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 Lian Li PC-A71F Full Tower Cerberus 09.08.2009 12:41

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Lian Li PC-A71F Full Tower







Einleitung:

Auch wenn wir den Redaktionshauptrechner gerade erst mit unserer neuen Lian Li PC-B70 Gehäusereferenz ausgestattet hatten, heißt dies natürlich nicht, das wir ab sofort nicht mehr über den Tellerand blicken. Die Chance als erstes deutschsprachiges Onlinemagazin das brandneue Lian Li PC-A71F zu testen, war ohnehin schon Anreiz genug, da bedurfte es keiner weiteren Motivationsakrobatik.
Das PC-A71F Gehäuse ähnelt im Grundgerüst allen aktuellen Full Towern von Lian Li, mit dem Unterschied, das die Frontverkleidung noch zusätzlich eine Tür besitzt. Die etwas preisgünstigere Variante PC-A70F wird diese Tür nicht vorweisen. Ansonsten wird eigentlich alles das feil geboten, was aktuell an sinnvollen Features in den zweifellos sehr teuren Topmodellen von Lian Li verbaut wird. Kurzum verschwenderisch viel Platz, feinste Verarbeitung und unzählige praxisrelevante Detaillösungen, die den Kenner mit der Zunge schnalzen lassen. Aber nehmen wir nicht zu viel vorweg, sondern schauen uns gemeinsam an, was Lian Li da aus dem Ärmel gezaubert hat, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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• Lian Li PC-A71F in Retail Verpackung
• Befestigungsmaterial incl. Schrauben und Thumbscrews
• Schraubenbox
• Netzteilblende für zweites Netzteil
• Montierrahmen für SSI CEB/EEB Mainboards
• Festplatten Entkoppelungsutensilien
• Piezo Lautsprecher
• Kabelbinder und Halterungen
• bebilderte mehrsprachige Anleitung
• zwei Schlüssel für die Frontklappe




Technische Daten Gehäuse:

• Gehäusematerial Chassis: Aluminium, gebürstet (bis 2mm stark)
• Frontverkleidung: Aluminium mit Alu-Fronttür
• Seitenteile und Deckel: Aluminium
• Mainboardschlitten: nicht vorhanden
• Farbe: schwarz
• Abmessungen: 220mm x 590mm x 615mm (B x H x T)
• Formfaktor: E-ATX, ATX, M-ATX
• Gewicht: ca. 9 Kg netto
• verfügbare Slots für Erweiterungskarten: 7
• max Netzteilgröße: bis zu 300mm Einbautiefe
vorinstallierte Lüfter:
• 2x 140 mm (Front, LED blau, 1000RPM)
• 1x 120 mm (Heck oben, 1500RPM)
• 1x 120 mm (Heck mitte, 1500RPM)
• I/O Panel: 4x USB 2.0, 1x Firewire IEEE1394, 1x eSATA, 1x HD+AC 97 Audio
• Laufwerksschächte: 5x5.25" extern, 10x3,5" intern, 1x3,5" extern (in 5,25 Schacht)
• weitestgehend schraubenloses Design.
• Varianten: PC-A70F und PC-A71F
• aktueller Markt-Preis: ca. 200 € (PC-A71F)
• Garantie: 2 Jahre




Die eingebaute Hardware:

CPU
Intel Core2 Duo E8600
CPU-Kühler
Thermalright True Copper
CPU-Lüfter
Scythe Slipstream 1200
Mainboard
Asus P5E64 WS Evolution
Grafikkarte
XFX Geforce 8800 ultra
Soundkarte
Sound Blaster X-Fi XtremeGamer Fatality
Arbeitsspeicher
Corsair TW3X4G1600C9DHXNV DDR3-1600 4GB Dualkit
Festplatten System
2x Western Digital VelociRaptor a´ 300GB SATA II RAID-0
DVD-Brenner
LG BH08LS SATA Blu-Ray Brenner
Diskettenlaufwerk
Scythe Combo-Laufwerk
Netzteil
Corsair HX850W
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP3, Vista Ultimate 64bit SP2, Windows 7 im Multiboot




Verarbeitung und Technik:

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Schlicht, schwarz, schön sind eigentlich die häufigst genannten Attribute, wenn man Anwender nach ihren ersten subjektiven Eindrücken befragt. Uns geht es diesbezüglich nicht anders, denn die klassische Linie eines Lian Li Gehäuses hat den Vorteil, den Zahn der Zeit durch schnörkelloses Design zu überdauern. Die Verarbeitung ist abermals fernab jeder Kritik, kaum ein Aluminium Gehäusebauer erreicht so edle Oberflächen, da spürt man die jahrzehntelange Erfahrung auf jedem Quadratzentimeter und in jeder noch so versteckten Ecke des Gehäuses.
Wie bei nahezu allen neuen und aktuellen Lian Li Gehäusen wurde das IO-Panel von Grund auf neu gestaltet und benutzerfreundlicher plaziert, nämlich vorne auf dem Deckel. Man erreicht alle Knöpfe und Anschluß-Ports ohne Verrenkungen, egal wo das Gehäuse aufgestellt wird. Die Ein-Ausschaltknöpfe sind natürlich ebenso aus Aluminium, wie der Reset Knopf und der Verschlußdeckel für USB, eSATA und Konsorten. Die USB Ports haben genügend Abstand zueinander, so daß auch ausladende USB-Sticks nebeneinander ihren Platz finden. Die staubanfälligen Ports wurden unter einer mit einem satten Plopp schließenden Klappe geschützt angeordnet, das hat nicht nur Stil, sondern erweist sich in der Praxis auch als äußerst sinnvoll. Die Funktions-LEDs finden wir sowohl oben rechts an der Frontklappe als auch an der Frontverkleidung , wo einerseits der Betrieb des Systems (blaue LED) und andererseits die Festplattenzugriffe optisch dargestellt werden (rote LED).
Die Frontklappe läßt sich zwar recht weit öffnen, aber leider nur nach links, was den Einsatz rechts vom Schreibtisch schon nahezu ausschließt. Ideal wäre es gewesen, wenn Lian Li das optioniert hätte, sprich die Frontklappe auch für die andere Richtung umzubauen wäre. Anhänger von Disketten-Laufwerken und Cardreadern werden diesmal nicht ausgeschlossen, ein entsprechender 3,5" Einschub ist werksseitig bereits vorhanden. Diese Option mag anachronistisch anmuten, hat aber immer noch ihre Daseinsberechtigung und sei es nur, in einer weitestgehend risikolosen Umgebung (DOS) ein Bios Update zu bewerkstelligen, was mittlerweile viele Mainboard-Hersteller wieder empfehlen. Das ist zwar auf aktuellen Mainboards auch über einen USB-Stick zu realisieren, aber warum sollten wir auf unser schönes Multifunktionsgerät von Scythe verzichten? Außerdem gibts es auch von Lian Li sehr schnuckelige und technisch ausgereifte Cardreader, die man ohne Einschub ebenfalls nicht einbauen kann.

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Die Verarbeitung der Heckpartie ist genauso eine Augenweide, wie der Rest des Gehäuses, da existiert keine Ecke, die nicht akribisch bearbeitet wurde. Das Gitter des mittleren 120mm Heck-Lüfters läßt sich entfernen, das erspart Verwirbelungsgeräusche. Deutlich erkennbar sind die beiden Schlauchdurchführungen für die optionale Wasserkühlung, ein weiteres Feature, das mittlerweile bei kaum einem neuen Lian Li Gehäuse fehlt. Das rechte Seitenteil könnte durch eine vorhandene Öse neben der Thumbscrew-Verschraubung mit einem kleinen Schloß gesichert werden.
Das obere Grillfenster optioniert den Netzteileinbau auf konventionelle Art oder eben den Einbau eines zweiten Netzteils, wer das nicht in Betracht zieht, kann dort natürlich auch den vorhandenen Festplattenkäfig für drei Festplatten samt 120mm Lüfter nutzen, ob nun mit oder ohne Festplatte, spielt dabei keine Rolle, dann fungiert diesser Bereich eben "nur" als weiterer ausblasender Lüfter. Es ist alles nach Gusto zerlegbar, somit stehen auch alle Optionen offen.
Die Belüftungsschlitze der PCI-Slot Abdeckungen fließen so langsam ebenfalls in alle neuen Lian Li Gehäuse ein. Zwingend nötig ist dies nicht, zumal die Be-und Entlüftung des Gehäuses über die Lüfter und das Netzteil mehr als ausreicht, Nachteile erbringen diese Schlitze allerdings auch keine.
Der sichere, rutschfeste und geringfügig entkoppelte Stand des Gehäuses wird durch Moosgummi-Standfüße bewerkstelligt, eine sehr probate und attraktive Lösung, wie sie auch für HIFI-Anlagen Verwendung findet, wenn auch dort noch etwas aufwendiger ausgeführt, zumindest bei den teureren Geräten. Kleiner Tipp: die beliebten silbernen Aluminium-Laufrollen von Lian Li passen übrigens auch ohne größere Verrenkungen unter das Gehäuse, wodurch sich die Mobilität deutlich erhöht, insbesondere dann, wenn das Gehäuse komplettiert wurde.

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Nach dem Lösen der Thumbscrews, können die sehr genau passenden und über silberne Spannklammern ruhig gestellte Seitenteile entfernt werden, wodurch ein erster Blick in den Innenraum fei wird. Wir hätten uns abermals sehr gerne ein schwarz mattiertes Finish gewünscht, weil man auf der silbernen Oberfläche wirklich jeden Fingerabdruck zählen kann, was fast schon zwangsläufig die Komplettierung per OP-Handschuhe voraussetzt. Auch der Innenraum weist die Lian Li typische Verarbeitungsqualität auf, scharfe Kanten oder minderwertige Falzen sucht man hier freundlicherweise vergebens.
Neu sind hier die Dämpfungsbügel für die opischen Laufwerke, die über ihre kleinen Gummiblöcke relativ viel Druck auf die Laufwerksflanken ausüben, wodurch diese einerseits sicher fixiert werden und andererseits eine gewisse Entkoppelung erfahren sollen. Wie nahezu alles bei Lian Li wäre auch dieses Feature umkehrbar, dazu kann man die Dämmleisten abklipsen und die Laufwerke verschrauben.
Der Festplattenkäfig wurde zwar etwas abgespeckt, aber keine Sorge, auch hier können die beliebten Gummientkoppelungen eingesetzt werden, mit denen sich zumindest ansatzweise laute Festplatten zu einer vertretbaren Arbeitslautstärke überreden lassen.

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Die große zentrale Öffnung der Mainboard-Aufnahme erleichtert den EIN-und Ausbau des CPU-Kühlers, so daß gegebenenfalls das Mainboard nicht entfernt werden muß. Der hintere zentrale 120mm Lüfter sitzt hinten im Einzugsbereich des Mainboards/Grafikkarte/CPU, also genau an der richtigen Stelle. Auf Grund der schnörkellosen Befestigung, wäre es kein Problem, den Lüfter mit entsprechenden Gummistiften zu entkoppeln. Aber was für ihn gilt, gilt auch für die vorderen 140mm Lüfter, Lüfterentkoppelungen sind leider Fehlanzeige.
Auf dem Gehäuseboden entdecken wir die breite Kabelleiste, über die vieles stecksicher verstaut werden kann, insbesondere die Verkabelung des Netzteils, so es denn im unteren Bereich verbaut werden sollte. Ärgerlich ist die Tatsache, das für das Netzteil kein Staubfilter integriert wurde. Über die jeweiligen Einbauoptionen für das Netzteil und die neue Steckkartenbefestigung, reflektieren im Komplettierungskapitel noch ausführlicher.
Nach der Entfernung des linken Seitenteils erkennen wir jetzt sehr deutlich die Optionen zur sauberen Kabelverlegung im Gehäuse. Wobei anzumerken wäre, das Lian Li ruhig etwas mehr Kabelaufnahmen hätte intergrieren können, die eine Leiste auf dem Gehäuseboden ist doch etwas sehr mager. Wer einen Mainboardschlitten erwartet, wird leider enttäuscht, Lian Li hat dies aus kaum nachvollziehbaren Gründen wegrationalisiert.




Die Komplettierung:

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Die kleine praktische Schraubenbox solltet ihr nicht zu weit wegstellen, als Reservoir für den Inhalt der vielen kleinen Lian Li SchraubenTütchen ist sie ideal und wird gerne genommen. Lian Li hat die Steckkartenbefestigung renoviert, das neue Stecksystem ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, fixiert die Karten aber sehr sicher. Keine Sorge, wer es lieber verschrauben möchte, wird von Lian Li nicht allein gelassen, der Befestigungsblock ist abschraubbar, somit können die Steckkarten auch mit den im Lieferumfang verfügbaren Thumbscrews verschraubt werden.

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Wir kommen jetzt zu einem wenig erfreulichen Kapitel, wenn es darum geht die optischen Laufwerke einzubauen, oder die Frontlüfter zwecks Reinigung zu erreichen. Dafür ist es erforderlich, zuerst die Frontklappe zu entfernen und dies ist unnötig fummelig und zeitaufwendig. Sage und schreibe 10 Schrauben müssen bewegt werden, um die Frontklappe in Händen zu halten. Angefangen beim oberen Steg (3 Schrauben), über die seitlichen 4 Schrauben, bis hin zu den 3 Schrauben des unteren Stegs. Dann erst gelangen wir an die Frontverkleidung und können sie abnehmen, umständlicher gehts kaum.
Haben wir diesen Schritt erfolgreich gemeistert, ist der Rest glücklicherweise unproblematisch. Die Staubfilter der 140mm Frontlüfter sind schnell und bequem auszuklippen und somit komfortabel unter dem Wasserhahn zu reinigen oder eben ausblasbar. Hinter den Blenden befinden sich glücklicherweise keine weiteren Blenden, die womöglich auch noch herausgebrochen werden müssen. So kann das Gehäuse immer wieder in den Auslieferungszustand zurückversetzt werden. Die Blenden als solche weisen eine hohe Passgenauigkeit auf und lassen sich überwiegend kratzerfrei klemmen. Das die Blenden nicht auch noch über Mesh Blenden verfügen, war eine weise Entscheidung, durch den sich der Staubbefall weiter reduziert hat.
Der Gehäusedeckel kann komplett entfernt werden, das dürfte insbesondere die Fraktion der Wasserkühler-Freunde sicherlich interessieren, um eventuell Radiatoren unterzubringen.

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Wer die Frontlüfter gerne entkoppeln möchte, kann dies problemlos tun, wichtig wäre dabei, das die Entkoppelungsgummies dick genug sind und nach möglichkeit nicht sehr weit vorne abstehen, ansonsten lassen sich die Staubfilter schwerlich wieder einclipsen.
Die Integration der optischen Laufwerke kann wie bereits erwähnt entweder über die seitlich Entkoppelungshebel erfolgen, oder über die traditionelle Verschraubung, beide Optionen sind gleichermaßen praktikabel. Lian Li hat noch eine Versteckoption mitgeliefert, über die sich ein optische Laufwerk sehr dezent verbauen läßt, da die Frontansicht verborgen bleibt. Bei leichtem Druck auf den Auswurfknopf der Frontklappe öffnet sich so die Lade des Laufwerks. In der Praxis verhält sich diese Vorrichtung völlig unproblematisch, was man von früheren ähnlichen Konstruktionen nicht behaupten konnte. Wir haben grundsätzlich Laufwerke mit schwarzer Frontblende verwendet, damit die Corporate Identity nicht unterbrochen wird. Nichts würde mehr stören, als ein Laufwerk im ohnehin häßlichen Computermausgrau.


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Der Festplattenkäfig kann wie bereits erwähnt abgeschraubt werden, die Festplatten lassen sich aber auch ohne die Demontage des Käfigs einbauen. Dazu benötigen wir kein Werkzeug, einfach die vorgesehenen Schrauben mit den Gummies versehen, in die Festplatte einschrauben, die Arretierungsschraube des Käfigs lösen und die Festplatte vorsichtig einschieben. Abschließend sollte die Arretierung des Käfigs wieder fixiert werden. Leider läßt der Käfig keine variable Positionierung der Festplatten zu, sie können lediglich mit dem Anschlußterminal zum Betrachter eingesetzt werden (siehe Bild), so daß eine Verkabelung nach hinten heraus schwierig wird.

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Zum Thema Netzteil Positionierung ergeben sich beim Lian LI zwei Optionen:
1. im schon entsprechend vorbereiteten unteren Gehäusebereich, wo auch zwei kleine Dämmstreifen eine gewisse Entkoppelung des Netzteils bewirken. Nun kann man einerseits das Netzteil in seiner "normalen" Position mit dem Lüfter nach unten einbauen. Dann kümmert sich das Netzteil im Grund nur um sich selbst und seine Kühlung. Anderseits ist es dank der variablen Blende aber auch möglich, das Netzteil mit dem Lüfter gen Innenraum zu verbauen, was wir bevorzugen, denn das Netzteil darf sich gerne am Abtransport der Abwärme aus dem Gehäuse beteiligen, zumal es dann immer noch genug für seine Eigenkühlung tut. Da das Netzteil gen Innenraum nicht hermetisch abisoliert ist, gelangt ohnhin Abwärme aus dem Innenraum ins Netzteil, egal welche Einbaurichtung bevorzugt wird. Ein weiterer Vorteil dieser Einbauvariante wäre die etwas reduzierte Staubaufnahme, da unser Netzteil dann in Bodennähe nicht zum Flusensuchgerät mutiert, zumal keinerlei Staubfilter vorhanden sind.
2. man könnte das Netzteil auch ganz nach oben in seine oft angestammte typische Position verbringen, nur entfällt dann ein 120mm Lüfter nebst Festplattenkäfig und das ist nun wirklich nicht einzusehen. Außerdem ergaben sich in unserem Testaufbau keinerlei thermische Vorteile durch diese Positionierung.
Es spricht also sehr viel für den unteren Einbau des Netzteils, allerdings sollte euer Netzteil für diese Position auch über ausreichend Kabellänge (ab 50cm Kabelstranglänge aufwärts) verfügen, weil der Weg von unten nach oben zum Mainboard einige cm weiter ist, als umgekehrt, da hilft dann nur ausprobieren, wir hatten diesbezüglich mit unseren Netzteilen keine Probleme. Platz ist jedenfalls mehr als genug vorhanden, egal ob man nun den unteren oder oberen Einbau präferiert.
Die Netzteilbefestigung kann in mehreren Varianten erfolgen, zum einen über den neuen Haltebügel, oder wie gewohnt über die Verschraubung an der Rückseite. Wir bevorzugen in dem Fall die konventionelle Schraub-Variante, weil der Bügel nur wenig entkoppelt und auf dem Netzteil sehr schnell unschöne Arretierungsmarken hinterläßt. Das mag auf den ersten Blick keine Rolle spielen, aber wenn das Netzteil erst mal einige Betriebstunden hinter sich gebracht hat, werden sich diese Marken regelrecht eingebrannt haben, was einerseits schwer zu entfernen wäre und andererseits den Wiederverkaufswert nicht unbedingt erhöht.
Ausgesprochen clever erscheinen uns die neuen Mainboard Thumbscrews, über die das Befestigen des Mainboards deutlich einfacher zu bewerkstelligen ist.

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Platz ist nun wirklich im Überfluss vorhanden, so daß auch Grafikkarten mit einer Platinenlänge über 27cm anstandslos zu verbauen sind. Das gilt auch für ausladende Towerkühler wie z.B den IFX-14 von Thermalright, der problemlos auch mit seinem HR10 Zusatzkühler ein neues Zuhause findet. Das gilt selbstverständlich auch für alle anderen handelsüblichen Kühler, sofern es das Mainboard Layout zuläßt, denn darauf hat das Gehäuse natürlich keinen Einfluss.




Die Referenz-Lüfter:

Wir haben vor dem Test für unsere Referenz-Lüfter für uns selbst eine ganz klare Maxime erstellt, es sollten keine Brüllwürfel oder Volumenmonster verwendet werden, die im Betrieb einen Kopfhörer zwingend voraussetzen. Die Lüfter sollten eine ausgewogene Mischung aus möglichst geringer Lautheit, hoher Laufkultur (Lagerqualität), guter Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) und trotzdem noch annehmbarem Förder-Volumen mitbringen. Alle diese Attribute vereinen die Noiseblocker in sich, darum stellen sie für jedes Gehäuse das absolute I-Tüpfelchen dar.

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Noiseblocker
Multiframe M12-S1
Leistungsaufnahme
2,74 Watt
Betriebsspannung
6 bis 13,8 Volt
Lüfterblätter
7
Nabendurchmesser
40mm
Lüftergehäuse
PBT 30% GS, PC, Silikon
Gewicht
150g
Abmessungen
120 x 120 x 25mm
Nenndrehzahl
750 U/min (+/- 10%)
max. Volumenstrom
58 m³/Std
Lautstärke
ca. 8 dBA
Lagerung
NB Nano-SLI Gleitlager
beleuchtet
nein
Tachosignalleitung
ja
Kabellänge
ca. 50 cm
Anschluß über...
3-pin Molex
MTBF in Stunden
ca. 160.000 Stunden
Garantie
6 Jahre
Extras
4 Schrauben
Entkoppelung
bereits integriert
Preis
21,95 €
Bezugsquelle
Noiseblocker
bitte klicken bitte klicken
Noiseblocker
Multiframe MF12-S2
Leistungsaufnahme
2,91 Watt
Betriebsspannung
4,5 bis 13,8 Volt
Lüfterblätter
7
Nabendurchmesser
40mm
Lüftergehäuse
PBT 30% GS, PC, Silikon
Gewicht
150g
Abmessungen
120 x 120 x 25mm
Nenndrehzahl
1250 U/min ( + /- 10% )
max. Volumenstrom
87 m³/Std
Lautstärke
ca. 19 dBA
Lagerung
NB Nano-SLI Gleitlager
beleuchtet
nein
Tachosignalleitung
ja
Kabellänge
50 cm sleeved
Anschluß über...
3-pin Molex
MTBF in Stunden
ca. 160.000 Stunden
Garantie
6 Jahre
Extras
4 Schrauben
Entkoppelung
bereits integriert
Preis
21,95 €
Bezugsquelle
Noiseblocker





Der Gehäuse-Test:

Mit Core Temp 0.99.5, dem Hardware Monitor 1.14 und Everest Ultimate Edition 5.02.1800 wurden die Temperaturen mit den Werten verglichen, die wir nach vier Stunden Stunden 3D Mark 2006 und Prime 95 (Orthos) über unser digitales Temperaturmessgerät TL-305 (Messbereich von Minus 200°C bis plus 1370°C) erhalten haben. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C (klimatisierter Raum). Die Lautheit der Lüfter wurde ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem modifiziertem ACR-264-plus Messgerät verifiziert, das normalerweise einen Messbereich von 15 bis 140 dBA umfaßt. Dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.

Idealerweise sollte der Kühlkreislauf folgendermaßen aussehen:



Die Werksbestückung der Lüfter beliessen wir im Testdurchlauf so wie geliefert, steuerten aber für den 7 Volt Test die Lüfter über unsere eigens dafür kalibrierte Zalman Steuerung entsprechend herunter:





Temperaturen
Temps-Idle 12Volt
Temps-Last 12Volt
Temps-Idle 7Volt
Temps-Last 7Volt
Gehäuse 28,5°C 31,5°C 31,5°C 33°C
Mainboard 28°C 32,5°C 31°C 34°C
CPU 31°C 49,5°C 34,5°C 55,5°C
Grafikkarte 50,5°C 64°C 54°C 66°C
Festplatte (Samsung F1 320GB) 19,5°C 26°C 22,5°C 29°C
Festplatte (VelociRaptor) 22°C 29,5°C 25,5°C 32,5°C


Wenn man berücksichtigt, welche Komponenten wir für diesen Test verwendeten, sind die thermischen Resultate fernab jeglicher Kritik und Beweis dafür, das keine inflationäre Anzahl an Lüftern notwendig sind, um auch ein System mit schnellen und heiß agierenden Komponenten adäquat zu kühlen. Die Be-und Entlüftung des Gehäuses wäre auch für noch schnellere Komponenten und SLi oder Crossfire Bestückung nahezu ideal, wobei wir über eine Wasserkühlung natürlich noch mehr herausholen könnten, aber unser Thema ist die Werksbestückung.
Was die Geräuschkulisse angeht, so kann durchaus noch einiges optmiert werden, aber der Reihe nach:

Um relevante Werte zu erhalten, haben wir alle Lüfter über unsere eigens dafür kalibrierte Zalman Steuerung angesteuert. Die beiden 140mm Frontlüfter rotieren unter 12 Volt Ansteuerung an unserer Zalman mit 1188 U/min und entwickeln dabei 22,5 dBA Schalldruck (0,3 sone). Silentfreunde werden sich damit nicht zufrieden geben und reduzieren die Spannung über eine externe Lüftersteuerung auf 7 Volt, wobei die 140mm Lüfter nur noch mit 759 U/min rotieren und dabei 16 dBA (0,1 sone) erzeugen, das wäre eine deutliche Verbesserung.
Die beiden 120mm Hecklüfter rotieren bei 12 Volt Ansteuerung mit 1474 U/min und erzeugen dabei 26 dBA Schalldruck (0,7 sone), von wirklich leise sind wir dort doch schon ein Stückweit entfernt. Eine Reduzierung auf 7 Volt reduziert die Drehzahl auf 18,5 dBA (0,1 sone) bei 981 U/min, damit könnte man bestens leben.
Das reicht normalerweise immer noch für eine gute Be-und Entlüftung aus und sollte auch die Silent Puristen überzeugen können. Viel weniger ist auch nicht möglich, da alle Lüfter unter 5 Volt nicht mehr anlaufen.
Zu diesem Thema sind ein paar Umstände zu berücksichtigen, die in der Praxis oft falsch verstanden werden:
es geht nicht darum, wie weit sich ein Lüfter herunterregeln läßt, sondern darum, wann ein Lüfter tatsächlich anläuft !
Die allermeisten Lüfter lassen sich auf 5 Volt herunterregeln, wenn sie denn in Bewegung sind. Ein Neustart mit 5 Volt Ansteuerung ist etwas völlig anderes und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen, weil viele Lüfter eben nicht anlaufen...
Solltet ihr daran interessiert sein, die Lüfter auszutauschen, möchten wir euch vier entsprechende Artikel ans Herz legen, die eine Auswahl erleichtern:

140mm Lüfter Roundup 2009

Noiseblocker Multiframe M12 120mm Lüfter

120mm Lüfter Roundup 2008

120mm Lüfterroundup 2009


Die Lautstärke der Festplatten und optischen Laufwerke hielt sich trotz unserer lauten Raptoren noch in sehr erträglichen Grenzen. Die Festplattenaufnahmen bewirken nur eine minimale Entkoppelung und somit Reduzierung der Zugriffsgeräusche, können aber naturgemäß mit expliziten Dämmboxen nicht konkurrieren, so daß entweder leise Festplatten (Samsung F1 320GB), oder entsprechende Dämmboxen verwendet werden müssen:

Aerocool AVN-1000 HDD Cooler

Smart Drive 2002 Copper Festplattenbox

Die Raptoren "lärmen" in der Lian Li Entkoppelung mit 29,5 dBA (1,0 sone) (idle) und 36,5 dBA (2,1 sone) unter Last. Professionelle Dämmboxen wie die Smart Drive 2002 Copper Festplattenbox, können da bis zu 7 dBA Reduktion erwirken.
Insgesamt bietet das Lian PC-A71F Gehäuse auf Grund seiner hohen Verwindungssteifigkeit aber eine sehr gute Grundlage, um ein leises System aufzubauen. Dazu bedarf es neben leisen Komponenten (Grafikkarten, Festplatten und Kühler-Lüfter, Netzteil), einer Lüfter Entkoppelung ebenso, wie einer reinrassigen Lüftersteuerung für die Feinabstimmung. Wenn das alles keine vordringliche Rolle spielt, wäre der Aufwand diesbezüglich natürlich deutlich geringer respektive entfällt völlig.
Das gefürchtete Seitenwandklappern oder Dröhnen blieb beim PC-A71F größtenteils aus, da die silbernen Spreizklammern sehr viel abfedern.
Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau beziehen...!




Fazit:

Lian Li kredenzt uns mit dem ab September erhältlichen PC-A71F einen weiteren Highend Fulltower, dessen Qualität sich nahtlos in die Aramada der bereits vorhandenen Boliden einreiht. Die Fertigungsgüte der Aluminium Profile ist über jeden Zweifel erhaben und unterstreicht exakt das Image, das sich Lian Li in den letzten Jahrzehnten erarbeiten konnte.
Es existieren allerdings auch Aspekte, mit denen wir absolut nicht konform gehen. Selbstverständlich kann und wird ein Gehäusehersteller niemals alle möglichen Optionen oder jeden nur möglichen Wunsch der Anwender mit einem einzigen Gehäusemodell abdecken können, dann gäbe es nur diese eine Variante. Aber es existieren mittlerweile klare Grundbedürfnisse und die erwarten wir einfach, wenn man 200 € für ein Gehäuse verlangt. Als da wären Mainboardschlitten, Lüftersteuerung, entkoppelte Lüfter und eine Usability (Benutzerfreundlichkeit), die das Reinigen der Frontlüfter nicht zum Wochenend Fulltimejob ausarten kläßt. Die Netzteilklammer erscheint uns ebenfalls nicht sonderlich durchdacht, denn spätestens dann, wenn sich auf dem Netzteil-Deckel Arretierungsmarken eingebrannt haben, wird der Anwender zu recht sauer.
Zur besseren Übersicht darum noch einmal die wichtigsten Test-Resultate in der Gesamtübersicht:

Plus:
• absolut wertige zeitlose Haptik
• exzellente Verarbeitung und Finish
• für die Größe und Materialaufwand noch relativ leicht
• sehr passgenaue und klapperfreie gedämmte Seitenteile
• rutschfester Stand
• komplette Ausstattung
• Festplatten entkoppelt verbaubar
• enormes Platzangebot
• Kompatibilität zu überlangen Netzteilen
• Kompatibilität zu überlangen Grafikkarten
• keine Probleme bei der Aufnahme großer Towerkühler
• gute Beschriftung der Verkabelung
• Verkabelung sehr gut verlegbar
• Schlauch-Durchführungen für Wasserkühlung vorhanden
• sehr gute Kühleigenschaften
• akzeptable Lüfter
• perfektes I/O Panel mit Staubklappe
• auswaschbare Staubfilter
• abnehmbarer Gehäusedeckel
• noch annehmbares Preis-Leistungsverhältnis (ca. 200 €)

Minus:
• keine entkoppelten Lüfter
• keine Lüftersteuerung
• kein Mainboardschlitten
• Fronttür läßt sich nur einseitig öffnen
• Netzteilbereich ohne Staubfilter
• Frontlüfter äußerst umständlich zu reinigen
• fragwürdige Netzteilhalteklammer

Einen Goldaward können und werden wir angesichts unserer Kritikpunkte nicht vergeben, das müssen wir mal so deutlich skizzieren. Wer keine Frontklappe benötigt, erhält mit dem PC-A70F Schwestergehäuse ein Pendent, das diesen Bastelbereich gekonnt umschifft und gleich zwei größere Kritikpunkte eleminiert. Darüber hinaus kostet es gute 30 bis 40 € weniger als das PC-A71F, womit sich sicherlich die eine oder andere Träne ebenfalls trocknen läßt...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Lian Li PC-A71F Full Tower erhält den PC-Experience Award in Silber






Weiterführende Links:


Lian Li





Wir bedanken uns bei Lian Li sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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