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--- ANTEC TrueControl 550 Watt ..."der Innovator" ! (http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=3398)


Geschrieben von Cerberus am 23.05.2003 um 18:44:

Achtung ANTEC TrueControl 550 Watt ..."der Innovator" !

ANTEC TrueControl 550 Watt ..."der Innovator" !





Einleitung:

Das Netzteilsegment wurde in den letzten Jahren nicht gerade von Innovationen übersät, wenn man von der zwangsläufigen Leistungsanpassung an aktuelle Rechner mal absieht. Wobei dies aber allenfalls eine Konsequenz auf die derzeitigen Leistungsbedürfnisse darstellt.
Ganz anders beim Hersteller Antec, die Kalifornier haben sich gerade in den letzten 2 Jahren eine hervorragende Reputation durch erstklassige Netzteile geschaffen, die nicht nur mit außergewöhnlichen Leistungsindikatoren sondern auch durch innovative Techniken glänzen. Die Netzteile der True-Power-Serie z.B. besitzen für jede Spannung einen eigenen Stromkreis. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn Standard-Netzteile teilen sich einen Stromkreis für die 3,3V, die 5V sowie die 12V Leitungen. Daraus resultieren bei starker Belastung oft Leistungseinbrüche auf einer der drei Leitungen und Abstürze sind absehbar.
Unser neuer Testkandidat mit der möglicherweise etwas verwirrenden Bezeichnung "True Control" verfügt auch über die angesprochene True-Power-Technologie. Darüber hinaus ist es aber bei diesem Netzteil möglich, die Spannungswerte explizit an die vorhandenen Bedürfnisse anzupassen, wobei das Einstellungsspektrum +/- 5% umfaßt. Dies wird über einen separat einzubauenden Controlpanel gesteuert, über den man auch die Netzteillüfter ansprechen kann.
Diese Features versprachen sehr viel, um so mehr waren wir auf die harte Realität im Testeinsaatz gespannt.

Der Lieferumfang:

- Netzteil.
- Stromkabel.
- Controlpanel für 5,25" Schacht.
- Befestigungsschrauben.
- Handbuch.

Online-Handbuch






Die technischen Daten:

- +3,3 V: 32A
- +5,0 V: 40A
- +12,0 V: 24A
- -5 V: 0,5A
- -12 V: 1A
- +5Vsb: 2A
- Combined Power (+3,3 / +5V): 307 Watt.
- +5V, +3.3V & +12V maximum output 530 Watts max.
- Individuelle fest zugeordnete Stromkreise für Hauptausgänge mit +3,3V, +5V und +12V.
- ATX 12V für AMD und Intel Systeme. Zusätzlicher Strom- und +12V Anschluss.
- Rückwärts kompatibel zu den vorherigen ATX-Standards.
- Antec Low Noise Technologie für besonders leisen Betrieb.
- Nylonummanteltes Hauptstromkabel für besseren Luftstrom.
- goldbeschichtete Anschlüsse für hervorragende Leitfähigkeit.
- passives PFC (Power Factor Corretion).
- Zusätzlicher AUX Anschluss (3,3 V und +5 V).
- Überspannungsschutz am Eingang und den Ausgängen.
- Entspricht Intel ATX Versionen 1.1 und 2.03.
- Erfüllt alle Intel Pentium 4 Anforderungen.
- Erfüllt alle AMD Athlon XP/K7 Anforderungen.
- Zertifikate: UL, TÜV, NEMKO, FCC, CB, CE.
- ANTEC 3-JAHRES QUALITÄTSGARANTIE.



Der Testrechner:

CPU AMD Athlon XP 2600 + ( FSB 166 )
Mainboard MSI K7N2-Delta
Grafikkarte Hercules Radeon 9700 Pro
CPU-Kühler Thermalright SLK800-U
Arbeitsspeicher 2x Corsair Twinx1024-3200LL (Timings: 5222)
Festplatte 2x Western Digital 1200JB (7200 U/min, UDMA 100)
Gehäuse Lian Li PC 71
Netzteil Antec True Control 550 Watt
Betriebssystem Windows XP Prof. SP 1
Zubehör Antec Controlpanel



Die Montage:

Ein Netzteiltausch stellt auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme, insofern sparen wir uns den detaillierten Ablauf. Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ?Br> Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden:
Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei.
Vergeßt auch nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !

Dank der sehr langen Kabelstränge ist die "Verdrahtung" auch in sehr großen Towern kein Problem. Die Bestückung mit Stromanschlüssen für die Komponenten ist mit insgesamt 9 Steckern angemessen, aber nicht üppig.
Darüber hinaus verfügen wir noch über 2 weitere 4-polige Stromanschlüsse, die aber nur für Lüfter verwendet werden können, da diese mit einer niedrigeren Spannung als 12 Volt angesteuert werden. Also bitte ausschließlich für Gehäuselüfter verwenden!



Der Test:

Bevor wir zum eigentlichen Leistungstest kommen, noch ein paar Worte zur eigentlichen Leistungsspezifikation von Netzteilen:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe ""Total DC Output"" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. ""Combined Power"" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können. Addiert beträgt die Leistung beider Leitungen (=Combined Power) 220 Watt. Dann bleiben noch genügend Reserven übrig, um eine ausreichende Stromversorgung der Komponenten zu gewährleisten.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor, da die meisten Computer aus diesen beiden Leitungen die stromhungrigsten Komponenten versorgen, es sei denn, es handelt sich um ein Pentium 4 System. Intel hat dort bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker eingeführt. Der Pentium 4 bezieht seinen Strombedarf aus der weniger belasteten +12 V Leitung. Mittlerweile hat es MSI auf seinem aktuellen nForce 2 Boards nachempfunden und bietet dort einen 12V-Anschluß zur Entlastung an. Bei der enormen Stromaufnahme der nForce 2 Boards sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Wie bereits eingangs erwähnt, geht Antec hier einen anderen Weg, nämlich der eigene separate Stromkreis für jede Spannungsschiene. Im Gegensatz zu gewöhnlichen PC-Netzteilen gibt es keine nennenswerten Mindestlasten beim Antec (lediglich die 12-Volt-Leitung muss mit wenigstens 0,8 Ampere belastet werden), und die sonst übliche Abhängigkeit von 3,3- und 5-Volt-Leitung entfallen. Belastet man also eine Leitung, beispielsweise die 3,3V-Leitung sehr stark, dann hat dies keine Auswirkungen auf die 5V oder 12V-Spannung. Ergo sind die Angaben für die Combined-Power unnötig, weil die oben genannten Einflüsse für ein instabiles Systemverhalten keine Relevanz ausweisen. Ein entlastender 12V-Anschluss für P4-und nForce 2-Boards ist natürlich auch vorhanden.



Aber nun zum eigentlichen Test:

Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25


Antec-Netzteil:

Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
-12V
-5V
niedrigster Wert
3.26V
5.01V
12.12V
-12.19V
-5.30V
höchster Wert
3.45V
5.09V
12.28V
-12.03V
-5.14V
durchschnittlicher Wert
3.33V
5.06V
12.19V
-12.13V
-5.21V


Vor dem Test entschieden wir uns für den goldenen Mittelweg bei der Justage der Spannungen, die am Controlpanel über einen mitgelieferten Schraubendreher möglich ist, wobei eine Drehung im Uhrzeigersinn die jeweilige Spannung erhöht und entgegen dem Uhrzeigersinn die Spannung absenkt.
Wir haben dazu vorher mit unseren Messgeräten die entsprechenden Werte ermittelt.
Analog dazu kann man auch mit der Steuerung der Lüfterdrehzahl verfahren, die wir aber auf der Werkseinstellung beließen, da wir die Geräuschkulisse nicht als störend empfanden.
Nachdem wir unseren 6-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt und mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.
Das Ergebnis unserer Tests ist schlicht überwältigend, denn die erzielten Werte sind absolut außergewöhnlich.



Fazit:

Antec ist mit diesem Netzteil der große Wurf gelungen und dies in jeder Hinsicht.
Die erzielten Spannungswerte sind die mit Abstand besten, die wir bisher mit einem Netzteil erzielt und gemessen haben. Das man darüber hinaus durch die True-Control-Technologie in der Lage ist, z.B. fürs Overclocken Reserven freizuschalten, ist eine wirkliche Innovation und sollte Schule machen. Wobei wir diesbezüglich schon etwas einschränkend darauf hinweisen wollen, daß man nicht ins Blaue hinein regulieren sollte, sondern wirklich mit Messinstrumenten arbeitet, um das Potenzial dieses Boliden auch ausschöpfen zu können.
Usern, die nicht über entsprechende Kenntnisse und Messgeräte verfügen sei die Werkseinstellung empfohlen, denn die ist über jeden Zweifel erhaben.
Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Pluspunkt ist die Regulierung der Netzteillüfter (und integrierter mit angeschlossener Gehäuselüfter), denn dadurch ist ein entsprechend leiser Betrieb möglich, wobei die Maximaleinstellungen keinen Orkan entfachen.
Die Verarbeitung des Netzteils ist ausgezeichnet und Ausstattungsmerkmale wie z.B. vergoldete Anschlüsse runden diesen Eindruck souverän ab.
Ob all diese Features einen Preis von ca. 175 € rechtfertigen überlassen wir dem geneigten Betrachter.
Das Antec True Control Netzteil hat sich seinen neuen Stammplatz in unserem Redaktionrechner jedenfalls redlich verdient, wir sind hellauf begeistert.





Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Antec True Control 550 Watt Netzteil erhält den PC-Experience-Award in Gold !






Weiterführende Links:

Antec Europe

Wir bedanken uns sehr bei Antec Europe für die Bereitstellung des Testsamples und bei Marina Ziegler von Lewis Communications für den Support.


euer PC-Experience.de Team
Cerberus


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