Der Registry-Cleaner Mythos:


Wie versprochen greifen wir an dieser Stelle das leidige Thema Registry-Cleaner noch einmal auf. Es ist wahrlich erschreckend, wie arglos einige Anwender diese Tools einsetzen, obwohl sie deren Wirkung weder verifizieren noch sicher einschätzen können. Besonders ärgerlich wird es, wenn einige Windows Foren sich zwar gegen die Verwendung dererlei Tools aussprechen, im Gegenzug aber Adsense Werbung mit eben diesen Tools ins Forum stellen, das ist wirklich "konsequent"...

Um es auf den Punkt zu bringen, es existiert kein kausaler geschweige denn evidenz-basierter Beweis, das Registry Cleaner irgend etwas positives bewirken. Wenn ein solches Tool nach der Neuinstallation von Windows bei einer Analyse 700 zu optimierende Einträge findet, in der Masse sind das dann hauptsächlich Verweise auf nicht mehr vorhandene Dateien >nicht mehr vorhandene Verknüpfungen und nicht mehr vorhandene Programme, sollten wirklich alle Alarmglocken klingeln, weil das entbehrt nun wirklich jeglicher Logik. Denn woher sollen bei einem frisch installiertem Betriebssystem so viele Optimierungsfehler stammen und was hat bei der Installation diese Anzahl von fehlenden Verknüpfungen erzeugt...?

In diesem Zusammenahng von "Tuning" zu sprechen ist ohnehin der blanke Hohn, aber es hält sich seit Jahren der Mythos, die Registry muss regelmäßig mit Hilfsprogrammen entschlackt werden, damit Windows optimal arbeitet. Dies ist de facto falsch, die Registry ist eine Datenbank, in der Windows (egal welche Version) und viele Programme entsprechende Konfigurationsdaten speichern. Dort werden auch keinerlei ini-Dateien abgearbeitet sondern Datenbanken abgefragt, d.h. installierte Programme und Applikationen fragen ihre Keys und Einstellungen diesbezüglich bei Bedarf in den entsprechenden sogenannten Hives ab.

Das bedeutet im Klartext, dass nach einer Deinstallation des jeweiligen Programms diese Datenbankinformationen eben nicht mehr abgefragt werden, ergo haben sie auch keinen Einfluss mehr aufs System, ob sie nun da sind oder nicht. Ebenso falsch ist die Behauptung, das die komplette Registry Datenbank permanent in den Arbeitsspeicher geladen wird und somit wertvollen Speicherplatz belegt und Windows so verlangsamt. Es wird definitiv nur das in den Speicher geladen, was verwendet wird: also die benötigten Hives, alles andere bleibt draußen, demzufolge kann die Registry niemals Windows verlangsamen. Ganz davon abgesehen, dass ein einziger übereifriger Löschvorgang in der Registry ausreicht, um eurer Betriebssstem entscheidend zu kompromittieren. Wenn euer Windows zu langsam ist, rüstet eure Hardware auf, die Registry ist diesbezüglich der komplett falsche Ansprechpartner...