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Geschrieben von Cerberus am 29.09.2006 um 17:52:

Achtung Seasonic M12 600Watt Netzteil

Seasonic M12 600Watt Netzteil







Einleitung:

Der Herbst hat in unseren Landen nun auch astronomisch/kalendarisch Einzug gehalten, was aber durchaus keinen Grund für die Hardware-Hersteller darstellt, den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil, das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und was benötigt der Endbraucher dringend? genau, neue Hardware...
Die taiwanesische Hersteller Seasonic möchte mit neuen und erweiterten Netzteilserien seinen Ruf, besonders leise und effiziente Netzteile zu bauen, nicht nur verteidigen, sondern nach Möglichkeit auch weiter ausbauen.
Den Anfang in unserer Testreihe macht diesbezüglich die neue M12-Serie, die erstmals auch Kabelmanagement bietet und darüber hinaus natürlich die bevorzugten Tugenden von Seasonic unterstreichen möchte: Stabilität, hohe Leistungsreserven, hohe Effizienz und nicht zuletzt sehr leisen Betrieb.
Wer nun denkt, die M12 Serie wäre "nur" ein S12 Netzteil mit Kabelmanagement, befindet sich auf dem Holzweg. Die Platinen wurden überarbeitet und sollen auch hohe Effizienz bei geringer Belastung liefern (Low Power Requirement), ein Manko vieler Kokurrenten. Darüber hinaus stehen jetzt auch vier +12V Leistungsschienen zur Verfügung, die vorherige S12 Serie bot lediglich 2 Schienen an.
Aber lassen wir uns nicht von Versprechungen und Prospekten allzu sehr beeinflussen, unser Testparcour trennt sehr schnell die Spreu vom Weizen. Was dabei herausgekommen erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Review, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Netzteil in Retailverpackung.
- Kaltgeräteanschlußkabel.
- Befestigungsschrauben.
- unterschiedliche Kabelstränge.
- Handbuch (mehrsprachig).





Die technischen Daten Netzteil:

- Gehäusematerial: Stahl.
- 600 Watt Gesamtleistung.
- 170 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- 48 A kombinierte Ausgangsleistung (+12 VoltV1 bis 12 VoltV4).
- universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 24 A
- +5,0 Volt: 30 A
- +12 Volt erste Leitung: 18 A.
- +12 Volt zweite Leitung: 18 A.
- +12 Volt dritte Leitung: 18 A.
- +12 Volt vierte Leitung: 18 A.
- +5 Volt Standby: 3 A
- ATX Version: 2.0, 2.1, 2.2.
- EMV-geschirmte Kabelstränge.
- Aktiv PFC (99%).
- 1x 120mm Lüfter (doppelt kugelgelagert und thermogeregelt).
- 1x 60mm Lüfter (kugelgelagert und thermogeregelt).
- Easy-Swap Stecker.
- eloxierte Kühlkörper.
- Kurzschlusssicherung (SCP).
- Überspannungsschutz (OVP).
- Überlastungsschutz (OLP).
- Lastfreier Betrieb (NLO).
- Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160) mm.
- Gewicht: ca. 2,90 Kg.
- Fertigung nach RoSH Verordnung.
- MTBF: ca. 100.000 Stunden.
- Garantie: 3 Jahre.




Der Intel-Testrechner:

CPU
Intel Core 2 Duo E6700
Mainboard
Asus P5W DH Deluxe
Grafikkarte
Asus Extreme N7950GX2
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum
CPU-Kühler
Thermalright SI-128
CPU-Lüfter
Yate Loon D12SL-12
Festplatten System
2x Western Digital Raptor a´150GB (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten Backup
1x Hitachi T7K250 (7200 U/min, UDMA-133)
DVD-Brenner
Plextor PX-760 SATA
DVD-ROM
Samsung SH-D163 SATA
Gehäuse
Cooler Master Stacker STC-T01
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3
Zubehör
2x Aerocool Turbine 120mm @5Volt


Der AMD-Testrechner:

CPU
Athlon64 FX-60 Dualcore
Mainboard
DFI LANPARTY nF4 SLI-DR
Arbeitsspeicher
2x 1024MB 3200BIU2-2GBZX G.Skill DDR400
Grafikkarte
2x Leadtek PX7900 GT TDH Extreme, GeForce 7900 GT im SLI-Verbund
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS
CPU-Kühler
Thermalright SI-120
CPU-Lüfter
Aerocool Turbine1000
Festplatten System
2x Western Digital Raptor X 150GB SATA als Raid-0
DVD-Brenner
Plextor PX-760A
DVD-ROM
Toshiba M-1712
Gehäuse
Coolermaster Stacker RC-810-SKN1
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2 PreSP3
Zubehör
2x Aerocool Turbine/1000




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Schwarz wohin das Auge reicht, die M12 Serie unterscheidet sich diesbezüglich nicht von den anderen Netzteilserien Seasonics. Verarbeitungstechnisch ist dies verglichen mit einer Politur sicherlich auch nicht sehr kostenintensiv, andererseits stört dann auch nicht jeder Kratzer, sofern man ihn bei der sehr robusten Pulverbeschichtung überhaupt erzeugen kann.
Wabenförmige Aussparungen minimieren den Luftwiderstand der abzutransportierenden Abwärme aus dem Netzteil, was die Wirkung der Lüfter tatkräftig unterstützt. Die Lüftergitter ragen nicht über das Netzteilgehäuse hinaus, so das es keine Versatzprobleme beim Einbau geben sollte.
Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, wenn man wieder mal von dem kleinen Schönheitsfehler einer fehlenden richtigen Kabelmuffe am Kabelausgang des Netzteil absieht, da haben wir schon elegantere Lösungen gesehen.

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Die Qualität der Verarbeitung setzt sich auf den ersten Blick nahtlos im Inneren fort, die Platine ist ATX 2.2 kompatibel bestückt. Die Kühlkörper wurden akkurat gefräst, gegen Korrosion werden sie durch eine Eloxalschicht geschützt. Gestanzte Billigbleche, die den Luftstrom des Lüfters im Inneren erfolgreich behindern, konnten wir keine ausmachen.
Die Form der Kühlkörper schaut zwar nach wie vor etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber sie ermöglichen durch ihre Anordnung eben einen guten Luftstrom im Netzteilgehäuse und das ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt.
Das M12 entspricht bereits der RoSH Umweltverordung (Restriction of certain Hazardous Substances) entsprechen, die ab Juli 2006 in Kraft getreten ist, womit eine separate Werbung auf dieses Attribut entfällt, es ist mittlerweile einfach Vorschrift...
Was die Lüfter angeht, so setzt Seasonic auch weiterhin auf Adda, das trifft auch auf den kleinen 60mm Lüfter zu. Der 120mm Lüfter hat laut ADDA folgende Eckdaten: 79 CFM (134 m³/h) bei 2000 U/min. Das ganze wird natürlich durch die Thermoregelung von Seasonic entsprechend angepaßt geregelt, der Lüfter läuft zu keinem Zeitpunkt mit 2000 U/min...

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Beide Lüfter bilden im Kühlsystem des M12 eine abhängige Einheit, die ineinandergreifend wirkt. Wenn das Netzteil anläuft, starten beide Lüfter kurz und nach einer Sekunde regelt die Steuerung auf 3.8VDC herunter, was den 60mm Lüfter sofort zum Schweigen bringt. Der 60mm Lüfter wird sich erst dann wieder in Bewegung setzen, wenn erhöhte Temperaturen im Netzteilgehäuse einen Anstieg auf 4.0VDC bewirken. Solange dies nicht der Fall ist, schweigt der kleine Quirl. Mit anderen Worten, solange das Netzteil nicht an seiner Leistungsgrenze betrieben wird und die Temperaturen im Netzteil dementsprechend niedrig bleiben, wird sich der 60mm Lüfter ziemlich langweilen.

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Die Anschlußports fürs Kabelmanagement sind leider nicht beschriftet, aber bestens im kleinen Handbuch definiert. Darüber hinaus konnten wir keine Probleme beim Anschließen der PCI-Express Stromversorgung feststellen, egal welcher Port ins Netzteil gesteckt wurde.
Alle Verkabelungsstränge sind ausreichend lang (bis maximal 85cm) und sehr üppig bestückt, im einzelnen sind folgende Anschlußmöglichkeiten vorhanden:

- 2x Floppy-Anschlüsse.
- 10x 4 Pin Stromstecker.
- 8x S-ATA Connectoren.
- 2x PCI-Express.
- 1x 4+4-Pin 12V AUX-Anschluß.
- 1x 12Volt 4-pin Anschluß.
- 1x 24/20 Pin Mainboard-Stromanschluß.

Der 24 Pin Mainboard-Stromanschluß entspricht der aktuellen ATX 2.0/2.2 Norm und kann bei Bedarf um 4 Anschlüsse gekürzt werden, in dem man ihn einfach wegklippst, dadurch entfällt ein Adpater für Mainboards mit 20-poligem Anschluß.
Ein SLI-oder Crossfire System kann dank der beiden separaten PCI-Express Stromkabel problemlos versorgt werden.
Was uns sehr gut gefallen hat, ist die Easy-Swap Technik für die 4 Pin Stromstecker, denn nur so kann man ohne abgebrochene Fingernägel und herausgezogene Pins sehr komfortabel und sicher die Steckverbindungen lösen.




Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik:

1. Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Es zeigt sich immer wieder in unseren Tests, daß weder die vollmundigen Herstellerangaben auf den Typenschildern, noch die angegebenen Wattzahlen auch nur annähernd etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen eines Netzteils aussagen! Die Erfahrung hat oft genug gezeigt, daß es auch 450 Watt Netzteile gibt, die schon bei geringster Last einbrechen und nicht im entferntesten die angegebenen Leistungsparameter abliefern können. Im Gegensatz dazu existieren sehr leistungsstarke 300 Watt Netzteile, die auch hochgerüstete Systeme durchaus ausreichend versorgen können. Es ist also offensichtlich, daß die Wattangabe absolut nichts über die Leistungsfähigkeit eines Netzteils aussagt, die aufgeklebten Herstellerangaben leider sehr oft ganz genauso wenig.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind.
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor wenn auch mit Abstrichen, denn mittlerweile beziehen aktuelle Komponenten ihr Lebenselixier vermehrt aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entalstung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an. Bei der nicht geringen Stromaufnahme der nForce und Athlon 64 Boards ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene (mittlerweile dank ATX 2.0 2 Schienen) ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere liefern können, je mehr desto besser...

2. Power Factor Correction (PFC):
"Power Factor Correction" oder kurz PFC ist ein in der EU für PC-Netzteile mittlerweile vorgeschriebener Standard, um die Stromaufnahme von Geräten für das Stromnetz weniger belastend auszulegen. Schaltnetzteile beziehen den Strom in Form kurzer Impulse, was dazu führt, daß die sinusförmige Netzspannung durch die Erzeugung harmonischer Oberwellen verzerrt wird. Insgesamt ist die komplexe Lastcharakteristik eines gewöhnlichen PC-Netzteils für das Stromnetz sehr ungünstig, da eine hohe Phasenverschiebung von Spannung und Strom sowie eine allgemein hohe Verzerrung der Wellenform auftritt. Je größer diese Phasenverschiebung ist, desto niedriger ist der "Power Factor" oder Leistungsfaktor eines Gerätes: Beträgt die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom 90° ist der Leistungsfaktor 0 (0%, cos(90) = 0). Tritt hingegen keine Phasenverschiebung auf, d.h. sind Spannung und Strom perfekt synchron, ist der Leistungsfaktor 1 (100%, cos(0) = 1). Zu unterscheiden ist daher die sich aus der einfachen Rechnung Spannung*Stromstärke ergebende "Scheinleistung" sowie die den Phasenwinkel berücksichtigende "Wirkleistung": Stromstärke*Spannung*Leistungsfaktor. Der Leistungsfaktor beschreibt also zugleich das Verhältnis zwischen der an den Stromanschluß übertragenen "Wirkleistung" und der vom Verbraucher tatsächlich entnommenen "Scheinleistung" (Leistungsfaktor = Wirkleistung / Scheinleistung). Je weiter der Leistungsfaktor vom optimalen Wert 1 (100%) absinkt, desto höher ist die aus dem Stromnetz entnommene sogenannte "Blindleistung".
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95%. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Unser bevorzugtes Gerät, um den Wirkungsgrad in Zusammenarbeit mit einem Energy Monitor 3000 zu verifizieren, ist der grafische Leistungsmesser Peak Tech 2535. Mit diesem Gerät kann man sowohl Wirkleistung >Scheinleitung als auch Blindleistung und Leistungsfaktor ermitteln.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacherer Geräte angepaßt wird.

3. Worin liegen die Neuerungen der ATX12V v2.0 bzw. 2.2 Norm?
Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

- Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
- Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
- Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide.
Zu Thema Effizienz ist anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen...
- Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
- Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.

4. Belüftung Lautstärke und Effizienz:
Zwar steht heute bereits auf beinahe jeder Netzteil-Verpackung werbewirksam "Silent", gut beraten ist man damit zwangsläufig allerdings noch nicht. Oft entpuppt sich, was beim Start noch erstaunlich leise klang bei entsprechender Belastung als störende Lärmquelle. Ursache dafür sind zumeist nicht nur die hochdrehenden, lastgesteuerten Lüfter, sondern oft auch ein von den überlasteten Spannungswandlern verursachtes Pfeifen oder Brummen, das nicht selten von heftigen Vibrationen begleitet wird.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad von rund 60-80%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert! Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann. Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile die mit einem oder 2 langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung sehr skeptisch zu beurteilen.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos gegen das Neue getauscht werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !




Der Test:

Vor dem Einbau des Netzteils findet grundsätzlich ein erster Funktionstest statt, den wir mit dem Power Supply Tester durchführen. Sollten sich hier bereits Probleme einstellen, brechen wir den Test ab...

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Nachdem wir unseren 12-stündigen Belastungstest abgeschlossen hatten (Prime95 und 3DMark2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt gemessenen Multimeter-Werten verglichen, wobei die real gemessenen Werte natürlich eine größere Relevanz aufweisen, als ungenaue Software Resultate.
Die Effizienz haben wir mit Hilfe des grafischen Leistungsmessers Peak Tech 2535 und einem Energy Monitor 3000 von Voltcraft ermittelt.
Die Lautheit der Lüfter haben wir ca. 15cm vom Lüfter entfernt mit einem geliehenen ACR-264-plus Messgerät verifiziert und dabei die Umgebungsgeräusche so weit wie möglich reduziert, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Laut DIN-Norm sollte der Abstand von Messgerät zum Testobjekt 100cm betragen, aber da wir nicht über einen schalltoten respektive schallarmen Raum verfügen, waren Kompromisse unumgänglich.
Mit dem Digitalen Temperaturmessgerät TL-305 haben wir während sämtlicher Testdurchläufe die Abluft des Netzteils direkt per Sensor gemessen und aufgezeichnet. Somit erhält der mögliche Käufer auch eine gute Übersicht bezüglich der zu erwartenden Kühlleistung respektive Eigenkühlung des Netzteils.



Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des Seasonic-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
niedrigster Wert
3,31V
5,01V
12,11V
höchster Wert
3,39V
5,07V
12,17V
durchschnittlicher Wert
3,35V
5,04V
12,14V





Auf den ersten Blick mag die combined Power von 170Watt für die 3,3 Volt und 5 Volt Schiene etwas knapp bemessen erscheinen, aber die Skeptiker können wir nachhaltig trösten, aktuelle Systeme belasten das Netzteil überwiegend auf den vorhandenen 12 Volt-Leitungen und dort sind 48 Ampere nun wirklich mehr als genug.
Leistung und Stabilität sind einmal mehr fern jeder Kritik, auch unser SLI-Rechner prozierte keine Leistungseinbrüche oder besorgniserregende Schwankungen, egal ob Idle >Vollast oder Übertaktung.
Wie erwartet konnte das neue Intel Core 2 Duo System trotz der Geforce 7950GX2 auch unter Last und Übertaktung nicht mehr als 285 Watt abrufen, was den schönen Nebeneffekt hatte, das der 120mm Lüfter äußerst zurückhaltend rotierte (800 U/min. bei 23 dBA), das Netzteil war aus dem System heraus nicht zu identifizieren, der kleine 60mm Lüfter rührte sich überhaupt nicht.
Unser AMD-SLI System ging da schon anders zur Sache, denn hier wurden unter Dauerlast (Prime95, 3DMark2006 Loop) als Spitzenwert 396 bis knapp 400 Watt gefordert (durchschnittliche Last von 351 Watt). Der Lüfter quittierte dies natürlich mit etwas höherer Drehzahl (950 U/min bei 25 dBA), aber auch dies motivierte den kleinen 60mm Lüfter nicht, helfend einzugreifen.
Um nun endlich mal den kleinen Lüfter überhaupt zu hören, schalteten wir alle Gehäuselüfter ab ujnd übertakteten das AMD-System bis an seine Grenzen (bitte nicht nachmachen!). Siehe da, er rührte sich endlich, wenn auch nicht in dem Masse, wir es befürchtet hatten, mehr als 35dBA konnten wir dem Minilüfter nicht entlocken, das ist erträglich.
Die Netzteilelektronik trat geräuschtechnisch kaum in Erscheinung, weder Pfeiffgeräusche noch anders geartete Störgeräusche waren zu identifizieren.
Die Eigenkühlung des Netzteils funktioniert ausgezeichnet, denn auch unter Last konnten wir keine Temperaturen über 42°C messen, im Idle Modus 32°C bei 20°C Zimmertemperatur.
Noch eine kleine Erklärung zur dBA Definition:
Menschen hören im allgemeinen bei 1000 Hz am Besten, der dBA-Wert nimmt Bezug darauf: ein Geräusch bei 18000 Hz nimmt man entsprechend schwächer war, als eines bei 1000 Hz, und der dBA-Wert ist entsprechend darauf umgerechnet.
Bei 80% Last konnten wir eine Effizienz von 82% attestieren, ein wirklich sehr guter Wert. Bei 20% Last wurden immerhin noch 80% Effizienz erreicht, Seasonic scheint seine Hausaufgaben diesbezüglich gemacht zu haben, die Effizienzspanne entspricht auch bei geringer Last den gesteckten Zielen. Dagegen stehen knapp 1,3 Watt Stromverbrauch im Standbymodus, das geht in Ordnung...

Achtung:
Wir müßen an dieser Stelle deutlich darauf hinweisen, daß die im Review angegebenen Resultate sich ausnahmslos auf den zum Test verwendeten Aufbau mit den verwendeten Test-Systemen beziehen...



Die wichtigsten Leistungsdaten und Temperaturen aller bisher von uns getesteten Netzteile im Vergleich:

Netzteil Ø Spannungswerte Effizienz Temp-Idle Temp-Last
Aerocool Turbine Power ATX 450Watt 3,35V 5,02V 12,19V 74% 30° 38°
be quiet! Blackline PFC Serie 1.3 350Watt 3,35V 5,03V 11,99V 70% 35° 44°
be quiet! BQT P5 S1.3 470Watt 3,33V 5,06V 12,09V 70% 35° 43°
be quiet! BQT P6 Dark Power 520Watt 3,30V 4,98V 12,07V 78% 35° 42°
be quiet! BQT P6 Dark Power Pro 600Watt 3,32V 5,05V 12,03V 78% 31° 44°
be quiet! Straight Power BQT ES-600Watt 3,34V 5,04V 12,07V 79,5% 32° 45°
Enermax Coolergiant EG 485AX 480Watt 3,33V 5,10V 12,06V 69% 35° 47°
Enermax Coolergiant EG565AX-VH 535Watt 3,35V 5,02V 12,03V 75% 34° 46°
Enermax Coolergiant EG 701AX-VH 600Watt 3,31V 5,08V 12,19V 76% 33° 45°
Enermax Liberty 500 Watt Yate-Loon NMT3 3,35V 5,08V 12,09V 79% 35° 46°
Enermax Liberty ELT 620Watt AWT 3,36V 5,09V 12,13V 79% 34° 45°
Etasis ET EFN-560 550Watt 3,28V 4,99V 11,96V 78% 51° 58°
NoiseMagic AcBel NMT-2 F/2GL 400Watt 3,29V 4,99V 12,06V 76% 33° 43°
NorthQ NQ-4775 400Watt 3,26V 4,92V 12,11V 62% 30° 39°
Revoltec Chromus II 400 Watt 3,33V 4,81V 11,97V 77% 34° 44°
Seasonic M12 600Watt 3,35V 5,04V 12,14V 82% 32° 42°
Seasonic S-12 600Watt 3,34V 5,06V 12,14V 82% 32° 43°
NoiseMagic Seasonic S12 500Watt F/2GML 3,29V 5,07V 12,05V 81% 32° 43°
Seasonic S-12 430Watt 3,30V 5,03V 12,06V 80% 31° 41°
Silverstone Strider ST56F 560Watt 3,39V 4,90V 12,22V 80% 31° 43°
Silverstone Element ST50EF 500Watt 3,32V 5,01V 12,10V 81% 32° 44°
Silverstone Strider ST60F 600Watt 3,35V 5.03V 12,34V 78% 31° 42°
Silverstone Zeus ST56ZF 560Watt 3,31V 5.08V 12,19V 76% 34° 45°
Silverstone Zeus ST75ZF 750Watt 3,31V 4,98V 12,06V 79% 30° 42°
Tagan TG420-U02 i-Xeye 420Watt 3,32V 5,01V 12,02V 75% 36° 46°
Tagan TG480-U01 480Watt 3,39V 5,05V 12,05V 72% 35° 46°
Tagan TG480-U15 Easycon 480Watt 3,32V 5,01V 12,10V 75% 34° 46°
Tagan TG480-U22 2Force 480Watt 3,34V 5,12V 12,13V 70% 35° 45°





Fazit:

Das neue M12 600 Watt Netzteil von Seasonic hinterlies einen exquisiten Eindruck, die Leistung und Stabilität ist fernab jeder Kritik, das Netzteil ist wirklich leise und offeriert erstklassige Effizienzwerte und das auch unter 20% Last, somit steht einer Aufnahme in die 80+ Zertifizierungsliste nichts im Wege...
Zur besseren Übersicht unsere Test-Resultate aber noch einmal in einer kompakteren Zusammenfassung:

Plus:
- sehr gute Verarbeitung.
- herausragende Stabilität.
- sehr robuste Optik.
- sehr leiser Betrieb.
- keine Störgeräusche durch die Netzteilelektronik.
- SLI und Crossfire Unterstützung.
- gute Integration des Netzteils ins Kühlmanagement des Gehäuses.
- actives PFC.
- gute Eigenkühlung.
- mehr als ausreichende Kabellängen (über 50cm).
- umfangreiche Anschlußmöglichkeiten.
- hervorragende Effizienz (auch unter 20% Last).

Minus:
- hoher Preis.

Was bleibt unter dem Strich?
Die Befürchtung, der kleine 60mm Lüfter würde sich als Radaubruder entpuppen, können wir entkräften. Die Masse der Homeuser wird diesen Lüfter nie wirklich hören können. Es sei denn, das eingesetzte PC-Gehäuse verfügt über keinerlei Be-und Entlüftung, was angesichts der in diesem Jahr "genossenen" sommerlicher Temperaturen auch in unseren Breitengraden nun gar keinen Sinn macht. Oder es werden Dualcore/SLI/Crossfire Systeme an ihr Limit übertaktet, dann dürfte der kleine Quirl sicherlich mal "guten Tag sagen"...
Es ist schade, das Seasonic diese Netzteile nur in der 500/600 und 700Watt Variante anbietet, denn wer kein SLI/Crossfire System verwendet und nicht übertaktet, wäre mit einem kleiner dimensionierten Netzteil deutlich besser bedient, eine 430 oder gar 330 Watt Version würde die Masse der Homerechner bestens bedienen. Der Preis verursacht mit seinen knapp 160 € weitere Schluckbeschwerden, auch wenn man für sein sauer verdientes Geld eines der aktuell besten Netzteile überhaupt erhält...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Seasonic M12 600 Watt Netzteil erhält den PC-Experience Award in Gold







Weiterführende Links:

Seasonic

Maxpoint

80+ Zertifizierung


Wir bedanken uns herzlich bei Maxpoint für die Bereitstellung des Testexemplars


euer PC-Experience.de Team

Cerberus




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