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be quiet Dark Power Pro P10 550Watt Netzteil







Einleitung:

Nach der erfolgreichen Markteinführung der Straight Power E9 Netzteile im Dezember 2011, hat be quiet mit einiger Verzögerung nun auch die High-End Speerspitze Dark Power Pro upgedatet. Die neue Serie hört auf die Bezeichnung be quiet Dark Power Pro P10, wobei die 10 vermutlich so etwas wie die Revisionsnummer darstellen soll, obwohl es ein Dark Power Pro P1 nach unserem Kenntnisstand nie gegeben hat.
Als Kaufmotivation für den potentiellen Kunden steht neben Detailverbesserungen viel Feinschliff auf der Agenda der überarbeiteten Flaggschiffe, darunter natürlich auch eine Steigerung der Effizienz sowie die Reduzierung von Störgeräuschen, mit der aktuell eine ganze Reihe von Konkurrenzprodukten behaftet sind. Besonders interessant ist an dieser Stelle die Struktur der P10 Angebote: die Dark Power Pro Netzteile von 550 bis 750 Watt verfügen über ein 80+ Gold Zertifikat und werden nach be quiet Vorgaben bei FSP gefertigt. Die Dark Power Pro Netzteile ab 850 Watt besitzen das 80+ Platin Emblem und entstammen den Fertigungsbändern von Seasonic.
be quiet hat uns freundlicherweise ein 550 Watt Exemplar aus einer aktuellen Charge für einen Test zur Verfügung gestellt, so daß wir die neue Serie ausführlich und mit gewohnter Intensität auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen konnten. Was wir dabei an aussagekräftigen Resultaten herausgearbeitet haben, erfahrt ihr in unserem neuesten Netzteil-Review, dazu wünschen wir euch jetzt viel Vergnügen...




Lieferumfang:

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• be quiet Dark Power Pro P10 Netzteil in Retailverpackung
• modulare Kabelstränge
• Kaltgeräteanschlußkabel
• 6 Kabelbinder, 5 Klettbänder
• OC-Key-Panel, Jumper
• 5 Schrauben, 5 Thumbscrews
• Anleitung (mehrsprachig)




Die technischen Daten:

• OEM: FSP (ab 850 Watt Seasonic)
• Gehäusematerial: Stahl
• Gesamtleistung: 550 Watt
• 110 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt)
• 540 Watt (45 Ampere) kombinierte Ausgangsleistung (+12 Volt)
• universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze
• maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
• +3,3 Volt: 25 A
• +5,0 Volt: 25 A
• +12 Volt V1: 20 A
• +12 Volt V2: 20 A
• +12 Volt V3: 25 A
• +12 Volt V4: 25 A
• -12 Volt: 0,5 A
• +5 Volt Standby: 3 A
• ATX Standard: 2.31
• Formfaktor EPS 12V: 2.92
• EMV-geschirmte Kabelstränge: ja
• Aktiv PFC (99%)
• Lüfter: be quiet! SilentWings 135mm (FDB Gleitlager mit Kupferkern)
• Kabelmanagement: ja (teilmodular)
• Gruppenregulierung: nein
• DC-to-DC Technik: ja
• LLC-Resonanzwandler: ja
• Polymer-Aluminium-Kondensatoren: teilweise (sekundärer Bereich
• Besonderheiten: Overclocking-Key, Synchronous Rectifier, 4 Lüfteranschlüsse,
• OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen
• OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz
• OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz
• OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz
• UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz
• SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen
• Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×180mm)
• Gewicht: 1,93 Kg (ohne Verpackung)
• bisherige Varianten: 550, 650, 750, 850, 1000, 1200 Watt
• aktueller Marktpreis: ca. 115 € (550 Watt)
• Zertifikate: 80+ Gold (ab 850 Watt 80+ Platinum)
• Garantie: 5 Jahre (Vor-Ort-Austauschservice im 1. Jahr)




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Auch be quiet respektive Listan legen Wert auf eine stabile Verpackung des Netzteils und davon profitiert der Kunde in jedem Fall, eine Transportbeschädigung scheint bei sorgsamem Umgang nahezu ausgeschlossen zu sein, dazu ist die Schaumstoffpolsterung zu üppig, wenn auch nicht unbedingt umweltschonend. Das Zubehör nebst der modularen Kabelstränge versteckt sich in den Seitenfächern und einer knackigen Pappbox. In dem Wust von Einzelteilen findet sich auch noch ein mehrsprachiges Handbuch, das neben den üblichen Erklärungen diesmal nicht nur die maximale Leistung der externen Lüfter vorschreibt (maximal 0,8 Ampere oder 9,6 Watt pro Lüfter), sondern auch die Aufteilung der vier 12Volt Leistungschienen dokumentiert, wirklich vorbildlich. Die Ausstattung attestieren wir als üppig, außer den modularen Kabelsträngen, dem 1,5m langen Kaltgerätekabel, dem Overclocking-Key Slotblech inklusive Jumper, finden wir diverse Kabelbinder und Klettverschlüsse, sowie zwei unterschiedliche Schraubensätze, so dass dieses Netzteil auch über hochwertig anmutende Thumbscrews zu verschrauben wäre.
Unübersehbar sind natürlich die enormen Ausmaße des Netzteils (150×86×180mm), vor allem dann, wenn wir ein ATX-konformes Netzteil daneben legen (150×86×160mm). Insofern sollte die Wahl eures PC-Gehäuses wohl bedacht sein, nicht jedes Gehäuse kann ein Netzteil mit so einer Bautiefe aufnehmen. Die Außenhaut besteht wiederum aus Kunststoff, was man dank der aufwendigen Lackierung kaum bemerkt. Anzumerken wäre, das die eigentliche Statik vom Innengerüst aus Stahl erzeugt wird, das sich unter der Kunststoffaußenverkleidung befindet. Die Lackierung als solche hinterläßt einen hochwertigen, aber nicht sonderlich kratzfesten Eindruck. Gitterförmige Aussparungen an der Frontpartie minimieren wie gewohnt den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung des Lüfters tatkräftig unterstützt und wodurch auch das be quiet Netzteil von dieser bewährten Airflow-Maßnahme profitiert. Das inzwischen obligatorische Stäbchenlüftergitter wirkt etwas fragil, ermöglicht aber eine Ansaugleistung des Lüfters, da kaum Widerstände vorhanden sind.

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Die Verarbeitung der Netzteil Außenhülle entsprecht dem, was man in dieser Preisklasse erwarten kann und muß, rein optisch wirkt das Netzteil wie aus einem Guss, eine gewisse Attraktivität kann man dem Netzteil ohnehin nicht absprechen. Die im Netzteilgehäuse integrierte neue Gummi-Kabelmuffe für den Hauptstrang ist unserer Meinung nach ein Rückschritt, das vorherige kinematische Gelenk gefiel uns eindeutig besser, weil der Kabelstrang durch das Gelenk mehr Führung erhielt. Die neue Gummimuffe schützt aber zumindest gut gegen Beschädigungen in diesem sensiblen Bereich.
Die für unseren Geschmack etwas zu sparsam beschrifteten Kabelports verlängern das Gehäuse nicht noch zusätzlich, eine weise Entscheidung. Der neue Anti-Vibrationsrahmen soll das Netzteil vom PC-Gehäuse entkoppeln, was zumindest hinterfragt werden sollte. In dickwandigen Stahlgehäusen wird diese Maßnahme nicht greifen, da dort keine Vibrationen weitergeleitet werden und in dünnwandigen Alu-Gehäusen werden diese Rahmen möglicherweise nicht ausreichen. Auf der anderen Seite fabriziert dieses Netzteil respektive der Lüfter so gut wie keine eigenen Vibrationen, allein schon deswegen sehen wir diese Rahmen eher als überflüssiges Gimmick an.
Der Netzteil Korpus ist an den Seiten und auch hinten hermetisch geschlossen ausgeführt, und das macht Sinn, denn durch die kann im schlechtesten Fall zusätzlich noch warme Abluft aus dem Rechnerinneren eindringen. Das neue Lüftergitter ragt nur marginal über das Netzteilgehäuse hinaus, so daß es keine Versatzprobleme beim Einbau geben sollte. Das Gewicht liegt mit 1931 Gramm in etwa auch dem Niveau typischer Vertreter dieser Leistungsklasse, wobei das Gewicht natürlich absolut nichts über die Qualität des Inhalts aussagt.

Einbau-Tipps: Besitzer von Lian Li oder Lancool Gehäusen sollten auf die mittlerweile zum Standardzubehör beförderte breite Netzteilhalteklammer verzichten und das Netzteil generell verschrauben. Nicht nur weil der Halter nach einiger Zeit unschöne Marken auf dem Netzteil hinterläßt und/oder die Gitterstäbchen zerdrücken kann, sondern vor allem weil der Halter einen nicht unerheblichen Teil des Gitters verdeckt und somit die nutzbare Fläche für den ansaugenden Lüfter einschränkt, sofern das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum verbaut wird.
Nun könnte man einerseits das Netzteil in seiner "normalen" Position mit dem Lüfter nach unten einbauen. Dann kümmert sich das Netzteil im Grund nur um sich selbst und seine Kühlung, was sehr leise vonstatten gehen kann, da es weitestgehend vom Rest der heißen Komponenten abgeschottet arbeitet. Dank der variablen Bohrungen ist es aber auch möglich, das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum zu verbauen, beides besitzt Vor-und Nachteile. Da das Netzteil gen Innenraum nicht hermetisch abisoliert ist, gelangt ohnhin Abwärme aus dem Innenraum ins Netzteil, egal welche Einbaurichtung bevorzugt wird und unten positionierte heiße Soundkarten (bis 50°C) sind sicherlich dankbar für eine aktive Unterstützung. Außerdem saugt der Netzteillüfter dann nicht den ganzen Staub und Dreck unter eurem Gehäuse an, auch wenn ein Filter vorhanden ist. Der Netzteillüfter wird durch die Abwärme des Innenraums allerdings stärker beansprucht, was durchaus in einer erhöhten Geräuschkulisse resultieren kann. Der gerne gehörte Vorteil, das so das Netzteil auch die Grafikkarte unterstützt, weil es Abwärme von der Grafikkarte absaugt, ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn die Grafikkarte über einen Radiallüfter seine Abwärme selbst aus dem Gehäuse bläst, spielt die Einbauposition des Netzteils eh keine Rolle. Besitzt die Grafikkarte allerdings einen oder zwei Axiallüfter, die auf die Platine der Grafikkarte blasen, "gräbt" das Netzteil der Grafikkarte die angesaugte Luft ab, weil das Netzteil diese Luft ebenfalls ansaugt. Diese Fakten sollte man vor dem Einbau eines Netzteils kennen, damit die Komplettierung eures Rechners nicht im Thermo-Frust endet.

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Die neue Dark Power Pro P10 Serie vertraut auf 135mm Lüfter aus den eigenen Regalen. Gefertigt werden die Lüfter vom OEM Riesen Protechnic Electric, oder zumindest nach den Vorgaben von be quiet. Die dazu verfügbaren Werksdaten lauten wie folgt:

• OEM: Protechnic Electric
• Kennnummer: BQT T13525-LF15
• Lagerung: HDB (fluid dynamic Bearing mit Kupferkern)
• IC-Motor: Sanyo
• Gewicht: 141g
• Beleuchtung: nein
• Abmessungen (mm): 135x135x25
• Lüfterblätter: 7
• Betriebsspannung: 3,3 bis 13,8 Volt
• max. Lautheit: 11,7 bis 12,9 dBA
• max. Volumentransport: 106,66 m³/Std (62,74 cfm)
• max. mögliche Geschwindigkeit: ca. 1500 U/min
• Stromaufnahme: 2,64Watt (0,22A)
• Anschluß: 2-pin

Die lastabhängige Steuerung des Lüfters arbeitet beim neuen Dark Power Pro P10 550 Watt analog zur Steuerung des Straight Power E9 Netzteils, d.h. es werden nach wie vor klar definierte Kennlinien verwendet, so dass der Lüfter bis ca. 50% Last mit einer fest vorgebenen Drehzahl läuft (449 U/min bei 3,95 Volt Ansteuerung). Erst dann wird die Drehzahl kontinuierlich erhöht, bis der Lüfter dann bei 100% Last sein Maximum erreicht (548 U/min bei 4,65 Volt Ansteuerung). Diese Auslegung bezieht sich dezidiert auf unseren 550 Watt Testprobanden, die Lüfterstuerung der wattstärkeren P10 Netzteile funktioniert zwar sehr ähnlich, aber über etwas andere Kennlinien. Insofern kann von der Lautstärke des 550 Watt Exemplars keineswegs auf die Lautstärke der wattstärkeren Modelle geschlossen werden.
Das Prinzip des Lüftereinbaus hat be quiet natürlich beibehalten, d.h. der Lüfter wurde so ins Netzteil integriert, das er ins Netzteil hineinbläst, so daß der Lüfter, falls er genügend kühle Luft ansaugen kann, die Netzteil Komponenten entsprechend ventiliert. Wird das Netzteil so verbaut, das es lediglich auf die warme Abluft der System-Komonenten zurückgreifen kann, sprich mit dem Lüfter gen Innenraum, ist dieser Kühleffekt keinesfalls optimal, was nicht selten eine Drehzahlerhöhung des Lüfters zur Folge hat. Hier hilft nur eine ausreichende Frischluftzufuhr sprich Be-und Entlüftung im System durch geeignete Gehäuselüfter im PC-Gehäuse. Sitzt das Netzteil am Gehäuseboden mit einer Lüfterausrichtung in Richtung Fussboden, wird es nur rudimentär mit dieser erhitzten Abluft konfrontiert, was dem Netzteil-Belüftungs-Ideal schon sehr viel eher entspricht.
Auf eine Nachlaufsteuerung, die wir für gänzlich überflüssig erachten, wurde verzichtet. Hocheffiziente Netzteile benötigen dies im Normalfall nicht und wenn unser System keine Gehäuselüfter besitzen sollte, wäre der erste Schritt zu einer optimalen Be-und Entlüftung: entsprechende Gehäuselüfter zu kaufen, damit das Netzteil eben nicht mit der erhitzten Abluft des Systems konfrontiert wird. Bei den allermeisten aktuellen PC-Gehäusen sitzt das Netzteil ohnehin auf dem Gehäuseboden und kümmert sich nahezu ausschließlich um sich selbst, insofern entfällt eine Legitimation für eine Nachlaufsteuerung, die nur unnötig Strom verbraucht.




Die Verkabelung:

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In den letzten beiden Jahren hat sich auf dem Sektor der Netzteilverkabelung einiges getan. Jenseits von "Effizienz" und "Lautstärke" wollen die Hersteller die Käufer vor allem mit einem "aufgeräumten" Kabelmanagement überzeugen: Kabelbäume verschwinden darum immer öfter zugunsten von Steckern. Der Anwender soll so nur noch die Kabel im Gehäuse unterbringen müssen, die er tatsächlich benötigt. Das schafft Platz im Gehäuse und sorgt obendrein für ein aufgeräumtes Innenleben. Die Techniker unter uns werden aber nicht zu unrecht anmerken, dass "mehr Steckverbinder" auch immer für mehr potenzielle Fehlerquellen sorgen. Zudem kosten Buchsen und Kabelverbindungen auch mehr als die trivial im Netzteil verlötete Kabelpeitschen. Andererseits ermöglichen Netzteile mit konsequentem Kabelmanagement aber auch eine effektivere und vor allem weniger fehlerträchtige Fertigung. Jede einzelne Ader muss bei der Herstellung schließlich von Hand ins richtige Loch auf der Platine gesteckt werden. Nach dem Verlöten kommt dann meist noch eine manuelle Inspektion hinzu. Diese Fehlerquelle in der Produktion erspart sich beispielsweise Seasonic inzwischen bei einigen Netzteilmodellen, in dem alle Kabel, also auch der Kabelbaum zum Mainboard, über Steckverbinder aus dem Netzteil herausgeführt werden. Durch diese physische Abkoppelung des Hauptkabelstrangs wird mehr Platinen-und Lötsicherheit erreicht, da weniger großvolumige Kaltlötstellen existieren, was wiederum mögliche Spannungsabfälle reduziert und Bruchstellen minimiert. Genau dies ist auch die Intention, die dahinter steckt, also durchaus kein optischer Voodoo, sondern technisches Kalkül.
Selbstverständlich spielt hier auch die Qualität der einzelnen Kabelstränge eine wesentliche Rolle, dem Einen sind die Kabelstränge nicht aufwendig genug gesleeved (ummantelt), darum legt man gern selbst Hand an und sleeved die Kabel mit den inzwischen kaum noch überschaubaren Angeboten in allen erdenkbaren Farbschattierungen aus diesem Bereich. Anderen Kunden sind die Werkskabel zu steif, deswegen bevorzugt diese Käuferkategorie lieber lange ungesleevte Kabel anstelle der eng gesleevten Kabelstänge eines Kabelmanagements. Wie die Hersteller es auch anlegen, irgend etwas findet sich immer als Kritikpunkt. Wir lassen diese müßige Diskussion mal beiseite und stellen davon unbenommen noch einmal zwei Fakten in den Raum:

1. zusätzliche Platinen und Anschlüsse stellen nicht nur einen deutlich höheren Fertigungsaufwand und zusätzlichen Kostenfaktor dar, sondern erhöhen auch u.U. das Risko von korrosionsbedingten Spannungsreduzierungen.

2. wenn viele Geräte versorgt werden müssen, werden dementsprechend viele Kabelstränge verlegt und damit geht der optisch/logistische Vorteil verloren.

Das wird keinen davon abhalten, auch weiterhin Kabelmanagement zu fordern, denn es ist trendy, sieht gut aus und suggeriert etwas wertiges gekauft zu haben. Insofern ist diese Diskussion auch mehr oder weniger müßig, weil sie entscheidend vom individuellen Geschmack geprägt ist.

Die Verkabelungsoptionen und Kabellängen des be quiet Dark Power Pro P10 gestalten sich wie folgt:

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Die Last-Verteilung der vier +12Volt Schienen spielt am Anschließen der einzelnen Kabelstärnge eine ganz wesentliche Rolle, insofern sollten die Empfehlungen aus dem Handbuch dazu auch wirklich beachtete werden.

• 12V1 (20A) = CPU1und MB
• 12V2 (20A) = CPU2, SATA, HDD, FDD, 24-pin
• 12V3 (25A) = PCIE1, PCIE2
• 12V4 (25A) = PCIE3, PCIE4

An der Länge der jeweiligen Kabelstränge gäbe es weitestgehend nichts auszusetzen, die ist auch zwingend erforderlich, denn die Kabelwege verlängern sich, wenn das Netzteil möglicherweise im PC-Gehäuseboden verschraubt wird. Wer das Netzteil in sehr große Bigtower einbauen möchte, könnte trotzdem durchaus in die Verlegenheit kommen, den einen oder anderen Strang verlängern zu müssen.
Anschlußtechnisch ist alles vorhanden, eine aktuelle Grafikkartenbestückung inklusive SLI und/oder Crossfire-Setup wäre demzufolge kein Problem. An der PATA-Steckerbelegung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, denn auch die sieben 4-pin Molex Stecker, leider ohne die praktikable Herausziehhilfe, haben durchaus noch ihre Daseinsbrechtigung. Wenn jemand vier Gehäuselüfter und seine Lüftersteuerung verkabeln muß, sind in der Regel die ersten fünf Molex Stecker belegt. Kommt eine Wasserkühlung hinzu, erhöht sich der Bedarf noch weiter, ergo ist es unsererseits nicht einzusehen, warum einige Hersteller diese Stecker inzwischen rationalisieren. Ein Stromanschluß für Floppy-Laufwerke fehlt nicht, ein entsprechender Kabelstrang samt Stecker befindet sich im Lieferumfang. Dabei sollte man berücksichtigen, das diese Stromstecker nicht nur für die vermeintlich antiquierten Floppy-Laufwerke Verwendung finden, auch aktuelle Highend Soundkarten (z.B. Asus Xonar) werden über diese physische Schnittstelle mit Strom versorgt.
Das Kabelmanagement als solches funktioniert erstklassig, die Kabelstecker rasten über einen klar definierten Druckpunkt ein und aus. Die Verarbeitungsqualität der Verkabelung bewegt sich auf sehr hohem Niveau und die Ummantelungen sind sorgfältig ausgeführt worden. Fummelig wird es immer dann, wenn viele Kabelstränge angeschlossen sind, aber das Problem der "Fingerfreiheit" sprich Platzproblem bei eng stehenden Kabelports besitzen leider auch andere Hersteller. Die ultimative Lösung wird es diesbezüglich vermutlich auch nicht geben, zumindest dann nicht, wenn ein leistungsstarkes Netzteil viele Verbraucher versorgen muß.
wichtig: schließt an das Dark Power P10 bitte keine Kabelstränge aus früheren Dark Power Serien an. Sie mögen zwar hier und dort mechanisch passen, sind aber trotzdem nicht elektrisch kompatibel !
Die Funktion des kleinen weißen Jumpers ist relativ simpel, ist er eingesteckt werden die vier +12 Volt Leitungen zu einer Einzigen zusammengeschaltet, ist er entfernt, kehrt sich dieser Zustand wieder um, d.h. das Netzteil verfügt wieder über vier reinrassige einzeln abgesicherte +12 Volt Stromschienen. Warum be quiet so ein längst vergangenes Relikt reanimiert und auch beim neuen P10 Netzteil erenut einen sogenannten Overclocking Key offeriert, um vier 12Volt Leitungen manuell per Schalter zu einer einzigen stärker belastbaren 12Volt-Schiene zusammenzuschalten, ist uns ein Rätsel. Diese Technik konnte sich schon zu Zeiten von Tagan nicht durchsetzen, weil sie die Anwender eher verunsichert als unterstützt. Wer wirklich intensiv übertakten will, kauft seine Netzteile ohnehin in einem ganz anderen Marktsegment ein.
Noch eine Bemerkung zu den mitgelieferten Lüfterkabeln, dabei gilt es zu berücksichtigen, das am Netzteil angeschlossene Lüfter keinesfalls über 0,8 Ampere oder 9,6 Watt beanspruchen dürfen ! das bedeutet im Klartext: wenn ihr einen Lüfter anschließt, der diese Werte bereits erreicht, dürfen keine weiteren Lüfter angeschlossen werden ! Die externen Lüfter werden über einen Hotspot im Netzeilinneren geregelt, d.h. die Temperatur des Netzteils-Innenraums ist dafür maßgeblich. Das macht Sinn, denn wenn es im Netzteil sehr warm wird, können im restlichen Rechner keine Minusgrade vorherrschen, ergo werden die extern zu versorgenden Lüfter höher geregelt.




Die Elektronik:

Bevor wir uns die verbaute Elektronik etwas detaillierter anschauen, möchten wir euch unseren Spezialartikel zu diesem Thema offerieren, damit wir dieses Review nicht mit Basics verstopfen:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik



In dem verlinkten Artikel erfahrt ihr auch alles zum Thema DC-to-DC, LLC-Resonanzwandler und auch das Thema Polymer-Aluminium-Kondensatoren findet dort eine entsprechende Berücksichtigung, so daß wir euch diese Schlenker hier ersparen, zumal der von be quiet eingeschlagene Weg sich deutlich von den bekannten Topologien unterscheidet:

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Das Layout der neuen Dark Power Pro P10 Netzteilserie unterscheidet sich erheblich von der letzten P9 Revision, aber der Reihe nach. Zunächst einmal ist FSP immer noch der OEM Lieferant, zumindest teilweise, ab 850 Watt werden die P10 Netzteile nach be quiet Vorgaben bei Seasonic gefertigt. FSP setzt für die P10 Serie auf eine Half-Bridge-Topologie, die sich wie der Name vermuten läßt, von einer Fullbridge-Topologie unterscheidet. Der Begriff beschreibt die Anzahl an Mosfets (Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor) die dafür verantwortlich zeichnen, hochfrequente Wechselspannung zu generieren. Diese Art der Spannung besitzt den besten Wirkungsgrad bei der Haupttransformation. Vereinfacht formuliert: Half Bridge bedeutet, dass zwei Mosfets zum Einsatz kommen, bei Full Bridge werden dementsprechend vier Mosfets verwendet. Darüber hinaus kommen LLC-Resonanzwandler und natürlich auch DC-to-DC Technik zum Einsatz. Eine Gemeinsamkeit zum Straight Power E9 Layout existiert übrigens auch: der Synchronous Rectifier.
Die Überlegungen und das technische Grundgerüst, die hinter der synchronen Gleichrichtung (Synchronous Rectifier) stecken, sind nicht wirklich neu aber durchaus nachvollziehbar:
Um den Wirkungsgrad eines Schaltreglers weiter zu steigern, ersetzt man die Dioden idealerweise durch einen oder im Fall von FSP durch mehrere passende Mosfets. Diese Beschaltung ähnelt dann einer Halbbrücken-Schaltung und man spricht vom Synchron-Gleichrichter (Synchronous Rectifier). Diese Erhöhung des Wirkungsgrades fällt bei kleinen Ausgangsspannungen immer stärker ins Gewicht. Die Begründung dafür ist, dass der anteilige Verlust der sonst üblichen Schottky-Dioden, durch deren Vorwärtsspannung von zirka 0,3 Volt ausgedrückt wird. Bei Abnahme der Ausgangsspannung steigen diese Verluste im Verhältnis immer weiter an, was natürlich unerwünscht ist. Ersetzt man die Diode hingegen durch einen entsprechenden Mosfet mit niedrigem RDS(on), kann man somit den Wirkungsgrad um einige Prozent erhöhen. Das ist auch der Grund, warum FSP diese Umsetzung als ideal ansieht, wenn es um die Herstellung von bezahlbaren hocheffizienten Netzteilen geht, denn der finanzielle Aufwand hält sich interessantwerweise in überschaubaren Grenzen.
Kommen wir jetzt etwas detaillierter zum Layout unseres Testobjekts:
die AC-Eingangsfilterung besteht aus einem X-und zwei Y-Kondensatoren. Die Filterung setzt sich auf der Hauptplatine mit einem weiteren X-und zwei Y-Kondensatoren fort, dazu gesellen sich zwei Spulen und ein MOV (Metal Oxyd Varistor), sowie eine Sicherung und ein Thermistor, der als thermischer Schutz zur Begrenzung des Einschaltstroms fungiert. Interessant sind in dieser Region noch die Gleichrichterbrücke von Shindengen (LL15XB60) mit eigenem relativ üppigem Kühlkörper. Daneben sehen wir auch noch die große Spule des Primärstromkreises mit einem sehr interessantem Begleiter. Es handelt sich hier um einen speziellen Feststoff-Kondensator, der u.a. auch dafür integriert wurde, um hochfrequente Störgeräusche zu eliminieren, sprich das allseits "beliebte" Netzteil Gefiepe, das mitnichten nur von lockeren oder schlecht isoliserten Spulen stammt.
Die beiden großen primären Kondensatoren stammen aus dem Hause Matsushita/Panasonic, sind bis 105°C spezifiziert und verfügen über jeweils 220¼F Kapazität, sowie jeweils 450 Volt Spannungsfestigkeit. Der APFC Bereich wird von einer Eupec TZ600 Leistungsdiode und drei ST's STF22nm60N Mosfets dominiert. Für die schon angesprochene Half-Bridge-Topologie setzt be quiet auf zwei Mosfets von STMicroelectronics (STF22NM60N). Das Steuerungselement für die LLC-Resonanzwandlung (Champion-Micro CM6901) finden wir am Rand des sekundären Netzteilbereiches. Sie ist dafür integriert worden, um wirksam die möglichen Schaltverluste der Transistoren einzudämmen.
Der sekundäre Bereich des Platinum Netzteils ist überwiegend von Polymer-Aluminium-Kondensatoren sprich Feststoff-Kondensatoren geprägt, wobei sich durchaus noch einige tradionelle Elkos finden lassen, die unisono von Nippon-Chemicon stammen (KZH, KY, usw.). Die vier Leistungstransistoren (Mosfets) zur Generierung der 12Volt Schienen stammen von International Rectifier (IRFB3206G). Die beiden VRMs zur Erzeugung der 3,3 und 5 Volt Schienen thronen auf einer einzigen Tochterplatine, umgeben von Feststoffkondensatoren und dem ANPEC APW7156 als zentralem PWM Controller. Die zentrale Steuerung für die chipkontrollierte Schutzschaltungen (Silicon Touch PS232F) sitzt auf einer der kleineren Tocherplatinen. Der Chip kontrolliert die 12Volt Schienen und regelt die entsprechenden Schutzschaltungen (OCP, OCP, UVP usw.).
Interessant ist die Implementierung der Kabelports für das Kabelmanagement, sämtliche 12 Volt Ports wurden mit der Hauptplatine verlötet, die restlichen Anschlußports korrespondieren über eine separate Platine mit dem Netzteil. Auf dieser zusätzlichen Platine finden wir weitere Kondensatoren und Filterungselemente, um einerseits Restwelligkeit zu minimieren und andererseits zur Störgeräuschreduzierung beizutragen. Darüber hinaus hat be quiet an dieser Stelle noch einen Transistor von Unisonic (UTC MJE2955TL) verbaut.
Sämtliche Platinen bestehen aus mit Epoxidharz getränkten Glasfasermatten und somit schon der gehobenen Qualitätsklasse FR4 und FR5, im Gegensatz zu den deutlich billigeren Pertinax Platinen FR1 bis FR3. FR4 und FR5 Platinen besitzen eine bessere Kriechstromfestigkeit und optimierte Hochfrequenzeigenschaften. Darüber hinaus bleibt uns auch der nicht selten penetrante Gestank der Pertinax-Platinen erspart, der ganz sicher nicht gesund ist. FR steht übrigens für flame retardant, zu deutsch: flammenhemmend. Die Lötqualität bewegt sich auf sehr hohem Niveau, daran gibt es absolut nichts zu bemängeln. An keiner Stelle wurde zu heiß gelötet, schauen Steckerfähnchen übermäßig weit heraus oder wurde unprofessionell nachgebessert
Spulen, X-und Y Kondensatoren und Metal Oxide Varistoren entstammen ansonsten dem gängigen gehobenen Sortiment aus Japan, das für diese Preisklasse üblich ist. Schrumpfschläuche und Isolierungen sind dort, wo sie benötigt werden, vorhanden. Spulenstrümpfe, wie wir sie nennen, entdeckten wir diesmal keine, Siliconverwendung zur Stabilisierung vorhandener Wackelkandidaten hält sich in erträglichen Grenzen, be quiet scheint sich seiner Sache bezüglich Störgeräusche in Form von Pfeifen oder Fiepen sehr sicher zu sein.
Die Verarbeitung bewegt sich insgesamt auf sehr hohem Niveau, auch wenn partiell einige kleinere Bauelemente etwas Schieflage aufweisen. Das be quiet Netzteil entspricht bereits der RoSH Umweltverordnung und auch den strengen EuP und ERP Richtlinien (ErP Lot 6 ready), die eine Absenkung der Standby-Verluste einfordern (weniger als 0,3 Watt). Dazu sollte man wissen und bedenken, das diese Mechanismen überhaupt erst dann greifen, wenn das verbaute Mainboard dieses Feature explizit unterstützt.




Der Test:

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Vor den eigentlichen Tests findet grundsätzlich eine erste Funktionskontrolle statt, um insbesondere auch den Power Good Wert zu ermitteln. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, wie z.B. ein nicht anlaufender Lüfter, oder ein zu hoher Power Good Wert, brechen wir den Test grundsätzlich ab und das Netzteil geht zurück zum Hersteller.
Der Power Good Wert (PG) gibt übrigens den Zeitraum an, in dem Mainboard und Netzteil miteinander korrespondieren und alles für ok befinden. Teile des Mainboards werden ja über das Slave Power Supply permanent mit +5V versorgt. Diese liegen dann auf der grünen Leitung, die vom Board zum Netzteil führt, an. Durch drücken des Einschaltknopfes wird diese Spannung auf Null gezogen, das Netzteil startet. Sollte irgendwas nicht i.O. sein, bricht das Netzteil seine Versorgung ab und der Rechner würde resetten. Im Normalfall liegt der Power Good Wert zwischen 100 und 500ms, was auch beim be quiet Netzteil mit 226,4ms der Fall war.

An dieser Stelle nochmals der Verweis zu unserem Spezialartikel:

Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik, Testprozedere und Testequipment


In dem Artikel steht auch sehr detailliert, womit wir seit Februar 2010 unsere Netzteile nach ATX-Norm testen, insofern ersparen wir euch und uns weitere Abschweifungen. Unser eigentlicher Testablauf gestaltet sich wie folgt:

1. 15 Minuten warmlaufen bei 50% Last
2. Das Vorbereiten der jeweiligen Testabläufe für die Bereiche 5%, 10%, 20%, 50%, 80%, 100% und 110% Last, die dann über die Chroma Racks oder FAST FA-828 initiiert werden. In jedem Fall werden programmierte AC Lasten verwendet (230Volt, 50Hz).
3. Während dieser 7 Abschnitte werden parallel dazu die Spannungsstabilität, Ripple&Noise Werte über das Tektronix TPS 2014 Oszilloskop und FAST FA-828 ATE aufgezeichnet und hinterher ausgewertet (Peak-to-Peak Werte, 20MHZ Bandbreite)
4. Die Temperaturwerte werden dabei über das Yokugawa Temperaturmessgerät mit vier verschiedenen Sensoren ermittelt und ständig kontrolliert und zwar an den Hotspot-Bereichen des Netzteils.
5. PFC messen wir über die FAST FA-828 ATE und das Seasonic Power Angel.
6. Die Lautheit des Lüfters wird ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Eventuelle Lager- oder andere Störgeräusche werden dabei ebenfalls berücksichtigt
7. Die Effizienz im 230Volt Netz ergibt sich aus dem Input der elektronischen Lasterzeuger und dem Output an den Netzteilausgängen, die auf einer speziell angefertigten Anschlußlatine von Enhance gesteckt sind (mit 10uF und 0.1uF Glättungskondensatoren)
8. Der Standby Verbrauch (S5, ausgeschalteter Rechner) wird nach dem Abschluß der Leistungstests gemessen
9. Um die Lautheit des Lüfters zu messen, Inkompatibilitäten und eventuelle Störgeräusche durch Spulen und Wandler im Bereich Netzteil und Mainboard auszuschließen, wird das Netzteil abschließend in unseren Redaktionsrechnern verbaut und in Betrieb genommen. 14 weitere Tage Praxistest folgen, wo wir verschiedene Lastzustände simulieren. Wir sind in der Lage, über unsere Rechner bis zu 1200 Watt über Vollast abzurufen
10. In diesem Praxistest werden auch noch einmal die Temperaturen des eingebauten Netzteils überprüft und in unserer Resultatstabelle zusätzlich eingepflegt.
11. Die Messdaten für die Stützzeit, Power-Good und den Standby-Verbrauch werden separat ausgegeben und nicht in unserer Haupttabelle abgebildet.

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :


Die Ripple&Noise (Restwelligkeit und Rauschen) ATX 2.03 Vorgaben für 10 HZ bis 20MHZ sehen folgendermaßen aus:

• 3,3Volt Schiene: maximal 50mV
• 5Volt Schiene: maximal 50mV
• 12Volt Schiene: maximal 120mV





Für die Technik-Freaks unter unseren Lesern noch ein paar Hinweise, wann die wichtigsten Schutzschaltungen ansprechen:

OCP (Schutz vor Stromspitzen):
• 3,3 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 38 Ampere Belastung ab
• 5 Volt Schiene: OCP schaltet bei mehr als 39 Ampere Belastung ab
• 12 Volt V1 Schiene: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 12 Volt V2 Schiene: OCP schaltet bei mehr als 37 Ampere Belastung ab
• 12 Volt V3 Schiene: OCP schaltet bei mehr als 46 Ampere Belastung ab
• 12 Volt V4 Schiene: OCP schaltet bei mehr als 47 Ampere Belastung ab

OVP (Überspannungsschutz):
• 3,3 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 4,41 Volt Spannung ab
• 5 Volt Schiene: OVP schaltet bei mehr als 6,52 Volt Spannung ab
• 12 Volt V1 Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,58 Volt Spannung ab
• 12 Volt V2 Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,59 Volt Spannung ab
• 12 Volt V3 Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,63 Volt Spannung ab
• 12 Volt V4 Schiene: OVP schaltet bei mehr als 14,64 Volt Spannung ab

- Die Stützzeit lag auf allen Schienen deutlich über den geforderten 17ms:
12Volt= 26,12ms, 5Volt=24,37ms, 3,3Volt=22,92ms. Diesbezüglich gibt es also ebenfalls keinen Anlass zur Kritik.

- Die Unterdrückung der Restwelligkeit hat sich deutlich verbessert, hier hat FSP offensichtlich die erstklassigen Werte unserer Seasonic Referenzgeräte als Messlatte genommen.

- Die Spannungsregulierung ordenen wir als gut bis sehr gut ein, die neuen Platinum Layouts von Seasonic haben diesbezüglich noch etwas mehr zu bieten, das ändert aber nichts an dem sehr guten Ergebnis des Dark Power Pro P10.

- Natürlich haben wir auch einen Crossloading-Test durchgeführt, in diesem Fall sah der so aus, das wir bei 100% Systemlast zusätzlich 14 bis 16 Ampere über die +3,3 Volt Leitung abgerufen haben. Das Gleiche haben wir über die +5 Volt Schiene wiederholt, auch hier zeigte sich das Netzteil stabilitätstechnisch unbeeindruckt. Lediglich minimale elektronische Surrgeräusche offenbarte das Netzteil in einem Hörabstand von ca. 20cm. Ein Extremtest mit 16 Ampere, sowohl über die 3,3 Volt als auch über die 5 Volt Schiene gleichzeitig, änderte an der Situation nichts. Überbewerten sollte man unser Experiment aber trotzdem nicht, weil so etwas in der Praxis einerseits kaum nachzustellen sein wird und andererseits auch daheim ohne überwachende Messgeräte keinesfalls zu empfehlen wäre.

- Was die Effizienz angeht, so liegt das be quiet Netzteil überdeutlich innerhalb der von 80+.org ernannten 80+ Gold-Parameter (88% bei 20% Last, 92% bei 50% Last, 88% bei 100%Last) bei 230 V Eingangsspannung und erreicht nahezu 80+ Platin. Man kann das nun bewerten wir man möchte, es ändert aber nichts daran, das diese Wertetabellen kein Gütesiegel darstellen und als Qualitätsmaßstab für ein Netzteil bestenfalls rudimentär taugen. Wir haben es oft genug erlebt, das Hersteller alles daran setzen, die erforderlichen Zertifikatswerte zu erreichen und dann andere wichtige Aspekte vernachlässigen wie z.B. die Minimierung der Restwelligkeit und/oder die Vernachlässigung der Störimunität und Spannungstoleranzwerte. Nicht selten werden auch Schutzschaltungen weggelassen, extrem verkürzte Kabelstränge verwendet, oder effizienz-komplizierende Bauteile zu entfernen, um die Resultate zusätzlich zu pushen. Das diese golden Samples dann oftmals gar nicht beim Verbraucher ankommen, sondern statt dessen kostenreduzierte abgespeckte Varianten, ist leider durchaus keine Ausnahme. All dies trifft auf das be quiet Netzteil nicht zu, das Netzteil für unseren Test stammt aus der laufenden Serie und illustriert exakt das, was beim Händler im Regal liegt..

- Kommen wir zur Effizienz der 5VSB Schiene, die laut ATX Spezifikation mindestens 50% bei 100mA Last, mindestens 60% bei 250mA und mindestens 70% bei 1A Last betragen soll. Auch hier erreichte unser Netzteil ansehnliche Resultate mit seinen 64,6%, 71,4% und 74,3% Effizienz.

- Störgeräusche abseits unseres Crossload-Tests konnten wir an der Teststation keine aufspüren. Damit haben wir uns aber nicht zufrieden gegeben, sondern das Netzteil turnusgemäß auch in unsere Redaktionsrechner verbaut, um dort deren Zusammenwirken mit aktuellen Intel-Systemen zu verifizieren. Auch dies ergab keinerlei negative Tendenzen bezüglich Spulenfiepen, Zirpen o.ä. störender Geräuschentwicklungen. Sollten sich dennoch derartige Probleme äußern, hilft zur Zeit scheinbar nur das Abschalten der Energiesparoptionen im Bios (C-States, C1E, EIST, Cool'n'Quiet und/oder SpeedStep, Spread Spectrums und Load Line Calibrations deaktivieren). Darüber hinaus sollten auch die Windows Energiesparmaßnahmen abgestellt werden. Wobei anzumerken wäre, das diese Geräusche sich in der Regel im Bereich von 15-khz bemerkbar machen und dementsprechend auch nicht von jedem gehört werden können! Sollte über die genannten Einstell-Optionen keine Besserung erreicht werden und sind andere Geräte wie Mainboard und/oder Grafikkarte als Störquellen ausgeschlossen worden (ganz wichtig !), sollte der Kunde nicht vor einer entsprechenden RMA beim Netzteil Hersteller zurückgeschrecken.
wichtig: das bequiet Netzteil (wie alle Netzteile der Dark Power Serie) verfügt über eine Relaischaltung, die beim Einschalten des Rechners und auch beim Aufwachen aus dem Standby-Modus wirksam wird. Dieses typische Klacken ist kein Mangel, sondern eine Schutzeinrichtung. Sie soll verhindern, dass in System mit vielen Festplatten und dementsprechend hohen Einschaltströmen die Sicherung eures Stromnetzes ausgelöst wird !

- Schlußendlich werfen wir noch einen Blick auf den Standby-Verbrauch im ausgeschalteten Zustand (S5), der sich auf 0,21 Watt belief, damit liegt das Netzteil deutlich innerhalb der geforderten ErP Lot 6 ready Verordnung. Wir können es aber gar nicht oft genug betonen: dieser spezielle Sparmechanismus greift erst dann, wenn im BIOS des jeweiligen Mainboards auch die entsprechende Funktion (ErP ready) aktiviert wurde, ansonsten ist dieses Feature ein Papiertiger und nichts als eine Marketing Luftblase.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet. Um vergleichen zu können, haben wir aber ab sofort die entsprechenden Sone Werte mit angegeben.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen !





Fazit:

be quiet hat für die neue Dark Power Pro P10 Netzteilserie nicht nur die richtigen Schubladen geöffnet, diesmal wurde auch die passenden Bauteile entnommen, das steht für uns nach 14 Tagen Praxistest zweifelsfrei fest. Diese sowohl optisch attraktiven als auch sehr gut verarbeiteten Stromwandler arbeiten mit unerschütterlicher Stabilität, erreichen sehr hohe Effizienzwerte und glänzen nicht nur mit einer durchgängig extrem leisen Ventilierung, diesmal ist auch der Feinschliff und dessen Umsetzung geglückt. Insofern kann jeder vermutlich nachvollziehen, warum es bis zur Lancierung dieser Serie etwas länger dauerte, als ursprünglich geplant.
Kommen wir aber noch einmal zu unserem Test zurück, denn die Details sind zu wichtig, als sie nur mit wenigen kurzen Sätzen zu skizzieren: um das Netzteil an seine Grenzen zu führen, ist der Einbau in einen schnellen Rechner quasi schon zu trivial und erbringt auf den ersten Blick keine tiefschürfenden Erkenntnisse. Wir haben es natürlich trotzdem getan, allein schon um den Praxisalltag zu simulieren und die Wechselwirkung mit anderen Komponenten zu beurteilen, denn was am Leistungsstand mit elektronisch erzeugten Lasten noch geräuschfrei funktioniert, stellt sich im Rechner unter Umständen ganz anders dar. Dort existieren ebenfalls Spannungswandler, Spulen, Mosfets (Mainboard, Grafikkarte usw.), die ob ihrer Empfindlichkeit durchaus Einfluß auf die Geräuschcharakteristik eines Systems nehmen können und seien es "nur" die vielgeschmähten Fieb-und Pfeifgeräusche, von denen wir tagtäglich in den Foren lesen. Diesbezüglich können wir zumindest aus der Sicht unserer Testrechner Entwarnung geben, das Netzteil erwies sich keineswegs als "Fieb-Beschleuniger" und reagierte auch nicht empfindsam auf grenzwertige Komponenten, wobei wir insgesamt vier Grafikkarten im Referenzdesign in den Test mit einbezogen (Radeon HD 7970, HD 7950, Nvidia GTX 670, GTX 680), die allesamt zum Fiepen neigen.
Die Stabilität sowie die Spannungstoleranzwerte attestieren wir als überaus hoch, selbst unsere gefürchteten Crossload-Test überstand das Dark Power Pro P10 schadlos und in überzeugender Manier. Die Unterdrückung der Restwelligkeit scheint sich bei FSP spätestens seit der Aurum Serie vorzüglich zu entwickeln, diesbezüglich rangiert auch das Dark Power P10 auf einem der vorderen Spitzenplätze. Dies mag bei den höherwattigen Exemplaren möglicherweise noch besser ausschauen, da die von Seasonic gefertigt werden, aber die stehen in diesem unseren P10 550 Watt Test nicht zur Debatte.
Der in frühreren be quiet Serien öfter zu beobachtende Materialmix zwischen hochwertigen und weniger hochwertigen Bauteilen scheint sich endlich zu relativieren, das P10 basiert auf Material aus den hochwertigen und fraglos auch kostenintensiven Schatullen und das ist gut so, dieses Netzteil ist schlußendlich kein Ramschartikel aus dem WSV.
Was die Lötqualität angeht, so können uns alle beruhigt zurücklehnen, FSP hat ohne Zweifel mittlerweile einen Weg gefunden, auf gleichbleibend hohem Niveau zu fertigen, insofern überraschen auch die 5 Jahre Garantie nicht. Eines der Highlights stellt aber ganz sicher die Implementierung des Lüfters und natürlich der Lüfter an sich dar, der zu den besten Ventilatoren im aktuellen Netzteil-Segment zu zählen ist. Die Laufruhe in Verbindung mit einem perfekt austarierten Lager sucht ihresgleichen und dank einer überaus vorsichtig agierenden Lüftersteuerung bleibt das Geräuschniveau des be quiet Netzteils immer in einem absolut unaufälligen Bereich, so daß sich dieses Netzteil als Stromlieferant für ein leises System schon fast aufdrängt.
Trotz aller Euphorie existieren aber durchaus ein paar Aspekte, über die be quiet zumindest nachdenken solle. Wenn die Kabelstränge schon so aufwendig gefertigt werden, sollten die 4-pin Molex Stecker eine Herausziehhilfe besitzen. Diese unaufwendige Kleinigkeit sollte bei dem Preisniveau des Netzteil im Bereich des Möglichen rangieren. Stattdessen sollte be quiet lieber auf den Overclocking-Key verzichten, der mehr Verwirrung stiftet, als ihm gut tut. Die Namensgebung ist ohnehin sehr unglücklich, weder das Netzteil noch der angeschlossene Rechner werden über den Key übertaktet. Und wie schon erwähnt: die Fraktion der Übertakter kauft ihre Netzteile ohnehin woanders, die sind damit kaum aus der Reserve zu locken.
Damit schließt unsere "Druckkammer" aber auch schon wieder und wir wollen abschließend festhalten, dass sich das be quiet Dark Power Pro P10 550Watt Netzteil unter den aktuell empfehlenswertesten Netzteilen auf dem Markt etabliert hat. Das war in der Vergangenheit beileibe nicht immer so, aber die Macher aus Glinde haben bewiesen, dass sie lernfähig sind und das müssen wir neidlos anerkennen..."honorem ei, qui meritur"

Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten unseres Tests in einer kurzen Zusammenfassung:

Plus:
• sehr gute Verarbeitung, wertige Haptik
• hochwertige, relativ robuste Lackierung
• gute bis sehr gute Lötqualität
• hervorragende Effizienz in fast allen Lastbereichen
• sehr niedrige Spannungstoleranzwerte
• exzellente Spannungsstabilität
• hervorragende Stützzeiten auf allen Spannungsschienen
• makelloser Crossload Test
• ausgezeichnte Ripple and Noise Werte
• sehr hohe Leistungsreserven (bis maximal 661 Watt)
• korrekt ansprechende Schutzschaltungen
• gute bis sehr gute active PFC-Werte
• sehr gute Filterungsmechanismen
• so gut wie keine Störgeräusche durch die Netzteilelektronik
• praktikables Kabelmanagement mit ausreichender Beschriftung
• sehr effektive Kabelabschirmungen und Isolierungen
• ausreichend lange Kabelstränge, üppige Bestückung
• sehr hochwertige Bauteile
• äußerst laufruhiger und ausgewogener Lüfter
• umfangreiches Ausstattungspaket
• angemessenes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 115 €)
• kompetenter stets erreichbarer Support, ausführliches Handbuch
• lange Garantiezeit: 5 Jahre (Vor-Ort-Austausch-Service innerhalb des ersten Jahres)

Minus:
• Abmessungen können zu Kompatibilitätsproblemen führen
• überflüssiger Overclocking-Key
• keine Herausziehhilfen für Molex-Stecker






Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das be quiet Dark Power Pro P10 550Watt Netzteil erhält den PC-Experience Technology Award in Gold









Weiterführende Links:



be quiet

Händlernachweis

Wir bedanken uns bei be quiet sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars



euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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