Ausstattung, Verarbeitung, Tools und Technik:

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Verpackung-1 Verpackung-2 Ausstattung Erstansicht

Zum Thema Plextor sollte man ein paar Fakten kennen, denn die Plextor SSDs entstammen keiner eigenen Fertigung mehr, sondern dem Philips & Lite-On Digital Solutions (PLDS) Konsortium. Klingt kompliziert, ist es aber nur auf den ersten Blick. Shinano Kenshi Co.,Ltd ist ein bereits 1918 gegründetes japanische Unternehmen, das sich zunächst auf die Verarbeitung von Seide beschränkte und erst 1962 seinen Focus auf die Elektronik Branche richtete. 1985 kam Plextor als CD- und DVD-Rekorder-Marke und Tochterunternehmen hinzu (Taiyo Yuden gehörte auch dazu) und war in dieser Funktion über viele Jahre bekannt und erfolgreich. Dieses operative Retail Geschäft wurde in den späten 90iger Jahren aufgegeben, heute werden die optischen Laufwerke und auch SSDs von Plextor im erwähnten PLDS Konsortium gefertigt, die ihrerseits die dafür notwendigen Lizenzen von der Shinano Kenshi Co. Ltd erworben haben.

Die quietschbunte Verpackung verspricht viel, hält inhaltlich auch einiges bereit, neben der SSD und einem schönen schwarzen Einbaurahmen finden wir eine mehrsprachige Kurzanleitung für den Einbau, zwei Schraubensätze für die Montage und einen Softwareaufkleber der uns dazu animiert eine Klonsoftware von NTI herunterzuladen, die über den aufgedruckten Key zur Vollversion freigeschaltet werden kann:

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NTI-Software


Eine deutschsprachige Anleitung für die Klonsoftware ist leider nicht vorhanden. Dies gilt auch für die zweite Vollversion, eine Backupsoftware die ebenso von NTI stammt. Den dritten Software Button kann man getrost sparen, dort werden lediglich werbefinanzierte Trail Versionen angeboten, die nicht sonderlich viel zu bieten haben. Leider funktioniert der in der Verpackung aufgedruckte Link nicht, darum an dieser Stelle die korrekte URL zu den Software Paketen:

Plextor NTI Software

Da wir weder von der Software noch von der fehlenden deutschen GUI angetan waren, verweisen wir an dieser Stelle gerne an unsere entsprechenden Acronis Image und Klonartikel, die ihr an dieser Stelle gebündelt wiederfindet und zwar ganz unten in den weiterführenden Links.

Apropos Software: Plextor verfügt über ein recht beachtliches SSD Tool, über das es auch möglich ist, die Firmware upzudaten, ein Secure Erase durchzuführen und einiges mehr, aber seht selbst:

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Plextool-1 Plextool-2 Plextool-3 Plextool-4

 

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Plextool-5 Plextool-6 Plextool-7 Plextool-8


Eine manuelle Trim Funktion wurde von Plextor zwar nicht eingebaut, aber das kann ja noch kommen. Bis jetzt hinterläßt das Tool einen brauchbaren Eindruck und für unsere M5 Pro Xtreme SSD wurde die Tatsache, dass es eine neue Firmware gibt (1.0.3) korrekt erkannt. Leider hakt es aber auch hier, denn wir können diese neue Firmware zwar herunterladen, aber wie es dann weitergeht, darüber schweigt sich Plextor aus. Keine Sorge, das weitere Prozedere entspricht in etwas dem der anderen Hersteller, man entpackt die Firmware, brennt das ISO Image auf eine CD, bootet von dieser CD und folgt dem gescripteten Prozedere, das weitestgehend automatisiert abläuft. Die Links zum Plextool und zur Firmware Update Anleitung wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten:

Plextool 1.0.7 Setup und Plextool Anleitung
Firmware Update Prozedere

Das alles hätte Plextor wesentlich kundenfreundlicher strukturieren können, in dem man beispielsweise eine kleine CD beilegt, auf der sich die Tools und sämtliche Anleitungen befinden, so dass der Kunde sich die Zeit für das mühevolle Zusammensuchen sparen könnte.
Warum wir bei dem Tool die manuelle Trim Funktion vermissen? weil es immer noch genügend Anwender gibt, die so eine SSD auch unter Windows XP oder Windows Vista, oder einem RAID Array nutzen wollen und die unterstützen bekanntlich keine Trim Funktion, so dass trotz Garbage Collection die Trim Funktionalität gelegentlich manuell etwas nachgeholfen werden muss. Intel und Samsung sind diesbezüglich mit ihren ausgezeichneten SSD-Verwaltungs-Tools mindestens einen Schritt voraus. Das 7mm dünne Gehäuse der Plextor M5 Pro Xtreme schaut ein wenig schlicht aus, trotzdem wirkt das gebürstete Aluminium edel und wertig. Die Dicke des Gehäuses spielt eine wesentliche Rolle bei einer eventuellen Aufrüstung von Notebooks, nicht alle Notebooks/Ultrabooks oder Netbooks sind in der Lage, die standardisierten 2,5" SSDs mit 9mm dicken Gehäusen aufzunehmen. Es existieren einige Geräte beispielsweise von HP, Lenovo oder Dell, die lediglich 2,5" Schächte besitzen, in denen nicht mehr als 7 mm Platz ist. Also informiert euch bitte vorher, welche SSDs für eure Notebooks einbaubar wären, es existieren durchaus entsprechende 7mm flache Alternativen von Intel, Samsung, Corsair, OCZ oder eben auch Plextor, eine Auswahl ist also durchaus vorhanden.

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Endlich druckt ein Hersteller wieder die implementierte Firmware auf den Typenaufkleber, zwischenzeitlich schien es so, als würden die Hersteller diese sinnvolle Information wieder streichen, aus welchen Gründen auch immer. Wir sehen es als elementare Info an, welche Firmware ausgeleifert wird: wer verzichtet schon gern auf ein per Firmware Update nachgereichtes elementares Feature oder beseitigte Bugs und das möglichst vor der Installation des Betriebssystems? das Risiko des Datenverlustes während eines Firmware Updates ist hoch und eine erneute Installation wäre ein vermeidbarer doppelter Zeitaufwand. Ansonsten existiert kaum Kritik an der Verarbeitung, die Passgenauigkeit der Schnittstellen-Anschlußleiste ist vorbildlich. Die Ports liegen nicht zu eng nebeneinander, so dass auch etwas anders konzipierte SATA-Datenkabel mit üppgigeren Isolierungen und Sicherheitslaschen aus dem Zubehör verwendet werden könnten.

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Unsere Waage präsentiert 60 Gramm für die M5 Pro Xtreme, eine Corsair Neutron GTX wiegt beispielsweise 47 Gramm. Damit liegt auch die Plextor M5 Pro Xtreme ebenso wie die M5 Pro Standard im Bereich aktueller SSDs, eine OCZ Vertex 4 wiegt im Vergleich 91 Gramm, die Samsung 840 54 Gramm, Crucials m4 73 Gramm und die Intel 510 knappe 80 Gramm. Die Unterschiede erklären sich nicht nur durch den Materialeinsatz, sondern natürlich auch dadurch, ob eine SSD einseitig oder doppelseitig mit Nandflashbausteinen bestückt wurde oder nicht. Aber ob nun 50 oder 150 Gramm, ein zumeist stählerne Einbaurahmen wird keinesfalls vor unüberbrückbare Herausforderungen gestellt, große 3,5" Festplatten ab 1TB aufwärts wiegen dank ihrer aufwendigen Mechanik nicht selten bis zu 700 Gramm und darüber hinaus.

Wie immer an dieser Stelle unsere Kabel-Tipps: Damit ihr die SATA 6Gb/s sprich SATA3 Schnittstelle auch ausreizen könnt, sollte als primäre Basis ein entsprechendes Mainboard mit nativer SATA 6Gb/s Anbindung vorhanden sein. AMD bietet diese Schnittstelle ab Southbridge 850, Intel ermöglicht dies erst seit dem Sockel 1155. Die bisherigen separat aufgelöteten SATA 6Gb/s Controller z.B. von Marvell fallen im Performance Vergleich deutlich ab. Nachrüststeckkarten aus dem Zubehör kann man gleich vom Einkaufszettel streichen, die rangieren in der Regel noch hinter den Marvell Controllern, weil auch diesen Zusatzcontrollern sowohl die interne Anbindung als auch die entsprechende Bandbreite fehlt, um wirklich performant zu agieren. Des weiteren empfehlen wir hochwertig geschirmte (jede der Adern einzeln abgeschirmt) und nicht zu lange (nicht über 75 cm) SATA 6Gb/s Kabel, die durchaus nicht die Welt kosten, z.B. von inLine. Um die volle Datenübertragung von SATA 6Gb/s nutzen zu können, sind diese speziellen Kabel zwar nicht nötig, aber die Abschirmung spielt eine wesentliche Rolle und minimiert Interferenzen:

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Kabeluebersicht Kabeldetails Kabel-optimiert Kabel-zerlegt


Wir haben testweise ein handelsübliches SATA 6Gb/s Kabel, wie es aktuell in vielen Mainboard-Verpackungen zu finden ist und ein Kabel von InLine aufgeschnitten, um die Unterschiede in der Abschirmung deutlich zu machen. Das handelsübliche Kabel ist zwar sehr schön isoliert und gut verarbeitet worden, aber die aufwendige Abschirmung fehlt und dabei geht es nicht nur um das äußere Metallgeflecht, sondern auch um die zusätzliche innere Abschirmung über entsprechende Folien. Wenn ihr euch also darüber wundert, dass eure SSD beim nächsten Systemstart nicht mehr erkannt wird und dies immer wieder mal sporadisch auftritt, probiert so ein Kabel aus. Der Aufwand ist relativ gering, diese Kabel kosten je nach Ausführung und Länge nur um die 2 bis 6 € pro Stück.
Wenn ihr euch selbst einen Gefallen tun wollt, dann verwendet Kabel mit Sicherheitslaschen, wir haben es in vielen Praxis-Tests oft genug erlebt, das sich die Kabel ohne Sicherheitslaschen sehr oft aus den Ports heraus wackeln, dazu ist weder sonderlich viel Kraft noch ein besonderes Talent nötig, es passiert einfach und dann geht wieder die Sucherei nach der Ursache los. Leider existieren auch SSDs am Markt, die keine Vertiefung in ihren SATA-Ports aufweisen, um das Einrasten der Sicherheitslaschen zu ermöglichen, solche SSDs sollte man dann einfach meiden. Wer noch mehr über die SATA 6Gb/s Spezifikation wissen möchte, kann dazu bei Sata.org das zuständige Dokumentstudieren.

Kommen wir jetzt zur verbauten Technik:

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Das Grundgerüst dieser SSD bildet eine hochwertigst verarbeitete und in allerbester Lötqualität ausgelieferten FR4 Platine mit sechs Lagen Epoxidharz getränkten Glasfasermatten, die eine bessere Kriechstromfestigkeit und optimierte Hochfrequenzeigenschaften besitzen als Platinen mit weniger Lagen. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend, wobei FR4 schon fast die Qualitätsspitze darstellt, die nur noch von FR5 übertroffen wird. Auf jeder Seite der Platine finden wir acht Stück Toogle Nand MLC Flash Bausteine von Toshiba in der neuen TH58TEG7DDJTA20 Revision, die zwar auch in einer Struktur von 19nm gefertigt wurden, die aber anstatt 8KB jetzt über 16KB Page Sizes verfügen, was sich positiv auf die Performance auswirken soll und weniger Abwärme enwickelt. Plextor setzt demnach jetzt auf TSOP anstatt auf BGA Flashbausteine.
Das Herzstück dieser Topologie stellt neben einer eigenen Plextor Firmware der Marvell 88SS9187 NBG 3790.1 Controller dar, dieser 8-Kanal Controller arbeitet mit einem Marvell 88FR102 V5 Dualcore Prozessor und High-Performance ECC Engine über adaptive Lese und Schreib Schemata. Die On-Chip RAID Funktion zur Kompensation ausgefallener Speicherblöcke gehört zu weiteren Features ebenso, wie eine optimierte Anbindung an den implementierten Cache, der in diesem Fall aus 512 MB (2x 256 MB Hynix DDR3-1333) besteht. Die 128 GB Variante der M5 Pro Xtreme verfügt über 256Mb und die 512 GB SSD über 768MB Cache. Der große Cache hat eine klare Intention, der Hersteller will so wesentliche Datenelemente prefetchen also vorab schon etwas "aufbereiten", damit sie dann schneller zur Verfügung stehen, was wiederum einer gesteigerten Lese-Performance zuträglich wäre. Neu ist diese Idee aber nicht, denn es ist ja kein Geheimnis, dass schneller Cache die Such-/Lese-/Schreibzeit von Flash-Speichern deutlich verkürzen kann, wodurch eine schnellere Datenübertragung möglich wird. Dank des großen temporären Speicherplatzes reduziert sich die Häufigkeit der Dateneingabe in den Flash-Speicher, so dass die Produktlebensdauer verlängert wird.
Das zweistufige Datensicherungssystem "True Protect" der M5 Pro Xtreme soll die Erhaltung der Daten garantieren: das bedeutet, dass die 128-Bit-ECC-Fehlerkorrektur des Marvell-Controllers dafür sorgen muß, dass die Daten korrekt gesichert werden. In zweiter Instanz werden sie dann nochmals von einem in der Firmware enthaltenen Algorithmus (“Robust Data Hold-out Algorithm”) überprüft. Plextors "True Speed" Technik soll darüber hinaus einen Leistungsverlust nach langem Gebrauch verhindern. Die 2,5-Zoll-Laufwerke unterstützen ebenfalls eine hardwarebasierte Datenverschlüsselung mit 256-Bit-AES.
Wir hatten es ja bereits eingangs erwähnt, der Garbage Collection Algorythmus wurde ebenfalls optimiert, d.h. Garbage Collection nimmt seine Arbeit nun schon bei 10 Prozent statt wie vorher bei 4 Prozent verbleibender freier Speicherblöcke auf. Die Trim Funktion wird natürlich auch von der neuen Plextor SSD unterstützt und für alle die sich mit dem Begriff noch etwas schwer tun, eine kleine Erklärung der Funktionsweise: ein Betriebssystem, das den Trim ATA-Befehl umsetzen kann, also Windows 7 aufwärts, meldet dem SSD Controller, dass bestimmte gelöschte Datenstrukturen frei geworden sind. Dies nimmt der SSD Controller zur Kenntnis und markiert diese Datenblöcke als ungültig. Dadurch werden diese Blöcke quasi vom permanent protokollierten Merkzettel der SSD gestrichen und in den Ruhephasen des Laufwerks gelöscht. Dies wiederum hat zur Folge, dass diese jetzt frei gewordenen Datenblöcke sozusagen frisch renoviert wieder vom System möglichst ohne Performanceverlust verwendet werden können. Vereinfacht formuliert, die Trim Funktion stellt den "Müll" vor die Haustür und die fleißgen Bienchen aus der Abteilung der Garbage Collection "Müllabfuhr" transportieren ihn ab.
Was die möglichen P/E-Zyklen der NAND-Bausteine angeht, gibt Plextor zwar keine konkreten Zahlen an, es werden aber von ca. 3.000 Zyklen gemunkelt. Wir denken da eher an 5.000 Zyklen, können dies aber nicht verifizieren. Die P/E Zyklen gängiger High End SSDs liegen bei 5.000 und darüber. Diese P/E Zyklen geben an, nach wie viel maximalen Schreib-Lösch-Aktionen eine Flashzelle ausfallen kann und somit unbrauchbar wird, wobei die Betonung auf kann liegt. Das erklärt auch gleich, warum SSDs mit hohen P/E Zyklen deutlich mehr kosten. Diese technischen Fakten haben also durchaus Auswirkungen auf die Lebensdauer der Flashbausteine, so richtig relevant sind diese Daten für den Anwender daheim trotzdem nicht, weil er in der Regel diese Grenzwerte kaum erreichen wird.



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