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Geschrieben von Cerberus am 03.06.2007 um 18:33:

Achtung Thermalright Ultra-120 eXtreme CPU-Kühler

Thermalright Ultra-120 eXtreme CPU-Kühler






Einleitung:

Die Spatzen pfiffen es schon seit geraumer Zeit von den Dächern, nachdem Scythe in den letzten 12 Monaten mit seinen Highend-Kühlern den Markt fast völlig nach Belieben dominieren konnte, erfolgte nun die lang erwartete Retourkutsche von Thermalright in Form des Ultra-120 Kühlers. Dieses Exemplar reichte aber auch nicht ganz an die Kühleigenschaften des Scythe Infinity heran, so wurde kurzerhand noch eine Schippe draufgelegt und der Ultra-120 eXtreme erblickte das Licht des Kühlermarktes. Mit diesem überarbeitetem Exemplar will Thermalright endgültig verlorenes Terrain zurückgewinnen.
Die Eckdaten klingen zumindest sehr vielversprechend, denn statt der vorherigen 4 sind nun 6 Heatpipes implementiert, was zumindest theoretisch einen nicht zu unterschätzenden Zuwachs an Kühlpower bewerkstelligen dürfte.
Ob dies gelungen ist, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichem Praxistest, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Thermalright Ultra-120 eXtreme .
- Befestigungsmaterial für die Sockel: LGA 775, AM2.
- Klammern für Lüfterbefestigung.
- Wärmeleitpaste.
- 2x Antivibrationsstreifen.
- Montageanleitung (englisch).





Die technischen Daten - Kühlkörper -:

- Gewicht: 790g.
- Abmessungen: (L) 132mm x (B) 64mm x (H) 161mm (ohne Lüfter).
- Material: Aluminium-Kupfer Hybrid.
- Heatpipes: 6 Stück a´6mm Durchmesser (U-Form).
- Material-Lamellen: Aluminium.
- Anzahl Lamellen: 52 Stück.
- Lamellen-Abstand: 1,5mm.
- Kühlfläche gesamt: ca. 3700cm².
- Bodenplatte: Kupfer, 11mm stark.
- Preis: ca. 55 €.
- zugelassen laut Hersteller für folgende CPU's:
Intel Sockel 775 ->ohne Einschränkungen.
AMD AM2 ->ohne Einschränkungen.
- Für Sockel939: Thermalright K8 Bolt-Thru Kit erforderlich.




Der Intel-Testrechner:

CPU
Intel Core 2 Duo E6700
Mainboard
Asus P5W DH Deluxe Bios 2004
Arbeitsspeicher
Super Talent T800UX4GC5 4GB-Kit
Grafikkarte
BFG Geforce 8800GTX
Soundkarte
Sound Blaster X-Fi XtremeGamer Fatality
Festplatten System
2x Western Digital Raptor a´150GB (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten Backup
1x Samsung SpinPoint T133 400GB 16MB SATA II
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Plextor PX-130A
Gehäuse
Cooler Master Stacker STC-T01
Netzteil
Seasonic S12 Energy Plus 550Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3 und Vista Ultimate 64Bit im Dualboot
Zubehör
2x Aerocool Turbine 120mm @5Volt




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Der direkte Vergleich zum Scythe Infinity macht deutlich, das der neue Thermalright über ähnlich enorme Dimensionen verfügt (beide ca. 160mm hoch, beide ca. 130mm breit), dagegen aber deutlich weniger quadratisch und mit geringerer Bautiefe (TR=64mm, Scythe=116mm). Somit wird eines auch sehr schnell klar, in schmalen Gehäuse um die 200mm Breite wird der Thermalright kaum unterzubringen sein.
Die Verarbeitung bewegt sich thermalright-typisch auf allerhöchstem Niveau, die visuell sehr ansprechende Nickeloptik tut ihr Übriges dazu. Alle 52, an den Enden wegen besserer Luftströmung leicht abgeknickten, Lamellen wurden akkurat gefertigt und sehr sauber mit den Heatpipes verbunden. Darüber hinaus wurden die Lamellen recht hoch angesetzt, das läßt Platz für umliegende Kühlkörper aus dem Mainboard und erleichtert so den Einbau und die Ausrichtung.
Die Kühlfläche über alle Lamellen berechnet beträgt etwas mehr als 3700cm², berücksichtigt man, das jede Lamelle eine Ober-und Unterseite hat, verdoppelt sich dieser Wert sogar, aber wir wollen uns nicht in mathematischen Spitzfindigkeiten verlieren.

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Der Lamellenabstand von 1.5mm begünstigt keinen Passivbetrieb, da so die Wärmeaufnahme der Lamellen zueinander negative sprich thermische Auswirkungen erzeugen, aber dafür wurde der Kühler auch nicht konzipiert, denn dafür existiert ja bekanntlich auch der HR01 von Thermalright.
Aus der vernickelten Kupferbodenplatte erwachsen jeweils 6mm Heatpipes Richtung Lamellenkörper. Die 6 Heatpipes sind in U-Form angeordnet, das nur zur Verdeutlichung, um Mißverständnissen vorzubeugen, falls jemand 12 Stück zählen sollte...
Die Kühlbodenfläche wurde zwar riefenfrei poliert, leider ist dieser aber nicht absolut eben, was wir so noch nicht bei Thermalright beobachten konnten...
Wenn man einen Blick unter die "Motorhaube" wirft, erkennt man auch endlich etwas deutlicher das eigentliche Kühlprinzip: die Heatpipe-Technologie:
Sie beruht auf der Theorie, das durch den Einsatz von speziell zusammengestellten Chemikalien innerhalb der Heatpipe eine weitaus höhere Wärmeleitfähigkeit erreicht werden kann. Dabei werden die Chemikalien zusammen mit der Hitze rasant nach oben befördert, wo diese dann durch die großflächigen Lamellen abgekühlt werden und wieder nach unten fallen. Dieser Vorgang wiederholt sich so schnell, dass die entstehende Abwärme des Prozessors hervorragend aufgenommen und abtransportiert werden kann."
Soweit zur Theorie, denn um dieses radiator-ähnliche Prinzip zu verwirklichen bedarf es noch etwas mehr, nämlich eines leistungsstarken Lüfters, der den angesprochenen Vorgang tatkräftig unterstützt und genau der wäre ja mit einem 120mm Lüfter vorhanden.

bei der Wahl des Lüfters für unseren Test haben wir auf bewährtes Material zurückgegriffen, einen Scythe S-Flex SFF21E.

Scythe S-Flex SFF21E:

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Technische Daten laut Hersteller:

Leistungsaufnahme
1,5 Watt
Betriebsspannung
7V bis 12V
Lüfterblätter
7
Lüftergehäuse
Kunststoff
Gewicht
171g
Abmessungen
120 x 120 x 25mm
Nenndrehzahl
1200 U/min.
max. Volumenstrom
83 m³/Std
Lautstärke
ca. 20 dBA
Lagerung
S-FDB Gleitlager
beleuchtet
nein
Tachosignalleitung
ja
Kabellänge
30cm
Anschluß über...
3-pin Molex
MTBF in Stunden
ca. 150.000 Stunden
Extras
4- zu 3-Pin Adapter
Preis
13,90 €
Bezugsquelle
Scythe




Der Einbau:

Wie gewohnt, existiert eine gut gepflegte Kompatibilitätsliste seitens Thermalright, so daß alle notwendigen Information dort abrufbar sind:

Thermalright Kompatibilitätsliste



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Da immer wieder grundsätzliche Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle noch einmal unseren Workshop zu diesem Thema, der auch sehr genau beschreibt, wie man die Oberfläche der CPU's (DIE) professionell reinigt.
Der Kühler verfügt wie schon erwähnt über eine polierte Bodenplatte und benötigt darum nur sehr wenig Wärmeleitpaste. Es reicht eine hauchdünne Schicht, denn die Wärmeleitpaste (in unserem Test: Thermalright Chillfactor) soll nur Risse und Unebenheiten ausgleichen !
Die Kühlfläche des Thermalright haben wir gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere haben wir anschließend mit dem Heatspreader der CPU wiederholt, denn auch dort müßen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste oder Fettfinger rückstandlos entfernt werden.
Der Einbau auf einem AM2 Mainboard ist denkbar einfach, dazu brauchen wir lediglich das Retentionmodul abschrauben, die Halterung am Kühlerboden zentriert einlegen und über die Schrauben mit dem Mainboard verbinden.
Unser Sockel 939 Mainboard mußten wir mit einem Thermalright K8 Bolt-Thru Kit bestücken, damit ist dann der Einbau auch kein großes Problem mehr, wenn man mal von etwas 8 € Aufpreis absieht.
Bei Intel sieht die Sache schon anders aus, auch dafür existiert zwar eine anschraubbare Grundplatte, die muß dann aber mit der Backplate, unter dem Mainboard angebracht, verschraubt werden, was natürlich nur bei ausgebautem Mainboard möglich ist. Trotz der Mühe und der Fummelei ist dieses Prozedere immer noch besser, als die schnell verschlissenen Pushpins...

Thermalright Einbauanleitungen


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Begünstigt durch das Intel-Layout kann man den Kühler wahlweise in Richtung Netzteil oder in Richtung Gehäuselüfter blasen lassen, wir haben uns für letzteres entschieden. Nicht zuletzt darum, weil so auch die aufsteigende Abwärme von Spannungswandlern & Co gleich mit abtransportiert wird. Bei der Ausrichtung des Lüfters sollte man tunlichst darauf achten, der er möglichst mittig an den Lamellen sitzt und nicht etwa oben oder unten an den Kühlerlamellen vorbeibläst.
Noch ein paar Worte zur Sockelbelastung und dem hohen Gewicht dieser Kühlerspezies:
Es kursieren immer noch die wildesten Gerüchte über ausgerissene Sockel und ähnliche Schauergeschichten, die allerdings aus der grauen Vorzeit schwerer Kühler und deren Sockelbefestigung stammen (z.B. Sockel A). Aktuelle Kühler für Sockel 939/AM2 oder Sockel 478/775 usw. werden nicht unmittelbar am Sockel befestigt, sondern entweder an Retention Modulen (außerhalb des eigentlichen CPU-Sockels), per Push-Pins (Sockel 775), oder sie werden ohnehin direkt mit dem Mainboard verschraubt. Da kann also nichts wegbrechen oder abreissen, denn die PCB des Mainboards hält schon einiges aus und der Sockel wird so auf keinen Fall gefährdet!
Nichts desto trotz kann man natürlich bei schweren Kühlern die PCB-Belastung dadurch klein halten, in dem man wie im Fall des Thermalrights Backplates zur Stabilisierung einsetzt.
Damit wäre die Montage finalisiert und nach dem Anstecken des Lüfterstromkabels auf dem Mainboard kann das System in Betrieb genommen.




Die Tests:

Mit Core Temp und Everest Ultimate Edition 3.01.652 wurden die Temperatur verglichen, die wir nach mehreren Stunden Stunden 3D Mark 2001 und Prime 95 erhalten haben. 3D Mark 2001 lief ausschließlich im Softwaremodus, um die CPU und weniger die Grafikkarte zu fordern. Die Zimmertemperatur lag bei 20 °C. Wir haben die Temperaturen der einzelnen Kühler sowohl im standardmäßigen 12 Volt-Modus (1100 U/min.), als auch im reduzierten 5 Volt-Modus (700 U/min.) betrieben, damit wir auch für die Silentfreunde ein aussagekräftiges Resultat vorweisen konnten.
Bevor jemand nachfragt: durch die o.g. voreingestellten Drehzahlen relativiert sich auch die Frage nach einem Test mit anderen Lüftern, denn bei gleicher Drehzahl fördern alle Lüfter dieselbe Luftmenge...!
Zur vorsorglichen Fehlerkorrektur, haben wir den Kühler mehrmals gedreht aufgesetzt und wiederum erneut gemessen, denn der Heatspreader der CPU ist leider auch nicht immer wirklich eben. Dazu kommen unterschiedliche Hotspots der CPU, die in gelegentlich unterschiedliche Messungen resultiert.
Der Kühler wurde mit dem Lüfter blasend in Richtung absaugendem Gehäuselüfter montiert, damit die Luftzirkulation in unserem Gehäuse nicht beeinträchtigt wird und die Spannungswandler >Grafikkarte und nahe Bauteile nicht mit armer Abluft konfrontiert werden.
Verglichen haben wir den Thermalright mit allen bisher auf den Sockeln 775 und 939 getesteten Kühlern, weitere Kühler werden folgen:


Temperaturvergleichswerte Sockel 775
Kühler:
CPU-Kern 12V idle
CPU-Kern 12V Last CPU-Kern 5V idle CPU-Kern 5V Last PWM idle PWM Last passiv idle passiv Last
TR IFX-14 2x140mm 35°C 47°C 38°C 51°C 30°C 38°C 44°C 59°C
Xigmatek HDT S-1283 39°C 53°C 42°C 56°C 32°C 42°C n/a n/a
TR Ultra-120 extreme 39°C 53°C 43°C 57°C 32°C 39°C n/a n/a
Zerotherm BTF90 40°C 54°C 44,5°C 58,5°C 36°C 44°C n/a n/a
HDT S-1283 Scythe 41,5°C 55°C 45°C 60°C 32°C 42°C n/a n/a
Scythe Infinity 41,5°C 55,5°C 45°C 60,5°C 33°C 42°C 44°C 61°C
Scythe Ninja CU 43°C 57°C 46,5°C 62°C 35°C 44°C 43°C 59°C
Scythe Zipang 43,5°C 58,5°C 47°C 62,5°C 35°C 42°C n/a n/a
ichbinleise® Cooler 13XX 46°C 61°C 49°C 64°C 36°C 43°C n/a n/a
Andy Samurai Master 46°C 61,5°C 49°C 64,5°C 35°C 42°C n/a n/a
NoiseBudget SI-128 46,5°C 61,5°C 49°C 65°C 40°C 45°C n/a n/a
Revoltec Freeze Tower 47°C 61,5°C 49°C 64°C 42°C 46°C n/a n/a
Scythe Ninja Mini 47,5°C 63°C 50,5°C 65,5°C 43°C 46°C 59°C 69°C
Aerocool X-Fire 48°C 64°C 52°C 66°C 43°C 47°C n/a n/a
Intel -boxed- 50°C 68°C 55°C 69°C 46°C 50°C n/a n/a


Die Temperaturen des Thermalright befördern ihn ohne Umschweife wenn auch knapp auf den ersten Platz unserer bisherigen Tests. Demzufolge bleiben auch genügend Reserven für Übertaktungen, ohne das man ständig schweißgebadet auf die Temperaturen achten muß. Erstaunt registrierten wir die PWM-Temperaturen, die sich im Vergleich zu einem klassisch weit ausladendem Heatpipe Kühler wie dem Scythe Andi Sanurai Master oder dem Thermalright SI-120 nicht verschlechterten, ganz im Gegenteil...
Der PWM-Bereich wird dort vom Andi Samurai Master zwar immer noch dominiert, wenn auch nicht mehr so souverän. Scheinbar greift auch auf AMD Sockeln die Kombination aus Towerkühler und in der Nähe befindlichem Gehäuselüfter sehr gut ineinander. Eine Ausrichtung in Richtung Netzteil war durch das Sockellayout des DFI-Mainboards ohnehin nicht möglich und hätte kaum eine Verbesserung bewirkt. Es macht auch wenig Sinn für das gesamte Kühlkonzept eines Rechners, das ohnehin warme Netzteil auch noch mit Abwärme aus dem Prozessorbereich zusätzlich zu belasten, leider ist dies layoutbedingt aber oft vom Mainboard vorgegeben.
Man könnte das Ganze nun noch mit einem zweiten Lüfter für den Thermalright auf die Spitze treiben, zur Anbringung fehlt lediglich ein zweites Paar Lüfterhäkchen, aber wir haben uns für den Test an die Werksausrüstung gehalten. Die Lautheit des Lüfter haben wir ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem geliehenen ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.
Bei 12Volt und vorgebenen 1100 U/min "belastet" der Scythe-Lüfter das menschliche Ohr mit 24 dBA und bei 5V/700 U/min Ansteuerung erzeugt der Lüfter 14,5 dBA. Das sind sehr erfreuliche Daten, zumal all dies ohne störende Lagergeräusche, wie Klappern oder Schleifen vonstatten ging.
Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle aber deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Ergebnisse sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem verwendeten Test-Systemen beziehen.




Der Lüfter ->Technische Aspekte:

Was prädestiniert einen Lüfter, um ihn als wirklich leise zu bezeichnen? zumal ja der subjektive Höreindruck auch eine nicht geringe Rolle spielt und jeder Lüfter eine eigene Geräuschcharakteristik besitzt...

- Grundsätzlich sollte man sich nicht auf vollmundige Produktbeschreibungen der Hersteller verlassen, denn im Prospekt ist jeder Lüfter leise.

- Die Lagerungstechnik der Axiallüfter spielt auch eine nicht unerhebliche Rolle, denn es ist hörbar, ob ein Lüfter Kugel-oder gleitgelagert ist. Die bei Gehäuselüftern eingesetzten Sintec Gleitlager (Papst) weisen einige Unterschiede zu ihren Kugellagerpendents auf:

Sintec Gleitlager werden aus Metallpulver gefertigt, das unter Druck in die gewünschte Form gepresst und bei hohen Temperaturen gesintert wird (daher der Name). Gegenüber massiven Gleitlagern bietet dieser Werkstoff einen Vorteil: Er ist porös. Das Porensystem nimmt etwa 15 bis 30 % des Lagerkörpers ein, wird mit Schmierstoff gefüllt und verbessert als zusätzliches Ölreservoir die Lagereigenschaften. Ein weiteres Argument für Gleitllager ist der Preis, denn die Fertigung dieser Lager kostet nur etwa die Hälfte der Kugellagerfertigung.
Kugellager haben den Vorteil der längeren Lebensdauer bei nicht sofortigem verschleißbedingten Ausfall, denn ein Gleitlager stellt seinen Betrieb bei finalem Verschleiß einfach ad hoc ein, ein Kugellager läuft weiter, wenn auch mit lauten Klappergeräuschen begleitet.
Grundsätzlich laufen Kugellager etwas lauter als Gleitllager, man hört immer ein leichtes Lagerschleifen. Wenn man also 2 Lüftermodelle eines Herstellers vergleicht, wobei der eine gleit-und der andere kugelgelagert ist, wird der Gleitgelagerte in der Regel leiser sein. Selbstverständlich gibt es auch laute Gleitlagerlüfter, das hängt wie immer von der Fertigungsgüte ab und die ist bei Billigprodukten naturgemäß nicht allzu hoch.
Bleibt die Frage, warum setzen dann nicht alle Hersteller auf die Gleitlagerschiene?

- Die Anordnung der Rotoren hat auch Relevanz, denn die Strömungsgeschwindigkeiten und demzufolge Strömungsgeräusche werden auch durch die Form und Stellung der Rotorblätter beinflußt. Diesbezüglich spielen auch die Lüftergitter in den PC-Gehäusen eine nicht unwesentliche Rolle, denn es macht naturgemäß einen Unterschied, ob ein Lüfter sich frei entfalten kann, oder ob er durch winzige Perforationen im Gehäuse atmen muß.

- Die Drehzahlen sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium, zumal man mit dem Absenken der Lüfter-Drehzahlen automatisch auch das Grundgeräusch eines Lüfters absenken kann, sofern die Skalierbarkeit des Lüfters dies zuläßt.

- Die Ansteuerung der Lüfter sollte frei einstellbar sein, d.h. der Lüfter sollte nicht nur mit 12 Volt sondern auch mit 5 Volt störungs-und klapperfrei laufen, zumal wir erst dann durch die Absenkung der Drehzahl wirklich einen geräuscharmen Modus erreichen. Viele Lüfter "glänzen" bei 5 oder 7 Volt leider durch durch deutliche Motorengeräusche.

- Das Verhältnis der Luftförderleistung und Dehzahlminimierung muß aber trotzdem noch existent sein, denn auch ein leiser ->langsam drehender Lüfter soll noch Abwärme transportieren können respektive kühlen.




Pflegetipps:

Auch ein Kühler/Lüfter braucht mal Pflege und das nicht nur 1x im Jahr, sondern regelmäßig.
Gehäuse-und CPU-Lüfter sind potentielle Druckluftspray-Kunden. Seit aber bitte vorsichtig und bringt den Lüfter mit dem Spray nicht auf abnormale Drehzahlen, euer Lüfterlager wird es euch danken. Als grobe Vorarbeit solltet ihr einen weichen und nicht haarenden Pinsel einsetzen, vorzugsweise einen mit hochwertigen Chinaborsten.
Sollten eure Gehäuselüfter bereits rauh laufen, empfiehlt sich der Ausbau und die Kontrolle der Lager.
Dazu müßt ihr den Aufkleber auf der Lagerseite entfernen und den Lagerbereich mit Druckluftspray reinigen.
Wenn diese Prozedur erfolglos bleibt, weil die Lagerung doch zu sehr verschlissen ist, bleibt nur noch der Austausch.
Die Kühllammelen des Thermalright kann man natürlich auch problemlos mit Druckluftspray und Pinsel reinigen.




Fazit:

"The King is back" kann unser einhelliges Fazit nur lauten, denn Thermalright hat mit dem Ultra-120 eXtreme noch einmal gezeigt, was aktuell über eine Luftkühlung möglich ist. Die reine Kühlleistungen der aktuellen Topkühler unterscheiden sich in der absoluten Spitze zwar nur marginal, aber es wird deutlich, das bei richtiger Konstruktion und Umsetzung des vorhandenen Knowhows, das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in der Übersicht:

Plus:
- sehr wertige Optik.
- exzellente Verarbeitung.
- überragende Kühlleistungen.
- sehr hohe Leistungsreserven.
- stabiler Einbau gewährleistet.
- für die Größe noch akzepables Gewicht.
- gute Sockel-Flexibilität.
- Lüfterflexibilität.
- fast komplette Ausstattung.
- noch gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 55€).

Minus:
- Platzbedarf erfordert Gehäuse über 20cm Breite.
- Kühlbodenplatte nicht 100%ig eben.

Selbstverständlich wachsen die Bäume auf dem Luftkühlersegment nicht in den Himmel, aber zumindest wurde deutlich, das man wieder eine Sprosse nach oben klettern konnte und es dürfte spannend werden, was die Kokurrenz diesbezüglich entgegenzusetzen hat...
Eine kleine Anmerkung noch am Rande, die neue Thermalright Chillfactor Wärmeleitpaste hat uns ebenfalls restlos überzeugen können. Sie läßt sich etwas leicher verarbeiten als Arctic Silver 5 und dürfte hier und dort noch den einen oder anderen °C herausschinden können...
Allerdings sollte Thermalright die Bodenplatte in der laufenden Serie überarbeiten, wir konnten auf Grund der nicht perfekt ebenen Kontaktfläche zwar keine wirklichen Nachteile feststellen, aber dieser Makel wirft doch ein etwas schiefes Bild auf die sonst so ausgeprägten Perfektionsbestrebungen aus dem Hause Thermalright...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Thermalright Ultra-120 eXtreme CPU-Kühler erhält den PC-Experience-Award in Gold !






Weiterführende Links:

Thermalright



Wir bedanken uns bei Caseking sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus


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