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Geschrieben von Cerberus am 11.03.2005 um 12:15:

Achtung be quiet! BQT P5-470W-S1.3 Blackline Netzteil

be quiet! BQT P5-470W-S1.3 Blackline Netzteil







Einleitung:

Im Zuge der neuen Netzteilrevisionen von be quiet! konnten auch wir ein Exemplar der überarbeiteten Energiespender eingehend begutachten. Es handelt sich um das be quiet! BQT P5-470W-S1.3 Blackline Netzteil, das sowohl mit reichhaltiger Ausstattung als auch mit üppigen Leistungsdaten auftrumpfen möchte.
Rein optisch hat sich relativ wenig verändert, dafür wurde neben der Kompatiblität zu den aktuellen ATX Standards die sogenannte ECASO Technologie (Enhanced Cooling After System Off) implementiert, wodurch die eingebauten Lüfter noch 3 Minuten nachlaufen, um die Abkühlung des Systems zu beschleunigen.
Unser letzter be quiet! Test bescheinigte diesen Netzteilen ein qualitativ sehr hohes Niveau, insofern waren wir gespannt, ob sich dies in den überarbeiteten Versionen fortsetzen würde.
Alle relevanten Details erfahrt wie immer in unserem ausführlichen Test, viel Vergnügen beim Lesen...




Lieferumfang:

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- be quiet! Blackline BQT P5-470W-S 1.3 Netzteil.
- Kaltgerätestecker.
- Kabelbinder (Kunststoff und Klettverschluss).
- Befestigungsschrauben.
- 24 auf 20 Pin ATX Adapter.
- Retailverpackung.
- mehrsprachige Anleitung.


Die technischen Daten:

- 470 Watt Gesamtausgangsleistung.
- 220 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- universeller Weitbereichseingang: 200-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 30 A
- +5,0 Volt: 40 A
- +12 Volt: 29/34 A
- +5 Volt Standby: 2,5 A
- Kompatibel mit Mainboardspezifikationen ATX v2.1 & v2.2.
- Kompatibel mit Mainboardspezifikationen BTX v1.0a.
- E-ATX Ready (Kompatibel mit E-ATX Dual Mainboards, EPS 8-Pin Anschluss)
- aktives PFC.
- Anschlussbestückung:
- 1x ATX ( 600mm)
- 1X P4 ( 600mm)
- 1x PCI-E (600mm)
- 1X VGA ( 600mm)
- 4X Sata ( 750mm)
- 6x 4 Pin ( 750mm)
- 3x 3 Pin (750mm)
- 2x Floppy ( 600mm)
- 2x 80mm Lüfter (thermogeregelt).
- ummantelte verdrillte Kabel.
- Alu-Kühlkörper (eloxiert).
- Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×85×150) mm.
- Gewicht: ca. 2,8 Kg.
- Garantie: 3 Jahre.




Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
Asus P4C 800-E Deluxe Rev. 2.0
Grafikkarte
Sapphire X800 XT PE@ATI Silencer4
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS Platinum
TV-Karte
Pinnacle 300i Mediacenter
CPU-Kühler
Thermalright XP-90
Arbeitsspeicher
4x 512 MB A-DATA PC4000 DDR500
Festplatten System 1
2x Samsung 1614C (7200 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten System 2
2x Western Digital WD740 (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
DVD-Brenner
Plextor PX-712A
CDRW-Brenner
LG 8526B
DVD-ROM
Plextor PX-130
Gehäuse
Lian-Li PC 73-SL
Netzteil
be quiet! BQT P5-470W-S1.3
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2
Zubehör
6x Papst 8412 N/2GMLE mit Noisemagic Lüftersteuerung




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Das Netzteil-Gehäuse verfügt über eine schwarz-glänzende, etwas spiegelnde Oberfläche, die zusätzliche EMV Abschirmung (Elektro-Magnetische Verträglichkeit) bietet. Die Optik ist zwar nicht spektakulär, aber das sollte eigentlich auch kein Kaufkriterium sein, denn was nützt die schönste Optik, wenn die Leistungsindikatoren nicht ausreichen.
Leider wurde am Kabelstrangausgang auf eine besser isolierende und schützende Muffe verzichtet, das kann man zweifellos besser lösen.

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Die Verkabelungsaustattung ist wahrlich reichhaltig, es fehlt eigentlich an nichts und die Länge der einzelnen Kabelstränge genügt auch in sehr großen Gehäusen jedem Anspruch.
Höchste Kompatibilität zu aktuellen und neuen Mainboard-Technologien bietet der universelle ATX-Anschluss. Hierzu steht ein 24-Pin Anschluss zur Verfügung, der mit Hilfe des im Lieferumfang befindlichen Adapters auch als 20-Pin Anschluss genutzt werden kann. Um PCI-Express-Karten direkt und ohne Adapter an das Netzteil anschließen zu können, steht ein entsprechender 6-Pin Stromanschluss zur Verfügung. Die zusätzlichen Anschlüsse sind speziell abgeschirmt, um die Spannungsversorgung bestmöglich zu stabilisieren. Hierzu verwendet be quiet! eine spezielle Abschirmung mittels Ferritkernen.
Um S-ATA Laufwerke direkt mit dem Netzteil verbinden zu können, stehen vier S-ATA Anschlüsse zur Verfügung. Bei der BQT P5-470W Variante steht zusätzlich ein 8-Pin EPS-Anschluss zur Verfügung, der den Betrieb von Dual Server-Mainboards (E-ATX) ermöglicht.

Warum ist ATX12V v2.0 so wichtig?

Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

- Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
- Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
- Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
- Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.


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Im "Innenraum" setzt sich die hohe Güte der Verarbeitung fort, die Kühlkörper sind großzügig dimensioniert und eloxiert, um Korrosion zu verhindern.
Der Platinenaufbau wirkt aufgeräumt und sauber verarbeitet, Fertigungsrückstände waren nicht zu entdecken.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern sparen wir uns den detaillierten Ablauf.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei und das alte Netzteil kann problemlos entfernt werden.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !




Der Test:

Bevor wir zum eigentlichen Leistungstest kommen, noch ein paar Worte zu den Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor, da die meisten Computer aus diesen beiden Leitungen die stromhungrigsten Komponenten versorgen, es sei denn, es handelt sich um ein Pentium 4 System. Intel hat dort bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker eingeführt. Der Pentium 4 bezieht seinen Strombedarf aus der weniger belasteten +12 V Leitung. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2/3/4 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen 12V-Anschluß zur Entlastung an. Bei der nicht geringen Stromaufnahme der nForce und Athlon 64 Boards ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Darüber hinaus sollte aber auch die +12 Volt Schiene ausreichend dimensioniert sein und wenigstens 15 Ampere liefern können, je mehr desto besser...
Das be quiet! Netzteil verfügt über den vor geraumer Zeit eingeführten Standard Active PFC. Dieses Kürzel bedeutet PFC "Power-Factor-Correction". Zu deutsch bedeutet "PFC" "Leistungsfaktorkorrektur". Dieses Verfahren vermindert die Oberwellenbelastung auf den (Wechselspannungs-) Versorgungsleitungen und verbessert deren Ausnützung. Die meisten Schaltnetzteile richten die Netzspannung gleich und glätten sie mit einem Elektrolytkondensator. Durch dieses Verfahren kann jedoch nur dann Netzstrom fließen, wenn die Netzspannung höher ist als die Spannung am Elektrolytkondensator. Dadurch entstehen relativ schmale und hohe Stromimpulse in der Netzleitung, abhängig vom Netz, von der Größe des ELKOs und natürlich von der aufgenommenen Leistung. Durch die PFC wird der Stromflußwinkel (sinusähnlich) erhöht und dadurch der Effektivwert des Netzstromes verringert.

wichtiger Hinweis:
Es zeigt sich immer wieder in unseren Tests, daß weder die vollmundigen Herstellerangaben auf den Typenschildern, noch die angegebenen Wattzahlen auch nur annähernd etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen eines Netzteils aussagen! Die Erfahrung hat oft genug gezeigt, daß es auch 450 Watt Netzteile gibt, die schon bei geringster Last einbrechen und nicht im entferntesten die angegeben Leistungsparameter abliefern können. Im Gegensatz dazu existieren sehr leistungsstarke 300 Watt Netzteile, die auch hochgerüstete Systeme durchaus ausreichend versorgen können. Es ist also offensichtlich, daß die Wattangabe absolut nichts über die Leistungsfähigkeit eines Netzteils aussagt, die aufgeklebten Herstellerangaben leider sehr oft ganz genauso wenig.
Darum lest bitte unsere Definitionen der Leistungsindikatoren sorgfältig durch, damit ihr nicht aufs falsche Pferd beim Netzteilkauf setzt...





Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des be quiet!-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
niedrigster Wert
3,31V
5,02V
12,06V
höchster Wert
3,35V
5,09V
12,11V
durchschnittlicher Wert
3,33V
5,06V
12,09V





Nachdem wir unseren 12-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt und mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.
Wir waren beeindruckt,
trotz unserer üppigen Testrechnerausstattung waren wir auch über Last nicht in der Lage, das be quiet" Netzteil aus der Reserve zu locken, das Netzteil meisterte souverän alle Anforderungen.
Speziell auf der +12V Leitung bietet die BQT P5 Serie besonders hohe Reserven und kann so selbst leistungshungrige PC-Systeme der neusten Generation mit ausreichend Strom versorgen, daran besteht kein Zweifel.
Die Geräuschkulisse der thermogeregelten Lüfter war balsam für unsere Ohren, denn selbst unter Last ist das Netzteil kaum wahrnehmbar.
Am be quiet! Netzteil können übrigens noch 3 zusätzliche Gehäuselüfter angeschlossen werden, die über das Thermo Control System des Netzteiles automatisch in der Leistung geregelt werden.
Die Eigenkühlung ist ausreichend, das Netzteil wird auch unter Last zwar nicht übermäßig warm, aber ein 120mm Lüfter wäre leiser und würde durch sein wesentlich größeres Fördervolmuen nicht nur die Eigenkühlung optimieren, sondern auch den Abtransport der Abwärme im Gehäuse effizienter unterstützen.
Die Nachlaufsteuerung (ECASO) lässt die Netzteil- und die an den Lüfteranschlüssen des Netzteiles angeschlossenen Lüfter noch 3 Minuten nach dem Ausschalten weiterlaufen, was die beschleunigte Rückkühlung der vorher thermisch belasteten Komponenten gezielt unterstützt.


Die durchschnittlichen Leistungswerte aller bisher von uns getesteten Netzteile zum direkten Vergleich:

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Fazit:

Das be quiet! BQT P5-470W-S1.3 Blackline Netzteil macht seinem Namen alle Ehre, denn es ist wirklich leise.
Dazu gesellen sich ausgezeichnete Leistungswerte gepaart mit purer Stabilität, wobei der durchschnittliche Wirkungsgrad von knapp 70% (bei 80% Last) allerdings noch verbesserungswürdig wäre. Verbesserungswürdig wäre unserer Meinung nach auch die 2-Lüftertechnik, denn sie ist nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Eine 1 Lüfter-Lösung mit einem hochwertigen 120mm Lüfter würde eine ähnlich geringe Geräuschkulisse bei wesentlich mehr Luftdurchsatz bewerkstelligen, was sowohl der Eigenkühlung, als auch der Kühlunterstützung im PC-Gehäuse zu Gute käme.
Die Ausstattung glänzt durch Vollständigkeit und Features wie ECASO runden den Auftritt von be quiet! perfekt ab.
Die neuen Revisionen sind makellos durchkonstruiert und werden sich auf dem Netzteilmarkt mühelos behaupten können, zumal der Preis wie bei unserem Testprobanten von durchschnittlich 95 € für das Gebotene durchaus angemessen ist.
be quiet! hat sich problemlos in der Riege unserer Referenz Netzteile plaziert und es ist zur Zeit kein plausibler Grund ersichtlich, warum sich dies in absehbarer Zukunft ändern sollte...




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das be quiet! BQT P5-470W-S1.3 Blackline Netzteil erhält den PC-Experience-Award in Gold !






Weiterführende Links:

Be Quiet


Wir bedanken uns bei Listan sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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