es ebenso wenig auszusetzen, denn auch 4-pin Molex Stecker mit ihren praktischen Herausziehhilfen haben immer noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort eine entsprechende Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen.

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Hatten wir uns bei der Betrachtung der MaxRevo Topologie noch über den aufgeräumten Innenraum gefreut, sieht die Geschichte beim Platimax 750 Watt schon wieder etwas anders aus. Zumindest in der Leistungsklasse bis 1000 Watt, erst dann wird wieder auf die Topologie der MaxRevo Netzteil gesetzt. Insofern sehen wir nichts überwätigend neues, dieser Aufbau erinnert nicht nur optisch an die bekannten Modu 87+ und Pro87+ Netzteile. Aber gehen wir chronologisch vor:
die transiente Eingangsfilterung beginnt bei der kleinen separaten Platine, auf der neben zwei Drosseln auch zwei X-Kondensator und vier Y-Kondensator verdrahtet sind. Die Filterung setzt sich auf der Hauptplatine fort, wo noch eine weitere gummiummantelte Spule sowie ein MOV (Metalloxid Varistor) folgt. Auf einen dezidierten EMI Filter z.B. von Yunpen hat Enermax an dieser Stelle verzichtet, auf eine gut zugängliche Schmelzsicherung glücklicherweise nicht.
Die Brückengleichrichterdiode mit dem kleineren Kühlkörper stammt von Shindengen (LL25XB60). Direkt daneben sitzen zwei Kondensatoren, die den Brückengleichrichter unterstützen, ein weiterer Y-Kondensator und zwei Strommesswiderstände. Die drei primären Mosfets des APFC-Bereiches wurden bei Toshiba gefertigt ( TK20J60U) und verfügen ebenfalls über recht üppige Kühlkörper mit kupfernen Auflageflächen und entsprechender Wärmeleitpaste. In dieser Region treffen wir noch zwei weitere X-Kondensatoren an. Als Leistungsdiode kommt eine Cree Diode (C3D10060) zum Einsatz, direkt daneben finden wir einen Thermistor, der als thermischer Schutz zur Begrenzung des Einschaltstroms fungiert. Die zwei großen parallel geschalteten Kondensatoren der primären Bereiches stammen aus der Fabrikation von Panasonic (Matsushita), verfügen jeweils über 330mikroFarad Kapazität bei 400Volt und sind bis 105°C belastbar.
Die Elkos des sekundären Bereiches stammen fast unisono von Nippen Chemicon, sie werden von einigen wenigen Feststoff-Kondensatoren unterstützt. Die sekundären Mosfets, die sich um die 12Volt Leitung kümmern (die vier Schienen sind virtuell angelegt), stammen aus der Fertigung von Infineon (IPP015N04N). Die VRMs für die DC-to-Dc Implementierung von 3,3 und 5 Volt verfügen über einen PWM Controller von Anpec ( APW7073A) und über jeweils drei Mosfets vom gleichen Hersteller (APM2556N). Auf den VRMs verrichten ebenfalls einige Feststoff-Kondensatoren ihren Dienst. Auf den übrigen separaten Platinen finden wir einerseits den zentralen Steuerungschip für die chipkontrollierten Schutzschaltungen (Silicon Touch PS232S) (OCP, OCP, UVP usw.) und andererseits die Aufnahme für das Kabelmanagement, wo noch zwei weitere Nippen Chemicon Kondensatoren verbaut sind.
Wer den LLC-Resonanzwandler sucht, wird auf der Rückseite der Hauptplatine fündig, er stammt von Champion Micro (CM6901) und ist beleibe kein Unbekannter, er wird nicht nur von Enermax sondern u.a. auch von Seasonic eingesetzt. Auch sonst bietet Enermax fast alle auf, was Rang und Qualität besitzt, als da wären Trafos von Rong Chyuan, wobei der Haupttrafo besonders üppig und variabel in seiner Ansteuerung ausgelegt wurde.
Die Platinen Qualität korrespondiert duchaus mit dem restlichen Netzteil Equipment, insofern überrascht es nicht, das wir ausschließlich FR4 Platinen vorfinden. Das dies eine Rolle spielt, wissen unsere aufmerksamen Leser selbstverständlich, denn die Güte der Platine sagt viel über deren Kriechstromfestigkeit und Hochfrequenzeigenschaften aus. Falls es jemand nicht wissen sollte, FR steht für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Einstufungen FR1 und FR2 sind kaum erwähnenswert und bleiben der Standard Qualität vorbehalten. Ab FR3 wird es für brauchbare Netzteile interessant, denn so eine Platine besteht aus Epoxidharz + Papier, wobei hier mittlerweile auf Phenolharz verzichtet wurde. Dementsprechend wären diese Platinen im Normalfall auch frei von gesundheitsschädlichen Aldehyden. Ab FR4 darf man getrost von sehr hochwertig und ab FR5 von highend Platinen sprechen.
Warum es bei Enermax immer wieder zu Qualitätsschwankungen in der Lötqualität kommt, ist für uns ein ungelöstes Rätsel, denn die Platimax Serie ab 1000 Watt ist absolut makellos, wovon wir uns schon überzeugen konnten. Dies können wir von unserem 750 Watt Exemplar leider nicht bis ins Detail behaupten. Zumindest stellenweise wurde recht unprofessionel nachgearbeitet. Der Nachteil solcher auch optisch unschönen Lötereien ist schnell begründet, die Platinenfestigkeit leidet darunter und als wäre das noch nicht genug, bilden sich unter Umständen erhöhte Verlustleistungen heraus, die dann wieder kompensiert werden müßten.
Ansonsten gäbe es wenig Anlass zur Kritik, Schrumpfschläuche und Isolierungen sind dort, wo sie benötigt werden, vorhanden. Spulenstrümpfe, wie wir sie nennen, entdecken wir auch hier und dort, Silicon zur Stabilisierung vorhandener Wackelkandidaten hält sich in erträglichen Grenzen, Enermax scheint sich seiner Sache bezüglich Störgeräusche in Form von Pfeifen oder Fiepen sehr sicher zu sein.
Das Enermax Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordnung und auch den strengen EuP und ERP Richtlinien (ErP Lot 6 ready), die eine Absenkung der Standby-Verluste einfordern (weniger als 0,3 Watt). Dazu sollte man wissen und bedenken, das diese Mechanismen überhaupt erst dann greifen, wenn das verbaute Mainboard dies explizit unterstützt.




Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Platimax Netzteil mit 217,1ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder FAST FA-828 initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät mit vier verschiedenen Sensoren ermittelt und ständig kontrolliert und zwar an den Hotspots des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren drei Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1200 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle berücksichtigt.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 42 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 1: OCP schaltet bei mehr als 39 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 2: OCP schaltet bei mehr als 38 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 3: OCP schaltet bei mehr als 38 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 4: OCP schaltet bei mehr als 39 Ampere Belastung ab

OVP (Überspannungsschutz):
• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,29 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,47 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 1: OVP schaltet bei mehr als 14,19 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 2: OVP schaltet bei mehr als 14,20 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 3: OVP schaltet bei mehr als 14,21 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 4: OVP schaltet bei mehr als 14,20 Volt Spannung ab

Die Stützzeit lag auf allen Schienen deutlich über den geforderten 17ms:
12Volt= 28,36ms, 5Volt=22,87ms, 3,3Volt=26,91ms. Diesbezüglich gibt es also keinen Anlass zur Kritik. Dies gilt auch und umso mehr für die Beseitigung der Restwelligkeit, wo das Platimax Netzteil an die sehr guten Werte des MaxRevo anknüpfen kann.
Die Werte der Spannungsregulierung sind gut aber nicht sehr gut, insbesondere die Werte für die 5 Volt und 3,3 Volt Schienen könnten von Enermax noch optimiert werden, zumal sie relativ deutlich über der im Highend Bereich immer gern anvisierten Maximalgrenze von 2 bis 3% Abweichung liegen. Die Regulierung der 12 Volt Schiene liegt hingegen mit ihren deutlich unter 2% auf einem sehr guten Niveau. Überbewerten sollten man die Resultate der 3,3 und 5 Volt Schienen aber auch nicht, da sie immer noch deutlich innerhalb der ATX Spezifikationen verlaufen.

Wir haben es uns trotz DC-to-DC Technik auch diesmal nicht nehmen lassen, mit Crossloading zu experimentieren. Dazu sollte man wissen, das bei der DC-to-DC Technik eine Crossloading Simulation nur wenig Praxisrealismus aufweist, weil hier der Trafo die 12Volt generiert und 3,3 sowie 5Volt dann ohne Gruppenregulierung über eigene VRMs (Voltage Regulator Module) daraus abgeleitet werden. Wir wollten allerdings wissen, ob es wirklich nicht möglich ist, der Elektronik eines solchen Netzteils Geräusche zu entlocken. Es ist möglich, wenn wir unter 100% Systemvollast auf der 3,3 Volt Leitung 14 bis 16 Ampere zusätzlich abrufen, ist ein leises aber vernehmbares Surren aus ca. 20cm Abstand zu hören. Überbewerten sollte man unser Experiment aber trotzdem nicht, weil so etwas in der Praxis einerseits kaum nachzustellen sein wird und andererseits auch daheim ohne überwachende Messgeräte nicht sonderlich zu empfehlen wäre. Unabhängig davon hat unser kleines Crossload-Experiment das Platimax nicht aus seiner stoischen Ruhe bringen können, was unser Vertrauen in dieses Netzteil zusätzlich bestärken konnte. Dies änderte sich auch nicht, wenn wir zusätzlich noch 15 Ampere über die 5 Volt leitung schickten.

Effizienztechnisch liegt das Platimax Netzteil sehr deutlich innerhalb der selbst ernannten Platin-Parameter von 80+.org (90% bei 20% Last, 92% bei 50% Last, 87% bei 80%Last). Dazu sei erwähnt, dass 80+.org nach den amerikanischen 115VAC-Vorgaben bewertet und nach denen müssen sich die Hersteller beim Einkauf der Zertifikate richten, so abstruß es auch in der EU erscheinen mag. Man kann das nun bewerten wir man möchte, es ändert aber nichts daran, das diese Wertetabellen kein Gütesiegel sind und als Qualitätsmaßstab für ein Netzteil bestenfalls rudimentär taugen. Wir haben es oft genug erlebt, das Hersteller alles daran setzen, die erforderlichen Zertifikatswerte zu erreichen und dann andere wichtige Aspekte vernachlässigen wie z.B. die Minimierung der Restwelligkeit und/oder die Vernachlässigung der Störimunität und Spannungstoleranzwerte. Nicht selten werden auch extrem verkürzte Kabelstränge verwendet, um die Resultate zusätzlich zu pushen. Das diese golden Samples dann oftmals gar nicht beim Verbraucher ankommen, sondern statt dessen kostenreduzierte abgespeckte Varianten, ist leider durchaus keine Ausnahme. Im Falle unseres Enermax Platimax kann davon keine Rede sein, wir haben großen Wert darauf gelegt, ein Netzteil aus der laufenden Serie zu erhalten, das so auch beim Händler im Regal liegt.

Kommen wir zur Effizienz der 5VSB Schiene, die laut ATX Spezifikation mindestens 50% bei 100mA Last, mindestens 60% bei 250mA und mindestens 70% bei 1A Last betragen soll. Da liegt das Enermax deutlich im grünen Bereich mit seinen 63,9%, 74,1% und 79,8% Effizienz.

Störgeräusche abseits unseres Crossload-Tests konnten wir an der Teststation keine aufspüren. Darauf haben wir uns aber nicht allein verlassen, sondern das Netzteil turnusgemäß auch in unsere drei Rechner verbaut, um dort deren Zusammenwirken mit einem Sockel 775, Sockel 1366 und unserem aktuellen Sockel 1155 System zu verifizieren. Auch dies ergab keinerlei neative Tendenzen bezüglich Spulenfiepen, Zirpen o.ä. störender Geräuschentwicklungen. Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations deaktivieren). Darüber hinaus sollten auch die Windows Energiesparmaßnahmen abgestellt werden. Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können! Sollte auch über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung bewirkt werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte der Kunde nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschrecken.

Der hauseigene Lüfter mit Twister Lager gehört ganz klar zu besten Exemplaren auf dem Markt und die SpeedGuard II Steuerung hat ihn adäquat unter Kontrolle, so daß selbst unter Vollast kein nervender Geräuschfaktor auftritt, was wir insgeheim aber auch nicht anders erwartet hatten.

Schlußendlich werfen wir noch einen Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich auf 0,21 Watt belief, damit liegt das Platimax Netzteil deutlich innerhalb der geforderten ErP Lot 6 ready Verordnung von "weniger als 1 Watt". Wir können es aber gar nicht oft genug betonen, dieser spezielle Sparmechanismus greift erst dann, wenn im BIOS des jeweiligen Mainboards auch die entsprechende Funktion (ErP ready) aktiviert wurde, ansonsten ist dieses Feature ein Papiertiger.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !




Fazit:

Es hat sich durchaus gelohnt, auf die angebotene Vorab-Samples zu verzichten und auf Testsamples aus der laufenden Serie zu warten. So können wir reflektieren, was der Käufer de facto erhält und nicht was die Hersteller in ihren Labors hinundherschieben oder zu 80+.org verschiffen. Was resultiert daraus schlußendlich unter dem Strich? der Käufer erhält ein äußerst hochwertiges Netzteil, das sich technisch und qualitativ absolut auf dem aktuellen Stand der Technik bewegt. Die Effizienz liegt im Spitzenbereich von bis zu 94%, die Schutzschaltungen funktionieren perfekt, die Stabilität glänzt selbst in extremen Crossload-Situationen durch stoische Unerschütterlichkeit und die Verarbeitung erreicht nahezu die Güte der MaxRevo Serie. Im Spitzenbereich bewegt sich auch die Vermeidung von Ripple & Noise, diesbezüglich hat Enermax gerade in diesem Jahr die Messlatte gewaltig nach oben geschraubt. Der Lüfter agiert ohne vernehmbare Störgeräusche und vollzieht seinen Job angenehm unauffällig. Wirklich hörbar wird er zumindest theoretisch erst ab 80 bis 90% Last, wo sich andere System Komponenten wie CPU-Kühler und Grafikkarte aber sehr deutlich in den Vordergrund drängen und ihn als möglichen Störenfried entlasten. Was die Verkabelung angeht, so könnte Enermax bei einigen Strängen gerne noch den einen oder anderen cm mehr bewilligen, auch wenn die Effizienz sich dadurch um ein paar Nachkommastellen minimiert.
Unsere Kritik setzt genau da an, wo sie bei Enermax fast immer ansetzt, beim überstehenden Lüftergitter. Aber mittlerweile sind wir schon fast überzeugt, das da jemand agiert, der sich jedes mal genüßlich seine Siegerzigarre ansteckt, wenn wir uns wieder darüber aufregen. Die Spannungsregulation auf der 5 Volt und 3,3 Volt Schiene könnte noch etwas Feinschliff vertragen, das wäre aber schon fast Erbsenzählerei. Heftig ist natürlich der ursprünglich anvisierte Preis von 215 €, der sich freundlicherweise abers schon etwas reduziert hat, so daß unser Enermax Platimax 750 Watt bereits ab 175 € zu erhalten wäre, von einem Schnäppchen kann deswegen trotzdem keine Rede sein.
Schaun wir mal was die Konkurrenz diesbezüglich auf die Elkos stellt, die Seasonic Platinum Serie steht in den Startlöchern und wird in Kürze bei uns aufschlagen, dann werden die Karten neu gemischt...
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• hervorragende Verarbeitung
• extrem robuste Lackierung
• ausgezeichnete Effizienz in allen Lastbereichen
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• extrem hohe Spannungsstabilität
• hervorragende Stabilität während unserer Crossload-Tests
• hervorragende Ripple and Noise Werte
• sehr hohe Leistungsreserven (bis maximal 981 Watt)
• korrekt ansprechende umfangreiche Schutzschaltungen
• sehr gute active PFC-Werte
• gute Eigenkühlung
• sehr ausgewogener Lüfter mit exzellentem Lager
• kaum Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• vorbildlich beschriftete Kabelports
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• größenteils ausreichend lange Kabelstränge
• SLI/QUAD-SLI/Crossfire/Crossfire-X tauglich
• sehr gute Ausstattung
• mäßige bis befriedigende Lötqualität
• unisono hochwertige Bauteile
• lange Garantiezeit (5 Jahre)

Minus:
• teuer (ca. 175 €)
• Lüftergitter steht 1,2mm über
• mäßige bis befriedigende Lötqualität
• 3,3 und 5Volt Spannungsregulation könnte noch optimiert werden
• im 12Volt/3,3/5Volt Crossload-Test leichtes Surren unter Vollast






Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Enermax Platimax 750Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









Weiterführende Links:



Enermax

Händlernachweis



Wir bedanken uns bei Enermax Deutschland sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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