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Achtung Seasonic Platinum Series 860W Netzteil im Test Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Seasonic Platinum Series 860W Netzteil







Einleitung:

Was wäre die Effizienzsteigerung aktueller Highend Netzteile ohne Seasonic? ein unbesetztes Chefbüro? nun wir wollen nicht zuweit vorausgreifen oder die Marketingrassel schütteln, aber dass sich Seasonic im Laufe der letzten zwei bis drei Jahre zu einem der innovativsten Netzteil Hersteller am Markt etabliert hat, ist wohl unbestritten. Insofern haben sicherlich viele potentielle Kunden auf die neue Platinum Serie ungeduldig gewartet und ihre Investionspläne noch etwas gezügelt. Die Konkurrenz hatte inzwischen vorgelegt und mit teilweise schwer verdaulichen Preisen sicherlich auch die eine oder andere Illusion begraben. Inzwischen sind die Netzteile der Seasonic Platinum Serie erhältlich, wenn auch leider nur in zwei Varianten: 860 und 1000 Watt. Da stellt sich natürlich die Frage, ob Seasonic es dabei beläßt oder diese Technik auch in Leistungskategorien anbieten wird, die eher dem Leistungsbedarf von Otto-Normaluser entspricht.
Abseits dieser Gedanken bleibt natürlich das Interesse an der schieren Technik und die Frage: was hat Seasonic im Vergleich zur vorzüglichen X-Serie verbessert respektive geändert? das ist auch exakt das, was wir wissen wollten, denn allein die Effizienzsteigerung von 80+ Gold zu 80+ Platin ist zwar ganz plakativ anzuschaun, verrät aber in der Regel wenig über den Aufwand, der dafür betrieben werden muß. In unserem 14-tägigen Test konnten wir diesbezüglich sehr genaue Erkenntnisse gewinnen und die werden wir jetzt in unserem neuesten Netzteil-Review mit euch teilen, dazu wünschen wir wieder viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• Seasonic Platinum 860W Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• modulare Kabelstränge mit Tasche
• Schrauben, Case Badge
• 5xKabelbinder, 6xKlettbänder
• Schraubendreher (Kreuz-und Schlitz)
• Handbuch (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: Seasonic
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 860 Watt
• 125 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 852 Watt (71 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 25 A
• +5,0 Volt: 25 A
• +12 Volt: 62 A
• -12 Volt: 0,5 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Versionen: 2.3
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC: ja
• Lüfter: 120mm (2-Stufenmodus, einstellbar, S²FC & S³FC)
• Kabelmanagement: ja (vollmodular)
• DC-to-DC Technik: ja
• LLC-Resonanzwandler: ja
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: kompletter sekundärer Filterbereich incl. VRM Platine
Schutzmechanismen:
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×190) mm
• Gewicht: 2,1 Kg (ohne Verpackung und ohne Kabelstränge)
• Fertigung nach RoSH Verordnung
• MTBF: keine Angaben
• aktueller Marktpreis: ca. 209 € (Stand: Redaktionsschluß)
• bisherige Varianten: 860 und 1000 Watt
• 80+ Einstufung: 80 Plus Platin
• Garantie: 7 Jahre




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Sonderlich spektakulär kommt die Verpackung nicht daher und das ist auch gut so, was in dieser Hinsicht zuweilen auf den Verpackungen an Marketing Blüten stilisiert wird, spottet wirklich jeder Beschreibung. Die Zubehörliste wurde ein wenig verlängert, scheinbar erreichte unsere letzte Kritik doch noch die richtige Adresse. Neben dem Netzteil finden wir in der Schachtel die mittlerweile obligatorische Kabeltasche nebst Kabelsträngen und einem Kaltgerätekabel. Darüber hinaus liegen jetzt fünf Kabelbinder, sechs Klettbänder, die unverzichtbaren Schrauben und ein Case Badge bei. Als besonderes Gimmick spendierte Seasonic diesmal sogar einen kleinen Schraubendreher mit drehbarer Spitze. Ein mehrsprachiges Handbuch fehlt natürlich auch nicht, sehr viele technische Informationen werden dort aber nicht angeboten.
Rein optisch wirkt das Platinum Netzteil sehr dezent, was sicherlich auch an der platinfarbenen Pulverbeschichtung liegt, die nun mal keine besonders auffälligen Farbtupfer setzen kann, wenn man beim Thema Platin bleiben will. Diesbezüglich ist 80+ Gold sicherlich das zumindest optisch interessantere Thema. Das recht verschachtelte Stahlgehäuse wirkt extrem stabil, problematisch ist allein die Größe, zumal mit 190mm Bautiefe die ATX Norm recht deutlich verlassen wird. Prüft also bitte vorher sehr genau, ob eurer PC-Gehäuse dieses Netzteil aufnehmen kann, in einem engen HTPC wird dieses Netzteil kaum zu verbauen sein.

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Zweierlei fällt sofort auf, das neu gestaltete Lüftergitter schließt ebenso sauber und plan mit der Gehäuseoberseite ab, wie die perfekt integrierten Kabelports auf der Rückseite des Netzteils. Somit ergeben sich keinerlei Probleme beim Einbau, denn keine Netzteilklammer (z.B. Lian Li und Lancool) kann das Gitter nebst Lüfter zerquetschen und andererseits verlängern keine überstehenden Kabelports das Netzteilgehäuse noch zusätzlich. Ansonsten hinterläßt die Außenhülle samt aufwendiger Pulverlackierung einen sehr hochwertigen Eindruck, den wir für das Geld aber auch erwarten dürfen.
Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren wie üblich den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützen soll und wovon auch das Seasonic Platinum Netzteil maßgeblich profitiert. Mit 2,1 Kg Gewicht ohne Kabelstränge liegen wir in einem Bereich, der kein PC-Gehäuse vor allzu große Anforderungen stellen sollte, zumal die Netzteile aktuell ohnehin fast alle im Bodenbereich der Gehäuse verschraubt werden und dort biegen sich relativ selten die Bleche durch.

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Auch das Seasonic Platinum verfügt über einen Lüfter aus dem Lüfter-Sortiment von Sanyo Denki, was sich in der Vergangenheit eigentlich immer als gute Wahl erwies. Warum kein anderer Hersteller diese Lüfter einsetzt, erschließt sich uns nicht, aber das mag auch eine Frage des Preises sein. Der Lüfter weist folgende Hersteller-Kenndaten auf:

• OEM: Sanyo Denki
• Kennnummer: San Ace 9S1212F404
• Lagerung: doppeltes Kugellager
• Gewicht: 140g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 120x120x25
• Lüfterblätter: 7
• Betriebsspannung: 4,5 bis 13,8 Volt
• max. Lautheit: ca. 30dBA
• MTBF: ca. 40.000 Stunden bei 60°C
• max. Volumentransport (CFM): 70,6 (120,02 m³/h)
• max. Geschwindigkeit: 2200U/min
• maximale Stromaufnahme: 2,28 Watt
• Anschluß: 2-pin

Für den an der Elektronik minimal überarbeiteten Lüfter steht eine Maximaldrehzahl von 2200 U/min zu Buche, die allerdings nicht in einer Lautstärkezunahme resultieren, wie wir noch sehen werden. Es ist wie schon erwähnt schade, das so wenig Hersteller diese Lüfter verbauen, sie verfügen unisono über ein vorzüglich austariertes Lager und einen hochwertigen Motor, was seine Vibrationsarmut und der nebengeräuschfreie Lauf deutlich widerspiegelt. Der Lüfter wird im Hybridmodus über die Seasonic-Lüftersteuerung sowohl last-als auch temperaturabhängig angesteuert und zwar folgendermaßen: Bis 30% Last (+/- 5%) oder ca. 25°C läuft der Lüfter gar nicht, d.h. das Netzteil arbeit passiv gekühlt. Erst ab 30% Last und/oder 25°C schaltet der Lüfter in den sogenannten "Silent Mode", in dem er bis zum Erreichen der 50% Lastmarke bleibt, erst dann wird der Lüfter in den sogenannten "Cooling-Modus" versetzt, wo mehr Wert auf Sicherheit als auf Geräuscharmut gelegt wird. Der Silent Mode wurde also im Vergleich zur X-Serie ein wenig nach oben versetzt, dort nahm der Lüfter bereits ab ca. 25% Last seine Arbeit auf.



Sicherlich werden sich jetzt viele fragen: "was soll dann der Schalter hinten am Netzteil, wenn das Netzteil alles automatisch regelt?" nun, zugegebenermaßen kann dieser Schalter schon etwas verwirren, die Lösung ist aber denkbar einfach: wenn wir den hinteren Schalter auf "Normal" schalten, ist die Hybridsteuerung deaktiviert und der Lüfter läuft permanent aktiv mit, was ja in grenzwertig belüfteten PC-Gehäusen durchaus Vorteile erarbeiten kann. Stellen wir den Schalter auf "Hybrid" wird genau diese Steuerung aktiviert.
Was bedeutet das nun im Detail? bei deaktivierter Hybridsteuerung (S²FC) (Schalterstellung "Normal") läuft der Lüfter wie erwähnt permanent aktiv mit. Der Lüfter rotiert in diesem Modus bis zu einer Last von ca. 50% (+/- 5%) mit gemessenen 769 U/min. Ab 50% Last (+/- 5%) steigert sich der Lüfter dann kontinuierlich, bis er dann bei einer Last von 100% seine Maximaldrehzahl von gemessenen 1642 U/min erreicht.
Bei aktiver Hybridsteuerung (S³FC) entfällt der aktive Bereich bis 30% Last und/oder 25°C, in dieser Phase rotiert der Lüfter gar nicht, das Netzteil arbeitet also in diesem Modus komplett passiv gekühlt. Von 30% bis 50% Last (oder ab ca. 25°C) entspricht das Verhalten des Lüfters dann dem aktiven Modus, was sich auch in den Drehzahlen niederschlägt, also den schon erwähnten 769 U/min. Ab 50% Last aufwärts erreichen wir den Cooling-Modus, d.h. der Lüfter steigert sich von 769 U/min langsam aber stetig bis zu seiner Maximaldrehzahl von 1642 U/min, die er bei 100% Last abruft.
Auf eine Nachlaufsteuerung, die wir für ohnehin als gänzlich überflüssig erachten, wurde verzichtet. Hocheffiziente Netzteile benötigen dies im Normalfall nicht und wenn unser PC-Gehäuse tatsächlich über keine Gehäuselüfter verfügen würde, wäre der erste Schritt zu einer optimalen Be-und Entlüftung entsprechende Gehäuselüfter zu kaufen und einzusetzen, damit das Netzteil nicht mit der erhitzten Abluft des Systems konfrontiert wird. Bei den allermeisten aktuellen PC-Gehäusen sitzt das Netzteil ohnehin auf dem Gehäuseboden und kümmert sich nahezu ausschließlich um sich selbst, insofern entfällt eine Legitimation für eine Nachlaufsteuerung, die nur unnötig Strom verbraucht.



Die Verkabelung:

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Kabelmanagement im Netzteilbereich ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, wobei sich uns sehr oft die Logik dabei entzieht, denn nicht jeder potentielle Käufer ist parallel dazu auch gleichzeitig Modder. Selbstverständlich spielt hier auch die Qualität eine große Rolle, dem Einen sind die Kabelstränge nicht aufwendig genug gesleeved (ummantelt), dem Anderen sind sie zu steif, deswegen bevorzugt man lieber lange ungesleevte Kabel anstelle der eng gesleevten Kabelstänge eines Kabelmanagements. Wie die Hersteller es auch anlegen, irgend etwas findet sich immer als Kritikpunkt. Wir lassen diese müßige Diskussion mal beiseite und stellen davon unbenommen zwei Fakten in den Raum:

1. zusätzliche Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern erhöhen auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsreduzierungen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden dementsprechend viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil verloren.

Das wird keinen davon abhalten, auch weiterhin Kabelmanagement zu fordern, denn es ist trendy, sieht gut aus und suggeriert etwas wertiges gekauft zu haben. Insofern ist diese Diskussion auch mehr oder weniger müßig, weil sie entscheidend vom individuellen Geschmack geprägt ist.

Wie hat denn nun Seasonic dieses Thema behandelt?
genau wie in der X-Serie sind die einzelnen Kabelstränge des Kabelmanagements vollmodular angelegt, mit anderen Worten: es läßt sich jeder Kabelstrang entfernen. Rein technisch mag dies auf den ersten Blick wenig bis gar keinen Sinn ergeben, denn ohne Hauptkabelstrang sprich 24-Pin Mainboard-Stromanschluß starten Netzteile garantiert nicht. Auf der anderen Seite ließe sich ein defekter Hauptkabelstrang genauso problemlos austauschen, wie alle anderen modularen Stränge ebenfalls, der logistische Vorteil wäre also auch nicht zu unterschätzen. Der entscheidende Punkt ist aber der, das durch die physische Abkoppelung des Hauptkabelstrangs mehr Platinen-und Lötsicherheit gegeben ist, da weniger großvolumige Kaltlötstellen existieren, was wiederum mögliche Spannungsabfälle reduziert und Bruchstellen minimiert. Genau dies ist auch die Intention, die Seasonic damit verfolgt.

Die Anschluß-Bestückung des Seasonic Platinum 860W sieht folgendermaßen aus:

• 8x 4-pin Molex (PATA) Stromanschlüsse (bis zu 85cm lang, modular)
• 11x S-ATA Connectoren (bis zu 85cm lang, modular)
• 2x Floppy Y-Adapter (modular)
• 4x PCI-Express 6/8-pin Stromanschluß (60cm lang, modular)
• 1x 4+4 pin ATX12V/EPS12V (in 4+4 auftrennbar, 65cm lang, modular)
• 1x 8-pin ATX12V/EPS12V (65cm lang, modular)
• 1x 24-pin Mainboard-Stromanschluß (20+4 auftrennbar, 60cm lang, modular)
• vergoldete Kontakte (gilt für alle Anschlüsse)

An der Länge der jeweiligen Kabelstränge (entspricht der X-Serie) gäbe es nichts auszusetzen, die ist auch zwingend erforderlich, denn die Kabelwege verlängern sich, wenn das Netzteil im PC-Gehäuseboden verschraubt wird. Anschlußtechnisch ist alles vorhanden, eine aktuelle Grafikkartenbestückung und/oder SLI-Crossfire-Bestückung wäre demzufolge kein Problem. Elf SATA-Stecker sollten für die allermeisten Konfigurationen genügen. An der PATA-Steckerbelegung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, denn auch die acht 4-pin Molex Stecker, mit der praktischen Herausziehhilfe, haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Adapter für Floppy-Laufwerke fehlen nicht, ein entsprechendes Y-Kabel mit zwei Anschlüssen befinden sich im Lieferumfang.
Etwas unglücklich empfinden wir die Kabelkröpfung des 24-pin Hauptkabelstrangs, denn um die beiden Stecker in die entsprechenden Ports zu stöpseln, muß das Kabel mit dem kleineren Stecker relativ weit verdreht werden, was aber mehr ein optisches denn ein technisches Problem darstellt. Das sehr gut beschriftete Kabelmanagement als solches funktioniert erstklassig, auch bei Vollbestückung lassen sich alle Kabelports problemlos erreichen, die Kabelstecker rasten über einen klar definierten Druckpunkt ein und aus, auch wenn es beim ersten mal gelegentlich etwas störrisch vonstatten geht. Die Verarbeitungsqualität der Verkabelung als solche bewegt sich auf hohem Niveau und die Ummantelungen sind sorgfältig ausgeführt worden. Schöne schwarze Flachbandkabel oder individuell gesleevte Varianten wären sicherlich das I-Tüpfelchen gewesen. Elektrotechniker sehen das vermutlich ganz anders, denn die jeweiligen Adern wären optisch kaum noch zu unterscheiden, was eine Diagnose nicht unbedingt erleichtert.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort eine entsprechende Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen, zumal der von be quiet eingeschlagene Weg sich deutlich von den bekannten Topologien unterscheidet:

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Das schon aus der Seasonic X-Serie bekannt aufgeräumte Layout mit der doppelseitig genutzten Hauptplatine und der separaten großen Platine im Heck für die DC-to-DC VRMs und das Kabelamangement ist symptomatisch für diese Topologie. Sämtliche Platinen bestehen aus mit Epoxidharz getränkten Glasfasermatten und somit schon der gehobenen Qualitätsklasse FR4 und FR5, im Gegensatz zu den deutlich billigeren Pertinax Platinen FR1 bis FR3. FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und optimierte Hochfrequenzeigenschaften. Darüber hinaus bleibt uns auch der nicht selten penetrante Gestank der Pertinax-Platinen erspart, der ganz sicher nicht gesund ist. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Lötqualität bewegt sich auf gewohnt hohem Niveau, daran gibt es absolut nichts zu bemängeln. An keiner Stelle wurde zu heiß gelötet, schauen Steckerfähnchen übermäßig weit heraus oder wurde unprofessionell nachgebessert. Daran dürfen sich andere Hersteller gerne ein Beispiel nehmen.
Die Eingangsfilterung (EMI) übernimmt einmal mehr ein aufwendiger Yunpen-Netzfilter, gefolgt von einer ganzen Batterie an X-Kondensatoren >Y-Kondensatoren, sowie zwei Spuelen und einem MOV (Metalloxid Varistor). Das ist aber beileibe noch nicht alles, es folgen weitere X-Kondensatoren und X-Kondensatoren, die in der Nähe der beiden primären Kondensatoren positioniert wurden. Die im logischen Aufbau nun folgenden Brückengleichrichter von Infineon verfügen über ausgeprägte silberne Kühlkörper, die etwas üppiger gestaltet wurden, als noch in der X-Serie. Unterstützt werden die Gleichrichter von einer Creed Leistungsdiode. Die Schaltransistoren respektive Mosfets stammen ebenfalls von Infineon (IPP60R190C6) und leiten ihre Abwärme ebenfalls an separate Kühlkörper ab. Um den primären Bereich abzuschließen, dürfen natürlich nicht die beiden primären Elkos fehlen, es handelt sich um zwei Elkos aus dem Hause Nippon-Chemicon in der Güteklasse KMR, die mit einer Spannungsfestigkeit von jeweils 420 Volt aufwarten, über eine Kapazität von jeweils 390mikroFarad verfügen und bis 105°C als maximal Temperatur ausgelegt sind. Direkt vor den beiden Elkos sitzt die Tochterplatine für die DLL-Resonanzwandlung (Champion-Micro CM6901), um wirksam die möglichen Schaltverluste der Transistoren einzudämmen.
Der sekundäre Bereich des Platinum Netzteils ist überwiegend von Polymer-Aluminium-Kondensatoren sprich Feststoff-Kondensatoren geprägt, wobei sich durchaus noch einige tradionelle Elkos finden lassen, die unisono von Nippon-Chemicon stammen (KZH, KY, usw.), wenn man mal einem einzelnen verträumten Rubycon Elko absieht, der qualitativ keineswegs minderwertiger einzustufen wäre. Die vier Leistungstransistoren (Mosfets) zur Erzeugung der 12Volt Schiene (das 1000W verfügt an dieser Stelle über acht Mosfets) sitzen übrigens alle auf der Unterseite der Hauptplatine, auch daran hat sich im Vergleich zur X-Serie wenig geändert. Allerdings werden diesmal keine Infineon IPD031N06L sondern Infineon BSC018N04LS Mosfets eingesetzt, die etwas weniger Abwärme entwickeln, denn diese Leistungstransistoren besitzen keine expliziten Kühlkörper, sondern müssen ihre Abwärme über ein Wärmeleitpad ans Netzteilgehäuse weiterreichen.
Die 12Volt Singlerail Kritiker können wir beruhigen, Seasonic hat schon in der X-Serie keine reinrassige Singlerail implementiert und auch in der Platinum Serie werden über den Trafo zwei Leitungen nach außen geleitet. Genial ist die patentierte VRM Anordnung auf der großen Tochterplatine des Kabelmanagements. Dadurch wird nicht nur Ordnung im Layout erzeugt, es minimiert die Wege und reduziert Schaltverluste. Diese VRMs für die DC-to-Dc Implementierung von 3,3 und 5 Volt verfügen über einen PWM Controller von Anpec (APW7159). Die Leistungstransistoren der VRMs stammen wiederum von Infineon. Der zentrale Steuerungschip für die chipkontrollierte Schutzschaltungen (Silicon Touch PS232F) sitzt auf einer der kleineren Tocherplatinen. Der Chip steuert die 12Volt Schiene und regelt die entsprechenden Schutzschaltungen (OCP, OCP, UVP usw.). Da an dieser Stelle bis zu vier 12 Volt Leitungen kontrolliert werden können, ist die Vermutung einer 12Volt Singlerail nachhaltig korrigiert. Damit hätten wir die wesentlichen Layout Highlights abgearbeitet und sehen uns wieder einmal darin bestätigt, das Seasonic keine Blendmechanik nötig hat, um eine nachvollziehbare Effizienzsteigerung zu realisieren.
Die Verarbeitung bewegt sich auf allerhöchstem Niveau, auch wenn der eine oder andere Siliconklecks hätte vermieden werden können. Das Seasonic Platinum Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordnung und auch den strengen EuP und ERP Richtlinien (ErP Lot 6 ready), die eine Absenkung der Standby-Verluste einfordern (weniger als 0,3 Watt). Dazu sollte man wissen und bedenken, das diese Mechanismen überhaupt erst dann greifen, wenn das verbaute Mainboard dieses Feature explizit unterstützt.




Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim Seasonic Platinum 860W Netzteil mit 209,6ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder FAST FA-828 initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät mit vier verschiedenen Sensoren ermittelt und ständig kontrolliert und zwar an den Hotspots des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1200 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle berücksichtigt.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 38 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 81 Ampere Belastung ab

OVP (Überspannungsschutz):
• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,26 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,51 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,11 Volt Spannung ab

- Die Stützzeit lag auf allen Schienen deutlich über den geforderten 17ms:
12Volt= 29,38ms, 5Volt=28,74ms, 3,3Volt=26,12ms. Diesbezüglich gibt es also ebenfalls keinen Anlass zur Kritik.

- Die Unterdrückung der Restwelligkeit stellt sich einmal mehr als Aushängeschild von Seasonic dar, unsere Messungen gehören in die Kategorie Herausragend.

- Bezüglich der Spannungsregulierung hat Seasonic Wort gehalten und alle Leistungsschienen unter die angestrebte Toleranzschwelle von 2% gedrückt, wenngleich dies auf der 3,3 Volt Schiene denkbar knapp erreicht wurde.

- Natürlich haben wir auch einen Crossloading-Test durchgeführt, in diesem Fall sah der so aus, das wir bei 100% Systemlast zusätzlich 14 bis 16 Ampere über die +3,3 Volt Leitung abgerufen haben. Das Gleiche haben wir über die +5 Volt Schiene wiederholt, auch hier zeigte sich das Netzteil stabilitätstechnisch unbeeindruckt. Lediglich minimale elektronische Surrgeräusche offenbarte das Netzteil in einem Hörabstand von ca. 20cm. Ein Extremtest mit 16 Ampere, sowohl über die 3,3 Volt als auch über die 5 Volt Schiene gleichzeitig, änderte an der Situation nichts. Überbewerten sollte man unser Experiment aber trotzdem nicht, weil so etwas in der Praxis einerseits kaum nachzustellen sein wird und andererseits auch daheim ohne überwachende Messgeräte nicht sonderlich zu empfehlen wäre.

- Was die Effizienz angeht, so liegt das Seasonic Platinum 860W deutlich innerhalb der der selbst ernannten 80+ Platin-Parameter (90% bei 20% Last, 94% bei 50% Last, 91% bei 100%Last) bei 230 V Eingangsspannung. Man kann das nun bewerten wir man möchte, es ändert aber nichts daran, das diese Wertetabellen kein Gütesiegel darstellen und als Qualitätsmaßstab für ein Netzteil bestenfalls rudimentär taugen. Wir haben es oft genug erlebt, das Hersteller alles daran setzen, die erforderlichen Zertifikatswerte zu erreichen und dann andere wichtige Aspekte vernachlässigen wie z.B. die Minimierung der Restwelligkeit und/oder die Vernachlässigung der Störimunität und Spannungstoleranzwerte. Nicht selten werden auch extrem verkürzte Kabelstränge verwendet, oder effizienz-komplizierende Bauteile zu entfernen, um die Resultate zusätzlich zu pushen. Das diese golden Samples dann oftmals gar nicht beim Verbraucher ankommen, sondern statt dessen kostenreduzierte abgespeckte Varianten, ist leider durchaus keine Ausnahme. All dies trifft auf das Platinum Netzteil von Seasonic nicht zu, das Netzteil für unseren Test stammt aus der laufenden Serie.

- Kommen wir zur Effizienz der 5VSB Schiene, die laut ATX Spezifikation mindestens 50% bei 100mA Last, mindestens 60% bei 250mA und mindestens 70% bei 1A Last betragen soll. Auch hier erreicht das Platinum Netzteil erstklassige Resultate mit seinen 62,6%, 77,1% und 78,6% Effizienz.

- Störgeräusche abseits unseres Crossload-Tests konnten wir an der Teststation keine aufspüren. Damit haben wir uns aber nicht zufrieden gegeben, sondern das Netzteil turnusgemäß auch in unsere Redaktionsrechner verbaut, um dort deren Zusammenwirken mit einem Sockel 1366 und unserem aktuellen Sockel 1155 System zu verifizieren. Auch dies ergab keinerlei negative Tendenzen bezüglich Spulenfiepen, Zirpen o.ä. störender Geräuschentwicklungen. Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations deaktivieren). Darüber hinaus sollten auch die Windows Energiesparmaßnahmen abgestellt werden. Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können! Sollte auch über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung erreicht werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte der Kunde nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschrecken.

- Der Sanyo Denki Lüfter konnte sich auch in diesem Test noch einmal deutlich empfehlen. Der hochwertige Sanyo IC-Motor gepaart mit einem akribisch austariertem doppeltem Kugellager stellt für jedes Netzteil eine Empfehlung dar. Störgeräusche wie Lagerschleifen, Klackern oder anders geartete Nervfaktoren sind diesem Lüfter fremd. Bleibt zu hoffen, das Seasonic noch möglichst lange an diesem Lüfter festhält.

- Schlußendlich werfen wir noch einen Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich auf 0,14 Watt belief, damit liegt das Seasonic Netzteil deutlich innerhalb der geforderten ErP Lot 6 ready Verordnung von "weniger als 1 Watt". Wir können es aber gar nicht oft genug betonen, dieser spezielle Sparmechanismus greift erst dann, wenn im BIOS des jeweiligen Mainboards auch die entsprechende Funktion (ErP ready) aktiviert wurde, ansonsten ist dieses Feature ein Papiertiger und nichts als eine Marketing Luftblase.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !





Fazit:

Mit der neuen Platinum Serie setzt sich Seasonic wieder an die Spitze der aktuellen Highend Netzteile, daran besteht für uns keinerlei Zweifel, dafür sprechen unsere Praxis Erfahrungen und die Messdaten eine zu deutliche Sprache. Entscheidend ist dafür das Zusammenspiel von Effizienzsteigerung und eingesetzter Technik. Das schon die X-Serie diesbezüglich die Messlatte gehörig nach oben verschoben hatte, konnten wir in einigen Reviews nachweisen, die Platinum Netzteile stehen dem in nichts nach. Der entscheidende Punkt ist aber der, das sich Seasonic keiner Taschenspielertricks bedient, um dieses Ziel zu realisieren. Andere Hersteller, mit dem ohnehin diskussionswürdigen 80+ Platin Emblem auf ihren Verpackungen, streichen da schon mal gern effizienzbremsende Komponenten aus dem Layout, um ihr Ziel sicherzustellen, nicht so Seasonic.
Extreme Stabilität, sehr hohe Leistungsreserven, Crossload-Verhalten, Minimierung der Spannungstoleranzen, all dies wurde nicht nur auf dem Beipackzettel abgedruckt, sondern auch real umgesetzt. Das die Build-Qualität, eine hohe Störimmunität und auch die Unterdrückung der Restwelligkeit mit diesen hohen Qualitätsansprüchen korrespondieren, versteht sich da fast schon von selbst. Darüber hinaus wertete Seasonic das Ausstattungspaket an einigen Stellen noch etwas auf, so daß der Kunde ein in sich komplettes Netzteilpaket erhält.
Die neue erweiterte kombinierte Lüftersteuerung gefällt uns ausgesprochen gut, der Kunde ist jetzt in der Lage das Netzteil auch permanent ventiliert zu betreiben, was in schlecht belüfteten Gehäusen und/oder beim Übertakten von entschiedender Relevanz sein kann. Als Leisetreter kann man dieses Netzteil nur bis zu einem Lastbereich von ca. 80% bezeichnen, darüber hinaus und insbesondere unter Vollast kann das Netzteil eindeutig als Geräuschquelle im Rechner identifiziert werden, aber Seasonic ging immer schon auf Nummer Sicher, lieber etwas lauter >dafür aber ganz sicher nicht überhitzt. Auf der anderen Seite dürften in diesen hohen Lastbereichen die entsprechenden Grafikkarten und CPU-Kühler das Lüftergeräusch des Platinum Netzteils eindeutig übertönen, darum sehen wir dieses Manko nicht als problematisch an und in einem 90 Watt Stromspar-HTPC hätte dieses Netzteil ohnehin nichts zu suchen.
So weit so gut? ja und nein, denn dass Seasonic bisher lediglich zwei Modelle anbietet und das auch noch in Leistungskategorien, die 95% der Anwender daheim nie benötigen werden, trübt die Euphorie dann schon gewaltig, zumal die Preisgestaltung nicht gerade auf Sparkurs fixiert wurde. 210€ für das Platinum 860W mag rein technisch betrachtet durchaus gerechtfertigt sein, stellt aber nichtsdestotrotz einen schwer verdaulichen Brocken dar, diesbezüglich hilft die verlängerte Garantiezeit auf 7 Jahre auch nicht sonderlich dabei, die Tränen zu trocknen. Auf der anderen Seite winkt aus der Ferne aber auch schon die kommende G-Serie von Seasonic, die hoffentlich in Verbraucher-relevanteren Kategorien anzusiedeln ist. Etwas unverständlich für uns und sicherlich auch für den Endkunden ist die fehlende Kommunikation bezüglich der 12Volt Schienen, die eine Diskussion über Singlerail/Multirail unnötigerweise wieder aufkeimen läßt, obwohl Seasonic dies sehr klar formulieren könnte.
Famous last Words: "und sitzt der Elko noch so locker, nichts geht über 80+ Schocker", könnte man sinnieren, aber keine Sorge, wir begeben uns jetzt nicht auf das Niveau einschlägiger Daily Soaps herab. Wer Spaß an dieser Technik hat, sollte sich den Blick auf diese famose Technik nicht verstellen und das Seasonic Platinum kaufen, egal ob nun vernünftig oder nicht, mehr Netzteil Technik geht aktuell nicht, zumindest nicht solange sich ein würdiger Nachfolger findet und der ist aktuell definitiv nicht in Sicht...

Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• hervorragende Verarbeitung, wertige Haptik
• extrem robuste Lackierung
• ausgezeichnete Effizienz in allen Lastbereichen
• sehr niedrige und nochmals optimierte Spannungstoleranzwerte
• extrem hohe Spannungsstabilität
• hervorragende Stabilität während unserer Crossload-Tests
• hervorragende Ripple and Noise Werte
• sehr hohe Leistungsreserven (bis maximal 1013 Watt)
• korrekt ansprechende umfangreiche Schutzschaltungen
• sehr gute active PFC-Werte
• gute Eigenkühlung
• sehr ausgewogener Lüfter mit exzellentem Lager
• kaum Störgeräusche durch die Netzteilelektronik, auch nicht bei Crossload-Versuchen
• vorbildlich beschriftete und nicht überstehende Kabelports
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• größenteils ausreichend lange Kabelstränge
• SLI/QUAD-SLI/Crossfire/Crossfire-X tauglich
• sehr gute Ausstattung
• überragende Lötqualität
• absolut hochwertige Bauteile
• sehr lange Garantiezeit (7 Jahre)

Minus:
• sehr teuer
• noch zu wenig Modell-Varianten






Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Seasonic Platinum 860W Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









Weiterführende Links:



Seasonic

Händlernachweis

Wir bedanken uns bei Seasonic sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support



euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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