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Geschrieben von Cerberus am 04.02.2004 um 18:07:

Achtung Sapphire Atlantis Radeon 9800 XT

Sapphire Atlantis Radeon 9800 XT





Einleitung:

Mit der Einführung des R360 Grafikchips Ende September 2003 hat ATI seine 9800 Modellpalette nach oben finalisiert, denn dieser Chip wird der letzte aus dieser Baureihe sein, bevor der neue R420 in diesem Jahr erneut das Rennen um die Grafikchipkrone aufnimmt.
Die Modifikationen der 9800 XT im Vergleich zur 9800 Pro beruhen in erster Linie in der Anhebung des Taktes von 380 auf 412 MHZ und in der Erhöhung des Speichertaktes von 340 auf 365 MHZ. Dies hat zwangsläufig eine Erhöhung der Speicherbandbreite von 21,8 GB/s (Radeon 9800 Pro) auf 23,4 GB/s (Radeon 9800 XT) zur Folge. Dies klingt auf den ersten Blick relativ unspektakulär, aber wenn man dazu die niedrigen Speicherlatenzen von 2,2 ns berücksichtigt, dann liegt der Verdacht nahe, hier sollte/könnte Overclockingpotential vorhanden sein, aber dazu später mehr.
Das Printet Circuit Board (PCB) wurde ebenfalls geändert, hier werden jetzt 12 Layer eingesetzt. Die Unterschiede zum R350 (9800) Chipsatz werden deutlicher, wen man berücksichtigt, daß ATI hier Elemente im Chip-Die neu angeordnet hat, um thermische Probleme zu vermeiden. Grundsätzlich ist aber der R360 wie der Vorgänger immer noch von TSMC im 0.15-Micron-Prozess gefertigt.
In Punkto Spannungsversorgung hat ATI einige Innovationen einfließen lassen, denn durch den neuen PVM Controller in Verbindung mit N-Channel PowerTrench MOSFET Bauteilen wird eine bessere Spannungsstabilität auch bei der zwangsläufig höheren Leistungsaufnahme sichergestellt.
Die Anzahl der Speicherchips wurde von 16 Chips (9800 Pro) mit jeweils 16 MB Kapazität auf 8 Chips mit 32 MB reduziert.
Wie beim R350 Chip treffen wir auch beim R360 auf Smartshader 2.1, Smoothvision 2.1, Hyper Z III+, TrueForm 2.0 sowie auf Pixel- und Vertex-Shader 2.0 (vier Vertex-Shader-Einheiten), den mit dem R350 eingeführten F-Buffer, bis zu 6-fachem Multi-Sampling Full Scene Anti-Aliasing und bis zu 16-facher anisotropischer Filterung. Hier wurde also relativ wenig geändert, trotzdem war unser Appetit auf diese Karte nicht gerade gering. Was lag also näher, als eine Radeon 9800 XT zu testen, zumal es ohnehin an der Zeit war, die ohne Frage ausgezeichnete Hercules 9700 Pro in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken.



Die technischen Daten:

GPU
RADEON 9800 XT R360
Fertigungsprozess
0.15 µm
GPU Speed
412mhz
Memory
256MB onboard DDR RAM
Memory Speed
365mhz
Bandbreite
23,4 GB/sec
Arbeitsspeichertyp
Samsung 2,2 ns DDR-II
AGP 3.0 Spezifikation
AGP 2X/4X/8X
Rendering pipelines
8
DirectX Unterstützung
DirectX 9
OpenGL version
OpenGL1.3
RAMDAC
Dual 400MHz RAMDACs
Output Anschlüsse
DVI-I Output / TV Output / VGA Output
TV-Out max. Auflösung
1024x786
Maximale Auflösung
2048x1536 bei 85Hz
Garantie
2 Jahre




Lieferumfang:

- Sapphire Radeon 9800 XT 256 MB.
- Treiber-CD.
- Sapphire TweakUtility (Redline).
- Cyberlink PowerDVD XP.
- Tomb Raider - Angel of Darkness.
- Half-Life 2 Gutschein.
- S-Video / Composite Adapter.
- DVI / VGA Adapter.
- S-Video Verlängerung.
- Composite Verlängerung.
- Handbuch (mehrsprachig).

Ausstattungstechnisch kann man sich beim Sapphire-Bundle wahrlich nicht beklagen, es ist üppig und vor allem auch vollständig, was durchaus keine Selbstverständlichkeit ist, denn z.B. DVI ->VGA Adapter, um zwischen S-Video und Composite zu wählen, sind wichtig und sollten grundsätzlich vorhanden sein.
Der Half-Life 2 Gutschein ist ein weiteres Sahnehäupchen dieses Zubehörpaketes, auch und gerade deswegen, weil einige Hersteller scheinbar das Angebot, in jede Packung einen Gutschein für Half-Life 2 beizulegen, inzwischen eingestellt haben. Dazu wäre anzumerken, daß ATI wohl nur noch zu einer Radeon 9800 XT diesen Gutschein kostenlos beilegt (vorher auch in 9600XT enthalten), ansonsten müßen die Hersteller eine geringe Gebühr entrichten.
Unser Testkandidat ist als Full Retail Packet deklariert, d.h. es enthält das gesamte Bundle, einschließlich des Spiele Software Bundles und Spielezubehör. Das Lite Retail Packet wird nicht mit dem Spiele und Software Packet geliefert, kostet daher auch etwa 30-40 € weniger. Wer also auf dieses Paket keinen Wert legt, kann hier Geld sparen.
Abschließend wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß Sapphire ein Tuning Utility beigelegt hat: das Redline TweakUtility. Dieses Tool wird noch eine nicht unerhebliche Rolle in unserem Test spielen.


Einige Bilder der Sapphire 9800XT und seiner Ausstattung:





Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 C 3.0@3.3 GHZ D-Stepping
Mainboard
Asus P4C800-E Revision 1.02 BIOS-Revision 1011
Grafikkarte
Sapphire Atlantis Radeon 9800 XT
CPU-Kühler
Bad Boy P4 NB-Edition
Arbeitsspeicher
2x A-Data DDR500 PC4000
Festplatte
2x Western Digital 1200BB (7200 U/min, UDMA 100) RAID-0
Gehäuse
Lian Li PC 71
Netzteil
Antec True Control 550 Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 1a
Zubehör
Sapphire Redline Tweaker




Die Montage und Treiberinstallation:

Bevor wir die Hercules aus dem System entfernt haben, wurde der alte Treiber (Catalyst 3.9) entfernt.
Dazu bevorzugen wir folgende Vorgehensweise:

- Regcleaner herunterladen und installieren.

- Unter Software den ATI-Display Driver deinstallieren und nicht neu starten.

- ebenfalls unter Software den Control Panel deinstallieren.

- Neu starten und per F8 in den abgesicherten Modus wechseln.

- Dort im Gerätemanager die Einträge unter "Grafikkarte" deinstallieren.

- Auf eurer Systempartiton müßen die noch vorhandenen Ordner von ATI entfernt werden, also C:\ATI löschen. (C:\ steht für die aktuelle Systempartition in unserem Beispiel, sie kann bei euch also auch durchaus anders lauten)

- Den vorher heruntergeladenen und installierten Regcleaner starten und in der Software-Ansicht alle Einträge von ATI Technologies entfernen.

- Rechner herunterfahren und die alte Karte entfernen.

- Die neue Karte einbauen und über den vorhandenen Adapter in den Stromkreislauf des Netzteils einbinden. Durch das hohe Gewicht der Sapphire sollte man beim Einbau sehr vorsichtig sein und sorgfältig arbeiten. Darum ist es sehr wichtig, daß die Karte korrekt im AGP-Slot arretiert und ebenso so umsichtig verschraubt wird.

- Neu starten und die gewünschten Treiber installieren.

- Fertig.

- So komfortabel Deinstallationstools sein mögen, ihnen fehlt es durch die Bank an Gründlichkeit, darum empfehlen wir immer noch die gerade beschriebene manuelle Deinstallation.


Wer sein Betriebssystem ohnehin neu aufsetzen wollte, der sollte unsere Installationsreihenfolge berücksichtigen:

1. Windows XP installieren.
2. Servicepacks installieren.
3. Chipsatztreiber installieren.
4. DirectX 9.0b installieren.
5. Grafikkartentreiber installieren.
6. Soundkartentreiber installieren.
7. weitere Treiber für Peripheriegeräte installieren.
8. die restlichen Windows-Patches installieren.


Als Treiber verwendeten wir nicht die mitgelieferten von der Sapphire-CD, sondern die den aktuellen 4.1 Catalyst von ATI.


Nach dem Einbinden der Treiber wurde die Sapphire sofort korrekt identifiziert:


Damit war die Montage der GrafikKarte und auch die Treiberinstallation zunächst erfolgreich abgeschlossen und wir installierten abschließend die Treiber für den Monitor. Als ersten Eindruck erhielten wir satte 2D-Farben und ein gestochen scharfes Bild. Scheinbar konnte der Samsung 959NF Monitor die gelieferten Signale sofort optimal umsetzen.




Die Tests:

Vor dem eigentlichen Dauertest optimierten wir Windows XP/SP1 nach unserem Performance-Workshop , schließlich sollte eine ideale Basis optimale Voraussetzungen bieten.
Die Treibereinstellungen beließen wir für alle Tests in der Standardkonfiguration:



Testprogramme:

- 3DMark 2001.
- 3DMark 2003.
- Code Creatures Benchmarks.
- Prime 95.
- Aquamark 3.
- Gunmetal Benchmark 2.


Test 1 Standardtakt:

Vor dem ersten Testlauf im Standardtakt der Grafikkarte, absolvierten wir sozusagen ein Warmup mit Prime 95 und liesen den Rechner 3 Stunden Nullen und Einzen übersetzen.
Direkt danach starten wir dann der Reihe nach unsere Benchmarks:


Das Potential der Sapphire wird hier schon mehr als deutlich, denn die Werte sind auch ohne Übertaktung mehr als ansprechend, wobei wir uns Kommentare zu den 3DMark Ergebnissen sparen, dafür gibt es einfach zu viele Irritationen bei Vergleichswerten und ebenso viele Möglichkeiten diese in welcher Form auch immer zu beeinflussen. Die Relevanz ist somit zumindest fragwürdig, aber der vollständigkeithalber haben wir sie mit aufgeführt.
Darum waren auch die Resultate von Codecreature schon aufschlußreicher, da dieser Benchmark zwar auf DirectX 8 basiert, aber einer Grafikkarte alles abverlangt ohne die eine oder andere CPU zu bevorzugen.
Ebenso interessant waren die Ergebnisse des Gunmetal 2 Benchmarks, der auf einer reinrassigen Gameengine und der DirectX 9 Schnittstelle basiert.
Dieser Benchmark ist somit prädestiniert für einen Test aktueller DirectX 9 Grafikkarten. Er verfügt über spektakuläre Lichteffekte und einer sehr realistischen Umgebung, wobei neben Vertex Shader 2.0 auch Pixel Shader 1.1 verwendet wird. In der Standardeinstellung werden die Benchmarks mit 2X FSAA durchgeführt. Dieser auch optisch sehr beeindruckende Benchmark führt jede Grafikkarte ans Limit und sollte daher in jedem Fall zum standardisierten Testkriterium gehören.


Test 2 Overclocking:

In den Treiberoptionen des Catalyst 4.1 ist für für 9800 XT Grafikkarten die Option Overdrive vorgesehen.
Diese Übertaktungsvariante ist ganz nett anzuschauen, aber viel mehr auch nicht, denn wenn der Sensor feststellt, daß die Temperatur unterhalb des maximal zulässigen Wertes liegt, wird der Takt des VPUs erhöht und beim Überschreiten des Temperaturlimits automatisch wieder reduziert. Die Takterhöhung erfolgt in direkter Abhängigkeit des im GrafikChip integrierten thermischen Sensors und läßt wenig Spielraum für wirkliche Übertaktungen.


Wir attestieren diesem Feature darum allenfalls kosmetischen Character, denn mehr als ca. 2% Übertaktung sind damit nicht zu erreichen.
Das man mit dieser Option auch gleichzeitig den thermischen Haushalt überwachen kann, macht schon eher Sinn.

Jetzt kommt das Redline Tweaking-Tool ins Spiel, mit dem nun wirklich übertaktet werden kann:


Also haben wir behutsam ausgelotet, was ohne Pixelfehler möglich ist, wiederum bei Standardeinstellungen im Treiber, denn auf Bildqualität wollten wir in keinem Fall verzichten.


Mit einer entsprechenden Wasserkühlung für die Sapphire ist sicher noch mehr möglich, aber wir waren mit dem Resultat unserer Übertaktung mehr als zufrieden.
Im Schnitt 10% mehr Leistung in den Codecreature und Gunmetal 2 Benchmarks ist schon ein ausgezeichnetes Ergebnis, besonders wenn man berücksichtigt, das sich die Temperaturen nicht radikal erhöht hatten, denn nun endlich konnten wir auch den bis dahin nicht hörbaren Lüfter der Sapphire vernehmen, der aber zu keiner Zeit aufdringlich laut wurde und direkt nach der Übertaktung wieder herunterschaltete.
Eines müßen wir aber deutlich sagen, wer einen aktuellen Rechner mit schnellen Komponenten besitzt die viel Abwärme produzieren, sollte auf gute Durchlüftung seines hoffentlich nicht zu kleinen Gehäuses achten, denn in Verbindung mit solche einer nicht gerade kühlen Grafikkarte (unter Last bis zu 62°) -> heißen Soundkarten ->Controllern ->CPU usw. werden kleine Gehäuse ohne entsprechende Gehäuselüfter schnell an ihre thermischen Grenzen geführt. Unter Umständen kann es auch hilfreich sein, wenn man direkt in Höhe des ersten PCI-Slots auf dem Mainboard (sollte immer frei bleiben) einen Slotkühler verwendet, der die Abwärme der Grafikkarte direkt aus dem Gehäuse leitet.
In unserem Lian Li hatten wir aber mit 6 leisen Gehäuselüftern zu keiner Zeit auch nur den Ansatz eines Problems.




Fazit:

Es ist heutzutage schon ein kostspieliges Vergnügen eine High-End Grafikkarte zu besitzen, aber war es das nicht schon immer?
Die Sapphire Atlantis 9800 XT ist eine herausragende Grafikkarte, mit allem erdenklichem Potential, sei es nun für aktuelle und kommende Spiele oder aber für aufwendige Grafikbearbeitungen oder Videoschnitt oder...oder.... 2004 wird zweifellos das Jahr der DirectX 9-Spiele werden und mit solch einem Boliden ist man auf jedenfall dafür gerüstet. Ob man nun dafür den derzeitigen Marktpreis von ca. 440 € ausgeben möchte oder nicht, ist und bleibt eine Frage der individuellen Wünsche und Belange des Users. Entscheidend ist aber auch, daß es bei den aktuellen Grafikkarten nicht mehr allein darum geht, möglichst viele Bilder in einer Sekunde darzustellen. Die Qualität dieses Bildes soll auch möglichst hochwertig sein, denn was nützen viele Frames/sek. wenn das Spiel zerfranzt und pixelig dargestellt wird. Es sollte also eine ausgewogene Mischung aus Bildqualität und Schnelligkeit sein, die den Käufer zu seinem Scheckheft greifen läßt.
Für unseren Geschmack hat ATI mit dem R360 Chip dieses eindrucksvoll realisiert und Sapphire hat es mit der 9800 XT nahezu perfekt umgesetzt.


Hinweis:
Wir weisen ausdrücklich daraufhin, daß sich die Ergebnisse unserer Tests auf die Testkonfiguration des Redaktionsrechners bezieht und das andere Hardware-Konfigurationen andere Ergebnisse liefern können.
Ebenso kann die Leistung der im Handel verfügbaren Sapphire 9800 XT Grafikkarten zu unserem Testmodell differieren.
Das Übertakten von Hardwarekomponenten kann zu Fehlern und Beschädigungen führen.




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Die Sapphire Atlantis Radeon 9800 XT erhält den PC-Experience-Award in Gold !






Weiterführende Links:

Sapphiretech.de

Mips-Computer

Catalyst-Workshop


Vielen Dank an unseren Sponsor Mips-Computer GmbH für die Bereitstellung des Testexemplars.

euer PC-Experience.de Team

Cerberus


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