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Achtung be quiet! Straight Power E9 400Watt Netzteil im Test Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

be quiet! Straight Power E9 400Watt Netzteil







Einleitung:

Vor fast einem Jahr kürten wir das be quiet! Straight Power E 400Watt Netzteil zu unserem neuen Preis-Leistungs Sieger in der Kategorie von 300 bis 450 Watt und an dieser Position konnte bis dato auch niemand nachhaltig rütteln. In 12 Monaten kann viel passieren und die Technik entwickelt sich in der Regel rasch voran, wobei die Hersteller im Netzteil Segment andere Entwicklungs-Kadenzen an den Tag legen, als die übrigen Lieferanten unserer Hardware. Bevor an dieser oder jener Stelle bewährte Technik über den Haufen geworfen wird, muß schon viel passieren, denn letztendlich geht es in diesem Segment eben nicht um Frames per Second, sondern um eine sichere und nachhaltig stabile Stromversorgung. Natürlich spielt eine Effizienzsteigerung dabei immer öfter eine entscheidende Rolle, aber den schwarzen Peter dieser Innovationsbringschuld haben sich die Netzteil Hersteller selbst zuzuschreiben, dazu haben sie die Karte der 80+ Zertifizierung inzwischen zu oft ausgespielt. Jetzt ist sie in den Köpfen der Konsumenten verankert und wird dementsprechend ständig nachgefragt. Insofern bringt es auch kaum noch etwas, permanent darauf aufmerksam zum machen, das 80+ kein Gütesiegel darstellt, sondern nichts anderes ist, als ein optisches Marketing Instrumentarium.
Aber kommen wir zum eigentlichen Thema zurück, be quiet respektive Listan hat vor kurzem die Straightpower Serie neu lanciert und so wurde aus der E8 die jetzige E9 Baureihe. An der Zusammenarbeit mit FSP hat sich nichts geändert und so verwundert es nicht, das sehr viel vom aktuellen FSP Aurum Netzteil im neuen Straight Power E9 verbaut wurde und warum auch nicht, Active Clamp + Synchronous Rectifier hat sich bisher eindrucksvoll bewährt. Darüber hinaus wird das neue E9 Netzteil jetzt durch einen 135mm Lüfter aus eigener Produktion ventiliert und die Effizienz weiter gesteigert, so daß sich ein erneuter Blick auf die be quiet Elkos in jeglicher Hinsicht lohnen sollte. Darum orderten wir wiederum bei einem Händler unserer Wahl ein passendes Gerät und schickten es durch unseren Testparcour. Was sich dabei an Daten und Fakten herauskristallisierte, könnt ihr wie immer in unserem ausführlichen Review nachlesen, dazu wünschen wir wieder viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• be quiet! Straight Power E9 400W Netzteil in Retailverpackung
• Kaltgeräteanschlußkabel
• vier Kabelbinder
• Schrauben
• Kurzanleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: FSP
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 400 Watt
• 120 Watt (10 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 384 Watt (32 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 24 A
• +5,0 Volt: 17 A
• +12 Volt V1: 18 A
• +12 Volt V2: 18 A
• +12 Volt V3: 18 A
• -12 Volt: 0,3 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Standards: 2.31
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktives PFC (bis zu 99%)
• Lüfter: be quiet! SilentWings 135mm (FDB Gleitlager mit Kupferkern)
• Kabelmanagement: nein
• Besonderheiten: Active Clamp + SR (Synchronous Rectifier)
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160mm)
• Gewicht: 1,64Kg (ohne Verpackung)
• bisherige Varianten: 400, 450, 500, 600, 700 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 63 € (400 Watt), Stand: Redaktionsschluß
• Zertifikate: 80+ Gold
• Garantie: 5 Jahre




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Der optische Vergleich zwischen E8 und der neuen E9 Serie fördert augenscheinlich kaum Änderungen zu Tage. Natürlich fällt der etwas größere Lüfter auf (von 120mm auf 135mm), der jetzt auch etwas zentraler auf dem Gehäusedeckel sitzt, aber ansonsten blieb alles beim Alten. Eine stabile Kunststoffaußenhaut gepaart mit einem noch stabileren Stahlkorsett stellt bei nahezu allen aktuellen be quiet Netzteilen die Corporate Identity dar. Das ist durchaus nichts negatives, zumal sich diese Optik vom sonstigen Einerlei der Netzteil Design deutlich abhebt, außerdem entwickelt diese Symbiose schon so etwas wie eine wertige Haptik, da auch die Lackierung in ihrer Güte und Kratzfestigkeit dazu paßt.
Das Zubehör hingegen wurden nicht modifiziert, ein Kaltgerätekabel, die vier Kabelbinder nebst Schrauben und ein Handbuch sind alles, was be quiet für den Preis spendiert, das ist nicht viel aber angemessen. 150×86×160mm erscheinen für diese Leistungsklasse immer noch ein wenig üppig, aber aktuelle PC-Gehäuse stellen ohnehin ausreichend Platz für unsere Schaltnetzteile zur Verfügung, darum spielen diese Abmessungen eigentlich nur in engen HTPCs eine Rolle.
Die Stabilisierung des Kabelstrangs übernimmt eine schmale aber wirksame Kabelmuffe, so werden die Stränge vor der Gehäusekante ausreichend geschützt. In diesem hinteren Bereich finden wir leider auch wieder überflüssige Belüftungsöffnungen. Überflüssig deshalb, weil sie nichts bewirken, außer das sie unnötigerweise warmer Abluft von den Rechner Komponenten ins Innere des Netzteils lassen und somit den Airflow des Netzteils stören.

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Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren wie üblich den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützen soll und wovon auch das be quiet Netzteil maßgeblich profitiert. Das aktuelle Lüftergitter ragt nur marginal über das Netzteilgehäuse hinaus, so daß es keine Versatzprobleme beim Einbau geben sollte. Wer das Netzteil in einem aktuellen Lian Li/Lancool Gehäuse verbauen möchte, wird sehr oft mit den neuen Netzteilklammern konfrontiert, die auf Grund ihrer strammen Umklammerung das Gitter samt Emblem durchaus zerdrücken könnten, sofern man das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbauen möchte. Aber diese Problematik sollte beim be quiet normalerweise gar nicht erst auftauchen. Zudem besteht ja grundsätzlich auch die Option, das Netzteil in Lian oder Lancool Gehäusen zu verschrauben und auf diese Klammern zu verzichten. Das Gewicht liegt mit 1.636 Gramm in etwa auch dem Niveau typischer Vertreter dieser Leistungsklasse, wobei das Gewicht keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität des Inhalts zuläßt.

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Auch die neue Straight Power E9 Serie wird mit Lüftern von Protechnic Electric ausgerüstet, oder zumindest nach eigenen Vorgaben. Die dazu verfügbaren Werksdaten lauten wie folgt:

• OEM: Protechnic Electric
• Kennnummer: BQT-T13525LF12
• Lagerung: HDB (fluid dynamic Bearing mit Kupferkern)
• Gewicht: 138g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 135x135x25
• Lüfterblätter: 7
• Betriebsspannung: 3,3 bis 13,8 Volt
• max. Lautheit: 13,7 bis 14,6 dBA
• MTBF: ca. 300.000 Stunden
• max. Volumentransport (CFM): 85,23 m³/Std (50,19 cfm)
• max. mögliche Geschwindigkeit: ca. 1200 U/min
• Stromaufnahme: 2,64 Watt (0,22A)
• Anschluß: 2-pin

Die lastabhängige Steuerung des Lüfters arbeitet beim neuen Straight Power E9 analog zur Steuerung des Vorgängers, d.h. es werden nach wie vor klar definierte Kennlinien verwendet, so daß der Lüfter bis ca. 50% Last mit einer fest eingestellten Drehzahl läuft. Erst dann wird die Drehzahl kontinuierlich erhöht, bis er dann bei 100% Last sein Maximum erreicht (796 U/min bei 7,53Volt Ansteuerung). Das Prinzip des Lüftereinbaus hat be quiet natürlich beibehalten, d.h. der Lüfter wurde so ins Netzteil integriert, das er ins Netzteil hineinbläst, so daß der Lüfter, falls er genügend kühle Luft ansaugen kann, die Netzteil Komponenten entsprechend ventiliert. Wird das Netzteil so verbaut, das es lediglich auf die warme Abluft der System-Komonenten zurückgreifen kann, sprich mit dem Lüfter gen Innenraum, ist dieser Kühleffekt keinesfalls optimal, was nicht selten eine Drehzahlerhöhung des Lüfters zur Folge hat. Hier hilft nur eine ausreichende Frischluftzufuhr sprich Be-und Entlüftung im System durch geeignete Gehäuselüfter im PC-Gehäuse. Sitzt das Netzteil am Gehäuseboden mit einer Lüfterausrichtung in Richtung Fussboden, wird es nur rudimentär mit dieser erhitzten Abluft konfrontiert, was dem Netzteil-Belüftungs-Ideal schon sehr viel eher entspricht.
Auf eine Nachlaufsteuerung, die wir für gänzlich überflüssig erachten, wurde verzichtet. Hocheffiziente Netzteile benötigen dies im Normalfall nicht und wenn unser System keine Gehäuselüfter besitzen würde, wäre der erste Schritt zu einer optimalen Be-und Entlüftung entsprechende Gehäuselüfter zu kaufen, damit das Netzteil eben nicht mit der erhitzten Abluft des Systems konfrontiert wird. Bei den allermeisten aktuellen PC-Gehäusen sitzt das Netzteil ohnehin auf dem Gehäuseboden und kümmert sich nahezu ausschließlich um sich selbst, insofern entfällt eine Legitimation für eine Nachlaufsteuerung, die nur unnötig Strom verbraucht. Der Lüfter wurde mit einem dünnen Entkoppelungsstreifen versehen, der verhindern soll, das sich Lüftervibrationen auf das Netzteil übertragen. Effektiver wären allerdings Entkoppelungsstifte gewesen, denn durch die Verschraubung auf den vier Sockeln im Gehäusedeckel ist der Vollkontakt zum Netzteil-Gehäuse ja immer noch gegeben.




Die Verkabelung:

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Kabelmanagement im Netzteilbereich ein immer wieder heiß diskutiertes Thema, wobei sich uns sehr oft die Logik dabei entzieht, denn nicht jeder potentielle Käufer ist parallel dazu auch gleichzeitig Modder. Selbstverständlich spielt hier auch die Qualität eine große Rolle, dem einen sind die Kabelstränge nicht aufwendig genug gesleeved (ummantelt), dem anderen sind sie zu steif, deswegen bevorzugt man lieber lange ungesleevte Kabel anstelle der eng gesleevten Kabelstänge eines Kabelmanagements. Wie die Hersteller es auch anlegen, irgend etwas findet sich immer als Kritikpunkt. Wir lassen diese müßige Diskussion mal beiseite stellen zwei Fakten in den Raum:

1. zusätzliche Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern erhöhen auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsreduzierungen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden dementsprechend viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil verloren.

Das wird keinen davon abhalten, auch weiterhin Kabelmanagement zu fordern, denn es ist trendy, sieht gut aus und suggeriert etwas wertiges gekauft zu haben. Insofern ist diese Diskussion auch mehr oder weniger müßig, weil sie entscheidend vom individuellen Geschmack geprägt ist.

Abseits dieser Diskussion ist aber viel interessanter, wie die Steckerverteilung beim Straight Power E9 ausschaut, zumal es in unserer Ausführung über kein Kabelmanagement verfügt:

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• 2xSATA, 2x4-pin Molex PATA, 1xFDD Stromanschlüsse (55+15+15+15+15cm lang, nativ)
• 3xSATA, 2x4-pin Molex (55+15+15+15+15cm lang, nativ)
• 1x PCI-Express 6+2-pin Stromanschluß (55cm lang, nativ)
• 1x PCI-Express 6-pin Stromanschluß (55cm lang, nativ)
• 1x 4+4-pin ATX12V/EPS12V (55cm lang, nativ)
• 1x 24-pin Mainboard-Stromanschluß (55cm lang, nativ)

An der Verkabelung als solche hat sich beim Straight Power E9 im Vergleich zum Straight Power E8 nur wenig geändert, die Länge und Güte der jeweiligen Steckverbindungen wurde exakt so beibehalten, dies gilt auch für die Steckerbelegung der entsprechenden Stränge. Was neu ist, ist die Anzahl der SATA-Stecker, diese wurden von 4 auf 5 Stecker erhöht. Darüber hinaus konnte sich be quiet dazu durchringen, diesmal zwei Grafikkartenanschlüssen zu integrieren, d.h. es sind jetzt 1x PCI-Express 6+2-pin Stromanschluß und 1x PCI-Express 6-pin Stromanschluß vorhanden, unsere Kritik wurde als erhört.
An der PATA-Steckerbelegung hat sich nichts geändert und daran gibt es auch nichts auszusetzen, denn auch die vier 4-pin Molex Stecker, leider ohne die praktische Herausziehhilfe, haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand drei Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten vier Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Floppy-Anschlüsse fehlen nicht, in einen der Hauptstränge wurde ein entsprechende Stecker eingebunden. Die hohe Qualität der Kabelummantelungen wurde beibehalten, die Schrumpfschläche wurden nicht zu dicht an den Steckern angebracht, so daß eine gewisse Grundflexibilität nach wie vor gegeben ist. Diese deklarieren wir ohnehin als hoch, da existieren auf dem Netzteil Markt möglicherweise optisch ansprechendere und engmaschigere Sleeves, die haben in der Regel aber auch den Nachteil einer geringen Flexibilität, was beim Verlegen der Kabel schon ziemlich nerven kann. Wenn es überhaupt etwas zu bemängeln gäbe, dann die Kabellänge des 24-pin Anschlußes, des 4+4-pin ATX12V/EPS12V und der beiden PCI-E Stränge, die mit ihren 55cm etwas knapp ausfallen. In großen Gehäusen kann da sehr schnell eine Verlängerung nötig sein.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort eine entsprechende Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen, zumal der von be quiet eingeschlagene Weg sich deutlich von den bekannten Topologien unterscheidet:

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Irritiert? hoffentlich nicht, keine Sorge zum Thema Active Clamp + Synchronous Rectifier kommen wir noch, jetzt schauen wir uns erst einmal an, wie be quiet respektive FSP den Innenraum gestaltet hat. Das Layout kommt sicherlich nicht nur uns bekannt vor, es entspricht im Großen und Ganzen dem des FSP Aurum. Für die Eingangsfilterung wurden ohne separate Platine zwei Y-Kondensatoren verbaut. Auf der Hauptplatine folgen zwei X-Kondensatoren, ein weiteres Paar Y-Kondensatoren und drei mit Gummitüllen isolierte Ringkernspulen. Dahinter folgt dann die Gleichrichterbrücke von Liteon mit eigenem relativ üppigem Kühlkörper. Daneben sehen wir auch noch die große Spule des Primärstromkreises mit einem sehr interessantem Begleiter. Es handelt sich hier um einen speziellen Feststoff-Kondensator, der u.a. auch dafür integriert wurde, um hochfrequente Störgeräusche zu eliminieren, sprich das allseits "beliebte" Netzteil Gefiepe, das mitnichten nur von lockeren oder schlecht isoliserten Spulen stammt. Der große primäre Kondensator stammt im Gegensatz zum FSP Aurum nicht von Nippon-Chemicon sondern von Capxon, verfügt über eine Kapazität von 220 mikroFarad, 420 Volt Spannungsfestigkeit und eine maximale Temperaturbealstungsgrenze von 85°C. Das kann man bewerten wie man möchte, wir sehen das als etwas übertriebenen Rotstift Einsatz an.
PFC und LLC werden über die patentierten ICs von FSP geregelt (MIATechnologie: Multiple Intelligence Ability) (FSP 6600 und FSP 6601), die darüber hinaus auch für die Steuerung von ZCS PFC (Nullstromschalter), Post SR, Active-Clamp als auch die MOV-Eingangsfilterungs-Funktion und den Zweikreisschutz vor Überstrombelastungen (Double-circuited OVP) verantwortlich zeichnen. Das ist auch der Grund, warum sich auf der Platine kein dezidierter MOV (Metal Oxyd Varistor) und auch keine separate Schmelzsicherung befindet. Dazu übernehmen die ICs dann auch noch die Überwachung von OVP, UVP, OCP, SCP, und OPP. Der IC auf der Sekundärseite kontrolliert dabei stets die ausgehenden Spannungen und kommuniziert im Bedarfsfall mit dem IC auf der Primärseite. Dieser passt dann die Parameter relevanter Komponenten in Sekundenbruchteilen an. Durch die wechselseitige Kommunikation der beiden ICs können Schaltungsverluste "aufgefangen" werden, die sonst verloren gehen könnten. Die Temperaturüberwachung (OTP) wird bei diesem Layout übrigens von einem separaten Chip auf einer kleinen Tochterplatine übernommen, die sehr nah am Hauptkabelstrang sitzt.
Im sekundären Stromkreis treffen wir wieder jede Menge Elkos von Capxon und einige wenige Vents und Nippon Chemicon Kondensatoren, wobei wir anmerken müssen, das wir diese Elko-Mischerei nicht unbedingt als ideal erachten. Ebenso wenig wenig ideal ist der leider typische Verzicht auf die sicherheitstechnisch notwendigen Schrumpfschläche an den Kabel-Platinenverlötungen, ein Umstand der leider recht häufig bei FSP-Layouts anzutreffen ist. Die FR4 Hauptplatine besteht aus Epoxidharz, ist also frei von Phenolharz und dementsprechend auch frei von gesundheitsschädlichen Aldehyden. Dazu noch ein paar Infos: FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und bessere Hochfrequenzeigenschaften. Ab FR4 darf man getrost von sehr hochwertig und ab FR5 von highend Platinen sprechen. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Lötqualität können wir als gut bis sehr gut attestieren, in dieser Preisklasse beileibe kein Selbstläufer. Auf der Rückseite der Platine sehen wir die Kontaktpunkte der drei virtuellen +12Volt Leitungen. Dort sitzen auch die Mosfets für die Ansteuerung der 3,3 und 5 Volt Leitung in Korrespondenz mit den FSP ICs. Die Mosfets für die +12Volt Leitungen sitzen auf der Vorderseite, charakterisiert durch die silbernen Kühlkörper.

Noch einmal zurück zum Thema synchrone Gleichrichtung:
die Überlegungen und das technische Grundgerüst, die hinter der synchronen Gleichrichtung stecken, sind zwar so neu nicht, aber nicht minder komplex:
Um den Wirkungsgrad eines Schaltreglers weiter zu steigern, ersetzt man die Dioden idealerweise durch einen oder im Fall von FSP durch mehrere passende Mosfets. Diese Beschaltung ähnelt dann einer Halbbrücken-Schaltung und man spricht vom Synchron-Gleichrichter (Synchronous Rectifier). Diese Erhöhung des Wirkungsgrades fällt bei kleinen Ausgangsspannungen immer stärker ins Gewicht. Die Begründung dafür ist, dass der anteilige Verlust der sonst üblichen Schottky-Dioden, durch deren Vorwärtsspannung von zirka 0,3 Volt ausgedrückt wird. Bei Abnahme der Ausgangsspannung steigen diese Verluste im Verhältnis immer weiter an, was natürlich unerwünscht ist. Ersetzt man die Diode hingegen durch einen entsprechenden Mosfet mit niedrigem RDS(on), kann man somit den Wirkungsgrad um einige Prozent erhöhen. Das ist auch der Grund, warum FSP diese Umsetzung als ideal ansieht, wenn es um die Herstellung von bezahlbaren hocheffizienten Netzteilen geht, denn der finanzielle Aufwand hält sich interessantwerweise in überschaubaren Grenzen und bildet darum ein willkommenes Äquivalent zur LLC-Resonanzwandlung.
Ansonsten sind wir recht zufrieden mit der Verarbeitungsgüte des Straight Power E9, unschöne Silicon Orgien zu Stabilisierung von Wackelkandidaten sucht man vergebens, der Innenraum wirkt wie aus einem Guss und ist dank kaum vorhandener Hotspots auch gut vom Lüfter zu ventilieren. Das ist auch einer der Gründe, warum keine Luftleitfolien eingesetzt werden, um den Luftstrom zielgerichtet zu steuern. Das be quiet Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordnung und auch den strengen EuP und ERP Richtlinien (ErP Lot 6 ready), die eine Absenkung der Standby-Verluste einfordern (weniger als 0,3 Watt). Dazu sollte man wissen und bedenken, das diese Mechanismen überhaupt erst dann greifen, wenn das verbaute Mainboard dies explizit unterstützt.




Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim be quiet Straight Power E9 Netzteil mit 224,6ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder FAST FA-828 initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät mit vier verschiedenen Sensoren ermittelt und ständig kontrolliert und zwar an den Hotspots des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1200 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle berücksichtigt.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 32 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 39 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 1: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 2: OCP schaltet bei mehr als 36 Ampere Belastung ab
• 12 Volt Schiene 3: OCP schaltet bei mehr als 36 Ampere Belastung ab

OVP (Überspannungsschutz):
• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,27 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,53 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 1: OVP schaltet bei mehr als 14,13 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 2: OVP schaltet bei mehr als 14,17 Volt Spannung ab
• 12 Volt Schiene 3: OVP schaltet bei mehr als 14,15 Volt Spannung ab

Die Stützzeit lag auf allen Schienen deutlich über den geforderten 17ms:
12Volt= 22,81ms, 5Volt=20,06ms, 3,3Volt=24,17ms. Diesbezüglich gibt es also ebenfalls keinen Anlass zur Kritik.
Die Unterdrückung der Restwelligkeit funktioniert analog zum FSP Aurum ausgezeichnet. Die diesbezüglichen Resultate des Straight Power E8, deren Ergebnisse auch schon sehr gut ausfielen, werden ebenso übertroffen.
Die Werte der Spannungsregulierung gehen in Ordnung, die PFC-Werte hingegen sind schon fast traditionell bei niedrigen Lasten sprich 5 bis 20% Last etwas niedrig.

Natürlich haben wir auch einen Crossloading-Test durchgeführt, in diesem Fall sah der so aus, das wir bei 100% Systemlast zusätzlich 10 bis 12 Ampere über die +3,3 Volt Leitung abgerufen haben. Das Gleiche haben wir über die +5 Volt Schiene wiederholt, auch hier zeigte sich das Netzteil stabilitätstechnisch unbeeindruckt. Lediglich elektronische Surrgeräusche offenbarten in einem Hörabstand von ca. 20cm, das wir das Netzteil über Gebühr beanspruchten. Ein Extremtest mit 12 Ampere sowohl über die 3,3 Volt als auch über die 5 Volt Schiene änderte an der Situation nichts. Überbewerten sollte man unser Experiment aber trotzdem nicht, weil so etwas in der Praxis einerseits kaum nachzustellen sein wird und andererseits auch daheim ohne überwachende Messgeräte nicht sonderlich zu empfehlen wäre.

Was die Effizienz angeht, so liegt das Straight Power E9 deutlich innerhalb der der selbst ernannten 80+ Gold-Parameter (88% bei 20% Last, 92% bei 80% Last, 88% bei 100%Last) bei 230 V Eingangsspannung. Man kann das nun bewerten wir man möchte, es ändert aber nichts daran, das diese Wertetabellen kein Gütesiegel sind und als Qualitätsmaßstab für ein Netzteil bestenfalls rudimentär taugen. Wir haben es oft genug erlebt, das Hersteller alles daran setzen, die erforderlichen Zertifikatswerte zu erreichen und dann andere wichtige Aspekte vernachlässigen wie z.B. die Minimierung der Restwelligkeit und/oder die Vernachlässigung der Störimunität und Spannungstoleranzwerte. Nicht selten werden auch extrem verkürzte Kabelstränge verwendet, um die Resultate zusätzlich zu pushen. Das diese golden Samples dann oftmals gar nicht beim Verbraucher ankommen, sondern statt dessen kostenreduzierte abgespeckte Varianten, ist leider durchaus keine Ausnahme. In unserem Fall können wir euch beruhigen, unser be quiet Netzteil stammt aus einem aktuellen Händler Regal.

Kommen wir zur Effizienz der 5VSB Schiene, die laut ATX Spezifikation mindestens 50% bei 100mA Last, mindestens 60% bei 250mA und mindestens 70% bei 1A Last betragen soll. Da liegt das be quiet deutlich im grünen Bereich mit seinen 62,1%, 73,3% und 77,2% Effizienz.

Störgeräusche abseits unseres Crossload-Tests konnten wir an der Teststation keine aufspüren. Damit haben wir uns aber nicht zufrieden gegeben, sondern das Netzteil turnusgemäß auch in unsere Redaktionsrechner verbaut, um dort deren Zusammenwirken mit einem Sockel 1366 und unserem aktuellen Sockel 1155 System zu verifizieren. Auch dies ergab keinerlei neative Tendenzen bezüglich Spulenfiepen, Zirpen o.ä. störender Geräuschentwicklungen. Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations deaktivieren). Darüber hinaus sollten auch die Windows Energiesparmaßnahmen abgestellt werden. Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können! Sollte auch über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung bewirkt werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte der Kunde nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschrecken.

Den be quiet! SilentWings E9 Lüfter stufen wir als einen der besten am Markt erhältlichen Netzteillüfter ein, was einerseits an einem vorzüglich austarierten und qualitativ sehr hochwertigen Lager und andererseits an einer ebenso gut implementierten Elektronik liegt. Im Vergleich zum vorherigen 120mm SilentWings Modell besitzt der 135mm Lüfter eine etwas andere Klangcharakteristik, d.h. der 135mm Lüfter klingt etwas weniger hochfrequent als das 120 Pendent, wodurch allein schon das subjektive Empfinden von ruhigerem Lauf wahrgenommen wird.

Schlußendlich werfen wir noch einen Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich auf 0,19 Watt belief, damit liegt das be quiet Netzteil deutlich innerhalb der geforderten ErP Lot 6 ready Verordnung von "weniger als 1 Watt". Wir können es aber gar nicht oft genug betonen, dieser spezielle Sparmechanismus greift erst dann, wenn im BIOS des jeweiligen Mainboards auch die entsprechende Funktion (ErP ready) aktiviert wurde, ansonsten ist dieses Feature ein Papiertiger.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !





Fazit:

Da ist es nun also, das neue be quiet Straight Power E9 und womit? mit Recht...es vereint prinzipiell alles, was wir von einem modernen Netzteil der gehobenen Mittelklasse erwarten: stoische Stabilität auch bei extremen Lasten, eine hohe Effizienz und damit stromsparender Betrieb, ein möglichst leiser und störungsgeräuschfreier Lüfter, die dazu passende Verkabelung, eine angemessene Ausstattung und natürlich ein möglichst nicht überzogener Preis. Das alles leistet das neue Straight Power E9 in souveräner Manier, wer ein aktuelles System bestückt und bei der Komponentenauswahl eine halbwegs vernünftige Marschroute festlegt, wird auch mit unserem 400 Watt Exemplar schon ausreichend versorgt sein. In unserem kleinen Test mit einem Intel Core i7-2600K, einer EVGA GTX 560 TI, 8GB Arbeitsspeicher, separater Soundkarte, einer SSD und zwei schnellen 2TB Festplatten zeigte sich das Netzteil gänzlich unbeeindruckt. Ansonsten existieren genug weitere Varianten dieser Baureihe, um auch Übertaktungen und/oder mehrere Grafikkarten zu berücksichtigen.
Noch einmal in Kurzform: Was hat sich im Vergleich zum Vorgänger technisch geändert? die Zusammenarbeit mit FSP kann auch dieses Netzteil nicht leugnen, wobei für das E9 die Technik aus dem FSP Aurum weitestgehend Pate stand, wobei natürlich Vorgaben von be quiet umgesetzt wurden. Ein weiser Entschluß, denn FSPs MIATechnologie (Multiple Intelligence Ability) kommt auch hier zum Einsatz. Das ist eine von FSP patentierte Weiterentwicklung der LLC-Halbbrücken-Konverter mit synchroner Gleichrichtung, die das Zusammenspiel zwischen Halbbrückenansteuerung und Synchrongleichrichtung optimieren und dadurch unnötige Schaltverluste verhindern. Vereinfacht formuliert, diese beiden speziellen ICs steuern sowohl PWM (Pulse-width Modulation), ZCS PFC (Nullstromschalter), Active-Clamp & Synchronous Rectifier als auch die MOV-Eingangsfilterungs-Funktion und den Zweikreisschutz vor Überstrombelastungen (Double-circuited OVP) abdecken. Dazu gesellt sich dann noch ein zweiter Kontrollchip für die restlichen Schutzschaltungen.
Die Lötqualität konnte weiter gesteigert werden, die Unterdrückung der Restwelligkeit war schon beim E8 auf einem hohen Niveau angelangt, dies wurde erfreulicherweise beibehalten. Was uns allerdings nicht gefällt, ist die Bestückung der Elkos, nun ist Capxon zwar keine Grabbeltischfirma, aber die grundsätzliche Abkehr von höherwertigeren Elkos aus dem Hause Nippon-Chemicon bei gleichzeitiger Preiserhöhung im Vergleich zum Vorgänger ist zumindest diskussionswürdig. Das Straight Power E8 war diesbezüglich mit seinem Elko-Mix zwar auch kein leuchtendes Vorbild, aber wenn wir uns die Bestückung des FSP Aurum anschauen (komplett Nippen Chemicon Elkos), dann sehen wir, das es auch anders geht, ohne das der Kunde gleich einen neuen Kredit aufnehmen müßte. Wenn wir jetzt den direkten Vergleich be quiet Straight Power E9 vs FSP Aurum 400 Watt ziehen, stellen wir anhand der einschlägigen Preisvergleiche fest, dass das FSP Aurum für knapp unter 50 € zu haben wäre, das be quiet Straight Power E8 für ca. 53€ und das be quiet Straight Power E9 Netzteil um die 63€ kostet (alle 400 Watt).
Ist der be quiet E9 Aufpreis trotzdem zu rechtfertigen? wir meinen ja, zumindest wenn es um den direkten Vergleich zum FSP Aurum geht, denn die grundsätzliche Technik ist zwar bis auf Nuancen identisch, aber das be quiet Straight Power E9 verfügt über den unbestreitbar hochwertigeren und störungsgeräuschfreieren Lüfter und ermöglicht somit in Verbindung mit einer dezent agierenden Ansteuerung einen eindeutig leiseren Betrieb. Darüber hinaus besitzt das E9 Netzteil eine minimal üppigere Steckeranzahl, so daß eine Systembestückung flexibler zu realisieren wäre. Spielen diese Faktoren nicht die primäre Rolle, obliegt die Kaufentscheidung dem persönlichen Geschmack respektive der pekuniären Situation. Wer bereits das Straight Power E8 besitzt, wird sich diese Frage allerdings kaum stellen, zumal ein Neukauf kaum zu rechtfertigen wäre, da die Stromersparnis auf Grund der etwas höheren Effizienz in keinem Verhältnis stünde, außerdem agiert das Straight Power E8 ebenfalls sehr leise. Wer noch keines der genannten drei Netzteile sein Eigen nennt, sollte das neue be quiet Straight Power E9 auf seiner Liste ganz nach oben setzen, denn für das Geld erhält der Kunde eines der der besten Netzteile in der Kategorie 400 Watt und das in jeder technischen und vor allem Preis-Leistungs relevanten Hinsicht...
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung der Außenhaut, wertige Haptik
• robuste hochwertige Lackierung
• sehr hohe Effizienz in fast allen Lastbereichen
• niedrige Spannungstoleranzwerte
• sehr gute Spannungsstabilität und sehr gute Stützzeiten
• sehr gute Ripple and Noise Werte
• recht hohe Leistungsreserven (bis 546 Watt)
• korrekt ansprechende umfangreiche Schutzschaltungen
• befriedigende bis gute active PFC-Werte
• keine Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• ausreichend lange Kabelstränge (teilweise)
• befriedigende Bauteilqualität, hochwertige Multifunktions-ICs
• sehr laufruhiger ausgezeichneter Lüfter
• gute bis sehr gute Lötqualität
• befriedigendes Zubehörpaket
• gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 63 €)
• lange Garantiezeit: 5 Jahre (Vor-Ort-Austausch-Service innerhalb des ersten Jahres)

Minus:
• Elko Bestückung optimierfähig
• Garantieangaben auf Verpackung falsch (statt 5 Jahren nur 3 Jahre aufgedruckt)
• Kabelstränge könnten länger bemessen sein
• keine Schrumpfschlauch-Isolierungen an den verlötenden Kabeln






Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das be quiet! Straight Power E9 400Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









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