Die Tastatur in der Praxis:

Wir erinnern uns: Tastaturen können normalerweise über die USB Schnittstelle maximal 6-Key-Rollover zur Verfügung stellen (also 6 Tasten und ein Modifier wie z.B. STRG können gleichzeitig bestätigt werden). Mehr wäre über die USB Schnittstelle prinzipiell nicht möglich, weil die Schnittstellenspezifikation dies nicht zuläßt. Wer also die volle Spannbreite nutzen will oder möchte, muß die Tastatur über die PS2 Schnittstelle anschließen. Corsair hat an dieser Stelle eine eigene Lösung kreiert, über eine spezielle Interface Technik wird so über USB ein 20-Key-Rollover ermöglicht, so daß ein Ausweichen auf die PS/2 Schnittstelle nicht nötig wäre. Der Trick dabei ist, das Corsair mehrere USB Controller implementiert und somit den Rechner zwingt, mehrere USB Controller zu installieren, so daß ein 20-Key-Rollover realisiert werden kann, obwohl die Schnittstelle sie eigentlich nicht unterstützt. Corsair ist an dieser Stelle aber nicht der Vorreiter dieser wirkungsvollen Emulierung, andere Hersteller wie QPad sind auch schon in dieser Hinsicht aktiv geworden.

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Die Strike Tastatur von Ozone bietet dies nicht, darum sei die PS/2 Schnittstelle empfohlen, wenn NKRO komplett genutzt werden soll. Die Strike Tastatur arbeitet ab Werk mit einer USB Abtastrate (Polling Rate) von 1000 Hertz, das mag bei Gaming Mäusen durchaus eine entscheidende Rolle spielen, in unserem Test konnten wir keinen spürbaren Unterschied zwischen den herkömmlichen 125 Hertz und den 1000 Hertz der Ozone Strike herausarbeiten. Vielleicht sind Profi Gamer dazu in der Lage, wir waren es jedenfalls nicht.
Im Praxistest zeigte sich einmal mehr, wie wichtig stabile Anstellwinkel für eine Tastatur sein können, denn durch die somit leicht angeschrägte Grundstruktur der Tastatur ist eine sehr unangestrengte Arbeitsweise möglich, weil die Hände nach oben normalerweise nicht abknicken können. Auf Grund des Tasten Standard Layouts (105 Taster), ist eine Umgewöhnung an neue Tastenpositionen kaum nötig. Einzige Ausnahme ist die fehlende linke Windows-Taste, für die Ozone einen Multifunktionstaster intergriert hat, über den die F1 bis F8 und F12 Taster andere Funktionen erhalten können. Etwas ärgerlich ist die Tatsache, dass auf dem Q-Taster das @-Symbol fehlt. Aufgerufen wird das Emailsymbol aber genauso wie auf anderen Tastaturen, also über ALT GR und Q. E
in weiterer ganz wichtiger Qualitätsaspekt ist eine relativ rutschfeste Oberflächenbeschichtung der jeweiligen Taster-Caps, zumal wir schon Tastaturen erlebt haben, wo man nur im Schlingerkurs tippen konnte, weil die Taster-Caps viel zu glatt waren. Dies ist hier definitiv nicht der Fall, die einzelnen leicht muldigen Taster-Caps sind sehr griffig und bedingt durch eine Lasergrafur auch nachhaltig gekennzeichnet. Selbstverständlich existieren durchaus noch wesentlich hochwertigere und vor allem teurere Möglichkeiten eine Taster-Cap zu beschriften, wie z.B. das sogenannte Double-Shot Injection Molding, aber eine Tastatur sollte auch bezahlbar bleiben.
Die Alltagstauglichkeit der Ozone Strike bezüglich normaler Schreibarbeiten charakterisieren wir als befriedigend bis gut. In Office 2010 existierten keine Scenarien, die durch negative Aspekte auffielen, die Geräuschkulisse der Cherry MX-Black Taster ist dabei einigermaßen erträglich. Wenn wir einen Vergleich ziehen sollten, zwischen den MX-Brown, den MX-Red und diesen MX-Black Tastern, dann sind die MX-Brown für Office Arbeiten einddeutig im Vorteil, weil sie schlichtweg leiser agieren. Man könnte dies noch durch entsprechende O-Ringe weiter optimieren und somit die Geräuschkulisse noch ein wenig reduzieren. Viele Liebhaber der Cherry-MX Taster verzichten gern auf die MX-Red oder MX-Black Taster, wenn es ums Schreiben geht, weil die Präzision angeblich fehlt. Wir können diese Erfahrungen nicht teilen und wir sind aber durchaus der Meinung, dass exakt dies entscheidend vom Schreiber abhängt und nicht nur von der Tastatur, zumal die Umgewöhnungszeit natürlich eine maßgebliche Rolle spielt.
Im Gaming Test liegt die Ozone Strike in etwa auf dem Niveau der Corsair K90 und das ist durchaus keine Überraschung, denn trotz des möglichen Anschlagwegs von 4mm lösen auch die MX-Black Taster schon nach 2mm den Tastenbefehl aus. Das klingt nicht nur schnell, das ist es auch in der Realität, auch wenn das nötige Auslösegewicht mit 60 Gramm (MX-Red 45 Gramm) etwas höher ausfällt. Diese Werte werden zwar auch von den MX-Brown Tastern der Celeritas Tastatur ermöglicht, trotzdem fühlen sich sowohl die K90 mit ihren MX-Red Tastern, als auch die Ozone Strike mit den MX-Black auf Grund der fehlenden taktilen Rückmeldung noch einen Hauch flinker an, auch wenn dies ein subjektives Gefühl sein mag. Wenn wir unsere Enermax Aurora Premium als Vergleich heranziehen, haben wir zwar auch einen sehr kurzen Tastenhub (2,5mm), aber die Auslösekraft ist deutlich höher. Die Taster Auslösekraft liegt bei der Ozone Strike bei 60 Gramm, unsere Enermax benötigt dafür schon fast 70 Gramm. Demzufolge ist ein ermüdungsfreies Spielen auf den mechanischen Tastaturen eindeutig eher zu erreichen als auf unserer Enermax Tastatur, mit der schon etwas besseren Scissor Tastertechnik. Unseren Spiele Parcour mit Crysis 2, Anno 1404 und Mass Effect 3 meisterte die Strike Tastatur ansonsten ohne irgendeinen Ausrutscher oder Funktions-Fehlinterpretation. Das Ozone keinerlei Makros über eine eigene Software zur Verfügung stellt, dämpft die Euphorie allerdings beträchtlich. Natürlich existieren diesbezüglich 3rd-party Alternativen im WWW, aber wer so viel Geld für eine Tastatur ausgibt, der wartet einfach etwas mehr Unterstützung vom Hersteller und keine stundenlange Suche nach passenden Alternativen. Ansonsten gab es kaum Grund zu Beanstandungen, die komplette n-Key-Rollover (NKRO) funktioniert über PS/2 nahezu perfekt, sofern das in der Praxis vom jeweiligen Spieler überhaupt umsetzbar ist, diesbezüglich haben wir so unsere Zweifel.
Überaus störend stellt sich die Situation hingegen bei den drei Funktions-LEDs (NUM Lock, Shift Lock und Scroll-Lock) dar, diese wurden in rot ausgeführt und leuchten derart hell, das man schon nicht mehr von einem Kontrastprogramm sprechen kann. Nun leuchten diese LEDs nicht permanent alle gleichzeitig, aber eine allein reicht aus, um von der Arbeit abzulenken und genau das kann nicht im Sinne des Erfinders sein...