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Geschrieben von Cerberus am 28.10.2005 um 16:29:

Achtung Codegen Server 9011-C10

Codegen Server 9011-C10







Einleitung:

Für unseren mittlerweile fünften Codegen Test erhielten wir diesmal ein Servergehäuse aus der 9011-C10 Serie, das alle diejenigen ansprechen sollte, die sehr viel Platz für ihre Komponenten und Laufwerke benötigen.
Dieses Kaufsegment wurde von den Herstellern in der letzten Zeit etwas stiefmütterlich behandelt, denn reinrassige Servergehäuse sind relativ rar gesät und in der Regel exorbitant teuer.
Was sollte so ein Gehäuse grundsätzlich leisten?
Es sollte u.a. natürlich möglichst viel Platz bieten ->den Einsatz vieler Laufwerke ermöglichen ->redundante Netzteile unterstützen ->eine adäquate Kühlung gewährleisten. Wenn das Ganze dann auch noch in einer halbwegs schicken Schale erfolgt, wäre sicherlich niemand ernsthaft traurig.
Ob das Codegen Gehäuse diesen Ansprüchen genügt, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Test, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Codegen Server 9011-C10 Gehäuse.
- Codegen 400 Watt Netzteil.
- 3x 80mm Lüfter.
- 2x Schlüssel für Frontverkleidung.
- Kaltgerätekabel.
- 4 montierte Rollen.
- Ferritring.
- Schraubenpaket.





Die technischen Daten -Gehäuse-:


- ATX Stahlgehäuse.
- Farbe: anthrazit.
- Maße: (H x B x T) 50,5 x 22,5 x 54,5 cm.
- Gewicht: ca. 11,5 kg.
- Laufwerke: 7x 5,25" extern, 1x 5,25" intern, 3x 3,5" intern, 1x 3,5" extern.
- 6x Festplatten-LED's + 1x Power-LED.
- Garantie: 2 Jahre.


Die technischen Daten -Netzteil-:

- 400 Watt Gesamtleistung.
- 170 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- universeller Weitbereichseingang: 115-230 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 20 A
- +5,0 Volt: 22 A
- +12 Volt: 16 A
- ATX 2.03 Standard.
- 1x 120mm Lüfter (thermogeregelt).
- 7x 4-polige Stromanschlüsse.
- 1x Floppy-Anschluss.
- einen 20-poligen ATX-Stecker.
- einen 4-poligen Intel P 4- Anschluss. - Gewicht: ca. 1,7 Kg.





Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
Asus P4C 800-E Deluxe Rev. 2.0
Grafikkarte
Sapphire 9600XT
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum
CPU-Kühler
Thermalright SI-120
Arbeitsspeicher
4x 512 MB TwinMos BH-5 DDR400
Festplatten System
1x Samsung 1614N
DVD-ROM
Plextor PX-130A
Gehäuse
Codegen Server ATX-9011-C10
Netzteil
Codegen 400 Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP2 PreSP3




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Die silber-anthrazit farbige Außenhaut hinterläßt einen positiven Ersteindruck, die Verarbeitung stimmt, wenngleich die Kunststoff-Frontverkleidung doch etwas schlicht aber nicht unattraktiv daherkommt.
Mit Hilfe des Schlüssels läßt sich die Klappe öffnen und ermöglicht den Zugriff auf 6 Einschübe, beispielsweise für den Einsatz möglicher Wechselfestplatten. Warum Power-und Resetknopf nicht durch die Klappe vor unliebsamen Zugriff verborgen wurden, erschloß sich uns allerdings nicht...
Nach dem Lösen der oberen Rändelmutter ist das Gehäuse sehr schnell geöffnet, die Seitenteile können einfach nach oben herausgezogen werden und schon gewährt uns das Gehäuse einen Blick in den riesigen Innenraum.
Der Innenraum wurde sorgfältig verarbeitet, es existieren keine scharfen Kanten, alles ist sauber gefalzt und die Bleche wurden feuerverzinkt, um Korrosion vorzubeugen. Leider wurde auch hier wieder auf einen herausnehmbaren Mainboardschlitten verzichtet, was den Einbau zusätzlich erleichtert hätte.
Leider hängt auch in diesem Codegen Gehäuse das Netzteil wieder schief im Raum, da die dafür verantwortliche Blechlasche nicht entsprechend hochgebogen wurde, das ist zwar schnell korrigiert, aber allemal ärgerlich...
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Die Aufnahmen für optische Laufwerke und Festplatten sind sehr gut zugänglich und sollten bei der Komplettierung des System niemanden vor ernsthafte Probleme stellen.
Im Heckbereich zeigt sich, das offensichtlich die Bezeichnung Server doch nicht so ernst genommen wurde, denn ein servertypisch redundantes Netzteil läßt sich in diesem Gehäuse nicht einsetzen...

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Codegen liefert für den Server 9011-C10 werkseitig 3 Lüfter mit aus, die hinten und oben angeordnet sind, wobei wir anstatt des oberen Lüfters eine Anordnung im vorderen Bereich präferiert hätten, denn so kommen die einzubauenden Laufwerke nicht in den Genuß von Frischluft.
Der Festplattenkäfig ist variabel einsetzbar, er läßt sich beliebig innerhalb der Befestigungsleisten positionieren.
Bei der Befestigung der Steckkarten ist Codegen in der laufenden Serie leider wieder von der in anderen Gehäuseserien bestens bewährten Schraubbefestigung abgewichen, der aktuelle Klippmechanismus ist unnötig fummelig und bereitet bei größeren Steckkarten Probleme.

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Große LED's sorgen im Frontbereich für die visuelle Überprüfung interner Datenübertragungen und Zugriffe.
Farblich passende optische Laufwerke hatten wir nicht zur Hand, aber das kann man sicherlich durch farblich stimmige Blenden kompensieren, so daß auch die Perfektionisten keinen Stilbruch erleiden müssen.




Der Gehäuse-Test:

Nachdem wir unser System auf Grund fehlender Stromanschlußmöglichkeiten und wieder nicht vorhandener S-ATA Connectoren sehr abgespeckt installieren mußten, wurde schnell deutlich was diesem Gehäuse fehlt, ein vorne einblasender Lüfter:



Die Temperaturen (bei 20°C Zimmertemperatur) mit den werkseitig verbauten Lüftern:

CPU-Temperaturen -idle- ->32°C bei 12 Volt Ansteuerung
CPU-Temperaturen -idle- ->35°C bei 7 Volt Ansteuerung
CPU-Temperaturen -idle- ->40°C bei 5 Volt Ansteuerung
CPU-Temperaturen -Last- ->40°C bei 12 Volt Ansteuerung
CPU-Temperaturen -Last- ->44°C bei 7 Volt Ansteuerung
CPU-Temperaturen -Last- ->47°C bei 5 Volt Ansteuerung
Gehäuse-Temperaturen -idle- ->31°C bei 12 Volt Ansteuerung
Gehäuse-Temperaturen -idle- ->33°C bei 7 Volt Ansteuerung
Gehäuse-Temperaturen -idle- ->36°C bei 5 Volt Ansteuerung
Gehäuse-Temperaturen -Last- ->35°C bei 12 Volt Ansteuerung
Gehäuse-Temperaturen -Last- ->39°C bei 7 Volt Ansteuerung
Gehäuse-Temperaturen -Last- ->42°C bei 5 Volt Ansteuerung

Die Resultate sind akzeptabel, aber nicht berauschend, auch wenn die Lüfter des Server Gehäuses relativ leise sind (max. 34 dBA). Ein 120mm Lüfter in der Front, ein 120mm im Heck und der vorhandene 120mm im Netzteil würden für wesentlich ausgewogeneren Luftaustausch sorgen und das bei moderaterem Geräuschniveau, sofern denn leise 120mm Lüfter eingesetzt werden...




Der Netzteil-Test:

Bevor wir zum eigentlichen Netzteil-Test kommen, noch einige Informationen und technische Aspekte für den interessierten Leser zur aktuellen Netzteiltechnik:

1. Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Es zeigt sich immer wieder in unseren Tests, daß weder die vollmundigen Herstellerangaben auf den Typenschildern, noch die angegebenen Wattzahlen auch nur annähernd etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen eines Netzteils aussagen! Die Erfahrung hat oft genug gezeigt, daß es auch 450 Watt Netzteile gibt, die schon bei geringster Last einbrechen und nicht im entferntesten die angegeben Leistungsparameter abliefern können. Im Gegensatz dazu existieren sehr leistungsstarke 300 Watt Netzteile, die auch hochgerüstete Systeme durchaus ausreichend versorgen können. Es ist also offensichtlich, daß die Wattangabe absolut nichts über die Leistungsfähigkeit eines Netzteils aussagt, die aufgeklebten Herstellerangaben leider sehr oft ganz genauso wenig.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind.
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor wenn auch mit Abstrichen, denn mittlerweile beziehen aktuelle Komponenten ihr Lebenselixier vermehrt aus den 12 Volt Leitungen. Intel hatte seinerzeit bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker zur Entalstung eingeführt. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen entsprechenden 12V-Anschluß an. Bei der nicht geringen Stromaufnahme der nForce und Athlon 64 Boards ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Selbstverständlich sollte diese +12 Volt Schiene (mittlerweile dank ATX 2.0 2 Schienen) ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere liefern können, je mehr desto besser...

2. Power Factor Correction (PFC):
"Power Factor Correction" oder kurz PFC ist ein in der EU für PC-Netzteile mittlerweile vorgeschriebener Standard, um die Stromaufnahme von Geräten für das Stromnetz weniger belastend auszulegen. Schaltnetzteile beziehen den Strom in Form kurzer Impulse, was dazu führt, daß die sinusförmige Netzspannung durch die Erzeugung harmonischer Oberwellen verzerrt wird. Insgesamt ist die komplexe Lastcharakteristik eines gewöhnlichen PC-Netzteils für das Stromnetz sehr ungünstig, da eine hohe Phasenverschiebung von Spannung und Strom sowie eine allgemein hohe Verzerrung der Wellenform auftritt. Je größer diese Phasenverschiebung ist, desto niedriger ist der "Power Factor" oder Leistungsfaktor eines Gerätes: Beträgt die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom 90° ist der Leistungsfaktor 0 (0%, cos(90) = 0). Tritt hingegen keine Phasenverschiebung auf, d.h. sind Spannung und Strom perfekt synchron, ist der Leistungsfaktor 1 (100%, cos(0) = 1). Zu unterscheiden ist daher die sich aus der einfachen Rechnung Spannung*Stromstärke ergebende "Scheinleistung" sowie die den Phasenwinkel berücksichtigende "Wirkleistung": Stromstärke*Spannung*Leistungsfaktor. Der Leistungsfaktor beschreibt also zugleich das Verhältnis zwischen der an den Stromanschluß übertragenen "Wirkleistung" und der vom Verbraucher tatsächlich entnommenen "Scheinleistung" (Leistungsfaktor = Wirkleistung / Scheinleistung). Je weiter der Leistungsfaktor vom optimalen Wert 1 (100%) absinkt, desto höher ist die aus dem Stromnetz entnommene sogenannte "Blindleistung".
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95%. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacherer Geräte angepaßt wird.

3. Worin liegen die Neuerungen der ATX12V v2.0 bzw. 2.2 Norm?
Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

- Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
- Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
- Die neuen Spezifikationen fordern unter Volllast und typischer Last (50 Prozent) lediglich 70 Prozent Wirkungsgrad, bei geringer Belastung (bei unbelastetem Prozessor) sind sogar nur 60 Prozent gefordert. Als Empfehlungen nennt die Spezifikation 80 Prozent im typischen Lastfall, 75 Prozent unter Volllast und 68 Prozent bei geringer Belastung. Dazu der aktuelle ATX 2.2 Netzteil Design Guide.
Zu Thema Effizienz ist anzumerken, das sich wohl sehr wenig ändern wird, solange die überwiegende Mehrzahl der Käufer hauptsächlich auf Preis, Ausstattung und Leistung achtet und nicht bereit ist, für Energie-Effizienz mehr Geld zu bezahlen...
- Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
- Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.

4. Belüftung Lautstärke und Effizienz:
Zwar steht heute bereits auf beinahe jeder Netzteil-Verpackung werbewirksam "Silent", gut beraten ist man damit zwangsläufig allerdings noch nicht. Oft entpuppt sich, was beim Start noch erstaunlich leise klang bei entsprechender Belastung als störende Lärmquelle. Ursache dafür sind zumeist nicht nur die hochdrehenden, lastgesteuerten Lüfter, sondern oft auch ein von den überlasteten Spannungswandlern verursachtes Pfeifen oder Brummen, das nicht selten von heftigen Vibrationen begleitet wird.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad von rund 60-80%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60Watt an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert! Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann. Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile die mit einem oder 2 langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung sehr skeptisch zu beurteilen.


Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des Codegen-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
niedrigster Wert
3,25V
4.86V
11,85V
höchster Wert
3,28V
4,93V
11.97V
durchschnittlicher Wert
3,26V
4,90V
11,92V





Nachdem wir unseren 12-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95, 3DMark 2005 im Loop), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt und mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.
Die Werte des Codegen Netzteils sind für das vorhandene Testsystem gerade noch als stabil zu beurteilen, wobei zu berücksichtigen ist, daß wir auf Grund fehlender Anschlußmöglichkeiten unsere Raidsysteme nicht einsetzen konnten. Unsere Sapphire X800 XT PE verweigerte schon nach kurzer Zeit den Dienst, so daß wir auf eine weniger stromhungrige 9600XT zurückgreifen mußten...
Das Geräuschniveau des Netzteils ist zwar als sehr angenehm zu bezeichnen und harmoniert mit den ebenfalls sehr leisen Gehäuselüftern, aber was nützt dies, wenn nicht genügend Anschlußmöglichkeiten und vor allem Leistung vorhanden sind, um ein aktuelles System mit Strom zu versorgen. Fehlendes aktives PFC sowie die mittlerweile antiquierte ATX 2.03 Norm sind einfach nicht mehr auf der Höhe der aktuellen technischen Anforderungen an ein modernes Netzteil. Dies zeigt sich auch in der Effizienz, denn unter 80% Last liegt der Wirkungsgrad bei knapp 71%, das ist einfach zu wenig.




Fazit:

Der Codegen Server 9011-C10 bietet Platz im Überfluss und glänzt durch sehr gute Verarbeitung, aber auch hier existieren wieder einige Stockfehler, die wir nicht einfach unter den Tisch fallen lassen können. Darum noch einmal die wichtigsten Resultate unseres Tests in der Übersicht:

Plus:
- sehr gute Verarbeitung.
- ansprechendes Design.
- sehr viel Platz.
- relativ leise Lüfter.
- Flexibler Einsatz durch Rollen gewährleistet.
- schweres Gehäuse ermöglicht hohe Eigendämpfung.
- gutes Preis-Leistungsverhältnis (99,90 €).

Minus:
- sehr durchschnittliches Netzteil.
- kein redundantes Netzteil verwendbar.
- das Netzteil hing wieder schief im Gehäuse.
- Netzteil verfügt über zu wenig Anschlüsse.
- sehr durchschnittliche Effizienz.
- S-ATA nicht möglich.
- kein aktives PFC.
- Kühlkonzept nur eingeschränkt sinnvoll.
- hakelige Steckkartenbefestigung.
- kein Mainboardschlitten.
- Power und Resetknopf nicht geschützt.

Wenn sich Codegen endlich für ein Netzteil entscheiden könnte, das den aktuellen Anforderungen entspricht, würde unser Resüme wesentlich positiver ausfallen, denn die allermeisten Kritikpunkte fallen exakt in diese Sparte. So steht selbst unser Bronze Award auf wackeligen Füßen und dieses Gehäuse hätte eigentlich mehr verdient...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Der Codegen Server 9011-C10 erhält den PC-Experience-Award in Bronze !






Weiterführende Links:

Tricod
Wir bedanken uns bei Tricod sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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