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Crucial m4 SSD 128GB

- Update 01.09.2011 -






Einleitung:

In unserem zweiten SSD-Test der neuen 2011er Generation stellt sich ein weiterer Vertreter mit Marvell 88SS9174-BKK2 Controller vor und zwar die neue Crucial m4 oder auch Crucial RealSSD C400, wenn es denn eine klar definierte Erbfolge gäbe. Im Vergleich zur Intel 510 Serie existieren zwei ganz klare Unterschiede: Crucial setzt bereits auf den 25nm Fertigungsprozess für den Flashspeicher und verwendet natürlich auch eine eigene Firmware.
SATA3 oder korrekt formuliert SATA 6Gb/s sind selbstverständlich implementiert, das gilt ebenso für die hochwertigen MLC Flash-Bausteine aus der Fabrikation der Crucial Tochter Micron. Wir haben also den direkten Vergleich zur Intel 510 Serie und können uns nun gemeinsam anschauen, was sich dabei an verwertbaren Fakten herauskristallisierte, dazu wünschen wir euch wieder viel Vergnügen bei unserem neuesten SSD Review...




Crucial m4, die technischen Daten:




Der Preis pro GigaByte läßt sich sehr leicht ausrechnen, in dem wir den Preis durch die Speicherkapazität teilen. Die Festplattenhersteller rechnen die Speicherkapazität nach dem dezimalen Zahlensystem aus, obwohl der Computer ja im Binärsystem arbeitet. Darum müssen wir die vom Hersteller angegebene Speicherkapaziät durch den Faktor 1,074 teilen, um die wahre Speichergröße zu bestimmen und dann den Preis pro GigaByte entsprechend ausrechnen.

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit einer Festplatte. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Festplatten im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Festplatte beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen, Einsatzdauer, Ein-Ausschaltvorgänge, Vibrationen usw.
Der Wert errechnet sich aus der akkumulierten Laufzeit einer gewählten Anzahl von Testmustern unter Laborbedingungen, geteilt durch die Anzahl der aufgetretenen Fehler. Wenn ein Hersteller z.B. 1000 Exemplare einer Festplatte ein Jahr lang unter Laborbedingungen laufen läßt, kristallisieren sich bestimmte Aussagen heraus. Die akkumulierte Betriebsdauer beträgt demnach 1000 x 24 x 365 Stunden (8.760.000 Stunden). Fallen in dieser Zeit acht Platten aus, kommt der Hersteller auf eine MTBF von stolzen 1.095.000 Stunden.
Da es bei einer SSD keine beweglichen Teile gibt, werden andere aber sehr ähnliche Algorythmen bemüht. Bei SSDs sind beispielsweise MTBF-Werte von 2.000.000 Stunden oder mehr üblich, dies entspricht etwa 228 Jahren. Daraus kann die Wahrscheinlichkeit berechnet werden, dass es während der Nutzungsdauer zu einem Ausfall kommt. Schätzwerte für die MTBF können durch Lebensdauerversuche ermittelt werden, gegebenenfalls auch mit extremen Beanspruchungen wie beispielsweise durch Strahlung, Feuchtigkeit sowie Erschütterungen und Hitze. Solche Tests sind jedoch nicht standardisiert, also sehr theoretischer Natur.




SSDs, die technischen Fakten:

Alle Hersteller preisen ihre Solid State Disks als technisch überlegen an, sie sollen konventionelle Festplatten innerhalb der nächsten Jahre ablösen, aber ist das wirklich so einfach?
SSDs schreiben die Daten nicht auf ferromagnetische Scheiben, sondern auf Flashchips analog zu USB Sticks. Da eine SSD über keine beweglichen Bauteile verfügt, sind die Vorzüge diesbezüglich schnell zusammengetragen: es sind keine betriebsbedingten mechanischen Schäden möglich. Weitere Vorteile liegen auf der Hand: ein nahezu geräuschloser Betrieb, Shockunempfindlichkeit, minimale Wärmentwicklung. Da nicht erst ein Schreib/Lesekopf an eine bestimmte Position gefahren werden muss, sind die Daten sofort verfügbar, was in ultraschnellen Zugriffszeiten resultiert. Aber nicht nur was die lineare Transferrate angeht, haben SSDs einen prinzipiellen Vorteil gegenüber herkömmlichen Festplatten. Vor allem Zugriffe auf verstreute Daten sind ihre große Stärke. Dazu gesellt sich ein deutlich geringerer Strombedarf, was die Umwelt und den Geldbeutel schont.
Wo aber liegen die Nachteile?
dazu müssen wir etwas weiter ausholen: wie wir ja alle wissen, gehört zu den wesentlichen Eigenschaften eines Speichermediums drei entscheidende Kriterien: 1. die Speicherkapazität, 2. die Übertragungsgeschwindigkeit und 3. die Zugriffszeit. Erst nach diesen drei Aspekten listen die Hersteller die Haltbarkeit der Daten und die Kosten auf, was ja schon mal das erste Stirnrunzeln verursacht.
Davon abgesehen hängen aktuelle SSDs ihre ferromagnetischen Konkurrenten in den genannten drei Kriterien locker ab. Das beginnt bei den Übertragungsraten, wo es schnelle aktuelle SSDs auf mittlerweile 300 MByte/s und mehr bringen. Diese Werte werden von Konsumer-HDDs nicht mal ansatzweise erreicht und auch Server Festplatten müssen sich arg strecken. Wobei man auch hier unterscheiden muß, denn Festplatten erreichen ihre höchste Performance auf den äußersten Bereichen ihrer Magnetscheiben und diese Performance differiert deutlich zu den Ergebnissen auf den inneren Bereichen. In SSDs sind diese Performance Zonen gänzlich unbekannt. SSDs ziehen ihre Performance durch die Qualität des Controllers und über die Anzahl der zu verwaltenden Flashchips inklusive Cache sofern vorhanden. Grundsätzlich ist es aber so, daß der Datentransfer bis auf kleinere Amplituden nahezu gleich bleibt und auch hier muß eine HDD passen.
Ein anderes Thema ist das Schreiben von Daten, denn hier besitzen SSDs einen gravierenden Nachteil, mit denen sich wiederum HDDs nicht auseinandersetzen müssen: Festplatten beschreiben Sektoren, egal ob vorher Daten in ihnen gespeichert waren oder nicht. SSDs hingegen müssen erst mal einen Löschvorgang initiieren, wenn sie die Daten in einem Flashchip überschreiben wollen und das kostet eben Zeit. Das ist auch der Grund, warum die Schreibleistung einer SSD nicht ganz mit der Leseleistung korrespondiert. Kompensieren kann man dies zu einem kleinen Teil durch entsprechende Caches, die von den Herstellern auch eingesetzt werden. Einen anderen Ansatz verfolgt die Firma Sandforce, dessen Controller über keinen veritablen Cache verfügen. Dort wird der Zeitverlust durch die patentierte Komprimierung der Daten kompensiert. Neben einer geringeren Write-Amplification erhöht sich durch diese Komprimierung auch die Lebenserwartung des SSD-Laufwerks, da weniger Schreib-Lösch-Zyklen notwendig sind.
Dazu kommt noch die begrenzte Zahl von möglichen Schreibzugriffen auf den Flash-Speicher. Während die einzelnen Speicherpunkte auf den HDD-Scheiben in Festplatten beliebig oft gelöscht und wieder beschrieben werden können, ist die Zahl dieser Zyklen in den Flashchips begrenzt und unterliegt großen Schwankungen. Somit ist die Lebensdauer aufgrund der limitierten Anzahl von Lösch- und Schriebvorgängen begrenzt. Womit wir wieder bei der Qualität und implementierten Technik des Controllers angelangt sind, zumal nicht zuletzt er darüber entscheidet, wie die Daten auf die Speicherzellen verteilt werden. Existieren defekte Zellen, sollten diese über entsprechende Fehlerroutinen erkannt und aussortiert werden. Das klingt in der Theorie logisch und einfach zu handeln, die Praxis sieht allerdings etwas anders aus.
Aber der Controller ist nicht das alleinige Qualitätssiegel einer SSD, denn auch die Art der verwendeten Flashtechnik spielt eine entscheidene Rolle und bestimmt letzendlich die Performance und Haltbarkeit der Flashchips. Für weitere Details zum Thema SSD beachtet bitte auch unseren separaten SSD Artikel, wo es nicht nur um die richtigen Einstellungen, sondern in erster Linie um die Erklärungen der wichtigsten Techniken geht..




Ausstattung, Verarbeitung und Technik:

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Das Auspacken ist leider kein Kaufmotivations-Gehilfe, die Verpackung enthält außer der SSD und einem dünnen Beiblatt absolut nichts und auch online offeriert Crucial leider keinerlei Zubehör, selbst die spärlichen Anleitungen sind allesamt englisch und sehr rudimentär gestaltet. Da uns dies schon beim Test der Crucial RealSSD C300 negativ auffiel, ist es umso unverständlicher, das Crucial dies nicht abstellt. Geht Crucial wirklich davon aus, das SSDs nur von "Profis" eingebaut werden, die alles wissen? Niemand wacht morgens auf und weiß alles, darum sollte deren Marketing Abteilung dringend ein paar Nachhilfestunden in Sachen Kundenservice buchen. Da bietet Intel deutlich mehr fürs Geld und zwar in dem Maße, das auch ein SSD-Neuling durchaus in der Lage ist, seine neue SSD korrekt einzurichten.
Abseits dieser ersten Enttäuschung wartet die Crucial m4 mit der gewohnten Verarbeitungsqualität der Außenhülle auf, die auch diesmal wieder aus Aluminium besteht, auch wenn die Intel 510 einen etwas edleren Eindruck vermittelt. Auf der Rückseite wurde die ab Werk implementierte Firmware vermerkt (0001), somit kennt der Kunde den Ist-Zustand. Wenn diese wichtigen Informationen fehlen sollten, muß die SSD erst ins System integriert werden, um die Firmware auszulesen und somit deren Aktualität zu überprüfen. Beachtet dies bitte und wenn es ein Firmware Update gibt, spielt es unbedingt auf, zumal gerade nach Neuveröffentlichungen sehr oft noch vorhandene Bugs und Kompatibilitätsprobleme beseitigt werden.

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Die Verarbeitung des m4 Gehäuses ist wie schon erwähnt absolut makellos. Die Anschlußports für Sata und Strom wurden allesamt sehr sauber ins Gehäuse integriert und auf der Rückseite erkennen wir die notwendigen Bohrungen zur späteren Verschraubung in unsere Rechner. 73 Gramm Gewicht dürften keinen 2,5" Laufwerksschacht über Gebühr belasten, da sind unsere herkömmlichen Festplatten etwa 4 bis 5x so schwer.

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Kabel-Tipp:
Damit ihr die SATA 6Gb/s sprich SATA3 Schnittstelle auch ausreizen könnt, sollte als primäre Basis ein entsprechendes Mainboard mit nativer SATA 6Gb/s Anbindung vorhanden sein. AMD bietet dies ab Southbridge 850, Intel ermöglicht dies erst ab dem Sockel 1155. Die bisherigen separaten SATA 6Gb/s Controller z.B. von Marvell fallen im Performance Vergleich deutlich ab. Des weiteren empfehlen wir auch hochwertig geschirmte (jede der 7 Adern einzeln abgeschirmt) und nicht zu lange (nicht über 50cm) SATA 6Gb/s Kabel, die durchaus nicht die Welt kosten, z.B. von InLine oder Phobya. Um die volle Datenübertragung von SATA 6Gb/s nutzen zu können, sind diese speziellen Kabel zwar nicht nötig, weil sie auch nur über 7 Kabeladern verfügen, aber die Abschirmung spielt eine wesentliche Rolle und minimiert Interferenzen.
Wenn ihr euch selbst einen Gefallen tun wollt, dann verwendet Kabel mit Sicherheitslaschen, wir haben es in vielen Praxis-Tests oft genug erlebt, das sich die Kabel ohne Sicherheitslaschen sehr oft aus den Ports heraus wackeln, dazu ist weder sonderlich viel Kraft noch ein besonderes Talent nötig, es passiert einfach und dann geht die Sucherei nach der Ursache los. Wer mehr über die SATA 6Gb/s Spezifikation wissen möchte, kann dazu bei bei Sata.org das zuständige Dokument studieren.

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Die Crucial m4 verfügt über den gleichen Marvell 88SS9174-BKK2 8-Kanal-Controller wie die Intel 510 SSD, natürlich mit anderer Firmware. Der 8-Kanal Controller von Marvell arbeitet wieder mit zwei ARM9-Prozessoren, die sich gegenseitig unterstützen. Darüber hinaus setzt Crucial auf Micron Flashbausteine in Nand Flash MLC bereits in 25nm Fertigungstechnik. Warum Intel noch auf 34nm baut, können wir nur mußmaßen, aber der Hauptgrund wird sicherlich sein, das es im Zuge der Fertigungs-Minimierung einige Probleme gab, die Intel nicht an die Kunden weiterreichen wollte. Außerdem ermöglicht die 34nm Fertigung im Vergleich eine höhere Lebenserwartung der Flash Bausteine.
Auf der feuerfesten FR4 Platine mit vorzüglicher Lötqualität sitzen auf jeder Seite der Platine jeweils acht NAND Bausteine mit jeweils 8GB Kapazität (Micron 29F64G08CFACB), die durch einen 256MB SDRAM Cachechip von Micron als Datenpuffer unterstützt werden, die Intel 510 stellt diesbezüglich nur 128MB zur Verfügung.
Trim Unterstützung, Garbage Collection, Wear-Leveling sowie eine möglichst geringe Over-Provisioning oder auch Spare Area von 0% sind die weiteren technischen Feature der Crucial SSD, wobei diese Auflistung mittlerweile fast schon zum SSD Standard gerechnet werden darf. Die Spare Area oder auch Over-Provisioning ist ein Teil des Flash Speichers, der exclusiv für den Controller reserviert ist und das nicht ohne Grund. Aus diesem Bereich greift der Controller auf freie Speicherblöcke zu, um damit zusammen mit Wear-Leveling die Schreibzugriffe zu beschleunigen und/oder defekte Speicherblöcke auszutauschen. Wie groß diese reservierte Bereich ist, hängt vom jeweiligen Controller ab. Ob sich Crucial mit einer 0% Over-Provisioning nun einen Gefallen getan hat, werden wir im Test-Kapitel klären.

Noch ein paar Anmerkungen zum Thema MLC:
Zur Zeit existieren zwei verschiedene Arten von NAND-Flash-Chips: SLC- (Single Level Cell) und MLC- (Multi Level Cell) NAND-Flash-Chips. Im Gegensatz zu den SLC Flash-Chips, die 1 Bit pro Zelle abspeichern, sind MLC Flash-Chips in der Lage, 2 Bit pro Speicherzelle abzuspeichern. MLC NAND-Flash Chips können somit die doppelte Menge an Daten speichern bei gleicher Größe. Durch diese Art der Datenspeicherung sind MLC Flash-Chips im Gegensatz zu SLC Flash Chips aber auch etwas langsamer, erreichen maximal 20.000 bis 30.000 Schreib-/Löschzyklen und verbrauchen mehr Strom. Single-Level-Cell-(SLC-)Bauelemente hingegen sind nicht in der Regel nicht nur schneller als MLC-Chips, sondern verkraften üblicherweise auch bis zu 100.000 Schreib-/Löschzyklen. Allerdings brauchen sie ein Mehrfaches der Siliziumfläche von MLC-Chips und sind dementsprechend wesentlich teurer.
Ganz neu sind eMLC (Enterprise MLC) NAND Flashchips, die sich durch eine längere Haltbarkeit und höhere IOPS-Werte gegenüber herkömmlichen MLC-Chips auszeichnen sollen. Die neuen SSDs sollten dies bereits mitbringen, bisher ist davon allerdings herzlich wenig zu sehen, möglicherweise bleibt eMLC aber auch zunächst dem Enterprise Geschäft vorbehalten.




Das Sockel 1155 Testsystem:

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Installation und Tests:

Vor dem eigentlichen Test prüfen wir natürlich, ob ein Firmware Update für den jeweiligen Testkandidaten existiert, bei unserer Crucial m4 war dies definitiv nicht der Fall. Was den AHCI Treiber angeht, so sollte man wissen, das der MSAHCI Treiber von Microsoft, den Windows 7 standardmäßig installiert, die Trim Funktion generell unterstützt ! Der Intel Rapid Storage-Technologie Treiber kann dies auch, die Performance Unterschiede im Vergleich zum Microsoft MSAHCI-Treiber sind allerdings nicht all zu groß, so daß wir auf Nummer Sicher gingen, zumal der Rapid Treiber nicht für jede mögliche System Konstellation eine Empfehlung darstellt und darüber hinaus ab Version 10 die LPM-Problematik auslösen kann. Installiert, eingestellt und optimiert wurde Windows 7 Ultimate 64Bit SP1 nach unserem entsprechenden Artikel:

Windows 7: FAQS und SSD Optimierungen


In dem Artikel findet ihr auch weitere FAQs zum Thema SSD !

weitere System bzw. BIOS-Einstellungen:
1. C-States und Stromsparfunktionen im BIOS deaktiviert
2. LPM im Betriebssystem deaktiviert
3. Turbomodus der CPU deaktiviert
3. SSD Firmware möglichst aktuell

Die Temperaturen der Festplatten und SSDs wurden mit entsprechenden Sensoren sowohl an der Ober-und Unterseite der Festplatten gemessen, dazu verwendeten wir das digitale Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C). Einen Parallelcheck der Temperaturen haben wir mittels der Software Sensorik von Aida64 Ultimate 1.70.1412, HW Monitor 1.17 versucht durchzuführen, die allerdings allesamt keine SSD Temperaturen auslesen können, weil eine SSD in der Regel keinen entsprechenden Hardware-Sensor besitzt. Die Raumtemperatur betrug während aller Tests exakt 20°C (klimatisierter Raum).
Die Lautheit der Festplatten wurde ca. 15cm von der Festplatte entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät geprüft, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Jeder Datenträger wurde exakt an der selben Stelle im Tower verschraubt, so daß diesbezüglich keine störenden Abweichungen zu registrieren waren. Dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.

Zur Leistungsverifizierung verwendeten wir folgende Programme und Hilfsmittel:

1. PC Mark Vantage HDD 1.0.2.0
2. AS SSD Benchmark 1.6.4067
3. Crystal Diskmark 3.01
4. Crystal Diskinfo 4.0.0
5. HD Tune Pro 3.50
6. ATTO Benchmark 2.46
7. DriveControllerInfo 2.1.4
8. Aida64 Ultimate 1.70.1412
9. Intel SSD Toolbox 2.0.2
10. Windows 7 Ultimate 64bit SP1
11. Photoshop CS3
12. Office 2010 Professional
13. VMWare

Desweiteren stoppten wir für alle Laufwerke den Bootvorgang in Sekunden, wobei wir den Zeitraum vom Erscheinen des ersten Bios Screens bis zum verfügbaren Windows Desktop gestoppt haben. Das Starten von Anwendungen ist ein weiteres wichtiges Kriterium, dafür wählten wir Photoshop CS3 aus und stoppten den Zeitraum vom Programmaufruf bis zur Sichtbarkeit eine 5MB großen Bildes.
Um eine Aussage über den Kopierzeitraum zu erhalten, wurde ein 5GB großes Image verwendet, das wir auf die jeweiligen Datenträger kopierten. Die Installationszeit eines bestimmten Medium wäre natürlich auch interessant, wobei wir auf Spiele DVDs verzichteten, da die Qualität der optischen Laufwerke eine größere Rolle spielt, als das datenempfangende Laufwerk. Darum installierten wir Office 2010 von einer virtuellen Maschine (VMWare) aus und stoppten wiederum die Zeit.




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Die Crucial m4 SSD wurde nach der Initialisierung, der Partitionierung und Formatierung über Acronis Disc Director 11 mit einem Windows 7 Image bestückt, das neben dem Servicepack 1 und allen verfügbaren Updates auch alle aktuellen Systemtreiber enthielt. Darüber hinaus enthielt das Image einige aktuelle Spiele, Office 2010 und diverse kleinere Programme und Tools, so daß wir auf einen belegten Speicherplatz von 55GB kamen. Somit begann unsere erste synthetische Benchmarkrunde:

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Nach diesem ersten Testdurchlauf wurde die SSD über Secure Erase wieder in den Auslieferungszustand versetzt und anschließend über H2testw komplett mit Daten gefüllt:

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Die Daten wurden anschließend gelöscht und in den Papierkorb von Windows 7 transport, um den Trim Befehl auszulösen. Nach dem Löschen der Daten warteten wir eine Stunde und liesen die SSD im idle Zustand, damit genug Zeit bleibt für die Rekonvaleszenz der Flash-Zellen mit Hilfe des Garbage Collection Algorithmus. So werden die frei gewordenen Blöcke gelöscht und im Idealfall die ursprüngliche Performance der SSD wiederhergestellt. Dies haben wir nun in einer weiteren Benchmark-Session überprüft:

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Eigentlich hatten wir erwartet, das die Over-Provisioning-Einstellung von 0% von Crucial negative Auswirkungen haben könnte, aber das war in unserem Test-Scenario defintiv nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, die Werte blieben weitestgehend gleich und hier und dort entschärften sich sogar einige Spikes, die im ersten Testdurchlauf durchaus vorhanden waren. Man darf also mit Fug und Recht behaupten, das auch Trim sowie Garbage Collection ausgezeichnet funktionieren.
Man sollte die synthetischen Benchmarks aber grundsätzlich nicht auf ein Podest heben, auf denen sie nichts zu suchen haben, es sind keine alltagsrelevanten Scenarien und werden es auch niemals sein. Interessant ist es natürlich trotzdem, weil sie jeder Anwender daheim schnell und unkompliziert nachstellen kann, wobei dann aber meistens die reale Vergleichbarkeit der Systeme vergessen wird.




Temperaturen und Lautheit
Temps-Idle
Temps-Last
Lautheit-idle
Lautheit-Last
Corsair Force 120 120GB 22,4°C 26,6°C nicht messbar nicht messbar
Corsair P128 128GB 22,7°C 26,9°C nicht messbar nicht messbar
Crucial m4 120GB 22,4°C 26,9°C nicht messbar nicht messbar
Crucial C300 120GB 22,2°C 26,5°C nicht messbar nicht messbar
Intel X25-M G2 Postville 23,3°C 26,1°C nicht messbar nicht messbar
Intel SSD 510 Series 120GB 23,7°C 26,4°C nicht messbar nicht messbar
Mach Extreme DS Serie 100GB 22,8°C 25,9°C nicht messbar nicht messbar
Mushkin IO-Series 128GB 22,4°C 25,7°C nicht messbar nicht messbar
OCZ Vertex 2 100GB 21,8°C 24,9°C nicht messbar nicht messbar
Samsung 470 120GB 21,9°C 25,3°C nicht messbar nicht messbar
Super Talent Ultradrive GX 64GB 23,2°C 26,7°C nicht messbar nicht messbar
Samsung F4 HD322GJ 27,5°C 31,5°C 24 dBA (0,5 sone) 27 dBA (0,8 sone)
Samsung F3 HD502HJ 29,4°C 32,7°C 25 dBA (0,6 sone) 28 dBA (0,9 sone)
WD Caviar Black 500GB 27,8°C 34,9°C 26 dBA (0,7 sone) 30,5 dBA (1,1 sone)
WD VeloCiraptor 300GB 26,4°C 37,3°C 25,5 dBA (0,6 sone) 31,5 dBA (1,2 sone)

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.

Alle SSD-Testprobanden zeigen keine temperaturtechnischen Ausreisser, lediglich das sehr massive OCZ Aluminium-Gehäuse und die Samsung 470 tendieren zu minimal geringeren Temperaturen, die im Vergleich aber trotzdem zu vernachlässigen wären, da sie fast in den Breich der Messtoleranzen fallen. Ihre HDD Pendents werden insbesondere unter Last deutlich wärmer, aber auch das bleibt überschaubar, solange man sie in einen aktiven Kühlkreislauf eines PC-Gehäuses einbindet.
Eine realistische Geräuschmessung der SSDs mag unter Laborbedingungen möglich sein, unsere Messgeräte sind da völlig überfordert. Die SSDs sind aber auch objektiv nicht als Geräuschkulisse wahrnehmbar, egal ob sie nun eingebaut sind oder auf dem Schreibtisch liegen. Hin und wieder berichten Anwender von Fieb-Geräuschen der SSDs, dies konnten wir bisher nicht bestätigen. Wobei diesbezüglich in der Regel andere Verursacher wie Mainboard, Grafikkarte, Netzteil als Verursacher in Frage kommen, zumal dort schwingende Spulen vorhanden sind. Es bietet sich aber durchaus an, C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations testweise zu deaktivieren, um der Ursache auf die Spur zu kommen.
Die aktuelle Samsung F4 weißt eine sehr ähnliche Geräuschcharakteristik wie die F1 oder F3 mit ebenfalls einem Platter auf und agiert sehr leise. Die alte Raptoren Generation war ohne Entkoppelung und Dämmung kaum zu ertragen. Die neuere VeloCiraptor Generation arbeitet dagegen etwas leiser, sollte aber trotzdem zumindest entkoppelt verbaut werden. Selbiges gilt auch für die Black Caviar mit zwei Plattern, die zudem beim Zugriff deutlich knarzt.



subjektiver Höreindruck Vibrationen
Höreindruck
Corsair Force 120 120GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Corsair P128 128GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Crucial m4 120GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Crucial C300 120GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Intel X25-M G2 Postville keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Intel SSD 510 Series 120GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Mach Extreme DS Serie 100GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Mushkin IO-Series 128GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
OCZ Vertex 2 100GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Samsung 470 120GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Super Talent Ultradrive GX64GB keine Vibrationen, muß nicht entkoppelt werden
Samsung F4 HD322GJ minimale Vibrationen, kann muß aber nicht zwangsweise entkoppelt werden
Samsung F3 HD502HJ minimale Vibrationen, kann muß aber nicht zwangsweise entkoppelt werden
WD Caviar Black 500GB deutliche Vibrationen, sollte entkoppelt und gedämmt werden
WD VeloCiraptor 300GB erträgliche Vibrationen, sollte aber entkoppelt werden


subjektiver Höreindruck Zugriffsgeräusch
Höreindruck
Corsair Force 120 120GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Corsair P128 128GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Crucial m4 120GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Crucial C300 120GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Intel X25-M G2 Postville absolut keine Zugriffsgeräusche
Intel SSD 510 Series 120GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Mach Extreme 100GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Mushkin IO-Series 128GB absolut keine Zugriffsgeräusche
OCZ Vertex 2 100GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Samsung 470 120GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Super Talent Ultradrive GX 64GB absolut keine Zugriffsgeräusche
Samsung F4 HD322GJ minimale kaum störende Zugriffsgeräusche
Samsung F3 HD502HJ minimale kaum störende Zugriffsgeräusche
WD Caviar Black 500GB noch erträgliche Zugriffsgeräusche
WD VeloCiraptor 300GB noch erträgliche Zugriffsgeräusche

Wenig überraschend können die SSDs sich auch hier von ihrer besten Seite zeigen und sich somit deutlich von der HDD Konkurrenz absetzen. Für empfindliche Ohren gibt es darum absolut keine Alternative zu einer SSD.
Bezüglich der Zugriffsgeräusche verhalten sich die Samsung F4 und F3 sehr respektabel und schonen die Nerven des Anwenders. Die aktuelle WD VeloCiraptor liefert da ein recht ausgewogenes Bild im Vergleich zur ersten Raptoren Generation, deutlich hörbar ist sie aber ohne Entkoppelung trotzdem. Die Black Caviar Festplatte kann diesbezüglich kaum mithalten, zumal das Zugriffsgeknarze schon leicht nervende Tendenzen entwickelt.
Die Vibrationen/Dröhnen können in einem massiven (SECC 1.0) PC-Tower aus Stahl beinahe gänzlich absorbiert werden. In dünnwandigen Alu-Towern sollte man in jedem Fall über eine Entkoppelung inclusive Dämmung nachdenken, eine entsprechende Empfehlung können wir diesbezüglich aussprechen, in denen ihr auch die konkreten Details zu den Entkoppelungen entnehmen könnt:

Aerocool AVN-1000 HDD Cooler

Smart Drive 2002 Copper Festplattenbox

Anzumerken ist in diesem Zusammenhang noch, dass das aktivierte Acoustic Managements (AAM) die dBA-Werte der HDDs im Schnitt um etwa 3 dBA senken. Wobei dies dann die Zugriffszeiten widerum geringfügig erhöht. Die Zugriffsgeräusche und Vibrationen bleiben vom AAM aber unbenommen, diese Problematik ist damit keinesfalls zu minimieren ! das nur der Vollständigkeithalber, auf SSDs trifft dies alles nicht zu.



Die Ø Zugriffszeiten, AS SSD Benchmark, AHCI Interface
Ø Zugriff in Millisekunden
Corsair Force 120 120GB 0,111 ms
Corsair P128 128GB 0,107 ms
Crucial m4 120GB 0,108 ms
Crucial C300 120GB 0,112 ms
Intel X25-M G2 Postville 0,106 ms
Intel SSD 510 Series 120GB 0,104 ms
Mach Extreme DS Serie 100GB 0,110 ms
Mushkin IO-Series 128GB 0,107 ms
OCZ Vertex 2 100GB 0,110 ms
Samsung 470 120GB 0,102 ms
Super Talent Ultradrive GX 64GB 0,109 ms
Samsung F4 HD322GJ 13,5 ms
Samsung F3 HD502HJ 14,5 ms
WD Caviar Black 500GB 11,9 ms
WD VeloCiraptor 300GB 7,1 ms

Bezüglich der Zugriffszeiten ergibt sich ein unverändertes Bild, die SSDs distanzieren die HDDs überdeutlich. Innerhalb der SSDs sind marginale Differenzen erkennbar, die controller-abhängig zu betrachten sind, aber kaum eine messbare geschweige denn spürbare Relevanz aufweisen. Daran ändert auch die "Bestmarke" der Samsung 470 nichts, die von Intels neuer 510 SSD und auch der Crucial m4 fast erreicht wird. Nicht einmal die ultraschnelle VeloCiraptor ist der Zugriffsperformance einer SSD auch nur ansatzweise gewachsen. Dies ist auch eine der eklatantesten Bereiche, denn je nachdem wie verstreut die Daten auf der Festplatte oder SSD angeordnet sind, können sich diese Zeitunterschiede erheblich aufsummieren, so daß man auch ohne Stoppuhr oder Benchmarks den Unterschied spürt.
Bei den HDDs muß man differenzieren, hier zeigt sich sehr deutlich die Kehrseite der Ein-Platter-Technologie, denn die Zugriffszeiten korrespondieren nicht mit der durch die hohe Datendichte des einen Platters erzeugten Lese-oder Schreibperformance dieser Festplatten. Der Grund dafür ist ganz einfach erklärt, die Minimierung der Platteranzahl ist ausschlagebend für die Verlangsamung der Zugriffszeiten. Wenn dann noch das Acoustic Management aktiviert ist, multiplizieren sich diese Werte deutlich, so daß ein Einsatz als Systemfestplatte nahezu wegfällt. Wird AAm deaktiviert, relativieren sich diese schlechten Werte wieder ein wenig. Festplatten mit mehreren Plattern arbeiten aber naturgemäß performanter, wie sich im direkten Vergleich an der Caviar Black sehr schön ablesen läßt.



CrystalDiskMark, minimale/maximale seq. Lese-Transferraten in MB/sec. AHCI Interface
minimale Lese-Transferraten
maximale Lese-Transferraten
Corsair Force 120 120GB 219,7 MB/sec. 231,3 MB/sec.
Corsair P128 128GB 204,7 MB/sec. 211,1 MB/sec.
Crucial m4 120GB 342,8 MB/sec. 368,2 MB/sec.
Crucial C300 120GB 311,6 MB/sec. 331,4 MB/sec.
Intel X25-M G2 Postville 221,3 MB/sec. 228,9 MB/sec.
Intel SSD 510 Series 120GB 349,6 MB/sec. 375,7 MB/sec.
Mach Extreme DS Serie 100GB 213,7 MB/sec. 224,1 MB/sec.
Mushkin IO-Series 128GB 216,6 MB/sec. 221,7 MB/sec.
OCZ Vertex 2 100GB 211,8 MB/sec. 220,5 MB/sec.
Samsung 470 120GB 247,8 MB/sec. 256,4 MB/sec.
Super Talent Ultradrive GX 64GB 203,1 MB/sec. 212,6 MB/sec.
Samsung F4 HD322GJ 320GB 65,2 MB/sec. 102,6 MB/sec.
Samsung F3 HD502HJ 500GB 63,7 MB/sec. 101,1 MB/sec.
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 65,6 MB/sec. 103,9 MB/sec.
WD VeloCiraptor 300GB 85,8 MB/sec. 124,3 MB/sec.



CrystalDiskMark, minimale/maximale seq. Schreib-Transferraten in MB/sec. AHCI Interface
minimale Schreib-Transferraten
maximale Schreib-Transferraten
Corsair Force 120 120GB 148,2 MB/sec. 156,6 MB/sec.
Corsair P128 128GB 146,7 MB/sec. 149,8 MB/sec.
Crucial m4 120GB 157,9 MB/sec. 176,8 MB/sec.
Crucial C300 120GB 155,8 MB/sec. 159,3 MB/sec.
Intel X25-M G2 Postville 111,4 MB/sec. 118,7 MB/sec.
Intel SSD 510 Series 120GB 197,3 MB/sec. 202,0 MB/sec.
Mach Extreme DS Serie 100GB 143,6 MB/sec. 150,2 MB/sec.
Mushkin IO-Series 128GB 176,6 MB/sec. 181,7 MB/sec.
OCZ Vertex 2 100GB 144,5 MB/sec. 151,7 MB/sec.
Samsung 470 120GB 249,3 MB/sec. 253,8 MB/sec.
Super Talent Ultradrive GX 64GB 128,8 MB/sec. 139,7 MB/sec.
Samsung F4 HD322GJ 320GB 61,1 MB/sec. 99,8 MB/sec.
Samsung F3 HD502HJ 500GB 61,5 MB/sec. 98,7 MB/sec.
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 63,9 MB/sec. 97,6 MB/sec.
WD VeloCiraptor 300GB 83,4 MB/sec. 119,8 MB/sec.

Crystal Diskmark simuliert das, was auf unseren Rechnern täglich vorwiegend geschieht, nämlich das Lesen und Schreiben in unterschiedlichen Blockgrößen. Hier entscheiden die Controller eindeutig über die Performance der SSDs und es zeigt sich, das die neuen Controller von Marvell und Samsung ihre Hausaufgaben außerdordentlich gut gemacht haben.
Die neue Intel 510 Serie setzt sich beim sequentiellen Lesen knapp vor der Crucial m4 an die Spitze und löst den alten Spitzenreiter Crucual C300 ab. Beim sequentiellen Schreiben reicht es immerhin noch zum zweiten Platz hinter der Samsung 470. Spürbar sind diese Benchmark Diskrepanzen in der realen Praxis allerdings kaum, diese Illusion wollen wir darum gar nicht erst erzeugen. Bezüglich der Lese-und Schreibleistung bei den HDDs stellt die VeloCiraptor von Western Digital nach wie vor das Mass der Dinge dar, da können auch die neuen Einplatter-Festplatten nicht im entferntesten dran klingeln, aber das hat wohl auch niemand ernsthaft erwartet.



PC Mark Vantage HDD, HDD Score, AHCI Interface
erreichte Gesamtpunktzahl
Corsair Force 120 120GB 33667
Corsair P128 128GB 31574
Crucial m4 120GB 41661
Crucial C300 120GB 34488
Intel X25-M G2 Postville 33777
Intel SSD 510 Series 120GB 39921
Mach Extreme DS Serie 100GB 32437
Mushkin IO-Series 128GB 32988
OCZ Vertex 2 100GB 33233
Samsung 470 120GB 34215
Super Talent Ultradrive GX 64GB 31952
Samsung F4 HD322GJ 320GB 2954
Samsung F3 HD502HJ 500GB 2893
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 3102
WD VeloCiraptor 300GB 5755

PC Mark Vantage HDD generiert aus acht unterschiedlichen Abfolgen praxisnahe Scenarien, in denen beispielsweise Spiele simuliert werden, das Importieren von Bildern, Windows Defender, das Booten und auch das Kopieren von Daten wird einbezogen. Kurzum, PC Mark Vantage HDD vollzieht eine durchaus alltagstaugliche Analyse der Systemperformance mit dem Hauptaugenmerk auf die jeweiligen Datenträger. Auch hier legen unsere SSDs die Messlatte so hoch, das die HDDs nur noch wie Statisten wirken, anders kann man die Diskrepanz kaum umschreiben.



Bootzeit, AHCI Interface
gestoppte Zeit in Sekunden
Corsair Force 120 120GB 27,9 sec
Corsair P128 128GB 29,6 sec
Crucial m4 120GB 25,1 sec
Crucial C300 120GB 26,6 sec
Intel X25-M G2 Postville 28,7 sec
Intel SSD 510 Series 120GB 24,9 sec
Mach Extreme DS Serie 100GB 28,7 sec
Mushkin IO-Series 128GB 28,4 sec
OCZ Vertex 2 120GB 28,2 sec
Samsung 470 120GB 27,1 sec
Super Talent Ultradrive GX 64GB 29,2 sec
Samsung F4 HD322GJ 320GB 62,4 sec
Samsung F3 HD502HJ 500GB 62,9 sec
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 61,2 sec
WD VeloCiraptor 300GB 54,3 sec

Unsere beiden Marvell Probanden Intel 510 und Crucial m4 absolvieren diesen Parcours ausgezeichnet und im Grunde gleich schnell. Eine Stelle hinter dem Komma besagt beim Booten rein gar nichts. Die Bootzeitdauer ist zwar immer wieder ein gern diskutiertes Kriterium, allerdings sollte man sie auch nicht überbewerten, denn ob eine SSD nun das Betriebssytem in 27 oder 28 Sekunden (handgestoppt) bootet, ist irrelevant. Die HDDs fallen auch hier deutlich ab, wobei eine knappe Minute immer noch einen überschaubaren Zeitraum darstellt, in dem niemand ein Referat schreiben könnte.



Photoshop CS3 Anwendungsstart (incl. 5MB Bild), AHCI Interface
gestoppte Zeit in Sekunden
Corsair Force 120 120GB 3,4 sec
Corsair P128 128GB 3,6 sec
Crucial m4 120GB 3,1 sec
Crucial C300 120GB 3,2 sec
Intel X25-M G2 Postville 3,5 sec
Intel SSD 510 Series 120GB 3,3 sec
Mach Extreme DS Serie 100GB 3,6 sec
Mushkin IO-Series 128GB 3,4 sec
OCZ Vertex 2 100GB 3,5 sec
Samsung 470 120GB 4,1 sec
Super Talent Ultradrive GX 64GB 3,6 sec
Samsung F4 HD322GJ 320GB 13,1 sec
Samsung F3 HD502HJ 500GB 13,2 sec
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 12,8 sec
WD VeloCiraptor 300GB 11,3 sec

Die HDDs benötigen nahezu die dreifache Zeit, um unser 5MB großes Bild in Photoshop CS3 zu laden, man darf also auch hier von einer deutlichen Zeitersparnis sprechen. Wie bei allen Messungen mit der Stoppuhr, haben wir den Mittelwert aus insgesamt 5 Versuchen gemittelt, um Fehler und Reaktionsungenauigkeiten auszugrenzen.



Kopierzeitraum 5GB Image, AHCI Interface
gestoppte Zeit in Sekunden
Corsair Force 120 120GB 40,9 sec
Corsair P128 128GB 44,7 sec
Crucial m4 120GB 38,8 sec
Crucial C300 120GB 39,1 sec
Intel X25-M G2 Postville 47,3 sec
Intel SSD 510 Series 120GB 39,8 sec
Mach Extreme DS Serie 100GB 41,2 sec
Mushkin IO-Series 128GB 41,1 sec
OCZ Vertex 2 100GB 41,3 sec
Samsung 470 120GB 42,9 sec
Super Talent Ultradrive GX 64GB 47,8 sec
Samsung F4 HD322GJ 320GB 132,2 sec
Samsung F3 HD502HJ 500GB 133,8 sec
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 131,7 sec
WD VeloCiraptor 300GB 85,6 sec

In diesem Scenario führen die Crucial m4 gefolgt von der Intel 510 die Konkurrenz knapp an, die SSDs mit dem Sandforce Controller halten aber gut dagegen. Das bedeutet nun nicht, das die anderen SSDs an dieser Stelle versagen, alles unter 50 Sekunden ist eine ausgezeichnete Leistung. Die HDDs benötigten für den gleichen Vorgang mit Ausnahme der VeloCiraptor die dreifache Zeit.



Installationszeit Office 2010, AHCI Interface
gestoppte Zeit in Sekunden
Corsair Force 120 120GB 136,4 sec
Corsair P128 128GB 139,8 sec
Crucial m4 120GB 134,8 sec
Crucial C300 120GB 142,6 sec
Intel X25-M G2 Postville 144,3 sec
Intel SSD 510 Series 120GB 131,7 sec
Mach Extreme DS Serie 100GB 141,4 sec
Mushkin IO-Series 128GB 148,6 sec
OCZ Vertex 2 100GB 139,2 sec
Samsung 470 120GB 127,1 sec
Super Talent Ultradrive GX 64GB 149,7 sec
Samsung F4 HD322GJ 320GB 257,8 sec
Samsung F3 HD502HJ 500GB 260,2 sec
WD Caviar Black WD5001AALS 500GB 251,7 sec
WD VeloCiraptor 300GB 189,9 sec

Unsere Installation aus einer virtuellen Maschine heraus erwies sich als recht praxisnah, zumal die direkte Installation von einem ROM-Laufwerk aus zu sehr von dessen Performance abhängt. Die Zeitdiskrepanzen sind zwar immer noch hoch, aber eine VeloCiraptor schlägt sich im Vergleich zu den SSDs doch recht wacker.
Viel deutlich ist aber die "Multitasking Fähigkeit" der SSDs, denn während der Installation war das Weiterarbeiten mit dem System problemlos möglich, so daß wir in der Zwischenzeit an zwei Excel Tabellen experimentieren konnten. Das wäre zwar mit den HDDs auch möglich, aber auf Grund der deutlich höheren Systemlast eben doch sehr eingeschränkt und weniger performant. Auf der anderen Seite wird hoffentlich niemand ernsthaft auf die Idee kommen, während einer Programminstallation wichtige Schreib-oder Rechenarbeiten durchzuführen, denn sollte sich die Installation aufhängen, landen die anderen Daten sehr wahrscheinlich ebenfalls im Nirvana.


Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen und auf Grund von unterschiedlichen Systemen und Herstellungstoleranzen variieren können...!




Fazit:

Die neue Crucial m4 SSD darf ohne Umschweife als gelungenes Facelifting der vorherigen RealSSD C300 Serie betrachtet werden, mehr aber auch nicht. Denn außer der Umstellung auf die 25nm Fertigung der NAND-Flash Bausteine und einiger kleineren Modifizierungen an der Firmware hat sich nur wenig ereignet. Von einem neuen Produkt kann demzufolge nur bedingt die Rede sein, zumal auch der Controller samt Architektur in die m4 übernommen wurde.
Das mag auf den ersten Blick die Vorzüge der m4 SSD nicht genügend herausstellen, dabei sollte man allerdings nicht außer acht lassen, das der Vorgänger für weniger Geld nahezu die gleiche Leistung bietet. Verbessert hat sich die 4K Performance und im direkten Vergleich mit der Intel 510 Serie hat Crucial diesbezüglich die Nase vorn, auch wenn dies im Desktop Bereich eine eher untergeordnete Rolle spielt und beide Probanden ganz sicher nicht in einem Server eingebaut werden. Die sequentielle Lese/Schreibleistung bewegt sich auf einem sehr hohem Niveau, daran hat sich wenig geändert und die Implementierung von Trim und Garbage Collection läßt keinerlei Kritik zu, da sie ausgezeichnet funktionieren. Allerdings bieten das andere Hersteller ebenso, so daß auch diese Aspekte keine Alleinstellungsmerkmale erwirtschaften. Wer sollte sich demnach eine m4 kaufen? derjenige, der bereits eine RealSSD C300 besitzt, kommt kaum in Betracht, dazu wären die Vorteile zu marginal. Arbeitet noch keine SSD im System, sieht die Sachlage schon ganz anders aus, denn der Preis der m4 fällt mittlerweile deutlich unter die magische 200€ Schwelle.
Ob sich die Umstellung auf die 25nm Fertigung auf lange Sicht gesehen als die richtige Entscheidung erweisen wird, sei dahingestellt, denn die Lebensdauer wird sich verkürzen, auch wenn bisher niemand weiß in welchem Maße. Fakt ist, das wir in einem Test die eventuellen Ausfallraten nicht berücksichtigen können, dazu müßten wir sämtliche SSDs ein Jahr oder länger permanent testen, was weder logistisch noch zeittechnisch zu bewerkstelligen wäre. Intel beschreitet diesbezüglich den kausaleren Weg, hier stehen Zuverlässigkeit und Dauerhaltbarkeit sehr viel deutlicher im Focus und das dürfte dem Anwender nicht verborgen bleiben...
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in einer kompakten Übersicht:

Plus:
• hochwertige Verarbeitung
• ausgezeichnete sequentielle Transferleistungen (optimiert für SATA3)
• herausragende Zugriffszeiten
• ausgezeichnete Trim-und Garbage Collection Implementierung
• absolut Zugriffs-und Störungsgeräuschfreier Betrieb
• äußerst stoßresistente Technik
• keine mechanischen Bauteile
• geringer Platzbedarf und Gewicht
• exzellente thermische Eigenschaften, bis 70°C belastbar
• sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 150€, seit ende August)

Minus:
• Stromverbrauch etwas zu hoch
• keinerlei Zubehör, darüber hinaus weder Software noch Installationsanleitungen
• kein deutscher Support

Da wir nicht nur die schiere Performance einer SSD ins Kalkül ziehen, sondern das Gesamtpaket inklusive Zubehör und der Unterstützung des Käufers bei der Installation und nach dem Kauf in Form von Support und Service ebenfalls berücksichtigen, können wir bei der Bewertung der Crucial m4 keinen Gold Award vergeben, dafür wird der Kunde einfach zu sehr allein gelassen und dies werden wir 2011 nicht mehr tolerieren, zumal Crucial immer noch keinen deutschen Support initiiert hat...

Nachtrag vom 01.09.2011:
auf Grund der Preissenkungen, dem extrem stabilem Arbeitsverhalten und der neuen Firmware 0009, die der Crucial m4 nochmal einen erheblichen Geschwindigkeitsschub verleiht, kommen wir nicht mehr an einem Gold Award vorbei...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Die Crucial m4 128GB SSD erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









Weiterführende Links:


Crucial m4 Händlernachweis





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