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Geschrieben von Cerberus am 03.06.2005 um 16:57:

Achtung Aerocool Turbine Power ATX 450W P5 Netzteil

Aerocool Turbine Power ATX 450W P5 Netzteil







Einleitung:

Wenn man sich aktuelle Netzteile anschaut, so kann man den Herstellern eines ganz sicher nicht absprechen: mangelnde Fantasie bei der Gestaltung der doch oft langweiligen Gehäuse.
So auch Aerocool, bei denen der Deckel des neuen Turbine Power ATX 450W P5 Netzteils aussieht, als ob der Supercomputer HAL aus 2001 Odyssee im Weltraum endlich ein Zuhause gefunden hätte...
Das dem nicht so ist, wird spätestens dann deutlich, wenn man den Rest der Retailverpackung auf seinem Schreibtisch entleert. Jede Menge Kabel lassen uns schnell wieder zum Thema zurückkommen, denn es geht letztendlich um den Test eines Netzteils. Exakt dieses möchte mit einem wohldurchdachten Kabelmanagement, ansprechenden Leistungsindikatoren und den schon erwähnten optischen Aspekten eine möglichst breite Käuferschicht ansprechen.
Ob dies realitisch ist und wie das Netzteil unseren Testparcour bewältigt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test, viel Spaß beim Lesen...




Lieferumfang:

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- Aerocool Turbine Power ATX 450W P5 Netzteil.
- 8 x 4Pin Kabel.
- 2 x Floppy Kabel.
- 4x S-ATA Connectoren.
- 1x PCI-Express Power Kabel.
- 1x ES 8-Pol (Server Mainboard) Stecker.
- 1x 12V Intel+AMD Stromstecker.
- 3 x 3Pin Lüfterverlängerungskabel.
- 1x 24-polig ATX-Anschluß.
- 1 x Kaltgerätekabel.
- Befestigungsschrauben.
- Retailverpackung.

Die technischen Daten:

- 450 Watt Gesamtausgangsleistung.
- 240 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- universeller Weitbereichseingang: 195-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 28 A
- +5,0 Volt: 32 A
- +12 Volt-1: 18 A
- +12 Volt-2: 16 A
- - 12 Volt 0,8 A
- +5 Volt Standby: 2,5 A
- Kompatibel mit Mainboardspezifikationen ATX v1.3 & v2.01.
- aktives PFC.
- Smart Cable Management System.
- UV-aktive ummantelte Kabel.
- Alu-Kühlkörper (eloxiert).
- Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×150) mm.
- Gewicht: ca. 2,5 Kg.
- Garantie: 3 Jahre.




Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
Asus P4C 800-E Deluxe Rev. 2.0
Grafikkarte
Sapphire X800 XT PE@ATI Silencer4 Rev.2
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum
TV-Karte
Pinnacle 300i Mediacenter
CPU-Kühler
Thermalright XP-90C
CPU-Lüfter
Papst Lüfter NMT 120W N/2GL
Arbeitsspeicher
4x 512 MB A-DATA PC4000 DDR500
Festplatten System 1
2x Samsung 1614C (7200 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten System 2
2x Western Digital WD740 (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
DVD-Brenner
Plextor PX-712A
CDRW-Brenner
LG 8526B
DVD-ROM
Plextor PX-130A
Gehäuse
Lian-Li PC 73-SL
Netzteil
Aerocool Turbine Power ATX 450W P5
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2
Zubehör
6x ichbinleise® Fan 80/1000 mit Zalman ZM-MFC1 Lüftersteuerung




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Das hochwertig lackierte Netzteilgehäuse wirkt sehr edel und unterstreicht auch den zweiten Eindruck, denn verarbeitungstechnisch gibt es zumindest rein äußerlich nichts zu bemängeln.
Wie fast alles hat aber auch dieser optische Aspekt eine Kehrseite, denn der Lack zerkratzt sehr leicht, da hilft auch das mitgelieferte Poliertuch weinig, eine Pulverbeschichtung wäre sicherlich weniger kratzanfällig gewesen.
Nach dem Vorreiter Antec hat auch Aerocool verstanden, das ein Kabelmanagement (Smart Cable Management) sehr sinnvoll ist, wenn es darum geht, das Kabelgewirr im Rechner zu reduzieren.
Auf der Rückseite der Netzteilverpackung sind dazu zwar ein paar Erläuternde Bilder vorhanden, aber warum existiert kein Handbuch?

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Die Innenansicht bietet einen Blick ins aufgeräumte Platinenlayout und offeriert u.a. auch gut verarbeitete eloxierte Kühlkörper, sowie zumindest optisch verifizierbar sauber verarbeitete Lötstellen.
Überraschend ist allerdings die Tatsache, das neben dem sehr sinnvollen 120mm Lüfter noch ein weiterer 80mm Lüfter ins Kühldesign integriert wurde, denn eigentlich ist dies überflüssig. Leider wurden beide Lüfter mit perforierten Abdeckungen versehen, die sich zwar optisch nahtlos ins Gesamtdesign einfügen, aber auch für Verwirbelungsgeräusche sorgen.
Der 120mm Lüfter stammt aus der sogenannten Turbine-Serie von Aerocool und soll durch seine 16 Lüfterblätter eine gesteigerte Luftförderleistung bei geringerem Geräuschniveau bewirken.

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Dank des "Smart Cable Management Systems" ist es möglich, nur die Kabel am Netzteil anzuschließen, die vom System auch tatsächlich benötigt werden. So bleibt der Innenraum des Gehäuses frei von ungenutzten Stromkabeln und der Lufttransport wird so weiter optimiert.
Die Verkabelungsstränge sind üppig bestückt und ausreichend lang bemessen, im einzelnen sind folgende Anschlußmöglichkeiten vorhanden:

- 8 x 4Pin Kabel.
- 2 x Floppy Kabel.
- 4x S-ATA Connectoren.
- 1x PCI-Express Power Kabel.
- 1x ES 8-Pol (Server Mainboard) Stecker.
- 1x 12V Intel+AMD Stromstecker.
- 3 x 3Pin Lüfterverlängerungskabel.
- 1x 24-polig ATX-Anschluß.
- 1 x Kaltgerätekabel.
Der 24 Pin Mainboard-Stromanschluß entspricht der aktuellen ATX 2.0 Norm und kann bei Bedarf um 4 Anschlüsse gekürzt werden, in dem man ihn einfach wegklippst, dadurch entfällt ein Adpater für Mainboards mit 20-poligem Anschluß. Die 4-poligen Stromanschlußstecker sind sehr leicht zu entfernen, dazu braucht man lediglich die Stecker zusammendrücken. Das ewige Gezerre an den Kabeln entfällt dadurch gänzlich, was natürlich auch potentielle Fehlerquellen wie zurückgeschobene Pins etc. wirksam verhindert.
So schön die vorhandene Leitung für PCI-Express Grafikkarten sind, so sinnvoll wäre auch eine separat abgeschirmte Leitung für eine AGP Grafikkarte gewesen, denn es gibt auch immer noch mehr als genug potentielle Kunden für leistungsstarke Netzteile, die eben nicht auf den PCI-Zug aufgesprungen sind...

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Bei der Verkabelung als solche wurden offenkundig einige Register gezogen, denn sowohl die aufwendigen Metallgeflecht-Isolierungen, als auch die Ummantelung durch eine zusätzliche Schicht Kunststoff wirken hochwertig. Die zusätzliche Außenhaut wurde integriert, um ein UV-aktives Leuchten zu ermöglichen. In Verbindung mit beleuchteten 120mm Lüfter bewirkt die leuchtende Verkabelung ein attraktives blaues Licht im Rechner, was sicherlich auch die Modder stimulieren könnte.




Technische Aspekte zur aktuellen Netzteiltechnik:

1. Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Es zeigt sich immer wieder in unseren Tests, daß weder die vollmundigen Herstellerangaben auf den Typenschildern, noch die angegebenen Wattzahlen auch nur annähernd etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen eines Netzteils aussagen! Die Erfahrung hat oft genug gezeigt, daß es auch 450 Watt Netzteile gibt, die schon bei geringster Last einbrechen und nicht im entferntesten die angegebenen Leistungsparameter abliefern können. Im Gegensatz dazu existieren sehr leistungsstarke 300 Watt Netzteile, die auch hochgerüstete Systeme durchaus ausreichend versorgen können. Es ist also offensichtlich, daß die Wattangabe absolut nichts über die Leistungsfähigkeit eines Netzteils aussagt, die aufgeklebten Herstellerangaben leider sehr oft ganz genauso wenig.
Um dergleichen zu vermeiden, greift man am besten zu leistungsseitig ausreichend dimensionierten Qualitätsnetzteilen.
Ein vor allem in der Übertaktergemeinde zentrales Problem und Qualitätskriterium ist die sogenannte "Stabilität" der einzelnen Spannungsschienen. Gerade bei qualitativ schlechteren oder schlichtweg überlasteten Netzteilen kann es dazu führen, daß die Spannungslinien von ihren Werten her einbrechen. So liefert ein Netzteil statt der erwünschten 12V dann etwa 11V und statt der benötigten 5V nur noch 4,7V. Während eine gewisse Abweichung im Bereich der Toleranz liegt (siehe ATX V2.03 Spezifikation) und vollkommen unproblematisch ist, führen gröbere Abweichungen in der Regel zu Instabilität und Systemabstürzen, die leider auch nicht immer sofort als Netzteilproblem verifizierbar sind.
Grundsätzlich ist es so:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor, da die meisten Computer aus diesen beiden Leitungen die stromhungrigsten Komponenten versorgen, es sei denn, es handelt sich um ein Pentium 4 System. Intel hat dort bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker eingeführt. Der Pentium 4 bezieht seinen Strombedarf aus der weniger belasteten +12 V Leitung. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen 12V-Anschluß zur Entlastung an. Bei der nicht geringen Stromaufnahme der nForce und Athlon 64 Boards ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Darüber hinaus sollte aber auch die +12 Volt Schiene ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere liefern können, je mehr desto besser...

2. Power Factor Correction (PFC):
"Power Factor Correction" oder kurz PFC ist ein in der EU für PC-Netzteile mittlerweile vorgeschriebener Standard, um die Stromaufnahme von Geräten für das Stromnetz weniger belastend auszulegen. Schaltnetzteile beziehen den Strom in Form kurzer Impulse, was dazu führt, daß die sinusförmige Netzspannung durch die Erzeugung harmonischer Oberwellen verzerrt wird. Insgesamt ist die komplexe Lastcharakteristik eines gewöhnlichen PC-Netzteils für das Stromnetz sehr ungünstig, da eine hohe Phasenverschiebung von Spannung und Strom sowie eine allgemein hohe Verzerrung der Wellenform auftritt. Je größer diese Phasenverschiebung ist, desto niedriger ist der "Power Factor" oder Leistungsfaktor eines Gerätes: Beträgt die Phasenverschiebung zwischen Spannung und Strom 90° ist der Leistungsfaktor 0 (0%, cos(90) = 0). Tritt hingegen keine Phasenverschiebung auf, d.h. sind Spannung und Strom perfekt synchron, ist der Leistungsfaktor 1 (100%, cos(0) = 1). Zu unterscheiden ist daher die sich aus der einfachen Rechnung Spannung*Stromstärke ergebende "Scheinleistung" sowie die den Phasenwinkel berücksichtigende "Wirkleistung": Stromstärke*Spannung*Leistungsfaktor. Der Leistungsfaktor beschreibt also zugleich das Verhältnis zwischen der an den Stromanschluß übertragenen "Wirkleistung" und der vom Verbraucher tatsächlich entnommenen "Scheinleistung" (Leistungsfaktor = Wirkleistung / Scheinleistung). Je weiter der Leistungsfaktor vom optimalen Wert 1 (100%) absinkt, desto höher ist die aus dem Stromnetz entnommene sogenannte "Blindleistung".
Passiv-PFC Systeme erreichen einen Leistungsfaktor von bis zu 0,8 durch Unterdrückung der harmonischen Oberwellen mittels eines relativ simplen, passiven Bausteins. Activ-PFC Systeme hingegen beziehen das Verhältnis zwischen der bestehenden Grundschwingung und den hinzugekommenen Oberwellen, den sogenannte Klirrfaktor, mittels einer integrierten Schaltung (IC) ein und regeln die Stromaufnahme gemäß dem Spannungsverlauf, als ob eine reine Widerstands-Last ohne Phasenverschiebung (d.h. Leistungsfaktor = 1) angeschlossen wäre. Active-PFC erreicht daher einen deutlich höheren Leistungsfaktor von über 95%. Zusätzlich ermöglicht die Schaltung eine einfachere Adaption an alle Stromnetze von 85 bis 265V.
Allgemein handelt es sich bei PFC um eine Technologie, die der Verbesserung der allgemeinen Stromversorgung dienen soll, indem die komplexe Lastcharakteristik von Verbrauchern möglichst weit an jene einfacherer Geräte angepaßt wird.

3. Warum ist ATX12V v2.0 so wichtig?
Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

- Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
- Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
- Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
- Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.

4. Belüftung und Lautstärke:
Zwar steht heute bereits auf beinahe jeder Netzteil-Verpackung werbewirksam "Silent", gut beraten ist man damit zwangsläufig allerdings noch nicht. Oft entpuppt sich, was beim Start noch erstaunlich leise klang bei entsprechender Belastung als störende Lärmquelle. Ursache dafür sind zumeist nicht nur die hochdrehenden, lastgesteuerten Lüfter, sondern oft auch ein von den überlasteten Spannungswandlern verursachtes Pfeifen oder Brummen, das nicht selten von heftigen Vibrationen begleitet wird.
Allgemein läßt sich im Hinblick auf Lautstärke und Belüftung bei Netzteilen folgendes attestieren:
Moderne ATX- Netzteile verfügen je nach Bauart und Qualität über eine Wirkungsgrad von rund 60-80%. Daraus ergibt sich, daß in Situationen, wo das Netzteil 150W Strom ans System liefert, im Gerät gleichzeitig gut 60W an Wärmeenergie entstehen, die abgeführt werden müssen um eine zu Instabilität führende Überhitzung zu vermeiden - ein nicht unbeträchtlicher Wert! Die meisten aktuellen Netzteile verfügen dafür entweder über eine Last-oder Temperatursteuerung (oder eine Kombination), d.h. die Drehzahl der Lüfter wird automatisch angepaßt - die Lautstärke steigt mit Last bzw. Temperatur. Alternativ gibt es Modelle mit manueller oder halbautomatischer Regelung. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Zu viel Lärmempfindlichkeit wird oft mit Überhitzung bezahlt. Wer also seine Hardware nicht riskieren oder dauernd zur Anpassung der Drehzahl hinter den Rechner krabbeln möchte, müßte diese zur Sicherheit entsprechend hoch einstellen und ist daher mit einem guten automatisch gesteuerten Netzteil bedeutend besser beraten.
Klar ist jedenfalls, daß z.B. Belüftungskonzepte, welche vorsehen, die vom System erhitzte Luft ausschließlich durch das Netzteil abzuführen, in doppelter Hinsicht problematisch sind: Erstens wird das Netzteil schlechter gekühlt, was unter Umständen wieder zu instabilen Spannungsschienen führen kann. Zweitens müssen die Lüfter des Netzteils schneller drehen, um das gleiche Maß an Kühlung zu erzielen und werden somit zu einem stärkeren Lärmfaktor. Es sei denn man dimensioniert den Netzteillüfter grundsätzlich so, daß ein Kompromiss möglich ist, z.B. durch einen volumenintensiven 120mm oder 140mm Lüfter.
Grundsätzlich sind darum Silentnetzteile die mit einem oder 2 langsam drehenden 80mm Lüfterm daher kommen, ob ihrer Kühlleistung argwöhnisch zu beurteilen.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern schenken wir uns den detaillierten Ablauf, weisen aber auf wichtige Aspekte deutlich hin.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos entfernt werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !




Der Test:

Nachdem wir unseren 12-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt sowie mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.


Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des Enermax-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
niedrigster Wert
3,32V
4,96V
12,14V
höchster Wert
3,37V
5,05V
12,22V
durchschnittlicher Wert
3,35V
5,02V
12,19V





Keine Spannungsschiene erwies sich als unterdimensioniert oder instabil, alle Leitungen wurden optimal versorgt. Die gemessenen Schwankungen liegen im tolerablen Bereich und können absolut vernachlässigt werden, denn zu keiner Zeit hatten wir auch unter Last objektiv den Eindruck, das sich die Stabilität reduzieren könnte.
Was die Lautheit des Netzteils angeht, so scheint die Thermoregelung gut zu funktionieren, denn auch unter Last fuhr das Netzteil keinen orkanartigen Angriff auf unsere Ohren, sondern hielt sich weiterhin vornehm zurück. Ob dies auch den Silentanhängern genügt, ist schwerlich zu beurteilen, denn jeder hat ein anderes subjektives Empfinden von Lautheit. Wir empfanden das Aerocool Netzteil in unserem geschlossenen System jedenfalls nicht als störend, auch wenn wir unsere 6 ohnehin sehr leisen Gehäuselüfter komplett abschalteten.
Was die Kühlleistung des Aerocool angeht, so produzierte es auch unter Last nie mehr als 38°C warme Abluft, mit anderen Worten, das Netzteil verfügt sowohl über eine gute Eigenkühlung, als auch über eine "wohltemperierte" Unterstützung des Gesamtkühlkonzeptes im System.
Der Effizienz des Netzteils bei 80% Last beträgt 74%, das kann durchaus als guter Durchschnitt angesehen werden.


Die durchschnittlichen Leistungswerte aller bisher von uns getesteten Netzteile zum direkten Vergleich:

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Fazit:

Schwarz ->schön ->leistungsstark, so fällt unser einhelliger Tenor nach dem Test aus, denn das Aerocool Turbine Power ATX 450W P5 gab sich keine wirkliche Blöße, wenn man mal von der unverständlicherweise fehlenden Bedienungsanleitung absieht, ein störender Fleck auf der ansonsten makellosen Bilanz dieses Boliden.
Das Kabelmanagement hat in jedem Fall seine Daseinsberechtigung, denn nur so hat der geneigte Käufer die Flexibilität beim Verlegen der Kabel, die notwendig ist, um Ordnung im Gehäuse zu ermöglichen.
Ob der 80mm Lüfter wirklich notwendig ist oder nicht, lassen wir mal dahingestellt sein. Er entpuppte sich zwar nicht als Radaubruder, rein technisch sollte aber der 120mm Lüfter für sich allein eigentlich ausreichen.
Die optische Attitüde des Netzteils ist wie immer reine Geschmackssache, insofern muß jeder für sich selbst entscheiden, ob ein Netzteil blau blinken oder leuchten muß, wir empfanden es aber nichts als störend, ganz im Gegenteil... Es wäre etwas anderes, wenn die Optik technische Mängel überdecken sollte, aber das können wir Aerocool wahrlich nicht unterstellen.
Der aktuelle Marktpreis von knapp unter 100€ geht für das Gebotene absolut in Ordnung, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und unterstreicht dieses attraktive Paket von Aerocool.




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Aerocool Turbine Power ATX 450W P5 Netzteil erhält den PC-Experience-Award in Gold !






Weiterführende Links:

Listan

Aerocool

Wir bedanken uns bei Listan sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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