Fazit und Praxiserfahrungen:

So richtig angekommen ist Toshiba im operativen SSD Retail Geschäft noch nicht, das ist in unserem Test recht deutlich geworden. Dabei geht es gar nicht so sehr um die Technik, sondern viel mehr um den Support, technische Transparenz und die Kommunikation mit dem Kunden. Aber der Reihe nach, zunächst einmal beleuchten wir noch einmal kurz unsere Testresultate.
Technisch betrachtet ergeben sich vordergründig kaum Aspekte für Kritik, die Toshiba Q Series Pro SSD hinterließ während ihrer 14-tägigen Testphase einen ausgesprochen positiven Eindruck und absolvierte alle Testsituationen mit stoischer Stabilität und guten Transferleistungen, egal in welchem Redaktionsrechner sie verstöpselt wurde. Die Systemintegrität und das Ansprechverhalten trotz mehrmaligem Ein-und Ausbau gestaltete sich durchweg positiv. Der bis zu 30%ige Einbruch der Leistung ab einem Füllgrad von 60% aufwärts ist natürlich eine Kröte, die keiner gerne schluckt, auf der anderen Seite erholt sich die Toshiba nach dem Bereinigen und/oder einem Secure Erase sehr schnell wieder und ganz ehrlich: zu spüren ist der Performance Einbruch kaum, einzig die Kopierleistungen lassen in der Tat fühlbar nach, sind aber im Vergleich immer noch so schnell, dass keiner in die Bedrängnis gerät, einen Kopiervorgang abzubrechen. Der Verbraucher wird dies so aber nicht tolerieren und darum sollte Toshiba diesbezüglich nicht lange seine Wunden lecken, sondern sich dieser Problematik schnellstens annehmen, möglicherweise ist dies schon über ein Firmware Update zu realisieren.
Was die Geschwindigkeit des 256 GB Toshiba Laufwerks angeht, so sollte man seinen Blick nicht zur Gänze auf die synthetischen Benchmarks focussieren, diese Daten spiegeln nicht einmal ansatzweise das tatsächliche Verhalten eines SSD-Laufwerkes wider. Das tägliche Arbeiten mit der SSD ist es, worauf es ankommt und da fühlt sich die Q Series Pro genauso schnell an, wie die Konkurrenz, egal ob die nun Samsung 840 Pro oder Crucial m500 oder Plextor M5 Pro Xtreme heißt. Natürlich können wir in den realen Praxismessungen unserer Tests eine Performance Differenz darstellen und dort hat das Toshiba Laufwerk durchaus auch defizitäre Unterschiede zu verbuchen. Dies sind aber keine Diskrepanzen, die eine entscheidende Rolle spielen, geschweige denn wirklich stören. Darüber hinaus wird die jetzige Firmware sicherlich nicht der Weißheit letzter Schluß sein, insofern sollten wir dieses Thema nicht überbewerten, zumal sich die Performance erhöht, je mehr Flashchips verbaut sind. Und wenn wir unseren Blick noch einmal auf den Energieverbrauch richten, so gehört die Toshiba SSD zweifellos zu empfehlenswertesten aktuellen Laufwerken.
Dass Toshiba so gar keine interessanten Details über die interne Verschaltung der Q Series verrät und weder zum Controller noch zum vermutlich intern zugeordneten Cache Daten Preis gibt, ist in Verbindung mit den fehlenden Support Unterstützungen des Verbrauchers der zweite Negativpunkt, der uns erheblich stört, zumal sich insbeondere an dieser Stelle sehr deutlich zeigt, dass Toshiba bei der Kundenkommunikation noch einige Schwachstellen aufweist. Das mag im Enterprise oder OEM Geschäft anders aussehen, das ist aber nicht unser Thema und zu einem funktionierenden Retail Geschäft gehört nun einmal der Support und nochmal der Support. Wer das nicht versteht, unterschätzt den Geduldsfaden der Kunden, der zwar durchaus aus einem dehnbarem aber nicht sehr reißfestem Material besteht...
Wenn Toshiba schon dabei ist, sollte das Ausstattungspaket noch ein wenig optimiert werden und eine 5-jährige Garantiezeit würde sich nicht nur optisch besser vermarkten lassen, es wäre ein sehr eindeutiges Signal, dass diese SSD Serie sowohl performance-technisch als auch auf Zuverlässigkeit hin optimiert wurde. Zum Preis-Leistungsverhältnis können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur mutmaßen, die UVP liegt zwar bei 199 €, erhältlich ist die Q Series Pro aber bisher bei keinem deutschen Händler, insofern können wir natürlich auch nicht spekulieren, ob und in welchem Maße dieser Preis noch rutschen könnte. Sollten sich diesbezüglich Veränderungen ergeben, so tragen wir diese selbstverständlich nach, dies betrifft natürlich auch technische Änderungen, so sie denn wirklich etwas bewirken, insofern ist unser Silber Award derzeit als ein vorläufiger Award zu betrachten...

Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in einer kompakten Übersicht:

Plus:
• gute und hochwertige Verarbeitung
• gute bis befriedigende sequentielle Transferleistungen (eingeschränkt)
• gute bis sehr gute 4K-Transferleistungen (eingeschränkt)
• herausragende Zugriffszeiten
• sehr gute Trim-und gute Garbage Collection Implementierung
• Komponenten nahezu komplett aus eigener Fertigung
• absolut Zugriffs-und Störungsgeräuschfreier Betrieb
• äußerst stoßresistente Technik
• keine mechanischen Bauteile
• geringer Platzbedarf und Gewicht
• sehr gute thermische Eigenschaften, bis 70°C belastbar
• sehr gute Energieverbrauchswerte
• Garantiezeit (3 Jahre, eingeschränkt)
• (UVP: 199 €)

Minus:
• magere Ausstattung
• Füllgrad kann Transferleistung negativ beeinflussen
• ausbaufähiger Support, fehlende unterstützende Kundeninformationen
• noch nicht erhältlich, teilweise unklarer technischer Background


Gesamtergebnis unseres Reviews:

 

Die Toshiba Q Series pro 256 GB SSD erhält den PC-Experience Technology Award in Silber

 

PC-Experience Award

 

Weiterführende Links:

Toshiba

Wir bedanken uns bei Toshiba für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support

weitere SSDs im Test bei PC-Experience.de

euer PC-Experience.de Team

Cerberus