Wie fange ich mir Würmer ein |
Uwe70
Technik-Freak
  
Dabei seit: 27.01.2004
Beiträge: 533
Herkunft: Dülmen
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| Wie fange ich mir Würmer ein |
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An nur zwei mir bekannten Beispielen möchte ich mal das Einfangen und Verbreiten von Würmern schildern:
1.: Mein Vater...kauft einen PC im Laden, WinXP Home natürlich als Adminkonto installiert, als erstes Antispy drauf und dann nie wieder eine Microsoft-Seite betreten (denn die spionieren ja so gerne, sagt die Presse bzw hat man so gehört). Dazu weder ein Antivirusprogramm oder eine Firewall. Noch Fragen, was passiert?
2.: Mein Chef (jaja, ihr hört richtig), kauft PC mit Win XP Pro, läßt ihn einrichten vom Händler (Steuerprogramm, Lohnabrechnung usw)...natürlich Adminkonto, keine Firewall ("XP hat doch eine Firewall" kam als Kommentar). Noch weitere Fragen?
Nun, solange selbst Händler bzw Gerätehersteller ihre PC in dem Zustand ausliefern, braucht es tatsächlich keinen wundern, was so an Würmer rumkriecht. Und ich denke mal, daß dieser miserable Zustand auf ca 80% der verkauften PC zutrifft. Rein theoretisch sollte man nicht nur den Ersteller der Würmer zur Verantwortung ziehen, sondern auch alle "Mittäter" (Wer gefälschte Geldscheine usw).
In dem Sinne einen schönen wurmfreien Sonntag noch
Uwe
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09.05.2004 20:29 |
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Peschel
Premium Member
   
Dabei seit: 12.07.2003
Beiträge: 3.090
Herkunft: Badenser
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ja aber ist denn Naivität auch strafbar?
es muß noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden und dabei helfen Webseiten wie PC-Experience, die immer wieder in ihren Artikeln auf Selbstverantwortung hinweisen
__________________ aktuelle Treiber
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10.05.2004 00:28 |
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Nosferatu
kommt gerne wieder

Dabei seit: 12.11.2003
Beiträge: 92
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Das klingt natürlich sehr verwerflich, nur wie stellst du dir das vor was da abgeht bei solchen PC-Diensten?
Unabhängig von der Tatsache, dass meinetwegen keine Firewall aktiv ist und ebend der Zustand am PC herrscht, den du geschildert hast. Dann ist es doch ebenso fragwürdig wie genau dein Chef bzw. dein Vater Nachrichten hören/lesen. Seit anfang des Jahres wurde ja nun über fast jeden Virus/Wurm/Schädling berichtet, der auch nur im entferntesten Schaden anrichtet. Und immer wieder hört man den Hinweis, dass man sein Windows updaten solle.
Wer es nicht über die Homepage machen will, dem bietet Windows sogar einen Update-Service in seinem Betriebssystem an. Wer zudem paranoia hat vor Spionage oder was auch immer, der soll sich gar nicht erst einen PC anschaffen oder gar eine Kreditkarte oder was man auch immer technisch überprüfen kann.
so long.
... Nos
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10.05.2004 08:48 |
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Uwe70
Technik-Freak
  
Dabei seit: 27.01.2004
Beiträge: 533
Herkunft: Dülmen
Themenstarter
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Nun, ich gebe mal als Beispiel meinen Beruf:
Ich bin Pferdewirt, Fachkraft, Dienstleister. Die mir anvertrauten Pferde sind einerseits nicht gerade billig (abgesehen vom ideellen Wert) und die Leute verlangen von mir Fachwissen und Kompetenz, dh sie selbst wollen sich so wenig wie möglich damit Auseinandersetzen und verlassen sich auf mein Können und Wissen. Kann ich das nicht, wirds was teuer für mich.
Genau so sieht es doch zB auch mit Autowerkstätten aus. Wer will schon wissen, wie die Karre funktioniert...sie soll rollen und muß! sicher sein.
Somit sehe ich wenigstens in den Verkäufern und Händlern, die solche PC zum Kauf anbieten eine gewisse Mitverantwortung. Sollte doch wenigstens der ausgelieferte PC einem Grundmaß an Sicherheit entsprechen. Und das läßt sich doch nun wohl ohne große Umstände einrichten. Im Firmenbereich wird so etwas durch entsprechend angestellte Spezialisten geregelt. Der Privatanwender, den sowas nicht interessiert bzw einfach nur einschalten und benutzen will wird allein gelassen.
Natürlich klar, daß man sich als Besitzer auch etwas darum kümmern sollte. Nur was nutz Nachrichten lesen...dann ist es meißt eh schon zu spät bzw was kann man als Laie im Wirrwar der Angebote und Informationen schon tun?
Uwe
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Uwe70: 10.05.2004 10:30.
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10.05.2004 10:29 |
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Steini
kommt gerne wieder

Dabei seit: 04.12.2002
Beiträge: 71
Herkunft: Mannheim
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Im Ansatz ist der Gedanke, den Uwe70 ausführt, schonmal nicht schlecht.
Allerdings übersieht er offensichtlich einige Fakten...
Durch persönliche Erfahrung aufgrund meines Berufes in der IT-Branche, kann ich da ganz klar drei Kategorien ausmachen.
Mir wäre KEIN Angebot bekannt, welches nicht in irgendeiner Form einen Virenscanner oder eine sonstige Viren-Software dem Software-Bundle beilegt! Sei es PC-Cillin, Norton oder sonstwelche Marken. Allerdings - und das ist die Crux an der Sache - sind diese Bundles zumeist zeitlich begrenzt und laufen im Schnitt nur 4 Wochen oder 14 Tage. Danach muß sich der User aus Lizenzgründen für eine Vollversion entscheiden und das installierte Produkt upgraden oder die Vollversion käuflich erwerben. In diese Kategorie fällt der "PC-von-der-Stange"-Käufer.
Dann gibt es noch die User, die bereits eine Lizenz zu früheren Zeiten mit einem Rechner gekauft haben oder eine Standalone-Lizenz eines veralteten Produktes zuhause haben. Online-Updates wird man dann schwerlich (eben weil die Produkte schon alt sind) erhalten. Also steht eine Neuanschaffung im Raum. Und genau hier hört das Verständnis bei zumeist älteren Usern auf: "Wieso soll ich nochmals für ein Produkt zahlen, wenn ich doch schon eine Lizenz habe?!" Ganz hartgesottene "Schlauberger" hauen dem PC-Techniker dann sofort das Wort "Abzocker" um die Ohren...
Anders sieht es bei vorausdenkenden Usern aus. Diese halten sich und ihren Rechner ständig "up to date" und setzen aktuelle lizenzierte Software ein. Allerdings - und das ist bei weitem kein Nachteil - setzen diese User auf die Tests von PC-Fachzeitschriften und kaufen sich sog. "Voll-Produkte", also das Rundum-Sorglos-Paket aus einer Hand. Solchen Usern kann man dann logischerweise auch nicht mit Freeware oder alternativ-Angeboten kommen - sie wissen, was sie wollen und basta!
Leider nimmt diese Kategorie User auch zumeist in Kauf, daß viele ihrer PC-Probleme gerade von solcher Software hervorgerufen werden. Ich erinnere mich da sehr gerne an die Norton-Produkte oder das Symantec-Live Update... :skull1
Die Verantwortung für die Sicherheit würde ich also nicht generell dem Handel oder Produzenten von Computer-Hardware zuschustern, wie es Uwe70 andenkt. Sonst hätten wir demnächst nämlich keine autarke Userschaft mehr, sondern Herstellerabhängiges Clientel, welches unmündig dem Willen der Computerbranche und der beteiligten Software-Giganten ausgeliefert ist.
Und genau hier würden wir komischerweise an das Vorhaben der angesprochenen Beteiligten in Form von BIOS-implementierten Sicherheits-Sperren (Fritz-Chip) und Hardwarebasierter Software-Lizenzen (TCPA) stoßen.
Und wenn wir schon beim Auto-Vergleich sind: Vor dem Kauf eines Autos steht immer zuerst der Führerschein und die bestandene Prüfung! Hier wird schon ausgetestet, ob ein potentieller Verkehrsteilnehmer die notwendige Reife und die notwendigen Kenntnisse vorweisen kann. Nach der Theorie also die Praxis - und nicht umgekehrt.
Wer sich also mit dem Kauf eines Rechners trägt, muß sich selbst die Frage stellen (oder stellen lassen), wo für ihn der Sinn und Nutzen eines solchen Gerätes liegt. Und sich auch der Gefahren bewußt sein, die eventuell auf ihn lauern könnten. Diese Verantwortung kann nicht auf andere abgeschoben werden und liegt einzig in der Hand des Käufers! Der Händler kann ihm jedoch bei der Entscheidungsfindung behilflich sein. Und ihn zu Vorsichtsmaßnahmen beraten.
Gruß,
Steini
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10.05.2004 12:26 |
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Gorrif
Foren-As
Dabei seit: 23.05.2003
Beiträge: 335
Herkunft: Worms
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Muss auch mal meinen Senf dazugeben.
Ich habe schon diverse Privatkunden gehabt bei denen irgendwelche Kleinigkeiten am PC zu machen waren, Netzteilstecker nicht richtig draufgesteckt, Diskette im Laufwerk und deshalb startete der PC nicht mehr etc.
Ich lass mir prinzipiell von solchen Kunden ne Email Adresse geben und schicke immer Newsletter mit den neuesten Viren- und Wurmwarnungen, den Links zu den entsprechenden Artikeln von Microsft, Heise etc. und den Links zu den Patches zum Download, sowie der Erinnerung Windows Update regelmäßig auszuführen und das Virenprogramm upzudaten.
Daraufhin bekam ich diverse Mails, was denn ein Patch sei, was ein Wurm sei und was ein Virenprogramm wäre.
Ich will damit sagen, man kann vielen Usern hundertmal durch die Nachrichten die Information über Viren und Sicherheitslücken zukommen lassen, wenn sie nicht das geringste Grundverständnis für einen PC haben, dann nutzt das nix, da hilft nur jemand der sich auskennt und hin und wieder diesen PC wartet, bzw eben eine bessere Abschottung des Betriebssystems von Seiten der Hersteller.
Ich habe auch (wenige) Geschäftskunden mit denen hab ich ausgemacht, dass ich in unregelmäßigen Abständen vorbeikomme und die entsprechenden Updates ausführe, dabei guck ich dann auch gleich nach Mal- und Spyware, dann kann man auch sicher sein, dass hier alles seinen rechten Weg geht.
Ich finde auch, dass auf jeden Fall Handlungsbedarf bei den Herstellern besteht.
Oh... und wenn ich einen PC verkaufe und diesen auch einrichten soll sind selbstverständlich die ersten Punkte die abzuarbeiten sind: Windows Update bis alle Patches drauf sind und mindestens die Einrichtung eines Antivirenprogrammes, Firewall nach Absprache mit dem Kunden evtl auch, auf jeden Fall rate ich dazu.
Gruß, Gorrif
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Gorrif: 10.05.2004 13:06.
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10.05.2004 13:04 |
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Steini
kommt gerne wieder

Dabei seit: 04.12.2002
Beiträge: 71
Herkunft: Mannheim
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@Gorrif:
Und genau hier fängt doch der eigentliche Service erst an.
Nur dann, wenn der Kunde seine Wünsche präzise definiert, kann man dementsprechend konfigurieren. Kein Kundenwunsch gleicht dem anderen; für jeden einzelnen Rechner muß ein anderes Image erstellt werden. Das Komplett-Paket ist dann zunächst geschnürt, differiert in vielen Nuancen und hat ergo die unterschiedlichste Hard- und Software-Konfiguration hinter sich, bis es beim Kunden steht.
Nun kommt Dein Service-Part, wie Du ihn gerade beschrieben hast: Zählt das letztendlich zu Deinem kostenlosen Service, den Du als persönlichen Dienst am Kunden verstehst? Oder lieferst Du kostenlose Firewall- und Virensoftware dem User hinterher und installierst ihm diese ebenfalls kostenlos? Ich denke, daß dies nicht der Fall ist. Und wenn doch, dann hast Du entweder diesen Part der Dienstleistung schon vorher in Deinen Pauschal- oder Endpreis mit einkalkuliert oder Du legst unweigerlich drauf!
Wenn man dem Händler diese Verantwortung aufbürden wollte, kämen genügend User auf die schon heute gängige und unsinnige Idee, "das müßte alles schon inklusive" sein.
Und sind wir mal ehrlich: Als Händler kostet eine Lizenz für gute Viren- oder Firewall-Software heute fast nichts mehr. Aber der Kunde genießt Vorteile, die er ohne Lizenz nicht hätte. Da kann man immer was am Preis machen.
Aber: Der Kunde möchte alles umsonst haben: Lizenz, Service, Dienstleistung und Sicherheitspaket für 0.- Euro. Inklusive der Freiheit, Dich auch Nachts, Wochenends und Feiertags wegen seiner Unzulänglichkeiten persönlich haftbar zu machen und auf jedem erdenklichen Weg zu belästigen -> ebenfalls kostenlos! Du bist ja schließlich für seinen Rechner verantwortlich.
Das kann's ja auch nicht sein, oder?
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10.05.2004 13:40 |
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Gorrif
Foren-As
Dabei seit: 23.05.2003
Beiträge: 335
Herkunft: Worms
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@steini
Du hast natürlich recht, wenn ich das alles kostenlos machen würde, dann könnte ich mir nicht mal die Flatrate leisten um hier zu posten. :))
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10.05.2004 14:40 |
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Steini
kommt gerne wieder

Dabei seit: 04.12.2002
Beiträge: 71
Herkunft: Mannheim
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Eben.
Und wenn ich mir noch einen Auto-Vergleich erlauben darf:
1.: Vorschrift ist, daß jedes Auto mit Sicherheitsgurten ausgestattet sein muß.
2.: Vorschrift ist auch, daß jeder Autofahrer diese bei Fahrtantritt anzulegen und während der Fahrtdauer zu tragen hat.
3.: Keine Pflicht jedoch ist die Ausstattung der Autos mit Airbags. Diese zählen (noch) zur Sonderausstattung.
Auf den PC umgesetzt würde dies bedeuten: Jedem PC wird beim Verkauf ein Sicherheitspaket (Virenschutz-Software) beigelegt. Dieses Sicherheitspaket sollte der User auch installieren und gegebenenfalls ständig aktualisieren.
Eine Firewall (auch, wenn es die von XP ist), ist eine Sonderausstattung. Will der User diesen zusätzlichen Schutz, muß er hier investieren.
Gruß,
Steini
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10.05.2004 15:36 |
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