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Scythe Mugen CPU-Kühler

- Update -





Einleitung:

Gute CPU-Kühler werden nicht zwangsläufig in Taiwan gefertigt, auch wenn einem dies bei dem Überangebot aus der Region gerne suggeriert wird. Wenn Ausnahmen die Regel bestätigen, dann trifft dies wohl auf Scythe zu, denn die Japaner erwehren sich seit Jahren sehr erfolgreich der schier übermächtigen Taiwanesen.
Groß dimensionierte Tower-Kühler sind das Markenzeichen von Scythe, mit denen sie sich auch in Deutschland mittlerweile einen festen Kundenstamm erobert haben. Das kann kein Zufall sein und bei eingehender Betrachtung glänzen diese Kühler immer wieder mit absoluten Spitzenplazierungen in den Bestenlisten getesteter Kühler.
Da wir immer noch auf der Suche nach dem idealen Luftkühlpartner für unser Core2 Duo System waren, kam die kurzfristige Scythe Testoption für uns mehr als recht, zumal die bisherigen Kühlererfahrungen auf dieser Plattform doch recht enttäuschend verliefen. Wie sich der Kühlbolide aus dem Hause Scythe bei uns bewährt hat, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Praxistest, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Scythe Mugen Kühlkörper.
- Scythe 120mm Lüfter.
- Montageanleitung (mehrsprachig).
- Wärmeleitpaste.
- Befestigungsklammer für den Lüfter.
- Befestigungsmaterial für versch. Sockel.




Die technischen Daten - Kühlkörper -:

- Gewicht: ca. 820g (ohne Lüfter).
- Abmessungen: (L) 126mm x (B) 116mm x (H) 160mm .
- Material: Kupfer-Aluminium Hybrid.
- Heatpipes: 5 Stück a´6mm Durchmesser.
- Material-Lamellen: Aluminium.
- Anzahl-Lamellen: 30 Stück.
- Kühlfläche: ca. 4400cm².
- Lamellen-Abstand: 3mm.
- zugelassen laut Hersteller für folgende CPU's:
Intel Sockel 775 ->ohne Einschränkungen.
AMD Sockel 754/939/940/AM2 ->ohne Einschränkungen.


Die technischen Daten - Lüfter -:

- Lüfter: Scythe.
- Lagerung: Gleitlager.
- Lüfterblätter: 7.
- Lüftergehäuse: Kunststoff.
- Abmessungen: 120x120x25mm.
- max. Luftdurchsatz: ca. 79 m³/Std.
- Gewicht: ca. 140g.
- Geschwindigkeit: ca. 1200 U/Min.
- Geräusch: ca. 23,5 dBA.
- Anschluß: 3-Pin Molex.
- Tachosignalleitung: vorhanden.
- Kabellänge: 35cm.
- MTBF in Stunden: 150.000.
- Garantie für den kompletten Kühler: 2 Jahre

MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit eines Lüfters. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Lüftern im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Lüfter beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen >Einsatzdauer >Ein-Ausschaltvorgänge usw. Eine solche Behauptung stellt im Übrigen kein Hersteller auf, schließlich kann auch kein Hersteller seine Lüfter jahrelang am Stück getestet haben, zumal 100.000 Stunden über 10 Jahre bedeuten würden...




Der Intel-Testrechner:

CPU
Intel Core 2 Duo E6700
Mainboard
Asus P5W DH Deluxe Bios 1305
Arbeitsspeicher
G.Skill F2-6400PHU2-2GBHZ 2048MB
Grafikkarte
Asus Extreme N7950GX2
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum
Festplatten System
2x Western Digital Raptor a´150GB (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten Backup
1x Hitachi T7K250 (7200 U/min, UDMA-133)
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Samsung SH-D163 SATA
Gehäuse
Cooler Master Stacker STC-T01
Netzteil
Seasonic S12-600
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3
Zubehör
2x Aerocool Turbine 120mm




Der AMD-Testrechner:

CPU
Athlon64 FX-60 Dualcore
Mainboard
DFI LANPARTY nF4 SLI-DR
Grafikkarte
2x Leadtek PX7900 GT TDH Extreme im SLI-Verbund
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS
Festplatten System
2x Western Digital Raptor X 150GB SATA an SI-3114 als Raid-0
DVD-Brenner
Plextor PX-760A
DVD-ROM
Toshiba M-1712
Gehäuse
Coolermaster Stacker RC-810-SKN1
Netzteil
Seasonic S12-600
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3
Zubehör
2x Aerocool Turbine/1000




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Beim direkten Vergleich mit der boxed Variante von Intel werden die Dimensionsunterschiede mehr als deutlich, wenngleich der X-Fire Kühler von Aerocool noch verhältnismäßig überschaubar aufgebaut ist, was die Größe angeht, da gibt es ganz andere "Extremos", wie eben den Scythe...
Die Verarbeitung bewegt sich auf allerhöchstem Niveau, alle 30 Kühllammelen wurden sauber gefertigt und weisen einen Abstand von 3mm zueinander auf. Die Lamellen hinterlassen durchaus keinen labilen Eindruck, sie wirken auch bei eingehender Prüfung sehr stabil und das ohne scharfe Kanten.
Die Kühlfläche über alle Lamellen berechnet soll ca. 4350cm² betragen, berücksichtigt man, das jede Lamelle eine Ober-und Unterseite hat, verdoppelt sich dieser Wert sogar, aber wir wollen uns nicht in mathematischen Spitzfindigkeiten verlieren.
Aus der Kupferbodenplatte erwachsen jeweils 5 Heatpipes Richtung Kühlerdeckel, die dort mit schmucken Hutmuttern enden. Wer nun denkt, dies müßten 10 Heatpipes (2x5) sein, irrt. Die 5 Heatpipes sind lediglich in U-Form angeordnet, das nur zur Verdeutlichung, um Mißverständnissen vorzubeugen.
Oberhalb der Bodenplatte wurde ein weiterer Kühlblock angebracht, um einerseits die Kühlfläche der Bodenplatte zu vergrößern und andererseits die Aufnahme der VTM-Wechselhalterungen für die unterschiedlichen Sockelklammern zu ermöglichen.
Die Kühlergrundform ist im Vergleich zu anderen Scythe-Produkten nicht mehr quadratisch sondern rechteckig. Dies hat Auswirkungen auf die Kühlleistung, denn wenn anstatt der von Scythe empfohlenen breiten Kühlfläche die kleinere Stirnfläche zur Anbringung des Lüfters verwendet wird, reduziert sich die Kühlleistung. Das ist auch durchaus logisch nachvollziehbar, da so nur eine Seite der Heatpipes wirklich vom einblasenden Luftstrom effektiv erreicht werden kann. Außerdem sitzt der Lüfter daann so, das er einen Großteil seines Luftvolumens am Kühler vorbeibläst.

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Der relativ große Lamellenabstand von 3mm begünstigt unter bestimmten Voraussetzungen (nicht zu heiße Komponenten) einen Passivbetrieb, da so die Wärmeaufnahme der Lamellen zueinander keine allzu negativen Auswirkungen erzeugt.
Die Bodenplatte ist absolut eben, in dieser Preisklasse leider durchaus keine Selbstverständlichkeit, bei Scythe beinahe schon obligatorisch.
Wenn man einen Blick unter die "Motorhaube" wirft, erkennt man auch endlich etwas deutlicher das eigentliche Kühlprinzip: die Heatpipe-Technologie der Noiseblocker Mehrkammer-Heatpipe:
Sie beruht auf der Theorie, das durch den Einsatz von speziell zusammengestellten Chemikalien innerhalb der Heatpipe eine weitaus höhere Wärmeleitfähigkeit erreicht werden kann. Dabei werden die Chemikalien zusammen mit der Hitze rasant nach oben befördert, wo diese dann durch die großflächigen Lamellen abgekühlt werden und wieder nach unten fallen. Dieser Vorgang wiederholt sich so schnell, dass die entstehende Abwärme des Prozessors hervorragend aufgenommen und abtransportiert werden kann."
Soweit zur Theorie, denn um dieses radiator-ähnliche Prinzip zu verwirklichen bedarf es noch etwas mehr, nämlich eines leistungsstarken Lüfters, der den angesprochenen Vorgang tatkräftig unterstützt und genau der ist ja mit dem 120mm Lüfter grundsätzlich vorhanden.

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Der Scythe Lüfter paßt zumindest optisch gut im Gesamtkonzept des Kühlers, inwieweit sich die Lagerung und die Strömungsgeräusche auf das Ohr des "Betrachters" auswirken, klären wir im Testsegment dieses Artikels.




Der Einbau:

Eine Kompatibilitätsliste von Scythe existiert inzwischen: Link, der Scythe Infinity fehlt ebenfalls nicht, so daß diese Liste auch für diesen Test ihre Relevanz aufweist.

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Da immer wieder grundsätzliche Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle noch einmal unseren Workshop zu diesem Thema, der auch sehr genau beschreibt, wie man die Oberfläche der CPU's (DIE) professionell reinigt.
Der Kühler verfügt wie schon erwähnt über eine polierte Bodenplatte und benötigt darum nur sehr wenig Wärmeleitpaste. Es reicht eine hauchdünne Schicht, denn die Wärmeleitpaste (in unserem Test: Arctic Silver 5) soll nur Risse und Unebenheiten ausgleichen !
Die Kühlfläche des Scythe Mugen haben wir gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere haben wir anschließend mit dem Heatspreader der CPU wiederholt, denn auch dort müßen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste rückstandlos entfernt werden.
Über die Kühlerbefestigung von Intels Sockel 775 ist schon viel geschrieben worden, wir empfinden sie auch als mittelschwere Frechheit, zumal allein das Einrastgeräusch keinen Aufschluß darüber gibt, ob der Pin nun wirklich richtig eingerastet ist oder nicht. Von der Verschleißträchtigkeit dieser Kühlerbefestigung wollen wir dabei noch gar nicht reden.

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Ob der Kühlerpins wirklich eingerastet ist, erkennt man an den kleinen schwarzen Stiften, die alle deutlich zu sehen sein müssen.

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Es bieten sich allerdings eine Alternative an, die wir nicht unerwähnt lassen wollen:

Scythe Universal Retention Kit...die Alternative


Die Vorteile liegen auf der Hand:

1. keine verschleißträchtige Push-Pin Befestigung mehr
2. stabilisierende Backplate
3. genügend Druck auf die CPU-DIE
4. immer wieder verwendbar
5. geringe Mehrkosten

Das Mainboard muß zwar weiterhin für den Einbau ausgebaut werden, aber um den Preis einer nachhaltig stabilen Befestigung des Kühlers wäre dies nun wirklich das kleinere Übel...

Die Ausmaße des Kühlers erfordern auf unserem Asus P5W DH Deluxe einen Wechsel der Speichermodule auf die hinteren Bänke, ansonsten kollidiert der Kühler respektive der Lüfter mit den Modulen.
Begünstigt durch das Intel-Layout kann man den Kühler wahlweise in Richtung Netzteil oder in Richtung Gehäuselüfter blasen lassen, wir haben uns für letzteres entschieden. Nicht zuletzt darum, weil so auch die aufsteigende Abwärme von Spannungswandlern & Co gleich mit abtransportiert wird. Bei der Ausrichtung des Lüfters sollte man tunlichst darauf achten, der er möglichst mittig an den Lamellen sitzt und nicht etwa oben oder unten an den Kühlerlamellen vorbeibläst.
Der Einbau auf dem Sockel 939 gestaltet sich sehr viel einfacher und wird durch die geniale seitliche Aufnahme für die VTM Halterungen bestens unterstützt, ein Mainboardausbau ist hier absolut unnötig. Die Einbauanleitung von Scythe ist diesbezüglich sehr gut und verständlich aufgebaut, da bleiben ansonsten kaum Fragen offen.

Noch ein paar Worte zur Sockelbelastung und dem hohen Gewicht dieser Kühlerspezies:
Es kursieren immer noch die wildesten Gerüchte über ausgerissene Sockel und ähnliche Schauergeschichten, die allerdings aus der grauen Vorzeit schwerer Kühler und deren Sockelbefestigung stammen (z.B. Sockel A).
Aktuelle Kühler für Sockel 939/AM2 oder Sockel 478/775 usw. werden nicht unmittelbar am Sockel befestigt, sondern entweder an Retention Modulen (außerhalb des eigentlichen CPU-Sockels), per Push-Pins (Sockel 775), oder sie werden ohnehin direkt mit dem Mainboard verschraubt. Da kann also nichts wegbrechen oder abreissen, denn die PCB des Mainboards hält schon einiges aus und der Sockel wird so auf keinen Fall gefährdet!
Nichts desto trotz kann man natürlich bei schweren Kühlern die PCB-Belastung dadurch klein halten, in dem man z.B. Backplates zur Stabilisierung einsetzt.




Die Tests:

Mit Core Temp und Everest Ultimate Edition 3.01.652 wurden die Temperatur verglichen, die wir nach mehreren Stunden Stunden 3D Mark 2001 und Prime 95 erhalten haben. 3D Mark 2001 lief ausschließlich im Softwaremodus, um die CPU und weniger die Grafikkarte zu fordern. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C. Wir haben die Temperaturen der einzelnen Kühler sowohl im standardmäßigen 12 Volt-Modus, als auch im reduzierten 5 Volt-Modus betrieben, damit wir auch für die Silentfreunde ein aussagekräftiges Resultat vorweisen konnten.
Der Lüfter wurde in Richtung Gehäuselüfter blasend und mit der empfohlenen breiteren Seite voraus montiert, damit ein schneller und effektiver Abtransport der Abwärme aus dem Prozessorbereich gewährleistet ist.
Verglichen haben wir den Scythe Mugen mit dem Aerocool X-Fire und dem Intel boxed Kühler, weitere Kühler werden in Kürze folgen:

Temperaturvergleichswerte Sockel 775
Kühler:
CPU-Kern 12V idle
CPU-Kern 12V Last CPU-Kern 5V idle CPU-Kern 5V Last PWM idle PWM Last passiv idle passiv Last
Scythe Mugen 32°C 41°C 35°C 46°C 33°C 40°C 44°C 61°C
Aerocool X-Fire 44°C 56°C 48°C 59°C 43°C 47°C n/a n/a
Intel -boxed- 49°C 60°C 54°C 64°C 46°C 50°C n/a n/a



Temperaturvergleichswerte Sockel 939
Kühler:
CPU 12V -idle-
CPU 12V Last
CPU 5V idle
CPU 5V Last
PWM idle
PWM Last
passiv idle
passiv Last
Scythe Mugen 26°C 37°C 28°C 38°C 38°C 46°C 34°C 59°C
Thermalright SI-120 28°C 37°C 31°C 40°C 37°C 44°C n/a n/a
NoiseBudget SI-120 29°C 39°C 32°C 42°C 37°C 44°C n/a n/a
Aerocool X-Fire 32°C 41°C 34°C 44°C 41°C 49°C n/a n/a
AMD -boxed- 35°C 43°C 40°C 51°C 43°C 52°C n/a n/a

Die Temperaturen des Scythe Mugen distanziert den Aerocool X-Fire und Intel boxed Kühler überdeutlich. Demzufolge bleiben auch genügend Reserven für Übertaktungen, ohne das man ständig schweißgebadet auf die Temperaturen achten muß. Erstaunt registrierten wir die PWM-Temperaturen, die sich im Vergleich zu einem klassisch weit ausladendem Heatpipe Kühler wie dem X-Fire nicht verschlechterten, ganz im Gegenteil...
Der FX-60 wurde ebenfalls ausgezeichnet gekühlt, wobei die Distanz zum Thermalright deutlich geringer ausfällt. Der PWM-Bereich wird dort vom Thermalright zwar immer noch dominiert, wenn auch nicht mehr so souverän. Scheinbar greift auch auf AMD Sockeln die Kombination aus Towerkühler und in der Nähe befindlichem Gehäuselüfter sehr gut ineinander. Eine Ausrichtung in Richtung Netzteil war durch das Sockellayout des DFI-Mainboards ohnehin nicht möglich und hätte kaum eine Verbesserung bewirkt. Es macht auch wenig Sinn für das gesamte Kühlkonzept eines Rechners, das ohnehin warme Netzteil auch noch mit Abwärme aus dem Prozessorbereich zusätzlich zu belasten, leider ist dies layoutbedingt aber oft vom Mainboard vorgegeben.
Man könnte das Ganze nun noch mit einem zweiten Lüfter für den Scythe auf die Spitze treiben, zur Anbringung fehlt lediglich ein zweites Paar Lüfterhäkchen, aber wir haben uns für den Test an die Werksausrüstung gehalten.
Auf Grund seiner 3mm voneinander entfernten Lamellen bietet sich der Kühler auch für einen Passiv-Betrieb an, allerdings ganz sicher nicht auf schnellen Core2 Duo Systemen, wo die CPU mit Hotspots zu kämpfen hat, denn unter Last geraten die Temperaturen schnell in den gelb-roten Bereich. Es mag Systemkonfigurationen geben (Sockel 939 und AM2 usw.), wo dies problemlos möglich ist, unsere beiden Testrechner sind aber gespickt mit Komponenten, die sehr viel Wärme entwickeln, die sinnvollerweise möglichst bald aus dem Gehäuse befördert werden sollte. Da ist eine passive Prozessorkühlung kontraproduktiv und eine Übertaktung wird dann ohnehin ersatzlos gestrichen.
Die Lautheit des Lüfter haben wir ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem geliehenen ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.
Bei 12Volt(7 Volt) und realen 1170 U/min(850 U/min.) "belastet" der Scythe-Lüfter das menschliche Ohr mit 24.5 dBA(18 dBA) und bei 5V Ansteuerung rotiert der Lüfter mit 690 U/min und erzeugt 13 dBA. Das sind sehr erfreuliche Daten, zumal all dies ohne störende Lagergeräusche, wie Klappern oder Schleifen vonstatten ging.
Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle aber deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Ergebnisse sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem verwendeten Test-Systemen beziehen.



Der Lüfter ->Technische Aspekte:

Was prädestiniert einen Lüfter, um ihn als wirklich leise zu bezeichnen? zumal ja der subjektive Höreindruck auch eine nicht geringe Rolle spielt und jeder Lüfter eine eigene Geräuschcharakteristik besitzt...

- Grundsätzlich sollte man sich nicht auf vollmundige Produktbeschreibungen der Hersteller verlassen, denn im Prospekt ist jeder Lüfter leise.

- Die Lagerungstechnik der Axiallüfter spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle, denn es ist hörbar, ob ein Lüfter Kugel-oder gleitgelagert ist. Die bei Gehäuselüftern eingesetzten Sintec Gleitlager (Papst) weisen einige Unterschiede zu ihren Kugellagerpendents auf:

Sintec Gleitlager werden aus Metallpulver gefertigt, das unter Druck in die gewünschte Form gepresst und bei hohen Temperaturen gesintert wird (daher der Name). Gegenüber massiven Gleitlagern bietet dieser Werkstoff einen Vorteil: Er ist porös. Das Porensystem nimmt etwa 15 bis 30 % des Lagerkörpers ein, wird mit Schmierstoff gefüllt und verbessert als zusätzliches Ölreservoir die Lagereigenschaften. Ein weiteres Argument für Gleitllager ist der Preis, denn die Fertigung dieser Lager kostet nur etwa die Hälfte der Kugellagerfertigung. In einigen Prospekten werden diese Lager auch als Keramiklager bezeichnet, was rein technisch natürlich barer Unsinn ist.
Kugellager haben den Vorteil der längeren Lebensdauer bei nicht sofortigem verschleißbedingten Ausfall, denn ein Gleitlager stellt seinen Betrieb bei finalem Verschleiß einfach ad hoc ein, ein Kugellager läuft weiter, wenn auch mit lauten Klappergeräuschen begleitet.
Grundsätzlich laufen Kugellager etwas lauter als Gleitllager, man hört immer ein leichtes Lagerschleifen. Wenn man also 2 Lüftermodelle eines Herstellers vergleicht, wobei der eine gleit-und der andere kugelgelagert ist, wird der Gleitgelagerte in der Regel leiser sein. Selbstverständlich gibt es auch laute Gleitlagerlüfter, das hängt wie immer von der Fertigungsgüte ab und die ist bei Billigprodukten naturgemäß nicht allzu hoch.
Bleibt die Frage, warum setzen dann nicht alle Hersteller auf die Gleitlagerschiene?

- Die Anordnung der Rotoren hat auch Relevanz, denn die Strömungsgeschwindigkeiten und demzufolge Strömungsgeräusche werden auch durch die Form und Stellung der Rotorblätter beinflußt. Diesbezüglich spielen auch die Lüftergitter in den PC-Gehäusen eine nicht unwesentliche Rolle, denn es macht naturgemäß einen Unterschied, ob ein Lüfter sich frei entfalten kann, oder ob er durch winzige Perforationen im Gehäuse atmen muß.

- Die Drehzahlen sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium, zumal man mit dem Absenken der Lüfter-Drehzahlen automatisch auch das Grundgeräusch eines Lüfters absenken kann, sofern die Skalierbarkeit des Lüfters dies zuläßt.

- Die Ansteuerung der Lüfter sollte frei einstellbar sein, d.h. der Lüfter sollte nicht nur mit 12 Volt sondern auch mit 5 Volt störungs-und klapperfrei laufen, zumal wir erst dann durch die Absenkung der Drehzahl wirklich einen geräuscharmen Modus erreichen. Viele Lüfter "glänzen" bei 5 oder 7 Volt leider durch durch deutliche Motorengeräusche.

- Das Verhältnis der Luftförderleistung und Dehzahlminimierung muß aber trotzdem noch existent sein, denn auch ein leiser ->langsam drehender Lüfter soll noch Abwärme transportieren können respektive kühlen.




Pflegetipps:

Auch ein Kühler/Lüfter braucht mal Pflege und das nicht nur 1x im Jahr, sondern regelmäßig.
Gehäuse-und CPU-Lüfter sind potentielle Druckluftspray-Kunden. Seit aber bitte vorsichtig und bringt den Lüfter mit dem Spray nicht auf abnormale Drehzahlen, euer Lüfterlager wird es euch danken. Als grobe Vorarbeit solltet ihr einen weichen und nicht haarenden Pinsel einsetzen, vorzugsweise einen mit hochwertigen Chinaborsten.
Sollten eure Gehäuselüfter bereits rauh laufen, empfiehlt sich der Ausbau und die Kontrolle der Lager.
Dazu müßt ihr den Aufkleber auf der Lagerseite entfernen und den Lagerbereich mit Druckluftspray reinigen.
Wenn diese Prozedur erfolglos bleibt, weil die Lagerung doch zu sehr verschlissen ist, bleibt nur noch der Austausch.
Die Kühllammelen des Scythe Infinity kann man natürlich auch problemlos mit Druckluftspray und Pinsel reinigen.




Fazit:

Der Scythe Mugen hat unsere noch sehr dünn gesähte und junge Riege an Core2 Duo Kühlern sozusagen en passent überflügelt und das mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Wir waren anfangs etwas skeptisch bezüglich der PWM-Temperaturen, aber der Scythe Tower hat uns eines besseren belehrt. Ist ein sinnvoll aufgebautes Kühlmanagement mit entsprechenden Gehäuselüftern vorhanden und kann der Scythe seine Abwärme direkt an einen in der Nähe befindlichen ausblasenden Lüfter weiterreichen, dann wirkt sich dies überaus positiv auf die gesamte Sockelumgebung aus, dies kristallisierte unser Test mehr als deutlich heraus. Auf Grund der hohen Leistungsreserven des Kühlers, darf dies gerne auch unter einer 7Volt Ansteuerung geschehen. Somit empfiehlt sich der Scythe für einen äußerst geräuscharmen Betrieb, zumal der Scythe Lüfter auch unter 7 Volt erst wirklich leise zur Sache geht.
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in der Übersicht:

Plus:

- erstklassige Verarbeitung.
- überragende Kühlleistung.
- hohe Leistungsreserven.
- sehr laufruhiger Lüfter, insbesondere unter 7V und 5V.
- recht einfache Montage.
- hohe Sockel-Flexibilität.
- komplette Ausstattung.
- sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 39€).

Minus:

- Platzbedarf.
- trotz hohem Gewicht keine Backplate.

Wir sind vom Scythe Mugen ernsthaft begeistert und haben scheinbar die ideale Kühlung für unser Core2 Duo System gefunden. Wir müssen allerdings auch einen Aspekt ansprechen, der uns gar nicht gefällt, die nicht vorhandene Backplate zur Stabilisierung des Mainboards. Das hohe Gewicht des Kühlers beult das Mainboard im Sockelbereich etwas aus, sicherlich nicht über seine Belastungsgrenzen hinaus, aber eine vertrauensbildende Maßnahme seitens Scythe wäre diese Verstärkungsplatte allemal. Ein wirklich überflüssiges Ärgernis für den ansonsten besten Luftkühler, der bisher in unserer Redaktion getestet wurde...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Scythe Mugen CPU-Kühler erhält den PC-Experience-Award in Gold !






Weiterführende Links:

Scythe


Caseking



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