Das Fazit und Praxis-Erfahrungen:

Mit Windows 10 geht Microsoft völlig neue Wege. Erstmalig wurde Anwendern von Windows 7 SP1 und Windows 8 bzw. 8.1 Update 1 das neue Betriebssystem im ersten Jahr nach Veröffentlichung kostenlos angeboten, zunächst als Upgrade. Ferner verspricht Microsoft, dass es das letzte neue Betriebssystem sein wird und als "Windows as a Service" ständig weiterentwickelt wird. Künftige Updates mit neuen Funktionen stehen dann ebenfalls kostenlos zur Verfügung, Sicherheits-Updates inbegriffen. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass Windows 10 noch lange nicht fertig ist und lediglich zur Nutzung freigegeben wurde. Windows 10 wird dabei nicht nur auf Desktop-PC und Notebook laufen, sondern "überall". Egal ob Smartphone, Tablet, Windows-Phone, Hololens, XBox und Smart-Watches. Alles wird Windows, so der Traum von Microsoft. Deshalb betrachtet Microsoft das kostenlose Bereitstellen auch als Investition in die Zukunft. Dafür hat Microsoft auch ein neues Firmenmotto: "Cloud first, Mobile first".

Die kostenlose Upgrade-Version und dessen Nutzung hat im Vorfeld für Verwirrung gesorgt. Diese Version sollte nur auf dem PC nutzbar sein, für den es "bestellt" war, also an die Hardware gebunden. Mittlerweile hat der Microsoft Enthusiast Marketing Manager Windows, Boris Schneider, klargestellt, dass diese Einschränkung nur für Geräte gilt, auf denen Windows bereits beim Kauf vorinstalliert und somit daran gebunden war. Wer eine nicht an die Hardware gebundene Lizenz käuflich erworben hat, darf Windows 10 auch auf einem neuen Computer installieren. Vorausgesetzt, es wurde auf dem vorherigen deinstalliert, die Aktivierung erfolgt dann jedoch telefonisch und der Product Key des Ursprungssystems muss bereit liegen.

Betrachten wir die Investition in die Zukunft mal genauer. Wer sich über die Get Windows App die kostenlose Version gesichert hat, muss zunächst das oft angesprochene Upgrade durchführen. Das kann auf drei Wegen geschehen. Die einfachste Variante ist dabei, auf die Benachrichtigung durch ein Popup auf dem Monitor zu warten und das Upgrade hierrüber anzuschieben. Zuvor sollten die genannten Vorbereitungen getroffen werden, damit es möglichst keine unangenehmen Überraschungen nach dem Upgrade gibt. Auszuschließen ist das jedoch trotzdem nicht.

Eine weitere Möglichkeit zum upgraden ist über das MediaCreationTool gegeben. Hierbei deckt sich der Vorgang mit dem bereits zuvor genannten.

Eine dritte Möglichkeit ist mittels des erstellten Installations-Medium. Hier unterscheidet sich der Vorgang durch die zwangsweise Eingabe eines Product Key. Wer bereits eine im Fachhandel erhältliche Lizenz erworben hat und ein Upgrade statt gleich ein Clean Install durchführen möchte, verwendet den mitgelieferten Key. Anwender, die mit dem selbst erstellten Installations-Medium das kostenlose Upgrade durchführen möchten, verwenden den entsprechenden generischen Product Key. Das weitere Vorgehen ist identisch zum beschrieben Procedere.

Ein Clean Install ohne Altlasten ist natürlich immer die bevorzugte Installations-Methode für ein neues Betriebssystem. Was dazu zu beachten ist, haben wir im Verlauf des Artikels beschrieben. Wer bei der Treiber-Vorsorge Glück hatte und für seine verwendete Hardware bei den Herstellern bereits fündig wurde, kann in diesem frühen Stadium nach der offiziellen Freigabe von Windows 10 ein Clean Install durchführen. Ob dann allerdings auch die Hardware korrekt funktioniert, steht noch einmal auf einem anderen Blatt. Es kann auch trotz explizit für Windows 10 geschriebener Treiber zu Komplikationen kommen und eine neuere Version des Treibers muss erst bereitgestellt werden. Leider haben es einige Hardware-Hersteller versäumt, bereits frühzeitig auf den Windows 10-Zug aufzuspringen oder sind nicht bereit, für ältere Hardware entsprechende Treiber zu programmieren. Bleibt abzuwarten, wie sich dieses Thema weiterentwickelt. Auf unserem Test-System läuft Windows 10 Pro 64Bit ohne Probleme und mit einer sehr ansprechenden Performance. Für unsere Hardware waren bereits Treiber für Windows 10 verfügbar. Auf anderen Systemen verhält sich dieses neue Betriebssystem nicht so freundlich. Beachtet bitte dazu unseren Redaktions-Kommentar.


Kommentar der Redaktion:
Das Windows 8 respektive 8.1 Desaster sollte sich mit Windows 10 ziemlich rasch relativieren, dazu hat Microsoft diesmal den Spagat zwischen Bewährter Technik und Moderne zu gut bewältigt und die Option zur Weiterentwicklung steht ohnehin offen, insofern lässt es sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt schon relativ gut mit Windows 10 leben und auf weitere Optionen hoffen. Die akuten technischen Probleme, die fast immer durch externe Fremdprogramme und Treiber ausgelöst werden, sollten sich im Laufe der nächsten Monate durch entsprechende Updates, Patches und Treiberaktualisierungen lösen lassen, darum ist die Empfehlung, mit dem Upgrade auf Windows 10 noch bis zum Jahresende zu warten, für wackelige Systeme sicherlich kausal.

Wir haben diesen Kommentar aber nicht initiiert um dies zu rezensieren, was ohnehin jeder informierte Anwender weiß bzw. ahnt, uns geht es diesmal um etwas anderes.
Was sich Microsoft mit dem fehlenden Schutz der Privatsphäre geleistet hat, kann keiner unter den Tisch fallen lassen. Wir wollen die ganze Polemik die mittlerweile deswegen schon ausgekippt wurde auch nicht noch forcieren, aber objektiv betrachtet kann das so keinesfalls funktionieren geschweige denn hingenommen werden. Microsoft kann nicht hergehen und dem Anwender ein kostenloses Upgrade auf sein neuestes Betriebssystem anbieten und gleichzeitig erwarten, dass alle die Augen schließen und ihren Datenschutz vergessen. Das Argument der Kostenlosigkeit zieht ohnehin nicht, denn die OEM/DSP und Retailprodukte von Windows 10 haben dieselben Voreinstellungen und liefern somit ebenfalls diese Daten.
Der Kardinalfehler von Microsoft dabei ist die fehlende Kommunikation mit dem Kunden. Warum wird der Kunde nicht gefragt ob, er das wirklich so will ? Warum erfolgt keine dezidierte Aufstellung, was durch welchen Dienst warum für welche Daten abgegriffen werden und warum erfährt man das alles erst durch Dritte ? H
ätte Microsoft das Thema Datenschutz als Opt-In gestaltet und den Nutzer während der Installation explizit um die zusätzlichen Rechte gefragt, wäre der Aufschrei in den Medien kaum zu hören. Ganz besonders absurd ist in diesem Zusammenhang das jeglicher Logik entbehrende "Argument" es wäre bei anderen auch nicht besser oder gar schlimmer und man solle doch froh sein, dass Microsoft Schalter eingebaut hat, um die Datenschleuderei in den Griff zu bekommen. Erstens hat dieser Unsinn schon fast zynischen Charakter und zweitens greifen diese famosen "Schalter" durchaus nicht so generell zu wie erhofft. Dass Windows 10 nach dem Abschalten diverser  Übermittelungsdienste und Funktionen trotzdem Daten an Microsoft sendet, ist bekannt. Das einige Daten trotz diverser Tools und Codeschnipsel immer noch nicht gänzlich verhindert werden, ebenso. Nun mögen diese „Restdaten“ harmlos sein, das ist aber nicht der Punkt. Der Punkt ist, das Windows 10 dies ungefragt tut und Microsoft dazu schweigt.  Nachhaltiges Vertrauen läßt sich so nicht erzeugen und Transparenz ist es doch, was permanent gefordert wird, oder haben wir das alle womöglich falsch verstanden…?

Sei es drum, Windows 10 kann zu einem sehr großen Erfolg erwachsen, aber dafür muss Microsoft in den nächsten Monaten an vielen Stellen technisch nachbessern und bezüglich des Datenschutzes für mehr Klarheit sorgen und das nicht nur auf Hochglanzveranstaltungen und in den sozialen Medien, sondern generell. Der Stein rollt, wie weit und wie holperig, das hat Microsoft selbst in der Hand…

 

weiterführende Links:

Artikel, Tipps, Tricks und Workshops für Windows 10

Threshold 2, 1511 Upgrade Installation, Troubleshooting und mehr

Windows 10 1607: Redstone 1 Troubleshooting

Windows 10 1607: Aktivierung trotz Mainboard-Wechsel

Windows 10: Build-Nummer der Installations-ISO verifizieren

 



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