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SSD Roundup 2010 Part II







Einleitung:

Es ist soweit, nach unserem im Februar veröffentlichten ersten SSD Roundup, folgt jetzt der zweite Teil. Bei der Auswahl der Testprobanden konnten wir auf zwei nagelneue Modelle von Corsair und OCZ mit dem vielversprechenden Sandforce SF-1200 Controller zurückgreifen, der über einige Besonderheiten verfügt, auf die wir im weiteren Verlauf des Reviews noch dezidierter eingehen werden. Darüber hinaus präsentieren wir auch einen Anwärter auf den Preis-Leistungs-Thron von Super Talent, die Ultradrive GX SSD erfreut sich allergrößter Beliebtheit, ein stichhaltiges Argument also, um dies eingehend zu überprüfen. Selbstverständlich vergleichen wir in diesem Part II die Testresultate mit denen des ersten Teils und den damals ebenfalls verwendeten HDDs, so daß euch keine wichtigen Eckdaten entgehen. Als einzige neue HDD haben wir die Samsung F4 noch integriert, damit auch in diesem Bereich die Aktualität gegeben ist.
Schauen wir uns also gemeinsam an, welche technischen Neuerungen der Sandforce Controller zu bieten hat und ob er die bisherigen Spitzenreiter in die Schranken verweisen konnte, dazu wünschen wir viel Vergnügen...




Die technischen Daten der SSDs:






Der Preis pro GigaByte läßt sich sehr leicht ausrechnen, in dem wir den Preis durch die Speicherkapazität teilen. Die Festplattenhersteller rechnen die Speicherkapazität nach dem dezimalen Zahlensystem aus, obwohl der Computer ja im Binärsystem arbeitet. Darum müssen wir die vom Hersteller angegebene Speicherkapaziät durch den Faktor 1,074 teilen, um die wahre Speichergröße zu bestimmen und dann den Preis pro GigaByte entsprechend ausrechnen.

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit einer Festplatte. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Festplatten im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Festplatte beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen, Einsatzdauer, Ein-Ausschaltvorgänge, Vibrationen usw.
Der Wert errechnet sich aus der akkumulierten Laufzeit einer gewählten Anzahl von Testmustern unter Laborbedingungen, geteilt durch die Anzahl der aufgetretenen Fehler. Wenn ein Hersteller z.B. 1000 Exemplare einer Festplatte ein Jahr lang unter Laborbedingungen laufen läßt, kristallisieren sich bestimmte Aussagen heraus. Die akkumulierte Betriebsdauer beträgt demnach 1000 x 24 x 365 Stunden (8.760.000 Stunden). Fallen in dieser Zeit acht Platten aus, kommt der Hersteller auf eine MTBF von stolzen 1.095.000 Stunden.




SSDs, die technischen Fakten:

Alle Hersteller preisen ihre Solid State Disks als technisch überlegen an, sie sollen konventionelle Festplatten innerhalb der nächsten Jahre ablösen, aber ist das wirklich so einfach?
SSDs schreiben die Daten nicht auf ferromagnetische Scheiben, sondern auf Flashchips analog zu USB Sticks. Da eine SSD über keine beweglichen Bauteile verfügt, sind die Vorzüge diesbezüglich schnell zusammengetragen: es sind keine betriebsbedingten mechanischen Schäden möglich. Weitere Vorteile liegen auf der Hand: ein nahezu geräuschloser Betrieb, Shockunempfindlichkeit, minimale Wärmentwicklung. Da nicht erst ein Schreib/Lesekopf an eine bestimmte Position gefahren werden muss, sind die Daten sofort verfügbar, was in ultraschnellen Zugriffszeiten resultiert. Aber nicht nur was die lineare Transferrate angeht, haben SSDs einen prinzipiellen Vorteil gegenüber herkömmlichen Festplatten. Vor allem Zugriffe auf verstreute Daten sind ihre große Stärke. Dazu gesellt sich ein deutlich geringerer Strombedarf, was die Umwelt und den Geldbeutel schont.
Wo aber liegen die Nachteile?
dazu müssen wir etwas weiter ausholen: wie wir ja alle wissen, gehört zu den wesentlichen Eigenschaften eines Speichermediums drei entscheidende Kriterien: 1. die Speicherkapazität, 2. die Übertragungsgeschwindigkeit und 3. die Zugriffszeit. Erst nach diesen drei Aspekten listen die Hersteller die Haltbarkeit der Daten und die Kosten auf, was ja schon mal das erste Stirnrunzeln verursacht.
Davon abgesehen hängen aktuelle SSDs ihre ferromagnetischen Konkurrenten in den genannten drei Kriterien locker ab. Das beginnt bei den Übertragungsraten, wo gute SSDs es auf 200 MByte/s und knapp darüber bringen. Diese Werte werden von Konsumer-HDDs nicht mal ansatzweise erreicht und auch Server Festplatten müssen sich arg strecken. Wobei man auch hier unterscheiden muß, denn Festplatten erreichen ihre höchste Performance auf den äußersten Bereichen ihrer Magnetscheiben und diese Performance differiert deutlich zu den Ergebnissen auf den inneren Bereichen. SSDs sind diese Performance Zonen gänzlich unbekannt. SSDs ziehen ihre Performance durch die Qualität des Controllers und über die Anzahl der zu verwaltenden Flashchips inklusive Cache. Grundsätzlich ist es aber so, daß der Datentransfer bis auf kleinere Amplituden nahezu gleich bleibt und auch hier muß eine HDD passen.
Ein anderes Thema ist das Schreiben von Daten, denn hier besitzen SSDs einen gravierenden Nachteil, mit denen sich wiederum HDDs nicht auseinandersetzen müssen: Festplatten beschreiben Sektoren, egal ob vorher Daten in ihnen gespeichert waren oder nicht. SSDs hingegen müssen erst mal einen Löschvorgang initiieren, wenn sie die Daten in einem Flashchip überschreiben wollen und das kostet eben Zeit. Das ist auch der Grund, warum die Schreibleistung einer SSD nicht ganz mit der Leseleistung korrespondiert. Kompensieren kann man dies zu einem kleinen Teil durch entsprechende Caches, die von den Herstellern auch eingesetzt werden. SSDs ohne diesen Buffer sollte man darum auch von seiner Einkaufsliste streichen.
Dazu kommt noch die begrenzte Zahl von möglichen Schreibzugriffen auf den Flash-Speicher. Während die einzelnen Speicherpunkte auf den HDD-Scheiben in Festplatten beliebig oft gelöscht und wieder beschrieben werden können, ist die Zahl dieser Zyklen in den Flashchips begrenzt und unterliegt großen Schwankungen. Somit ist die Lebensdauer aufgrund der limitierten Anzahl von Lösch- und Schriebvorgängen begrenzt. Womit wir wieder bei der Qualität des Controllers angelangt sind, zumal nicht zuletzt er darüber entscheidet, wie die Daten auf die Speicherzellen verteilt werden. Existieren defekte Zellen, sollten diese über entsprechende Fehlerroutinen erkannt und aussortiert werden. Das klingt in der Theorie logisch und einfach zu handeln, die Praxis sieht allerdings etwas anders aus.
Aber der Controller ist nicht das alleinige Qualitätssiegel einer SSD, denn auch die Art der verwendeten Flashtechnik spielt eine entscheidene Rolle und bestimmt letzendlich die Performance und Haltbarkeit der Flashchips. Für weitere Details zum Thema MLC und SLC lest dann bitte gleich das nächste Kapitel, wo wir dieses Thema weiter ausführen.




Unsere Test-SSDs:

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Alle Hersteller liefern ihre SSDs mittlerweile in recht ansehnlichen Verpackungen, wobei man auch dort natürlich noch unterscheiden muß zwischen Testsample und Retail Verpackung. Die OCZ Vertex 2 SSD und auch die Super Talent Ultradrive GX bringen ihre offiziellen Verkaufsverpackungen mit, die Corsair Force 120 SSD dagegen eine einfache Papphülle, die aber alle Zutaten der Retailverpackung enthält.
Die gute Nachricht gleich vorweg, alle unsere SSDs sind ab Werk schon mit der aktuellsten Firmware (bis Redaktionsschluß datiert) ausgestattet worden. Trotzdem bleibt die Frage offen, warum dies nicht mit einem entsprechenden Aufkleber auf der SSD signalisiert wird, so daß der Kunde sofort weiß: ich kann ohne große Umschweife installieren, denn die Firmware ist aktuell. Ist das nicht der Fall, weiß der Kunde dies auch und muß sie nicht erst umständlich in ein laufendes System hängen, um solche Informationen zu eruieren. Der Hintergrund ist einleuchtend: wer verzichtet schon gern auf ein per Firmware Update nachgereichtes elementares Feature wie den Trim Befehl, oder auf beseitigte Bugs innerhalb der Firmware ?

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Aber kommen wir zum ersten Testteilnehmer, der neuen Corsair Force 120 SSD, die per Firmware Update von kürzlich noch 100GB auf 120GB Kapazität erweitert wurde. Das sehr gut verarbeitete Aluminium Gehäuse weist einige Ähnlichkeiten mit der Performance Serie auf, die sich aber wirklich nur auf die Äußerlichkeiten beschränken. Unter der Haube erwartet uns der Sandforce-1200 Controller, dessen spezielle Vorzüge wir in einem separatem Kapitel beleuchten.
Neben dem Controller finden wir pro Platinenseite 8 Flashchips von Intel (29F64G08CAMDB), also insgesamt 16 an der Zahl. Die Lötqualität ist übrigens hervorragend, die Netzteil Hersteller sollten an dieser Stelle gern mal einen Blick riskieren und sich Notizen machen. Das Alu-Gehäuse ist zwar nicht übermäßig üppig in seiner Wandstärke ausgelegt worden, bringt aber trotzdem 77 Gramm auf Waage. Die Anschlußports für SATA und Strom wurden allesamt sehr sauber ins Gehäuse integriert und auf der Rückseite erkennen wir die notwendigen Bohrungen zur späteren Verschraubung in unsere Rechner. Das Zubehör ist durchaus sehr zweckmäßig einzuordnen, neben einem Einbaurahmen sind auch die dazu gehörigen Schrauben vorhanden. Anstatt der Blister-Schachtel hätten wir liebend gerne eine Antistatikhülle gesehn, aber wir hatten es ja schon angedeutet, die Corsair Retail Verpackung korrespondiert nicht mit unserem Testmuster.

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OCZ ist für seine gut ausgestatteten Retail-Ausführungen bekannt, insofern überraschen die gut gewählten Zutaten kaum. Neben der attraktiven schaumstoffgepolsterten Verpackung samt Antistatikhülle, finden wir ebenfalls einen Einbaurahmen samt Schrauben und die Garantieinfo. Das Beste sitzt aber in der Verpackung, die OCZ Vertex 2 hat von allen drei SSDs das aufwendigste Aluminium-Gehäuse, was sich auch im Gewicht von 90 Gramm niederschlägt.
Die Vertex 2 wird ebenfalls von einem Sandforce-1200 Controller gesteuert, diesmal allerdings mit 100GB Kapazität und der Standard Firmware. Eine Vertex 2 Extended mit einer modifizierten Firmware, die analog zu Corsair ebenfalls 120GB Kapazität ermöglicht, ist bereits für ende Juli angekündigt. Die Unterschiede sind aber nicht nur in der Kapazität begründet, sondern auch in den IOPS (Input/Output Operations Per Second). Die Standard Firmware wurde auf 10.000 IOPS begrenzt, die Firmware der Extended Version ermöglicht 50.000 IOPS, insofern darf man mit weiteren Performance Steigerungen rechnen.
Die verbauten Kompoenten haben viele Gemeinsamkeiten zur Corsair Force SSD. Nicht nur der Sandforce Controller, wenn auch mit anderer Firmware, die 16 Flashbausteine (8 pro Platinenseite) stammen ebenfalls von Intel (29F64G08CAMDB). Auch hier wurde die Lötqualität zelebriert und sehr viel Wert auf eine vorzügliche Verarbeitung gelegt. Diese Vorzüge setzen sich beim Andocken der Daten-und Stromports fort, da wackelt absolut nichts, besser gehts nicht.

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Kommen wir zum dritten Protagonisten dieses Roundups, der Super Talent Ultradrive GX SSD. Die Verpackung läßt zunächst größeres und eine mögliche Fehlbestellung vermuten, tatsächlich aber schält sich auch hier eine SSD aus der Verpackung. Das Gehäuse besteht ebenfalls aus Aluminium, wurde aber weniger üppig dimensioniert, daraus resultiert ein Gewicht von 53 Gramm. Die Extras umfassen eine Antistatikhülle und vier Schrauben, ein Einbaurahmen fehlt leider. Dafür hat Super Talent als einiger Hersteller so etwas wie ein Handbuch beigelegt.
Als Controller kommt der Indilinx Barefoot zum Einsatz, der mit 16 Samsung Speicherchips (jeweils 8xK9LBG08U0MPCB0 pro Platinenseite) zusammenarbeitet und darüber hinaus auch noch einen 64MB Cachechip von Elpida als Bufferspeicher besitzt. Dieser SDRAM-Baustein arbeitet mit einer Taktfrequenz von 166 MHz. Die Verarbeitung der Platine samt Lötqualität darf auch an dieser Stelle als hervorragend attestiert werden, selbiges gilt für die Integration der Anschlußports. Nach anfänglichen Problemen bezüglich der Firmware und einigen friggeligen Up-and Downgrade Anweisungen dazu, hat sich die Firmware 1916 jetzt konsolidiert, so daß der störungsfreie Einsatz absolut gesichert ist.

Zwei entscheidene Merkmale haben aber alle SSDs in unserem Test gemeinsam: die Fertigung in 34nm, wodurch die Fertigungskosten erheblich, der Stromverbrauch leicht und die Geschwindigkeit deutlich steigen soll. Der zweite Aspekt betrifft die Nand-Flash Speicherarchitektur MLC. Zur Zeit existieren zwei verschiedene Arten von NAND-Flash-Chips: SLC- (Single Level Cell) und MLC- (Multi Level Cell) NAND-Flash-Chips. Im Gegensatz zu den SLC Flash-Chips, die 1 Bit pro Zelle abspeichern, sind MLC Flash-Chips in der Lage, 2 Bit pro Speicherzelle abzuspeichern. MLC NAND-Flash Chips können somit die doppelte Menge an Daten speichern bei gleicher Größe. Durch diese Art der Datenspeicherung sind MLC Flash-Chips im Gegensatz zu SLC Flash Chips aber auch etwas langsamer, erreichen maximal 20.000 bis 30.000 Schreib-/Löschzyklen und verbrauchen mehr Strom. Single-Level-Cell-(SLC-)Bauelemente hingegen sind nicht in der Regel nicht nur schneller als MLC-Chips, sondern verkraften üblicherweise auch bis zu 100.000 Schreib-/Löschzyklen. Allerdings brauchen sie ein Mehrfaches der Siliziumfläche von MLC-Chips und sind dementsprechend wesentlich teurer.




Sandforce Besonderheiten:

Einige unserer Leser werden sich sicherlich fragen: was ist denn so besonderes am Sandforce Controller, das so viele Hersteller darauf umschwenken?
Eine durchaus berechtigte Frage, die wir jetzt etwas komprimiert skizzieren wollen. Zunächst einmal verfügt der Sandforce Controller (egal ob SF-1200 oder SF-1500) über keinen separaten Cachespeicher, wie nahezu alle anderen Controller, sondern über einen sehr kleinen Cachebereich im Controller selbst. Dadurch entfällt die Blockfragmentierung und der gleichzeitige Performance Verlust, der ja durch Garbage Collection oder ähnliche Performance Refresh Funktionen aufgefangen werden muß.
Um eine hohe Schreibleistung zu erzielen, geht der Sandforce Controller einen anderen Weg und der heißt DuraWrite. Das bedeutet vereinfacht formuliert, das der Schreibalgorithmus die zu schreibenden Daten in Echtzeit zusammenfaßt und vor dem Schreiben komprimiert. Dabei werden die Daten dann auch gleich noch ohne Leistungsverlust verschlüsselt, um das Auslesen der Flashbausteine zu verhindern. DuraWrite ist aber nicht die einzige Performanceoptimierung, die genutzt wird. Die Schreibvorgänge werden grundsätzlich auf Redundanzen überprüfen und gleichzeitig optimiert und darüber hinaus intelligenter auf die einzelnen Flash-Zellen verteilt. Als Nebenprodukt dieser Optimierungen soll sich die Lebensdauer der einzelnen Flashzellen um das Achtfache erhöhen, was die Gesamtlebensdauer einer SSD nicht unerheblich beeinflussen dürfte. Wie bei all diesen Marketingversprechen, fehlen aber auch hier die entsprechenden Langzeiterfahrungen, die natürlich auch noch gar nicht existent sein können.
Wie bereits angedeutet existieren zwei Sandforce Varianten, einmal der SF-1200 Controller für den Consumer Bereich und dann der SF-1500, der neben weiteren Diagnoseoptionen auch eine Anbindung an die SLC-NAND Flashtechnik ermöglicht. SSDs mit dem Sandforce SF-1500 sind natürlich noch einmal ein gutes Stück teurer als SSDs mit dem minimal abgespeckte SF-1200.
Der Trim Befehl wird durch den Sandforce Controller natürlich auch komplett unterstützt, das nur der Vollständigkeithalber. Wichtig ist an dieser Stelle aber, das die SSDs mit diesem Controller bisher kein manuell einsetzbares Trimtool mitbringen, insofern ist der Einsatz trotz funktionierender Garbage Collection Funktion unter Windows XP oder Vista nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Da wären die SSDs mit Indilinx oder Intel Controller deutlich im Vorteil.
Es existiert noch eine Besonderheit, die sicherlich schon einigen Sandforce Besitzern aufgefallen sein dürfte, eine SSD mit diesem Controller bricht in ihrer Lese-und Schreib-Performance nach einer gewissen Zeit relativ unvermittelt ein und zwar genau dann, wenn alle Zellen einmal voll geschrieben wurden. Das dauert in der Regel sehr lange, wird sich aber nicht vermeiden lassen. Die Trim Funktion oder Garbage Collection hat darauf keinen Einfluß, das ist eine Eigenart des Sandforce Controllers, die vermutlich auch durch den fehlenden Cache und die Komprimierung beeinflußt wird. Einzige funktionierende Maßnahme wäre dann, die SSD mit einem entsprechenden Erase Tool wieder in den Auslieferungszustand zu versetzen. Es dürften diesbezüglich aber sicherlich auch noch entsprechende Firmware Updates erscheinen.
Als letztes noch ein Hinweis zu den Kapazitäten der Sandforce SSDs, nach denen wir sehr häufig gefragt werden. Die ersten Sandforce SSD verfügten über eine nutzbare Kapazität von 100GB, kurz drauf erscheinen dann welche, die 120GB bereitstellen. Woraus resultiert dieser Unterschied? Natürlich ist dafür in erster Linie auch ein Firmware Update verantwortlich, aber das wäre eben nur die halbe Wahrheit. Das entscheidene Stichwort ist in diesem Fall die Spare Area. Die Spare Area oder auch Over-Provisioning ist ein Teil des Flash Speichers, der exclusiv für den Controller reserviert ist und das nicht ohne Grund. Aus diesem Bereich greift der Controller auf freie Speicherblöcke zu, um damit zusammen mit Wear-Leveling die Schreibzugriffe zu beschleunigen und/oder defekte Speicherblöcke auszutauschen. Wie groß diese reservierte Bereich ist, hängt vom Controller ab. Beim Sandforce Controller waren das in der ersten Generation durchaus schon mal bis zu 30%. Neuere Sandforce Modelle dagegen verfügen nur noch über etwa 13% Spare Area, was die nutzbare Kapazitätssteigerung erklärt. Es ist also eine Kombination aus Firmware Update und verringerter Spare Area, was bei den SSDs mit Sandforce Controller zu einer Vergrößerung der nutzbaren Kapazität führte.




Der Einbau:

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Leider verfügen immer noch viele Gehäuse über keine nennenswerten Einbauoptionen für 2,5" Festplatten und SSDs, also schaut euch das vorhandene Gehäuse sehr genau an, bevor ihr eine SSD bestellt. Wir haben in unserem Lian Li PC-B70 diese Sorge glücklicherweise nicht und haben es uns nicht nehmen lassen, die Lian Li Einschübe noch mit zusätzlichen dünnen Gummiauflagen zu garnieren. Dies ist zwar für eine SSD nicht erforderlich, da sie ja keine mechanischen Bauteile besitzt, die schwingen oder dröhnen können, aber da wir alle unsere Laufwerke so einbauen, hat die Gewohnheit gesiegt.

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Als SATA Datenkabel verwendeten wir für alle Laufwerke grundsätzlich 50cm lange und speziell abgeschirmte Kabel von Silverstone, mit denen wir schon seit einiger Zeit vorzügliche Erfahrungen bezüglich Stecksicherheit, Dauerhaltbarkeit und Qualität sammeln konnten.




Das Sockel 1366 Testsystem:

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Installation und Tests:

Es versteht sich von selbst, das alle drei SSD mit den aktuellsten Firmwares bestückt werden sollten, um das volle Leistungspotential auszuschöpfen. Diesmal haben die Hersteller uns dies freundlicherweise schon abgenommen, alle drei SSDs waren mit aktuellen (Stand Artikelerstellung) Firmwares bestückt, sehr lobenswert.
Was den AHCI Treiber angeht, so sollte man wissen, das aktuell der MSAHCI Treiber von Microsoft, den Windows 7 standardmäßig installiert, die Trim Funktion unterstützt ! Der Intel Rapid Storage-Technologie 9.6.0.1014 kann dies auch, die Performance Unterschiede im Vergleich zum Microsoft MSAHCI-Treiber sind zwar nicht all zu groß, aber wer an seinem Intel ICH-Controller parallel zu einer einzelnen SSD noch einen RAID-Array aus HDDs betreibt, kann dies ab sofort auch zumindest unter Windows 7 tun, ohne das der Treiber die Trim-Funktionalität für die SSD cancelt ! Das bedeutet aber nicht, das ein Raid-Array aus SSDs trimtechnisch unterstützt wird, dieses Trim-Feature fehlt nach wie vor im Intel Rapid Treiber !
Installiert, eingestellt und optimiert wurde Windows 7 Ultimate 64Bit nach unserem entsprechenden Artikel:

Windows 7: SSD Optimierungen


In dem Artikel findet ihr auch weitere FAQs zum Thema SSD !
Die Temperaturen der Festplatten und SSDs wurden mit entsprechenden Sensoren sowohl an der Ober-und Unterseite der Festplatten gemessen, dazu verwendeten wir das digitale Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C). Einen Parallelcheck der Temperaturen haben wir mittels der Software Sensorik von HDTune Pro 3.50, HW Monitor 1.16 und Everest Ultimate 5.50.2183 versucht durchzuführen, die allerdings allesamt keine SSD Temperaturen auslesen können, weil eine SSD in der Regel keinen entsprechenden Hardware-Sensor besitzt. Die Raumtemperatur betrug während aller Tests exakt 20°C (klimatisierter Raum).
Die Lautheit der Festplatten wurde ca. 15cm von der Festplatte entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät geprüft, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Jeder Datenträger wurde exakt an der selben Stelle im Tower verschraubt, so daß diesbezüglich keine störenden Abweichungen zu registrieren waren. Dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.

Zur Leistungsverifizierung verwendeten wir folgende Programme:

1. PC Mark Vantage HDD
2. AS SSD Benchmark
3. Crystal Diskmark 2.2

Desweiteren stoppten wir für alle Laufwerke den Bootvorgang in Sekunden, wobei wir den Zeitraum vom Erscheinen des ersten Bios Screens bis zum verfügbaren Windows Desktop gestoppt haben. Das Starten von Anwendungen ist ein weiteres wichtiges Kriterium, dafür wählten wir Photoshop CS3 aus und stoppten den Zeitraum vom Programmaufruf bis zur Sichtbarkeit eine 5MB großen Bildes.
Um eine Aussage über den Kopierzeitraum zu erhalten, wurde ein 5GB großes Image verwendet, das wir auf die jeweiligen Datenträger kopierten. Die Installationszeit eines bestimmten Medium wäre natürlich auch interessant, wobei wir auf Spiele DVDs verzichteten, da die Qualität der optischen Laufwerke eine größere Rolle spielt, als das datenempfangende Laufwerk. Darum installierten wir Office 2010 von einer virtuellen Maschine (VMWare) aus und stoppten wiederum die Zeit.



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Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.

Auch unsere drei hinzugekommenen SSD-Testprobanden zeigen keine temperaturtechnischen Ausreisser, lediglich das sehr massive OCZ Aluminium-Gehäuse tendiert zu minimal geringeren Temperaturen, die im Vergleich aber trotzdem zu vernachlässigen wären. Ihre HDD Pendents werden insbesondere unter Last deutlich wärmer, aber auch das bleibt überschaubar, solange man sie in den aktiven Kühlkreislauf eines PC-Gehäuses einbindet.
Eine realistische Geräuschmessung der SSDs mag unter Laborbedingungen möglich sein, unsere Messgeräte sind da völlig überfordert. Die SSDs sind aber auch objektiv nicht als Geräuschkulisse wahrnehmbar, egal ob sie nun eingebaut sind oder auf dem Schreibtisch liegen.
Die neue Samsung F4 weißt eine sehr ähnliche Geräuschcharakteristik wie die F1 oder F3 mit ebenfalls einem Platter auf und agiert sehr leise. Die alte Raptoren Generation war ohne Entkoppelung und Dämmung kaum zu ertragen. Die neuere VeloCiraptor Generation arbeitet dagegen deutlich leiser, darf aber trotzdem zumindest entkoppelt verbaut werden. Selbiges gilt auch für die Black Caviar mit zwei Plattern, die zudem beim Zugriff deutlich knarzt.



Wenig überraschend können die SSDs sich auch hier von ihrer besten Seite zeigen und sich somit deutlich von der HDD Konkurrenz absetzen. Für empfindliche Ohren gibt es darum absolut keine Alternative zu einer SSD. Bezüglich der Zugriffsgeräusche verhalten sich die Samsung F4 und F3 sehr respektabel und schonen die Nerven des Anwenders. Die aktuelle WD VeloCiraptor liefert da ein recht ausgewogenes Bild im Vergleich zur ersten Raptoren Generation, deutlich hörbar ist sie aber ohne Entkoppelung trotzdem. Die Black Caviar Festplatte kann diesbezüglich kaum mithalten, zumal das Zugriffsgeknarze schon leicht nervende Tendenzen entwickelt.
Die Vibrationen/Dröhnen können in einem massiven (SECC 1.0) PC-Tower aus Stahl beinahe gänzlich absorbiert werden. In dünnwandigen Alu-Towern sollte man in jedem Fall über eine Entkoppelung inclusive Dämmung nachdenken, eine entsprechende Empfehlung können wir diesbezüglich aussprechen, in denen ihr auch die konkreten Details zu den Entkoppelungen entnehmen könnt:

Aerocool AVN-1000 HDD Cooler

Smart Drive 2002 Copper Festplattenbox

Anzumerken ist in diesem Zusammenhang noch, dass das aktivierte Acoustic Managements (AAM) die dBA-Werte der HDDs im Schnitt um etwa 3 dBA senken. Wobei dies dann die Zugriffszeiten widerum geringfügig erhöht. Die Zugriffsgeräusche und Vibrationen bleiben vom AAM aber unbenommen, diese Problematik ist damit keinesfalls zu minimieren !



Bezüglich der Zugriffszeiten ergibt sich ein unverändertes Bild, die SSDs distanzieren die HDDs überdeutlich. Innerhalb der SSDs sind marginale Differenzen erkennbar, die controller-abhängig zu betrachten sind, aber kaum eine messbare geschweige denn spürbare Relevanz aufweisen. Nicht einmal die ultraschnelle VeloCiraptor ist der Zugriffsperformance einer SSD auch nur ansatzweise gewachsen. Dies ist auch eine der eklatantesten Bereiche, denn je nachdem wie verstreut die Daten auf der Festplatte oder SSD angeordnet sind, können sich diese Zeitunterschiede erheblich aufsummieren, so daß man auch ohne Stoppuhr oder Benchmarks den Unterschied spürt.
Bei den HDDs muß man differenzieren, hier zeigt sich sehr deutlich die Kehrseite der Ein-Platter-Technologie, denn die Zugriffszeiten korrespondieren nicht mit der durch die hohe Datendichte des einen Platters erzeugten Lese-oder Schreibperformance dieser Festplatten. Der Grund dafür ist ganz einfach erklärt, die Minimierung der Platteranzahl ist ausschlagebend für die Verlangsamung der Zugriffszeiten. Wenn dann noch das Acoustic Management aktiviert ist, multiplizieren sich diese Werte deutlich, so daß ein Einsatz als Systemfestplatte nahezu wegfällt. Wird AAm deaktiviert, relativieren sich diese schlechten Werte wieder ein wenig. Festplatten mit mehreren Plattern arbeiten aber naturgemäß performanter, wie sich im direkten Vergleich an der Caviar Black sehr schön ablesen läßt.




Crystal Diskmark simuliert das, was auf unseren Rechnern täglich vorwiegend geschieht, nämlich das Lesen und Schreiben in unterschiedlichen Blockgrößen. Hier entscheiden die Controller über die Performance der SSDs, wobei die Leseleistungen noch annähernd auf einem Level liegen.
Der neue Sandforce Controller (Corsair Force 120 und OCZ Vertex 2) setzt sich beim Lesen an die Spitze des Testfeldes und kann auch im Schreibmodus überzeugen. Der Indilinx Barefoot Controller (Mushkin und Super Talent) liefert im Schreibmodus zumindest auf der übertakteten Mushkin SSD die derzeitigen Topwerte. Spürbar sind die Benchmark Vorteile in der Praxis allerdings so gut überhaupt nicht, diese Illusion wollen wir darum gar nicht erst erzeugen.
Bezüglich der Lese-und Schreibleistung bei den HDDs stellt die VeloCiraptor von Western Digital nach wie vor das Mass der Dinge dar, da können auch die neuen Einplatter-Festplatten nicht im entferntesten dran klingeln, aber das hat wohl auch niemand ernsthaft erwartet.




PC Mark Vantage HDD generiert aus acht unterschiedlichen Abfolgen praxisnahe Scenarien, in denen beispielsweise Spiele simuliert werden, das Importieren von Bildern, Windows Defender, das Booten und auch das Kopieren von Daten wird einbezogen. Kurzum, PC Mark Vantage HDD vollzieht eine durchaus alltagstaugliche Analyse der Systemperformance mit dem Hauptaugenmerk auf die jeweiligen Datenträger. Auch hier legen unsere SSDs die Messlatte so hoch, das die HDDs nur noch wie Statisten wirken, anders kann man die Diskrepanz kaum umschreiben.




Die Bootzeitdauer ist zwar immer wieder ein gern diskutiertes Kriterium, allerdings sollte man sie auch nicht überbewerten, denn ob eine SSD nun das Betriebssytem in 27 oder 28 Sekunden bootet, ist irrelevant. Die HDDs fallen auch hier deutlich ab, wobei eine knappe Minute immer noch einen überschaubaren Zeitraum darstellt, in dem niemand ein Referat schreiben könnte.




Die HDDs benötigen nahezu die dreifache Zeit, um unser 5MB großes Bild in Photoshop CS3 zu laden, man darf also auch hier von einer deutlichen Zeitersparnis sprechen. Wie bei allen Messungen mit der Stoppuhr, haben wir den Mittelwert aus insgesamt 5 Versuchen gemittelt, um Fehler und Reaktionsungenauigkeiten auszugrenzen.




Die übertaktete Mushkin SSD kann sich hier etwas von ihren Konkurrenten absetzen, die SSDs mit dem Sandforce Controller halten aber sehr gut dagegen. Das bedeutet nun nicht, das die anderen SSDs an dieser Stelle versagen, alles unter 50 Sekunden ist eine ausgezeichnete Leistung. Die HDDs benötigten für den gleichen Vorgang mit Ausnahme der VeloCiraptor die dreifache Zeit.




Unsere Installation aus einer virtuellen maschine heraus erwies sich als recht praxisnah, zumal die direkte Installation von einem ROM-Laufwerk aus zu sehr von dessen Performance abhängt. Die Zeitdiskrepanzen sind zwar immer noch hoch, aber eine VeloCiraptor schlägt sich im Vergleich zu den SSDs doch recht wacker.
Viel deutlich ist aber die "Multitasking Fähigkeit" der SSDs, denn während der Installation war das Weiterarbeiten mit dem System problemlos möglich, so daß wir währenddessen an zwei Excel Tabellen experimentieren konnten. Das wäre zwar mit den HDDs auch möglich, aber auf Grund der deutlich höheren Systemlast eben doch sehr eingeschränkt und weniger performant. Auf der anderen Seite wird hoffentlich niemand ernsthaft auf die Idee kommen, während einer Programminstallation wichtige Schreib-oder Rechenarbeiten durchzuführen, denn sollte sich die Installation aufhängen, landen die anderen Daten sehr wahrscheinlich ebenfalls im Nirvana.


Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen und auf Grund von unterschiedlichen Systemen und Herstellungstoleranzen variieren können...!




vorläufige SSD-Topliste:

Eine Topliste für SSD werden wir ab sofort natürlich auch führen, Voraussetzung für eine Aufnahme ist allerdings, das die SSD auch aktuell verfügbar und supportet wird und nicht EoL eingestuft (End of Live) ist. Aus diesem Grund haben wir die Mushkin I/O SSD aus unserem ersten Teil nicht mit aufgeführt.

SSD-Topliste:
Corsair Force 120 120GB
OCZ Vertex 2 100GB
Intel X25-M G2 Postville 160GB
Corsair P128 128GB
Super Talent Ultradrive GX 64GB





Fazit:

Stellen wir uns nochmals die durchaus ernst gemeinte Frage: was hat zuletzt auf eurem System nach einer Hardware Aufrüstung einen objektiv spürbaren Performance Schub erbracht? der Wechsel vom Core2Duo E8400 auf einen E8600? wohl kaum...der Austausch einer HD4870 auf eine HD5870? ebenso wenig, der spürbare Zugewinn spielt sich nur in Benchmark Programmen ab und auf dem Konto eures Händlers...
Hier erwirtschaftet die SSD eine wohltuende Ausnahme, denn deren Einsatz spiegelt sich nicht nur in synthetischen Benchmarks wieder, sondern auch in der nachvollziehbaren und spürbaren Realität. Der Rechner bootet deutlich schneller, die Installation einer Applikation wird nicht länger zu einem Geduldsspiel und unser PC-Arbeitsalltag inklusive Datentransfer erhält einen nachvollziehbaren Schub.
Das sind beileibe nicht die einzigen Vorteile dieser Technik, der Einsatz in einem Notebook gehört sicherlich auch zu den Paradedisziplinen einer SSD, da sie auf Grund ihrer Robustheit und relativen Stoßunempfindlichkeit (1500 G zu 60 G einer HDD) einige Vorteile im Vergleich zu den ferromagnetischen Festplatten aufweisen. Überbewerten sollte man diesen Aspekt allerdings auch nicht, denn wenn das Notebook aus großer Höhe auf dem Boden aufschlägt, nützt es zunächst wenig, das die SSD nicht das Zeitliche gesegnet hat, während das Notebook nach dem Crash nicht mehr startet. Dazu gesellt sich neben der schieren Performance natürlich auch der geringere Stromverbrauch und die damit verbundene Schonung des Akkus.
Aber kommen wir noch einmal zu den grundsätzlichen Vorzügen und den kaum wegzudiskutierenden Nachteilen einer SSD:

Plus:
• hochwertige und massive Verarbeitung
• ausgezeichnete Transferleistungen (Schreib-und Leseleistungen)
• hervorragende Zugriffszeiten
• absolut Zugriffs-und Störungsgeräuschfreier Betrieb
• äußerst stoßresistente Technik
• keine mechanischen Bauteile
• geringer Platzbedarf und Gewicht
• sehr gute thermische Eigenschaften, bis 70°C belastbar
• teilweise längere Garantiezeiten
• minimaler Strombedarf

Minus:
• mangelhaftes Preis-Leistungsverhältnis (bis zu 3,88 € pro Gigabyte im Test)
• noch relativ geringe Kapazitäten
• kaum zu realisierende Datenrettung
• ohne Trim Unterstützung kaum praktikabel nutzbar, darum wäre Windows 7 dringend anzuraten
• viele Produkte wirken unfertig (anwesende ausgeschlossen)
• die komplexe Thematik erfordert viel Einarbeitung
• kaum Erfahrungswerte bezüglich der Haltbarkeit

Unsere drei neuen Test-SSDs reihen sich dank ihrer vorzüglichen Controller nahtlos in die Riege der zu empfehlenden SSDs ein, insbesondere die beiden SSDs mit dem aktuell Sandforce SF-1200 Controller (Corsair Force 120 und OCZ Vertex 2) spielen ab sofort eine gewichtige Rolle bei der Verteilung der Performance Krone. Die SSD von Super Talent mit dem schon bewährten Indilinx Barefoot Controller haben wir ganz bewußt mit ins Testfeld aufgenommen, zumal sie sich insbesondere für preisbewußte Anwender empfiehlt und darüber hinaus auch performance-technisch sehr gute Werte liefert.
Einen Testsieger werden wir allerdings auch diesmal nicht küren, weil es einfach zu viele Aspekte gibt, die es zu berücksichtigen gäbe und weil sie keiner wirklich bis ins Detail perfekt beherrscht. Wer die aktuell in fast allen Belangen schnellste SSD präferiert, der greife zu einer SSD mit Sandforce Controller (Corsair Force 120, OCZ Vertex 2), wer es lieber komfortabel mag und sich keinen Kopf über aufwendige Firmwareupdates machen möchte, weil sie unkompliziert absolviert werden können, der greife zur Intel X25-M G2 Postville, zumal sie an Zuverlässigkeit kaum zu toppen wäre und auch das beste SSD Tool mitbringt. Die SSDs mit Indilinx Barefoot Controller (Super Talent Ultradrive GX) sind ebenso zu empfehlen, auch wenn sich ein Firmware Update etwas aufwendiger gestaltet. Mushkin hat inzwischen komplett auf den Sandforce Controller umgestellt (Mushkin Callisto), die I/O Serie mit Indilinx Controller ist aber in einigen Shops noch erhältlich. Sicherlich werden einige unsere Leser bemängeln, das auch diese SSDs noch keine SATA-Revision 3.0 respektive SATA 6Gb/s Integration besitzen. Das ist performancetechnisch zu verschmerzen und bis zur Realisierung ohnehin nur eine Frage der Zeit.
Eines wollen wir auch diesmal nicht unter den Tisch fallen lassen, die Faszination SSD wird nur dann in der Praxis fruchten, wenn man denn die Fallstricke dieser Technik kennt, die Einarbeitungszeit in die Thematik nicht scheut und die Zeit investieren mag, sein Betriebssystem entsprechend korrekt einzustellen, wobei wir ganz klar Windows 7 präferieren. SSDs bieten sich auch auf Grund ihrer Größe durchaus schon als Systemdatenträger an, auf der neben dem Betriebssystem auch alle Programme und Spiele ihren Platz finden, wenn man die magische 80% Schwelle im Auge behält, über die hinaus eine SSD nicht mit Daten gefüllt werden sollte. In unserem Optimierungsartikel zu Windows 7 findet ihr unter dem Kapitel Wear-Leveling die Erklärung dafür.
Als reiner Datenparkplatz oder Backup Reservoir wären eine SSD immer noch eher ungeeignet, zumal sie dort ihre Stärken kaum ausspielen kann und weil der pekuniäre Aufwand immer noch erhebliche Breschen ins Portemonnaie reißt, die speziell dafür noch in keinem Verhältnis stehen. Eine SSD ohne Trim Unterstützung gehört jetzt schon ins Technikmuseum, von solchen Exemplaren können wir nur abraten, insofern sind alle potentiellen Interessenten mit unseren Testobjekten gut beraten, zumal diese Hersteller ihre Firmwares ständig weiterentwickeln und in der noch jungen SSD Technik schon relativ viel Erfahrung besitzen. Wir werden die SSD Thematik auch weiterhin sehr genau im Focus behalten und die weitere Entwicklung verfolgen. Sollten sich daraus neue interessante Ansätze herauskristallieren, werden wir dies in einem dritten Teil reflektieren. Als kleinen Leckerbissen zum Abschluß möchten wir euch noch einen Artikel empfehlen, der einen sehr direkten Bezug zum Thema SSD und Windows 7 aufweist: Windows 7: Installation auf neue SSD spiegeln Part I ...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Die Corsair Force 120 SSD, die OCZ Vertex 2 100GB SSD, sowie die Super Talent Ultradrive GX 64GB SSD erhalten den PC-Experience Award in Gold



Wir bedanken uns bei Corsair und OCZ sehr herzlich für die Bereitstellung der Testsamples und den freundlichen Support. Die Super Talent SSD wurde für dieses Review in einem Onlineshop unserer Wahl gekauft







Weiterführende Links:

Corsair Händlernachweis

OCZ Händlernachweis

Super Talent Händlernachweis



euer PC-Experience.de Team

Cerberus




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