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Geschrieben von Cerberus am 10.12.2004 um 20:36:

Achtung Enermax Coolergiant EG 701AX-VH 600-Watt Netzteil

Enermax Coolergiant EG 701AX-VH 600-Watt Netzteil







Einleitung:

Gigantomanie stammt ursprünglich aus der griechischen Sprache und bedeutet sinngemäß: "Bestreben, alles ins Enorme zu steigern."
Dies trifft wohl auch auf unseren neuesten Testprobanten zu, denn ein 600 Watt Netzteil ist wahrlich kein Mainstream mehr. Das neue EG-701AX aus der Coolergiant Serie von Enermax verfügt über enorme Leistungsindikatoren und sollte insbesondere diejenigen User ansprechen, die ihren Rechner mit einer ganzen Reihe stromhungriger Komponenten ausgestattet haben und möglicherweise auch schon mit SLI liebäugeln.
Unabhängig von den beeindruckenden Eckdaten haben wir aber auch hier über den Tellerrand geschaut und die Alltagstauglichkeit dabei nicht außer acht gelassen und dazu gehören eben nicht nur Leistung pur, sondern auch Lärmpegel und Wirkungsgrad, sowie Ausstattung und Kompatibilität, aber dazu mehr in unserem Review.




Lieferumfang:

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- Netzteil in Retailverpackung.
- Kaltgeräteanschlußkabel.
- Befestigungsschrauben.
- Handbuch (7 Sprachen).





Die technischen Daten:

- Gehäusematerial >Aluminium.
- 600 Watt Gesamtausgangsleistung.
- 280 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- universeller Weitbereichseingang: 100-240 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 34 A
- +5,0 Volt: 34 A
- +12 Volt: 18 A
- +12 Volt zweite Leitung: 18 A.
- +5 Volt Standby: 2,5 A
- ATX 12V 2.0 Version.
- Unterstützt PCI-Express Grafik.
- Aktives PFC.
- 4 S-ATA Konnektoren.
- 2x 80mm Lüfter (regelbar von 1000 bis 3000 U/min).
- OCP (Over Current Protection) - Schutz vor Stromspitzen.
- OTP (Over Temperature Protection) - Überhitzungsschutz.
- OVP (Over Voltage Protection) - Überspannungsschutz.
- OPP (Over Power Protection) - Überlastungsschutz.
- UVP (Under Voltage Protection) - Unterspannungsschutz.
- SCP (Short Circuit Protection) - Schutz vor Kurzschlüssen.
- FMA-Funktion: Manuelle und automatische Geschwindigkeitskontrolle der Lüfter.
- Autokühler >läuft automatisch nach Abstellen des Rechners ca. 2 Minuten weiter.
- Abschirmung vor elektromagnetischen Störungen durch Ferritkern.
- Gewicht: ca. 2 Kg.
- Garantie: 3 Jahre.




Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
Asus P4C 800-E Deluxe Rev. 2.0
Grafikkarte
Galaxy Glacier Geforce 6800GT
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS
CPU-Kühler
Thermalright XP-120
Arbeitsspeicher
2x 512 MB Corsair XMS 3200 Twinx XL
Festplatten System 1
2x Samsung 1614C (7200 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten System 2
2x Western Digital WD740 (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
DVD-Brenner
Plextor PX-712A
CDRW-Brenner
LG 8526B
DVD-ROM
Toshiba M-1912
Gehäuse
Lian-Li PC 73-SL
Netzteil
Enermax Coolergiant EG 701AX-VH 600Watt
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2
Zubehör
6x Papst 8412 N/2GMLE mit Noisemagic Lüftersteuerung




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Wie schon beim EG 485AX von Enermax besticht auch dieses Netzteil durch ansprechende Optik gepaart mit reichhaltiger Ausstattung. Es fehlt eigentlich an nichts, wenn man mal von einer speziell abgeschirmten Leitung für eine Highend-Grafikkarte absieht. Im Test erwies sich dies allerdings nicht als Nachteil, wir konnten keine diesbezüglichen Störungen vermelden.
Das Gehäuse ist aus rot eloxiertem Aluminium, was einerseits Korrosion verhindert und andererseits die Wärmeableitung ans Gehäuse unterstützt, da Aluminium bekanntlich besser leitet als Stahl.

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Sehr sinnvoll ist die Führung des Kabelstrangs aus dem Gehäuse heraus mit einer Kunstoffmuffe, so werden sehr wirksam Scheuerstellen vermieden, die sich nicht selten zu eklatanten Gefahrenquellen entwickeln können.
Der Innenaufbau ist sehr sauber verarbietet, die Kühlkörper sind nicht zu klein dimensioniert, alles ist akkurat verlegt und verlötet.

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Im Gegensatz zu den etwas schwächereren Varianten dieses Netzteiltyps werkeln keine 3 Lüfter im Innenraum, sondern 2 in Push-and Pullanordnung, wie wir sie schon bei Tagan kennengelernt hatten. Bei den allermeisten Dual-Fan Netzteilen sitzt ja in der Regel der zweite Lüfter im Deckel. Nicht so beim Enermax, denn hier sitzt er leicht versetzt direkt hinter dem ausblasenden Lüfter. Dadurch sorgen die beiden gleitgelagerten Lüfter für eine beinahe ideale Be- und Entlüftung des Netzteils. Zusätzliche Aussparungen im Gehäuseboden unterstützen wirksam die Eigenkühlung des Netzteils.
Die FM-Funktion beschert dem User die Möglichkeit, die Lüfterdrehzahlen sowohl über das Mainboard auslesen zu lassen, als auch manuell einzugreifen, denn auf der Rückseite des Netzteils befindet sich ein entsprechender Drehpotentiometer zur Regelung. So ganz begibt sich das Netzteil damit aber nicht in die Hand des Users, denn wenn die manuell vorgenommenen Einstellungen keine adäquaten Kühlleitungen mehr gewährleisten, regelt die Elektronik automatisch nach und das bietet Sicherheit.
Eine Nachlaufsteuerung der eingebauten Netzteil-Lüfter und separate Luftkanäle ermöglichen einen effektiveren Abtransport der Abwärme sowohl aus dem Rechner, als auch aus dem Netzteil, denn die Wärmeentwicklung des Netzteils sollte man trotz hochwertiger Bauteile und aufwendiger Kühlkörper nicht unterschätzen. Wir haben diesbezüglich schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht, insbesondere mit passiv gekühlten Netzteilen.

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Wie schon erwähnt läßt sich an der Verkabelung wenig bemängeln, es ist alles ausreichend vorhanden und da das Enermax bereits die aktuelle ATX12V v2.0 erfüllt, werden sich die Anwender mit PCI-Express Grafikkarten über den vorhandenen Anschluß freuen. 4 S-ATA Konnektoren sichern künftige Aufrüstungen, denn mittlerweile gibt es ja auch schon entsprechend anschlußfreudige DVD-Brenner, so daß auch hier der Bedarf gedeckt wird. Insgesamt stehen dem potentiellen Kunden 2x Floppy-Anschlüsse, 7x 4pin Stecker, 4x S-ATA und 1x PCI-Express zur Verfügung, das Ganze mit vergoldeten Anschlüsse für größtmögliche Leitfähigkeit. Ein integrierter Ferritkern sorgt darüber hinaus dafür, daß elektromagnetische Störungen keine Chance haben, somit wäre auch dieser nicht unwichtige Bereich abgearbeitet.

Warum ist ATX12V v2.0 so wichtig?

Dies ist die modernste Spezifikation für Desktop Motherboards und Netzteilen, welche wesentliche Änderungen im Vergleich zum v1.3 Standard beeinhaltet:

- Die SATA Anschlüsse sind jetzt offiziell zertifiziert.
- Der Motherboard Hauptanschlussstecker wurde von 20 auf 24 Pins erweitert, um den Stromverbrauch auf dem PCI Express Bus besser verarbeiten zu können.
- Die 6 Pin Aux Stecker sind weggefallen.
- Die Schaltungstechnik wurde zu dualen 12V Ausgängen modernisiert, welches CPU und Peripheriegeräten größere Stabilität garantiert.
Zusätzlich wurde die +12V Ausgangsleistung insgesamt erhöht, um den Verbrauch des PCI Express Erweiterungsteckplatz auszugleichen.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern sparen wir uns den detaillierten Ablauf.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei.

Vergeßt bitte nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !




Der Test:

Bevor wir zum eigentlichen Leistungstest kommen, noch ein paar Worte zu den Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe "Total DC Output" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. "Combined Power" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Einzel belastet ist mehr möglich, aber zusammen eben nicht, da müssen dann entsprechende Abstriche hinsichtlich der Belastung gemacht werden.
Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können, sowie mindestens 200 Watt Combined Power liefern.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor, da die meisten Computer aus diesen beiden Leitungen die stromhungrigsten Komponenten versorgen, es sei denn, es handelt sich um ein Pentium 4 System. Intel hat dort bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker eingeführt. Der Pentium 4 bezieht seinen Strombedarf aus der weniger belasteten +12 V Leitung. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen 12V-Anschluß zur Entlastung an. Bei der enormen Stromaufnahme der nForce 2 und Athlon 64 Boards ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Das Enermax Netzteil verfügt über den vor ein paar Jahren eingeführten Standard Active PFC. Dieses Kürzel bedeutet PFC "Power-Factor-Correction". Zu deutsch bedeutet "PFC" "Leistungsfaktorkorrektur". Dieses Verfahren vermindert die Oberwellenbelastung auf den (Wechselspannungs-) Versorgungsleitungen und verbessert deren Ausnützung. Die meisten Schaltnetzteile richten die Netzspannung gleich und glätten sie mit einem Elektrolytkondensator. Durch dieses Verfahren kann jedoch nur dann Netzstrom fließen, wenn die Netzspannung höher ist als die Spannung am Elektrolytkondensator. Dadurch entstehen relativ schmale und hohe Stromimpulse in der Netzleitung, abhängig vom Netz, von der Größe des ELKOs und natürlich von der aufgenommenen Leistung. Durch die PFC wird der Stromflußwinkel (sinusähnlich) erhöht und dadurch der Effektivwert des Netzstromes verringert.




Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des Enermax-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
niedrigster Wert
3.27V
5.05V
12.16V
höchster Wert
3.34V
5.11V
12.22V
durchschnittlicher Wert
3.31V
5,08V
12,19V





Nachdem wir unseren 12-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt und mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.
Die Werte sind hervorragend und fallen auf keiner Schiene aus dem Rahmen, man kann diesem Netzteil wirklich absolute Stabilität bescheinigen. Insbesondere die Leistung auf der für P4/A64 so wichtigen 12-Volt Schiene hat uns beeindruckt, solche Werte konnten wir in unseren bisherigen Netzteil-Tests nicht verbuchen.
Was die Lautstärke des Netzteils angeht, so empfanden wir sie allenfalls als sehr leises und objektiv nicht wahrnehmbares Säuseln. Das Netzteil ist eigentlich nur zu hören, wenn man den Rechner ausschaltet und die Nachlauffunktion wirksam wird.
Wir sind gespannt, was Enermax im Sommer 2005 auf den Markt bringt, vielleicht auch endlich ein Netzteil mit 120mm Lüfter?




Fazit:

Was für ein Kraftpaket..., muß die neidlose Anerkennung für dieses auch optisch attraktive Stück Technik lauten, denn vergleichbare Werte konnten wir bisher nicht messen.
Selbst der Wirkungsgrad hat uns überrascht, er ist zwar mit 76% (bei 80% Auslastung) noch ausbaufähig, aber auch hier greift die gute Umsetzung der ATX12V v2.0 Norm seitens Enermax, was beileibe nicht für viele Netzteile dieser Kategorie gilt.
Nun hat so ein Bolide allerdings auch seinen Preis und der ist mit ca. 140 € nicht gerade als schlank zu bezeichnen, für das Gebotene aber in jedem Fall angemessen daran besteht ebenso wenig Zweifel, denn Verarbeitung und Leistung sind fabelhaft.
Stellt sich die Frage: wer braucht so ein Netzteil?
User mit durchschnittlich ausgestatteten Rechnern jedenfalls nicht so viel ist sicher. Aber wenn sehr viele Laufwerke gepaart mit Highendgrafikkarten, der kommenden SLI-Technik und aktuellen Prescottsystemen bestückt werden, sollte man in jedem Fall darüber nachdenken auch in so ein Netzteil zu investieren, denn in der Regel bleibt es in dem Bereich auch nicht bei der Standardtaktung und dann sind Reserven gefragt und sinnvoll. Wem das dann doch zu üppig erscheint, dem sei gesagt, daß es diese Netzteilserie auch in kleineren Dimensionen gibt, so daß nicht nur für jeden Geldbeutel etwas dabei ist, sondern auch für jeden Bedarf.




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Enermax Coolergiant EG 701AX-VH 600-Watt erhält den PC-Experience Award in Gold !






Weiterführende Links:


Enermax

Enermax Coolergiant EG 485AX Netzteil

Wir bedanken uns bei Enermax sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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