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Geschrieben von Cerberus am 19.01.2007 um 16:12:

Achtung Noctua NC-U6 Chipsatzkühler

Noctua NC-U6 Chipsatzkühler







Einleitung:

Es ist ein offenes Geheimnis, die Kühlung unserer PC-Komponenten beschränkt sich schon lange nicht mehr auf die "üblichen Verdächtigen", wie Prozessor >Grafikkarte usw., auch Chipsatz und Spannungswandler verlangen nach adäquaten Kühllösungen, steht und fällt doch mit ihrer fehlerfreien Funktion die grundsätzliche Systemstabilität.
Wenn man sich aktuelle Mainboards anschaut, so wird eines deutlich, die Heatpipekonstruktionen zur Kühlung der Chipsätze werden immer aufwendiger und umfangreicher. Leider existieren auch Lösungen, die sich kleinerer Lüfter bedienen, welche sich häufig als nervende Lärmquelle zu entpuppen, oder die serienmäßigen Passivkühlkörper sind einfach zu klein, um wirklich ausreichend zu kühlen, womit natürlich auch Übertaktungen oft schon im Ansatz verhindert werden.
Exakt an dieser Stelle setzt Noctua mit dem neuen NC-U6 Chipsatzkühler an, den wir auf unserem Asus P5W DH getestet haben. Zusätzlich konnten wir den Probanden noch mit einem kurzfristig geliehenen Thermalright HR-05 vergleichen, so daß unsere Ergebnisse auch Aussagekraft erhalten. Alles weitere erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Praxistest, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Noctua NC-U6 Chipsatzkühler.
- Montagematerial.
- Montageanleitung.
- Wärmeleitpaste.




Die technischen Daten:


- Gewicht: ca. 130g.
- Abmessungen: 85mm (Höhe), 70mm (Breite), 33mm (Tiefe, davon 23,5mm Kühlrippen).
- Material: Kupfer-Aluminium Hybrid.
- Heatpipes: 2 Stück a´6mm Durchmesser.
- Material-Lamellen: Aluminium.
- Anzahl-Lamellen: 29 Stück.
- Kühlfläche: ca. 500cm².
- Lamellen-Abstand: 2mm.
- Bodenplatte: Kupfer, 33mm stark.
- Montageoptionen: Pushpins, Spannhaken.
- Drehbarkeit des Kühlers: bis zu 120°.
- Garantiezeit: 6 Jahre.
- Preis: 25 €.
- zugelassen laut Hersteller für folgende CPU's:
Intel Sockel 775 ->ohne Einschränkungen.
AMD Sockel 754/939/940/AM2.




Der Intel-Testrechner:

CPU
Intel Core 2 Duo E6700
Mainboard
Asus P5W DH Deluxe
Grafikkarte
BFG Geforce 8800GTX
Soundkarte
Sound Blaster X-Fi XtremeGamer Fatality
CPU-Kühler
Scythe Infinity
CPU-Lüfter
Scythe
Festplatten System
2x Western Digital Raptor a´150GB (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten Backup
1x Samsung SpinPoint T133 400GB 16MB SATA II
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Plextor PX-130A
Gehäuse
Cooler Master Stacker STC-T01
Netzteil
Seasonic S12 Energy Plus 550Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3
Zubehör
2x Aerocool Turbine 120mm @5Volt




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Auch wenn er auf den ersten Blick so aussieht und die Ähnlichkeiten insbesondere zu den Tower-Kühlern von Noctua frapierend sind, dies ist kein CPU-Kühler...
Die Verarbeitung bewegt sich auf sehr hohem Niveau, Analogien zu den anderen Noctua Kühlern sind durchaus angebracht. Die Lamellen sind gekonnt fixiert worden und die Heatpipes wurden perfekt integriert. Der Lamellenabstand beträgt 2mm, für den reinen Passivbetrieb vielleicht etwas wenig, aber das werden wir im Testabschnitt unseres Reviews noch weiter beleuchten.

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Wenn man einen Blick unter die "Motorhaube" wirft, erkennt man auch etwas deutlicher das eigentliche Kühlprinzip: die Heatpipe-Technologie: Sie beruht auf der Theorie, das durch den Einsatz von speziell zusammengestellten Chemikalien innerhalb der Heatpipe eine weitaus höhere Wärmeleitfähigkeit erreicht werden kann. Dabei werden die Chemikalien zusammen mit der Hitze rasant nach oben befördert, wo diese dann durch die großflächigen Lamellen abgekühlt werden und wieder nach unten fallen. Dieser Vorgang wiederholt sich so schnell, dass die entstehende Abwärme des Prozessors hervorragend aufgenommen und abtransportiert werden kann."
Die Bodenplatte ist zwar 100%ig eben, aber leider nicht perfekt poliert worden, sondern stellenweise riefig, das haben wir schon besser bearbeitet gesehen.




Der Einbau:

Eine wirkliche Kompatiblitätsliste seitens Noctua existiert nicht, der Kühler soll aber auf den meisten Mainboards verbaubar sein, was wir nicht verifizieren konnten.
Da immer wieder grundsätzliche Fehler im Umgang mit Wärmeleitpaste gemacht werden, empfehlen wir an dieser Stelle noch einmal unseren Workshop zu diesem Thema, der auch sehr genau beschreibt, wie man die Oberfläche einer Kühlfläche (DIE) professionell reinigt.
Der Kühler verfügt wie schon erwähnt über eine ebene Bodenplatte und benötigt nur sehr wenig Wärmeleitpaste. Es reicht eine hauchdünne Schicht, denn die Wärmeleitpaste (in unserem Test: Arctic Silver 5) soll nur Risse und Unebenheiten ausgleichen !
Die Kühlfläche des Noctua haben wir gründlich mit etwas ArctiClean gereinigt, um etwaige Konservierungsmittel und vor allem auch unsere fettigen Fingerabdrücke zu entfernen. Dieses Prozedere haben wir anschließend mit der Kühlfläche des Chipsatzes wiederholt, denn auch dort müßen natürlich die Reste der alten Wärmeleitpaste oder Fettfinger rückstandlos entfernt werden.
Bevor man den neuen Kühler aufsetzt, muß natürlich der Serienkühlkörper entfernt werden, das funktioniert bei Pushpinbefestigung (wie in unserem Fall) nur bei ausgebautem Mainboard, da die Stifte auf der Rückseite des Mainboards zusammengedrückt werden müssen, anschließend kann man den Kühler leicht abhebeln (bitte nicht mit Gewalt und scharfkantigen Werkzeugen !).

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Über die zentrale Befestigungsschraube kann man die jeweiligen Halterungen auf dem Kühlerboden befestigen, etwas fummelig, aber mit einem magnetischen Schraubendreher kein Problem.
Die Ausrichtung des Noctua muß so erfolgen, das er nicht mit angrenzenden Komponenten kollidiert. Unsere G80 Grafikkarte beansprucht viel Platz, insofern war der Kühler auch nur in einer einzigen Position zu plazieren, verdeckte daraufhin aber einen SATA-Port...




Die Tests:

Mit Core Temp und Everest Ultimate Edition 3.50.761 wurden die Temperaturen verglichen, die wir nach mehreren Stunden Stunden 3D Mark 2006 und Prime 95 erhalten haben.
Für den Aktiv-Test haben wir einen Noctua NF-R8 80mm Lüfter angeschlossen, der mit 5Volt Ansteuerung betrieben wurde, denn eine übermäßige Steigerung der Systemlautstärke war natürlich nicht die Intention dieses Tests!
Verglichen haben wir den Noctua mit dem Thermalright HR-05 und dem Asus Werkskühler:


Temperaturvergleichswerte Sockel 775
Kühler:
Chipsatz passiv idle
Chipsatz passiv Last Chipsatz aktiv idle@5V Chipsatz aktiv Last@5V
Asus Standard 31°C 41°C n/a n/a
Noctua NC-U6 27°C 38°C 24°C 35°C
Thermalright HR-05 26°C 37°C 27°C 36°C



Die Resultate sind ausgezeichnet, im Schnitt haben wir die Temperaturen Des Mainboards um 4° Grad reduzieren können, akiv belüftet sind es natürlich noch entsprechend bessere Werte.
Der Thermalright schneidet zumindest passiv betrieben noch minimal besser ab, was durch den größeren Lamellenabstand (3mm Thermalright >2mm Noctua) begründet ist, da die Abwärme des Lamellennachbars bei geringerem Abstand natürlich Auswirkungen erzeugt.

Wir müßen an dieser Stelle aber deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Ergebnisse sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit dem verwendeten Test-Systemen beziehen.



Pflegetipps:

Auch ein Kühler/Lüfter braucht mal Pflege und das nicht nur 1x im Jahr, sondern regelmäßig.
Gehäuse-und CPU-Lüfter sind potentielle Druckluftspray-Kunden. Seit aber bitte vorsichtig und bringt den Lüfter mit dem Spray nicht auf abnormale Drehzahlen, euer Lüfterlager wird es euch danken. Als grobe Vorarbeit solltet ihr einen weichen und nicht haarenden Pinsel einsetzen, vorzugsweise einen mit hochwertigen Chinaborsten.
Sollten eure Gehäuselüfter bereits rauh laufen, empfiehlt sich der Ausbau und die Kontrolle der Lager.
Dazu müßt ihr den Aufkleber auf der Lagerseite entfernen und den Lagerbereich mit Druckluftspray reinigen.
Wenn diese Prozedur erfolglos bleibt, weil die Lagerung doch zu sehr verschlissen ist, bleibt nur noch der Austausch.
Die Kühllammelen des Scythe Infinity kann man natürlich auch problemlos mit Druckluftspray und Pinsel reinigen.




Fazit:

Der Noctua NC-U6 Chipsatzkühler erweist sich als ausgezeichneter Chipsatzkühler und das sowohl passiv als auch aktiv. Das Problem ist nur, das viele Mainboard Layouts einen Einsatz des Kühlers nicht gerade vereinfachen. Auf dem Redaktionsrechner wurde ein SATA Port verdeckt, bei anderen aktuellen Heatpipekonstruktionen wie z.B. auf den neuen 680i Mainboards für den Sockel 775, kann der Chipsatzkühler aus dem Konstrukt der Heatpipes überhaupt nicht separat entfernt werden. Sockel 939 Mainboards dürften darum sicherlich in die engere Wahl der zu bestückenden Boards kommen, zumal dort meistens günstige Bedingungen vorhanden sind. Man sollte darum also sehr genau verifizieren, was auf dem eigenen Mainboard real möglich ist.
Zur besseren Übersicht noch einmal die Fakten unseres Tests in der Übersicht:

Plus:
- sehr gute Verarbeitung.
- sehr gute Kühlleistung.
- hohe Leistungsreserven.
- geringes Gewicht.
- Einbau über die Hakenbefestigung sehr einfach.
- komplette Ausstattung.
- gutes Preis-Leistungsverhältnis (ca. 25€).

Minus:
- Pushpin Montage nur bei ausgebautem Mainboard möglich.
- keine polierte Bodenplatte.
- Kompatibilität nicht zwangsläufig gegeben.

Wer das letzte Quentchen Temperaturoptimierung aus seinem System herauskitzeln möchte, ist mit dem Noctua bestens bedient, wenn er denn paßt. Die Übertakter werden sicherlich auch ein Auge auf dieses Exemplar werfen, da er deren Bemühungen, möglichst hohe Taktraten problemlos zu erreichen, nachhaltig unterstützt...



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Noctua NC-U6 Chipsatzkühler erhält den PC-Experience-Award in Silber !






Weiterführende Links:

Noctua



euer PC-Experience.de Team

Cerberus


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