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Cooler Master V8 CPU-Kühler






Einleitung:

Cooler Master konnte sich in diesem Jahr schon mit dem Hyper Z-600 eindrucksvoll in die Gilde der erwähnenswerten Towerkühler eintragen, dieser erste Erfolg war aber scheinbar nur die Overtüre zu mehr. Mit den neuen V8, V10 und V12 Boliden will man nicht den Motorenbauern aus Münschen oder Ingolstadt Paroli bieten, sondern Thermalright endlich vom Towerkühler Thron expedieren. Warum Cooler Master dafür eine Adaptierung aus dem Automobilbereich gewählt hat, können wohl nur deren Marketung Strategen schlüssig beantworten, scheinbar genügt es heutzutage nicht mehr, den Kunden nur durch pure Technik und Leistung zum Kauf zu animieren.
Das Doppeltower Prinzip von Thermalright stand jedenfalls Pate bei der V8 Konstruktion, darum waren wir sehr gespannt, ob die Kühlleistung den hohen Erwartungen standhalten würde. Der 120mm Lüfter wurde mit der patentierten Rifle Lagerung von Cooler Master und einem Potentiometer ausgestattet. Preislich rangiert der komplette Kühler in einem erträglichen Rahmen, so daß die Weichen für einen interessanten Testvergleich theoretisch gestellt waren.
Alles weitere erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Praxistest, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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• Cooler Master RR-UV8-XBU1-GP V8-Cooler
• 120mm Lüfter (PWM)
• Einbaurahmen für Sockel 775, 939, 940, AM2 und AM2+
• Befestigungsmaterial
• Lüftersteuerung (Slotblech)
• Wärmeleitpaste
• Montageanleitung (mehrsprachig)





Die technischen Daten: Cooler Master V8 Kühlkörper

- Gewicht: 865g (mit Lüfter)
• Abmessungen: 120x128x161mm (LxBxH, inkl. Lüfter)
• Material: Aluminium-Kupfer Hybrid
• Heatpipes: 8 Stück a´6mm Durchmesser (davon 6 in U-Form)
• Material-Lamellen: Aluminium
• Anzahl Lamellen: 2x58 Stück (dazu jeweils 38 Lamellen in den äußeren Türmen)
• Lamellen-Abstand: 1,5mm
• Kühlfläche gesamt: ca. 4100cm²
• Lüfteroptionen: 120mm
• Preis für den kompletten Kühler: ca. 54,90 €
• zugelassen laut Hersteller für folgende CPU's:
Sockel 775, 939, 940, AM2, AM2+ ->ohne Einschränkungen.
Garantie für den kompletten Kühler: 2 Jahre



Die technischen Daten: Cooler Master Lüfter


• Lüfter: Cooler Master
• Lagerung: Gleitlager (Rifle Bearing)
• Lüfterblätter: 7
• Lüftergehäuse: Kunststoff
• Beleuchtung: ja (rote LEDs)
• Abmessungen: 120x120x25mm
• max. Luftdurchsatz: max. 118 m³/Std
• Scalierung: 10,3-13,2 Volt
• Leistungsaufnahme: 1,44 Watt
• Gewicht: ca. 142g
• Geschwindigkeit: ca. 800-1800 U/Min
• Geräusch: ca. 17-21 dBA
• Anschluß: 4-pin Molex (PWM)
• Tachosignalleitung: vorhanden
• Kabellänge: 30cm
• MTBF in Stunden: 40.000



MTBF: Der MTBF(Mean-Time-between-Failure)-Wert gibt einen statistischen Anhaltspunkt über die Zuverlässigkeit eines Lüfters. Er repräsentiert nicht die tatsächlich angenommene Lebensdauer. MTBF-Werte bewegen sich bei Lüftern im Bereich von mehreren zehntausend Stunden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Lüfter beispielsweise garantiert 100.000 Stunden am Stück fehlerfrei läuft, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie z.B. Umgebungstemperaturen >Einsatzdauer >Ein-Ausschaltvorgänge usw. Eine solche Behauptung stellt im Übrigen kein Hersteller auf, schließlich kann auch kein Hersteller seine Lüfter jahrelang am Stück getestet haben, zumal 100.000 Stunden über 10 Jahre bedeuten würden...




Der Testrechner:

CPU
Intel Core 2 Duo E8500
Mainboard
Asus P5E64 WS Evolution
Arbeitsspeicher
Corsair XMS3 DHX PC3-12800 DDR3 4GB Dualkit
Grafikkarte
Powercolor Radeon HD4850
Soundkarte
Sound Blaster X-Fi XtremeGamer Fatality
Festplatten System
2x Western Digital VelociRaptor a´300GB (10000 U/min, S-ATA) Raid-0
Festplatten Daten
1x Samsung SpinPoint F1 320GB SATA II
Festplatten Backup
1x Samsung F1 320GB SATA II
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Plextor PX-810 SATA
Diskettenlaufwerk
Scythe Combo
Netzteil
Cooler Master Silent Pro
Gehäuse
Lian Li PC-A77
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP3, Vista Ultimate SP1 64 Bit, 2008 Enterprise Server SP1 64 Bit
Zubehör
4x Noiseblocker Multiframe MF12-S2 @5V Zalman ZM-MFC1 Plus Lüftersteuerung




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Die bereits erwähnte Ähnlichkeit zum IFX-14 von Thermalright ist unverkennbar, allerdings grenzt sich der Cooler Master durch die zusätzlichen seitlichen Lamellentürme dann doch etwas ab. Eines wird aber auch schnell klar, der V8 wird sich in schmalen PC-Gehäusen nicht sonderlich wohl fühlen, da er mit seinen 161mm Bauhöhe vornehmlich Gehäuse benötigt, die wenigstens 200mm breit sind.
Verarbeitungstechnisch fehlt im Vergleich zu Thermalright noch der Feinschliff, was sich in der Qualität der Oberflächenbehandlung, den labilen Lamellen und den Biegeradien der Heatpipes wiederspiegelt.

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Alle 58 Aluminium-Lamellen der beiden Hauptkühltürme (insgesamt 116 Lamellen) wurden hingegen sauber mit den Heatpipes verbunden, von denen insgesamt 4 Stück mit jeweils einem Durchmesser von 6mm verwendet wurden. Es sind tatsächlich nur 4 Heatpipes und nicht 8, die Heatpipes wurden lediglich in U-Form angeordnet, das zur Verdeutlichung, um Mißverständnissen vorzubeugen. Die beiden äußeren Heatpipes sind nicht in U-Form angeordnet und ausschließlich für die beiden äußeren Kühltürme zuständig, die jeweils 38 Lamellen mit einem Abstand von 1,5mm aufweisen.
Der enge Lamellenabstand von 1.5mm wäre für einen Passivbetrieb kontraproduktiv, da so die Wärmeaufnahme der Lamellen zueinander negative sprich thermische Auswirkungen erzeugen, aber dafür wurde der Kühler auch nicht konzipiert.
Warum man die Lamellen der äußeren Kühltürme, im Gegensatz zu den horizontal ausgerichteten Lamellen der Haupttürme, vertikal anordnet ist uns ein Rätsel. Der Luftstrom wird so künstlich minimiert, da aus einer eigentlich durchgängigen Strömungsfläche viele kleine quadratische Tunnel fabriziert werden und die Lamellen sich gegenseitig kreuzen. Ob sich Cooler Master dadurch eine Luft Beschleunigung wie in einem Venturi Rohr verspricht, bleibt unklar. Eventuelle Nachteile sollten sich aber in unserem Test Kapitel klären lassen...

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Die massive 17mm starke Kühlbodenfläche ist absolut eben und gut poliert worden, was leider auch in dieser Preisklasse durchaus kein Selbstläufer ist. Es besteht also kein Anlass zur Sorge, Cooler Master ist nicht auf den konvex/konkav Zug aufgesprungen.
Wenn man einen Blick unter die "Motorhaube" wirft, erkennt man auch endlich etwas deutlicher das eigentliche Kühlprinzip: die Heatpipe-Technologie: Sie beruht auf der Theorie, das durch den Einsatz von speziell zusammengestellten Chemikalien innerhalb der Heatpipe eine weitaus höhere Wärmeleitfähigkeit erreicht werden kann. Dabei werden die Chemikalien zusammen mit der Hitze rasant nach oben befördert, wo diese dann durch die großflächigen Lamellen abgekühlt werden und wieder nach unten fallen. Dieser Vorgang wiederholt sich so schnell, dass die entstehende Abwärme des Prozessors hervorragend aufgenommen und abtransportiert werden kann." Soweit zur Theorie, denn um dieses radiator-ähnliche Prinzip zu verwirklichen bedarf es noch etwas mehr, nämlich eines leistungsstarken Lüfters, der den angesprochenen Vorgang tatkräftig unterstützt und genau der wäre ja mit dem 120mm Lüfter vorhanden.

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Um an den Lüfter heranzukommen, müssen zunächst die 4 Schrauben des Deckels entfernt werden. Anschließend kann man die komplette Deckel-Lüftereinheit herausziehen. Eine wie wir finden suboptimale Lösung, da der Lüfter kaum ernsthaft entkoppelt wird. Gehalten wird der Lüfter durch sehr spröde Plastikzungen, die dem schnellen Lüfterwechsel erfolgreich entgegenwirken, das hätte man deutlich praktikabler lösen können, zumal die LEDs auch noch mit Kleber fixiert wurden. Das Ganze hinterläßt einen wenig professionellen Eindruck, da sehr leicht die Gefahr besteht, die Plastikzungen abzubrechen.
Anschließen kann man den Lüfter entweder über seinen 4-poligen Stecker direkt auf einem entsprechenden Steckplatz des Mainboards, oder am mitgelieferten Potentiometer, das allerdings nur über das Slotblech integriert werden kann. Das hat den Nachteil, das man für Nachjustierungen hinter den Rechner kriechen darf, zumindest dann, wenn man das Potentiometer tatsächlich samt Slotblech verbaut.




Der Einbau:

Eine Mainboard Kompatibilitätsliste von Cooler Master existiert bisher nicht, insofern können wir diesbezüglich auch keine Aussage treffen. Bleibt zu hoffen, das sich dies in absehbarer Zukunft noch ändert. Auf unseren Sockel 774 Mainboards (Asus P5W DH Deluxe, Asus P5E WS Professional, Asus P5E3 WS Professional und P5E64 WS Evolution) ergaben sich jedenfalls keine Probleme.
Gehäuse mit einer Baubreite unter 20cm können zu den Kandidaten gehören, bei denen es eventuell sehr eng werden kann, das sollte von Fall zu Fall entsprechend vorher gepüft werden, denn neben der puren Gehäusebreite, können auch noch seitliche Lüfter etc. eine gewichtig störende Rolle spielen.

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Da immer wieder leicht vermeidbare Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle unseren neuen Artikel zu dem Thema Wärmeleitpasten-Workaround zu diesem Thema, der diesbezüglich alle offenen Fragen klärt.
Die Kühlfläche des V8 haben dementsprechend gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere haben wir anschließend mit dem Heatspreader der CPU wiederholt, denn auch dort müßen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste oder Fettfinger rückstandlos entfernt werden.
Der Kühler verfügt über eine nahezu riefenfreie Kontaktfläche und benötigt darum nur sehr wenig Wärmeleitpaste. Es reicht eine hauchdünne Schicht, denn die Wärmeleitpaste (in unserem Test: Arctic Cooling MX-2) soll nur Risse und Unebenheiten ausgleichen !

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Über die Kühlerbefestigung von Intels Sockel 775 ist schon viel geschrieben worden, wir empfinden sie auch als mittelschwere Frechheit, zumal allein das Einrastgeräusch keinen Aufschluß darüber gibt, ob der einzelne Pin nun wirklich richtig eingerastet ist oder nicht. Von der Verschleißträchtigkeit dieser Kühlerbefestigung wollen wir dabei noch gar nicht reden. Den Kühler bei nicht ausgebautem Mainboard einzubauen halten wir für risikoreich, zumal nur auf der Rückseite zu erkennen ist, ob die Spreizstifte wirklich weit genug eingesteckt wurden:

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Das Ganze hat Cooler Master uns freundlicherweise erspart, da der Kühler grundsätzlich verschraubt werden muß. Das gestaltet sich allerdings sehr fummelig, da man bekanntlich nur zwei Hände besitzt und die Vereinigung von Kühler und Mainboard für ungeübte Schrauber zum Geduldsspiel werden kann.

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Begünstigt durch das Intel-Layout kann man den Kühler wahlweise in Richtung Netzteil oder in Richtung Gehäuselüfter blasen lassen, wir haben uns für letzteres entschieden. Nicht zuletzt darum, weil so auch die aufsteigende Abwärme von Spannungswandlern & Co gleich mit abtransportiert wird und das Netzteil nicht noch zusätzlich belastet wird.

Noch ein paar Worte zur Sockelbelastung und dem hohen Gewicht dieser Kühlerspezies:
Es kursieren immer noch die wildesten Gerüchte über ausgerissene Sockel und ähnliche Schauergeschichten, die allerdings aus der grauen Vorzeit schwerer Kühler und deren Sockelbefestigung stammen (z.B. Sockel A). Aktuelle Kühler für Sockel 939/AM2 oder Sockel 478/775 usw. werden nicht unmittelbar am Sockel befestigt, sondern entweder an Retention Modulen (außerhalb des eigentlichen CPU-Sockels), per Push-Pins (Sockel 775), oder sie werden ohnehin direkt mit dem Mainboard verschraubt. Da kann also nichts wegbrechen oder abreissen, denn die PCB des Mainboards hält schon einiges aus und der Sockel wird so auf keinen Fall gefährdet!
Nichts desto trotz kann man natürlich bei schweren Kühlern die PCB-Belastung dadurch klein halten, in dem man eben Backplates zur Stabilisierung einsetzt.

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Wenn die Montage erfolgreich beendet wurde, erstrahlen die LEDs in einem sehr attraktiv rotem Licht, eine willkommene Abwechselung zum mittlerweile überstrapazierten Einheitsblau anderer LED-Lüfter und darüber hinaus wohltuend unaufdringlich




Der Referenz-Lüfter:

Wir haben vor dem Test für uns selbst eine ganz klare Vorgabe erstellt, es sollten keine Brüllwürfel oder Volumenmonster verwendet werden, die im Betrieb einen Kopfhörer zwingend voraussetzen. Die Lüfter sollten eine ausgewogene Mischung aus möglichst geringer Lautheit, hoher Laufkultur (Lagerqualität), guter Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) und trotzdem noch annehmbarem Förder-Volumen mitbringen.

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Noiseblocker Multiframe MF12-S2:

Leistungsaufnahme
2,9 Watt
Betriebsspannung
4,5V bis 13,8V
Lüfterblätter
7
Lüftergehäuse
Kunststoff
Gewicht
150g
Abmessungen
120 x 120 x 25mm
Nenndrehzahl
1250 U/min ( + /- 10% )
max. Volumenstrom
87 m³/Std
Lautstärke
ca. 19 dBA
Lagerung
NB-NanoSLI® Low Noise Longlife Lager
beleuchtet
nein
Tachosignalleitung
ja
Kabellänge
30cm (gesleeved)
Anschluß über...
3-pin Molex
MTBF in Stunden
ca. 160.000 Stunden
Extras
4 Schrauben
Preis
21,95 €
Garantie
6 Jahre
Bezugsquelle
Noiseblocker




Die Tests:

Mit Core Temp, dem Hardware Monitor 1.10 und Everest Ultimate Edition 4.50.1482 wurden die Temperatur verglichen, die wir nach mehreren Stunden Stunden 3D Mark 2006 und Prime 95 (Orthos) erhalten haben. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C (klimatisierter Raum). Wir haben die Temperaturen der einzelnen Kühler sowohl im standardmäßigen 12 Volt-Modus, als auch im reduzierten 5 Volt-Modus betrieben (sofern der Lüfter diesen Wert zuläßt), damit wir auch für die Silentfreunde ein aussagekräftiges Resultat vorweisen konnten.
Da wir ab sofort ausschließlich unser neues Asus P5E64 WS Evolution Mainboard einsetzen, wurden kurzerhand alle bisherigen Sockel775 Kühler noch einmal getestet, womit sich Diskrepanzen zu unseren früheren Einzeltests ergeben haben.
Zur vorsorglichen Fehlerkorrektur, haben wir den Kühler mehrmals gedreht aufgesetzt und wiederum erneut gemessen, denn der Heatspreader der CPU ist leider auch nicht immer wirklich eben. Dazu kommen unterschiedliche Hotspots der CPU, die in gelegentlich unterschiedliche Messungen resultiert.
Der Kühler wurde mit dem Lüfter blasend in Richtung absaugendem Gehäuselüfter montiert, damit die Luftzirkulation in unserem Gehäuse nicht beeinträchtigt wird und die Spannungswandler, Grafikkarte und nahe Bauteile nicht mit armer Abluft konfrontiert werden.
Um die wirkliche Kühlleistung der jeweiligen Kühler herauszukristallieren, haben für für den Load-Test alle Lüfter (soweit möglich) auf 1200 U/min und für den Low Noise Test alle Lüfter auf 700 U/min einreguliert, denn bei gleichen Drehzahlen entscheidet der Kühler über den Ausgang des Vergleichs.
Verglichen haben wir den Cooler Master V8 mit allen bisher getesteten Kühlern, weitere Kühler werden folgen:

Temperaturvergleichswerte Sockel 775
Kühler:
CPU-Kern 1200 idle
CPU-Kern 1200 Last CPU-Kern 700 idle CPU-Kern 700 Last PWM idle PWM Last passiv idle passiv Last
ichbinleise®40XX 2x120mm+1x80mm 33°C 45°C 37°C 49°C 30°C 38°C 44°C 59°C
TR IFX-14 2x140mm 35°C 47°C 38°C 51°C 30°C 38°C 44°C 59°C
Xigmatek S1284 Achilles 38,5°C 52°C 41°C 55°C 31,5°C 42°C n/a n/a
Xigmatek HDT S-1283 39°C 53°C 42°C 56°C 32°C 42°C n/a n/a
TR Ultra-120 extreme 39°C 53°C 43°C 57°C 32°C 39°C n/a n/a
Zerotherm BTF90 40°C 54°C 44,5°C 58,5°C 36°C 44°C n/a n/a
HDT S-1283 Scythe 41,5°C 55°C 45°C 60°C 32°C 42°C n/a n/a
Scythe Infinity 41,5°C 55,5°C 45°C 60,5°C 33°C 42°C 44°C 61°C
Cooler Master V8 42,5°C 56,5°C 46°C 61°C 33,5°C 43,5°C n/a n/a
Scythe Ninja CU 43°C 57°C 46,5°C 62°C 35°C 44°C 43°C 59°C
Scythe Zipang 43,5°C 58,5°C 47°C 62,5°C 35°C 42°C n/a n/a
ichbinleise® Cooler 13XX 46°C 61°C 49°C 64°C 36°C 43°C n/a n/a
Andy Samurai Master 46°C 61,5°C 49°C 64,5°C 35°C 42°C n/a n/a
NoiseBudget SI-128 46,5°C 61,5°C 49°C 65°C 40°C 45°C n/a n/a
Revoltec Freeze Tower 47°C 61,5°C 49°C 64°C 42°C 46°C n/a n/a
Scythe Ninja Mini 47,5°C 63°C 50,5°C 65,5°C 43°C 46°C 59°C 69°C
Aerocool X-Fire 48°C 64°C 52°C 66°C 43°C 47°C n/a n/a
Intel -boxed- 50°C 68°C 55°C 69°C 46°C 50°C n/a n/a


Der Cooler Master V8 schlägt sich wacker, bleibt aber doch deutlich hinter den Erwartungen zurück, zumindest bei vorgebenen Drehzahlen. Richtig entfalten kann er sich nur dann, wenn man dem Lüfter keine Drehzahlen vorgibt und er mit etwas über 2000 U/min rotiert. In dem Fall würde er zu den besten Lüftern in unserer Liste aufschließen, aber um den Preis eines zusätzlichen Kopfhörers, denn fast 47 dBA sind nun wirklich zuviel des Guten.
Die sich kreuzenden Lamellen scheinen sich negativ auszuwirken, davon abgesehen verlangen eng stehende Lamellen ohnehin nach Lüftern mit entsprechendem Fördervolumen, den der Cooler Master Lüfter leider nur bei hohen Drehzahlen liefert.
Für einen Passivbetrieb wären die Lamellenabstände (1,5mm) des V8 deutlich zu eng. Dese Verringerung des Lamellenabstandes bewirkt zwar eine größere Kühlfläche, wirkt sich aber auf einen Passivbetrieb des Kühlers kontraproduktiv aus, da so die Abwärme des Lamellennachbars bedingt durch die Nähe natürlich Auswirkungen erzeugt.
Die Scalierbarkeit (Spannbreite der möglichen Voltansteuerungen) des Lüfters stellt ein weiteres Test Kriterium dar. Eines sei aber deutlich vermerkt, es geht nicht darum, wie weit sich ein Lüfter herunterregeln läßt, sondern darum, wann ein Lüfter tatsächlich anläuft ! Die allermeisten Lüfter lassen sich auf 5 Volt herunterregeln, wenn sie denn in Bewegung sind. Ein Neustart mit 5 Volt Ansteuerung ist etwas völlig anderes und genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
Die Lautheit des Lüfter haben wir ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich. Die PWM Funktion haben für unseren Test nicht genutzt, da die Hersteller sich einerseits über dessen Integrations-Details doch weitestgehend ausschweigen und weil die PWM Qualität sehr schwankt, um es mal vorsichtig zu formulieren.
Der Cooler Master Lüfter hinterläßt einen recht ausgewogenen Eindruck, Bei 12Volt (7 Volt) und realen 2030 U/min (1489 U/min) "belastet" der Lüfter das menschliche Ohr mit 46,5 dBA (37,5 dBA) und bei 5V Ansteuerung rotiert der Lüfter nur noch mit 955 U/min und erzeugt knapp 28,5 dBA. Die Lagerung des Lüfters erweißt sich dabei als relativ störgeräuschfrei, lediglich unter 5 Volt Ansteuerungen sind minimale Schleifgeräusch vernehmbar. Mit den Lagerqualitäten des Noisenlocker Multiframe Referenzlüfters kann das Xigmatek Exemplar keinesfalls konkurrieren.

Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Ergebnisse sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem verwendeten Test-System beziehen.




Der Lüfter ->Technische Aspekte:

Was prädestiniert einen Lüfter, um ihn als wirklich leise zu bezeichnen? zumal ja der subjektive Höreindruck auch eine nicht geringe Rolle spielt und jeder Lüfter eine eigene Geräuschcharakteristik besitzt...

- Grundsätzlich sollte man sich nicht auf vollmundige Produktbeschreibungen der Hersteller verlassen, denn im Prospekt ist jeder Lüfter leise und eine Messung im schalltoten oder schallarmen Raum hat mit der Realität in einem Rechner wenig bis nichts zu tun. Außerdem trägt ein Lüfter durch sein Rotor- und Motorgeräusch selbst nicht wenig zu der Geräuschcharakteristik eines Rechners bei, das sollte man dabei berücksichtigen. Ein Rechner mit einem oder zwei Gehäuse-Lüftern klingt ganz anders anders, als ein Lüfter mit 5 oder 7 Lüftern, wobei man dann natürlich auch noch die Lautheit als solche dazuaddieren darf.

- Die Lagerungstechnik der Axiallüfter spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle, denn es ist hörbar, ob ein Lüfter Kugel-oder gleitgelagert ist. Die bei Gehäuselüftern gerne eingesetzten Sintec Gleitlager (Papst) oder Bronze Gleitlager (z.B. Yate Loon) weisen einige sigifikante Unterschiede zu ihren Kugellagerpendents auf:

Sintec Gleitlager werden aus Metallpulver gefertigt, das unter Druck in die gewünschte Form gepresst und bei hohen Temperaturen gesintert wird (daher der Name). Gegenüber massiven Gleitlagern bietet dieser Werkstoff einen Vorteil: Er ist porös. Das Porensystem nimmt etwa 15 bis 30 % des Lagerkörpers ein, wird mit Schmierstoff gefüllt und verbessert als zusätzliches Ölreservoir die Lagereigenschaften. Ein weiteres Argument für Gleitllager ist der Preis, denn die Fertigung dieser Lager kostet nur etwa die Hälfte der Kugellagerfertigung. Kugellager haben den Vorteil der längeren Lebensdauer bei nicht sofortigem verschleißbedingten Ausfall, denn ein Gleitlager stellt seinen Betrieb bei finalem Verschleiß einfach ad hoc ein, ein Kugellager läuft weiter, wenn auch mit lauten Klappergeräuschen begleitet.
Grundsätzlich laufen Kugellager etwas lauter als Gleitllager, man hört immer ein leichtes Lagerschleifen. Wenn man also 2 Lüftermodelle eines Herstellers vergleicht, wobei der eine gleit-und der andere kugelgelagert ist, wird der Gleitgelagerte in der Regel leiser sein. Selbstverständlich gibt es auch laute Gleitlagerlüfter, das hängt wie immer von der Fertigungsgüte ab und die ist bei Billigprodukten naturgemäß nicht allzu hoch.

Bleibt die Frage, warum setzen dann nicht alle Hersteller auf die Gleitlagerschiene? Diese Frage stellten sich scheinbar auch die Hersteller und so verwundert es wenig, das immer mehr Hersteller auf diese Lagertechnik umschwenken, eine kluge Wahl...

- Die Anordnung der Rotoren hat auch Relevanz, denn die Strömungsgeschwindigkeiten und demzufolge Strömungsgeräusche werden auch durch die Form und Stellung der Rotorblätter beinflußt. Diesbezüglich spielen auch die Lüftergitter in den PC-Gehäusen eine nicht unwesentliche Rolle, denn es macht naturgemäß einen Unterschied, ob ein Lüfter sich frei entfalten kann, oder ob er durch winzige Perforationen im Gehäuse atmen muß.

- Die Drehzahlen sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium, zumal man mit dem Absenken der Lüfter-Drehzahlen automatisch auch das Grundgeräusch eines Lüfters absenken kann, sofern die Skalierbarkeit des Lüfters dies zuläßt.

- Die Ansteuerung der Lüfter sollte frei einstellbar sein, d.h. der Lüfter sollte nicht nur mit 12 Volt sondern auch mit 5 Volt störungs-und klapperfrei laufen, zumal wir erst dann durch die Absenkung der Drehzahl wirklich einen geräuscharmen Modus erreichen. Viele Lüfter "glänzen" bei 5 oder 7 Volt leider durch deutliche Motorengeräusche, oder laufen überhaupt nicht mehr an.




Pflegetipps:

Auch ein Kühler/Lüfter braucht mal Pflege und das nicht nur 1x im Jahr, sondern regelmäßig.
Gehäuse-und CPU-Lüfter sind potentielle Druckluftspray-Kunden. Seit aber bitte vorsichtig und bringt den Lüfter mit dem Spray nicht auf abnormale Drehzahlen, euer Lüfterlager wird es euch danken. Als grobe Vorarbeit solltet ihr einen weichen und nicht haarenden Pinsel einsetzen, vorzugsweise einen mit hochwertigen Chinaborsten.
Sollten eure Gehäuselüfter bereits rauh laufen, empfiehlt sich der Ausbau und die Kontrolle der Lager.
Dazu müßt ihr den Aufkleber auf der Lagerseite entfernen und den Lagerbereich mit Druckluftspray reinigen.
Wenn diese Prozedur erfolglos bleibt, weil die Lagerung doch zu sehr verschlissen ist, bleibt nur noch der Austausch.
Die Kühllammelen des V8 kann man natürlich auch problemlos mit Druckluftspray und Pinsel reinigen.




Fazit:

Cooler Master kann sich mit dem V8 CPU-Kühler gut in Szene setzen, zur absoluten Spitzenklasse fehlen dann aber doch noch einige Nuancen Feinschliff insbesondere in der Verarbeitung. Der Lüfter agiert unter 12Volt Ansteuerung sehr laut, läßt sich aber dank guter Scalierbarkeit problemlos zügeln, wobei es dann deutlich an Druck fehlt, um den Kühler von seiner Abwärme zu befreien. Mit den sich kreuzenden Lamellen hat sich Cooler Master offenkundig keinen Gefallen getan, der Kühler kann somit sein Potential nicht ausschöpfen.
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in der Übersicht:

Plus:
• hochwertige ausgefallene Optik
• sehr gute Verarbeitung
• sehr gute Kühlleistungen
• hohe Leistungsreserven
• für die Größe noch akzepables Gewicht
• sehr gute Sockel-Flexibilität
• stabiler Einbau dank Verschraubung gewährleistet
• nahezu komplette Ausstattung
• ausgewogener gut scalierender 120mm Lüfter
• schicke Beleuchtung

Minus:
• Verarbeitungsmängel
• Lüfter unter 12 Volt Ansteuerung deutlich zu laut
• Lüfterbefestigung fragwürdig
• kreuzende Lamellen behindern den Luftstrom
• unbefriedigendes Preis-Leistungs Verhältnis (ca. 54,90 €)

Cooler Master dürfte es schwer fallen, angesichts des aktuellen Preisgefüges im CPU-Kühler Segment, größere Stückzahlen dieses Kühlers zu verkaufen. Eine ausgefallene Optik ist eben doch nicht alles. Wer allerdings unempfindlich gegen Lautstärke ist, kann über die volle Drehzahl des Lüfters gute Kühlwerte erzielen, aber auch nur dann...



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Cooler Master V8 CPU-Kühler erhält den PC-Experience-Award in Bronze !






Weiterführende Links:

Cooler Master


Caseking


Wir bedanken uns bei Caseking sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support




euer PC-Experience.de Team



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