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Achtung Windows 10: SSD-Praxis, die wichtigsten Fragen Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Windows 10 und SSDs ? Nach respektive vor dem Upgrade auf Windows 10 und/oder der Clean-Installation auf einer bereits vorhandenen oder zu kaufenden SSD fragen sich sicherlich viele Anwender: "wie verhält sich Windows 10 ? muss ich viel umstellen, welche Schalter sind für eine Optimierung wichtig bzw. nötig, damit die SSD optimale Voraussetzungen erhält und was gibt es sonst noch zu beachten ?"

- Update 03.08.2016 -


Diese und weitere Fragen wollen wir in diesem kleinen Ratgeber beantworten und die Betonung liegt auf klein, zumal sich die notwendigen Maßnahmen in überschaubaren Grenzen halten...
Eines gleich vorweg, Windows 10 unterstützt aktuelle SSDs nativ, was nichts anderes bedeutet, das keine weiteren separaten Treiber oder besondere Kunststücke notwendig wären, um eine SSD zu betreiben. Als empfehlenswerte Option sollte im Bios aber AHCI voreingestellt sein und/oder hinterher aktiviert werden:

Windows 10: AHCI-Nutzung und Umstellung ohne Fallstricke


Den Rest des Artikels verfassen wir im Interview-Stil, dadurch gestaltet sich das Ganze etwas übersichtlicher...!




Frage 1: Unterstützt Windows 10 die Trim Funktion und wie kann ich überprüfen, ob diese Option auch funktioniert ?

Antwort: Absolut ja, anbei dazu eine kleine Liste ->

• Windows 10 und Windows 10 Server: generelle Trim Unterstützung
• Windows 8, 8.1 und 2012 Server: generelle Trim Unterstützung
• Windows 7 und Windows 2008 R2 Server: generelle Trim Unterstützung
• Windows XP und Vista: keine Trim Unterstützung, manuelles trimmen über entsprechende Tools notwendig
• MacOS: keine Trim Unterstützung, erst ab Mac OS X 10.7 Lion oder über manuelle Tools wie beispielsweise "Trim Enabler"
• Linux: aktuelle Kernels unterstützen Trim, aber nur wenn in ext4 oder btrfs formatiert wurde

Überprüfen können wir die eigentliche Trim Funktion mit den vorhandenen Bordmitteln von Windows 10 leider nicht. Der allseits bekannte Befehl fsutil behavior query DisableDeleteNotify bewirkt keinerlei produktive Aktivitäten, weder für frühere Windows Versionen noch für Windows 10. Diese Syntax fragt lediglich im System nach, ob die Parameter für den Trim Befehl korrekt hinterlegt sind und ob die Bereitschaft für dessen Umsetzung grundsätzlich vorhanden sind.

Ob Trim auch nachweisbar funktioniert, wird zur Zeit nur mit einem Tool wie Trimcheck optisch aufbereitet:

SSD: Trim-Check mit Trimcheck




Für Dienjenigen, denen das alles nichts sagt, noch ein paar Erläuterungen: ein Betriebssystem, das den Trim ATA-Befehl umsetzen kann, also Windows 7/Windows 8/Windows 10 aufwärts, meldet dem SSD Controller, dass bestimmte gelöschte Datenstrukturen frei geworden sind. Dies nimmt der SSD Controller zur Kenntnis und markiert diese Datenblöcke als ungültig. Dadurch werden diese Blöcke quasi vom permanent protokollierten Merkzettel der SSD gestrichen und in den Ruhephasen des Laufwerks gelöscht. Dies wiederum hat zur Folge, dass diese jetzt frei gewordenen Datenblöcke sozusagen frisch renoviert wieder vom System möglichst ohne Performanceverlust verwendet werden können.




Frage 2: Richtet Windows 10 bei der Installation automatisch das Alignment/Offset richtig ein ?

Antwort: In jedem Fall immer dann, wenn ihr Windows 10 die Partitionierung frei überlaßt. Gebt ihr Windows 10 hingegen die Partitionierung vor oder wurde die SSD bereits im Vorfeld fertig partitioniert, solltet ihr vor der Installation von Windows 10 das Alignment/Offset entsprechend überprüfen. Zur schnellen Überprüfung könnt ihr dazu ein Tool wie AS SSD Benchmark verwenden. Das Aufrufen genügt, der Benchmark muß nicht komplett durchlaufen.


Und ja, auch unter Windows 10 bewirkt ein nicht konformes Alignment/Offset immer noch einen erheblichen Leistungsverlust. Wer zu diesem Thema weiterführende Unterstützung und Erklärungen benötigt, dem sei unser Artikel dazu empfohlen:

SSD-Alignment (Offset) nachträglich ohne Datenverlust ändern

Der Artikel hat nichts von seiner Aktualität verloren und die Lösungsansätze helfen immer noch dabei, ein verbogenes Alignment/Offset zu korrigieren.




Frage 3: Sollte ich die mitgelieferten und /oder online verfügbaren Tools der SSD Hersteller installieren und einsetzen ?

Antwort: Wenn es sich vermeiden läßt bitte nicht, es existieren aktuell keine externen SSD-Tools die eine Installation rechtfertigen könnten. Und für ein Firmware Update sind sie genauso wenig notwendig, eine sichere Umgebung über die entsprechende ISO wäre da in jedem Fall vorzuziehen.

Zum diesem Thema haben wir ebenfalls einen weiterführenden Artikel parat:

SSD-Tools: Fluch oder Segen ? eine Bestandsaufnahme...


Wer sein System also vor unmotivierten System-Irritationen und nicht nachvollziehbaren Problemen schützen möchte, sollte auf dererlei Software verzichten.




Frage 4: Wie schnell arbeitet eine aktuelle SSD unter Windows 10 ?

Antwort: Schneller als erwartet könnte diesbezüglich das erste Fazit lauten:


Wie man deutlich sieht, liefert Windows 10 über AHCI und dem windows-eigenen storahci Standard-Treiber schon sehr ansehnliche Werte. Dies liegt einerseits natürlich an der optimierten SSD Unterstützung seitens Windows 10 und andererseits aber auch an unserem aktualisiertem Hauptsystem und der ohnehin sehr schnellen Samsung 850 Pro SSD.

Wir haben aber noch einen zweiten Versuch gestartet und dafür extra den aktuellen Intel® Rapid Storage-Technologie Treiber der Version 14.8.0.1042 installiert:


Das Resultat fällt schon fast in die Kategorie Messungenauigkeit, so gering sind die Unterschiede. Das wird sicherlich auch darin begründet sein, dass der Intel Intel Treiber noch Optierungsspielraum besitzt und Intel in späteren Versionen eventuell noch eine Schippe drauflegt.
Wer die zusätzlichen Funktionen des Intel Rapid Treibers nicht benötigt, kann diesen Treiber aber zur Zeit beruhigt ignorieren und seine SSD dem storahci Standard-Treiber anvertrauen.




Frage 5: Muß ich davor Angst haben, das Windows 10 meine SSD aus Versehen defragmentiert ?

Antwort: Nein, Windows stellt die erforderlichen Parameter für die SSD nach der Installation von Windows 10 automatisch so ein, dass diese Option keine gezielte Relevanz erhält. Wer zusätzlich noch Festplatten im System besitzt, kann überdies deren Defragmentierung per Zeitplan nach Gusto steuern.







Davon abgesehen hat die Optimierung unter Windows 7, 8.1 und Windows 10 auf die native Trim-Funktion einer aktuellen SSD keinen nennenswerten Einfluß. Ein Betriebssystem, das den Trim ATA-Befehl umsetzen kann, also Windows 7 aufwärts, meldet dem SSD Controller, dass bestimmte gelöschte Datenstrukturen frei geworden sind. Dies nimmt der SSD Controller zur Kenntnis und markiert diese Datenblöcke als ungültig. Dadurch werden diese Blöcke quasi vom permanent protokollierten Merkzettel der SSD gestrichen und in den Ruhephasen des Laufwerks gelöscht. Dies wiederum hat zur Folge, dass diese jetzt frei gewordenen Datenblöcke sozusagen frisch renoviert wieder vom System möglichst ohne Performanceverlust verwendet werden können. Dazu braucht die SSD also die "Optimierung" des Betriebsystems nicht ! Mit anderen Worten: Wer keine Festplatten mehr im System hat, kann die Optimierungs-Option komplett deaktivieren, sie wird für das Trimmen einer SSD nicht benötigt.




Frage 6: Was tut sich bei Windows 10 zum Thema NVME, M.2 usw. ?

Antwort: Dazu haben wir bereits entsprechenden Content:

Windows 10: NVME Vorschau, FAQs und Fakten...







Frage 7: Macht es Sinn die persönlichen Daten, Spiele und Programme usw. auf andere Datenträger auszulagern ?

Antwort: Definitiv und eindeutig nein, das hat noch nie Sinn ergeben. Nicht nur weil ihr euch damit den Ast absägt, auf dem ihr sitzt, denn genau für fleißiges Arbeiten wurde die SSD ja schließlich konzipiert. Sondern auch weil die aktuellen SSDs über eine sehr viel längere Lebensdauer, hochwertigeren Flash-Speicher und Controller verfügen als noch vor 4 oder 5 Jahren. Darum müssen diese Laufwerke auch nicht geschont werden, sie sollen schließlich das tun wofür sie gekauft wurden: Daten transferieren und das möglichst schnell.

Und eines sollte man grundsätzlich wissen: Treiber, temporäre Dateien, Windows Dateien - all das wird vom System benötigt und nachgeladen. Darum macht es absolut keinen Sinn, einen Teil dieser Daten von einem langsamen Medium zu lesen und einen anderen Teil von einem schnellen. Das wäre wie Gas geben mit angezogener Handbremse...

Ein weiterer Aspekt: wenn die eigenen Dateien und womöglich noch die Auslagerungsdatei (Pagefile) auf einem anderen Laufwerk liegen, muß dieses Laufwerk beim Windows Start initialisiert werden, da ja darauf zugegriffen wird und das verlängert den Windows Start und die Bootzeit. Das ist übrigens auch einer der Hauptgründe, warum die Auslagerungsdatei grundsätzlich nicht verschoben werden sollte.




Frage 8: Viele oder wenige Partitionen, was sollte man einstellen ?

Weniger ist wie so oft die empfehlenswertere Variante, aber es existieren natürlich auch technische Gründe eine SSD nicht mit 10 Partitionen zu beaufschlagen.
Ist ein Laufwerk defekt, helfen mehrere Partitionen nicht weiter, denn der Defekt macht diesbezüglich keinen Unterschied ob mehrere oder nur eine Partition vorhanden sind. Bei einer Datenrettung ist eine Partition leichter zu retten als mehrere, das muß man einfach wissen.
Ist Windows irreparabel kompromittiert und bootet nicht mehr, muss man das Laufwerk ohnehin ausbauen und die Daten über einen anderen Rechner oder per Live-CD versuchen zu retten, da helfen verschiedene Partitionen ebenfalls nicht !
Wer meint, nur über viele Partitionen könne man Ordnung halten, schießt mit Kanonen auf Spatzen. Ein oder zwei Partitionen auf sehr großen Laufwerken, auf kleinen Laufwerken bis 1 TB genau eine Partition und den Rest steuert man eben über Ordner. Das ist viel effizienter und flexibler, insbesondere für schnelle Änderungen. Darüber hinaus erleichtern solche Strukturen das Backup.




Frage 9: Läßt sich Windows 10 gut klonen ?

Antwort: Mit Hilfe einer geeigneten Software genauso so gut wie unter Windows 8.1 oder Windows 7, also eindeutig ja :

SSD klonen - leicht gemacht mit Paragon -


Die Windows Sicherung von Windows 10 (und auch allen anderen Windows Versionen) kann diesbezüglich in keiner Weise mithalten. Einerseits sind keine inkrementellen Images optioniert, andererseits kann Windows die Integrität der angelegten Images nicht überprüfen und was könnte für die Datensicherheit wichtiger sein ?




Frage 10: Spricht irgend etwas gegen Windows 10 und den Einsatz einer SSD und was ist mit der LPM Problematik ?

Antwort: Nein, im Grunde nicht, solange die SSD zum System paßt und nicht schon 4 oder mehr Jahre auf dem Buckel hat, spricht absolut nichts dagegen. Wobei der Rest der Hardware sich ebenfalls auf der Höhe der Zeit bewegen sollte, eine SSD allein zaubert aus einer Bierkutsche keinen Sportwagen...
Das Thema LPM bzw. DIPM Problematik ist mit der aktuellen SSD/Controller Generation und Windows 10 eigentlich Geschichte. Sollten sich dennoch typische Probleme zeigen, die darauf hindeuten, dass diese Sparmaßnahmen zu Aussetzern führen, dann haben wir dafür die passende Lösung parat:

SSD: LPM/DIPM-bedingte Aussetzer korrigieren






Unser Fazit:


Es stellt also tatsächlich kein Hexenwerk mehr dar, in 2015/2016 eine SSD in Betrieb zu nehmen und Windows 10 darauf zu installieren. Windows 10 bringt prinzipiell alles mit, was wir dafür benötigen, sofern die restliche vorhandene Hardware nicht zu alt ist und uns keine Stolpersteine sprich inkompatible Chipsätze etc. in den Weg legt. Allerdings würde sich dann nicht nur die SSD erfolgreich gegen eine Inbetriebnahme wehren, Windows 10 käme als Betriebssystem kaum in Betracht.

Auch an dieser Stelle möchten wir es noch einmal sehr deutlich betonen: wenn immer möglich, seht bitte nach Möglichkeit von einem Upgrade eures älteren Betriebssystems auf Windows 10 ab. Nicht nur weil damit Altlasten weitertransport werden, sondern weil es für die Aktivierung inzwischen nicht mehr nötig ist:
Windows 10 Threshold 2, 1511 Upgrade Installation, Troubleshooting und mehr

Eine saubere Clean-Installation (auch nach dem 3. August 2016) ist durch nichts zu ersetzen, sie erspart kostbare Zeit, Nerven und gibt die Gewißheit, einen Schlußstrich unter ein möglicherweise vermülltes Altsystem zu ziehen, was kann also sinnvoller sein ?

Das gilt insbesondere auch für das am 2. August 2016 veröffentlichte Anniversary Update für Windows 10:

Windows 10: das Anniversary Update im Detail

Aber keine Sorge, das Anniversary Update ändert nichts an den Kernaussagen dieses Artikels und alles weitere werden wir in den nächsten Wochen testen.

Natürlich decken unsere 10 Fragen nicht alle erdenkbaren Szenarien ab, das würden wahrscheinlich auch keine 100 Fragen und Antworten bewirken, dafür läßt das mögliche Einsatzspektrum einer SSD einfach zu viele Optionen zu. Sollten wir über die nächsten Monate allerdings den Eindruck gewinnen, dass dieser Artikel einer umfangreichen Erweiterung bedarf, dann werden wir nicht davor zurückschrecken, dies zu tun.

Wer bezüglich Windows 10/SSD absolutes Neuland betritt und trotz des vorhandenen Contents überhaupt nicht weiter kommt, sollte bitte unsere Querverweise gründlich studieren und/oder bei uns im Forum nachfragen, wir helfen gerne...


Artikel-Relevanz: Windows 10, alle Editionen



weiterführende Links:


SSD Optimierungen, Tipps, Tricks und FAQs


Windows 10: AHCI-Nutzung und Umstellung ohne Fallstricke


Windows 10: NVME Vorschau, FAQs und Fakten...


SSD FAQs, Firmwares, Artikel, Reviews , wichtige Tools und sonstige Links


Ratgeber, Artikel, Tipps, Tricks und Tutorials


Artikel, Tipps, Tricks und Workshops für Windows 10



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