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Geschrieben von Cerberus am 08.05.2007 um 14:45:

Achtung OCZ Reaper HPC Edition DDR2-1066 Dual-Kit

OCZ Reaper HPC Edition DDR2-1066 Dual-Kit







Einleitung:

Für uns war es eine längst überfällige Premiere, denn OCZ fehlte noch in unserer DDR2-Testsammlung und so präsentieren wir euch den neuesten Spross aus Kalifornien: den OCZ Reaper HPC Edition DDR2-1066 Dual-Kit. Um handverlesenen Speicher-Kits aus dem Weg zu gehen, die manchmal nicht viel mit den an Endkunden ausgelieferten Exemplaren gemeinsam haben, kauften wir diesmal ein Kit bei einem Onlinehändler unserer Wahl, ein Novum, das wir in unregelmäßigen Anständen wiederholen werden...
Das mittlerweile kaum noch etwas an Hardware existiert, was nicht per Heatpipe gekühlt wird, verfügen diese neuen Module über die sogenannte Reaper HPC Technik. Kurzum, diese Module sollen einen nicht unerheblichen Teil der aufgenommenen Abwärme über eine Heatpipe an die hoffentlich vorhandene Luftzirkulation im Gehäuse weiterreichen. Somit sollen die Module nicht nur kühler betrieben werden können, es sollen auch bessere Übertaktungsresultate erzielt werden.
Ob dies gelungen ist und wie das OCZ-Pärchen unseren Benchmark Parcour bewältigt hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Praxistest, viel Vergnügen beim Lesen...




1. Die Technischen Daten

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- Verpackung: 2x 1GB Module (2048MB Kit).
- Speicherstandard: DDR2-1066 / PC2-8500.
- Speichertimings: 5-5-5-15 (Werksangaben)
- Spannung: 2.1 bis 2,3V (Werksangaben).
- Dualchannel: ja.
- zusätzliche Kühlung: Heatpipe.
- Heatspreader: Aluminium (schwarz).
- verbaute Speicherchips: Micron D9GMH (NewD9).
- Anordnung: Double sided.
- ECC: nein.
- Enhanced Performance Profiles.
- OCZ EVP (Extended Voltage Protection).
- Kontakte: 240 Pins.
- verbaute Platine: Brainpower (6-Layer).
- Garantie: lebenslang (in Europa 15 Jahre).
- Fertigung nach RoSH Verordnung.
- aktueller Straßenpreis: ca. 230,- €.




Ein erster Eindruck:

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Leider werden auch diese Module in einer unschönen Blisterverpackung geliefert, die sich aber zumindest unfallfrei wieder verschließen lassen. Auch wenn die RAM-Preise aktuell ziemlich im Keller sind, sollte diesbezüglich dem Kunden schon etwas mehr geboten werden...
Attraktive Heatspreader dürfen natürlich auch in der DDR-2 Kategorie nicht fehlen, eine zwar sehr schöne optische Maßnahme, eine bessere Wärmeableitung findet dadurch auch bei OCZ kaum statt. Auf der anderen Seite bilden die Heatspreader aber bei OCZ auch den Grundstock für die Heatpipes, denn Heatpipeleiste und Heatspreader werden miteinander verschraubt. Verarbeitungstechnisch bewegt sich dieses Kontrukt auf allerhöchstem Niveau, das gibt es absolut nichts bemängeln...

Aber vorsicht! wenn ihr den Heatspreader entfernt, verliert ihr eure Garantie!

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Die Speicherchips wurden auch bei diesen Modellen auf hochwertigsten Brainpower Platinen mit 6 Layern verlötet (im Mainstream werden 4 Layer eingesetzt), eine ideale Basis für optimale Signalqualität und somit eigentlich schon ein mögliches Indiz für Leistung und Stabilität.
Die eingesetzten Micron D9 Chips ermöglichen recht hohe Taktraten bei vergleichsweise schnellen Timings, insofern verwundert es wenig, das sie auch bei Übertaktern sehr beliebt sind, zumal sie recht hohe Spannungen vertragen, was für hohe Taktraten und gleichzeitig schnellen Timings unabdingbar ist.
Diese New D9-Chips sind zur Zeit im DDR-2 Bereich das Mass der Dinge und werden von fast allen Herstellern in den schnelleren Modulen verbaut. In den Modulen von OCZ kommen Micron D9GMH Chips zum Einsatz, die von Haus aus schon mit 1.066 MHZ und 2,1 Volt außerhalb jeder Spezifikation der JEDEC betrieben werden.
Die OCZ Module wurden doublesided (64Mx8) bestückt, somit wäre unser Kit prinzipiell auch für Mainboards mit Intel P-965 Chipsätzen geeignet, die offiziell keine DDR2-800 Unterstützung bieten und darüber hinaus grundsätzlich 1GB singlesided Module(128Mx8) oder 2GB doublesided Module nicht unterstützen. Mit anderen Worten, Module mit 128Mx8 Modulbreite laufen dann maximal mit DDR2-667, oder verweigern im Extremfall sogar das Starten des Rechners.

Noch ein paar Anmerkungen zur Erkennung der Speichermodule im System:
Sind die SPD-Angaben (Serial Presence Detect) fehlerhaft oder unvollständig integriert, ist es reine Glückssache, ob das Modul korrekt betrieben wird oder nicht, insofern sind diese Daten eminent wichtig! Nun sollte man aber leichte Abweichungen nach dem ersten Systemstart mit den neuen Modulen auch nicht überbewerten, denn einige Hersteller schreiben ins SPD oft abgeschwächte Timings hinein (wie bei unserem Testset), damit das System wirklich sicher startet, die optimierten Einstellungen für die Timings kann man ja anschließend im Bios durchaus manuell vornehmen.

Wer sich mit den vielen leider unvermeidlichen technischen Kürzeln und Fachbegriffen nicht so gut auskennt, dem empfehlen wir unseren Arbeitsspeicher-Workshop, wo die wichtigsten Bereiche aufgeschlüsselt wurden:

Der Arbeitsspeicher-Workshop





DDR-2 FAQs:

DDR2-SDRAM ist eine konsequente Weiterentwicklung des DDR-SDRAM Konzeptes, bei dem anstatt mit einem Zweifach-Prefetch mit einem Vierfach-Prefetch gearbeitet wird.
DDR2-SDRAM-Speicherchips besitzen 240 (bzw. 200, 214 oder 244) Kontakte/Pins ("normale" DDR-Chips: 184, SDRAM besitzt 168 Kontakte) und sind dadurch bedingt natürlich nicht kompatibel zu DDR1 Mainboards.
DDR2-SDRAM taktet den I/O-Puffer mit der zweifachen Frequenz der Speicherchips. Hier erhält man, wie bei dem älteren DDR-Standard, jeweils bei steigender als auch bei fallender Flanke des Taktsignals gültige Daten. Beim DDR-SDRAM werden mit einem Read-Kommando (mindestens) zwei aufeinanderfolgende Adressen gelesen, bei DDR2-SDRAM vier. Dies ist durch die jeweilige Prefetch-Methode des jeweiligen Standards bedingt. Aus einem 128 Bit breiten DDR-Modul werden pro Readvorgang 256 Bit gelesen, aus einem vergleichbaren DDR2-Modul aber 512. Die absolute Datenmenge bleibt bei gleichem Takt von z.B. 200 MHz aber identisch, da das DDR2-Modul zwei anstelle von einem Takt benötigt um die Daten zu übertragen. DDR2 unterstützt nur 2 mögliche Burst-Längen (Anzahl an Datenwörtern die mit einem einzelnen Kommando gelesen oder geschrieben werden können): nämlich 4 (bedingt durch Vierfach-Prefetch) oder 8, DDR hingegen unterstützt 2, 4 oder 8.
Zur Erhöhung der Taktraten und zur Senkung der elektrischen Leistungsaufnahme, wurde die Signal- und Versorgungsspannung von DDR2-SDRAM auf 1,8 Volt verringert (bei DDR-SDRAM sind es 2,5 oder 2,6 Volt). Nebenbei führt die verringerte Spannung naturgemäß zu einer geringeren Wärmeentwicklung, was dichtere Gedächtniskonfigurationen für die höheren Kapazitäten ermöglicht. Die elektrische Leistungsaufnahme sinkt auf für den Mobilbereich akkufreundlichere 247 mW (statt bisher 527 mW).
DDR2-SDRAM Chips arbeiten mit "On-Die Termination" (ODT). Der Speicherbus muss also nicht mehr auf der Modulplatine (oder dem Board) terminiert werden. Die Terminierungsfunktion wurde direkt in die Chips integriert, was wiederum Platz und Kosten spart. ODT arbeitet wie folgt: der Speicher-Controller sendet ein Signal zum Bus, das alle inaktiven DDR2-SDRAM Chips dazu motiviert, auf Terminierung umzuschalten. Somit befindet sich nur das aktive Signal auf der Datenleitung, Interferenzen sind im Grunde so gut wie ausgeschlossen.
Schauen wir uns noch einmal in einer übersicht die konkreten Unterschiede zwischen den jeweiligen Takt-und Übertragungsraten an, denn diesbezüglich herrschen oft große Mißverständnisse:

DDR2 Taktungen und Übertragungsdaten
Chip Modul realer Takt I/O Takt effektiver Takt Übertragungsrate pro Modul Übertragungsrate Dualchannel
DDR2-400 PC2-3200 100 MHZ 200 MHZ 400 MHZ 3,2 GB/s 6,4 GB/s
DDR2-533 PC2-4200 133 MHZ 266 MHZ 533 MHZ 4,2 GB/s 8,4 GB/s
DDR2-667 PC2-5300 166 MHZ 333 MHZ 667 MHZ 5,3 GB/s 10,6 GB/s
DDR2-800 PC2-6400 200 MHZ 400 MHZ 800 MHZ 6,4 GB/s 12,8 GB/s
DDR2-1066 PC2-8500 266 MHZ 533 MHZ 1066 MHZ 8,5 GB/s 17 GB/s

Bei DDR2-SDRAM taktet der I/O-Puffer mit der zweifachen Frequenz der Speicherchips. Hier erhält man, genau wie bei dem älteren DDR1-Standard, jeweils bei steigender und fallender Flanke des Taktsignals gültige Daten. Beim DDR-SDRAM werden mit einem Read-Kommando (mindestens) zwei aufeinanderfolgende Adressen gelesen, beim DDR2-SDRAM allerdings deren vier!
Daraus folgt: der reale Takt multipliziert mit 4 ergibt den effektiven Takt.




2GB oder mehr Arbeitsspeicher, sinnvoll oder nicht?

Jein lautet die "klare Antwort", denn es hängt schon sehr vom Einsatzgebiet und Betriebssystem ab, ob man 2GB oder mehr im System einsetzen sollte oder nicht.
Für normale Desktopanwendungen, Windows XP und Office genügen 1 Gb noch eine ganze Weile, diesbezüglich sicherlich sogar 512MB. Für aktuelle Spiele wie Battlefield 2 und Quake4, das mit weniger als 2 Gb sogar Probleme produziert, sollte man über eine eventuelle Nachrüstung nicht lange nachdenken, beide Spiele profitieren davon deutlich. Unter dem aktuellen Actionkracher Stalker lassen sich unter Windows Vista 64-bit mit 4GB Speicher die Ladezeiten deutlich reduzieren. Wobei anzumerken ist, das allein viel Arbeitsspeicher aus einem sonst langsamen System kein schnelles zaubert, denn Flaschenhälse wie langsame CPU >langsame Grafikkarte >langsame Festplatte werden dadurch nicht kompensiert!
Windows Vista, aufwendiger Videoschnitt, CAD und Photoshop gehören ebenso wie Zipprogramme und das völlig überfrachtete Nero 7.0 zu den Kandidaten, die sich über eine Speicheraufrüstung nicht beklagen.
Wer in die Zukunft investieren möchte und will, der sollte über eine Arbeitsspeicheraufrüstung intensiv nachdenken, denn 1. werden die Spieleanforderungen künftig kaum minimiert und 2. gibt Microsoft für Windows Vista schon 512MB als Minimalaustattung an. Das mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, aber wenn man überlegt, wie miserabel Windows XP mit der ursprünglichen Werksvorgabe von 128 MB zurechtkommt, sollte klar sein, wo wir bezüglich Windows Vista landen...

Die 4GB-Situation

Das macht im Homeuserbereich bisher nur unter Vista Sinn, denn 1. kann Windows XP (32-Bit) keine 4 GB adressieren (daran ändern auch keine PAE-Schalter in der Boot.ini etwas) und 2. würde selbst auf der Windows XP x64 Edition keine weitere Beschleunigung speicherhungriger Spiele mehr stattfinden. Das hat etwas mit der teilsweise miserablen Programmierung einiger Spiele zu tun, die es nicht fertig bringen, ihren Speicherbedarf adäquat zu steuern.

Aber noch mal etwas detaillierter:
Unterhalb der bewußten 4 GByte Grenze reserviert das BIOS einen Teil des Adressraums für AGP- und PCI-Karten. Dazu kommt, das Treiber weitere Bereiche beanspruchen können. Der dort liegende physische Speicher ist für das Betriebssystem nicht mehr nutzbar. Wieviel Speicher tatsächlich verloren geht, hängt natürlich von der Hardware-Ausstattung und den Treibern ab und läßt sich darum kaum konkret vorhersagen.
Im Allgemeinen fällt mindestens ein Bereich in der Größe des Grafikkartenspeichers weg, zuzüglich des AGP Aperture Size. Dabei handelt es sich um einen vom BIOS reservierten Adressbereich, über den die Grafikkarte via AGP auf zusätzlichen Speicher zugreift. Mit dem Einsatz von 64-Bit-Betriebssystemen in Verbindung mit x86-64-Prozessoren (AMD Athlon 64, Opteron sowie die EM64T-fähigen Versionen des Intel Pentium 4 und Xeon) läßt sich der verlorene physische Speicher dadurch wieder nutzbar machen, so daß das BIOS ihn oberhalb der 32-Bit-Grenze wieder einbindet.
Wer nun aber glaubt, ein 64 Bit Betriebssystem ist das Allheilmittel, um 4 GB RAM voll auszunutzen, irrt abermals, denn das Mainboard muß ein korrekt arbeitendes Memory Remapping bieten können, ansonsten werden auch hier maximal 3,2 oder 3.3 GB zur Verfügung gestellt. In machen Bios Versionen ist diese Option sogar separat dazuschaltbar (z.B. im Asus P5W-DH Deluxe) und entweder als Memory Remap Function, Memory Relocation, Remap PCI Memory Gap oder eben Memory Remapping deklariert.

Zur Situation unter Windows Vista:
Hier könnte sogar die 32-Bit Version zumindest theoretisch 4GB komplett verwalten, aber Microsoft hat dies von vorneherein unterbunden. Laut dem MS-Entwickler Doug Cook hat dies auch einen trifftigen Grund: weil die Hardware-Hersteller nicht immer dafür sorgen, daß ihre Produkte mit RAM-Größen von 4 Gigabyte und mehr zurechtkommen. Viele Hersteller sind nach Angaben von Cook aus Kostengründen nicht bereit, die Voraussetzungen für die Unterstützung von 4 Gigabyte Arbeitsspeicher in ihren Erzeugnissen zu berücksichtigen. So müssten zusätzliche Bauteile verwendet werden, die aber für erhöhte Produktions- und Entwicklungskosten sorgen.
Da Microsoft nicht sicherstellen könne, daß alle Hardware-Anbieter ihre Produkte mit der nötigen Ausstattung versehen, habe man entschieden, daß Windows Vista 32-Bit in den Endkunden-Versionen grundsätzlich nur die ersten 32 Bit des Adressraums anspricht. Dadurch schrumpft zwar die Größe des verfügbaren RAMs, doch auch die Zahl der Fehler geht entsprechend zurück.
Wer also unter Vista 4GB Arbeitsspeicher einsetzen möchte, muß zur 64-Bit Version greifen und über ein Mainboard mit den schon angesprochenen Features verfügen.
Wie Vista 64-Bit mit 4GB Arbeitsspeicher umgeht, klären wir in einem unserer späteren Tests, denn die ersten 4GB-Kits stehen bereits vor der Tür...


Auslagerungsdatei für 2GB oder mehr Arbeitsspeicher einstellen:

Auch hier kursieren wilde Gerüchte, von ganzen neuen Parametern bis hin zur gänzlichen Abschaltung des viruellen Speichers (Auslagerungsdatei).
Es bringt nichts, den virtuellen Speicher abzuschalten, denn Windows 2000/XP lagert trotzdem aus und es gibt auch keine Möglichkeit, dies zu ändern, ganz im Gegensatz zu Linux, dort ist dies explizit möglich. Drüber hinaus meckern auch weiterhin speicherhungrige Programme wie Photoshop ob der fehlenden Auslagerungsdatei, egal wieviel Speicher real vorhanden ist...
Wir haben zahlreiche Tests durchgeführt und konnten performancetechnisch keine Veränderung oder gar Verbesserungen konstatieren, wenn man die Auslagerungsdatei nun noch weiter erhöht. Darum lautet unsere aktuelle Empfehlung, stellt euren Arbeitsspeicher so ein, wie in unserem Artikel beschrieben, damit fahrt ihr zur Zeit immer noch am Besten.


Enhanced Performance Profiles:

OCZ bedient sich bei unseren Testmodulen nach dem Vorreiter Corsair auch erstmals der Enhanced Performance Profiles, um zusätzliche Leistungsdaten in ungenutzte SPD-Teile zu schreiben.
Konkret bedeutet dies:
Im SPD (Serial Presence Detect) werden grundsätzlich nur die ersten 96 Bit des 128 Bit großen JEDEC SPD ROM genutzt. Bit 97 bis Bit 127 können also vom jeweiligen Hersteller für eigene Informationen und Optionen verwendet werden. Die nun zur freien Verfügung stehenden 30 Bits des SPD ROMs können von OCZ nun für die Enhanced Performance Profiles genutzt werden, denn viel Platz für das Hinterlegen von Informationen ist in 30 Bits natürlich nicht vorhanden. Entweder hinterlegt man 2 Profile oder 4, in diesen Profilen sind dann explizite Informationen wie Speicherspannung, Command Rate, Cycle Time, CAS Latency, tRCD, tRP und tRAS abrufbar.
OCZ hat sich lediglich für ein Profil entschieden:



Diese Profile sind aber grundsätzlich nur nutzbar, wenn man über ein Mainboard mit entsprechender Kompatibilität zu diesen Profilen verfügt. In der Regel sind dies Mainboards mit Nvidia Chipsätzen ab Generation Nforce590 aufwärts, da Nvidia Initiator dieser speziellen Übertaktungsprozeduren ist. Ansonsten bleiben diese Profile deaktiviert und ungenutzt. Das heißt natürlich nicht, das diese Speicher nun nicht übertaktbar sind, das sind sie durchaus, man muß dies nur wie gehabt manuell einstellen.
Dieser neue offene Standard hat bisher übrigens noch keine Absegnung durch die JEDEC (JEDEC Solid State Technology Association).




Der Intel-Testrechner:

CPU
Intel Core 2 Duo E6700
Mainboard
Asus P5W DH Deluxe Bios 2004
Grafikkarte
BFG Geforce 8800GTX
Soundkarte
Sound Blaster X-Fi XtremeGamer Fatality
CPU-Kühler
Scythe Infinity
CPU-Lüfter
Scythe
Festplatten System
2x Western Digital Raptor a´150GB (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten Backup
1x Samsung SpinPoint T133 400GB 16MB SATA II
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Plextor PX-130A
Gehäuse
Cooler Master Stacker STC-T01
Netzteil
Seasonic S12 Energy Plus 550Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3/Vista Ultimate 64-bit
Zubehör
2x Aerocool Turbine 120mm @5Volt





Die Tests: Einleitung und Vorbereitung

In den Tests haben wir die Module (unabhängig von der Plattform) in mehreren Schritten an ihr Maximum herangeführt und neben synthetischen Benchmarks (Sandra XI SP2 und dem Speichertest von PCMark 2005) auch Spiele wie Fear und Quake4 mit einbezogen, um auch für diesen Sektor ein paar aussagekräftige Resultate zu liefern.
Die maximal erreichbaren Frames und Durchsatzraten spielten dabei nur die sekundäre Rolle, primär galt es herauszufinden, wieweit die Speichermodule ohne aufwendige Klimmzüge wirklich noch stabil laufen und welche Auswirkungen das Zusammenspiel von FSB und Speichertaktung hat.
Bevor dies gestartet wurde, haben wir das System nach folgendem Schema komplett neu aufgesetzt:

1. Mainboard-Bios auf den neuesten Stand geflasht.
2. Windows XP mit integriertem Servicepack 2 und PreSP3 Patches installiert ->zum Artikel
3. aktuelle Chipsatztreiber installiert.
4. DirectX 9.0c aus April 2007 installiert.
5. aktuelle Grafikkartentreiber und Monitortreiber installiert.
6. aktuelle Soundkartentreiber installiert.
7. weitere Treiber für Peripheriegeräte installiert.
8. die Dienste sicherheitsrelevant und performant konfiguriert ->zum Artikel
9. Performance-Workshop abgearbeitet ->zum Artikel
10. Alle temporären Dateien gelöscht und die Festplatten mit Perfect Disk 8.0 defragmentiert.

Anschließend wurden die Systeme 2 Stunden mit dem Torture Test von Prime95 aufgewärmt und die ersten Tests gestartet...



Die Tests: Intel I-975 Plattform

Anders als bei aktuellen AMD-Systemen (Speichercontroller sitzt seit Sockel 939 in der CPU) befindet sich der Speichercontroller bei Intel in der Northbridge, somit kommuniziert die CPU nicht mit dem Arbeitsspeicher, somit kann man diesbezüglich außer der Erhöhung des Frontsidebus keinen weiteren Einfluss auf etwaige Übertaktungen nehmen. Die CPU ist bei Intel grundsätzlich über den internen Multiplikator (in unserem Testrechner: 10) und den Frontsidebus miteinander verkoppelt.
Das macht unser Vorhaben zur Übertaktung zu einem permanenten Rechenspiel, zumal der Multiplikator nicht verändert werden kann, zumindest nicht in Verbindung mit unserem Prozessor. Sinnvollerweise zeigt das Bios aber bei einer Frontsidebuserhöhungen gleich den entsprechenden RAM-Takt an, wenn man denn CPU und RAM synchron laufen lassen möchte. Wenn man dies nicht möchte, kann man den RAM-Takt natürlich auch individuell einstellen
PCI-Express Frequency und PCI-Clock haben wir im Verlauf des Tests fixiert, damit Übertaktungen auf diese Bereiche keine negativen Auswirkungen haben. Alle anderen deaktivierten Bios Optionen haben zuweilen auch einen schlechten Einfluss aufs Übertakten und wurden entsprechend abgeschaltet.

Den OCZ Speicher haben wir auf unserer Intel Plattform wieder in 5 Schritten getestet:

1. Standard-Takt (DDR2-533 für den Speicher, FSB 266, Verhältnis Speicher-CPU: 1:1), Einstellungen im Bios:

- Configure DRAM Timings: manuell ->siehe Tabelle.
- der Rest auf Standard.


2. DDR2-600 für den Speicher, FSB 300 für die CPU, Verhältnis Speicher-CPU: 1:1), Einstellungen im Bios:

- CPU Vcore: Standard.
- PCI Express Frequency: 100 MHz.
- PCI Clock: 33,33 MHz.
- AI quiet: disabled.
- Fan speed Control: disabled.
- Performance Mode: Auto.
- Configure DRAM Timings: manuell ->siehe Tabelle.
- Enhanced Intel SpeedStep Technologie: disabled.
- Enhanced C1 Control: disabled.
- Hyper Path 3: disabled.


3. DDR2-667 für den Speicher, FSB 333 für die CPU, Verhältnis Speicher-CPU: 1:1), Einstellungen im Bios:

- CPU Vcore: Standard.
- PCI Express Frequency: 100 MHz.
- PCI Clock: 33,33 MHz.
- AI quiet: disabled.
- Fan speed Control: disabled.
- Performance Mode: Auto.
- Configure DRAM Timings: manuell ->siehe Tabelle.
- Enhanced Intel SpeedStep Technologie: disabled.
- Enhanced C1 Control: disabled.
- Hyper Path 3: disabled.


Von hier an geht es einzig und allein darum, wie weit der Speicher zu übertakten ist, denn ein weiteres paralleles Erhöhen von Speichertakt und Frontsidebus im Verhältnis 1:1 war mit dieser CPU nicht möglich. Core2 Duo 6400 und 6600 lassen sich diesbezüglich scheinbar noch weiter parallel betreiben. Den Frontsidebus für die CPU schraubten wir aber nicht sehr weit zurück, wir beließen ihn auf 300 MHZ, so daß die CPU permanent mit 3GHZ lief.

4. DDR2-800 für den Speicher, FSB 300 für die CPU, Einstellungen im Bios:

- CPU Vcore: 1,4V.
- PCI Express Frequency: 100 MHz.
- PCI Clock: 33,33 MHz.
- AI quiet: disabled.
- Fan speed Control: disabled.
- Performance Mode: Auto.
- Configure DRAM Timings: manuell ->siehe Tabelle.
- Enhanced Intel SpeedStep Technologie: disabled.
- Enhanced C1 Control: disabled.
- Hyper Path 3: disabled.


5. DDR2-1066 für den Speicher, FSB 300 für die CPU, im Bios:

- CPU Vcore: 1,4V.
- PCI Express Frequency: 100 MHz.
- PCI Clock: 33,33 MHz.
- AI quiet: disabled.
- Fan speed Control: disabled.
- Performance Mode: Auto.
- Configure DRAM Timings: manuell ->siehe Tabelle.
- Enhanced Intel SpeedStep Technologie: disabled.
- Enhanced C1 Control: disabled.
- Hyper Path 3: disabled.



Bei Boot-Problemen oder Systeminstablität haben wir die Spannung der Speicher und der CPU solange angehoben, bis das System wieder stabil lief. Wenn dies nicht genügte, wurden die Speichertimings verringert.


Testergebnisse OCZ Reaper HPC Edition DDR2-1066 Dual-Kit
Taktung Speicher Timings & Volt Quake4
FPS
Fear
FPS
Sandra XI SP2 Float Sandra XI SP2 Integer PCMark 2005
DDR2-533
FSB 266
4-4-4-8
2,0V
78 79 5606 5787 6262
DDR2-600
FSB 300
4-4-4-8
2,0V
79 80 5902 5988 6405
DDR2-667
FSB 333
4-4-4-8
2,1V
82 83 6243 6376 6811
DDR2-800
FSB 300
4-4-4-8
2,1V
85 85 6668 6792 7177
DDR2-1066
FSB 300
5-5-5-15
2,3V
87 87 6913 7098 7442

» G.Skill F2-6400PHU2-2GBHZ Dual-Kit - 12.09.2006 -

» G.Skill F2-6400CL5D-2GBNQ Dual-Kit - 29.10.2006 -

» Mushkin XP2-8500 DDR2-1066 Dual-Kit - 22.12.2006 -

» Mushkin XP2-8000 DDR2-1000 Redline Dual-Kit - 21.01.2007 -

» Super Talent T1000UX2G5 DDR2-1000 Dual-Kit - 15.12.2006 -


» Super Talent T800UX2GC4 DDR2-800 Dual-Kit- 03.02.2007 -


Kommentar zum Intel-Testresultat:

Wieder einmal zeigt der Test eines ganz deutlich, Core 2 Duo Prozessoren profitieren wenig von Timings, dafür aber um so mehr von hohen Taktraten des Speichers, auch wenn der OCZ bei niedrigem FSB relativ niedrige Timings zuläßt.
Das stabile Übertakten als solches war ohne größere Klimmzüge zu bewältigen, solange die Speicherspannung entsprechend angepaßt wird. Es wird sicherlich noch Plattformen geben, auf denen eventuell mehr möglich ist, auf unserem Asus war bei DDR2-1066 bei 2,3 Volt Speicherspannung definitiv das Ende der Fahnenstange erreicht, zweiffelos ein sehr gutes Resultat. Alle unsere weiteren Bemühungen darüber hinaus wurden mit einem sofortigem Neustart oder der Weigerung zu booten quittiert, das System war schlichtweg nicht mehr stabil ansprechbar.
Ein Grund für Kritik? Wahrlich nicht, die erreichten Resultate sind ausgezeichnet, der Speicher lief bis DDR2-1066 stabil und ohne Probleme beim Memtest, unser Board lies trotz aktuellem Bios einfach nicht mehr zu, das kann auf anderen Plattformen noch wesentlich positiver ausfallen...
Ein Hinweis noch am Rande, OCZ weist für seine Module eine Extended Voltage Protection aus, das bedeutet, das auch wenn die Module mit maximaler Voltzahl und sogar 2,35V betrieben werden, die Garantie davon unberührt bleibt... !




Temperatur-Vergleichswerte:

Jetzt kommen wir zum nächsten interessanten Teil des Tests, denn natürlich wollten wir auch wissen, inwieweit die Heatpipes den Speicher positiv beinflussen, darum haben wir mit verschiedenen Sensoren entsprechende Messungen vorgenommen und sind zu folgenden Resultaten gelangt:

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Temperatur-Vergleichswerte der DDR-2 Module
Speicher:
Temps-idle
Temps-Last
G.Skill F2-6400PHU2-2GBHZ 36°C 41°C
G.Skill F2-6400CL5D-2GBNQ 35°C 41°C
Mushkin XP2-8500 DDR2-1066 36°C 42°C
Mushkin XP2-8000 DDR2-1000 36°C 42°C
OCZ Reaper HPC Edition DDR2-1066 33°C 38°C
Super Talent T1000UX2G5 DDR2-1000 38°C 44°C
Super Talent T800UX2GC4 DDR2-800 38°C 43°C
Noname DDR2-800 ohne Heatspreader 36°C 41°C

Bei unseren erzielten Temperaturen ist natürlich zu berücksichtigen, das bedingt durch unser Kühlmanagement (120mm Gehäuselüfter und Netzteil mit 120mm Lüfter) sowie dem Scythe Infinity eine gute Belüftung des Gehäuses und der sockelnahen Bereiche ermöglicht wird, somit wird auch die Abwärme der Heatpipes sehr gut ableitet, so sollte es im Idealfall ja auch sein.
Die Werte der OCZ Module als Solches sind hervorragend und können die Konkurrenz teilweise doch recht deutlich distanzieren. Es zeigt sich aber auch, das der Noname DDR2-Speicher ohne Heatspreader usw. durchaus kein thermisches Monstrum darstellt, sondern seine Abwärme ebenso gut ableitet.


Wichtig:
Wir weisen ausdrücklich daraufhin, daß die von uns erreichten Resultate, bedingt durch die fertigungsbedingte Serienstreuung, nicht ohne weiteres auf andere Mainboards gleichen Typs übertragen respektive garantiert werden können.

Das Übertakten von Hardware-Komponenten kann zu Fehlern bis hin zur Beschädigung von Bauteilen führen und geschieht daher auf eigenes Risiko!
Typische Merkmale für Übertaktungsprobleme sind:

- Grafikfehler.
- USB Übertragungsprobleme.
- unspezifische Abstürze und Freezes.




Fazit:

OCZ hat ein feines Speicherpaket geschnürt, die Reaper Module bestechen durch feinste Verarbeitung, sehr gute Leistung und durch eine ausgeklügelte Heatpipetechnick, die aber auch einer ebenso wirkungsvollen Gehäuse Be-und Entlüftung bedarf, sonst verläuft das Prinzip im Sande.
Zur besseren Übersicht noch einmal die wichtigsten Eckdaten des Tests in der Gesamtübersicht:

Plus:
- exzellente Verarbeitung.
- schicke Optik.
- exzellente Lese-und Schreibdurchsatzleistungen.
- sehr hohe Taktraten bei relativ niedrigen Timings möglich.
- gut programmiertes SPD.
- Enhanced Performance Profiles.
- Extended Voltage Protection.
- lange Garantiezeit (Europa 15 Jahre, sonst lebenslang).
- sehr wirkungsvolle Heatpipekühlung.
- zur Zeit gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 230€).

Minus:
- billige Verpackung.

Bei aller Begeisterung für die schnellen Speichermodule aber wie immer der Hinweis: selbst Mainstream-DDR2-Speicher macht aus dem Core 2 Duo System keine lahme Ente, insofern sollten dem geneigtem Käufer die Prioritäten seiner Investionen schon im Vorwege klar sein, zumal der Core 2 Duo von sehr schnellen Timings nicht übermäßig profitiert, von den hohen Taktraten allerdings schon.
Knapp 230 € für so ein Speicherpärchen wäre vor ein paar Monaten noch absolut undenkbar gewesen, da hätte man gut und gerne noch 150 € drauflegen können. Darum gibt es auch nichts zu mäkeln, wer schnellen Speicher mit der Lizenz zur Kühlung benötigt, der sollte zuschlagen und zwar jetzt...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der OCZ Reaper HPC Edition DDR2-1066 Dual-Kit erhält den PC-Experience Award in Gold







Weiterführende Links:

OCZ



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Cerberus




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