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Geschrieben von Cerberus am 27.08.2004 um 12:39:

Achtung Enermax Coolergiant EG 485AX Netzteil

Enermax Coolergiant EG 485AX Netzteil







Einleitung:

Unser letzter reinrassiger Netzteiltest liegt schon einige Monate zurück, insofern wird es höchste Zeit ein Netzteil aus der aktuellen Coolergiant Serie von Enermax durch den Testparcour zu schicken, zumal sich Enermax anschickt verlorenes Terrain zurückzuerobern.
Enermax war vor einigen Jahren einer der Vorreiter für leistungsstarke Netzteile im Homeuserbereich und hatte frühzeitig erkannt, wie wichtig eine ausreichend dimensionierte Stromquelle für einen störungsarmen Rechnerbetrieb tatsächlich ist.
An dieser Denke hat sich vom Grundsatz her nichts geändert, allerdings sank das Kundeninteresse weil eine ganze Reihe von sehr interessanten Mitbewerbern den Netzteilmarkt aufgemischt haben, die nicht nur durch pure Leistung, sondern auch durch ansprechende Optik brillierten. Nun mag die Optik bei einem Netzteil kein wirkliches Kriterium sein, aber warum soll der Modder sich nicht ein auch optisch stimmiges Netzteil kaufen, wenn die Leistungsindikatoren darüber hinaus auch noch passen.
All dies hat Enermax nun in die Waagschale geworfen und bietet mit der Coolergiant-Serie nicht nur leistungsstarke, sondern auch optisch attraktive Netzteile an.
Ob das aktuelle Enermax Coolergiant EG 485AX 480 Watt Netzteil unseren Testparcours bewältigt hat, erfahrt ihr unserem ausführlichen Test.




Lieferumfang:

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- Netzteil in Retailverpackung.
- Kaltgeräteanschlußkabel.
- Befestigungsschrauben.
- Handbuch (7 Sprachen).





Die technischen Daten:

- ATX 12V 1.3 Version.
- +3,3 Volt: 34 A
- +5,0 Volt: 40 A
- +12 Volt V1: 16 A
- +12 Volt V2: 15 A
- +5 Volt Standby: 2,5 A
- Gesamtleistung: 480 Watt.
- Combined Power: 280 Watt (+3,3 und +5 Volt)
- Seperate 12V Schienen für die Versorgung von Mainboard/CPU/Laufwerke.
- Geeignet für AMD und Pentium IV.
- 2x Silent Lüfter 80 mm.
- 1x Radiallüfter von Sanyo Denki.
- 5x Anschlüsse 5,25".
- 2x Anschlüsse 3,5".
- Aktive PFC-Funktion.
- FM-Funktion: Drehzahlsignal des 7cm- und 8cm-Lüfters wird über das Mainboard angezeigt.
- FMA-Funktion: Manuelle oder automatische Geschwindigkeitskontrolle der Lüfter.
- 2 Luftkanäle für effektive Wärmeableitung.
- Ein intelligenter Autokühler läuft nach Ausschalten des Computers für mindestens 2 Minuten weiter.
- 2x S-ATA Connectoren.
- Ein separater Stromanschluss für die Grafikkarte.
- Abschirmung von elektromagnetischen Störungen durch Kupferummantelung der Kabel.
- 3 Jahre Garantie.




Der Testrechner:

CPU
Intel Northwood P4 3.4 GHZ
Mainboard
Asus P4C800-E
Grafikkarte
Sapphire 9600 XT
CPU-Kühler
Thermalright SLK 948 U
Arbeitsspeicher
2x 512 MB Corsair XMS 3200 Twinx XL
Festplatte
2x Samsung 1614C (7200 U/min, S-ATA) RAID-0
Gehäuse
Lian Li PC 73 SL
Netzteil
Enermax Coolergiant EG 485AX Netzteil
Betriebssystem
Windows XP Prof. SP 2
Zubehör





Einige Bilder des Enermax-Netzteils und seiner Ausstattung:


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Die Montage:

Ein Netzteiltausch sollte auch den ungeübten Anwender vor keine größeren Probleme stellen, insofern sparen wir uns den detaillierten Ablauf.
Die wichtigste Grundregel bei Bauarbeiten am eigenen Rechner ist aber, daß ihr alle Komponenten spannungsfrei macht.
Dazu müßt ihr als erstes das Netzteil ausschalten oder noch besser das Netzkabel abziehen.
Doch jetzt ist der Rechner noch nicht völlig spannungsfrei, da sich auf dem Mainboard und dem Netzteil noch geladene Kondensatoren befinden.
Diese Kondensatoren sollen im Betrieb Stromschwankungen ausgleichen.Normalerweise entladen sich die Bauteile von selbst, dies kann aber bis zu 10 Minuten dauern.
Wer hat aber schon so viel Zeit und möchte diese abwarten ? Mit einem kleinem Trick könnt ihr die Restelektrizität loswerden: Ihr müßt einfach noch einmal den Einschaltknopf drücken,nachdem ihr das Netzkabel entfernt habt.
Ihr werdet merken, daß die Lüfter nochmals kurz anlaufen und sofort wieder stillstehen.
Jetzt ist der Rechner garantiert spannungsfrei.
Vergeßt auch nicht, euch vor den Arbeiten an einem metallischen Gegenstand zu erden !

Dank der sehr langen Kabelstränge (ca. 50 cm) ist die "Verdrahtung" auch in sehr großen Towern überhaupt kein Problem. Die Stränge sind wie folgt bestückt:

5x 4-Pol-Stecker (CD-ROM, HDD usw.), 2x Floppy Stromstecker, 1x ATX Stromstecker, 1x 12V P4 Anschluss, 1x Aux Stromstecker, 1x Extra Power Connector, 2x S-ATA Festplatten Connectoren und 1x Tachosignalstecker des 80mm Lüfters hinten sind zwar nicht üppig, aber ausreichend für den normal ausgestatteten Rechner.
Kabelbinder wurden leider nicht mitgelifert, diese kleinen aber wie wir finden wichtigen Details sollte Enermax künftig berücksichtigen.
Die wichtigsten Kabelstränge sind durch Kupferummantelungen gegen elektromagnestische Interferrenzen geschützt, was die Flexibilität beim Verlegen der Kabel etwas hemmt, denn sie sind sehr zäh in ihrer Flexibilität.




Der Test:

Bevor wir zum eigentlichen Leistungstest kommen, noch ein paar Worte zu den Leistungsspezifikationen von Netzteilen und den Features des Enermax-Netzteils

Bei einem PC-Netzteil wird die Leistung oft mit der Angabe ""Total DC Output"" (DC steht für Gleichstrom) ausgewiesen. Dieser Maximal-Wert sagt aus, wieviel Watt das Netzteil insgesamt auf allen Leitungen liefern kann. ""Combined Power"" setzt sich hingegen aus der maximalen Leistung der +3,3-Volt- und +5-Volt-Leitung zusammen. Über die +12-Volt- und +5-Volt-Leitung werden u.a. Festplatten, CD-/ DVD-Drives und Disketten-Laufwerke mit Spannung versorgt. Die wichtigste Leitung ist jedoch die 3,3-Volt-Leitung, über die das Mainboard den Prozessor (CPU), den Hauptspeicher (RAM), den AGP-Bus und nahezu alle PCI-Steckkarten mit Power versorgt. Vor dem Release der ATX-Spezifikation wurde diese sog. "I/O-Spannung" aus der 5-Volt-Leitung gewandelt. Ein gut dimensioniertes Netzteil sollte darum ~30 Ampere auf der +5-Volt Leitung und ~25 Ampere auf der +3.3-Volt-Leitung liefern können.
Diese Empfehlung gilt nach wie vor, da die meisten Computer aus diesen beiden Leitungen die stromhungrigsten Komponenten versorgen, es sei denn, es handelt sich um ein Pentium 4 System. Intel hat dort bekanntermaßen den ATX12V Stromstecker eingeführt. Der Pentium 4 bezieht seinen Strombedarf aus der weniger belasteten +12 V Leitung. Mittlerweile haben es die Herssteller auf den nForce 2 und Athlon 64 Boards nachempfunden und bietet dort einen 12V-Anschluß zur Entlastung an. Bei der enormen Stromaufnahme der nForce 2 und Athlon 64 Boards sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Noch eine Anmerkung zur Lüftersteuerung, Tachosignalgeber und temperaturgeregelte Anschlüsse sind zwar sehr komfortabel und eigentlich auch sinnvoll, es ist nur so, daß sich genau dadurch nicht selten Probleme ergeben, denn es gibt nicht wenige Mainboards, die bei einer Drehzahl von unter 1000 U/min schlichtweg streiken.
Das Enermax Netzteil verfügt über den vor ein paar Jahren eingeführten Standard Active PFC. Dieses Kürzel bedeutet PFC "Power-Factor-Correction". Zu deutsch bedeutet "PFC" "Leistungsfaktorkorrektur". Dieses Verfahren vermindert die Oberwellenbelastung auf den (Wechselspannungs-) Versorgungsleitungen und verbessert deren Ausnützung. Die meisten Schaltnetzteile richten die Netzspannung gleich und glätten sie mit einem Elektrolytkondensator. Durch dieses Verfahren kann jedoch nur dann Netzstrom fließen, wenn die Netzspannung höher ist als die Spannung am Elektrolytkondensator. Dadurch entstehen relativ schmale und hohe Stromimpulse in der Netzleitung, abhängig vom Netz, von der Größe des ELKOs und natürlich von der aufgenommenen Leistung. Durch die PFC wird der Stromflußwinkel (sinusähnlich) erhöht und dadurch der Effektivwert des Netzstromes verringert.

Die FM-und FMA-Funktionen bescheren dem User die Möglichkeit, die Lüfterdrehzahlen sowohl über das Mainboard auslesen zu lassen, als auch manuell einzugreifen, denn auf der Rückseite des Netzteils befindet sich ein entsprechender Drehpotentiometer zur Regelung. So ganz begibt sich das Netzteil damit aber nicht in die Hand des Users, denn wenn die manuell vorgenommenen Einstellungen keine adäquaten Kühlleitungen mehr gewährleisten, regelt die Elektronik automatisch nach und das bietet Sicherheit.
Eine zweite 12V (12V2) Schiene sorgt dafür, daß spannungsdurstige Komponenten wie CPU/Mainboard und Grafikkarte nicht mehr für Überlastungen in diesem Bereich sorgen können, was die allgemeine Stabilität erhöht und nicht unwesentlich dazu beiträgt, daß auch bei extremer Belastung der Rechner vor Abstürzen bewahrt bleibt, die aus Spannungsabfall resultieren

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Eine Nachlaufsteuerung der eingebauten Netzteil-Lüfter und separate Luftkanäle ermöglichen einen effektiveren Abtransport der Abwärme sowohl aus dem Rechner, als auch aus dem Netzteil, denn die Wärmeentwicklung des Netzteils sollte man trotz hochwertiger Bauteile und aufwendiger Kühlkörper nicht unterschätzen. Wir haben diesbezüglich schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht, insbesondere mit passiv gekühlten Netzteilen.

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Die ATX V2.03 Spezifikation lässt folgende Grenzwerte zu :

Ausgang Toleranz Umin. UNom. Umax.
[%] Volt Volt Ampere
+12 V* 5 11,4 12,00 12,60
+5V 5 4,75 5,00 5,25
+3,3V 5 3,14 3,30 3,47
-5V 10 4,50 5,00 5,50
-12V 10 10,80 12,00 13,20
+5Vsb 5 4,75 5,00 5,25



Die Testwerte des Enermax-Netzteil:


Richtspannung
+3.3V
+5V
+12V
-12V
niedrigster Wert
3.30V
5.00V
11.99V
-12,11V
höchster Wert
3.36V
5.03V
12.06V
-12.00V
durchschnittlicher Wert
3.33V
5.02V
12,03V
-12.05V





Nachdem wir unseren 12-stündigen Test abgeschlossen hatten (Prime95), konnten wir die Meßwerte unserer eingesetzten Testprogramme (AIDA32, SiSoftSandra, MBM) vergleichen und haben sie danach zur besseren Fehlerkorrektur gemittelt und mit den direkt gemessenen Multi-und Voltmeter-Werten verglichen.
Die Werte sind ausgezeichnet und lassen keinen Einbruch irgendeiner Leitung erkennen.
Die Netzteil lieferte zu keiner Zeit irgendeine störende Quelle in Form von nervigen Geräuschen oder anderer Irritationen und erwies sich als sehr laufruhig.





Fazit:

"Enermax is back" lautet unser Fazit und das zu Recht, denn es hat nicht nur durch eine ausgesprochen ansehnliche Optik gepaart mit hervorragender Verarbeitung überzeugen können, es erwies sich auch als stabiles Kraftpaket und das in jeder Hinsicht.
In der Vergangenheit gab es immer wieder mal Netzteilserien von Enermax, die insbesondere auf der 5Volt Schiene schwächelten, dies scheint ausgemerzt zu sein, denn derartiges war nicht zu vermelden.
Eine zweite 12 Volt Schiene und auch die renovierte Lüftersteuerung respektive Kühlkonzeption machen ebenso Sinn wie der separate Grafikkartenstromanschluß und verdienen die Bezeichnung Feature nicht nur als Floskel, sondern als Faktum. Verarbeitungstechnisch hat sich bei Enermax viel getan und mittlerweile ist man auch in der Lage optisch ästhetische Gesichtpunkte zu berücksichtigen, was unser roter Beauty eindrucksvoll bewiesen hat.
Trotzdem gibt es etwas, was uns stört und das ist der sehr durchschnittliche Wirkungsgrad von unter 70% (d.h. wie viel Energie das Netzteil aus der Steckdose entnimmt, um das PC-System mit der notwendigen Leistung zu versorgen), daran sollte Enermax arbeiten, denn für ca. 139 € möchte der Kunde nicht nur schiere Kraft kaufen, er möchte seinen Rechner auch effezient betreiben können, sprich stromsparend. Dieses Wirkungsgradproblem haben leider fast alle üppig dimensionierten Netzteile auf dem Markt, dementsprechend sollten die Hersteller endlich umdenken, auch wenn es höhere Produktionskosten bedeuten würde. Der Verbraucher wäre sicher bereit, ein paar Euro mehr für ein wirtschaftlicheres Netzteil auszugeben.
Lassen wir diesen Wehrmutstropfen beiseite, so hat Enermax ganze Arbeit geleistet und ein leises und sehr stabiles Netzteil konstruiert, das allen derzeitigen Systemanforderungen gerecht wird, keine Frage, dieses Netzteil können wir empfehlen.



Gesamtergebnis unseres Reviews:

Das Enermax Coolergiant EG 485AX Netzteil erhält den PC-Experience-Award in Gold !







Weiterführende Links:

Coolergiant

Wir bedanken uns bei Coolergiant.de sehr herzlich für die Bereitstellung des Testexemplars und für den freundlichen Support.


euer PC-Experience.de Team

Cerberus



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