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Achtung Aerocool High-Tower HT-102 CPU-Kühler Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Aerocool High-Tower HT-102 CPU-Kühler







Einleitung:

Dass die Bäume im Luftkühlerbereich nicht in den Himmel wachsen und sehr viel Aufwand betrieben werden muß, um auch ohne eine Wasserkühlung adäquate Temperaturen zu ermöglichen, mußten schon einige Hersteller leidvoll erfahren, zumal es ihnen seitens der CPU-Konstrukteure auch nicht eben leicht gemacht wird, denn die Leistungsaufnahme aktueller Prozessoren steigt immer weiter an...
Wenig entmutigt wird von den "Temperaturreduzierern" gewerkelt und gefräßt was das Zeug hält, mit teilweise skurillen und immer neuen futuristisch anmutenden Resultaten. Man hat mitunter das Gefühl, da planen überarbeitete Mode-Designer eine marketingkompatible Kühlerform und stellen dann dem Techniker das Gerät auf den Tisch: "das muß Du irgendwie auf die CPU bringen, obs kühlt weiß ich net"..., der daraufhin spontan seinen kompletten Jahresurlaub einreicht.... Es ist schon teilweise nicht mehr witzig, was alles als Kühler feil geboten wird, aber genug polemisiert, kommen wir zu unserem aktuellen Testpropanden.
Der aktuelle Markt ist und bleibt nahezu unüberschaubar, was viele potentielle Käufer veranlaßt, sich bei den Produkten etablierter und kühltechnisch erfahrenen Firmen zu bedienen. Diese Entscheidung ist ja auch grundsätzlich nicht falsch, denn diese Firmen entwickeln ihre Produkte permanent weiter respektive werfen neue Kühlerboliden aufs Tablet, die dann zumindest im Prospekt sowieso alles viel besser können als die Konkurrenz oder das eigene Vorgängermodell...
Es wurde also höchste Zeit für einige aktuelle Kühlertests und so präsentieren wir euch hier und heute den ersten Kandidaten, der unserer bisherigen Luftkühlerreferenz Thermaright XP-90C den derzeitigen Rang streitig machen möchte: den Aerocool HT-102.
Aerocool hat sich jüngst im Luftkühlersegment sehr gut plazieren können, die Modelle GT1000 und HT-101 waren und sind sehr erfolgreich, kurzum Towerkühler erfreuen sich generell sehr großer Beliebheit.
Aber warum ist da so? die Antwort auf diese Frage und alles weitere erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Test, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Aerocool HT-102 Kühlkörper.
- Aerocool 92mm Lüfter mit LED's.
- Montageanleitung.
- Wärmeleitpaste.
- verschiedene Befestigungssets.
- Backplate für Intel LGA-775.




Die technischen Daten - Kühlkörper -:

- Gewicht: 680g (ohne Lüfter).
- Abmessungen: 58mm (Breite) x 102mm (Tiefe) x 132mm (Höhe) ohne Lüfter.
- mögliche Lüfterbestückung: 2x 92mm oder 2x 80mm.
- Material: Kupfer.
- Heatpipes-Superconduktoren: 3 Stück a`8mm Durchmesser.
- Material-Lamellen: Kupfer (2mm stark).
- Anzahl Lamellen: 35 Stück.
- uv-aktive Kunststoff Abdeckung.
- zugelassen laut Hersteller für folgende CPU's:
Intel Sockel 478/775 ->ohne Einschränkungen.
AMD Sockel 754/939/940 ->ohne Einschränkungen.


Die technischen Daten - Lüfter -:

- Gewicht: ca. 140g.
- 92x92x25 mm Lüfter mit 1800 U/Min bei 12V.
- Fördervolumen: 62.9m³/h (37 CFM).
- Lagerung: Kugellager.
- Geschwindigkeit: 1800 U/Min (+/- 10%).
- Geräusch: ca. 21 db/A (Herstellerangabe).
- Anschluß: 3-Pin.
- Spannung: 12 V.
- Garantie für den kompletten Kühler: 3 Jahre.




Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
MSI 875P Neo
Grafikkarte
Sapphire X800 XT PE@ATI Silencer4 Rev.2
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum
TV-Karte
Pinnacle 310i Mediacenter
CPU-Kühler
Aerocool HT-102
CPU-Lüfter
Aerocool 92mm
Arbeitsspeicher
4x 512 MB TwinMos BH-5 PC3200 DDR400
Festplatten System 1
2x Samsung 1614C (7200 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten System 2
2x Western Digital WD740 (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
DVD-Brenner
Plextor PX-712A
CDRW-Brenner
LG 8526B
DVD-ROM
Plextor PX-130A
Gehäuse
Lian-Li PC 73-SL
Netzteil
Seasonic S-12 600 Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP2 PreSP3
Zubehör
4x ichbinleise® Fan 80/1000 mit Zalman ZM-MFC1 Lüftersteuerung




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Makellos und sehr hochwertig kommt sie daher, die Verabeitung des Aerocool HT-102, da gibt es auf den ersten Blick kaum etwas zu beanstanden.
Die Ähnlichkeit zum HT-101 kann der HT-102 nicht leugnen, aber bei eingehender Betrachtung fallen die Unterschiede doch schon deutlich auf. Da wären einerseits die volumigeren Heatpipes (HT-101 6mm ->HT-102 8mm) und anderseits die größere Anzahl von Kühllamellen (HT-101 31 Stück ->HT-102 35 Stück), die darüber hinaus beim HT-102 auch in der Fläche noch etwas mehr hergeben, bedingt durch die "geknitterten" Lamellen, die mehr Materialeinsatz ermöglichen.
Im Gegensatz zum Vorgänger kann der geneigte User beim HT-102 durch die leicht vergrößerten Abmessungen des Kühlers sowohl 80mm Lüfter als erstmals auch 92mm Lüfter montieren, ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu den bisherigen 70mm und 80mm Lüftern.
Die Kühlgrundplatte wurde akribisch poliert und ist in seiner Struktur nicht nur glatt, sondern auch wirklich eben, ein nicht zu unterschätzender Aspekt bei der Wärmableitung der CPU an den Kühler!
Auch für diesen Kühler wird das Prinzip der Super-Conductor-Tube-Technology verwendet, die vor etwa 2 Jahren Einzug in die Technik der Lüftkühler gehalten hatte, auch wenn sie von unterschiedlichen Herstellern unterschiedlich tituliert wird.
Sie beruht auf der Theorie, das durch den Einsatz von speziell zusammengestellten Chemikalien innerhalb der Heatpipe eine weitaus höhere Wärmeleitfähigkeit erreicht werden kann. Dabei werden die Chemikalien zusammen mit der Hitze rasant nach oben befördert, wo diese dann durch die großflächigen Lamellen abgekühlt werden und wieder nach unten fallen. Dieser Vorgang wiederholt sich so schnell, dass die entstehende Abwärme des Prozessors hervorragend aufgenommen und abtransportiert werden kann." Soweit zur Theorie, denn um dieses radiator-ähnliche Prinzip zu verwirklichen bedarf es noch etwas mehr, nämlich eines leistungsstarken Lüfters, der den angesprochenen Vorgang tatkräftig unterstützt und genau der ist ja mit dem 92mm Lüfter von Aerocool grundsätzlich vorhanden.

Kommen wir an dieser Stelle zu den Vorteilen der Towerkühler im Vergleich zu konventionell gefertigen Luftkühlern:

1. Sie ermöglichen durch die seitlich Anordnung des Lüfters einen gezielten Abtransport der vom Prozessor aufgenommenen Abwärme z.B. zu den Gehäuselüftern oder zum Netzteil, was den Kühleffekt nachhaltig positiv beeinflußt, denn die Wärme wird sehr schnell abtransportiert ->der Kühler rotiert nicht permanent in seinem eigenen Sud...

2. Wenn das Ganze dann noch auf einer drehbaren Basis erfolgt, kann der User frei entscheiden, wohin der Abtransport erfolgt, dies ist leider beim Aerocool nicht möglich...

3. In einem schlecht belüftetem System spielt ein Towerkühler seine Trümpfe voll aus, kann er doch die Abwärme schnell vom Prozessor beispielsweise zum Netzteil oder vorhandenen Gehäuseöffnungen wegtransportieren.

Nachteil:

1. Durch den gezielten Luftstrom und bauartbedingt werden sockelnahe, stabilitätssensible elektronische Bauteile nur wenig von der Kühlleistung profitieren.

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Das Verschrauben des Lüfters mit dem Kühlkörper ist mittels 4 Schrauben schnell erledigt, eine Entkoppelung vom Kunststoffgehäuse findet allerdings nicht statt...
Wenn man sich einmal die Größenverhältnisse anschaut, dann wird schnell deutlich, das der Intel boxed Kühler aus einer völlig anderen Kühlergeneration stammt, diesem "Winzling" traut man auch auf den zweiten Blick keine herausragenden Kühlleistungen zu...

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Selbstverständlich bietet Aerocool an dieser Stelle auch etwas fürs Auge, der Lüfter wurde mit LED's bestückt, die ein sehr schönes Blau produzieren, wohl dem der ein Gehäuse-Seitenteil mit Fenster sprich Window besitzt...
Wer den Lüfter mit 5 Volt betreibt, muß natürlich mit weniger intensivem Licht rechnen, denn die Intensität nimmt mit verminderter Stromspannung entsprechend ab.




Der Einbau:

Der Einbau der HT-101 war ein Graus, dies hat sich beim HT-102 geringfügig verbessert, denn passende Einbauwinkel für unser Intel Retentionmdul sind relativ schnell verschraubt. Da haben es die AMD-K8 Fraktion ungleich schwerer, der Einbau des Kühlers bei installiertem Mainboard ist schlechterdings unmöglich. Ungeübte Anwender werden diesbezüglich vor erhebliche Probleme gestellt, das haben andere Hersteller besser gelöst...

Aerocool Einbauanleitung für alle Sockel

Da immer wieder grundsätzliche Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle noch einmal unseren Workshop zu diesem Thema, der auch sehr genau beschreibt, wie man die Oberfläche der CPU's (DIE) professionell reinigt.
Der Kühler verfügt wie schon erwähnt über eine sehr fein polierte Bodenplatte und benötigt darum nur sehr wenig Wärmeleitpaste. Es reicht eine hauchdünne Schicht, denn die Wärmeleitpaste (im Test Arctic Silver 5) soll nur Risse und Unebenheiten ausgleichen !
Die Kühlfläche des Aerocool Towers haben wir nach dem Entfernen der Schutzfolie gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere wiederholten wir anschließend mit dem Heatspreader der CPU, denn auch dort müßen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste rückstandlos entfernt werden.

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Wenn die Retentionwinkel verschraubt sind, ist der Rest ein Kinderspiel, dazu stellt man den Kühler ins Retentionmodul (aber ohne Lüfter) ->hakt die Spannhaken einseitig ein und drückt den Kühler vorsichtig und mit Gefühl auf die andere Seite, um dort dann die beiden gegenüberliegenden Haken zu verclipsen. Dazu bedarf es keiner übermenschlichen Kraft oder scharfkantiger Werkzeuge, das ist manuell problemlos machbar.
Da eine andere Richtung weg von den Gehäuselüftern und dem Netzteil keinen Sinn ergeben und das MSI Mainboard keine andere Option zuläßt, entschieden wir uns für die Blasrichtung des Kühlers gen Netzteil. Wenn der Kühler drehbar konstruiert wäre, hätte man ihn auch mittig zwischen Gehäuselüftern und Netzteil positionieren können...




Die Tests:

Mit Motherboard Monitor 5.3.7.0 und Everest 2.2.0 wurden die Temperatur gemessen, die wir nach 2 Stunden Stunden 3D Mark 2001 und Prime 95 erhalten haben. 3D Mark 2001 lief ausschließlich im Softwaremodus, um die CPU und weniger die Grafikkarte zu fordern. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C. Wir haben die Temperaturen der einzelnen Kühler sowohl im standardmäßigen 12 Volt-Modus, als auch im deutlich reduzierten 5 Volt-Modus betrieben, damit wir auch für die Silentfreunde ein aussagekräftiges Resultat vorweisen konnten.

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Die Testanordnung ist offensichtlich nicht optimal für den Towerkühler, denn der Kühler saugt auf grund seiner Positionierung warme Luft aus Richtung Grafikkarte an, die dann verteilt wird. Unsere gute Gehäuse Be-und Entlüftung favorisiert konventionelle Kühlkonstruktionen schon ein wenig, das muß man fairerweise attestieren.
Die Resultate sind trotzdem erstklassig und eine andere Positionierung auf dem Mainboard hätte den Aerocool sicherlich an die Spitze unserer Statistik katapultiert.
Darum haben wir einen zweiten Test auf unserem Asus P4C800-E durchgeführt, bei der die Ausrichtung des Kühlers weg von der Grafikkarte in Richtung Gehäuselüfter erfolgte:

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Wie erwartet setzt sich nun der Aerocool HT-102 an die Spitze, wenn auch denkbar knapp und nur unter 12V Ansteuerung, die 5V Resultate wurden nicht verbessert. Das liegt sicherlich an den relativ eng stehenden Kühllamellen, die im 5V Modus ihre aufgenommene Wärme etwas schlechter abführen können, da der zugeführte Luftstrom natürlich jetzt reduziert erfolgt.
Durch den möglichen Einbau eines zweiten Lüfters könnte man die Kühllleistung noch etwas erhöhen, aber dagegen spricht die gesteigerte Geräuschentwicklung. Wer es dennoch auf die Spitze treiben möchte, weil er sein System übertaktet, kann natürlich 2 Lüfter nach dem Push and Pull Prinzip (ein Lüfter blasend ->ein Lüfter saugend) montieren. In diesem Fall sollte man durchaus mit Inkompatibilitäten seitens der Mainboard-Layouts rechnen, die Ausmaße mit der 2-Lüfter-Bestückung sind nicht zu unterschätzen. Ob das den Gegenwert von 1-2° geringerer Temperatur rechtfertigt, muß jeder für sich selbst entscheiden.
Was die Geräuschenwicklung angeht, so tendiert der Aerocool zur noch gerade so leisen Fraktion mit gemessenen 33 db/A (1,4 Sone), wie wir mittels eines Voltcraft 320 Messgerätes feststellten. Erst ab etwa 36-38 db/A wird es als Geräuschquelle deutlicher vernehmbarer und ab 44-46 db/A kann man objektiv von störender Lautheit sprechen, was hier noch nicht der Fall ist. Wir konnten den Lüfter des Aerocool HT-102 im System kaum identifizieren, erst nach Absenken der Gehäuselüfter auf 5 Volt war er deutlich lokalisierbar. Eines ist fiel allerdings auch auf, die angegebenen Drehzahlen stimmen nicht, der Lüfter läuft nicht mit den werkseitig offerierten 1800 U/min, sondern mit 2200 U/min, ein sehr unschöner Fauxpax...

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle aber deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Ergebnisse sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem verwendeten und geschlossenem Intel-System beziehen. Je besser ein System belüftet wird, desto geringer können die Unterschiede zwischen den verschiedenen Kühler-Konstruktionen ausfallen. Dies bedeutet in der Praxis, das unsere Resultate nicht einfach beliebig auf eine andere Plattform übertragbar sind! Ein identischer Aufbau in Verbindung mit AMD Athlon XP oder Barton CPUs kann bei in etwa identischer Wärmeverlustleistung (WVL) von z.B. 90 Watt ganz andere Ergebnisse ausweisen. Entscheidend sind insbesondere die unterschiedlichen CPU-Core Auflageflächen und deren Wärmeverteilung im Vergleich mit aktuellen Heatspreader-CPUs von Intel und AMD.




Der Lüfter ->Technische Aspekte:

Was prädestiniert einen Lüfter, um ihn als wirklich leise zu bezeichnen? zumal ja der subjektive Höreindruck auch eine nicht geringe Rolle spielt und jeder Lüfter eine eigene Geräuschcharakteristik besitzt...

- Grundsätzlich sollte man sich nicht auf vollmundige Produktbeschreibungen der Hersteller verlassen, denn im Prospekt ist jeder Lüfter leise.

- Die Lagerungstechnik der Axiallüfter spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle, denn es ist hörbar, ob ein Lüfter Kugel-oder gleitgelagert ist. Die bei Gehäuselüftern eingesetzten Sintec Gleitlager (Papst) weisen einige Unterschiede zu ihren Kugellagerpendents auf:

Sintec Gleitlager werden aus Metallpulver gefertigt, das unter Druck in die gewünschte Form gepresst und bei hohen Temperaturen gesintert wird (daher der Name). Gegenüber massiven Gleitlagern bietet dieser Werkstoff einen Vorteil: Er ist porös. Das Porensystem nimmt etwa 15 bis 30 % des Lagerkörpers ein, wird mit Schmierstoff gefüllt und verbessert als zusätzliches Ölreservoir die Lagereigenschaften. Ein weiteres Argument für Gleitllager ist der Preis, denn die Fertigung dieser Lager kostet nur etwa die Hälfte der Kugellagerfertigung. In einigen Prospekten werden diese Lager auch als Keramiklager bezeichnet, was rein technisch natürlich barer Unsinn ist.
Kugellager haben den Vorteil der längeren Lebensdauer bei nicht sofortigem verschleißbedingten Ausfall, denn ein Gleitlager stellt seinen Betrieb bei finalem Verschleiß einfach ad hoc ein, ein Kugellager läuft weiter, wenn auch mit lauten Klappergeräuschen begleitet.
Grundsätzlich laufen Kugellager etwas lauter als Gleitllager, man hört immer ein leichtes Lagerschleifen. Wenn man also 2 Lüftermodelle eines Herstellers vergleicht, wobei der eine gleit-und der andere kugelgelagert ist, wird der Gleitgelagerte in der Regel leiser sein. Selbstverständlich gibt es auch laute Gleitlagerlüfter, das hängt wie immer von der Fertigungsgüte ab und die ist bei Billigprodukten naturgemäß nicht allzu hoch.
Bleibt die Frage, warum setzen dann nicht alle Hersteller auf die Gleitlagerschiene?

- Die Anordnung der Rotoren hat auch Relevanz, denn die Strömungsgeschwindigkeiten und demzufolge Strömungsgeräusche werden auch durch die Form und Stellung der Rotorblätter beinflußt. Diesbezüglich spielen auch die Lüftergitter in den PC-Gehäusen eine nicht unwesentliche Rolle, denn es macht naturgemäß einen Unterschied, ob ein Lüfter sich frei entfalten kann, oder ob er durch winzige Perforationen im Gehäuse atmen muß.

- Die Drehzahlen sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium, zumal man mit dem Absenken der Lüfter-Drehzahlen automatisch auch das Grundgeräusch eines Lüfters absenken kann, sofern die Skalierbarkeit des Lüfters dies zuläßt.

- Die Ansteuerung der Lüfter sollte frei einstellbar sein, d.h. der Lüfter sollte nicht nur mit 12 Volt sondern auch mit 5 Volt störungs-und klapperfrei laufen, zumal wir erst dann durch die Absenkung der Drehzahl wirklich einen geräuscharmen Modus erreichen. Viele Lüfter "glänzen" bei 5 oder 7 Volt leider durch durch deutliche Motorengeräusche.

- Das Verhältnis der Luftförderleistung und Dehzahlminimierung muß aber trotzdem noch existent sein, denn auch ein leiser ->langsam drehender Lüfter soll noch Abwärme transportieren können respektive kühlen.




Pflegetipps:

Auch ein Kühler/Lüfter braucht mal Pflege und das nicht nur 1x im Jahr, sondern regelmäßig.
Gehäuse-und CPU-Lüfter sind potentielle Druckluftspray-Kunden. Seit aber bitte vorsichtig und bringt den Lüfter mit dem Spray nicht auf abnormale Drehzahlen, euer Lüfterlager wird es euch danken. Als grobe Vorarbeit solltet ihr einen weichen und nicht haarenden Pinsel einsetzen, vorzugsweise einen mit hochwertigen Chinaborsten.
Sollten eure Gehäuselüfter bereits rauh laufen, empfiehlt sich der Ausbau und die Kontrolle der Lager.
Dazu müßt ihr den Aufkleber auf der Lagerseite entfernen und den Lagerbereich mit Druckluftspray reinigen.
Wenn diese Prozedur erfolglos bleibt, weil die Lagerung doch zu sehr verschlissen ist, bleibt nur noch der Austausch.
Die Kühllammelen des Aerocool kann man natürlich auch problemlos mit Druckluftspray und Pinsel reinigen.




Fazit:

Aerocool hat mit dem HT-102 wieder einen erstklassigen Luftkühler produziert, wenn er sich auch nicht von der ebenso guten Konkurrenz aus eigenem Hause wie dem GT-1000 oder dem HT-101 entscheidend absetzen kann. Hier sollte Aerocool vielleicht seine Modellpolitik überdenken, um den Kunden nicht unnötig zu verwirren, denn diese 3 Boliden unterscheiden sich nur marginal.
Eines haben sie allerdings alle gemein, den unsäglichen Fummeleinbau, bei dem zumindest die AMD-K8 Gemeinde ohne wirklich zwingenden Grund abgestraft wird. Der Adrenalinausstoß bei den Intelbesitzern hält sich gerade noch in Grenzen, beim HT-102 wurde der Einbau geringfügig vereinfacht.

Zur besseren Übersicht aber noch einmal die wichtigsten Eckdaten unserer Testresultate:

Plus:
- ansprechende Retailverpackung.
- hochwertige Verarbeitung.
- sehr gute Kühlleistungen.
- sehr ansprechende blaue Optik des Lüfters.
- Towerprinzip sehr funktionell.
- gute Kompatibilität auf nahezu allen aktuellen Plattformen.
- ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 49 €).

Minus:
- Lüfter dreht mit 2200 U/min und nicht mit den angegebenen 1800 U/min.
- Lüfterqualität nur durchschnittlich.
- Kühler nicht drehbar, dadurch ist die maximale Leistung sehr vom Mainboard Layout abhängig.
- hohes Gewicht.
- sehr fummeliger Einbau.
- Einbauanleitung nur englisch.

Was hält Aerocool eigentlich davon ab, einen Towerkühler mit einem leisen und langsam drehenden 120mm Lüfter zu bestücken? Ein 120mm Lüfter der maximal 1000 U/min dreht, erzielt dieselbe Luftfördermenge bei noch weiter reduziertem Betriebsgeräusch...
Wie auch immer, Aerocool hat einen weiteren Edeltower kreiert, der sich mit derzeit jedem aktuellen Lüftkühler messen kann und das nicht nur kühltechnisch, sondern auch optisch gepaart mit einem annehmbaren Betriebsgeräusch, wenn er denn auch tatsächlich mit 1800 U/min laufen würde...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Aerocool High-Tower HT-102 CPU-Kühler erhält den PC-Experience Award in Silber







Weiterführende Links:

Aerocool


Wir bedanken uns herzlich bei Aerocool für die Bereitstellung des Testexemplars


euer PC-Experience.de Team

Cerberus




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