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--- Tagan TG420-U02 i-Xeye (http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=11418)


Geschrieben von Cerberus am 16.10.2004 um 12:32:

Achtung Tagan TG420-U02 i-Xeye

Tagan TG420-U02 i-Xeye







Einleitung:

Tagan hat sich auf dem heiß umkämpften Markt der High-End-Netzteile etabliert, das machten die Tests des TG 480 mehr als deutlich.
Die Modellpalette wurde inzwischen erweitert, so daß nicht nur üppig dimensionierte Kraftwerke sondern auch leistungsstarke Einsteigerpakete geschnürt wurden. Von 330 Watt bis derzeit 480 Watt sind insgesamt 5 Modelle erhältlich, die zudem durch attraktive Preise die Käuferentscheidung nachhaltig beeinflussen.
Tagan hat für dieses Modell nicht nur neue technische Features einfließen lassen, sondern auch optische Schmankerl in Form von blauen LED's zu bieten und das ist sicher auch für die Modder ein Thema.
Nun sind allerdings die Preise allein, die Optik und auch die vollmundig angepriesenen Wattzahlen kein entscheidendes Kaufkriterium, darum haben wir auch diesmal das neue Tagan TG420-U02 i-Xeye durch unseren Testparcour gehetzt, damit ihr erfahrt ob dieses Kraftpaket zu eurem Rechner paßt und auch tatsächlich die versprochene Leistung abliefert.




Lieferumfang:

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- Netzteil in Retailverpackung.
- Kaltgeräteanschlußkabel.
- Befestigungsschrauben.
- Handbuch (mehrsprachig).
- wiederverwendbare farbige Klett-Kabelmanschetten.
- Kabelbinder.





Die technischen Daten:


- ATX 1.3/2.0 Netzteil AMD/ Intel P4.
- 420 Watt Gesamtausgangsleistung.
- 220 Watt kombinierte Ausgangsleistung (+3,3 und +5 Volt).
- aktives PFC (Power-Factor-Correction) PF Wert bis 0.99.
- maximale Belastbarkeit der einzelnen Strom-Schienen:
- +3,3 Volt: 28 A
- +5,0 Volt: 42 A
- +12 Volt: 22 A
- +5 Volt Standby: 2,5 A
- universeller Weitbereichseingang: 95-250 VAC für unterschiedliche Stromnetze.
- Dual-Fan 80x80x15mm & x80x80x25mm in Push-Pull Anordnung.
- Transparente Lüfter und Fenster an der Unterseite mit blauer LED-Beleuchtung.
- gummierter Abstandshalter zur Lüfterentkoppelung.
- 1x ATX 20Pin AMD/ Intel & 1x Intel P4 12V Anschluss.
- Adapter ATX 24Pin AMD/ Intel & 1x Intel P8 12V Anschluss.
- Erdungskabel zum optionalen Anschluss am Gehäuse.
- Überspannung-, Überstrom- und Kurzschluss-Sicherung (OVP, OCP, SCP).
- Unempfindlich gegen elektrostatische Entladungen (ESD bis zu 3kV).
- EMV-abgeschirmtes Stromversorgungs-kabel für High-End-Grafikkarten.
- Verwandelbare Hauptplatinenstecker von 4 auf 8 Pins.
- S-ATA ready (2 Connectoren).
- 8x 4-polige 12V-Stromstecker.
- 2x Stromstecker für Diskettenlaufwerk.
- verdrillte Stromleitungen zur EMV Optimierung.
- Textilfaser ummanteltes ATX Kabel.
- Standard-PS/2-Abmessungen (B×H×T): (150×86×160) mm.
- schwarz eloxierte Kühlkörper. - Gewicht: 2600 Gramm.
- 3 Jahre Herstellergarantie.





Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
Asus P4C 800-E Deluxe Rev. 2.0
Grafikkarte
Sapphire 9600 XT
Soundkarte
Soundblaster Audigy 2 ZS
CPU-Kühler
Thermalright XP-120
Arbeitsspeicher
2x 512 MB Corsair XMS 3200 Twinx XL
Festplatten System 1
2x Samsung 1614C (7200 U/min, S-ATA) RAID-0
Festplatten System 2
2x Western Digital WD740 (10000 U/min, S-ATA) RAID-0
DVD-Brenner
Plextor PX-712A
CDRW-Brenner
LG 8526B
DVD-ROM
Toshiba M-1912
Gehäuse
Lian-Li PC 73-SL
Netzteil
Tagan TG420 U02
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2
Zubehör
6x Papst 8412 N/2GMLE mit Noisemagic Lüftersteuerung




Verarbeitung und erster Eindruck:

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Die ansprechende Retailverpackung offenbart ein sehr attraktives Netzteil mit einem Plexiglasfenster, über das im Betrieb das von entsprechenden LED's erzeugte blaue Licht austreten kann. Kritikern sei gesagt, daß die elektromagnetische Abschirmung trotz des Plexiglasfensters gewährleistet ist.
Die Verarbeitung macht einen gediegenen Eindruck, scheinbar hat Tagan aus dem Erfolg der bisherigen Netzteilserien die richtigen Schlüsse gezogen und hält an den bisher erreichten Qualitätsstandards fest.

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Verkabelungstechnisch hat Tagan aufgerüstet, denn die schon beim Tagan TG480-U01 existierenden üppigen Bestückungen wurden noch einmal erweitert respektive ergänzt.
Hinzu gekommen ist ein separater speziell abgeschirmter 4-Pin Anschluss für die Grafikkarte oder einem Festplattenlaufwerk. Dieser Anschluss mit einem Ferritring minimiert die Störempfindlichkeit des Kabels und ist somit besonders geeignet um Festplatten oder die Grafikkarte zu versorgen.
Der neue doppelt vorhandene 4-polige 12V Stecker fällt auch aus dem Rahmen herkömmlicher Netzteilverkabelungen, denn solche 8-poligen Optionen werden eigentlich nur auf Servermainboards benötigt, eine Option für kommende Generationen? Natürlich kann man den Doppelstecker entdoppeln und somit für alle P4 und Athlon64 nutzen.
Um dem neuen ATX 2.0 Standard gerecht zu werden, ist der 20-polige Stromanschluß einem 24-poligen gewichen, der aber ebenfalls zu einem ATX 1.3 Standardanschluß wieder zurückgeswitcht werden kann, in dem man einfach den vorderen Teil des Steckers entfernt.
Das Vorhandensein von 2x S-ATA Connectoren schafft ebenfalls Vertrauen für künftige hardwareseitige Aufrüstungen.
Die sauber verdrillten Kabel stellen nicht nur unter ordnungstechnischen Aspekten ein erfreuliches Merkmal dar, sie sollen zusätzlich Elektromagnetische Interferenzen im Zaum halten.
Eine weiteres Feature dieses Netzteiles ist das zusätzliches Erdungskabel (GND), welches laut Hersteller an den Stand-Offs unter dem Mainboard befestigt werden soll. Dadurch möchte man die Gleichstrommasseschleife stabilisieren und die Abschirmungsfunktion des Gehäuses noch weiter verbessern.
Dank der sehr langen Kabelstränge (50 cm) ist die "Verdrahtung" auch in sehr großen Towern überhaupt kein Problem. Die Stränge sind wie folgt bestückt:

10x Molex-Stecker 12V, für HD und CD/DVD-Laufwerke , 2x Diskettenanschluss, Zusätzlicher +12V für P4 und +5V-Stecker, ATX Stecker mit Adapter für AMD K8, 1 GND Kabel für zusätzliche Masse, 2x S-ATA Connectoren.
Dank der vergoldeten Steckerlitzen sollte eine Korrosion der Anschlüsse überhaupt kein Thema sein.
Endlich vermißten wir auch keine Kabelbinder mehr, denn auch daran wurde bei Tagan gedacht.

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Sehr hochwertig sind die eingebauten elektronischen Bauteile und deren sehr aufgeräumte Anordnung, wenn man auch vor lauter Kühlkörpern kaum etwas sieht. Es spricht aber für Tagan, daß sie sich Gedanke die Effektivität der Kühlung gemacht haben, denn ein leises und mit langsam drehenden Lüftern versehenes Netzteil transportiert die Abwärme der eingebauten Netzteilkomponenten naturgemäß langsamer ab als ein Netzteil mit schnell drehenden Lüftern, auch hier geht Tagan einen anderen Weg. Das Tagan TG420-U02 besitzt eine Dual-Lüfter-Anordnung in Push-Pull Technik. Bei den allermeisten Dual-Fan Netzteilen sitzt ja in der Regel der zweite Lüfter im Deckel. Nicht so im Tagan, denn hier sitzt er leicht versetzt direkt hinter dem ausblasenden Lüfter. Dadurch sorgen die beiden gleitgelagerten Lüfter für eine beinahe ideale Be- und Entlüftung des Netzteils, zumindest in der Theorie.
Möglicherweise vermissen einige User Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse, denen sei aber gesagt, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.

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Im Betrieb zeigt sich ähnlich wie beim True Blue von Antec ein warmes blaues Licht, daß in unserem Fall perfekt zu den blauen Leuchtioden des Lian-Li Towers paßt.




Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern sparen wir uns den detaillierten Ablauf.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte dies abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei.

Vergeßt auch nicht, euch vor den Arbeiten zu erden !




Der Test:

Bevor wir zum eigentlichen Leistungstest kommen, noch ein paar Worte zu den Leistungsspezifikationen von Netzteilen:
Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe ""Total DC Output"" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. ""Combined Power"" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor, da die meisten Computer aus diesen beiden Leitungen die stromhungrigsten Komponenten versorgen, es sei denn, es handelt sich um ein Pentium 4 System. Intel hat dort bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker eingeführt. Der Pentium 4 bezieht seinen Strombedarf aus der weniger belasteten +12 V Leitung. Mittlerweile haben es die Hersteller auf den nForce 2 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen 12V-Anschluß zur Entlastung an. Bei der enormen Stromaufnahme der nForce 2 und Athlon 64 Boards sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Das Tagan Netzteil verfügt über den vor ein paar Jahren eingeführten Standard Active PFC. Dieses Kürzel bedeutet PFC "Power-Factor-Correction". Zu deutsch bedeutet "PFC" "Leistungsfaktorkorrektur". Dieses Verfahren vermindert die Oberwellenbelastung auf den (Wechselspannungs-) Versorgungsleitungen und verbessert deren Ausnützung. Die meisten Schaltnetzteile richten die Netzspannung gleich und glätten sie mit einem Elektrolytkondensator. Durch dieses Verfahren kann jedoch nur dann Netzstrom fließen, wenn die Netzspannung höher ist als die Spannung am Elektrolytkondensator. Dadurch entstehen relativ schmale und hohe Stromimpulse in der Netzleitung, abhängig vom Netz, von der Größe des ELKOs und natürlich von der aufgenommenen Leistung. Durch die PFC wird der Stromflußwinkel (sinusähnlich) erhöht und dadurch der Effektivwert des Netzstromes verringert.




Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25




Die Testwerte des Tagan-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
-12V
niedrigster Wert
3.29V
4.99V
11.98V
-12,11V
höchster Wert
3.35V
5.02V
12.04V
-12.00V
durchschnittlicher Wert
3.32V
5.01V
12,02V
-12.05V





Nachdem wir unseren 12-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, Everest, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt und mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.
Die Werte sind hervorragend, keine Leistungsschiene hat zu irgendeinem Zeitpunkt unseres Tests auch nur den Hauch eines Leistungsknicks gezeigt.
Der angestrebten Ruhe im Rechner wurde ebenfalls adäquat Rechnung getragen, das Tagan Netzteil ist ein sehr leiser Vertreter seiner Zunft. Leider wird das Ganze durch eine nur durchschnittliche Kühlleistung erkauft, denn die sehr spät einsetzenden Lüfter kühlen das Netzteil nicht genug herunter, so daß es über Bedarf mit der Eigenkühlung beschäftigt ist, da gibt es bessere technische Lösungen. Durch die interne Temperaturregelung laufen die beiden Lüfter bis zu einer Netzteillast von 60% mit einer Drehzahl von ca. 750 U/min. Erst ab 60% Last erhöht sich die Drehzahl linear bis max. 2500 U/min bei 100% Last. Da wäre eine manuelle Regelung nicht verkehrt, denn eine Netzteilauslastung von 100% dürfte in der Praxis selbst bei leistungsstarken Systemen kaum anzutreffen sein.





Fazit:

Tagan hat seine Schulaufgaben gemacht, das Netzteil erzeugt mehr als ausreichend Leistung, ist sehr leise und bietet auch optische Schmankerl in Form von blauen LED's und das zu einem Preis von ca. 90 €, was wir für die gebotene Technik durchaus als angemessen erachten. Aber wo ist der Haken?
Die einzigen kleineren Kritikpunkte sind wieder einmal der Wirkungsgrad, der uns einen Eindruck über die Wirtschaftlichkeit eines Netzteils vermittelt und die nicht steuerbare Drehzahl der Netzteillüfter. Als Wirkungsgrad wird das Verhältnis der Ausgangsleistung zur Eingangsleistung bezeichnet, d.h. wie viel Energie das Netzteil aus der Steckdose entnimmt, um das PC-System mit der notwendigen Leistung zu versorgen und der liegt beim Tagan durchschnittlich bei knappen 75%. Das ist ein relativ guter Wert aber durchaus noch verbesserungsbedürftig, denn der Kunde möchte nicht nur die pure Power, er möchte sein System auch möglichst stromsparend betreiben und dafür hat das Netzteil nun einmal den maßgeblichen Anteil. Wenn Tagan seinen Netzteilen dann in absehbarer Zeit noch eine Lüfterreglung spendieren sollte, wären die Netzteile nahezu perfekt konstruiert.




Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Tagan TG420-U02 i-Xeye erhält den PC-Experience-Award in Gold !







Weiterführende Links:

Tagan Deutschland

Maxpoint

Wir bedanken uns herzlich bei Frau Renger von Maxpoint für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team
Cerberus




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